Superman

Snyder-Cut: Hat sich das Warten gelohnt?

Warner Bros.

Zack Snyder hat es geschafft. Nach Man of Steel, Batman v Superman hat er mit Zack Snyder’s Justice League endlich den dritten Teil seiner DC-Filmreihe so unters Volk gebracht, wie er ihn haben wollte. Snyder hatte das Projekt kurz vor Ende wegen des Suizids seiner Tochter verlassen, Joss Whedon (Avengers) hat den Film zum Teil umgeschrieben und eine Kurzfassung daraus gemacht, mit niemand so richtig glücklich war, weder Kritiker noch Fans. Drei Jahre lang haben die Snyder-Fans gefordert: #ReleaseTheSnyderCut – nun ist er da. Ein vierstündiger Film, der längste Superheldenfilm des 21. Jahrhunderts, im Stream auf HBO Max (bei uns auf Sky). Sind die Länge und der Hype gerechtfertigt?

Das Wichtigste vorab: Der Film ist zu lang. Viel zu lang. Und damit kränkelt er wie bereits seine beiden Vorgänger-Filme an dem Snyder-Syndrom. Der Film braucht eine gefühlte Ewigkeit um in die Gänge zu kommen. Das zeigt sich schon am Anfang, der ganze acht Minuten braucht, bis überhaupt etwas passiert. So lange dauert der Vorspann inklusive Rückblende, was bisher geschah, und das Einführen der drei Mutterboxen. Und so wirkt der Großteil des Films wie Fahren mit angezogener Handbremse.

Zu langsam, zu viel

Im Grunde wird die bekannte Geschichte in einer Extra-Lang-Fassung erzählt. Die Szenen aus der Kinofassung sind im Wesentlichen dieselben, nur eben oft ausgedehnt. Das ist nicht immer schlecht, denn es macht sich in der ersten Wonder-Woman-Szene bemerkbar, dass die Auswirkungen der Gewalt gezeigt werden: Wonder Woman tötet die Terroristen. (Das ist moralisch fragwürdig, aber zumindest konsequent dargestellt.) Doch so dynamisch die Szene zum Teil gedreht ist, wird sie ausgebremst durch den überzogenen Einsatz von Zeitlupe – Snyders Lieblingsstilmittel.

Es gibt fast keine Szene ohne Slow Motion, mit der Snyder besondere Momente einzufangen und auszudehnen versucht, wodurch sie fast wirken wie große Panels oder Splash Pages im Comic, aber damit übertreibt er es bis zur unfreiwilligen Selbstpersiflage. Schier unerträglich langgezogen ist etwa die Szene, in der Barry Allen eine Frau bei einem Unfall rettet – und sie bleibt ohne Relevanz, selbst wenn sie bloß als Auftakt für spätere Filme dienen soll.

Die vielen zusätzlichen Filmminuten wirken wie die Extras-Abteilung von DVDs und Blu-rays, in denen man sich durch die geschnittenen und erweiterten Szenen klickt. Meistens bieten sie keinen Mehrwert und so ist es auch hier. Im direkten Vergleich mit der Kinofassung merkt man sofort, warum das Meiste weggelassen wurde, denn man braucht es einfach nicht. Viele Einstellungen und Dialoge lassen die Handlung bloß weiter auf der Stelle treten: Hippolyta redet mit einem Pfeil, Dianas Spurensuche in Griechenland, Lois Lane holt Kaffee – alles narrativer Leerlauf, alles entbehrlich.

Das Positive

Nur drei Ergänzungen aus dem Snyder-Cut bereichern die Kinofassung:

