Autor: Lukas

Journalist, Blogger, Batman-Fan

Harleen: Heilung durch Liebe

DC Comics

Titel: Harleen

Autor/Zeichner: Stjepan Sejic

Erschienen: 2019 (Harleen #1-3), Hardcover 2020


Harley Quinn ist gerade so hoch im Kurs und omnipräsent, dass es nervt: im Kino, als Zeichentrickserie, in den Comics. DC hat 2019 in seinem Black Label gleich zwei Harley-Miniserien parallel gestartet. Eine davon ist Harleen. Erzählt wird in diesem Dreiteiler alles noch einmal, schon wieder und von vorn, wie aus Harleen Quinzel Jokers Geliebte Harley Quinn wurde. Also noch eine Mad-Love-Variation für Erwachsene und breitgewalzt auf 200 Seiten. Aber nein: Denn so vertraut die Story zunächst scheint, ist hier doch alles anders.

Harleen Quinzel ist hier zunächst eine talentierte junge Psychiaterin, die an starken Selbstzweifeln leidet. Anders als in Mad Love hat sie sich nicht hochgeschlafen, sondern ihre Karriere hart erarbeitet. Sie ist eine Idealistin, die herausfinden will, warum psychisch Kranke ihre Empathie verlieren, und fängt dafür Interviews mit Insassen in Arkham Asylum an. Darunter ist auch der Joker.

Harleen hat Angst vor ihm. Sie leidet unter Schlaflosigkeit und Alpträumen. Und sie lässt sich nicht täuschen. Die Erfahrungen ihrer Vorgänger zeigen ihr, dass der Joker ein Manipulator ist, der selbst Profis mit seinen Lügen einwickelt. Trotzdem glaubt sie in den Gesprächen mit ihm, zu seinem wahren Selbst vorzudringen und ihm helfen zu können. Sie überschreitet eine Grenze nach der anderen, um ihm näher zu kommen – und verliert sich selbst.

Joker á la Thomas Hobbes

Der Joker ist hier ein junger attraktiver Mann, dessen Philosophie an Heath Ledgers Interpretation, bzw. an Thomas Hobbes, erinnern:

„We’re all monsters in a civilized cage, it just takes the right kind of pain and fear to break the lock.“

Gotham sei die „city of monsters“, aber mit seinen vielen gewalttätigen Irren immerhin ein ehrlicher Ort. Denn auch die scheinbar guten Menschen sehen sich danach, sich in gewalttätige Tiere zu verwandeln.

„Gotham is full of people like that. Hands twitching while they dream of violence, shivering with barely suppressed rage, brimming with righteous indignation. Smiling politely as they imagine savage things. Every last one of them a bomb that needs but a single spark to set it of.“

Harleen funktioniert aber nicht nur wegen einer starken Joker-Figur so gut, sondern auch weil es keine Harley Quinn-Story ist. Die Figur kommt kaum vor. Stattdessen ist es eine Harleen-Quinzel-Story. Die Geschichte einer scheiternden Psychiaterin, die nur helfen will, aber sich selbst nicht helfen kann, immer tiefer in den Abgrund zu rutschen. Zum anderen gelingt Harleen, weil sich Autor Stjepan Sejic viel Zeit lässt, seine Hauptfigur zu ergründen und glaubwürdig zu erzählen, wie eine intelligente Frau zu einer Psychopathin unter dem Einfluss des Jokers werden kann. Die Antwort: Sie bildet sich ein, ihm helfen zu können, weil er in ihr die Liebe findet, die er braucht. Die Story profitiert davon, dass die tragische Heldin ihre Geschichte in einer zweifelnden Offenheit selbst erzählt.

Warum Batman nicht tötet

Batman spielt hier nur eine kleine Rolle am Rande. In einer Sequenz fragt ihn Harleen, warum er nicht tötet. Er antwortet, dass er hofft, den Tätern helfen zu können:

„I don’t kill because as hard as it sometimes is, it’s still the right choice. I don’t kill because I don’t want to give up on them…or on myself.“

Durch diese Aussage bestärkt er indirekt die Psychiaterin in ihrem Willen, dass man auch den Joker heilen könne.

Harleen ist zu einem großen Teil auch eine Two-Face-Story. In einer intensiven Variation seiner Entstehungsgeschichte wird gezeigt, wie Staatsanwalt Harvey Dent im Kampf für das Gute langsam in den Wahnsinn abrutscht und sich mit den Executioners, einer Bande von Polizisten, verbündet, die davongekommene Verbrecher tötet. Gemeinsam planen sie, die Insassen von Arkham zu befreien, um in der Stadt wieder die Todesstrafe einzuführen. Allein hier könnte man kritisieren, dass es naheliegender wäre, wenn sie die Verbrecher selbst hinrichten würden – so wie sie es auch sonst tun.

