Man-Bat

Man-Bat entführt Jason Todd

Titel: Avatars of Vengeance/The Most Successful Species (dt. Die Schwingen der Vergeltung/Die erfolgreiche Art)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Dan Day, Don Newton

Erschienen: 1983 (Detective Comics #527, Batman #361), dt. Egmont Ehapa 1983 (Batman Taschenbuch 23)


Kirk Langstrom hat sich überarbeitet. Er kuratiert eine Fledermaus-Ausstellung im Gotham Museum of Natural History und vergisst dabei, seine Medizin zu nehmen, die ihn davor bewahrt, selbst zu einer Fledermaus zu mutieren. Doch dann geschieht es: Kirk wird Man-Bat, und damit kehrt auch der Wahnsinn wieder – denn erneut glaubt er fälschlicherweise, dass seine Tochter Rebecca tot und Batman schuld dran ist. Schon wieder! (Siehe Batman #341-342, #348.) Also fliegt er wieder zur Batcave, um sich zu rächen. So langsam wird das Motiv ermüdend. Dafür bekommt die Story eine neue Wendung.

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Man-Bat und die Rückkehr nach Wayne Manor

Titel: The Ghost of Wayne Mansion/Requiem for A Hero/Shadow Play

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Irv Novick, Gene Colan, Klaus Janson

Erschienen: 1981-1982 (Batman #341-342, #348), Hardcover 2018 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2)


Vor zwölf Jahren (nach unserer Zeitrechnung) hat Batman Wayne Manor verlassen, ist in ein Penthouse in Gotham City gezogen und hat sich eine neue Batcave eingerichtet, samt Trophäensammlung, damit er es da schön heimelig hat. Doch ganz weg war Wayne Manor nie. 1974 schien ein Monster das verlassene Anwesen unsicher zu machen (Detective Comics #438), 1981 drang der Mole in die Batcave ein. Nun scheint es dort wieder zu spuken. Behaupten jedenfalls drei Kinder, sich dort unbefugterweise herumgetrieben haben. Und ein Polizist meint auch, dort zwei rote Augen gesehen zu haben.

Doch das scheint zu reichen, damit Commissioner Gordon höchstselbst den Fall übernimmt und Bruce Wayne darum bittet, Wayne Manor zu untersuchen. Bruce will natürlich nicht, dass sein Geheimnis von Spürnasen entdeckt wird, also sagt er nein. Gordon wird sauer und holt sich das Ja von der Gotham Historical Society, die ohnehin das Gebäude verwaltet. Höchst seltsam! Gordon leidet unter dem Druck der anstehenden Bürgermeisterwahl – sein Job steht auf dem Spiel, weil Kandidat Hamilton Hill ihn loswerden will.

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Superman trifft Man-Bat

DC Comics

Titel: Superman and Man-Bat: The Metamorphosis Machine (dt. Die Metamorphose-Maschine)

Autor/Zeichner: Martin Pasko/Curt Swan

Erschienen: 1981 (DC Comics Presents #35), Hardcover 2021 (Superman’s Greatest Team-Ups); dt. Egmont Ehapa 1981 (Superman Taschenbuch #37)


Man-Bat bricht bei S.T.A.R.-Labs in Metropolis ein – und zwar zufällig dann, als Clark Kent gerade eine geborgte Filmrolle dort abgeben will, spätnachts. (Haben die beim Fernsehen keinen Kurierdienst?) Da wird Man-Bat von einem automatischen Alarmsystem entdeckt und schließlich von Sicherheitsrobotern  eingefangen. Aus irgendeinem Grund hilft Superman dem Einbrecher beim Entkommen. Man-Bat verwandelt sich zu einem Menschen und gibt widerwillig seine Geheimidentität als Kirk Langstrom preis – aber wenn man Superman nicht trauen kann, wem dann?

