Brainiac

Zwei glorreiche Halunken

DC Comics

Titel: The Team of Luthor and Brainiac

Autor/Zeichner: Cary Bates, Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1964 (Superman #167)


Es war nur eine Frage der Zeit. Wenn Lex Luthor es alleine nicht schafft, Superman zu besiegen, würde er sich früher oder später einen Verbündeten suchen. Nach seinem erneuten Knastausbruch (und einem gescheiterten Mordanschlag) braucht er einen Gedankenübertragungshelm, um den richtigen Partner zu finden. Da der Helm ins All und in die Vergangenheit schauen kann, erfährt Luthor die Entstehungsgeschichte von Brainiac.

Der ist nämlich nicht nur ein Außerirdischer, sondern auch eine Maschine, die von anderen (tyrannischen) Maschinen geschaffen wurde. Doch Brainiac ist seit seiner jüngsten Begegnung mit Superman im Knast. Allerdings ein Knast mit einer entscheidenden Schwachstelle: Wenn’s brennt, geht die Tür auf. Da musste erst Luthor drauf kommen. Kaum ist der Schurke draußen, schraubt Luthor ihm am Gehirn herum, um ihn nicht nur klüger, sondern auch gefügig zu machen. (Dafür wird Brainiac sich später revanchieren.)

Zusammen locken sie Superman in eine Falle: Sie berauben ihn seiner Kräfte, verkleinern ihn und sperren ihn in einen Käfig. Allerdings gehen sie dabei noch schlampiger vor als Superman mit seinem Knast: Sie sperren nicht einmal die Tür zu. Superman haut ab, startet eine von Luthors Raketen und ruft so Hilfe aus der Flaschenstadt Kandor herbei. Brainiac versetzt ihn dafür ins Koma, kann jedoch nicht verhindern, dass eine Horde kleiner Supermänner die Schurken überwältigt, sie verkleinert und sie in Kandor vor Gericht stellt.

Doch weil Superman in einem Koma steckt, aus dem ihm nur Brainiac befreien kann, werden die Schurken begnadigt, wenn er Superman wieder befreit. So geschieht es auch – und Superman muss die beiden Erzfeinde von dannen ziehen lassen. Na ja, dann bis zum nächsten Mal …

>> Liste der Superman-Comics

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Wissen ist Macht

DC Comics

Titel: Brainiac

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2008 (Action Comics #866-870, Superman: New Krypton Special #1), Paperback 2009, 2013 (als Last Son of Krypton)


„They call you Superman. Why would they call you that — when you are not a ‚man‘ at all? And ’super‘? There is nothing super about you.“ (Brainiac)

Die Story ist simpel: Brainiac kommt zurück und stiehlt Metropolis für seine Flaschenstadtsammlung, dann entführt er Superman und will die Erde vernichten. Superman verhindert das zusammen mit Supergirl. Wenn uns die Handlung bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass sie bereits ähnlich 1958 in Action Comics #242 erzählt wurde. Diese Story ist eine Art modernisiertes Update mit einigen starken Änderungen.

Brainiac geht es um reine Informationen. Wissen ist Macht, ist seine Devise. Das Leben interessiert ihn nicht, die Erde und ihre Bewohner sind für ihn minderwertig – und auch an Superman ist für ihn nichts super. Das wird ihm zum Verhängnis. Brainiac wird besiegt wie in Krieg der Welten, indem er mit dem Leben selbst konfrontiert wird.

Dank der Zeichnungen von Gary Frank (Superman: Secret Origin, Batman: Earth One) wird der Comic zum Genuss. Kaum einer zeichnet so klar und zugleich so lebensnah, dass jedes Gesicht und jeder Körper wirken, als könnten sie sich gleich in Bewegung setzen. Brainiac bekommt eine Aura verliehen, die an H.R. Gigers Alien erinnert. Das macht den Schurken zu einem unheimlichen Gegner.

ACHTUNG: SPOILER!