Darüber hinaus ist der Comic auch optisch gelungen. Stjepan Sejic zeichnet mit präzisem, feinfühligem Strich ausdrucksstarke Figuren mit nuancierten Mimiken und Körperhaltungen. Schurken wie Two-Face, Poison Ivy und Killer Croc wirken ebenso schrecklich wie anziehend. Auf dem großen Seitenformat kommen die Bilder besonders gut zur Geltung.

Insgesamt ist Harleen unbedingt lesenswert und einer der besten Harley-Quinn-Origins seit Mad Love. Eine echte Bereicherung dürfte es gerade für die sein, die Harley Quinn nicht mögen. Dieses Comic könnte sie endlich mit der Figur versöhnen.

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Neue Batman-Comics im Mai: Death Metal, Smile Killer, Man-Bat

Batman: Smile Killer, Dark Nights: Death Metal & Man-Bat.

Im Frühling 2020 erwarten die Batman-Leser einige vielversprechende Comics. Alle haben eins gemeinsam: Sie wissen nicht, wann genug ist. Es sind lauter Fortsetzungen und Neuaufgüsse.

Als erstes wäre da ein neues Event: Dark Nights: Death Metal #1 ist der Auftakt einer sechsteiligen Miniserie. Ihr dachtet, wir wären mit Dark Knights: Metal aus dem Snyder? Tja, der gute alte Scott hat noch einen Ass im Ärmel. „One last tour“ soll es werden. Ich dachte zwar, das wäre es schon beim letzten Mal, und spätestens mit dem Last Knight On Earth, aber nein: Wieder geht es um das Dark Multiverse, wieder um den Batman Who Laughs, wieder zeichnet Meister Greg Capullo. Diesmal müssen sich Batman, Superman und Wonder Woman getrennt herumschlagen. Zumindest am Anfang. Und wieder tragen alle schräge Kostüme. Los geht das Spektakel am 13. Mai. (Zur Preview.)

Am selben Tag erscheint der One-shot Batman: The Smile Killer #1. Damit schieben Jeff Lemire und Andrea Sorrentino ihrem Dreiteiler Joker: Killer Smile, der unter DCs Black Label erscheint und im Februar endet, noch einen Epilog hinterher. Es handelt von einem jungen Bruce Wayne, der mit der The Mr. Smiles Show aufgewachsen ist, einer TV-Sendung, die auf ihn zurückzuschauen und mit ihm direkt zu reden schien. Der Joker stellt den Batman-Mythos angeblich auf den Kopf, mit dem zerstörerischsten Trick, den er je ausgeführt hat, heißt es in der Ankündigung. Killer Smile soll im Juli als Hardcover erscheinen. Es wäre schade, wenn darin der One-Shot fehlen würde.

Der Mai hat aber auch noch mehr Überraschungen zu bieten: Zum einen eine neue Man-Bat-Miniserie, geschrieben von Dave Wielgosz und gezeichnet von Smit Kumar. So eine gab es bereits 2006: Man-Bat: The Return. Die Story wirkt auch vertraut: Kirk Langtrom erleidet einen Rückfall und richtet seine Wut gegen die Einwohner Gothams. Der Fünfteiler beginnt am 6. Mai. Passend dazu erscheint für Nostalgiker eine „Facsimile Edition“ von Man-Bat #1 von 1974. Vier US-Dollar lässt sich DC diesen Nachdruck kosten. Spoiler: Die Geschichte ist es nicht wert.

Batman: The Adventures Continue & Batgirl Adventures.

Vom nostalgischen Wunsch, ruhmreiche Tage der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, zeugt auch Batman: The Adventures Continue. Das bewährte Team aus Paul Dini, Alan Burnett und Ty Templeton, das bereits für The Animated Series/The Batman Adventures verantwortlich war, legt noch einmal mit einer sechsteiligen Miniserie nach, die im Universum der legendären Zeichentrickserie spielt.

Die Story? Eigentlich egal. Aber wen es interessiert: Wayne Enterprises wird von einem Riesenroboter angegriffen, der einen ganzen Laborraum stiehlt. Irgendwas hat Lex Luthor damit zu tun. Am 6. Mai wissen wir mehr, danach folgen noch fünf weitere Teile.

Ergänzend dazu legt DC noch einmal The Batman Adventures #1 auf. Das Beste daran ist, dass es nur 1,99 US-Dollar kostet, aber sonst ist man mit dem Paperback natürlich besser bedient. Doch damit nicht genug: Das Batgirl aus den Batman Adventures bekommt ihr eigenes Paperback gewidmet. Batgirl: A League of Her Own versammelt Batgirl Adventures #1,  Batman: Gotham Adventures #8-9, #22 und #38. Der Band erscheint am 10. Juni, wird 152 Seiten umfassen und wird 9,99 US-Dollar kosten. Auf eine Gesamtausgabe der Gotham Adventures werden wir wohl noch länger warten müssen.

