Scarecrow

Noch einmal Scarecrows erstes Jahr

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DC Comics

Titel: Year One: Batman/Scarecrow

Autor/Zeichner: Bruce Jones/Sean Murphy

Erschienen: 2005, Paperback 2009 (Batman: Two-Face and Scarecrow Year One)


Batman: „You really that…scared of me?“
Robin: „Yeah. In a God-fearing kinda way.“

Nichts ist beliebter als Geschichten vom Anfang und vom Ende. Daher müssen alle paar Jahre Origins von Superhelden und Schurken neu erzählt werden – und natürlich jedes Mal verändert, sonst wär’s ja öde. Zehn Jahre nach dem letzten Scarecrow Year One bekam Jonathan Crane noch eins, als Zweiteiler.

Die bekannten Komponenten sind alle da: die traumatische Kindheit, die Besessenheit von Angst, Vögel, Chemikalien, die Schusswaffe, das Rachemotiv. Diesmal aber kommt einiges Neue hinzu. Jonathan Crane ist das uneheliche Kind einer drogensüchtigen und sehr jungen Mutter, das von der Großmutter am liebsten lebendig begraben worden wäre, aber dann von der Urgroßmutter aufgezogen wird – allerdings nicht nur lieblos, sondern auch grausam.

Sie lässt ihn schon als Kind auf dem Feld arbeiten und bestraft ihn, indem sie dressierte Krähen auf ihn hetzt. Er lernt ihr Geheimnis, versenkt sich in das Studium von Psychologie und Chemie, später lehrt Crane an der Uni, wo er suspendiert wird, weil er eine Schusswaffe vor Studenten abfeuert. Daraufhin wird er zu Scarecrow und rächt sich an all seinen Peinigern, indem er sie mit ihren eigenen Ängsten tötet.

Scarecrows Vorgeschichte: Noch grausamer

Anfangs hat Scarecrow noch kein Angstgas, sondern experimentiert mit einer Mischung aus Pheromonen und Halluzinogenen wie LSD. Batman und Robin folgen einer Spur aus Leichen und Stroh und versuchen, den Serienmörder zu schnappen. Das passiert allerdings über etwas seltsame Umwege. Statt sich zu fragen, was die Opfer gemeinsam haben könnten, stellen die Helden weit hergeholte Nachforschungen über den Ursprung von Strohhalmen an. Spätestens als Cranes ehemaliger toter Professor aufgefunden wird, sollte klar sein, wer sich da gerächt hat. Aber nein, Zeugenbefragung steht nicht auf den Plan. Man geht lieber dem vagen Hinweis nach, den ein Buch zu geben scheint, das aus dem Regal herausragt: Sleepy Hollow

Spannender als die Detektivarbeit ist Scarecrows Vorgeschichte. Die ist ziemlich dick aufgetragen, dicker als sonst, mit allen möglichen Grausamkeiten versehen, die einem passieren können (darunter auch häusliche Gewalt), aber dafür auch sehr ausführlich und so plausibel wie möglich hergeleitet. Scarecrow selbst ist äußerst brutal dargestellt, denn er ist sogar bereit, ein Baby zu töten – damit dürfte jegliche Sympathie für ihn schwinden.

Umso angenehmer sind Sean Murphys Zeichnungen anzusehen, die hier noch nicht seinen heute markanten Stil tragen (Batman: White Knight), aber trotzdem schön düster, stimmungsvoll und dynamisch sind. Ein beachtliches Frühwerk, das über die sonstigen Schwächen hinwegsehen lässt. Aber da war Murphy noch nicht selbst als Batman-Autor tätig.

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Neues Batman-Event: „Fear State“

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DC Comics

Kein Jahr ohne Weltuntergang. Zumindest einmal pro Jahr muss Gotham zur Hölle fahren – jedenfalls beinahe, denn zum Glück kann Batman stets das Schlimmste verhindern oder zumindest rückgängig machen. Wie halten das nur die Bewohner von Gotham aus?

Das nächste dicke Ding heißt Fear State. Darin versucht Scarecrow (im 80. Jahr seines Bestehens) in Gotham buchstäblich seine Schreckensherrschaft zu errichten.

Das Event wird sich von Batman #112 bis 117 hinziehen und im September 2021 beginnen. Aber ein Event wäre kein Event, wenn es nicht einen langen Vorlauf hätte. Begonnen hat alles bereits in DC Future State und Infinite Frontier (Rezensionen folgen im Juni), im August geht es weiter in I Am Batman #0, Catwoman #34, Harley Quinn #6 und Batman: Fear State Alpha #1.

