Man-Bat

Neue Batman-Comics im Mai: Death Metal, Smile Killer, Man-Bat

Batman: Smile Killer, Dark Nights: Death Metal & Man-Bat.

Im Frühling 2020 erwarten die Batman-Leser einige vielversprechende Comics. Alle haben eins gemeinsam: Sie wissen nicht, wann genug ist. Es sind lauter Fortsetzungen und Neuaufgüsse.

Als erstes wäre da ein neues Event: Dark Nights: Death Metal #1 ist der Auftakt einer sechsteiligen Miniserie. Ihr dachtet, wir wären mit Dark Knights: Metal aus dem Snyder? Tja, der gute alte Scott hat noch einen Ass im Ärmel. „One last tour“ soll es werden. Ich dachte zwar, das wäre es schon beim letzten Mal, und spätestens mit dem Last Knight On Earth, aber nein: Wieder geht es um das Dark Multiverse, wieder um den Batman Who Laughs, wieder zeichnet Meister Greg Capullo. Diesmal müssen sich Batman, Superman und Wonder Woman getrennt herumschlagen. Zumindest am Anfang. Und wieder tragen alle schräge Kostüme. Los geht das Spektakel am 13. Mai. (Zur Preview.)

Am selben Tag erscheint der One-shot Batman: The Smile Killer #1. Damit schieben Jeff Lemire und Andrea Sorrentino ihrem Dreiteiler Joker: Killer Smile, der unter DCs Black Label erscheint und im Februar endet, noch einen Epilog hinterher. Es handelt von einem jungen Bruce Wayne, der mit der The Mr. Smiles Show aufgewachsen ist, einer TV-Sendung, die auf ihn zurückzuschauen und mit ihm direkt zu reden schien. Der Joker stellt den Batman-Mythos angeblich auf den Kopf, mit dem zerstörerischsten Trick, den er je ausgeführt hat, heißt es in der Ankündigung. Killer Smile soll im Juli als Hardcover erscheinen. Es wäre schade, wenn darin der One-Shot fehlen würde.

Der Mai hat aber auch noch mehr Überraschungen zu bieten: Zum einen eine neue Man-Bat-Miniserie, geschrieben von Dave Wielgosz und gezeichnet von Smit Kumar. So eine gab es bereits 2006: Man-Bat: The Return. Die Story wirkt auch vertraut: Kirk Langtrom erleidet einen Rückfall und richtet seine Wut gegen die Einwohner Gothams. Der Fünfteiler beginnt am 6. Mai. Passend dazu erscheint für Nostalgiker eine „Facsimile Edition“ von Man-Bat #1 von 1974. Vier US-Dollar lässt sich DC diesen Nachdruck kosten. Spoiler: Die Geschichte ist es nicht wert.

Batman: The Adventures Continue & Batgirl Adventures.

Vom nostalgischen Wunsch, ruhmreiche Tage der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, zeugt auch Batman: The Adventures Continue. Das bewährte Team aus Paul Dini, Alan Burnett und Ty Templeton, das bereits für The Animated Series/The Batman Adventures verantwortlich war, legt noch einmal mit einer sechsteiligen Miniserie nach, die im Universum der legendären Zeichentrickserie spielt.

Die Story? Eigentlich egal. Aber wen es interessiert: Wayne Enterprises wird von einem Riesenroboter angegriffen, der einen ganzen Laborraum stiehlt. Irgendwas hat Lex Luthor damit zu tun. Am 6. Mai wissen wir mehr, danach folgen noch fünf weitere Teile.

Ergänzend dazu legt DC noch einmal The Batman Adventures #1 auf. Das Beste daran ist, dass es nur 1,99 US-Dollar kostet, aber sonst ist man mit dem Paperback natürlich besser bedient. Doch damit nicht genug: Das Batgirl aus den Batman Adventures bekommt ihr eigenes Paperback gewidmet. Batgirl: A League of Her Own versammelt Batgirl Adventures #1,  Batman: Gotham Adventures #8-9, #22 und #38. Der Band erscheint am 10. Juni, wird 152 Seiten umfassen und wird 9,99 US-Dollar kosten. Auf eine Gesamtausgabe der Gotham Adventures werden wir wohl noch länger warten müssen.

