Riddlers Coup des Jahrhunderts – mit Hühnern

DC Comics

Titel: The 1,001 Clue Caper or Why Did the Riddler Cross the Road?

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #317), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


1977 wirkte der Riddler in Who Killed the Batman? noch mordlüstig, er hat sogar damit geprahlt, Batman getötet zu haben, indem er ihn in die Luft gejagt hat, zwei Jahre später verfolgt er ganz andere Interessen – und als er im Finale Batman mit einer Waffe bedroht, schießt er nur zur Abschreckung.

Zunächst schickt der Riddler Batman ein Buch mit 1001 Rätseln – als Ankündigung dessen, was da kommen mag, auch wenn die Auswahl der Rätsel dafür etwas zu groß scheint. Auf dem Cover spricht er jedenfalls vom „Crime of the Century“. Dann entführt er einen Laster voller Hühner, um sie später auf ein paar Arbeiter loszulassen, die Stapel von Zeitschriften verladen. Der Riddler nutzt die Ablenkung, um die Hefte zu stehlen. Warum? Weil in den Stapeln Waffen versteckt sind, die er verhökern möchte. Das soll der Coup des Jahrhunderts sein? Na ja …

Das Neue daran ist höchstens, dass er diesmal kein Rätsel hinterlässt, außer dass das Rätselbuch aus der Gefängnisbibliothek stammt, was wiederum dazu führt, mal im Knast nachzufragen. Auf der Krankenstation liegt Edward Nigmas ehemaliger Zellengenosse seit einem gescheiterten Fluchtversuch in einer Art Wachkoma und murmelt einen Hinweis, der Batman und Robin zu dem falschen Zeitschriftenlager führt. Batman weiß daraufhin durch eine Eingebung, wo die Waffenübergabe stattfinden soll, also fahren sie zum Hafen, wo sie den Schurken nach einem kurzen Gefecht in einem Netz einfangen.

„Sometimes I wonder why I ever bother!“, sagt er, während er schmollt. Das fragen sich die Leser nach dieser Geschichte sicher auch. Von wegen „Crime of the Century“ …

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Kind, Mann, Detektiv, Rächer

DC Comics

Titel: The Four Faces of Batman

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Kevin O’Neill, Jerry Ordway, Alex Nino, Dan Jurgens, Paul Smith

Erschienen: 1985 (Batman Annual #9)


Batman ist nicht nur ein maskierter Superheld. Er ist vieles auf einmal. Mike W. Barr beleuchtet im Batman Annual #9 die Figur in vier Rollen: als Kind, als Rächer, als Detektiv und als Mann. Zum Kind wird Batman wieder, als er mitansehen muss, wie ein Junge seine Eltern verliert. Nach einem gescheiterten Raubüberfall gerät der Fluchtwagenfahrer in Panik und überfährt sie. Der Junge schwört Rache, aber Batman kann das verhindern, indem er selbst den Schuldigen aufspürt.

Als Bruce Wayne spielt er Detektiv: Ein alter Freund, der seit zehn Jahren im Rollstuhl sitzt, lädt Verwandte und Weggefährten ein, weil er einem von ihnen die Schuld an seiner Behinderung gibt. Kurz darauf wird er ermordet. Wer ist der Täter? Der Hinweis, den er hinterlässt, deutet auf alle vier hin, jeder könnte es gewesen sein, aber Batman findet schnell die Lösung – indem er ziemlich gewagt um die Ecke denkt.

Batman hat Blut an den Händen

Die letzte Geschichte zeigt Batman als Mann der Tat, wie er Kinder aus einem brennenden Krankenhaus rettet. Mehrere Zeugen erzählen der Polizei verschiedene Versionen der Geschichte, bis am Ende Batman selbst erzählt, wie es wirklich gewesen ist. Obwohl er nach 36 Stunden ohne Schlaf sein Leben riskiert und sich eine Kugel eingefangen hat, ist es für ihn nicht genug: „I’ve been too easy on myself, Alfred.“ Nicht einmal ausschlafen gönnt er sich. Das ist kein Heldentum mehr, das ist Selbstzerstörung.