DC Comics

Und zum Schluss noch ein Reprint, den ich mit Nachdruck empfehlen möchte (dann ist aber auch Schluss mit den Kalauern): Batman/Wonder Woman: The Hiketeia Deluxe Edition. Greg Rucka und J.G. Jones erzählen ein gelungenes Team-Up der beiden Helden.

Erscheinungstermin: 3. Juni. Kosten: Verflucht teuer. 30 Dollar für 128 Seiten. Deutlich günstiger ist der Paperback Wonder Woman By Greg Rucka Vol. 1 (2016), auch weil er deutlich mehr Inhalt bietet.

Weitere Sammelausgaben im Mai:

>> Neue Batman-Comics 2020

 

Ein erster Blick auf „The Batman“

The Batman-Regisseur Matt Reeves hat ein Video geteilt, auf dem erstmals Robert Pattinson im Batman-Kostüm zu sehen ist. Auffälligste Merkmale: das Bat-Logo auf der Brust lässt sich offenbar herausnehmen, sieht ganz nach Batarangs aus, und es hat einen Stehkragen. In dem einminütigen „Camera Test“ hört man auch eine minalistische, aber sehr dramatische Filmmusik des Komponisten und Oscar-Preisträgers Michael Giacchino, der bereits die Musik zu Lost, Star Trek, Mission Impossible, Rogue One und Oben geschrieben hat.

Über die Handlung von The Batman weiß man noch nichts, außer welche Figuren darin vorkommen und wer sie spielen soll:

  • Andy Serkis als Alfred Pennyworth
  • Jeffrey Wright als James Gordon
  • Zoë Kravitz als Catwoman
  • Colin Farrell als Pinguin
  • Paul Dano als Riddler
  • John Turturro als Carmine Falcone

Letzterer deutet darauf hin, dass die Story sich an The Long Halloween orientieren könnte. Matt Reeves, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, hat bereits eine Noir-Story angekündigt, die sich auf Batman als Detektiv konzentrieren soll.

Die Dreharbeiten haben im Januar begonnen. The Batman soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.

Alfreds Tod und Auferstehung

Detective Comics #328 & 356 (DC Comics)

Titel: Gotham Gang Line-Up/The Inside Story of the Outsider

Autor/Zeichner: Bill Finger, Gardner Fox/Sheldon Moldoff, Bob Kane

Erschienen: 1964-1966 (Detective Comics #328, 356), Paperback 2006 (Showcase Presents: Batman Vol. 1 & 2), 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth, nur #356)


Das Jahr 1964 war eine Zäsur für Batman: Nachdem die Figur immer alberner wurde, sich ständig in alles Unmögliche verwandelte und immer abgedrehtere Abenteuer mit kuriosen Schurken erlebte, war auf einen Schlag Schluss damit: Batman und Robin wurden in der realen Welt verankert und wurden viel ernster (Detective Comics #327).

Eine radikale Konsequenz dieses Hausputzes war, dass Alfred dran glauben musste. Schon in Detective Comics #328 (1964) stirbt er den Heldentod. Und das kommt so: Batman und Robin sind gerade außer Haus, als Commissioner Gordon die Bat-Hotline anruft und mitteilt, dass sich die Tri-State-Gang sich in Gotham City treffe. Alfred spielt wieder mal Detektiv und fährt einem Gangster (Paul Pardee) hinterher. Als das Dynamische Duo in der Bathöhle eintrifft, findet es eine Notiz von Alfred und folgt ihm zum Old Gotham Prison, einem verlassenen Gefängnis.

Dort beobachtet die Gang bereits die Eindringlinge per Kamera, lässt sie durch eine trügerische Treppe ins Verderben rutschen und fesselt sie. Klar: Batman und Robin müssen sterben. Nur: Wer darf die Ehre haben? Die Gangster breiten ihre Geschichten aus, wer der größte Leidtragende von ihnen ist. Doch kaum haben sie sich geeinigt, wendet einer ein: Die Todesart muss was ganz Besonderes sein! Dann sagt ein anderer: Später, wir haben noch was anderes vor. Und dann erfüllen sie Batman noch seinen letzten Wunsch, indem sie ihm verraten, was sie vorhaben.

Batman und Robin landen in einer Zelle, Alfred steckt auch schon in einer, aber sie wissen nichts voneinander. Sie befreien sich unabhängig voneinander, finden ihre jeweils leeren Zellen vor, gehen vom Schlimmsten aus und fahren aneinander vorbei zu dem Schauplatz des nächsten Raubes. Die Gang will einen alten Schatz ausgraben. Kaum sind sie da, fällt aus einem Bagger ein riesiger Felsbrocken auf das Dynamische Duo, Alfred kommt mit dem Motorrad angerast und rettet sie, kommt dabei aber selbst zu Tode.

Alfred opfert sich für Batman und Robin.