DC Comics

Und zum Schluss noch ein Reprint, den ich mit Nachdruck empfehlen möchte (dann ist aber auch Schluss mit den Kalauern): Batman/Wonder Woman: The Hiketeia Deluxe Edition. Greg Rucka und J.G. Jones erzählen ein gelungenes Team-Up der beiden Helden.

Erscheinungstermin: 3. Juni. Kosten: Verflucht teuer. 30 Dollar für 128 Seiten. Deutlich günstiger ist der Paperback Wonder Woman By Greg Rucka Vol. 1 (2016), auch weil er deutlich mehr Inhalt bietet.

Weitere Sammelausgaben im Mai:

>> Neue Batman-Comics 2020

 

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

Mehr zum Thema:

Alle werden Man-Bat

Detective Comics #19 (DC Comics)

Detective Comics #19 (DC Comics)

Anfangs war es nur einer, dann gab es zwei davon, schließlich eine ganze Familie: Vater, Mutter und zwei Kinder – alle Langstroms waren mehr oder weniger Man-Bats. Doch dann gibt es plötzlich einen ganzen Schwarm, der über eine Kunstausstellung herfällt und den britischen Premier entführt. Und mittendrin: Talia al Ghul. Sie hat die League of Assassins von ihrem Vater übernommen, Francine Langstrom entführt und Kirk erpresst, ihr sein Were-Bat-Serum zu geben. Damit macht sie ihre Bande zu schwertschwingenden Monstern. Und wozu? Um Bruce Wayne seinem Sohn, Damian Wayne vorzustellen – dem späteren Robin IV, nachzulesen in Batman and Son.

Das ist nur der Auftakt zu einem Trend: Fünf Jahre später, nach dem großen DC-Reboot The New 52, grassiert plötzlich eine Art Man-Bat-Virus in Gotham, der jeden infizieren kann (The 900, Detective Comics #19). Sogar der Killer Zsasz mutiert zum Monster. Verantwortlich ist der Kirk Langstrom, aber es handelt sich um ein Versehen: Der Genetiker hat eigentlich nur hörgeschädigte Kinder heilen wollen, indem er sie mit einem Echolot versorgt (auch wenn das mehr den Blinden nutzen würde), aber das Mittel, das er dafür entwickelte, ließ bereits die ersten Patienten zu Fledermausmonstern werden. Und durch ein kompliziertes Um-die-Ecke-denken macht Kirk alles wieder rückgängig, indem er sich selbst infinziert.

Verwandelt in Man-Bat fliegt Kirk davon. Daraufhin folgt ihm Francine nach, indem sie selbst (wie schon in früheren Comics) das Serum schluckt. Die beiden verwandeln sich von selbst wieder zurück, aber Kirk wird süchtig nach dem Zeug – und er greift anscheinend Menschen an. Kirk schüttet das Mittel weg, aber es ist zu spät. Er verwandelt sich auch ohne Drogen. Da verdächtigt ihn die Polizei wegen achtfachen Mordes. Francine deckt ihn mit Alibis. Doch Kirk findet heraus: Sie selbst ist für die Morde verantwortlich, denn sie hat sich mit einer Vampirfledermaus gekreuzt.

Francine ist auch sonst nicht, was sie scheint. Sie ist eine Spionin namens Felicity Lee, die sich im Auftrag ihres Arbeitgebers, Caldwell Industries, mit Kirk eingelassen hat, um mit seinen Erkenntnissen biologische Waffen zu erschaffen: fliegende Supersoldaten. (Wirklich Sinn ergibt das nicht, denn da Caldwell die Forschung finanziert, wäre es ein Leichtes, auch so an die Ergebnisse heranzukommen: Man hätte einfach fragen können.) Um das Serum zu testen, hat sie die Menschen von Gotham als Versuchskaninchen missbraucht. Als Kirk sie konfrontiert, kommt es zum Kampf. Francine erbarmt sich seiner, tötet ihn nicht und macht sich als She-Bat davon. (Die Story ist verstreut über mehrere Detective-Ausgaben, nachzulesen in Detective Comics Vol. 4: The Wrath.)

