Gary Frank

„Three Jokers“: Geoff Johns kündigt neuen Comic an

Three Jokers

DC Comics

Das Geheimnis der drei Joker könnte bald gelüftet werden: DC-Autor Geoff Johns hat einen neuen Comic-Titel namens Three Jokers angekündigt. Jason Fabok soll die Geschichte zeichnen. Die beiden haben bereits an Justice League zusammengearbeitet. Auf Johns‘ Website heißt es noch kryptisch: „‚Three Jokers‘ is a mystery unlike anything the Dark Knight has faced. One that will shed a new light on The Batman and those closest to him as everything he’s ever believed about The Joker comes into question.“ Noch ist unklar, wann und wie Three Jokers erscheinen wird: als Serie, Mini-Serie oder als One-Shot.

Hintergrund: In Justice League #50 hat Batman den Möbius-Stuhl gefragt, wie der Joker wirklich heißt. Der Stuhl antwortete, es gebe drei Namen. Aufgegriffen wurde das Thema erneut in DC Universe Rebirth #1, allerdings ohne Neues preiszugeben. Darin sind Joker-Inkarnationen aus unterschiedlichen Epochen auf dem Bildschirm des Batcomputers zu sehen. Seltsam, dass Batman beim Stuhl nicht nachgefragt hat – aber dann wäre ja nicht mehr spannend.

Im Herbst 2018 soll Johns‘ neue Shazam!-Serie herauskommen. Der Autor kündigt auch einen dritten Teil von Batman: Earth One an, allerdings ohne Datum. Der wird wahrscheinlich erst nach der Serie Doomsday Clock erscheinen, in die Johns noch mit Zeichner Gary Frank eingebunden ist. Das kann sich aber noch hinziehen, denn bislang sind nur fünf von zwölf geplanten Ausgaben erschienen und DC hat den Erscheinungszyklus auf zwei Monate heraufgesetzt. Teil 6 erscheint am 18. Juli 2018.

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Wissen ist Macht

DC Comics

Titel: Brainiac

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2008 (Action Comics #866-870, Superman: New Krypton Special #1), Paperback 2009, 2013 (als Last Son of Krypton)


„They call you Superman. Why would they call you that — when you are not a ‚man‘ at all? And ’super‘? There is nothing super about you.“ (Brainiac)

Die Story ist simpel: Brainiac kommt zurück und stiehlt Metropolis für seine Flaschenstadtsammlung, dann entführt er Superman und will die Erde vernichten. Superman verhindert das zusammen mit Supergirl. Wenn uns die Handlung bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass sie bereits ähnlich 1958 in Action Comics #242 erzählt wurde. Diese Story ist eine Art modernisiertes Update mit einigen starken Änderungen.

Brainiac geht es um reine Informationen. Wissen ist Macht, ist seine Devise. Das Leben interessiert ihn nicht, die Erde und ihre Bewohner sind für ihn minderwertig – und auch an Superman ist für ihn nichts super. Das wird ihm zum Verhängnis. Brainiac wird besiegt wie in Krieg der Welten, indem er mit dem Leben selbst konfrontiert wird.

Dank der Zeichnungen von Gary Frank (Superman: Secret Origin, Batman: Earth One) wird der Comic zum Genuss. Kaum einer zeichnet so klar und zugleich so lebensnah, dass jedes Gesicht und jeder Körper wirken, als könnten sie sich gleich in Bewegung setzen. Brainiac bekommt eine Aura verliehen, die an H.R. Gigers Alien erinnert. Das macht den Schurken zu einem unheimlichen Gegner.

ACHTUNG: SPOILER!

Am Ende wird auch Kandor befreit. Nicht nur aus Brainiacs Sammlung, sondern auch vergrößert. (Allerdings am Nordpol, neben der Festung der Einsamkeit.) Und Jonathan Kent stirbt. Superman hegt einen so großen Hass gegen Brainiac, dass er davon träumt, ihn zu Brei zu schlagen. Eine ungewohnte Seite, den friedfertigen Helden so aggressiv zu sehen.

