Batgirl

Batgirls Feuertaufe

Titel: Batgirl – Year One (dt. Batgirl: Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Scott Beatty/Marcos Martin

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-9) Paperback 2003/2013 (Batgirl/Robin Year One); dt. Panini 2004, Eaglemoss 2015


36 Jahre nach dem ersten Auftritt von Barbara Gordon als Batgirl gab es sie nicht mehr. Nach dem Angriff des Joker war sie nur noch als Orakel aktiv – vom Rollstuhl aus versorgte sie Batman und andere Helden mit Informationen. Weil damit eigentlich eine beliebte Figur verschwendet wurde, erzählte man ihre Entstehungsgeschichte noch einmal und zwar ausführlich.

Das Team von Robin: Year One verwendet dabei Elemente aus den frühesten Storys aus dem Jahr 1967. Wieder näht sich Batgirl ihr Kostüm zu einem Maskenball der Polizei und trifft auf Killer Moth. Allerdings wird sie nicht auf dem Weg dorthin aufgehalten, sondern kommt dort an und muss feststellen, dass nicht Bruce Wayne, sondern ihr Vater James Gordon entführt werden soll.

Barbara Gordon wird zur Heldin wider Willen – und findet Gefallen daran. Batman ist natürlich gar nicht begeistert. Trotzdem führt er sie (mit Augenbinde) in die Bathöhle (ebenfalls schon in den 60ern vorgekommen) und lässt ihr über Robin trotzdem einige Gadgets und ein Motorrad geben. Allerdings nur, damit sie endlich zur Vernunft kommt und das Ganze wieder sein lässt. Das ist eine seltsame Methode, denn man kann sich leicht denken, dass eine professionelle Ausrüstung erst recht die Lust bei ihr weckt, als Vigilantin weiterzumachen.

Wir sehen Barbara bei den ersten Gehversuchen als Superheldin zu. Und was bei Batman und Robin funktioniert hat, bewährt sich auch hier. Barbaras Fehler und Naivität lassen sie menschlich und sympathisch erscheinen. Ihr Charakter erinnert an die Darstellung aus Batman: The Animated Series. Die Story mit Killer Moth bildet den roten Faden der Handlung. Er erpresst hier keine Reichen, sondern bietet Gangstern Schutz vor Batman an. Dabei verbündet er sich mit dem Pyromanen Firefly, einer abgründig-fiesen Figur. Batgirl sucht Hilfe bei Black Canary.

Einen großen Anteil daran, dass der Comic funktioniert, ist Marcos Martin (The Private Eye, Barrier) zu verdanken. Er hat einen dynamischen und klaren Stil, bei dem kein Strich zu viel ist. Zuweilen erinnert er an den Animated-Style, wie er in den Comics adaptiert wurde. Starker Ausdruck und ungewöhnliche Perspektiven, dazu knallige Farben machen Batgirl: Year One zu einem Fest fürs Auge. Aber auch sonst ist der Band jedem zu empfehlen, der kein Batgirl-Fan ist. (Allerdings nur im Original, die deutsche Übersetzung ist zum Teil furchtbar.)

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Der Batchelor von Gotham

DC Comics

Titel: Batmans Marriage Trap

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #214)


„You can lead a batchelor to the altar–but you can’t make him say I do!“ (Batman)

Bei einem Schönheitswettbewerb ist Batman der Hauptgewinn. Während er mit der Schönheitskönigin tanzt, nutzt eine Bande Ganoven die Gunst der Stunde, um Gotham zu plündern. Doch das ist nur der Anfang. Ihr Anführer hat eine Idee: Er will Batman in die Ehe bringen, damit der Held zuhause bleibt und das Verbrechen seine Ruhe hat. Dazu lässt er seine schöne Komplizin Cleo eine Kampagne starten, um für Batmans Vermählung zu werben. Das Argument: Weil Batman der begehrteste Junggesselle Gothams ist, haben es die anderen Männer schwer, eine Frau zu finden.

Obwohl das Problem noch nie zuvor zur Sprache kam und auch niemand weiß, ob Batman nicht doch eine Frau hat, ist die Kampagne ein Erfolg: Schon bald protestiert auf der Straße ein Mob wütender Furien, die alle Mrs. Batman werden wollen. Selbst Batgirl schließt sich dem Haufen an (aber nur, um zu ermitteln). Cleo spielt die Retterin in der Not, um Batman für sich zu gewinnen.