Während der Forever Evil-Krise (Descent, Detective Comics #23.4, 2014) macht Francine als She-Bat die Stadt unsicher und schnappt sich Kinder vom Spielplatz als Beute. Kirk hält sie auf, indem er wieder zum Man-Bat-Serum greift. Aber um sie besiegen zu können, hat er ihre beiden Formeln kombiniert. Das hat den Nebeneffekt, dass er als Man-Bat immer brutaler und animalischer wird. Als Batman verschwunden ist, räumt er in Gotham auf, indem er Verbrecher abschlachtet. Zwischendurch putscht er sich mit immer stärkeren Versionen des Serums auf, bis er selbst am Ende Kinder raubt …

In Detective Comics #26 (Vol. 5: Gothtopia) kommt es schließlich zum vorläufigen Showdown. Nachdem es zu weiteren Todesfällen kommt, bei denen mutierte Fledermäuse wie Piranhas Menschen abnagen, brechen Batman und Kirk Langstrom auf, um Francine alias She-Bat aufzuhalten. Doch sie hat sich weiterentwickelt, nennt sich nun Bat-Queen und herrscht über ein Volk von Killer-Fledermäusen.

Kirk verwandelt sich in Man-Bat und kämpft gegen sie, sie beißt ihn. Und weil Batman Kirk vorher mit einem Gegenmittel behandelt hat, verwandelt sich Bat-Queen zurück in Francine. Beide landen in Arkham Asylum, wobei Francine dann wieder Fledermausgestalt annimmt …

In Batman: The Dark Knight #28-29 wird noch ein unnötiges Nachspiel gebracht: Langstroms böser Vater Abraham verschafft sich das Serum, verbessert es, wird zu einer Art Super-Man-Bat, metzelt ein paar Leute hin. Wir erfahren von einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung, die erneut belastet wird. Abraham hält seinen Sohn für einen Versager. Der Sohn hat es aber zumindest geschafft, Arkham zu verlassen – jedenfalls ist davon nicht mehr die Rede.

Da Batman es nicht schafft, dem neuen Man-Bat das Gegenserum zu verabreichen, verpasst er es sich selbst und lässt sich von dem neuen Monster aussaugen. – Es störte bei DC offenbar niemanden, dass Batman bereits denselben Trick mit Kirk anwendete, um Francine zuzrückzuverwandeln. Aber Francine ist hier kein Thema mehr. Mit dieser Einfallslosigkeit endet vorläufig die Geschichte von Man-Bat.

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Man-Bat im Blutrausch

Titel: Man-Bat – The Return

Autor/Zeichner: Bruce Jones/Mike Huddleston

Erschienen: 2006 (Man-Bat #1-5), Paperback 2018 (Tales of the Man-Bat)


Ein junges Paar wird in einer Höhle abgeschlachtet. Dann zwei Polizisten. Dann noch eine alte Frau in ihrem Zuhause. Francine Langstrom hat den bösen Verdacht, dass ihr Mann Kirk es getan haben könnte – als Man-Bat. Doch der behauptet, sich nicht erinnern zu können.

Die Langstroms haben mittlerweile zwei Kinder: Eine Tochter und einen Sohn, der dauerhaft nach Fledermausmensch aussieht. Doch das Familienglück endet drastisch, als Kirk eines Nachts feststellt, dass Frau und Kinder brutal ermordet wurden – wahrscheinlich von ihm selbst, ohne sein Bewusstsein.

Kirk versucht, sich umzubringen, aber daraus wird nichts. Die Bestie in ihm lässt sich nicht töten. Weitere Menschen sterben. Als Batman den Fall untersucht, kommen ihm Zweifel, dass Man-Bat hinter allem steckt. Denn es tauchen auch Hush, Black Mask und Murmur auf.

Bei aller Drastik wird Langstrom auffallend schnell damit fertig, dass er seine Familie getötet hat. Obwohl sich die Geschichte über fünf Ausgaben erstreckt, bleibt für den Charakter nicht wirklich Raum, sich zu entwickeln, denn Autor Bruce Jones musste noch Hush und Black Mask unterbringen, um die Story komplizierter zu machen als nötig. Das führt dazu, dass bei diesen Intrigen im Hintergrund die Hauptfigur zu kurz kommt.