Mehr zum Thema:

DC-Helden treffen Watchmen in „Doomsday Clock“

„The End is Nigh“, stand einst auf dem Schild von Walter Kovacs alias Rorschach, der durch die Straßen von New York ziehend den drohenden Weltuntergang ankündigte. Wer Watchmen gelesen (oder den Film gesehen hat), weiß, dass es nicht so schlimm geworden ist – allerdings ließ das Ende die Möglichkeit offen. Seit dem Start von DC Rebirth wissen wir, dass das nicht das Ende der Geschichte ist. Batman fand den Button des Comedian in seiner Höhle, Dr. Manhattan hat irgendwas mit all dem zu tun. Batman und The Flash sind dem Rätsel bislang nachgegangen. Ende des Jahres beginnt die langerwartete Fortsetzung: Doomsday Clock wird eine zwölfteilige Mini-Serie werden, geschrieben von Geoff Johns (Flashpoint, Batman: Earth One) und gezeichnet von Gary Frank (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin). Und auf dem ersten Cover wird zu lesen sein: „The End is Here“.

Die erste Ausgabe erscheint am 22. November 2017 in den USA und soll laut DC 40 Seiten umfassen. Preis: 4,99 US-Dollar. Wem das zu teuer ist (60 Dollar für die gesamte Serie), wird wohl bis zum Jahr 2019 (!) warten müssen, bis die Serie voraussichtlich gesammelt in einem Band erscheinen wird (wenn es keine Verzögerungen gibt). Für die einen wird Doomsday Clock eine harte Abwägung gegen Kosten und der Befriedigung der Neugier. Für die anderen eine Gewissensfrage, ob man die (nicht von Alan Moore autorisierte) Fortsetzung eines ein Comic-Meisterwerks wie Watchmen überhaupt lesen sollte oder ob das Frevel wäre.

Alter schützt vor Torheit nicht

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight Dynasty

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Scott Hampton, Gary Frank, Scott McDaniel

Erschienen: 1997 (One-shot)


„I win again. But then, I always do.“ (Vandal Savage)

2300 Jahre Waynes, drei Generationen von Batmen: als Kreuzritter im Mittelalter, als Dunkler Ritter in der Gegenwart, als High-Tech-Kriegerin in ferner Zukunft. Und alle drei müssen sich mit Vandal Savage rumschlagen, jenem unsterblichen Schurken, der einem mysteriösen Meteorit nachjagt. Dafür tötet er sogar Bruce Waynes Eltern. Wozu der ganze Ärger, das erfährt man erst am Ende: auch der Böse hat einfach nur das grundmenschliche Bedürfnis zu wissen, was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Der Aufwand wirkt dann doch etwas übertrieben, vor allem gegen Ende, wenn er einen ganzen Kult um sich begründet. Gastauftritte haben eine Art Catwoman des Mittelalters und eine weibliche Scarecrow, Scarecrown genannt.

Dass sein hohes Alter Vandal Savage aber nicht unbedingt weiser macht, zeigt auch ein Plot-Element, das immer wiederkehrt: In jedem der drei Kapitel lässt er den Helden in einer Todesfalle zurück und lässt ihm damit jedesmal die Gelegenheit zur Flucht – im zweiten Kapitel sogar zweimal. Okay, das ist nicht unbedingt ein Klischee mehr, es ist einfach ein Topos von Heldengeschichten. Aber gleich viermal den gleichen Fehler zu begehen, lässt dann doch am Verstand des angeblich superschlauen Superschurken zweifeln und wird zum Running Gag, der die Story unfreiwilligen komisch macht. Noch lächerlicher ist nur noch ein Affe, der in der Zukunft zu Robin wird (warum nur, warum?).

Visuell macht Dark Knight Dynasty wenigstens zu zwei Dritteln etwas her: Die gemalten Seiten von Scott Hampton (Night Cries) im Mittelalter-Teil und die von Gary Franks (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin) Gegenwarts-Teil sind wahre Hingucker. Dagegen ist das Finale von Scott McDaniel und Bill Sienkiewicz nicht nur sperrig gezeichnet, sondern lässt auch schwer der Handlung folgen.

Insgesamt ist Dark Knight Dynasty zwar episch angelegt, aber kann seinen Anspruch nicht ganz erfüllen, weil es dann doch bloß in Banalitäten abdriftet.