  1. Cyborgs Vorgeschichte verleiht dem Charakter wirklich mehr Tiefe. Ob er dadurch interessanter wird, sei dahingestellt. Er bleibt immer noch der dauerschmollende Miesepeter der Truppe, der in Sachen Negativität sogar Batman den Rang abläuft.
  2. Der Schurke Steppenwolf wird durch den neuen Auftritt von Darkseid aufgewertet. Auch hier entsteht nicht die Charaktertiefe, die Snyder versprochen hat, aber interessanter erscheint der Hintergrund auf jeden Fall, weil deutlicher wird, dass Steppenwolf nur einem größeren Tyrannen dient. Allerdings will Darkseid auch bloß erobern und wirkt dadurch eindimensional. Man sieht Steppenwolf auch mit Desaad sprechen, allerdings fügen die meisten Wortwechsel der Handlung kaum etwas hinzu, sondern es wird gesagt, was die Zuschauer schon wissen, nur in pathetischen Worten und Allgemeinplätzen.
  3. Das Finale wird durch Supermans Auftritt und die stärkere Teamdynamik beim Endkampf aufgewertet, allerdings ist es bis dahin ein viel zu langer Weg mit viel zu vielen Umwegen und man ist am Ende zu erschöpft, um die Action noch genießen zu können.

Unausgewogene Struktur

Zack Synder’s Justice League ist unterteilt in sieben Kapitel. Aber die Gewichtung ist ungleich verteilt: Allein fast zwei Stunden braucht er, um das Team zusammenzubringen – Joss Whedon braucht dafür nur eine. In der nächsten Stunde geht es darum, Superman wieder auferstehen zu lassen und zur Vernunft zu bringen. Davon ist das Meiste bereits bekannt, es wird bloß noch mal ausführlich gezeigt, wie Kal-El sein schwarzes Kostüm wählt und sich von seinen zwei Vätern aus dem Off zur finalen Schlacht schicken lässt. Nur die letzte halbe Stunde ist dem Finale gewidmet.

Diese Asymmetrie ist bereits bei Batman v Superman negativ aufgefallen. Auch hier wird zu viel Zeit mit Exposition verschwendet und die Geduld der Zuschauer überstrapaziert. Das liegt zum einen an DCs übereilter Superhelden-Filmstrategie, dass man nebenbei neue Charaktere einführen muss, die vorher keine eigenen Filme hatten. Zum anderen an Snyders Hang zur epischen Breite ohne narrative Disziplin.

Dieses Defizit zeigt sich auch am Ende, im sogenannten Epilog, der noch einmal ganze 18 Minuten dauert und eine bunte Mischung von zu viel von allem bietet: Cyborgs Abschluss mit seinem Vater, Bruce Waynes Abschluss mit Clark Kent in Smallville, Lex Luthor und Deathstroke, Bruce Wayne und Martian Manhunter sowie die neugedrehte Szene mit dem Joker im post-apokalyptischen Szenario. Letzteres war bereits in Batman v Superman zu sehen, aber auch mitten in Justice League wird eine Szene daraus eingefügt, wo sie wieder mal die Handlung unnötig zerreißt. Zum Schluss aber findet ein überlanger, aber bedeutungsschwanger inszenierter Dialog, in dem der Joker Batman für das Elend verantwortlich macht.

Mit all dem will Snyder den Auftakt zu weiteren Filmen legen, die früher angekündigt waren. Dieses Konzept war für viele #ReleaseTheSnyderCut-Aktivisten wohl auch der Hauptgrund für ihre Kampagne. Aber das ist das Problem an Snyders Filmreihe: Jeder Film scheint bloß die Vorlage für den nächsten zu bieten. Batman v Superman war bloß ein „Dawn of Justice“ und Zack Synder’s Justice League bereitet auf ein oder zwei Sequels oder Spin-offs (wie Flash oder Cyborg) vor. Das Ganze wirkt wie eine Reihe von Expositionen – und ist auch deshalb so ermüdend anzusehen. Denn dabei kann man sich die Frage stellen: Wann kommt denn endlich der eigentliche Film?

Fazit: Ein Kompromiss

Wenn der Snyder-Cut eins gebracht hat, dann die Möglichkeit, in aller Ausführlichkeit zu sehen, wie unterschiedlich Filme gestaltet und verunstaltet werden können. Aus Sicht der Snyder-Fans hat Joss Whedon Frevel begangen, weil er vieles wegließ (und ein paar Szenen neu drehte). Aus meiner Sicht erkennt man Vergleich zwischen Kinofassung und Snyder-Cut, dass der Schnitt erst den Film macht – und das bedeutet vor allem: radikal wegzuschneiden.