Kirk erklärt, dass seine Tochter schwer krank ist. Weil ihr Gehör zu empfindlich ist, kann sie nicht schlafen. Anscheinend eine Folge des Man-Bat-Serums, das seine Eltern eingenommen haben. Kirk hatte gehofft, S.T.A.R.-Labs könnte eine Lösung haben. (Seltsame Methode, nachts dort rumzuschleichen.) Da fällt Superman ein, dass er zufällig eine außerirdische Maschine gefunden habe, die das Problem lösen könnte. Also auf zur Festung der Einsamkeit!

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Batman: Full Moon

DC Comics

Titel: Batman: Full Moon

Autor/Zeichner: Rodney Barnes/Stevan Subic

Erschienen: 2024 (Miniserie #1-4), Hardcover 2025


Ein Werwolf bricht aus einem Labor aus und metzelt ein paar Menschen dahin. Es handelt sich um den ehemaligen Soldaten Christian Talbot, der bei einem Einsatz in Rumänien (was auch immer da los gewesen sein soll) von einem Werwolf gebissen wurde. Batman will nicht so recht an Monster aus Spukgeschichten glauben, obwohl er mit der Zauberin Zatanna zusammen ist. Doch dann wird er selbst von dem Ungeheuer gebissen und mutiert von da an bei Vollmond zu einem …

Eigentlich, lässt uns der Autor wissen, hätte dies eine Vampirgeschichte werden sollen, aber weil es Batman und Vampire schon genug gibt, ist es eine Werwolfstory geworden. Batman als Vampir gegen Vampire kam bereits bei Red Rain vor, hier ist es eben Batman als Werwolf gegen einen anderen Werwolf. Unterstützung gibt es nicht nur von Zatanna, sondern auch von John Constantine, der ständig einen flotten Spruch auf Lager hat und meistens nur an Sex denkt, und auch von Dr. Kirk Langstrom alias Man-Bat.

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Man-Bat gegen Scarecrow – und sich selbst

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DC Comics

Titel: Man-Bat (dt. Das Monster von Gotham)

Autor/Zeichner: Dave Wielgosz/Sumit Kumar

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-5), Paperback 2021


„It’s time to make peace with who you are.“

Kirk Langstrom spielt den Helden. Zunächst hat er sein Man-Bat-Serum nur erfunden, um seiner Schwester Lisa das Gehör wiederzugeben (hat nicht geklappt, mit den bekannten Nebenwirkungen), jetzt geht er auch noch auf Verbrecherjagd, um sich wenigstens irgendwie nützlich zu machen. Doch das geht schief.

Als er die Blackout-Gang angreift, die gerade eine Schallkanone klaut, verlieren alle Umstehenden ihr Gehör (bis auf Man-Bat und Batman). Batman nimmt Kirk mit in die Batcave, analysiert ihn und kommt zu dem Schluss, dass Man-Bat zunehmend von ihm Besitz ergreift – und das werde er nicht überleben. Kirk will alles wiedergutmachen und haut ab, da schickt Amanda Waller die Suicide Squad auf ihn los – und dann taucht auch noch Scarecrow auf, der ganz eigene Pläne verfolgt …

Man-Bat wird hier zur Jekyll-und-Hyde-Figur. Kirk Langstrom trägt einen Konflikt mit dem inneren Monster aus, das immer schon ein Teil seiner selbst gewesen ist. Gleichzeitig ist er ein Junkie des von ihm geschaffenen Serums, das nur Unheil über ihn und seine Ehe mit Francine bringt. Die ganze Story ist im Grunde nichts als eine große Selbstanalyse. Figuren wie Harley Quinn und Scarecrow halten ihm den Spiegel vor, bis er endlich die Wahrheit über sich erkennt und sich mit sich selbst versöhnt.

Kirk Langstrom akzeptiert das Monster in sich

Es ist die typische Geschichte einer Selbsterkenntnis, eine Wandlung von der Lüge zur Wahrheit. Nicht alles auf dem Weg dahin ist notwendig, der Auftritt der Suicide Squad wirkt beliebig, ebenso wie der von Harley Quinn. Scarecrow versucht mal was Neues: Statt mit Angstgas will er mit unterschwelligen akustischen Botschaften das Schlimmste der Menschen hervorbringen – was auf ein Duell zwischen einem fiesen Batman und einem mit Venom aufgepumpten Man-Bat führt.