Bruce gründet später die Alfred Foundation, die sich zum Ziel setzt, die Menschheit zu verbessern. Und da taucht auch schon sein Ersatz auf: Dicks Tante Harriet klingelt an der Tür und kümmert sich um die beiden „Jungs“.

Alfred als Schurke Outsider

Alfred bleibt aber nicht lange tot. Denn inzwischen tut sich etwas in der realen Welt: Anfang 1966 beginnt die Batman-TV-Serie mit Adam West und löst die erste Batmania aus. Weil Alfred im Fernsehen eine wichtige Rolle spielt, muss er auch in die Comics zurück. Dafür denkt man sich bei DC eine Story aus, die noch hanebüchener ist als die vom Anfang der 60er.

DC Comics

Es beginnt mit dem Outsider, einem mysteriösen Schurken, den man zunächst nicht sieht, nur seine Grasshopper Gang für sich arbeiten lässt (Detective Comics #334) und sich am Ende am Telefon meldet, dass er es auf Batmans Leben abgesehen habe. Das passiert noch einmal mit einer falschen Hexe (Detective Comics #336), später lässt er sogar einen Batarang, das Batseil und das Batmobil lebendig werden und Batman angreifen (Detective Comics #340).

In Detective Comics #356 (1966) tritt der Outsider erstmals auf. Er kündigt sich an mit einer mysteriösen Lieferung. Bruce und Dick bekommen Kisten, in denen lebensgroße Puppen von Batman und Robin liegen. Sie verfolgen den Transporter, treffen wieder auf die Grashüpfer-Bande und finden Fingerabdrücke von Alfred. Der Outsider ist ein Mann mit weißer, schuppiger Haut und kurzen Hosen.

Er erklärt uns, dass er einst Alfred gewesen sei. Der Wissenschaftler Brandon Crawford hat zufälligerweise herausgefunden, dass in Alfreds Körper noch etwas Leben steckte und hat ihn mit Strahlung aufzuwecken versucht. Das ging aber nach hinten los, denn aus Alfred wurde der Outsider, das genaue Gegenteil seines alten Selbst, der statt Batman und Robin zu retten, sie lieber töten möchte. Der frühere Außenseiter Crawford verwandelte sich in Alfred, aber in einer katatonischen Trance. Der Outsider ist so nett, ihn in den Sarg zurück zu legen.

Und weil das noch nicht schräg genug ist, wird es noch schräger: Als das Dynamische Duo den Schurken findet, verwandelt er Robin in einen Sarg. „You are now your own death-trap!“ Doch Batman kann zum Glück das Schlimmste verhindern. Er legt den Outsider auf einen Apparat und verwandelt ihn mit Strahlung zurück in den guten alten Alfred. Auch Crawford wird wiederhergestellt und bekommt einen Job in der Wayne Foundation.

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Batmans letzter Tag auf Erden

DC Comics

Titel: Batman DOA

Autor/Zeichner: Bob Hall

Erschienen: 1999 (One-Shot)


Wenn morgen die Welt unterginge, würde er heute noch einen Apfelbaum pflanzen, ist von Martin Luther überliefert. Ganz ähnlich ist es mit Batman: Wenn er morgen stürbe, würde er nicht etwa Abschied vom Leben, von Freunden und Weggefährten nehmen, er würde bis zum letzten Atemzug das Verbrechen bekämpfen. So, als könnte das sonst niemand außer ihm.

In Batman: DOA (was sowohl für „Dead on Arrival“ als auch für „Dead or Alive“ stehen kann) läuft es so: Pinguin, Joker und Two-Face infizieren Batman von Arkham aus mit einem tödlichen neuen Virus. Er hat nur noch 24 Stunden zu leben. Unmöglich, so schnell ein Heilmittel zu finden. Das hat nur der Pinguin, aber das weiß kaum jemand. Das Problem: Die Tochter eines Politikers wurde entführt, die Erpresser wollen 50 Millionen Dollar. Doch Batman befürchtet, dass sie das Kind nicht am Leben lassen, wenn sie das Geld haben.

Batman sammelt seine letzten Kräfte, um die Erpresser aufzuhalten. Er kann kaum stehen, nicht mal Autofahren. Robin muss ihm helfen, um herauszufinden, wer ihn umbringen will. Wir sehen einen Helden am Ende, ausgezehrt, wie ein Untoter wandelt er durch Gotham und kotzt sich die Seele aus dem Leib. Er muss viel trinken, aber hat nicht mal Geld, um in einer Bar dafür zu bezahlen. Selten sieht man Batman dem Tode so nah.

Autor Bob Hall schafft eine äußerst brenzlige Situation, in der er über die ganzen 64 Seiten seine Spannung aufrecht erhält. Als Zeichner ist er sperrig, aber ausdrucksstark, mit Anleihen beim Film Noir. Sein Batman DOA ist heute fast vergessen, aber durchaus wert, wiederentdeckt zu werden.