Ich denke, die beste Version von Justice League wäre weder Whedon- noch Snyder-Cut, sondern eine Mischung aus beidem. Bei Whedon ist die Kürze zu loben (die meisten seiner Szenen können weg), mit ein paar Ergänzungen des Snyder-Cuts (Cyborg, Darkseid und dem Finale) hätte man einen ordentlichen Film von etwa zwei Stunden und 30 Minuten. Ob es dann ein sehr guter Film wäre, wie etwa vom Format The Avengers und seiner Nachfolger, das ist aber immer noch zu bezweifeln.

>> Batman-Filme und -Serien

Neue Nostalgie-Comics: „Batman ’89“ und „Superman ’78“

Batman & Superman

DC Comics

Die Nostalgie-Welle rollt weiter: Nachdem Batman ’66 die Serie mit Adam West in Comicform fortgeschrieben hat, wird nun auch den legendären Kinoauftritten von DCs größten Helden diese Ehre zuteil: Am 27. Juli starten Superman ’78 und Batman ’89 als digitale Serien, basierend auf den Filmen mit Christopher Reeve und Michael Keaton. Sie erzählen neue Geschichten in den jeweiligen Universen.

Superman wird geschrieben von Rob Venditti und gezeichnet von Wilfredo Torres (Batman ’66), an Batman darf Sam Hamm heran, der sowohl für die Drehbücher zu Tim Burtons Filmen verantwortlich war als auch die Comic-Storyline Blind Justice verfasst hat; sein Zeichner ist Joe Quinones.

Die Serien werden zunächst wöchentlich digital in jeweils zwölf Teilen erscheinen. Im August und Oktober sollen je sechs Heftausgaben aus Papier folgen, schließlich sind Hardcover für Oktober (Batman ’89) und November (Superman ’78) angekündigt.

Die Comic-Adaption des Batman-Films von 1989 ist vor zwei Jahren in einer Neuauflage erschienen.

Zur offiziellen Pressemitteilung von DC

DCs nächste Phase: „Infinite Frontier“

Das Cover zu „Infitinite Frontier“ von Dan Jurgens und Mikel Janín. (DC Comics)

Anfang 2021 pausiert DC seine Serien zwei Monate lang für das große Event Future State, danach geht es offenbar in einer neuen Richtung weiter. Zum Auftakt bringt der Verlag am 2. März 2021 den One-shot Infinite Frontier #0 heraus, ein 64-seitiges Special mit Kurzgeschichten, die der Startpunkt für eine Reihe weiterer Geschichten sind, darunter die kommende Joker-Solo-Serie von James Tynion IV und Guillem March.

Ansonsten übernimmt Brian Michael Bendis (Batman Universe) nach seiner Superman-Verpflichtung die Serie Justice League, es wird eine neue Storyline um Wonder Woman geben, auch die Titans und Stargirl kriegen in dem Special eigene Geschichten – falls ihr das wissen wolltet.

Autor Joshua Williamson kündigt an, das Heft werde sich anfühlen wie der Beginn einer neuen Ära für DC, in der alles möglich sei. Von einem erneuten Reboot ist nicht die Rede, das gab es ja auch erst 2011 mit The New 52, gefolgt von dem Soft-Reboot DC Universe Rebirth 2016. Andererseits: Es ist schon wieder fast ein Jahrzehnt rum – und unendliche Geschichten verlangen hin und wieder nach einem Neustart. Die Nummerierung der Serien soll aber allem Anschein nach wie gewohnt weiterlaufen, also sind keine allzu großen Umstürze zu erwarten. Noch nicht.

Justice League Dark – Apokolips War: Düstere Aussichten

Titel: Justice League Dark – Apokolips War

Regie/Drehbuch/Story: James Tucker/Mairghread Scott/Christina Sotta, Ernie Altbacker

Erschienen: 2020 (Direct-to-Video)


Darkseid plant einen erneuten Angriff auf die Erde. Superman findet: Darauf sollte man nicht warten, sondern zum Präventivschlag auf Apokolips ausholen. Er hat einen Plan – doch der geht in die Hose. Zwei Jahre später herrscht Darkseid über die Erde. Viele Helden sind tot, andere wie Batman und Lex Luthor dienen dem Tyrannen, der Rest hat sich zurückgezogen – darunter fallen auch Constantine, Etrigan und Superman, der dank eines kryptonithaltigen Brusttattoos seine Kräfte verloren hat. Dann taucht Superman mit Raven bei Constantine auf und bittet ihn um Hilfe bei einem Aufstand gegen Darkseid. So raufen sich die Überbleibsel von Justice League, Justice League Dark, Teen Titans und Suicide Squad zum letzten Gefecht zusammen.