Die krasseste Episode jedoch ist die über den Rächer („Avenger“): Nachdem eine Bande einen Raubüberfall begeht, bei der eine Frau an einem Herzinfarkt stirbt, schwört Batman, die Täter zu finden. Da sich die Bande jedoch einer Masche von Terroristen bedient hat, sind auch die hinter ihr her. Aber als die beiden Gruppen die Sache unter sich mit Geld regeln, geht ein Knall los. Die beiden Parteien schießen aufeinander und jagen sich gegenseitig mit Sprengstoff in die Luft. Den ersten Knall hat Batman verursacht, indem er draußen einen Böller explodieren ließ.

Sein Schlusswort fällt erschreckend zynisch aus: „Bank robber or self-proclaimed ‚revolutionary‘, they’re all the same…and they’ve shed innocent blood…for the last time.“ Dass Blut auch an seinen Händen klebt, scheint ihn hier nicht zu stören.

>> Batman 1980-1989

Catwomans Wiedergeburt

DC Comics

Titel: Catwoman: Her Sister’s Keeper

Autor/Zeichner: Mindy Newell/J.J. Birch

Erschienen: 1989 (Miniserie #1-4), Paperback 1991


In Batman: Year One bekam auch Catwoman eine neue Vorgeschichte: Selina Kyle war eine Prostituierte, die mit Bruce Wayne in einen Straßenkampf geriet, als er noch nicht Batman war. Später inspirierte sie Batman dazu, ein Katzenkostüm zu tragen. In der vierteiligen Serie Catwoman werden die Hintergründe näher beleuchtet.

Selina Kyle liegt bewusstlos in einer Gasse, zusammengeschlagen von ihrem Zuhälter Stan, als sie von einer Nonne aufgefunden wird. Ein Polizist bietet ihr Hilfe an, sie lehnt zunächst ab, kehrt zurück zu Stan, der ihr versichert, sie zu lieben, sie dann aber zum nächsten Kunden schickt – im Katzenkostüm, auch damit man ihre blauen Flecken nicht sieht. Selina ruft schließlich doch den Cop an, der sie zu Ted Grant schickt. Der ehemalige Superheld Wildcat bringt ihr bei, wie man sich verteidigt. Außerdem rät er ihr, sich die Haare kurz schneiden zu lassen und zeigt ihr später, wie man eine Peitsche benutzt. Im Katzenkostüm nimmt sie schließlich Rache an ihrem Peiniger, doch dann entführt Stan ihre Schwester Madgalene (Maggie) – eine Nonne. Hier kreuzen sich die Wege mit Batman.

DC Comics

Her Sister’s Keeper, wie der Titel des Paperbacks lautet, orientiert sich stark an Year One, die Sequenzen, die Catwoman betreffen, werden teilweise Panel für Panel nachgezeichnet. Gotham wird wie bei Frank Miller realistisch dargestellt als raues Pflaster, in dem ein Menschenleben nicht viel wert ist, erst recht wenn es sich um eine Prostituierte handelt. Angenehmerweise wird Catwoman nicht so stark sexualisiert aufgeladen wie später in den 90ern (oder auf dem Cover des Paperbacks).

Catwoman ist hier mehr als eine Rolle für Selina Kyle, sie wird zur zweiten Persönlichkeit, die ihr hilft, zu überleben. Zugleich hat sie aber auch Angst davor, weil die Katze eine Killerin ist. Am Ende geht es zwischen ihr und Batman um die Frage des Tötens: Selina gibt sich die Schuld für Stans Tod und ist danach bereit, einen Polizisten zu töten, der die minderjährige Prostituierte Holly Robinson misshandelt hat.