Christopher Reeve zurück im Comic

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – Secret Origin

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2009-2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2012 (Paperback)


„I don’t want to be different. I want to be Clark Kent.“

Wie fühlt es sich an, wenn man beim Heranwachsen entdeckt, dass man Superkräfte hat? Dass man damit nicht nur Menschen helfen, sondern ihnen auch wehtun kann? Dass man auf Sport mit Freunden verzichten muss, um keine Gefahr für sie darzustellen? Es muss ein schreckliches Gefühl sein. Dieser Konflikt ist der Ausgangspunkt für Supermans Secret Origin, einer Neuinterpretation der Entstehungsgeschichte von Geoff Johns. Und mit Zeichner Gary Frank findet die Story auch auf visueller Ebene die nötige Sensibilität: mit feinem Strich und lebensnah-dynamischen Figuren wird der Comic geradezu veredelt.

Inspirieren lässt sich Johns von der TV-Serie Smallville, in der Clark Kent bereits seit der Jugend Lex Luthor kennt (was aber streng genommen keine große Rolle spielt), Frank wiederum lässt mit seiner Superman-Interpretation den Schauspieler Christopher Reeve auferstehen, der 2004 gestorben ist. Im zweiten Kapitel bricht das Niveau jedoch gegenüber dem starken Auftakt ein: Clark Kent wird von seiner Mutter in das spätere blau-rote Kostüm gesteckt und agiert zunächst als Superboy, bis er kurz darauf Besuch von der Legion of the Superheroes aus der Zukunft bekommt. Sie nehmen ihn mit in ihre Zeit und zeigen ihm, wie toll es ist, ein Superheld zu sein, aber die Episode wirkt wie ein Fremdkörper in dieser sonst linear verlaufenden Geschichte. Zu allem Überfluss kommt noch der Superhund Krypto hinzu, was aber nur angedeutet wird, er ist nie im Bild zu sehen.

In Kapitel drei gibt es einen Zeitsprung: Clark fängt beim Daily Planet an und darf sich schon am ersten Tag mit Lois Lane auf eine Lex Luthor-Pressekonferenz einschleichen. Es kommt zu einem Unfall, Lois stürzt in die Tiefe, Superman rettet sie – und hat ein paar Freunde und mit Lex einen Feind gewonnen. Es folgen Begegnungen mit dem Parasiten und Metallo. Das ist alles nichts Neues, aber sehr frisch erzählt, sodass man auch kein Superman-Fan sein muss, um sich davon unterhalten zu lassen.

Wiedergeburt eines Universums

DC Comics

DC Comics

Titel: DC Universe Rebirth #1

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank, Ethan Van Sciver, Ivan Reis, Phil Jimenez

Erschienen: 2016 (One-shot)


„I love this world, but there’s something missing.“ (Flash/Wally West)

Es ist wohl das meisterwartete DC-Heft des Jahres: DC Universe Rebirth #1. Es soll der Anfang einer neuen Ära sein, kein Reboot, sondern ein sanfter Neustart, mit ein paar Änderungen des Status quo und einer neuen Heftzählung. Aber so ganz für sich allein steht der One-shot nicht, er setzt die letzten Ereignisse des The New 52-Universums voraus und ist bloß der Auftakt zu mehr. In einem Satz: Das DC-Universum verschmilzt mit dem der Watchmen.

Was muss man zuvor wissen? (Spoiler!)

Gleich auf der ersten Seite steht, dass man zuvor Justice League #50 und Superman #52 gelesen haben sollte. Aber das ist nur die Minimalanforderung, denn die beiden letzten Nummern der Serien enthalten bloß die Schlusskapitel der Storylines Darkseid War und The Final Days of Superman – und da ist einiges los. In Kürze: Darkseid stirbt im Kampf mit dem Antimonitor und wird wiedergeboren, Jessica Cruz wird zu Green Lantern, der New-52-Superman stirbt und wird durch den klassischen Superman ersetzt, der mit Lois Lane verheiratet ist. Und was die große Enthüllung von Jokers wahrer Identität angeht, kommen mehr Rätsel als Antworten auf: es gibt drei Joker! Aber was das bedeutet, weiß Batman selbst nicht. (Und offenbar hat er vergessen, den Möbius-Stuhl danach zu fragen.)