Justice League Dark - Apokolips War (Cover)

Warner Bros.

Was im Jahr 2013 mit dem Justice League: The Flashpoint Paradox begann, findet in Justice League Dark: Apokolips War sein (vorläufiges) Finale. Viele Fäden, die in den 14 Filmen des DC Animated Movie Universe gesponnen wurden, werden hier zusammengeführt, unter anderem aus Justice League: War, Justice League Dark, The Death of Superman. Damit werden Fans belohnt, die dieses kleine Filmuniversum über die Jahre mitverfolgt haben, aber auch Comicfans, die einen Remix aus Grant Morrisons Rock of Ages (JLA #10-15, dt. Stein der Weisen) und Geoff Johns’ Darkseid War (Justice League #40-50) erkennen werden.

Wir sehen eine postapokalyptische, totalitäre Welt, in der die Lage hoffnungslos erscheint. „Paradooms“, Mischungen aus Paradämonen und Doomsday, treiben ihr Unwesen, Batman dient Darkseid auf dem Möbius-Stuhl. Es ist ein Film für Erwachse – nicht von ungefähr ist der Film erst ab 18 Jahren freigegeben, denn es geht darin sehr blutig zu: Helden werden erschossen und auseinandergerissen, Schurken werden bei lebendigem Leib gefressen und zu allem Überfluss zermatscht Harley Quinn noch einige Köpfe mit ihrem großen Holzhammer – die Handlanger warten auch immer höflich, bis sie an der Reihe sind.

Auch wer an solchen Fragwürdigkeiten keinen Gefallen findet, kann von Apokolips War gut unterhalten werden. Die Story bietet einige interessante Wendungen und viel Action, die am Ende – wie so oft – auch ermüden kann, aber hin und wieder gibt es zum Glück auch ein paar Lacher (am besten: Etrigan!). Allerdings wirkt die Animation leider auch hier oft lieblos und billig.

Offen bleibt die Frage, wie sich einige Helden oder Weltregionen zwei Jahre lang Darkseid entziehen konnten. Und am Ende – ACHTUNG SPOILER! – kommt es, wie es kommen muss: Flash dreht die Zeit zurück – schon wieder -, was aber das ganze Bemühen des Films mit dem ältesten Trick der Science-Fiction annulliert, weil man es offenbar dem Publikum nicht zumuten kann, nur noch mit einer Rumpfbesetzung die Erde wieder neu aufzubauen.

Kurz gesagt: Man hätte das alles auch einfacher haben können. Aber so will sich DC wohl eine Hintertür offen halten, eine neue Filmreihe anzufangen, die dann wieder von vorn beginnt. Das ist das Schicksal der unendlichen Erzählung: Alle paar Jahre muss man wieder alles auf Null setzen. Vielleicht sehen wir dann endlich die angekündigte Adaption von The Long Halloween oder auch bislang unverfilmte Storylines wie Knightfall.

>> Batman-Filme

Batman beginnt als Batlad – und Henker

DC Comics

Titel: The Forging of Young Batman

Autor/Zeichner: Leo Dorfman/Bob Brown

Erschienen: 1972 (Superboy #182)


„This could be dynamite!“ Nachstellung einer Redaktionskonferenz. (DC Comics)

Eigentlich ist diese Geschichte viel zu krass, um sie zu erzählen. Das will uns zumindest DC Comics (damals National) klarmachen. Die wahre Geschichte, wie Superman und Batman sich erstmals trafen (Superman #76, World’s Finest #94), die wurde noch gar nicht erzählt, die lag angeblich bisher verschollen im Archiv, heißt es bei der Redaktionskonferenz. Ein Redakteur wendet ein: „This could be dynamite! I say, keep it buried!“ Aber der zigarrerauchende Chefredakteur knallt mit der Faust auf den Tisch und sagt: Nein, unsere Leser verdienen die Wahrheit! – Eine Szene, wie man sie eher von einer investigativen Tageszeitung erwartet hätte. Das weckt Neugier.