Mehr von Bob Hall:

>> Batman 1990-1999

80 Jahre Joker: Eine neue Anthologie

DC Comics

Der Joker wird im Frühling 80 Jahre alt. Deshalb bringt DC nicht nur ein 100-seitiges Joker-Special heraus, sondern am 29. April 2020 auch eine neue Anthologie: Joker – 80 Years of the Clown Prince of Crime. Und es ist eine kleine Sensation: Enthalten werden auch zwei der besten oder zumindest bedeutendsten Joker-Storys: The Killing Joke (1988) und Mad Love (1994). Meine Gebete wurden erhört! Denn bislang hat DC diese dünnen Geschichten immer nur einzeln als teure Hardcover in unzähligen Variationen verkauft. Jetzt kann man sie für rund 30 US-Dollar bekommen, zusammen mit einigen anderen Klassikern, wie etwa der originalen Red-Hood-Story von 1951, die allerdings schon in der Anthologie von 2015 enthalten war. Überhaupt gibt es viele Überschneidungen und ein paar sinnlose Ergänzungen.

Ärgerlich ist, dass – wie schon 2015 – aus mehreren längeren Storylines jeweils nur einzelne Kapitel herausgeschnitten wurden: Bei A Death in the Family, hat man diesmal statt der Ausgabe, in der Robin getötet wird, das schwachsinnige Finale reingesteckt, auch bei Soft Targets bekommt man ein letztes Kapitel ohne den Rest. Bei Hush wurde einfach ein beliebiges Kapitel aus dem Kontext gerissen. Detective Comics #1 von 2011 ist die Ausgabe, in der sich der Joker sein Gesicht abschneiden lässt, aber die Geschichte hat sonst wenig mehr zu bieten. Aus Death of the Family wurde diesmal das Finale reingesteckt (Batman #17), statt Batman #15 – eine ebenso willkürliche Auswahl.

Ingesamt werden also acht „neue“ gegen sechs „alte“ Storys geboten, wenn man bei dem Stückwerk überhaupt von Storys sprechen kann. Denn bis auf die beiden oben erwähnten bringen nur drei weitere Geschichten einen echten Mehrwert: The Great Clayface-Joker Feud, Dreadful Birthday, Dear Joker und Images. Ziemlich teuer für 30 Dollar.

Hier der komplette Inhalt (fett markiert sind Titel, die 2015 nicht enthalten waren):

>> Liste der Joker-Comics
>> The Joker: His Greatest Jokes


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Wie zeichnet man Batman?

Batman und Catwoman von Kim Jung Gi. (Arte)

Frankreich hat das Jahr 2020 zum Comic-Jahr erklärt. Aber in Frankreich ist eigentlich immer eine gute Zeit für Comics. Anders als in hier pflegt man im Nachbarland eine lange Tradition des Mediums, auch wenn Deutschland mit Wilhelm Busch und Erich Ohser auch seine Pioniere hatte. Aber das ist ein anderes Thema. In der Arte-Mediathek gibt es zu diesem Anlass einen Comic-Schwerpunkt. In einem Dossier sind mehrere Videos rund ums Thema gesammelt, darunter auch ein paar kurze Zeichenkurse, in denen verschiedene Künstler sich über die Schulter schauen lassen. Einer davon ist Kim Jung Gi – und er zeichnet Batman. Besonders beeindruckend: Er macht das ganz ohne Skizze und Hilfslinien. Eine wahre Meisterleistung, dargestellt in einem zweiminütigem Video. Aber auch sonst ist die Sammlung einen Blick wert.

Arte hat aber auch noch mehr zum Thema Batman zu bieten, nämlich „(Fast) die ganze Wahrheit“, ein launiges, handgemachtes Video zum Dunklen Ritter. Schon etwas älter, aber immer noch amüsant.

>> Zum Dossier „2020 – Das Comic-Jahr“

Neuer Sammelband zu Batman von Matt Wagner

DC Comics

Matt Wagner hat seit den 90ern einige der besten Batman-Storys geschrieben und gezeichnet. Nun widmet DC Comics dem Werk einen Sammelband als Hardcover: Legends of the Dark Knight: Matt Wagner soll am 9. Juni 2020 erscheinen und auf 488 Seiten folgende Storys enthalten:

Faces ist eine hervorragende Two-Face-Story und handelt vom Dasein als Freak (dafür gab es zwei Eisner-Award-Nominierungen), Monster Men und Mad Monk sind Adaptionen klassischer Geschichten aus Batmans ersten Jahr, 1939-1940, und bauen aufeinander auf. Nicht enthalten ist der Dreiteiler Trinity, in dem Batman auf Superman und Wonder Woman trifft.