Die Tatsache, dass das Szenario zweimal mit dem Modeschlagwort „toxische Männlichkeit“ betitelt wird, macht den Stumpfsinn darin nicht klüger. Batman sagt etwas Dummes in der Art von „Es kann nur einen geben“ und dann folgen Kalenderspruchklischees wie „Frieden mit sich selbst schließen“ und „Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“ – das nennt man dann wohl toxische Einfallslosigkeit.

Auch wenn es mich freut, dass Man-Bat mal wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt, und alles dafür getan wird, eine Charakterstudie aus dieser Story zu machen, ringt dieser Fünfteiler der Figur nicht viel Neues ab und so bleibt dieser Comic nichts als gut aussehende Durchschnittsware, wie das Meiste, was derzeit an Fledermausbüchern auf dem Markt ist.

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Neue Batman-Comics von Februar bis April 2021

DC Comics

DCs derzeitiges Event Future State wird um eine weitere Batman-Miniserie erweitert: In The Next Batman: Second Son erzählt John Ridley die Vorgeschichte von Tim Fox, dem Sohn von Luke Fox, der zum neuen Batman wird. Die Serie erscheint zunächst vom 23. Februar an wöchentlich, die ersten drei Kapitel werden im ersten Print-Heft erscheinen, das für den 6. April geplant ist.

DC Comics

Am 2. Februar soll endlich die Miniserie Man-Bat beginnen. Angekündigt war sie bereits für vergangenes Jahr. Der Fünfteiler stammt von Dave Wielgosz und Sumit Kumar. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Im dritten Monat des Jahres wird viel los sein: Am 2. März erscheinen der bereits angekündigte One-Shot Infinite Frontier sowie die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker. Eine neue Anthologie-Serie startet DC am 16. März mit Batman: Urban Legends.

Im März gibt es ein ungewöhnliches Crossover: Batman & Scooby-Doo Mysteries ist eine Serie, die sich an Kinder richtet. Sie soll zuerst digital in 24 Kapiteln erscheinen, dann gedruckt in zwölf Heften. Start ist am 27. März. Die Idee ist nicht ganz neu: Bereits 2018 gab es einen Zeichentrickfilm mit dem Titel Scooby-Doo & Batman: The Brave and the Bold, den ich ignoriert habe.

Im April startet eine neue Robin-Solo-Serie mit Damian Wayne. Autor ist Joshua Williamson (The Flash, Future State: Justice League, Infinite Frontier) und Zeichner Gleb Melnikov (Wonder Woman, Batman/Superman Annual). Ein zweiteiliges Prequel gibt es in einer Backstory in Batman #106 und Detective Comics #1034. Robin #1 soll am 27. April erscheinen.

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Neue Batman-Comics im Mai: Death Metal, Smile Killer, Man-Bat

Batman: Smile Killer, Dark Nights: Death Metal & Man-Bat.

Im Frühling 2020 erwarten die Batman-Leser einige vielversprechende Comics. Alle haben eins gemeinsam: Sie wissen nicht, wann genug ist. Es sind lauter Fortsetzungen und Neuaufgüsse.

Als erstes wäre da ein neues Event: Dark Nights: Death Metal #1 ist der Auftakt einer sechsteiligen Miniserie. Ihr dachtet, wir wären mit Dark Knights: Metal aus dem Snyder? Tja, der gute alte Scott hat noch einen Ass im Ärmel. „One last tour“ soll es werden. Ich dachte zwar, das wäre es schon beim letzten Mal, und spätestens mit dem Last Knight On Earth, aber nein: Wieder geht es um das Dark Multiverse, wieder um den Batman Who Laughs, wieder zeichnet Meister Greg Capullo. Diesmal müssen sich Batman, Superman und Wonder Woman getrennt herumschlagen. Zumindest am Anfang. Und wieder tragen alle schräge Kostüme. Los geht das Spektakel am 13. Mai. (Zur Preview.)