Am Ende wird auch Kandor befreit. Nicht nur aus Brainiacs Sammlung, sondern auch vergrößert. (Allerdings am Nordpol, neben der Festung der Einsamkeit.) Und Jonathan Kent stirbt. Superman hegt einen so großen Hass gegen Brainiac, dass er davon träumt, ihn zu Brei zu schlagen. Eine ungewohnte Seite, den friedfertigen Helden so aggressiv zu sehen.

Mehr zum Thema:

Die letzte Superman-Geschichte

Titel: Whatever Happened to the Man of Tomorrow? (dt. Was wurde aus dem Mann von morgen?)

Autor/Zeichner: Alan Moore/Curt Swan

Erschienen: 1986 (Superman #423, Action Comics #583), Paperback 1997, 2006 (DC Universe: The Stories by Alan Moore), 2009 (Whatever Happened to the Man of Tomorrow?); dt. Panini 2010 (Paperback)


„I think I’m going to die, and there’s so much in my life I have to get straight …“ (Superman)

Nachdem die Crisis on Infitite Earths das DC-Universum auf Null gesetzt hat, wurde es Zeit, von Superman Abschied zu nehmen, wie man ihn kannte. Also erschien in den Serien Superman und Action Comics die letzte Story über den Helden – vor dem Reboot (Man of Steel). Doch dabei handelte es sich auch nur um eine „Imaginary Story“, eine „Was wäre wenn“-Geschichte nach der Tradition des Silver Age.

Im Jahr 1997 ist Superman seit zehn Jahren tot. Lois Lane, die geheiratet hat, gibt einem Reporter ein Interview darüber, wie es zum Ende des Helden gekommen ist. Viele Schurken waren bereits erledigt, als eine Kette von Ereignissen in Gang kam: Bizarro begeht Suizid, nachdem er Amok läuft. Toyman und Prankster enthüllen öffentlich, dass Superman Clark Kent ist. Brainiac ergreift Besitz von Lex Luthors Körper. Eine Bande Metallos stürmt den Daily Planet und greift Clark Kents Freunde an. Superman rettet sie in die Festung der Einsamkeit. Brainiac folgt ihm dorthin zum letzten Gefecht.

Niemand kann behaupten, Batman hätte es nicht versucht.

Es kommen noch viele andere Helden und Schurken wie der Kryptonite Man. Doch die meisten Helden können Superman nicht helfen, weil sie von einem Energiefeld abgeschirmt werden (selbst Batman kommt nicht rein, obwohl er mit einem Holzknüppel dagegen schlägt). Viele sterben – selbst Krypto, der Hund mit dem Cape. Am Ende ist der schuld, der bisher gefehlt hat: Mr. Mxyzptlk, der Quälgeist aus der fünften Dimension. Superman tötet ihn. Aber weil Superman nicht töten darf, bringt er sich daraufhin selbst um. Er läuft durch ein Lager mit Goldenem Kryptonit, wodurch er seine Kräfte verliert, und erfriert daraufhin im arktischen Eis.

Aber natürlich ist das eine Lüge: Superman lebt mit Lois Lane als Jordan Elliott (abgeleitet von Jor-El) und hat mit ihr ein Kind, das mit bloßen Händen Kohlenstücke in Diamanten verwandeln kann. Das bedeutet aber auch, dass Superman offenbar nicht darunter zu leiden scheint, seinen Widersacher getötet zu haben.

Eine seltsame Geschichte. Hier geht es darum, vieles zu einem Abschluss zu bringen, aber ohne kanonischen Anspruch. Das heißt, dass wir sehen nur ein mögliches Szenario, das zugleich als Hommage an die Comics aus den 50ern und 60ern dient. Trotz der abgehetzten Handlung findet sich Raum für Komtemplation: Superman geht davon aus, dass er sterben wird, und will noch einiges zum Abschluss bringen, wie etwa Lois seine Liebe gestehen.

23 Jahre später, als Batman starb, erschienen nach diesem Vorbild zwei „letzte“ Batman-Ausgaben: Whatever Happened to the Caped Crusader? von Neil Gaiman und Andy Kubert.