Höhepunkt: Batman versucht, den Mann in Man-Bat zu wecken, er entledigt sich dazu sogar seiner Maske, seines Kostüms und seines Allzweckgürtels. Und dann wird es spannend, denn Batman geht dabei fast drauf. Kirk landet daraufhin in der Bathöhle. Ansonsten wird mehr auf Gemetzel gesetzt als auf eine spannende Story.

Mike Huddleston zeichnet in einem dynamischen Stil zwischen Mike Mignola und The Animated Series, besonders bemerkenswert sind aber seine episch und höchst dramatisch gemalten Cover. Das ist aber auch schon das Beste, was man über diesen dritten Versuch sagen kann, Man-Bat zum Protagonisten einer eigenen Serie zu machen.

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Man-Bat fliegt zum Nordpol

Titel: Darkest Night of the Man-Bat: Predation/Pursuit/Predemption

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1996-1997 (Batman #536-538), Hardcover 2018 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones)


In der Final Night ist die Sonne erloschen. Die Welt friert in ewiger Nacht. (Nur der Mond scheint sonderbarerweise noch …) Das löst Kirk Langstroms niedere Instinkte aus, er verwandelt sich in Man-Bat und macht die Stadt unsicher. Er frisst Katzen und Fische, aber die Menschen sind es, die Angst vor ihm haben. Zurecht, denn Langstom hat in Monstergestalt sogar seine Frau Francine angegegriffen.

Batman nimmt die Fährte auf, um Langstrom zu helfen und ihn wieder zurückzuverwandeln, aber Man-Bat sträubt sich dagegen und flieht – zum Nordpol. Denn dort hat eine geheime Forschungseinrichtung, die neue Waffen testet, eine Strahlung ausgesendet, die Man-Bat angelockt hat. Eine andere Erklärung ist, dass Man-Bat als nachtaktives Wesen die Polarnacht aufsuchen wollte, aber das ergibt nur wenig Sinn, wenn auf der ganzen Welt die gleiche Finsternis herrscht.

Nun gut, Batman fliegt also hinterher. Man-Bat ist mittlerweile in einer Höhle zu einem Eiszapfen gefroren und wird von den Forschern gefunden. Als er obduziert werden soll, wacht er auf, wehrt sich und entkommt. Man-Bat hungert und sucht verzweifelt nach Nahrung. Er muss sich zusammenreißen, keine Menschen zu fressen, aber das Tier in ihm dominiert immer mehr. Jäger wollen ihn erschießen, aber Batman kann das verhindern, er heilt ihn und bringt ihn zurück.

Das Zweigespann von Doug Moench und Kelley Jones hat den Vorteil, dass der Zeichner die meist gewöhnlichen Geschichten eine ungewöhnliche Stimmung verleihen. Durch die vielen harten Schatten und den expressiven Zeichenstil wirkt ein Monster wie Man-Bat noch schauriger – und Batman, obwohl ein Held, steht ihm in nichts nach. Besonders anschaulich wird das auf den minimalistischen Covern.

Diesen Zeichnungen ist es zu verdanken, dass man Doug Moenchs pseudowissenschaftliches Geschwafel über elektromagnetische Felder, Nikola Tesla und das Tunguska-Ereignis erträgt, mit der er seine dünne Story unnötig aufbläst. Wahrscheinlich erinnert der Dreiteiler nicht von ungefähr an John Carpenters Horrorfilm „The Thing“, aber dann hätte man deutlich mehr aus der Idee machen können. So ist Man-Bat am Nordpol eine ziemlich weit hergeholte Idee, die nicht viel zu der Figur beiträgt, weil sie im ewigen Eis auch nichts zu suchen hat.