Aber als Batman schließlich in eine Falle der Gauner gerät, um ermordet zu werden, schlägt sich Cleo wirklich auf seine Seite und gesteht ihm ihre Liebe. Und auch Batman gibt zu, dass er sich Hoffnungen gemacht habe, mit ihr eine gemeinsame Zukunft zu haben. Daraus wird leider nichts. Batman bleibt Batchelor.

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Joker: Batmans größter Fan

DC Comics

Titel: White Knight (dt. Der weiße Ritter)

Autor/Zeichner: Sean Murphy

Erschienen: 2017-2018 (Mini-Serie #1-8), Paperback 2018


Batman sitzt in Arkham, gefesselt in einer Zelle. Ein gewisser Mr. Napier sucht ihn auf und bittet ihn um seine Hilfe – es ist der ehemalige Joker. Wie konnte es dazu kommen? Ein Jahr zuvor wird der Joker durch ein geheimnisvolles Medikament vom Irrsinn geheilt, vom Gericht wird er freigesprochen und will dann als Jack Napier Stadtverordneter werden, um Gotham endlich vom Verbrechen zu befreien. Sein Vorwurf: Batman hat versagt, er richtet mehr Schaden an als er helfen sollte, und die Stadt und die Polizei haben zu lange dabei zugesehen. Jetzt soll Batman Teil der Polizei werden.

Aber meint es Napier wirklich ernst oder ist das nur ein Trick des Jokers? Harley Quinn gegenüber verhält er sich jedenfalls ganz anders als früher. Das kann sie gar nicht leiden. Da taucht aber plötzlich eine andere Harley auf – im alten Kostüm – und es stellt sich heraus, dass es zwei Harleys gibt. Die erste verdrängt die zweite, daraufhin wird diese zum Neo Joker und setzt sich zum Ziel, ihren Joker zurückzuholen. Währenddessen schart Napier eine Armee von Schurken um sich, die dank Mad Hatter und Clayface seinem Willen gehorchen.

Das ist nur der Anfang einer noch viel komplexeren Geschichte, die der Autor und Zeichner Sean Murphy hier entfaltet. White Knight spielt in einer eigenen Welt, die aber an vieles Vertraute erinnert. Murphy bedient sich hier stark in der Batman-Tradition, spickt seine Story mit zahllosen Verweisen. Der Name „Jack Napier“ stammt aus Tim Burtons Batman (The Animated Series hat ihn übernommen), die Idee des genesenen Jokers stammt aus Going Sane, wieder gibt es den Tod von Robin Jason Todd und mal wieder wird die Watchmen-Idee bemüht (die sich auch in Marvels Civil War zu finden ist), dass Superhelden einer staatlichen Kontrolle unterworfen werden sollen, besonders viele Anspielungen finden sich auf The Animated Series (z.B. die Folgen Almost Got ‚Im, The Ultimate Thrill und Over the Edge). Was auf den ersten Blick wirkt, wie überall dreist zusammengeklaut, ergibt ein zwar traditionsbewusstes, aber auch stimmiges Werk eigenen Rechts, das viele eigene Akzente setzt.

Murphy schafft es tatsächlich, den Joker zum Helden der Story zu machen, der ohne Albernheiten ein ernstzunehmendes Anliegen verfolgt. Bemerkenswert ist auch, dass der Joker trotz einer Vorgeschichte nichts von seiner Faszination einbüßt. Der Joker ist zunächst Batmans größter Fan. Man sieht ihn in seiner Zelle inmitten von Merchandising, Postern und Zeitungssauschnitten. Gleich zu Beginn bekennt er, Batman überlegen zu sein und sich bei ihm immer zurückgehalten zu haben, damit ihr Spiel zwischen den beiden immer weitergehen kann.

Als Napier ist er nicht Batmans Feind, sondern will ihn als Verbündeten gewinnen. Der Schurke will nicht siegen, er will einen Kompromiss – und Batman wird zum Schurken, weil er sich hartleibig gibt. Nicht nur darf der Joker Batman mal wieder den Spiegel vorhalten und dessen Konzept und Methoden infrage stellen, sondern auch Batman erscheint zweifelhaft in seinem radikalen Vorgehen. Am Ende sieht er selbst seine Fehler ein und lernt daraus. Das ist kühn – und in dieser Konsequenz besteht das wahrhaft Neue an dieser Story.