Als sich Clark Kent und Bruce Wayne zum ersten Mal begegnet sind (Adventure Comics #275), lebten Bruces Eltern noch. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen – im Comic nur eins. Die Waynes wurden mittlerweile ermordet, Clark Kent erfährt davon aus der Zeitung. Und kaum liest er die traurige Nachricht, zieht er sich um und fliegt als Superboy nach Gotham City, um seinem alten Freund beizustehen.

Bruce Wayne jagt den Zodiac-Killer

Der kommt aber ganz gut allein zurecht. Einen Einbrecher lässt er in Wayne Manor in eine Falle tappen, die ihm einen Stromschlag verpasst. Bruce ist nicht zimperlich: Er will Rache am Mörder seiner Eltern nehmen – und er ist bereit, über Leichen zu gehen. Dafür pumpt er seine Muskeln auf und bringt sich selbst Karate bei. Und er hört den Polizeifunk ab, um zur rechten Zeit selbst seinen Beitrag zu leisten. Bruce glaubt ans Schicksal: „It’s written in the stars.“ Dazu konsultiert er sogar das Horoskop. (So viel zum Thema „superstitious lot“ …) Passenderweise treibt gerade der Zodiac-Killer sein Unwesen, einen Serienmörder, der am Tatort Symbole von Sternzeichen hinterlässt – unter anderem auch bei den Waynes. Ist der Zodiac-Killer der Mörder von Bruces Eltern?

Zunächst zieht sich Bruce nur einen schwarzen Anzug an, ohne Maske. Superboy, der dank Zukunftsblick weiß, dass Bruce einmal Batman werden soll, sieht sich verpflichtet, seinen Freund in die richtige Bahn zu lenken: „No man should be the judge, prosecutor and jury! You’re blinded by hate! You’re bound to make serious mistakes!“

Bruce wird zu Batlad. (DC Comics)

Nachdem er gesehen hat, dass Bruce in seiner Freizeit auch Fledermäuse erforscht, macht er ihm ein Kostüm, das dem späteren sehr ähnlich sieht – nur ohne Spitzohren. Bruce soll zu Batlad werden. (Robin war er bereits.) Doch als Bruce seine Maske im Spiegel sieht, zieht er einen anderen Schluss: Er sieht aus wie ein Henker – wie passend! Also nennt er sich Executioner und schwört noch einmal Blutrache an allen Kriminellen.

Todesstrafe für einen Unschuldigen

Bruce findet dank seines Hellseher-Computers heraus, dass der Zodiac-Killer als nächstes was mit Fischen plant, also nimmt er an einem Angler-Wettbewerb teil. Da er sich auch damit auskennt (er weiß und kann einfach alles), gewinnt er den ersten Preis, indem er einen riesigen Schwertfisch fängt. Doch dann reißt die Leine, der Fisch bohrt sich ins Schiff und reißt ein Loch in den Rumpf. Superboy rettet alle.

Dabei findet Bruce heraus, dass der Zodiac-Killer der Reporter Higbee ist. Aber der bestreitet das: Er hat sich den Killer nur ausgedacht, um seinen Job zu behalten. Der Zodiac-Killer ist Fake News! Bruce hätte fast den falschen Mann getötet. Das gibt ihm zu denken.

Und jetzt noch einmal zurück zum Anfang: War diese Geschichte wirklich so krass wie angekündigt? Tatsächlich: Bruce Wayne ist hier nicht der liebe Batman, den wir seit vielen Jahren kennen. Er ist ein angry young man auf Abwegen. Er will töten. Bei all dem fantastischen Unsinn, der hier aufgetischt wird, ist das eine Komponente, die diese Geschichte zumindest psychologisch glaubhafter macht. Auch Batman kann sich von seinen Gefühlen in die Irre führen lassen. Umso triumphaler erscheint dagegen seine spätere Laufbahn.

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Superboy und der Fliegende Fuchs

Superboy: "The Origin of the Superman-Batman Team!"