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Man-Bat: Aus dem Dschungel, in den Dschungel

Titel: Man-Bat

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Flint Henry

Erschienen: 1994/1996 (Showcase ’94 #11, Man-Bat #1-3), Paperback 2017 (Batman Arkham: Man-Bat), 2018 (Tales of the Man-Bat)


Man-Bat lebt im Exil, irgendwo im lateinamerikanischen Dschungel. Ein Forschertrupp kommt, um ihn zu suchen. Darunter ist auch Simmons, ein Mann, der es auf Francine abgesehen hat. Seine Hoffnung: Wenn er Kirk erledigt, hat er freie Bahn. Es kommt zur unvermeidlichen Konfrontation, die natürlich das Monster überlebt …

Zwei Jahre nach diesem Vorspiel, erschienen in Showcase ’94, bekommt Man-Bat eine eigene Miniserie. Man-Bat kehrt zurück in den Großstadtdschungel Gotham City. Kurz darauf sterben Menschen. Forscher, um genau zu sein, allesamt Genetiker. Alle auf brutale Weise umgebracht. Die Polizei zieht den naheliegenden Schluss, dass Man-Bat dahintersteckt, aber tatsächlich ist es ein ganz neuer Killer: ein geflügeltes, entstelltes Monster in einer glänzenden Rüstung.

In einer Rückblende erfahren wir, dass Kirk und Francine Langstrom bei einem unethischen Genetik-Experiment teilnehmen sollten, bei dem es darum ging, menschenähnliche Wesen ohne Bewusstsein zu züchten, um an ihnen Experimente durchzuführen. Jetzt rächt sich eine diese Ausgeburten an den Forschern, auch den Langstroms, obwohl sie am wenigsten bis gar nichts damit zu tun hatten.

Na ja. Das Ganze ist ebenso schnell nacherzählt wie es sich liest: Die drei Teile werden mit großen, detailreichen Bildern gefüllt, in denen Zeichner Flint Henry alles noch hässlicher, ekelhafter und monströser erscheinen lässt, als es unbedingt sein muss. Durch die vielen Linien muss man das Heft jedoch einige Male auf Abstand halten, um zu sehen, was da dargestellt wird. Leicht verliert man den Überblick.

Man-Bat ist kein interessanter Charakter, weil ihm jegliche Menschlichkeit fehlt, außer für seine geliebte Francine. Er ist ein rein triebgesteuertes Tier, das sinnlos durch die Gegend fliegt, bis es seine Frau beschützen kann. Zwischendurch päppelt Killer Croc den geflügelten Helden auf. Und Batman? Der kommt nur am Rande vor. Er hatte wohl keine Lust auf mehr als einen Cameo-Auftritt in dieser Fließbandware von Story. Verständlich.

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 5)

Titel: The Secret Origin of Man-Bat/Wings

Autor/Zeichner: Jan Strnad, Chuck Dixon/Kevin Nowlan, Quique Alcatena

Erschienen: 1989, 1995 (Secret Origins #39, Batman: Legends of the Dark Knight Annual #5)


Viele Geschichten haben einen „Rubber Ducky“-Moment. So nannten Filmemacher Sidney Lumet und Autor Paddy Chayefsky die Rückblenden, in denen erklärt wird, warum jemand so geworden ist, wie er ist. Nach dem Motto: Ich bin nur so geworden, weil mir jemand meine Gummi-Ente gestohlen hat, als ich ein Baby war.

Superhelden-Origins leben von Rubber Ducky-Momenten. Jeder Held und jeder Schurke hat einen. Ende der 80er Jahre bekam auch Man-Bat seinen. Es reichte nämlich nicht mehr, dass Kirk Langstrom Fledermaus-Serum trank, um wie Batman, nur besser zu sein. Diesmal widmet er seine Forschung, um Blinde wieder sehend zu machen. Aber damit nicht genug: Er hat eine besondere Beziehung zu Fledermäusen, seit er sich als Kind in einer Höhle verlaufen hat und sechs Wochen unter Fledermäusen verbrachte.

Und damit immer noch nicht genug: Kirk und Bruce Wayne kannten sich schon als Kinder, trafen sich im Kino. Und zu allem Überfluss hat Kirk als Erwachsener auch noch unfreiwillig eine taube Fledermaus aus seinem Labor entkommen lassen, die im entscheidenden Moment durch Bruce Waynes Fenster krachte. Bemerkenswert daran ist vor allem, dass erstmals erklärt wird, wie eine Fledermaus überhaupt durch eine Scheibe fliegen kann. Bruce Wayne lässt sich von einem orientierungslosen Tier leiten.