Scarecrows neues Design mit Gasmaske und Spritzen an den Händen sieht nicht nur furchterregend aus, es wirkt auch wie die Personifikation der Pandemie. Außerdem erwarten uns Auftritte von Schurken wie Peacekeeper-01, anti-Oracle und die Rückkehr von Poison Ivy. Als Autoren dienen unter anderen John Ridley und James Tynion IV, als Zeichner Travel Foreman, Riccardo Federici und Jorge Molina.

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Angstmacher in einer schrecklichen Welt

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DC Comics

Titel: Dark Knight of the Scarecrow/Double Jeopardy

Autor/Zeichner: Joe Harris, Peter J. Tomasi/Juan Doe, Szymon Kudranski

Erschienen: 2008/2013 (Joker’s Asylum: Scarecrow #1/Detective Comics #23.3), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Zuerst eine Scarecrow-Story wie ein Teenie-Horror: Drei junge hübsche Freundinnen laden das Mauerblümchen Lindsay zu einer kleinen Party ein, dessen Sinn es ist, sie bloßzustellen. Obwohl Lindsay weiß, was läuft, geht sie trotzdem hin – auf Anraten ihres Psychiaters, Jonathan Crane, der aus irgendeinem Grund wieder praktizieren darf.

Doch der Plan der drei geht nach hinten los: Nach und nach konfrontiert Scarecrow sie mit ihren Ängsten, Furch vor Hässlichkeit, Höhenangst, Klaustrophobie etc. Dann trifft Batman ein und rettet den Tag. Doch für eine ist es zu spät: Lindsay selbst ist zur Nacheifererin der Vogelscheuche geworden.

Bemerkenswert ist an dieser Kurzgeschichte allein der Zeichenstil: ohne Tusche, stark abstrahiert und glatt, wie ein Cartoon, der am Computer generiert wurde. Eine ästhetische Ausnahmeerscheinung, gewöhnungsbedürftig, aber dafür zu schnell vorbei.

Stippvisite bei Schurken

Ganz anders, aber spektakulär gezeichnet ist hingegen das Forever-Evil-Tie-in zu Scarecrow. Doch das lässt mich noch ratloser zurück. Eine Story im Sinne von Handlung ist hier kaum vorhanden, aber auch in keinem anderen Sinne. Gotham City wird beherrscht von Schurken, sie haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Scarecrow geht von Schurken zu Schurken und redet dabei mit Mr. Freeze, Riddler, Poison Ivy … Man tauscht ein paar Worte und geht weiter … Was soll das?

Ein wenig Introspektion, Selbstreflexion, Analysen und Diagnosen – doch all diese Nachdenkereien haben wenig Erkenntnismehrwert. Eine vielleicht ist erwähnenswert. Scarecrow fragt sich, was für einen Stellenwert er als Angstmacher noch in einer Welt hat, die ständig aus den Fugen gerät:

„My fear is that in a world where people are moving the moon around … well … I certainly don’t have to work too hard to get them terrified. My gifts are better suited for a world whre fear is the contrast … not where it’s the status quo.“

Man könnte auch argumentieren, gerade in einer solchen Welt ist es schwer, Menschen noch zu beeindrucken. Aber Scarecrow gibt sich eher gelangweilt von seinem Tun. Und die Leser dürften es hier auch sein.

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Scarecrows neuer Rachefeldzug

DC Comics

Titel: Scarecrow: Dark Wings Fly Away in Fear/Haunted House of the Head

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #523-524), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1), dt. Dino 1997 (Batman-Special #1)


Was macht Scarecrow eigentlich, wenn er mal wieder aus Arkham ausgebrochen ist, aber noch nicht seinen nächsten ach so genialen Plan in die Tat umsetzt? Ganz einfach: rumhängen. Er zieht sich sein Vogelscheuchenkostüm an und hängt sich an ein Holzgestell, wo er wartet, bis sich ein Rabe zu ihm begibt, um ihn dann nach alter Gewohnheit aufzuschrecken.