DC Comics

Titel: Superboy: The Origin of the Superman-Batman Team! (dt. Wie Superman und Batman sich erstmals trafen)

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/George Papp

Erschienen: 1960 (Adventure Comics #275), dt. Ehapa 1967 (Superman und Batman 2)


Wie war das noch mal mit dem ersten Treffen von Batman und Superman? Historisch gesehen fand die 1952 auf einem Schiff statt (The Mightiest Team on Earth, Superman #76). Sechs Jahre später sah das ganz anders aus (The Origin of the Superman-Batman Team, World’s Finest #94). Und 1960 wurde dann eine dritte Version bekannt, in der sich die beiden noch früher, schon als Jugendliche trafen.

Clark Kent ist damals noch als Superboy in Smallville aktiv. Dank seines „Time-Telescope“ kann er sehen, wie er als Superman zusammen mit Batman gegen das Verbrechen kämpft – und er weiß, dass es Bruce Wayne ist. Ohne Grund ist Bruce Wayne plötzlich Clarks Klassenkamerad. Sein Vater, so heißt es, sei gerade nach Gotham gezogen. (Warum?) Bruce ist natürlich ein Streber, besonders gut in Chemie und in Sport. Lana Lang ist beeindruckt und schwärmt für ihn, auch er steht auf sie, aber weil er ein unsicherer Teenager ist, gibt er es nicht zu und lässt sich lieber die Maskensammlung ihres Vaters zeigen.

Bruce Wayne wird zum Flying Fox

Als plötzlich ein Bandit in Roboter-Rüstung die Mauer einer Bank durchbricht, schreitet Bruce zur Tat, da gibt ihm Lana ein Fuchskostüm mit, das ein Schamane getragen hat. Es heißt, es habe Zauberkräfte. Auch wenn Bruce den Humbug nicht glaubt, zieht er es an, um ihr den Gefallen zu tun. So schwingt sich der Fuchs zur Tat und haut den Roboterbanditen mit einem Tritt um. Sofort ist die Presse zur Stelle und tauft ihn den „Flying Fox“.

Superboy: "The Origin of the Superman-Batman Team!"

Bruce Wayne als Flying Fox (DC Comics)

Lana ist noch mehr beeindruckt. Bruce wittert seine Chance und fragt sie, ob sie mit ihm zum Ball gehen will. Da zeigt Lana einen Sinneswandel: Sie wollte lieber mit Superboy gehen, aber wenn Bruce ihr Superboys Geheimidentität verrät, will sie ihm eine Chance geben. Spätestens hier müsste Bruce ihr den Laufpass geben, aber der junge Heißsporn ist nun mal verliebt, also lässt er sich auf den faulen Deal ein.

Doch Bruce hat auch Geschmack gefunden an der Verbrechensbekämpfung. Als eine Schuhfabrik ausgeraubt wird und Superboy schon zur Stelle ist, kann auch der Flying Fox helfen, den Schaden zu begrenzen. Hinterher gibt Bruce Superboy ein Radio, damit sie miteinander in Kontakt bleiben können. Das sieht ein Gauner und sieht eine Gelegenheit. Denn er hat mit seiner Bande einen großen Kryptonitbrocken gefunden. Damit will er Superboy erledigen.

Bruce Wayne: zu jung für Superboys Geheimnis

Ehapa Verlag

Superboy hat davon gehört und statt Bruce Fahndungsfotos der drei Gauner zu zeigen, formt er drei riesige Gesichter aus Wachs, die er an einen Felsen klebt. Dass er den Verbrechern damit auch ein Denkmal setzt wie den Präsidenten am Mount Rushmore (vgl. Detective Comics #319, Batman #321), scheint ihn nicht zu kümmern. Die Gauner (es sind plötzlich vier) nehmen Bruce gefangen, klauen sein Radio, lassen ihn liegen. Um Superboy zu warnen, macht Bruce als den drei Wachsköpfen Riesenkerzen. Doch mit den Flammen lockt er seinen Kumpel nur ins Verderben, denn da warten bereits die Schurken: Superboy bekommt das Kryptonit zu spüren, aber mit vereinten Kräften können sie das Schlimmste verhindern und die Gauner schnappen.