Trotz seiner Anlehnung an Year One kommt Her Sister’s Keeper nicht an das Meisterwerk heran. Trotz seiner Ausführlichkeit, wird anderes nur angedeutet, wie etwa Selinas Raubzüge, ohne zu erklären, wie sie zur Meisterdiebin wird. Viele Fragen zur Vorgeschichte, gerade was ihre Schwester betrifft, bleiben offen. Wenn sie zum Schluss Batman küsst und ihm danach den Krieg erklärt, wirkt es etwas forciert – so als müsste man noch schnell die Hassliebe als späteres Leitmotiv zwischen den beiden einführen. Aber wer sich für Catwomans Hintergründe interessiert, ist mit dieser Lektüre trotzdem gut bedient.

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Der Riddler bringt Batman in den Knast

DC Comics

Titel: The Riddler’s Prison-Puzzle Problem

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Frank Springer

Erschienen: 1968 (Detective Comics #377), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


Batman bekommt eine Benachrichtigung: Er kann in der Bibliothek ein bestelltes Buch über Krimonlogie abholen. Obwohl der Detektiv keines bestellt hat, fährt er mit Robin trotzdem vorbei. Als er das Buch vorsichtshalber mit einem langen Lineal öffnet, geht eine Bombe hoch. Zum Glück keine große. Und zum Glück macht die Bibliothekarin, angetan von dem prominenten Besuch, just im Moment der Explosion ein Foto, sodass auf dem Foto eine Nachricht in der Explosionswolke sichtbar wird: „Why is a diamond like a stew?“ (Was wäre eigentlich gewesen, wenn niemand ein Foto gemacht und Batman nicht überlebt hätte?)

Das klingt doch sehr nach dem Riddler. Eine wilde Assoziationskette später treffen Batman und Robin am Tatort ein, wo der Riddler gerade eine Goldmünzensammlung an sich nimmt. (Ist es nicht seltsam, dass das Dynamische Duo immer exakt dann eintrifft, wenn der Diebstahl noch im Gange ist?) Es folgen vier Seiten Prügelei. Der Riddler kommt in den Knast, kommt aber dann bald wieder auf Kaution frei. (Fragt sich nur, wie das bei einem manischen Wiederholungstäter sein kann.) Batman untersucht dessen Zelle und findet wieder einen Hinweis, den er gerade noch lesen kann, bevor er beinahe von einem Gas ausgeknockt wird, scheint aber nicht weiter schlimm zu sein.

Diesmal hat es der Riddler auf einen Diamantenring abgesehen. Am Tatort tappen Batman und Robin in eine Falle – aber keine Todesfalle, denn was würde der Riddler nur ohne die beiden machen? Er wäre arbeitslos! (Auch wenn er sie gerade noch in die Luft zu jagen versuchte.) Also gestaltet er die Falle so, dass seine Spielkameraden leicht entkommen können, aber wenn sie sich freisprengen, ruinieren sie den nächsten Hinweis, den der Riddler mit Spielklötzen vor ihnen aufbaut, und zwar so, dass sie ihn vom Käfig aus nicht lesen können. Also werfen sie zunächst die Klötze um, sodass sie sie lesen können, dann sprengen sie sich frei, folgen der Spur – und bringen den Riddler zur Strecke.

„When will I learn not to try and outwit Batman?“ Wieder ist Aufgeben keine Option. Edward Nigma hat seine Bestimmung gefunden: Zwanghaft muss er Verbrechen begehen und Fährten legen, auch wenn er gar nicht gefasst werden will – aber das alles ist nur ein Spiel um seiner selbst willen.

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Justice League „Snyder Cut“ erscheint 2021 auf HBO Max

Justice League (Warner Bros.)