Ja ja, so ist er, unser guter alter Jonathan Crane. Er kommt einfach nicht los von der Sache mit der Angst – und auch nicht von seiner Vergangenheit. Also gilt es wieder mal, alte Rechnungen zu begleichen, mit alten Feinden. Es reicht nicht, dass er den armen Footballspieler Bo Briggs aus der Highschool für den Rest seines Lebens in den Rollstuhl befördert hat, jetzt lässt er ihn auch noch vor Schreck sterben. Weitere Opfer sollen folgen, bis am Ende Batman dran glauben muss, damit niemand mehr Scarecrow im Weg steht …

Zurück in die Geisterbahn

Der Zweiteiler von Doug Moench setzt seine Geschichte aus Year One: Scarecrow – Masters of Fear (Batman Annual #19, 1995) fort. Kelley Jones zeichnet in seiner düsteren Schattenwelt Scarecrow noch furchterregender als bisher: als profillose Puppe mit rotglühenden Punktaugen und einem nach unten gezogenen Mund. Batman erscheint hingegen typischerweise als Muskelberg im Bane-Format mit sehr langen Spitzohren und einem noch übertriebenerem Cape – alles ist hier auf den reinen visuellen Effekt und vor allem auf Horror.

Passenderweise lockt Scarecrow Batman auch am Ende in „Dr. Terror’s House of Fear“ auf einem verlassenen Rummelplatz, ähnlich wie bereits in der Moench-Story von 1984 (Detective Comics #540) geht es also durch eine Geisterbahn. Batman steigt durch einen riesigen Teufelskopf ein, um verschlungen zu werden von Angst, doch der ist bestens vorbereitet und umgeht alle Fallen. Brenzlig wird’s nur, als er ein Opfer vor der Guillotine retten muss.

Schließlich wird Scarecrow wieder Opfer seines eigenen Gases, fürchtet sich vor seinem eigenen Schatten und gesteht nach kurzem Gerangel ein: „You’re the king … Just deliver me from this fear I can never master!“ Doch das ist wieder nur ein Trick. Allerdings ist der schnell mit einem Schlag beendet. Als Batman den Schurken hinausträgt, offenbart er seine Furcht: „But remember this — Some of your victims are beyond help … because you killed them. That scares me. It should be enough to stop your heart.“

Wünscht da der Held etwa seinem Gegner den Tod?

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Neubeginn für Scarecrow

Year One: Scarecrow

DC Comics

Titel: Year One: Scarecrow – Masters of Fear

Autor/Zeichner: Doug Moench/Bret Blevins

Erschienen: 1995 (Batman Annual #19), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Als im Jahr 1995 die Annuals genutzt wurden, um Riddler, Man-Bat und Poison Ivy eine Year-One-Behandlung zu verpassen, bekam auch Scarecrow eine neue Vorgeschichte. Schluss mit dem noch in den 80ern wiederholten Origin vom Besessenen, der schon als Kind gerne Vögel aufscheuchte und daher prädestiniert zum Schurken war. Schluss mit dem akademischen Außenseiter, der sein Geld in Bücher steckte, sich keine anständige Kleidung leisten konnte und zur Vogelscheuche wurde, um mehr Geld für mehr Bücher zu stehlen (siehe World’s Finest #3, 1941).

Na ja, nicht ganz. Jonathan Crane bleibt auch in dieser Variante der Außenseiter und Büchernerd. Nur diesmal ist er traumatisiert, weil er als junger Mann von anderen Jungs gemobbt wird. So entsteht immerhin ein glaubwürdiges, wenn auch küchenpsychologisches Motiv. Crane zieht sich zurück und nimmt sich ein Vorbild an Ichabod Crane, dem Helden aus der Geschichte Sleepy Hollow von Washington Irving, er wird zum wilden Tänzer und entwickelt darüber einen eigenen Kampfstil: „the Crane style of kung fu“, wie es heißt. (Damit soll wohl erklärt werden, warum er sich später Duelle mit Batman leisten kann.) Nachdem ihn seine große Liebe demütigt, nimmt er an ihr und ihrem Freund Rache, indem er sich als Vogelscheuche verkleidet, auf ihr fahrendes Auto springt und sie zu Tode erschreckt, sodass sie verunglücken.

Aufstieg dank Angstgas

Später, an der Uni, braut Crane ein Angstgas zusammen, um sich seines Professoren zu entledigen und selbst den Posten zu übernehmen. Im Unterricht spricht er von nichts anderem als Angst, bis er vor Studenten eine Blumenvase zerschießt und entlassen wird (das Motiv gab es auch bereits 1941). Dann rächt er sich, indem er fünf andere Professoren mit Gas vor Angst sterben lässt. Als Markenzeichen hinterlegt er einen Strohhalm.