Mister Freeze spielt hier eine ganz neuartige Rolle als Batmans Verbündeter, Duke Thomas wird völlig neu erfunden, als ambige erwachsene Figur, die zwischen „der Straße“ und Napier vermittelt, Nightwing und Batgirl werden Teil einer Polizei-Spezialeinheit und schließlich gibt es mit beiden Harley Quinns auch starke Frauenfiguren, die für einige Überraschungen sorgen – und die Figur auch für Nicht-Fans erträglich machen. Ganz nebenbei dekonstruiert er Harley Quinn, indem er die neuere Entwicklung der Figur quasi annuliert und als Rückschritt für den Feminismus bezeichnen lässt.

Auch Sean Murphys Vorliebe für Autos wird hier deutlich. Nicht nur in den vielen spektakulären Verfolgungsjagden, und der Tatsache, dass Batman ständig Rennfahrer-Handschuhe trägt, sondern auch im Design des neuen Batmobils. Gleichzeitig verleiht er den berühmtesten Batmobilen prominente Gastauftritte, die kein Selbstzweck sind, sondern tatsächlich einen Sinn in der Story haben: Da fährt Adam Wests Batmobil neben dem Tumbler aus Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie, wir sehen Michael Keatons Gefährt neben dem aus The Animated Series. Fans frohlocken.

Insgesamt erzählt White Knight eine ebenso fesselnde wie dynamisch gezeichnete Story, in der so ziemlich jeder Aspekt gut durchdacht ist, jede Figur interessant erscheint und die Handlung viele Überraschungen bietet. Das Verhältnis zwischen Dialog und Action ist ebenso im Gleichgewicht wie zwischen Tradition und Innovation. Damit ist White Knight ohne Zweifel das beste Batman-Comic seit Dark Night: A True Batman Story.

Für nächstes Jahr ist bereits eine Fortsetzung angekündigt: Curse of the White Knight. Darin soll auch Azrael vorkommen.

DC Comics

(Hinweis: Die deutsche Ausgabe erscheint im März 2019. )

Jokers Junggesellenabschied für Batman

DC Comics

Titel: Preludes to the Wedding

Autor/Zeichner: Tim Seeley, Tom King/Clay Mann u.a.

Erschienen: 2018 (5 One-shots, DC Nation #0)


„Keep it simple.“ (Joker)

Batman und Catwoman wollen heiraten. Der Joker ist nicht eingeladen. Er ist beleidigt. Also läuft er Amok. Zuerst sucht er einen zufällig ausgewählten Mann heim und terrorisiert ihn. Diese ersten acht Seiten, geschrieben von Tom King und gezeichnet von Clay Mann, sind der größte Höhepunkt in Preludes to the Wedding. Hier gibt es Spannung und einiges zu lachen.

Danach hetzt der Joker vier Schurken auf Batman, indem er ihnen von der Hochzeit erzählt – und keiner ist von der Sache begeistert. Robin nimmt es mit seinem Großvater Ra’s al Ghul auf, Nightwing mit Hush, Batgirl mit Riddler und Red Hood mit Anarky. Wie immer geht es dabei um alte Wunden, die aufreißen. Um Enttäuschungen und Eifersucht. Jeder dieser Schurken hat eine persönliche Rechnung offen mit Batman.

Besonders persönlich wird es, wenn sich am Ende Harley Quinn den Joker vornimmt. Harley tut so, als wollte sie ihn umbringen, die Frage ist, ob sie ihn wirklich töten will, aber natürlich schafft er es, sich aus zwei Todesfallen zu befreien. Am Ende ist er der Sentimentale, der es nicht übers Herz bringt, seine alte Komplizin zu töten.

Preludes to the Wedding ist das Gegenstück zu den beiden Batman-Bänden Rules of Engagement und Bride or Burglar. Während da Batman, bevor er sich an Catwoman bindet, die Frauen in seinem Leben wiedertrifft, sind es hier die Männer, die noch einmal ihr Verhältnis zu Batman Revue passieren lassen.

Natürlich ist Joker der Eifersüchtigste von allen, denn zwischen ihm und Batman besteht schon immer eine ganz besondere Verbindung – und das nicht erst seit Frank Miller beide im Liebestunnel intim werden ließ. Im Grunde inszeniert der Joker hier einen Junggesellenabschied für seinen liebsten Feind, nur das der Bräutigam meist nicht anwesend ist. Es ist ein verkappter Akt der Liebe auf Umwegen, der daher tragischerweise unerwidert bleibt und schließlich damit endet, dass der Joker versucht, die Hochzeit zu sabotieren.