Seit Jahren nervt eine bestimmte Gruppe von Zack-Snyder-Fans das Netz mit #ReleasetheSnyderCut, der Forderung, endlich die Version des Justice League-Films zu veröffentlichen, die Regisseur Zack Snyder vorgesehen hatte. Immer wieder sollten Leaks belegen, um wie viel toller diese Urfassung sein soll, als das unbefriedigende Ergebnis, das im Kino zu sehen war. Es schien aussichtslos, jüngst hat der YouTube-Kanal Screen Junkies sich mit einen Honest Trailer zum Snyder-Cut über die überzogenen Erwartungen lustig gemacht.

Doch jetzt ist das Unglaubliche wahr geworden: Der Snyder-Cut kommt wirklich – im Jahr 2021 auf dem neuen Streamingdienst HBO Max. Kein Gerücht, kein Wunschdenken, die Nachricht kommt direkt von Snyder, DC und HBO Max.

Laut Hollywood Reporter soll der Film insgesamt vier Stunden lang sein und könnte auch in sechs Teilen einer Miniserie erscheinen. Allerdings existiert – anders als oft behauptet – noch kein fertiges Produkt: Es fehlen noch Spezialeffekte und Musik, vielleicht wird es sogar Nachdrehs geben. 20 bis 30 Millionen Dollar soll die Postproduction kosten.

Snyder verspricht etwas ganz Neues: „It will be an entirely new thing, and, especially talking to those who have seen the released movie, a new experience apart from that movie“, sagt er. Obwohl er die Kinofassung angeblich nicht gesehen hat, behauptet er, sie enthalte nur ein Viertel dessen, was er gedreht habe. Diesmal soll auch der Superschurke Darkseid darin vorkommen, Snyder verspricht aber auch mehr Tiefe, was die Entwicklung der Charaktere angeht. Dann dürften auch die Szenen zu sehen sein, die 2016 auf der San Diego Comic-Con gezeigt wurden.

Snyder hat nach seinem umstrittenen Man of Steel und dem verrissenen Batman v Superman eine provisorische zweieinhalb-stündige Version von Justice League fertiggestellt, als seine Tochter Suizid begangen hat. Daraufhin ist er von dem Projekt zurückgetreten und Joss Whedon (The Avengers) hat den Film beendet. Whedon schrieb das Drehbuch um und drehte Szenen nach. Auf Druck des Studios hin wurde eine Zwei-Stunden-Version erstellt.

Das Resultat war zwar ein besserer Film als Batman v Superman, aber kein befriedigendes Ergebnis. Ein langweiliger Schurke, eine uninspirierte Handlung, ein schlecht retuschierter Schnurrbart und ein Gefühl von Unausgegorenheit. Nach mäßigen Kritiken, enttäuschten Fans und einem mageren Einspielergebnis wurde der Plan einer Fortsetzung verworfen und Warner Bros. änderte seine Superhelden-Strategie zu Solo-Filmen wie Wonder Woman, Aquaman, Shazam und anderen.

Snyder ist derzeit auch mit der Postproduction des Zombiefilms Army of the Dead beschäftigt, den er für Netflix dreht.

Gotham Adventures in neuer Form

DC Comics

Nachdem DC sämtliche Batman (& Robin) Adventures (aus den 90ern) in sieben Paperbacks neu aufgelegt hat, sind jetzt auch die Gotham Adventures dran. Zunächst angekündigt war ein erster Band mit den ersten sechs Ausgaben (eine Neuauflage der 2000er-Ausgabe), dann wurde er auf unbestimmte Zeit (bei Amazon steht „2080“) verschoben, also annulliert. Jetzt hat man sich eine neue Form überlegt: Nicht chronologisch sortiert, sondern nach Charakter: Batgirl, Nightwing, Robin bekommen eigene Bände.

Zunächst erscheint im August: Batman Adventures: Batgirl – A League of Her Own. Enthalten sein werden neben dem Special Batgirl Adventures #1 auch Gotham Adventures #8-9, #22, #38.