Justice League 50: Batman und die drei Joker (DC Comics)

Justice League 50: Batman und die drei Joker (DC Comics)

Was passiert in DC Universe Rebirth? (Mehr SPOILER!)

Flash Wally West, der in der Speed Force festhängt, versucht, verschiedenen Helden mitzuteilen, dass mit dem Universum, wie sie es kennen, etwas nicht stimmt. Offenbar sind während des Flashpoint-Events, bei dem Flash (Barry Allen) die Vergangenheit geändert hat, zehn Jahre verloren gegangen. Zunächst sucht Wally Batman auf und erklärt ihm, dass alles mit dem Brief angefangen habe, den sein Vater (Thomas Wayne) ihm geschrieben hat. Flash Barry Allen hat Batman diesen Brief am Ende von Flashpoint überreicht. Doch niemand erinnert sich an Wally, immer wieder verschwindet er in der Speed Force, bevor er etwas erreichen kann. Schließlich wird er von Barry Allen aus seiner Lage befreit. Barry erinnert sich wieder an seinen vergessenen Sidekick. Dann sagt Wally, dass jemand die Jahre aus dem Universum gestohlen habe, um die Helden zu schwächen, dass ein neuer Krieg mit dem oder den Unbekannten anstehe – und dass sie beobachtet würden. Am Ende sieht man endlich, um wen es sich handelt: Batman entdeckt in der Bathöhle den blutbefleckten Smiley-Anstecker des Comedian aus Watchmen.

Im Epilog sieht man, wie auf dem Mars die (am Anfang des Hefts erwähnte) kaputte Armbanduhr von Wally West wie durch Geisterhand repariert wird, dazu erscheint ein kurzer Dialog zwischen Dr. Manhattan und Adrian Veidt (Ozymandias), ohne dass man sie sieht: „I did the right thing, didn’t I? It all worked out in the end“, sagt Adrian. – „In the end?“, sagt Dr. Manhattan. „Nothing ends, Adrian. Nothing ever ends.“ Das letzte Bild zeigt eine gelbe, blutbefleckte Uhr, die auf viertel vor zwölf steht. Darunter der Satz: „The Clock is ticking across the DC Universe!“ Und damit endet Rebirth #1.

Was erfahren wir über die drei Joker?

Nichts. Batman ist gerade beim Herumrätseln, als er von Flash gestört wird. Auf dem Monitor des Batcomputers sieht man drei Joker: den aus dem Golden Age, den aus The Killing Joke und dem aus Endgame. Batman hat noch immer keine Ahnung. Allerdings könnte das Ende einen ersten Hinweis darauf geben: Eine gewisse Nähe zwischen den Namen Joker und Comedian ist nicht zu leugnen (auch wenn die Körper und Gesichter ganz anders aussehen.)

Rebirth 1: Drei Joker. (DC Comics)

Rebirth 1: Drei Joker. (DC Comics)

Was ist aus Rebirth zu schließen?

Offenbar spielt der allmächtige Dr. Manhattan eine große Rolle bei der Schöpfung des DC-Universums von The New 52. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Ebenso wie über die Joker-Frage. Oder man wartet einfach geduldig auf die Fortsetzungen. Eines wird aber ganz deutlich: das Dilemma von DC. Einerseits blickt stolz man auf eine lange Tradition zurück, andererseits blicken nur wenige völlig durch bei den ganzen Helden, Storys und Welten. Einerseits will man neue Leser gewinnen, andererseits will man die alten nicht verlieren. Einerseits will man sich immer wieder neu erfinden, die Leser überraschen und ihnen etwas bieten, was sie noch nicht kennen. Andererseits läuft man dabei Gefahr, sich zu weit weg vom Vertrauten zu entfernen. Ob der Untergang des Multiversums in Crisis oder seine Neu-Entstehung in Infinite Crisis, ob der Radikal-Reboot von The New 52 oder der sanfte von Rebirth – es wird immer bei diesem Dilemma bleiben. Und mit jeder Neu-Ordnung stiftet man eigentlich bloß mehr Verwirrung.