Tiefsinnigere Erkenntnisse bekommt man in diesen kurzweiligen Kapiteln zwar nicht, aber dafür solide Unterhaltung. Aber einmal überrascht Autor Tim Seeley dann doch, wenn er den eigentlichen Jungesellenabschied (Batman, Nightwing, Superman) in eine Dimension bringt, die von Gestalten bevölkert wird, die nur noch gesichtslose Schatten echter Menschen sind, lauter vertane Chancen aus unserer Welt. So viel Gesellschaftskritik bekommt hier nicht einmal Anarky hin.

Catwoman will Batman heiraten

Catwoman im Silver Age: Teil 2

Batman #197

DC Comics

Titel: The Catwoman Sets Her Claws For Batman

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Frank Springer

Erschienen: 1967 (Batman #197)


Als Catwoman nach 13 Jahren wieder in einer Batman-Comic-Serie auftaucht, hat sie nicht nur ein neues Kostüm, ganz grün und schuppig, sondern auch neue Ambitionen. Sie versucht sich erneut auf der guten Seite des Gesetzes und bekämpft Ganoven mit ihrer Peitsche. Batman und Robin wissen nicht, wie ihnen geschieht, ganz besonders dann nicht, als Catwoman ihnen aus der Klemme hilft. Sie hat es schon einmal ehrlich versucht (The Secret Life of the Catwoman) und ist gescheitert (The Crimes of the Catwoman). Ist ihr diesmal zu trauen?

Nein. Denn Catwoman hat keine edlen Absichten, sondern will nur Batman beeindrucken, damit er sie heiratet. Vielleicht liegt es an dieser etwas eigenwilligen Logik, dass Batman es selbst dann nicht versteht, als Catwoman alle Diskretion in den Wind schlägt und ihn fragt, wann er sich ihr anschließt und ihr einen Antrag macht. Batman sagt, er sei ganz zufrieden mit der Situation und sagt später zu Robin: „I don’t want to sound egoistical, Robin–but I’ve come to the conclusion that Catwoman is in love with me!“ Robin daraufhin: „Of course she is! Everybody knows that–but you!“ So viel zum besten Detektiv der Welt …

Catwoman hat aber noch ein anderes Problem: Batgirl. Selina ist eifersüchtig auf Barbara, dass sie Batman bei der Verbrechensbekämpfung hilft, und Catwoman versucht, sie in Misskredit zu bringen. Am Ende aber beweist Batgirl ihre Kompetenz, indem sie sich, Batman und Robin aus Catwomans Falle befreit und die Schurkin überwältigt.

Batgirl stellt zum Schluss unmissverständlich fest, dass sie kein romantisches Interesse an Batman habe. Catwoman bezweifelt das. Aber hätte sie das von Anfang an gewusst, meint Batman, dann wäre ihr die Mühe erspart geblieben. Das mit der Liebe hat er immer noch nicht verstanden …

>> Liste der Catwoman-Comics

Batgirl trifft Catwoman

Batgirl und Catwoman (Warner Bros.)

Titel: Batgirl Returns (dt. Batgirls Rückkehr)

Drehbuch: Michael Reaves, Brynne Stephens

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E20)


Wenn Batman nicht in der Stadt ist, müssen die Mädels ran: Als eine Katzenstatue gestohlen wird, macht sich Batgirl auf die Suche – und trifft dabei (so ein Zufall) Catwoman. Natürlich ist die Katzendiebin sofort die Hauptverdächtige, doch die beteuert, unschuldig zu sein. Batgirl glaubt ihr und die beiden machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Sie treffen auf einen alten Bekannten: Roland Daggett. Mit ihm hat Catwoman noch eine alte Rechnung offen …

Batgirls Rückkehr kann leider nicht mit dem furiosen Auftakt der Figur mithalten, allzu formelhaft verläuft die Story, inklusive der altbekannten Moral: Wir dürfen nicht töten, sonst sind wir nicht besser als die Verbrecher. Geschenkt. Trotzdem macht es Spaß, die beiden starken Frauenfiguren gemeinsam losziehen und auch gegeneinander kämpfen zu sehen. Batgirl ist in The Animated Series ein besonders liebenswerter Charakter.