>> Batman 1939-1949

Bewährungsproben für Alfred

Alfred wird gefeuert: Batman #68 von 1951. (DC Comics)

Titel: The Secret Life of Batman’s Butler/The Secret of Batman’s Butler

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1951/1957 (Batman #68/110)


Ein Butler muss loyal und diskret sein. Gerade Alfred muss das wissen, denn er trägt das größte Geheimnis überhaupt herum: dass seine Herren, Bruce Wayne und Dick Grayson, in Wahrheit Batman und Robin sind. Aber damit stellt Alfred auch eine Schwachstelle dar. Wer an ihn rankommt, könnte auch den beiden Helden gefährlich werden. Von Alfred wird also einiges abverlangt, das geht mit einigen Opfern einher, wie sich in zwei Storys der 50er zeigt.

Im Jahr 1951 wird Alfred gefeuert. Einfach so. Von jetzt auf gleich. Einen Grund bekommt er von Sir und „Mawster“ nicht, nur eine magere Abfindung, gerade mal ein Monatsgehalt im Voraus und dann – war’s das. Alfred ist am Boden zerstört. Er mietet sich eine Absteige und fragt sich, was er falsch gemacht haben mag. Doch da ist nichts. Im Gegenteil: In der Vergangenheit war er nicht nur ein treuer und ergebener Butler für Bruce und Dick, er hat sich sogar als Sidekick für Batman und Robin verdient gemacht. Immer wieder hat er ihnen aus der Patsche geholfen.

Alfred betätigt sich Flugzeugingenieur und baut den Sky Sled. (DC Comics)

Einmal, erfahren wir, hat er sogar ein neuartiges Flugzeug für Batman konstruiert: den Sky Sled, eine Art kleines Batplane. Batman glaubte zwar nicht dran und tat das Ding ab, aber dann klemmte Alfred seine Erfindung einmal ans Batplane und konnte Batman im Einsatz eines Besseren belehren. Batman übernahm den Luftschlitten daraufhin selbst. Und dann war da noch der Fall, als ein Gauner Alfred für eine Nacht entführen ließ, weil gutes Personal bekanntlich so schwierig zu kriegen ist. Aber Alfred wollte nicht einmal für eine Nacht Diener zweier Herren sein und befreite sich, indem er Speiseöl in Brand steckte und seinen Entführer mit Salat attackierte. (Kein Witz.)

Stunde der Wahrheit: Alfred am Lügendetektor. (DC Comics)

Zurück in die Gegenwart: Alfred sucht Trost bei seinem Freund Willis. Alfred hat Freunde? Ja, allerdings. Die haben einen Lügendetektor bei sich rumstehen und testen reihum, wer die Wahrheit auf unbequeme Fragen sagt. Als Alfred dran ist, fällt die Frage: Bist du der Butler von Batman und Robin? Alfred gerät ins Schwitzen und sagt: Nein. Die Nadel schlägt nicht aus, der Detektor irrt nie, Willis ist überzeugt. In dem Moment trifft aber das Dynamische Duo ein und schlägt die Gauner zusammen.

Jetzt wird auch der Kündigungsgrund klar: Die beiden Helden wussten, was die Bande vorhatte und konnte kein Risiko eingehen. Sie hätten sie auch nicht vorher hochnehmen können, denn die Gauner mussten sich selbst vom Gegenteil ihrer Vermutung überzeugen. Alfred bekommt seinen Job zurück. Aber das Bittere ist: Alfred hat tatsächlich keine anderen Freunde. Er geht ganz und gar in seiner Rolle als Butler auf.

Eine neue Geschichte für Alfred

Herr der Lage: Alfred verschafft Bruce Wayne ein Alibi. (DC Comics)

Sechs Jahre später, 1957, kündigt Alfred jedoch selbst – weil er angeblich Bruce Waynes Geheimidentität verraten hat, wie er ihm in seinem Abschiedsbrief gesteht. Dann erzählt er, wie es dazu kam. Was wir sehen, ist zunächst eine ganz andere Entstehungsgeschichte. Anders als bei seinem ersten Auftritt im Jahr 1943 kommt er nicht einfach aus dem Nichts reingeplatzt, um die Nachfolge seines Vaters anzutreten, sondern er bewirbt sich bei Bruce um die Position als Butler. Alfred ist auch anders als in der alten Fassung von Anfang an schlank.

Alfreds neuer Origin: Bewerbungsgespräch und -probe. (DC Comics)

In seinen Probetagen kommt ein Mann namens Noyes auf Alfred zu, der behauptet, sich selbst um die Stelle beworben zu haben. Er fragt ihn nach Wayne aus, aber Alfred hält dicht. Dann versucht Noyes, ihn zu bestechen. Alfred weist ihn zurück.

Alfred erfährt das Geheimnis seines Herren: Bruce Wayne ist Batman. (DC Comics)

Später erfährt Alfred Bruces Geheimidentität nicht, weil er die Bathöhle entdeckt, sondern weil Dick ihn zur Hilfe ruft, nachdem die beiden von einem Einsatz zurückkommen und Batman am Kopf verletzt ist. Alfred schafft es, Bruces Geheimnis zu bewahren, auch wenn die Lage mal brenzlig wird, zum Beispiel mit der ewig neugierigen Reporterin Vicky Vale. Er macht sich sogar als Erfinder nützlich, indem er aufblasbare Kostüme näht, die Batman und Robin vor dem Ertrinken bewahren sollen.