Was taugt Rebirth #1?

Geoff Johns erzählt mal wieder so eine typische nostalgische Flash-Geschichte, die sehr an sein Flash Rebirth erinnert und noch einmal die gesamte Flash-Geschichte aus Wally Wests Sicht rekapituliert. Das ist alles fein gemacht, sensibel ausgeführt, in gewohnter hoher Qualität gezeichnet. Das Uhrenmotiv leitet sauber zu dem Thema Watchmen über. Über dieses Heft kann man viel sagen, vor allem über die Bezüge zur Vor-Flashpoint-Ära und die Wiederkehr einiger Nebencharaktere, aber eigentlich auch nur sehr wenig, denn die Story ist nichts als ein Übergang zwischen The New 52, das implizit als Fehler benannt wird, und etwas Neuem, von dem wir noch nicht genau wissen, worauf es hinausläuft. Außer natürlich auf eine Konfrontation mit Alan Moores Watchmen.

Eine gute Idee? Nach der Lektüre von Before Watchmen: Dr. Manhattan dachte ich mir: Warum erzählt DC diese sinnlosen Prequels, die nichts anderes tun, als Altbekanntes breitzutreten, statt (wenn man die Kuh schon weiter melken muss) eine Fortsetzung zu machen? Und wäre es nicht cool, wenn man die Watchmen auf die DC-Helden treffen ließe? Genau das wird demnächst wohl passieren. Unabhängig von den Gründen für den Einfluss auf das Universum (die eigentlich willkürlich sind) könnte darin das Potenzial für eine interessante Geschichte stecken, wenn man die Themen der Watchmen auf Superman, Batman und Co. überträgt.

Eine Warnung: Rebirth #1 taugt nicht als Startpunkt für neue Leser. Es wird zu viel vorausgesetzt. Zwar wird viel erklärt (vor allem die Ereignisse aus Flashpoint), aber um alles zu durchdringen muss man nicht nur die beiden oben genannten letzten Superman- und Justice League-Storys lesen, sondern eigentlich auch alles, was dazu geführt hat. Also die gesamte New 52-Reihe. Und natürlich Watchmen. Wer diesen Klassiker noch nicht kennt (oder nur den Film), sollte das spätestens jetzt dringend nachholen. Watchmen ist nicht nur eine herausragend erzählte Geschichte, sie setzt (neben The Dark Knight Returns) auch Maßstäbe für alle künftigen Superhelden-Geschichten. Das gilt vor allem für Rebirth und seine Folgen.

Eine Ermunterung: Das Heft kostet nur drei Dollar und bietet 80 Seiten, davon 66 Seiten Story. Ein fairer Deal.

(UPDATE: Laut Panini Verlag soll DC Rebirth Anfang 2017 auf Deutsch erscheinen.)

Coverwahn #4

Joker, Mutant, Superman, Robin, Wonder Woman – das Figuren-Repertoire von The Dark Knight Returns ist ebenso begrenzt wie die Einfälle für die Variant Covers von Dark Knight III: The Master Race. Und so sehen wir auch beim nächsten Schub von Titelbildern immer dieselben ikonischen Motive. Zwar ist ein Werk von Brian Bolland eigentlich immer bemerkenswert, aber bei seinem Titelbild stehen Batman und Joker planlos nebeneinander wie beim Fotografen und scheinen auch nicht zu wissen, was sie tun sollen. Beim Mutantenanführer sehen wir Batman einen Schritt weiter als zuvor: nicht mehr beim Kampf, sondern nach seinem Triumph – immerhin als episches Gemälde. Gary Frank (Batman: Earth One) lässt Superman einen Kryptonitpfeil fangen, Josh Middleton fällt nichts besseres als eine planlose Collage von Batman mit Wonder Woman und Robin ein. Da ist es im Zweifel besser, wie Altmeister Neal Adams einfach nur einen hopsenden Batman vor dem Nachthimmel mit ganz viel bauschendem Cape zu machen. Eine einfache Heldenpose geht immer.