Am selben Tag erscheint der One-shot Batman: The Smile Killer #1. Damit schieben Jeff Lemire und Andrea Sorrentino ihrem Dreiteiler Joker: Killer Smile, der unter DCs Black Label erscheint und im Februar endet, noch einen Epilog hinterher. Es handelt von einem jungen Bruce Wayne, der mit der The Mr. Smiles Show aufgewachsen ist, einer TV-Sendung, die auf ihn zurückzuschauen und mit ihm direkt zu reden schien. Der Joker stellt den Batman-Mythos angeblich auf den Kopf, mit dem zerstörerischsten Trick, den er je ausgeführt hat, heißt es in der Ankündigung. Killer Smile soll im Juli als Hardcover erscheinen. Es wäre schade, wenn darin der One-Shot fehlen würde.

Der Mai hat aber auch noch mehr Überraschungen zu bieten: Zum einen eine neue Man-Bat-Miniserie, geschrieben von Dave Wielgosz und gezeichnet von Smit Kumar. So eine gab es bereits 2006: Man-Bat: The Return. Die Story wirkt auch vertraut: Kirk Langtrom erleidet einen Rückfall und richtet seine Wut gegen die Einwohner Gothams. Der Fünfteiler beginnt am 6. Mai. Passend dazu erscheint für Nostalgiker eine „Facsimile Edition“ von Man-Bat #1 von 1974. Vier US-Dollar lässt sich DC diesen Nachdruck kosten. Spoiler: Die Geschichte ist es nicht wert.

Batman: The Adventures Continue & Batgirl Adventures.

Vom nostalgischen Wunsch, ruhmreiche Tage der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, zeugt auch Batman: The Adventures Continue. Das bewährte Team aus Paul Dini, Alan Burnett und Ty Templeton, das bereits für The Animated Series/The Batman Adventures verantwortlich war, legt noch einmal mit einer sechsteiligen Miniserie nach, die im Universum der legendären Zeichentrickserie spielt.

Die Story? Eigentlich egal. Aber wen es interessiert: Wayne Enterprises wird von einem Riesenroboter angegriffen, der einen ganzen Laborraum stiehlt. Irgendwas hat Lex Luthor damit zu tun. Am 6. Mai wissen wir mehr, danach folgen noch fünf weitere Teile.

Ergänzend dazu legt DC noch einmal The Batman Adventures #1 auf. Das Beste daran ist, dass es nur 1,99 US-Dollar kostet, aber sonst ist man mit dem Paperback natürlich besser bedient. Doch damit nicht genug: Das Batgirl aus den Batman Adventures bekommt ihr eigenes Paperback gewidmet. Batgirl: A League of Her Own versammelt Batgirl Adventures #1,  Batman: Gotham Adventures #8-9, #22 und #38. Der Band erscheint am 10. Juni, wird 152 Seiten umfassen und wird 9,99 US-Dollar kosten. Auf eine Gesamtausgabe der Gotham Adventures werden wir wohl noch länger warten müssen.

DC Comics

Und zum Schluss noch ein Reprint, den ich mit Nachdruck empfehlen möchte (dann ist aber auch Schluss mit den Kalauern): Batman/Wonder Woman: The Hiketeia Deluxe Edition. Greg Rucka und J.G. Jones erzählen ein gelungenes Team-Up der beiden Helden.

Erscheinungstermin: 3. Juni. Kosten: Verflucht teuer. 30 Dollar für 128 Seiten. Deutlich günstiger ist der Paperback Wonder Woman By Greg Rucka Vol. 1 (2016), auch weil er deutlich mehr Inhalt bietet.