Batman ermittelt in dem Fall, kriegt in Cranes Wohnung zum ersten Mal das Angstgas zu spüren und wird fast in die Luft gesprengt. Schließlich spürt er Scarecrow auf und es kommt zum Finale im Kornfeld. Diesmal hat Batman Filter in der Nase, sodass er nur noch gegen Cranes wildes Kung-Fu ankommen muss, aber das meistert er souverän und beendet alles mit einem schönen Spruch: „I’m the Batman, Crane … Fear me — or fall!“

Scarecrow landet direkt in Arkham Asylum, zusammen mit Joker und Two-Face. Und damit wird die Anstalt allmählich zu einem Ort, der selbst Batman – der selbsternannten personifizierten Angst – Furcht einjagt.

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Der furchtlose Batman

Batman & Scarecrow

DC Comics

Titel: Fear for Sale

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Alan Davis

Erschienen: 1987 (Detective Comics #571), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow), 2018 (Batman: The Dark Knight Detective Vol. 1), Hardcover 2013 (Legends of the Dark Knight: Alan Davis)


Eine Reihe seltsamer Ereignisse führt Bruce Wayne und Jason Todd zu einem Autorennen. Zwei Sportler sind verunglückt: ein Turmspringer hat einen fünffachen Salto versucht und hat sich dabei verletzt, ein Fallschirmspringer hat zu spät die Reißleine gezogen und ist gestorben. Jetzt befürchtet Bruce, dass auch auf der Rennbahn etwas passieren kann – und er irrt sich nicht. Ein Rennfahrer verunglückt. Batman kann ihn gerade noch aus den Flammen retten.

Hinterher stellt sich heraus, dass der Fahrer völlig ohne Einsicht ist – und ohne Furcht. Eine chemische Analyse später ist klar: Dahinter kann nur Scarecrow (Jonathan Crane) stecken. Statt Furcht zu verbreiten, enthemmt er seine Opfer, um Geld fürs Lösegeld zu erpressen. So taucht der Schurke im Krankenhaus auf. Als Robin ihn aufhalten will, bekommt er jedoch Angstgas verabreicht und wird entführt.

Angst als Gegenmittel

Als Batman Scarecrow in der Verkleidung des nächsten Opfers täuschen und übermannen will, kommt ihm Crane zuvor und verabreicht ihm eine Dosis des Anti-Angst-Mittels. Als er aufwacht, folgt er der Spur zu einem Betonwerk, wo Scarecrow mit etlichen Todesfallen auf seinen Gegner wartet. Der tollkühne Batman nimmt die Todesfallen sportlich und stürzt sich ins Vergnügen. Er weicht vier Lastern aus, die gleichzeitig auf ihn zurasen, er sprengt ein Mahlwerk für Steine, schließlich fällt er in einen Wassergraben und duckt sich vor den Kugeln zweier Maschinenpistolen weg.

Wie er das überlebt, ist eigentlich nebensächlich (ausweichen und Luft anhalten). Scarecrow bekommt statt einer Erklärung einen Kinnhaken verpasst, der sich gewaschen hat. Aber wie hat Batman seine Furchtlosigkeit überwunden? Mit einem Gegenmittel: Er hat sich einfach das Furchtbarste vorgestellt – Robins Tod. Ein Jahr später wird er tatsächlich wahr: in A Death in the Family.

Ansonsten ist Fear for Sale – wie auch Catch as Catscan/The Last Laugh – eine schön altmodische Kurzgeschichte im modernen Gewand, präzise, dynamisch und dramatisch inszeniert vom wunderbaren Alan Davis. Die Grundidee der Story diente später als Inspiration für die Batman-TAS-Folge Nothing to Fear.

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Scarecrow im Spukhaus

DC Comics

Titel: The Frequency of Fear/Something Scary

Autor/Zeichner: Doug Moench/Gene Colan

Erschienen: 1984 (Batman #373/Detective Comics #540)


Jonathan Crane gilt als geheilt und ist aus Arkham (das jetzt Asylum heißt) entlassen. Dass das ein Fehler ist, sieht man gleich am ersten Panel: Crane hat sich in sein altes Haus zurückgezogen, das nicht ohne Grund an Psycho erinnert, und davor eine Vogelscheuche aufgestellt. Kurz darauf sieht man ihn wieder im vertrauten Kostüm. Nach seiner Demütigung durch andere Schurken (Detective Comics #526) will er sich an ihnen rächen. Zuerst ist der Joker dran, der zu einer Anhörung vor Gericht geladen ist.