Im Oktober folgt Batman Adventures: Nightwing Rising. Darin wird zunächst die Mini-Serie The Batman Adventures: The Lost Years (#1-5) enthalten sein, die die Lücke zwischen den Zeichentrickserien Batman: The Animated Series und The New Batman Adventures (bzw. Staffel 3, auch als Staffel 4 bezeichnet) schließt. Darüber hinaus steckt noch Gotham Adventures #1 darin.

Im Januar 2021 soll Batman Adventures: Robin, The Boy Wonder erscheinen und die Ausgaben #7, 19, 29, 42, 54 sowie Batman Adventures #9 (Vol. 2, 2004) enthalten.

Es entsteht also ein Flickenteppich mit vielen Lücken (#2-6, #10-18, #20-21 etc.), der hoffentlich durch spätere Bände gefüllt werden wird, allerdings kann das noch lange dauern, weil die Bände sehr dünn ausfallen werden und die Serie insgesamt 60 Ausgaben umfasst. Insofern ist das Ganze mal wieder eine dieser nicht nachvollziehbaren (und ärgerlichen) Entscheidungen des Verlags.

Die zweite Batman Adventures-Serie (2003-2004) wurde seit 2004 bisher nicht neu als Paperback aufgelegt – und noch nie vollständig. Der Panini-Verlag hat das immerhin in Deutschland nachgeholt, mit zwei Bänden, die 2016 und 2017 erschienen sind.

Alle Einzelausgaben der Gotham und Batman Adventures sind digital bei Comixology zu kaufen. Dort erscheint auch die aktuelle Nachfolger-Serie Batman: The Adventures Continue.

>> Neue Batman-Comics 2020

Batman, Superman und der Kryptonit-Ring

DC Comics

Titel: Superman: Dark Knight Over Metropolis

Autor/Zeichner: John Byrne, Dan Jurgens, Jerry Ordway, Roger Stern u.a.

Erschienen: 1987/1990 (Action Comics Annual #1, The Adventures of Superman #466-467, Action Comics #653-654, Superman #44), Paperback 2013


Wie kam Batman eigentlich in den Besitz des Kryptonit-Rings? Das erzählt der Dreiteiler Dark Knight Over Metropolis. Aber eigentlich beginnt die Geschichte schon viel früher: In Superman #1 (Vol. 2, 1987) mit Metallos Kryponit-Herz, das Lex Luthor eine Ausgabe später zu einem Ring verarbeitet, später verliert Luthor wegen der radioaktiven Strahlung seine Hand (Action Comics #600, 1988).

Luthor beauftragt die IT-Expertin Amanda McCoy, Supermans Geheimidentität herauszufinden (ebenfalls schon in Superman #2, 1987). Das tut sie auch, aber Lex will ihr nicht glauben, dass Superman Clark Kent sein soll. (Was enorm an Luthors Intelligenz zweifeln lässt.) Er feuert sie, dann stiehlt sie den Kryptonit-Ring, um es zu beweisen – und bringt Clark dabei fast um. (Sehr seltsame Methode.) Kurz darauf ist McCoy selbst tot. Batman findet den Ring später bei Obdachlosen in Gotham.

Superman hat derweil andere Probleme: Die Reporterin Cat Grant soll von Intergang entführt werden, weil sie eine wichtige Zeugin in einem Prozess gegen die Bande ist. Als Batman Superman  aufsucht, um das Geheimnis hinter dem Ring und dem Mord zu lösen, schlägt Intergang zu …

Wir sehen: unfähige Superprofikiller, einen Möchtegern-Superhelden namens Gangbuster und Schurken, die statt unliebsame Reporterinnen einfach erschießen zu lassen, sie entführen, um ihre Erinnerungen umzuprogrammieren. Wir sehen außerdem: Supermans Vorbehalte gegenüber Batman, die schnell überwunden sind, um für die gute Sache zu kämpfen – und zwar so schnell, dass Superman ihm am Ende mit dem Ring sein Leben anvertraut.