Alfred versucht Bruce Wayne zu decken, indem er selbst zu Batman wird. (DC Comics)

Am Ende sieht Alfred aber Noyes in der Bathöhle und schließt daraus, dass Batman aufgeflogen ist. Der Butler versucht aber noch einmal, das Geheimnis zu retten, indem er sich selbst das Batman-Kostüm anzieht. (Nicht zum ersten Mal, siehe „The Duped Domestics“, Batman #22, 1944.) Da stellt sich heraus: Noyes ist in Wahrheit Bruce, der sich verkleidet hat, um Alfred zu testen.

Alfred hat seine Bewährungsprobe erneut bestanden. Er erweist sich als „the greatest gentleman’s gentleman in the world“, wie Batman sagt und er fragt sich: „How did Robin and I ever get along before we had you for a butler?“ Tatsächlich erweist sich Alfred hier als wahres Factotum, ein Mädchen für alles. Ein Butler, der innovative Funktionskostüme näht und Flugzeuge baut – so ein Personal ist wirklich schwer zu kriegen.

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Birds of Prey & Harley Quinn: Chaos und Klamauk

Warner Bros.

Die spoilerfreie Version: Birds of Prey and the Emancipation of Harley Quinn ist kein sehenswerter Film – es sei denn, man ist ein Hardcore-Harley-Fan.

Disclaimer: Nein, ich schreibe das nicht nur, weil ich ein Mann bin. Ich bin für Gleichberechtigung und auch für starke Frauenfiguren. Vor allem aber bin ich für Unterhaltung, die ihre Zuschauer nicht unterfordert.


Die SPOILER-Version:

Das neue DC-Filmuniversum ist ein Unternehmen voller Fehlstarts: Man of Steel, Batman v Superman, Justice League – und Suicide Squad war der Tiefpunkt. Auf diesen Ruinen versucht man nun zu retten, was zu retten ist. Mit Solo-Filmen wie Wonder Woman, Shazam und Aquaman gelingt das bereits überwiegend. Reboots von Batman und Suicide Squad (2021) sollen es weiterhin richten. Jetzt soll Birds of Prey Harley Quinn retten, denn immerhin wurde Margot Robbie für ihre bisherige Darstellung gelobt. Also auf ein zweites Mal.

Um es gleich vorwegzunehmen: Birds of Prey ist ein Harley-Quinn-Film. Ohne Joker und ohne Batman. Die Hauptfigur erzählt ihre Geschichte selbst. Das beginnt noch sehr amüsant mit einer kleinen Cartoon-Sequenz, die den Vorteil hat, dass man Jared Leto nicht mehr casten musste. Dann sehen wir eine lange Zeit ihren Emanzipationsversuch.

Harley Quinn hat mit dem Joker Schluss gemacht – oder vielmehr er mit ihr. Am Boden zerstört beginnt sie ein neues Leben und genießt es, dass sich die Nachricht noch nicht herumgesprochen hat, denn so kann sie sich auch erlauben, dem Fahrer von Roman Sionis (Black Mask, gespielt von Ewan McGregor) die Beine zu brechen und ungestraft davonzukommen. Nachdem sie aber ACE Chemicals-Fabrik in die Luft jagt und damit endgültig ein Zeichen setzt, ist Schluss mit lustig: Die halbe Stadt will sich an ihr rächen.

Als erstes Detective Renée Montoya, die sich auch traut, es mit Black Mask aufzunehmen, obwohl ihm Gotham gehört. Wir sehen eine alberne Verfolgungsjagd, bei der so ziemlich jeder, der einen Groll gegen Harley hegt, zufällig am gleichen Ort erscheint, um sie umzubringen. Und sie kommt davon, obwohl sie zwischendrin stehen bleibt, um von einem Marktstand eine Handtasche zu stehlen. Am Ende wird sie gerettet durch eine Deus ex machina (Huntress), was im ganzen Film viel zu oft vorkommt. Harley ist eine Chaotin, die keinen Plan hat und trotzdem immer mit Glück und Gewalt durchkommt.

Spannungsarme Diamantenjagd

Der Film braucht lange, bis die eigentliche Handlung einsetzt: Cassandra Cain, eine junge Taschendiebin, stiehlt von Victor Zsasz einen Diamanten, den Black Mask haben will. Harley wird von ihm gefangen genommen und um ihr Leben zu retten verspricht sie, den Stein zu beschaffen. Sie bricht ohne Probleme in eine Polizeistation ein und schafft es mit einer Konfettikanone sämtliche Polizisten ohne großen Widerstand auszuknocken. Die Schurken, die daraufhin reinplatzen (ebenfalls ohne Widerstand) werden dann weniger pfleglich behandelt.

