Superman stirbt (schon wieder)

DC Comics

Titel: The Death of Superman (dt. Der Tod von Superman)

Autor/Zeichner: Dan Jurgens u.a.

Erschienen: 1992-1993 (Superman: The Man of Steel #17-19, Superman #73-75, The Adventures of Superman #496-497, Action Comics #683-684, Justice League of America #69), Paperback 1993, 2016 (New Edition); dt. Panini 2013 (Paperback), Eaglemoss 2015 (Hardcover)


Es kommt aus dem Nichts: Ein unbekanntes Monster (später Doomsday genannt) bricht aus seinem Gefängnis aus und zerstört alles, was sich ihm in den Weg stellt. Zuerst die Justice League. Dann Superman. Beide sterben. Aber natürlich nicht für immer …

Supermans Tod war 1993 ein großer Hype. Allein schon wegen der Symbolkraft. Es war nicht das erste Mal, dass Superman in den Comics starb. Scheintode und echte Tode in Parallelwelten gab es auch schon vorher. Aber hier wurde der Tod in epischer Breite erzählt, samt riesiger Trauerfeier und geheimnisvoller Rückkehr auf Umwegen. Es tauchten vier angebliche Supermänner auf, schließlich kam der echte im schwarzen Kostüm und mit langen Haaren zurück. Insgesamt umfasst die Saga über 1100 Seiten.

Aber die Story, die ich oben so kurz zusammengefasst habe, gibt nicht viel mehr her: Es ist nichts als eine große Prügelei. Ohne Sinn und Verstand. Doomsday ist kein Charakter, sondern reiner Zerstörungstrieb. Sieht schrecklich aus, macht alles platt, ohne Erklärung und Dialog. Die Liga, die nur aus B- und C-Helden besteht (Booster Gold, Blue Beetle, Guy Gardner, Ice, Fire, Bloodwynd) wird gnadenlos fertig gemacht. Der Kampf mit Superman zieht sich durchs halbe Land bis nach Metropolis. Am Ende gibt es nur noch epische Momente mit Splash Pages, die zum Schluss sogar doppelseitig werden.

Tiefere Bedeutung? Message? Jemand, der zwischendrin etwas Sinnvolles zu sagen hätte? Nein, nein, nein. Einfach nur Gekloppe. Reine Funktion: Superman muss sterben, also lässt man ihn gegen einen fast unbesiegbaren Gegner kämpfen. Das ist ermüdend und langweilig. Und auch etwas ärgerlich, wenn sich am Ende dämlicherweise sogar Lois Lane in den Kampf mit der Bestie einmischen will, um Superman zu beschützen.

Trotz ihrer Stumpfheit hat die Story Spuren hinterlassen, Doomsday wurde zu einem wiederkehrenden Gegner. In Superman: Doomsday ging der Kampf weiter (darin wird auch Doomsdays Herkunft erklärt), dann in Reign of Doomsday und schließlich in Superman: Doomed. Auch im Film war die Todes-Story beliebt: 2007 wurde sie – sehr frei – unter dem Titel Superman: Doomsday als Animationsfilm adaptiert, 2016 floss die Grundidee in Batman v Superman: Dawn of Justice ein und in 2018 soll sie erneut zum Zeichentrick werden, The Death of Superman, der sich diesmal treuer an die Vorlage halten soll (abgesehen von der Justice League, die aus Batman, Superman, Green Lantern, Flash, Aquaman und Cyborg besteht).

Der Tod von Superman war nicht der erste Tod eines Superhelden (siehe Crisis on Infinite Earths), aber er hat damit Schule gemacht. Im Laufe der Zeit bekam so ziemlich jeder große Held seine große Todesgeschichte – mit anschließender triumphaler Rückkehr, versteht sich. Auch Batman wurde kurz nach Supermans Tod von Bane gebrochen (Knightfall), 2009 „starb“ er durch Darkseid (Final Crisis). Manchmal ist die Qualität der Geschichte eben nicht so wichtig wie die Symbolkraft, die von ihr ausgeht.

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