Scarecrow verschafft sich Zugang zu der schwer bewachten Zelle, indem er eine Angststrahlung von einem Totenkopf aussendet. Die Menschen sehen plötzlich Spinnen und Fledermäuse. Im entscheidenden Moment tauchen dann Batman und Robin auf, werden aber von der Strahlung aufgehalten. Robin bekommt Höhenangst, fällt beinahe vom Hochseil, als er Crane verfolgt, Batman kann ihn gerade noch retten.

Danach gibt’s erst mal Hausarrest. Denn die Spur führt zum Zoo, wo Jason Todds Eltern gestorben sind, und Batman will ihn nicht mit dem noch frischen Trauma konfrontieren. Zu Cranes Haus zu fahren findet Batman übrigens zu offensichtlich. Also tappt er im Zoo in die Falle, kriegt es wieder mit der Angst zu tun, halluziniert Jason unter Krokodilen. Der echte Jason denkt natürlich nicht daran, zu Hause zu bleiben und geht zu Cranes Haus, wo er sich von Scarecrow überrumpeln lässt, weil er die Vogelscheuche nicht auf ihre Füllung überprüft.

Während Batman mit Krokodilen ringt, prügelt sich Robin mit Scarecrow und folgt ihm ins Haus, das zu einem Spukhaus auf Jahrmarktniveau wird: mit Plastikskeletten, Gummispinnen und Scarecrow-Puppen. Da taucht Batman auf, polt Scarecrows Angstgerät um und so machen sie sich immun gegen seine Strahlung.

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Per Angstgas nach Arkham

DC Comics

Titel: The 6 Days of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #503), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Ein Bürgermeisterkandidat will Batman loswerden, Bruce Wayne träumt von Selina Kyle – der erste März, ein ganz normaler Tag in Gotham also. Doch dann wird Batman nachts plötzlich von einem Pfeil in den Nacken getroffen. Woher der Angriff kommt, wird erst am nächsten Tag deutlich, als James Gordon bei einem Treffen plötzlich große Angst vor Bruce Wayne verspürt.

Batman merkt es, als er einen Überfall verhindern will: Die Menschen rennen vor ihm davon. „Am I going mad? Or has the Batman become so fearful a figure — he terrorizes even the innocent?“ Nein, bester Detektiv der Welt, es ist die andere, etwas wahrscheinlichere Erklärung: Scarecrow! Wer sonst? Ähnliches ist ja bereits in Batman’s Evil Eye (Detective Comics #389, 1969) passiert. Die Vogelscheuche hat auf einer Farm, unterhalb einer Scheune, ein Supergeheimlabor gebaut mit lauter Wissenschaftlern in weißen Kitteln. Dort hat er eine Angstdroge entwickelt, mit der man sogar Füchsen Angst vor Kaninchen einjagen kann.

Da er nicht mehr vor die Tür gehen kann, ohne dass er jeden in Panik versetzt, verordnet Batman sich selbst Quarantäne und denkt:

„How ironic. I chose my disguise as the Batman to strike fear into the criminal heart … but now I’ve become so frightening, I don’t dare show my face on the street! Is this how my career ends? Am I to become a prisoner of my own mystique?“

Er schickt Robin und Batgirl los, für ihn die Detektivarbeit zu übernehmen. Währenddessen treiben Scarecrows Schergen in Vogelscheuchenkostümen ihr Unwesen im Gotham Trade Center, wo sie mit Angstgas um sich schmeißen. Sie entkommen, weil Robin von hinten einen Sack über die Rübe gepfeffert bekommt.

Batman als Vogelscheuche

Der Fetzen eines Maiskolbens ist später die Spur, die die beiden Hiwis nach Hudson County führt, weil es da die nächsten Maisfelder gibt. Und natürlich ist die offensichtlichste Spur die richtige, aber Batgirl hat sogar den Stadt herausgefunden, wo sich Scarecrow versteckt. Dort finden die beiden eine Vogelscheuche mit einer Batman-Puppe – und brechen vor Angst zusammen.

Dann setzt Scarecrow eine Puppe, die aussieht wie er in Gordons Büro und teilt ihm mit, dass er Batgirl und Robin festhält. Natürlich immer noch maskiert. Natürlich bringt er sie nicht sofort um, sondern will ihnen Angstpheromone spritzen. Doch dagegen hat Batman was einzuwenden. Scarecrow schickt eine Robotereule auf seinen Gegner los, Batman zündet etwas Heu an, setzt die Eule in Flammen und es bricht ein Brand aus, weil in der Scheune alles voller Heuballen ist, wohl als Füllung für die Kostüme.

Durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall bekommt Scarecrow selbst sein Angstserum gespritzt und hat am Ende sogar Angst vor sich selbst. So landet er erstmals im neuen Arkham Hospital. Damit ist der moderne Scarecrow endlich so wie wir ihn heute kennen.

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Batman stellt sich seiner Angst

DC Comics

Titel: The Sinister Straws of the Scarecrow

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sal Amendola

Erschienen: 1978 (Batman #296), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Scarecrow hat ein paar neue Handlanger: die Strawmen! Zwei seiner ehemaligen Studenten, Otto und Raymond. Der eine hat abgebrochen, der andere wurde rausgeschmissen. Jetzt sind sie in Sackleinen gekleidet und tragen Strohballen an Handgelenken und als Lendenschurz, während ihr Mentor etwas ganz Perfides ausheckt: ein Mittelchen, das im Hirn Phobophobia verursacht – die Angst vor der Angst.

Seit Franklin D. Roosevelts Rede zur Amtseinführung wissen die Amerikaner, dass sie sich nur davor fürchten müssen („the only thing we have to fear is…fear itself“). Aber bei Scarecrow setzt die Droge daraufhin eine individuelle Angst frei, die einer hat. Als Jonathan Crane das Gift an Otto testet, löst es eine Panik vor Batman frei – „Chiropterohomophobia“ nennt er das, womit er schwache Altgriechischkenntnisse beweist, denn die Angst vor Fledermäusen heißt „Chiroptophobia“.

Dann beginnt der eigentliche Plot: Scarecrow versetzt einen Mann in Angst, um ihn gestohlene Wertpapiere zurückgeben zu lassen. Ehrlich gesagt habe ich den Plan dahinter nicht verstanden. Muss uns auch nicht kümmern. Wichtig ist nur: Batman kommt Scarecrow auf die Spur, prügelt sich mit den Strohmännern, dabei erweist sich das Stroh als explosiv.

Batman findet heraus, wer das nächste Opfer sein soll, verkleidet sich als dieses und knockt Scarecrow und Co. aus. Doch dann wird er selbst von dem Angstgas erfasst. Er fürchtet sich davor, nicht mehr gegen das Böse kämpfen zu können. Aber zum Glück weiß Batman schnell Rat: Er kämpft dagegen an.

„I must always remember why I am the Batman! And that takes precedence over everything! It’s part of the very fiber of my being! It’s the basis of my life“, sagt er, während er Hiebe und Tritte verteilt. Am Ende will er zwar Gordon nicht verraten, was genau passiert ist, dafür aber so viel: „It was a wonderfully exhilarating experience!“ Das Schönste für Batman ist es also, sich seiner Mission zu versichern. Wir können uns zwar Schöneres denken, aber gönnen wir ihm sein Glück.

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Batman auf dem Pfad der Angst

DC Comics

Titel: The Scarecrow’s Trail of Fear

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #262)


Batman verfolgt einen Dieb namens Toomey. Als er ihn in einer Gasse erwischt, bricht der plötzlich vor Angst zusammen und stirbt. So hat sich das Batman nicht gedacht, als er schwor, Verbrecher das Fürchten zu lehren. Kurz darauf versucht ihn jemand mit einem Auto zu überfahren. Dahinter kann nur einer stecken: Scarecrow! Der hat eine Art Funkgerät entwickelt, mit dem er Menschen Angst einjagen kann.

Batman findet Scarecrow und seine Bande in einem leeren Vergnügungspark. Man versucht ihn, mit einer Granate in die Luft zu jagen, zu erschießen und mit einem Achterbahnwagen zu überfahren – nichts davon mit Erfolg. Batman knockt die Gauner so eiskalt aus, dass der Autor es auf einer ganzen Seite nicht einmal für nötig hält, es mit Text zu versehen.

Batman spürt plötzlich eine diffuse Angst und folgt dem Pfad, indem er sich zur Quelle der Strahlung begibt. Da steht Scarecrow auf einer Riesenrutsche und merkt, wie Batman sich ihm nähert, ohne sich zu fürchten. Warum? Weil Batman weiß, dass es nichts zu fürchten gibt – genauso wie Scarecrow selbst, der von seiner Erfindung ebenfalls nicht tangiert wird. Alles reine Kopfsache also.

Da kriegt es Scarecrow doch mit der Angst zu tun, der Angst vor Prügeln. Er fleht Batman auf Knien an, keine Gewalt anzuwenden und rutscht hinab in die Hände der Staatsgewalt.

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