Aus Bruce wird Batman, aus Kirk wird Man-Bat. Er hilft Batman zunächst bei einem Einsatz. Aber dann kommt es zu einer unerwarteten Wendung: Als Man-Bat gerade ein Gegenmittel für seine Verwandlung in Händen hält, überfällt ihn Batman und die einzige Hoffnung auf Normalität wird zerstört. Es kommt zum Kampf, da kommt Kirks Frau Francine herein und verscheucht ihren Mann.

Sechs Jahre später wird der Origin noch einmal in „Year One“-Manier aufbereitet. Diesmal ist Kirk Langstrom stark hörbehindert und erhofft sich von seiner Forschung an Fledermäusen Heilung. Von der Universität harsch zurückgewiesen, probiert er das Serum an sich selbst aus, kann wieder hören, aber leidet unter den Nebenwirkungen.

In der Zwischenzeit verwandelt sich auch Batman mehr in Richtung Fledermaus: Er baut sich Gleitflügel, allerdings scheitert er damit. Man-Bat dringt – wie schon zuvor – in die Bathöhle ein, es kommt zum Kampf mit Batman. Dieser überwältigt ihn und bringt ihn zu Francine. Sie verabreicht ihm ein Gegenmittel und er verwandelt sich zurück in Kirk.

Diese Story ist von den dreien nicht nur die ausführlichste, sondern durch ihre Inszenierung durch Zeichner Alcatena auch die visuell eindrucksvollste.

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Man-Bat in Batman: The Animated Series

Batman versus Man-Bat

Batman versus Man-Bat: On Leather Wings.

Titel: On Leather Wings/Terror in the Sky (dt. Auf mächtigen Schwingen/Terror am Himmel)

Drehbuch: Mitch Brian/Steve Perry, Mark Saraceni

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E01/45)


Die legendäre Batman: The Animated Series beginnt nicht mit dem jungen Bruce Wayne und dem Mord an den Eltern. Sie beginnt mit Man-Bat. Eine interessante Wahl, denn durch die Ähnlichkeit zu Batman entsteht sogleich ein zusätzlicher Konflikt.

Ein ominöser Fledermausmensch raubt Pharma-Unternehmen aus. Die Polizei vermutet dahinter das Werk von Batman und beginnt, ihn zu jagen. Der Held muss versuchen, seine Unschuld zu beweisen, indem er den Schuldigen findet. Bruce Wayne sucht den Fledermausforscher Dr. March auf, der Menschen mit Fledermaus-Serum widerstandsfähiger machen will, damit sie eine mögliche Apokalypse überleben. Dann kommt Batman hinter das Geheimnis: Marchs Kollege Kirk Langstrom verwandelt sich in das Zwitterwesen.

Kirk Langstrom

Kirk Langstrom

Batman jagt Man-Bat durch Gotham, während die Polizei Batman jagt. Harvey Bullock führt die Truppe an, während Commissioner Gordon ihn zurückhält und Partei für Batman ergreift. Am Ende entwickelt Batman ein Gegenmittel, heilt Langstrom und bringt ihn zurück zu seiner Frau Francine.

She-Bat heult den Mond an

She-Bat heult den Mond an

Im zweiten Teil, Terror in the Sky, ist es – ACHTUNG SPOILER – Francine, die sich in eine Fledermaus verwandelt und Gotham in Angst versetzt. Zunächst verdächtigt Batman Kirk Langstrom, dann lernt er auf die harte Tour, dass es die Person ist, mit der er am wenigsten gerechnet hat. Dr. March hat nämlich seine Forschungen fortgesetzt und ein neues Serum entwickelt. Durch Zufall ist Francine damit in Berührung gekommen und verwandelt sich, ohne sich hinterher daran erinnern zu können.

Francine Langstrom verwandelt sich in She-Bat

Francine Langstrom verwandelt sich.

Als sie Kirk schon per Flieger verlassen will, folgt er ihr und in der Luft kommt es zur Verwandlung. Aus Francine wird She-Bat. Wieder muss Batman eingreifen und sie zurückverwandeln.