Am Ende hat Bruce mit einer Stimmenanalyse herausgefunden, dass Clark Superboy ist. Aber weil er sich in einem Anfall falscher Demut als „zu jung“ empfindet, um die Bürde dieses Geheimnisses zu tragen, lässt er sich von Superboy hypnotisieren, sodass er das vergisst. Ach ja, Lana wird natürlich nichts verraten – „bros before hos“ und so …

Dann entdeckt Clark in einem Buch, dass eine bestimmt Fledermaus als „flying fox“ bezeichnet wird. Aber das will er Bruce ein anderes Mal erzählen.

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Die halbe Geschichte hinter DC Comics

Warner Bros. versorgt uns weiterhin mit Perlen aus dem Archiv: Auf YouTube ist jetzt die 90-minütige Dokumentation Secret Origin: The Story of DC Comics zu sehen. Darin erzählt Ryan Reynolds die Geschichte des Comic-Verlags nach, der 1934 als National Allied Publications gegründet wurde und seit 1938 die ersten Superheldencomics verlegte: Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Aquaman, aber auch Jack Kirbys New Gods, Alan Moores Watchmen und Neil Gaimans Sandman.

Und auch wenn vieles davon Fans vertraut sein dürfte, ist diese Doku vor allem eins: Eine gelungene Liebeserklärung an das Medium Comic und das Genre der Superhelden. Warum wir sie seit acht Jahrzehnten lesen und wohl noch in einem Jahrhundert lesen werden.

Allerdings ist der Titel „Secret Origin“ nicht nur übertrieben, sondern auch offensichtlich falsch. Denn gerade die unliebsamen Kapitel werden ausgeklammert, wie etwa die traurige Geschichte der Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster, sowie die fehlende Anerkennung von Bill Finger als Ko-Erfinder von Batman. Das sind keine Ruhmesblätter für DC – die muss man woanders suchen. Insofern erzählt die Doku leider nur die halbe Geschichte.

Weitere Dokus aus dem Warner-Kanal:

Superman und wie er in die Welt kam

Superman von Jorge Jimenez (DC Comics)

Auch wenn hier, auf dieser Seite, so getan wird: Es gibt ja nicht nur Batman. Es gibt auch ein paar andere Supertypen, die ganz ähnlich aussehen und Gutes tun. Wie zum Beispiel diesen Typen in Blau, mit dem roten Umhang. Der kann sogar richtig fliegen und nicht nur so tun als ob. Und der ist auch viel stärker als Batman, auch wenn er nie eine Muckibude besucht hat. Und er gewinnt auch jede Prügelei, ohne je eine Kampfkunst im fernen Osten erlernt zu haben. Nun soll man aber nicht denken, ihm sei alles in die Wiege gelegt worden. Denn auch er hat seine Eltern als Kind verloren und auch seine Ziehmutter heißt bekanntlich auch Martha, aber darauf soll man sich nicht zu viel einbilden. Und während Batman einer Fledermaus nicht wirklich ähnlich sieht, wird der Blaue – nur weil er sich am Himmel herumtreibt – ständig mit einem Vogel oder Flugzeug verwechselt.

Wer wissen will, wie das alles mit Superman angefangen hat und sich diese genau betrachtet recht kuriose Gestalt zur Pop-Ikone gemausert hat, die immer noch Comics und Filme füllt, zu der jeder eine Meinung hat, auch wenn Batman ihm längst den Rang abgelaufen hat, der kann sich diese aufwendige, fast zweistündige Dokumentation Look Up In the Sky: The Amazing Story of Superman ansehen, die Warner Bros. auf seinen YouTube-Kanal gestellt hat.

Leider hat der Film zwei Haken: Erstens stammt er aus dem Jahr 2006 (zum Kinofilm Superman Returns), ist also nicht mehr ganz taufrisch. Zweitens wird er gesprochen von Lex Luthor alias Kevin Spacey. Wer verkraften kann, dass der Schurkendarsteller auch im wahren Leben kein Unschuldslamm ist, dem sei dieses Video zur Bildung und Unterhaltung empfohlen. Und wer danach Lust hat, die Abenteuer des Mannes aus Stahl nachzulesen, der findet hier die passende Liste:

>> Superman-Comics

Batman, Superman und der Kryptonit-Ring

DC Comics

Titel: Superman: Dark Knight Over Metropolis

Autor/Zeichner: John Byrne, Dan Jurgens, Jerry Ordway, Roger Stern u.a.