Harley erfährt, dass Cassandra den Diamanten geschluckt hat. Es geht also (wie bei Justice League) um einen Stein. Aber der McGuffin, der sonst niemanden interessieren würde, wird durch Cassandra personalisiert und emotional aufgeladen. Harley freundet sich mit ihr an und wird ihre Mentorin. Nachdem Dinah Lance (Black Canary), Sängerin in Black Masks Nachtclub, Harley vor zwei Männern rettet, die sie entführen wollen, wird sie zu Black Masks Chauffeurin. Huntress rächt sich an etlichen Mafiosi für den Mord an ihrer Familie. Montoya wird bei ihrem Einsatz gegen Black Mask vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht an die Regeln hält. Am Ende kommen alle zusammen, um Cassandra vor Black Mask zu schützen.

Der Showdown findet – ungeachtet des Bruchs mit dem Joker – auf einem stillgelegten Rummelplatz statt. Sionis legt sich erst dann seine schwarze Maske an und lässt seine False Face Society auf die Frauentruppe los. Dankenswerterweise ist die Vorhut ohne Pistolen ausgestattet, sodass die Frauen, die ohnehin kaum eine Kugel zur Verfügung haben, alle anderen reihum verprügeln können. Es ist eine einfallslose und chaotische Szene ohne Spannung, alles läuft sehr glatt und mühelos. Interessanter wird es zwar am Ende, als Harley Black Masks Auto auf Rollschuhen verfolgt. Aber leider ist der Schurke kein würdiger Gegner und allzu leicht zu besiegen.

Fazit: Unausgegoren

Birds of Prey ist ein schriller, bunter Film geworden, der auf harte sinnlose Gewalt und albernen, teils sehr schwarzen Humor setzt. Harleys Klamauk ermüdet aber schnell. Der Film ist chaotisch erzählt, ohne besonderen Anlass unchronologisch. Immer wieder werden unelegant Erklärungen nachgereicht, wer diese ganzen Figuren sind (Black Canary, Huntress, Montoya, Cassandra Cain). So kommt es, dass der Film mehr erklärt, als dass er erzählt. Manchmal sogar zu viel, damit auch die dümmsten Zuschauer folgen können. Aber wäre die Erzählweise weniger sprunghaft, wäre das auch kein Problem.

Leider bleiben die Nebencharaktere trotz allem oberflächlich, obwohl in ihnen mehr Potenzial steckt und sie charismatisch besetzt sind. Auch Black Mask schöpft sein Potenzial nicht aus. Ewan McGregor verleiht ihm zwar Persönlichkeit, wirkt aber selten bedrohlich. Dafür hat er seinen Handlanger Victor Zsasz, der aber nur ein besserer Statist ist.

 

Der Film ist zwar deutlich unterhaltsamer als Suicide Squad, weil er immerhin ein paar interessante Einfälle hat, aber am Ende wirkt auch Birds of Prey formelhaft, unausgegoren und bemüht. Bemüht lustig und bemüht cool. Peinlich genug: Die Figuren müssen sich ständig gegenseitig zusprechen, wie angeblich cool sie sind. Und wenn es Selbstironie gibt, zieht es die Figuren leider ins Lächerliche. Eine Marilyn-Monroe-Hommage zu „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ wirkt unmotiviert.

Emanzipation? Nicht wirklich

Und wie steht es um die im Untertitel beschworene Emanzipation? Die fällt leicht, denn in diesem Film ist jeder Mann ein Drecksack. Na gut, nicht ganz jeder: Allein der Mann, der für Harley Eiersandwiches macht, scheint ein lieber Kerl zu sein. Aber Black Mask, Zsasz und die anderen sind fiese, eindimensionale Schurken. Wie fies zeigt sich einerseits darin, dass Sionis seinen Opfern bei lebendigem Leibe die Gesichter abschneiden lässt, andererseits auch dass Sionis eine Frau, die ihn mit ihrem Lachen stört, auf den Tisch steigen, ein wenig tanzen und ihr Kleid zerreißen lässt. Die Szene bleibt auf seltsame Weise ohne Pointe.

Was Gewalt an Frauen angeht, wirkt der Film in seiner Darstellung fast verharmlosend. In einer anderen Szene wird eine betrunkene Harley Quinn fast von zwei Männern entführt, aber die Situation wirkt nie bedrohlich. Black Canary braucht lange, um sich zu überwinden, ihr zu helfen. Und warum sich das Team vor dem Endkampf kollektiv neu einkleiden und schminken muss, leuchtet nicht ein. Und sehr emanzipiert wirkt es auch nicht.

UPDATE: Anscheinend vertrete ich die unpopuläre Meinung. Laut Rotten Tomatoes kann Birds of Prey die meisten Kritiker überzeugen.

>> Liste der Batman-Filme