Doch auch DK3-Ko-Autor Frank Miller hat ein Cover beigesteuert: für den ersten Mini-Comic über Atom. Wir sehen den kleinen Helden vor dem Hintergrund des Batsignals am Nachthimmel, in der Bildmitte schwebt ein klobiger Superman mit einer Mimik und Haltung, als würde er auf dem Klo sitzen. Millers ohnehin sperriger Stil hat sich bereits bei DK2 stark gewandelt, noch immer neigt er zur Übertreibung und lässt die Figuren wie Karikaturen aussehen. Angesichts dessen kann man nur froh sein, dass nicht er, sondern Andy Kubert für die Zeichnungen der Hauptstory zuständig ist.

War’s das endlich mit dem Cover-Wahn?  Nein, es kommen noch 20 weitere Variants. Mindestens. Und wir reden immer noch von Ausgabe eins. Oh je …

Ein UPDATE!

DC Comics hat ein Video herausgebracht, in dem nicht nur mehr Cover, sondern auch ein paar Panels und Seiten aus der ersten Ausgabe zu sehen sind – und das ist wirklich beeindruckend. Die Verleger Dan DiDio und Jim Lee plaudern ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzählen, was sie an dem Projekt DK III begeistert. Schön, erwachsene Männer zu sehen, die sich immer noch wie kleine Jungs freuen können.

Versuch und Irrtum

DC Comics

DC Comics

Titel: Earth One Vol. 2

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2015 (One-shot)


„You’re not much of a detective, are you?“ (James Gordon)

„See, Bruce, you might have worked out who you are. But in Gotham, you never know who anyone else really is.“ (Alfred Pennyworth)

Dieser neue Typ im Fledermauskostüm mag zwar gut darin sein, den Abschaum der Straße aufzumischen, aber er hat keine Ahnung davon, wie man sein Hirn benutzt: Am Tatort trampelt er auf Beweisen herum, verwischt mögliche Fingerabdrücke. Batman hat sich schon mal geschickter angestellt. Doch auf Erde eins ist er nicht nur ein Neuling, er ist auch ein Greenhorn, dessen Lehrjahre mit dem Anlegen der Maske und dem Bestehen der ersten Feuerprobe noch längst nicht beendet sind. Während er sich von James Gordon sagen lassen muss, mal seinen Verstand einzuschalten, meint Alfred, er solle mal lieber ein scumbag oder lowlife vom Dach werfen, um ein Zeichen zu setzen.

Im zweiten Teil der Earth One-Saga, einer alternativen Welt, muss Batman Muskeln und Hirn einsetzen, um gegen zwei klassiche Schurken zu bestehen: Killer Croc und Riddler. Letzterer terrorisiert die Bürger Gothams mit Rätselspielchen, die darauf hinauslaufen, dass Menschen sterben – aber er selbst bleibt das größte Rätsel. Man hört nur seine Stimme, man sieht ihn nicht und weiß nicht, was er mit dem Terror vorhat. Schließlich fällt der Verdacht auf Bruce Wayne zurück, Alfred kommt in den Knast – und Batman rackert sich ziemlich ab, um nicht nur sich selbst zu behaupten, sondern auch seine Beziehung zu Jessica Dent, der neuen Bürgermeisterin und Zwillingsschwester von Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent, aufzubauen. Der Bruder hat allerdings seine Vorbehalte.

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Vorschau: Neue Batman-Comics von April bis Juli 2015

DC Comics

DC Comics

Harley Quinn und der Riddler, eine Würdigung des Zeichners Norm Breyfogle sowie neues von Erde Eins und dem Dreamteam Snyder-Capullo: Die für die nächsten vier Monate angekündigten Batman-Comics machen viel Vorfreude. Eine Übersicht.

Im April widmet DC dem Riddler einen eigenen Band, in dem seine besten Auftritte gesammelt sein sollen. Auf fast 300 Seiten wird folgendes geboten: Detective Comics #140, #142, #377, #822, #837, Batman #171, #179, #292, #317, #362, Batman: The Riddler #23.2 (Villain’s Month), Brave and Bold #183, Joker’s Asylum II: The Riddler #1 and Legends of the Dark Knight 100 Page Super Spectacular #2.