Erschienen: 1987/1990 (Action Comics Annual #1, The Adventures of Superman #466-467, Action Comics #653-654, Superman #44), Paperback 2013


Wie kam Batman eigentlich in den Besitz des Kryptonit-Rings? Das erzählt der Dreiteiler Dark Knight Over Metropolis. Aber eigentlich beginnt die Geschichte schon viel früher: In Superman #1 (Vol. 2, 1987) mit Metallos Kryponit-Herz, das Lex Luthor eine Ausgabe später zu einem Ring verarbeitet, später verliert Luthor wegen der radioaktiven Strahlung seine Hand (Action Comics #600, 1988).

Luthor beauftragt die IT-Expertin Amanda McCoy, Supermans Geheimidentität herauszufinden (ebenfalls schon in Superman #2, 1987). Das tut sie auch, aber Lex will ihr nicht glauben, dass Superman Clark Kent sein soll. (Was enorm an Luthors Intelligenz zweifeln lässt.) Er feuert sie, dann stiehlt sie den Kryptonit-Ring, um es zu beweisen – und bringt Clark dabei fast um. (Sehr seltsame Methode.) Kurz darauf ist McCoy selbst tot. Batman findet den Ring später bei Obdachlosen in Gotham.

Superman hat derweil andere Probleme: Die Reporterin Cat Grant soll von Intergang entführt werden, weil sie eine wichtige Zeugin in einem Prozess gegen die Bande ist. Als Batman Superman  aufsucht, um das Geheimnis hinter dem Ring und dem Mord zu lösen, schlägt Intergang zu …

Wir sehen: unfähige Superprofikiller, einen Möchtegern-Superhelden namens Gangbuster und Schurken, die statt unliebsame Reporterinnen einfach erschießen zu lassen, sie entführen, um ihre Erinnerungen umzuprogrammieren. Wir sehen außerdem: Supermans Vorbehalte gegenüber Batman, die schnell überwunden sind, um für die gute Sache zu kämpfen – und zwar so schnell, dass Superman ihm am Ende mit dem Ring sein Leben anvertraut.

So weit, so gut. Aber leider ist der Band vor all dem gefüllt mit banalem Unsinn, der nichts mit der Story zu tun hat. Statt die oben genannte Vorgeschichte abzubilden, hat man noch eine langweilige Geschichte über eine Vampirin in einer Kleinstadt (Action Comics Annual #1) und dann noch eine Hommage an die Fantastic Four eingefügt (The Adventures of Superman #466). Erstere ist zwar auch ein Team-up mit Batman, aber letztere hat keinen Bezug zu all dem. Ein Band also, den man wenigstens in dieser Form nicht braucht. Aber auch so ist Dark Knight Over Metropolis nur etwas für neugierige Komplettisten.

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DCeased geht weiter: Dead Planet

DC Comics

Im vergangenen Jahr stürzte Autor Tom Taylor das DC-Universum in die Zombie-Apokalypse: Seine Miniserie DCeased war beliebt bei Fans und Kritik (bei mir nicht so, aber wer bin ich schon?). Am 19. Mai erscheint der dritte und letzte Teil des Spin-offs DCeased: Unkillables, das von den Schicksalen der Schurken in der Krise erzählt.

Jetzt hat Taylor im Hollywood Reporter eine Fortsetzung angekündigt: Die Miniserie DCeased: Dead Planet handelt davon, wie eine Generation von Superhelden nach fünf Jahren zur zerstörten Erde zurückkehrt, um auf einen Hilferuf zu antworten: Superman (Jonathan Kent), Batman (Damian Wayne) und Wonder Woman (Cassie Sandsmark) treffen auf Doctor Fate, Swamp Thing, Constantine und Zatanna. Zeichner ist wieder Trevor Hairsine. Die erste Ausgabe soll am 30. Juni 2020 erscheinen.

Taylor verspricht: „There will be despair, there will be heroic sacrifices, but there will also be comedy and triumph mixed in with, you know, all those shocking deaths of beloved heroes.“ Aber diesmal soll auch die Hoffnung nicht zu kurz kommen.