Weitere Sammelausgaben im Mai:

>> Neue Batman-Comics 2020

 

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Alle werden Man-Bat

Detective Comics #19 (DC Comics)

Detective Comics #19 (DC Comics)

Anfangs war es nur einer, dann gab es zwei davon, schließlich eine ganze Familie: Vater, Mutter und zwei Kinder – alle Langstroms waren mehr oder weniger Man-Bats. Doch dann gibt es plötzlich einen ganzen Schwarm, der über eine Kunstausstellung herfällt und den britischen Premier entführt. Und mittendrin: Talia al Ghul. Sie hat die League of Assassins von ihrem Vater übernommen, Francine Langstrom entführt und Kirk erpresst, ihr sein Were-Bat-Serum zu geben. Damit macht sie ihre Bande zu schwertschwingenden Monstern. Und wozu? Um Bruce Wayne seinem Sohn, Damian Wayne vorzustellen – dem späteren Robin IV, nachzulesen in Batman and Son.

Das ist nur der Auftakt zu einem Trend: Fünf Jahre später, nach dem großen DC-Reboot The New 52, grassiert plötzlich eine Art Man-Bat-Virus in Gotham, der jeden infizieren kann (The 900, Detective Comics #19). Sogar der Killer Zsasz mutiert zum Monster. Verantwortlich ist der Kirk Langstrom, aber es handelt sich um ein Versehen: Der Genetiker hat eigentlich nur hörgeschädigte Kinder heilen wollen, indem er sie mit einem Echolot versorgt (auch wenn das mehr den Blinden nutzen würde), aber das Mittel, das er dafür entwickelte, ließ bereits die ersten Patienten zu Fledermausmonstern werden. Und durch ein kompliziertes Um-die-Ecke-denken macht Kirk alles wieder rückgängig, indem er sich selbst infinziert.

Verwandelt in Man-Bat fliegt Kirk davon. Daraufhin folgt ihm Francine nach, indem sie selbst (wie schon in früheren Comics) das Serum schluckt. Die beiden verwandeln sich von selbst wieder zurück, aber Kirk wird süchtig nach dem Zeug – und er greift anscheinend Menschen an. Kirk schüttet das Mittel weg, aber es ist zu spät. Er verwandelt sich auch ohne Drogen. Da verdächtigt ihn die Polizei wegen achtfachen Mordes. Francine deckt ihn mit Alibis. Doch Kirk findet heraus: Sie selbst ist für die Morde verantwortlich, denn sie hat sich mit einer Vampirfledermaus gekreuzt.

Francine ist auch sonst nicht, was sie scheint. Sie ist eine Spionin namens Felicity Lee, die sich im Auftrag ihres Arbeitgebers, Caldwell Industries, mit Kirk eingelassen hat, um mit seinen Erkenntnissen biologische Waffen zu erschaffen: fliegende Supersoldaten. (Wirklich Sinn ergibt das nicht, denn da Caldwell die Forschung finanziert, wäre es ein Leichtes, auch so an die Ergebnisse heranzukommen: Man hätte einfach fragen können.) Um das Serum zu testen, hat sie die Menschen von Gotham als Versuchskaninchen missbraucht. Als Kirk sie konfrontiert, kommt es zum Kampf. Francine erbarmt sich seiner, tötet ihn nicht und macht sich als She-Bat davon. (Die Story ist verstreut über mehrere Detective-Ausgaben, nachzulesen in Detective Comics Vol. 4: The Wrath.)

Während der Forever Evil-Krise (Descent, Detective Comics #23.4, 2014) macht Francine als She-Bat die Stadt unsicher und schnappt sich Kinder vom Spielplatz als Beute. Kirk hält sie auf, indem er wieder zum Man-Bat-Serum greift. Aber um sie besiegen zu können, hat er ihre beiden Formeln kombiniert. Das hat den Nebeneffekt, dass er als Man-Bat immer brutaler und animalischer wird. Als Batman verschwunden ist, räumt er in Gotham auf, indem er Verbrecher abschlachtet. Zwischendurch putscht er sich mit immer stärkeren Versionen des Serums auf, bis er selbst am Ende Kinder raubt …

In Detective Comics #26 (Vol. 5: Gothtopia) kommt es schließlich zum vorläufigen Showdown. Nachdem es zu weiteren Todesfällen kommt, bei denen mutierte Fledermäuse wie Piranhas Menschen abnagen, brechen Batman und Kirk Langstrom auf, um Francine alias She-Bat aufzuhalten. Doch sie hat sich weiterentwickelt, nennt sich nun Bat-Queen und herrscht über ein Volk von Killer-Fledermäusen.