Für Batman sogar sehr liebenswert. Am Anfang sehen wir, wie Batgirl ihn vor Joker, Two-Face und Pinguin rettet und er sich mit einem Kuss revanchieren will – aber das ist leider nur eine Traumsequenz …

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Selbst ist die Frau

Barbara wird Batgirl.

Titel: Shadow of the Bat I-II (dt. In Batmans Schatten)

Drehbuch: Brynne Stephens

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E57-58)


„Für einen mehr ist immer noch Platz.“ (Bruce Wayne)

Commissioner Gordon wird wegen Verdachts auf Bestechlichkeit verhaftet. Seine Tochter Barbara will Batman dafür gewinnen, sich für ihn öffentlich einzusetzen. Als der nicht bei einer Kundgebung auftauchen will, steigt sie ins Kostüm und gibt sich (mit Schulterpolstern) als Batman aus. Sie verhindert einen Anschlag. Nachdem Batman in Gefangenschaft gerät, wird Barbara zu Batgirl.

Batgirl und Robin.

Der Schurke, der hinter allem steckt, ist Two-Face. Er arbeitet mit Gil Mason zusammen, dem stellvertretenden Commissioner – er will Gordon aus dem Weg schaffen, um Karriere zu machen. Mit vereinten Kräften kann das Dynamische Trio alles wieder richten.

Batgirls erster Auftritt.

Barbara Gordon bekommt einen starken Auftritt. Nachdem sie bereits in Heart of Steel in der Serie eingeführt wurde, darf sie hier richtig aufblühen. Sie ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, selbst mitanpackt und Courage zeigt. Dass ihr anfangs nicht alles gelingt, dass sie sich noch ziemlich ungeschickt anstellt, macht sie nur noch sympathischer. Denn schließlich hat sie da Erfolg, wo Batman scheitert.

Matches Malone und Two-Face.

Weitere Höhepunkte: Batman tritt als Matches Malone auf und am Ende wird Two-Face von einer riesigen Silberdollar erdrückt. Und dann ist da noch die fantastische Batgirl-Theme, die diesen Charakter perfekt einfängt – und im Ohr bleibt. Das alles macht Shadow of the Bat zu einer der besten Episoden.

Barbara als Batman.

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Das Ende einer Männerfreundschaft?

DC Comics

Titel: Batgirl Breaks Up the Dynamic Duo

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #369), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Kaum ist wieder eine Frau aufgetaucht, schon stört sie die alte Ordnung der Männer. Dieses Batgirl versucht jetzt auch noch, Batman Robin abspenstig zu machen! Auf dem Cover reißen sie sich um den Wunderknaben, Robin sagt dem Dunklen Ritter, dass seine Zeit als „Top Bat“ vorbei ist und er lieber mit Batgirl gemeinsame Sache macht.

Auf Seite eins wirkt Robin hingegen noch unentschlossen: Auf der einen Seite das Batmobil, auf der anderen ein eigener Wagen an Batgirls Batbike. Was tun? Bedeutet dies das Ende einer langjährigen Männerfreundschaft?

Die Sache beginnt ganz harmlos: Batgirl verfolgt ein paar gesichtslose Gauner in die Sümpfe, Batman folgt ihr, rutscht aus, fällt in den Sumpf und Batgirl findet daraufhin, dass mit Batman etwas nicht stimmt: Er hat das Sumpf-Fieber. Weil sie es ihm nicht sagen kann (er wäre zu stur, um sich auszukurieren), fühlt sie sich verfplichtet, auf ihn aufzupassen.

Da heckt sie mit Robin den Plan aus, sich mit ihm zu verbünden und gemeinsam das Verbrechen zu bekämpfen, damit Batman das nicht mehr machen muss. Schließlich gerät Batman aber doch in Gefahr, wird schwach – und wird vom neuen Dynamischen Duo gerettet.

Was auf dem Cover so dramatisch angepriesen wurde, hat sich mal wieder als geschickte Täuschung herausgestellt. Die männlichen Leser werden aber das Geld nicht zurückverlangt haben, denn der Status quo wurde gewahrt. Aber trotzdem: Batgirl passt auf Batman auf? Batgirl rettet Batman sogar? Das Weltbild gerät ins Wanken. Diese Frau hat es drauf.