Im Mai kommt endlich der sechste Band von Scott Snyders und Greg Capullos Batman-Serie. Nein, noch nicht das lang erwartete Endgame (es soll so großartig sein, dass das Warten bis zum Herbst schmerzt), sondern Graveyard Shift. Dabei handelt es sich um eine Resterampe von bisher nicht in Buchform veröffentlichten Heften: Batman #0, #18-20, #28, #34 and Batman Annual #2. Also Lückenbüßer und ein paar Anekdoten aus der Vergangenheit (Stichwort: Zero Year). Wir freuen uns trotzdem drauf, etwas Neues von dem Dream-Team zu lesen.

Eine Woche später soll der zweite Band von Earth One erscheinen. Der alternative Origin von Geoff Johns und Gary Frank erfreute sich großer Beliebtheit und auch ich fand ihn zumindest gut erzählt (wenn auch die Story nicht sonderlich innovativ war). Bin gespannt, wie es jetzt weitergehen soll.

Ebenfalls im Mai kommt Detective Comics Vol. 6 raus. Die Story Icarus stammt von einem neuen Team – Francis Manapul und Brian Buccellato – und soll einen neuen Weg einschlagen. Es wird höchste Zeit. Bislang war der Neustart von Detective Comics eher enttäuschend und wirkte planlos.

Für den 2. Juni ist die Kurzgeschichten-Anthologie Legends of the Dark Knight Vol. 4 angekündigt. Zwei Tage später erscheint bei Panini eine Neuauflage einer alten Legends-Story: Mask (#39-40) soll laut Verlag „eine der psychologisch intensivsten Bat-Geschichten aller Zeiten“ sein. Bruce Wayne wird im Krankenhaus erklärt, dass er sich Batman nur einbildet. Das 48-Seiten-Heft wird auf 999 Exemplare limitiert sein und neun Euro kosten.

Am 7. Juli erscheint ein Sammelband, der sich dem Künstler Norm Breyfogle widmet. Auf über 500 Seiten werden Werke aus den 80ern und 90ern versammelt sein. Breyfogle hat kürzlich einen Schlaganfall erlitten und wegen einer unzureichenden Gesundheitsversicherung wurden Spenden für seine Genesung gesammelt. Wir haben bereits drei seiner Geschichten besprochen.

Außerdem erwartet uns im Juli eine Compilation zu Harley Quinn, der nervigen, aber beliebten Partnerin des Jokers, die ihren ersten Auftritt in der Animated-Serie hatte, aber längst in die Comic-Continuity aufgenommen wurde und sogar eine eigene Serie hat. Im Sammelband werden enthalten sein: Batman: Harley Quinn #1, Joker’s Asylum II: Harley Quinn #1, Batman: Gotham Knights #14, #30, Batman: Black and White #1, #3, Detective Comics #831, #837, Detective Comics: Harley Quinn #23.2 (Villain’s Month), Legends of the Dark Knight 100 Page Super Spectacular #1. Passend dazu erscheint schon am 31. März die Deluxe-Edition des Klassikers Mad Love.

Weitere Highlights:

  • Batman Beyond: Batgirl Beyond (8. April)
  • Batman Noir: Dark Knight Returns (5. Mai)
  • Batman Eternal Vol. 2 (14. Juli)
  • Batman: The Jiro Kuwata Batmanga Vol. 2 (14. Juli)
  • Second Chances (21. Juli, Batman #402-403, 408-416, Batman Annual #11)
  • Gothic Deluxe Edition (28. Juli)

Mit dem Kopf durch die Wand

DC Comics

DC Comics

Titel: Earth One (dt. Erde eins)

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2012 (One-shot)


„Wir sind in Gotham. Hier gibt’s nur böse Cops.“ (Bullock)

Die Aktion ist dumm gelaufen: Zuerst versagt die Hakenpistole, dann verschätzt sich Batman mit dem Sprung von Dach zu Dach und fällt in einen Haufen Müll. Die Räuber, die an ihm vorbeilaufen, verfolgt er gar nicht erst. Die Moral ist am Boden. Als er dann eine Obdachlose in einer Gasse kauern sieht, reicht er ihr immerhin ein paar Dollar bevor er in seinen Wagen steigt und davonbraust. So hat er wenigstens etwas Gutes in dieser Situation bewirkt.

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