Batman liegt im Schnee

Batman am Boden

Auch wenn die Serie damit im Grunde den Comics folgt, fehlt ihr das Drama. In der zweiten Folge raubt She-Bat zu Beginn Obst, um es selbst zu fressen. Das ist kein interessanter Einfall, der die Handlung voranbrächte. Stattdessen setzt man mehr auf das Mysterium, das – zumindest für Comic-Leser – längst keins mehr ist. Durch die Geheimniskrämerei bleiben die Charaktere eher oberflächlich, anders als zum Beispiel Two-Face oder Clayface, die für ihre Origins Doppelfolgen bekommen haben und dadurch an Tiefe gewannen.

Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Man-Bat weder in Staffel 2 noch in Staffel 3 auftaucht.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden
>> Liste der Man-Bat-Comics

Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 3)

Titel: Beware the Eyes of Baron Tyme/Fugitive from Blind Justice/Peal of the Devil-Bell/Scream of the Gargoyle

Autor/Zeichner: Gerry Conway, Martin Pasko/Steve Ditko, Pablo Marcos

Erschienen: 1976 (Man-Bat #1-2, Detective Comics #458-459)


Im Jahr 1976 bekam Man-Bat sogar eine eigene Serie. Sie hielt allerdings nur zwei Ausgaben durch. Immerhin wurde die Geschichte später in zwei Ausgaben von Detective Comics zu Ende erzählt.

Zunächst wird Francine Langstrom wieder rückfällig, weil sie von einem Schurken namens Baron Tyme manipuliert wird, um für ihn Morde zu erledigen. Dieser bunt gekleidete Typ residiert in einem Schloss und spielt mit schwarzer Magie, um Macht anzuhäufen. Außerdem hat er ein paar fiese Illusionstricks drauf.

Als Batman auf Francines She-Bat-Eskapaden aufmerksam wird, will er zunächst Man-Bat ausschalten, doch nach einiger Erklärung heilen sie Francine und Man-Bat zieht alleine los, um den bösen Baron zu besiegen. Ihm ist es wichtig, sich von Batman zu emanzipieren: Er will nicht mehr auf dessen Hilfe angewiesen sein.

Im zweiten Heft kriegt es Man-Bat mit dem Ten-Eyed-Man zu tun, einem Attentäter, der seine Augen in den Fingerspitzen trägt (was erhebliche Nachteile hat, wenn er seine Hände benutzt). Er bekommt den Auftrag, Man-Bat zu töten, weil jemand ein persönliches Problem mit Vigilanten und anderen Monstern hat.

Während Langstroms Freunde eine Party für ihn feiern, muss er als Man-Bat den Attentäter zur Strecke bringen. Und dann wird es albern. Der Schurke hält sich bei einer Explosion die Hände vor seine blinden Augen – und wird dadurch erst recht blind. Orientierungslos fällt er vom Hochhaus. Man-Bat macht sich keine große Mühe, hinterherzuspringen, um ihn zu retten.

Kurz darauf (in Detective Comics #458) wird Francine wieder kontrolliert von einem Schurken, verwandelt sich wieder in She-Bat und folgt dem Ruf einer Glocke zu einer alten Kirche. Ein Dämon in Menschengestalt lockt sie und Man-Bat her, um sie zu steinernen Gargoyles zu machen. Wieder hat alles eine magische Vorgeschichte rund um Flüche usw., die allerdings den Leser nicht zu bezaubern vermag.

Wieder muss Man-Bat seine Frau retten (Detective Comics #459). Wieder bleibt sie bei all dem das passive Opfer. Ihre Superkräfte gelten als Fluch, weil sie immer wieder von bösen Mächten missbraucht werden. Kirks Kräfte hingegen dienen heldenhaften Zwecken. Die Geschichte über die beiden erschöpft sich in Wiederholung, da es an interessanten neuen Ideen fehlt. Das ist zwar schade, aber am Ende vielleicht doch das geringere Übel, dass dieses Konzept eingestellt wurde.

In den Jahren 1977 und 1978 tauchte Man-Bat allerdings regelmäßig in der Serie Batman Family auf (ab Ausgabe #11), ein Konzept, das eine Zeit lang auch in Detective Comics fortgesetzt wurde.

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