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Falsches Spiel mit Batgirl

DC Comics

Titel: The True-False Face of Batman

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #363), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Batman offenbart Batgirl sein größtes Geheimnis: Zuerst führt er sie mit einer Augenbinde in die Bathöhle, dann setzt er seine Maske ab und darunter ist – Bruce Wayne! Nicht mal ein Jahr dabei und schon knickt Batman vor einer Frau ein? Zugegeben: vor einer jungen, sehr attraktiven und sehr klugen Frau. Aber trotzdem! Robin ist empört.

Doch dann ist wie immer alles anders als gedacht. Batman inszeniert das Ganze so, dass es wie ein Fake aussieht. Er lässt sein Gesicht aussehen, als wäre es eine Maske – und zwar eine schlechte. Das alles dient nur dazu, dass irgendwelche Diebe auf eine falsche Fährte gelockt werden. Und ganz nebenbei auch Tausende von Comic-Lesern, die das Heft nur wegen des Covers gekauft haben.

So ganz leuchtet die Notwendigkeit dieses riskanten Manövers nicht ein. Genauso wenig verstehe ich nicht, warum die Verbrecherbande ständig literarische Werke ausleiht, um sich Pläne für ihre Diebstähle abzugucken. Was hat „Der Kaufmann von Venedig“ mit einem Juwelendiebstahl zu tun, außer dass der Bestohlene aus Venedig stammt? Die Bibliothekarin Barbara Gordon sieht da einen Zusammenhang.

Es ist auch fraglich, wie diese Diebe die Bücher an einem Tag lesen können, und dass sie diese wieder in die Bücherei zurückbringen. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine Methode, um Kinder oder Jugendliche dazu zu bringen, richtige Bücher zu lesen. Nein, klingt unüberzeugend? Denke ich auch. Wahrscheinlich soll den jungen Lesern gar nicht erst auffallen, dass sie hier zweimal an der Nase herumgeführt werden …

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Batgirl gegen Zwangsheirat

Batgirls erster Auftritt im Fernsehen. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Enter Batgirl, Exit Penguin (dt. Batgirl kommt, Pinguin geht)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S03E01)


„Bats! I’m surrounded by bats!“ (Pinguin)

Bruce Wayne und Dick Grayson wollen mit O’Hara, Gordon und dessen Tochter Barbara (Yvonne Craig) in die Oper. Doch daraus wird nix, weil der Pinguin Barbara entführt, um sie zu heiraten – natürlich unter Zwang. Aber nicht etwa Liebe verschafft ihm den Sinneswandel. In der typisch verdrehten Logik von Batman-Schurken erhofft er sich davon Straffreiheit. (Fragt nicht.)

Der Pinguin hält Barbara Gordon gefangen.

Bei der Suche nach einem Pfarrer entführt er auch Alfred, der sich für einen Geistlichen ausgibt, um den echten zu decken. Alfred meldet die Gefahr seinem Herrn dank einem versteckten Knopf im Gürtel. Doch als Batman und Robin eintreffen, stellen sie fest, dass sie eine Dritte im Bunde haben: Batgirl.

Barbara wird zu Batgirl.

Statt die Polizei zu rufen, wie es jede normale Frau getan hätte, ist Barbara Gordon zwischendurch mal eben schnell nach Hause geschlichen und hat sich umgezogen. Unbemerkt hat sie in ihrer Wohnung ein Geheimversteck untergebracht, samt violettem Kostüm, roter Perücke und einem passenden Motorrad mit Rüschen (weil Frauen in den 60ern so was offenbar machen). Zu dritt schlagen sie den Pinguin und seine Handlanger spielerisch zusammen, am Ende rettet sie Batman und Robin sogar den Hals, bevor sie wie Teebeutel in heißes Wasser getunkt werden. Nur Alfred erfährt in der Folge ihr Geheimnis – doch sie bittet ihn, in der Rolle des Pfarrers zu bleiben und die Schweigepflicht einzuhalten.

Das Dynamische Duo als Teebeutel

Wie in den Comics, in denen Barbara kurz zuvor eingeführt worden ist, ist die Heldin auch hier Bibliothekarin. Während aber im Comic halbwegs plausibel erklärt wird, warum sie ein Kostüm trägt und Kampfkunst beherrscht, liefert sie in der TV-Serie keine Erklärung für Batgirl ab. Sie ist einfach da. Und für sie ist das Abenteuer ein einziger Spaß. Batman kann dem zwar nicht so viel abgewinnen, aber immerhin nimmt er ihre Hilfe dankend an – im Gegensatz zu dem Chauvi in den Comics …

Batman, Robin und Batgirl

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