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Superman und der Flaschensammler

DC Comics

Titel: The Super-Duel in Space!

Autor/Zeichner: Otto Binder/Al Plastino

Erschienen: 1958 (Action Comics #242), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


Brainiac gehört neben Lex Luthor zu Supermans Erzschurken. Ihr erstes Aufeinandertreffen stellte Superman bereits vor eine große Herausforderung und involvierte ihn auch stark persönlich.

Wie immer beginnt es damit, dass Lois und Clark gemeinsam unterwegs sind. Diesmal dürfen sie mit einem neuen Raumschiff mitfliegen. Kaum im All, kommt schon eine fliegende Untertasse, die sie beschießt. Clark pflegt wieder sein Image als Feigling und haut in einem Raumanzug ab, kurz darauf erscheint Superman und rettet das Raumschiff vor den Strahlen.

Aber das Alien Brainiac hat ohnehin Besseres zu tun: Städte klauen. Zuerst Paris, dann Rom, New York und so weiter. Alle großen Städte werden verkleinert und auf dem Raumschiff in großen Flaschen verstaut. Brainiac entführt die Menschen, weil seine Spezies durch eine Seuche ausgerottet wurde und er seinen Planeten wieder besiedeln will.  Warum er nicht einfach auf der Erde um Asyl bittet, bleibt unklar. Oder vielmehr glasklar: Sonst gäbe es die Geschichte nicht und Superman wäre um einen Schurken ärmer.

Als Brainiac sich im All kurz die Füße vertritt, greift Superman an – aber vergebens, denn Brainiac hat einen undurchdringlichen Schutzschild. Auch sein Raumschiff bleibt unbeschädigt, obwohl Superman so ziemlich alles danach wirft, was im All herumtreibt. Dann hat er die Idee: Er kehrt nach Metropolis zurück, lässt sich mit der Stadt verkleinern und an Bord des Schiffes holen.

Der kleine Superman bricht aus, versteckt sich in einer anderen Flasche und stellt fest, dass er in Kandor ist – der ehemaligen Hauptstadt seines Heimatplaneten Krypton. Dank eines Wissenschaftlers und eines metallfressenden Riesenmaulwurfs entkommt er und während Brainiac schläft, bringt Superman die Städte wieder zurück auf Normalgröße und auf die Erde.

Am Ende steht er vor der Entscheidung, entweder sich selbst oder Kandor wieder groß zu machen, aber der Wissenschaftler nimmt ihm die Entscheidung ab und Kandor bleibt klein. Superman bringt die Flaschenstadt in seine Festung der Einsamkeit. Die Wiederherstellung wird vertagt. Und der Superman-Mythos ist nicht nur um einen Schurken reicher, sondern auch um das wichtigste Souvenir.

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Die Irre, das Kind und der Roboter

Titel: Justice League Gods and Monsters Chronicles

Regie/Drehbuch: Bruce Timm/Alan Burnett

Erschienen: 2015 (Machinima/YouTube)


 „Am I gonna need a save word?“ (Steve Trevor)

Ein blutbeflecktes Schlachthaus mit Beilen, Sägen und Hämmern, menschliche Leichenteile im Kühlschrank. Harley Quinn, die mit ihrer Schminke selbst an Frankensteins Monster erinnert, hat sich eine Familie mit ausgestopften Leichen gebastelt, die Gesichter mit Klammern zum Grinsen gebracht, Fliegen schwirren um die Toten herum. Batman, ein Vampir mit roter Brille, rächt sich auf seine Weise …

Twisted, das erste Video, das einen Vorgeschmack auf den Langfilm Justice League Gods and Monsters gibt, verstärkt den Eindruck des Trailers, dass diese alternativen Versionen der bekannten Superhelden keine Unterhaltung für Kinder ist. Die Batman-Szene ist düsterer als für Zeichentrickfilme üblich und überschreitet die Grenze zum Horrorfilm. Aber auch die anderen beiden Kurzfilme der Chronicles sind sehenswert.

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