Kirk verwandelt sich in Man-Bat und kämpft gegen sie, sie beißt ihn. Und weil Batman Kirk vorher mit einem Gegenmittel behandelt hat, verwandelt sich Bat-Queen zurück in Francine. Beide landen in Arkham Asylum, wobei Francine dann wieder Fledermausgestalt annimmt …

In Batman: The Dark Knight #28-29 wird noch ein unnötiges Nachspiel gebracht: Langstroms böser Vater Abraham verschafft sich das Serum, verbessert es, wird zu einer Art Super-Man-Bat, metzelt ein paar Leute hin. Wir erfahren von einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung, die erneut belastet wird. Abraham hält seinen Sohn für einen Versager. Der Sohn hat es aber zumindest geschafft, Arkham zu verlassen – jedenfalls ist davon nicht mehr die Rede.

Da Batman es nicht schafft, dem neuen Man-Bat das Gegenserum zu verabreichen, verpasst er es sich selbst und lässt sich von dem neuen Monster aussaugen. – Es störte bei DC offenbar niemanden, dass Batman bereits denselben Trick mit Kirk anwendete, um Francine zuzrückzuverwandeln. Aber Francine ist hier kein Thema mehr. Mit dieser Einfallslosigkeit endet vorläufig die Geschichte von Man-Bat.

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Man-Bat im Blutrausch

Titel: Man-Bat – The Return

Autor/Zeichner: Bruce Jones/Mike Huddleston

Erschienen: 2006 (Man-Bat #1-5), Paperback 2018 (Tales of the Man-Bat)


Ein junges Paar wird in einer Höhle abgeschlachtet. Dann zwei Polizisten. Dann noch eine alte Frau in ihrem Zuhause. Francine Langstrom hat den bösen Verdacht, dass ihr Mann Kirk es getan haben könnte – als Man-Bat. Doch der behauptet, sich nicht erinnern zu können.

Die Langstroms haben mittlerweile zwei Kinder: Eine Tochter und einen Sohn, der dauerhaft nach Fledermausmensch aussieht. Doch das Familienglück endet drastisch, als Kirk eines Nachts feststellt, dass Frau und Kinder brutal ermordet wurden – wahrscheinlich von ihm selbst, ohne sein Bewusstsein.

Kirk versucht, sich umzubringen, aber daraus wird nichts. Die Bestie in ihm lässt sich nicht töten. Weitere Menschen sterben. Als Batman den Fall untersucht, kommen ihm Zweifel, dass Man-Bat hinter allem steckt. Denn es tauchen auch Hush, Black Mask und Murmur auf.

Bei aller Drastik wird Langstrom auffallend schnell damit fertig, dass er seine Familie getötet hat. Obwohl sich die Geschichte über fünf Ausgaben erstreckt, bleibt für den Charakter nicht wirklich Raum, sich zu entwickeln, denn Autor Bruce Jones musste noch Hush und Black Mask unterbringen, um die Story komplizierter zu machen als nötig. Das führt dazu, dass bei diesen Intrigen im Hintergrund die Hauptfigur zu kurz kommt.

Höhepunkt: Batman versucht, den Mann in Man-Bat zu wecken, er entledigt sich dazu sogar seiner Maske, seines Kostüms und seines Allzweckgürtels. Und dann wird es spannend, denn Batman geht dabei fast drauf. Kirk landet daraufhin in der Bathöhle. Ansonsten wird mehr auf Gemetzel gesetzt als auf eine spannende Story.

Mike Huddleston zeichnet in einem dynamischen Stil zwischen Mike Mignola und The Animated Series, besonders bemerkenswert sind aber seine episch und höchst dramatisch gemalten Cover. Das ist aber auch schon das Beste, was man über diesen dritten Versuch sagen kann, Man-Bat zum Protagonisten einer eigenen Serie zu machen.

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