So weit, so gut. Aber leider ist der Band vor all dem gefüllt mit banalem Unsinn, der nichts mit der Story zu tun hat. Statt die oben genannte Vorgeschichte abzubilden, hat man noch eine langweilige Geschichte über eine Vampirin in einer Kleinstadt (Action Comics Annual #1) und dann noch eine Hommage an die Fantastic Four eingefügt (The Adventures of Superman #466). Erstere ist zwar auch ein Team-up mit Batman, aber letztere hat keinen Bezug zu all dem. Ein Band also, den man wenigstens in dieser Form nicht braucht. Aber auch so ist Dark Knight Over Metropolis nur etwas für neugierige Komplettisten.

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Der Riddler gibt das Rätseln auf

DC Comics

Titel: The Riddle-less Robberies of the Riddler

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1966 (Batman #179), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


Das größte Rätsel des Riddlers ist, warum er überhaupt Rätsel als Hinweise hinterlassen muss, um seine Verbrechen anzukündigen. So ist es jedenfalls kein Wunder, dass Batman und Robin ihn jedes Mal schnappen. (Auch wenn die Lösungen oft weit hergeholt sind.) Nachdem der Riddler aus dem Knast ausgebrochen ist, stellt er sich die Frage selbst. Aber was ist die Lösung für das Problem? Nach einiger Grübelei kommt der Geistesblitz über ihn: Er sollte es einfach lassen!

Doch beim nächsten Juwelendiebstahl hält ihn etwas zurück: Er kann kein Verbrechen begehen, ohne dass er Rätsel hinterlässt – ein klarer Fall von Zwangsstörung. Also versucht Edward Nigma, sich selbst zu therapieren, liest ein paar Bücher und beim nächten Mal stiehlt er ohne Probleme ein paar alte Münzen von der Yab Soda Company.

Blumen, Minnesota und Napoleon

Derweil fragen sich Batman und Robin, wo die Rätsel bleiben, auf die sie warten. Sie vertreiben sich die Zeit mit anderen Missionen. Nachdem sie von Riddlers Diebstahl erfahren, fragen sie sich, ob sie die Hinweise nicht übersehen haben. Tatsächlich: In letzter Zeit gab es ein paar seltsame Ereignisse. Ein unbeschriebener Briefumschlag für Batman, eine Blume (Geißblatt bzw. Heckenkirsche) wurde Gordon geliefert, in der Polizeiwache hat ein Unbekannter die Umrisse von Minnesota an die Wand gemalt. Nach ein bisschen Knobelei ist klar: Damit war die Yab Soda Company gemeint! (Fragt mich bitte nicht, wie sie darauf kamen.)

Doch der Riddler weiß anscheinend nichts davon. Er ist ziemlich stolz darauf, dass er die Rätsel überwunden hat. (Wobei man sich dann fragt, warum er sich noch so nennt und das Fragezeichen-Kostüm trägt.) Auch danach passieren noch einige Seltsamkeiten: Ein Mann im Napoleon-Kostüm, ein Mann bewirft ein Brautpaar mit 25 Cents, ein Mann rennt mit einem Schild herum, auf dem steht „10+10=10“.

Die Macht des Unbewussten

Batman und Robin denken gar nicht daran, letzteren auszufragen, sie lösen lieber das Rätsel und erwischen den Riddler und seine Bande auf frischer Tat. Der Riddler bewirft sie mit explodierenden Puzzleteilen und einem übergroßen Kreuzworträtsel und ist erstaunt, wie Batman und Robin ihm auf die Spur gekommen sind – er hat sich doch seine Zwangsstörung abtrainiert. Aber nein: Offenbar hat er all die Hinweise unbewusst gegeben!

Im Knast findet er sich damit ab und beschließt, sich eben künftig bessere Rätsel einfallen zu lassen. Eine ordentliche Therapie kommt offenbar nicht infrage – und auch nicht das Aufgeben. Der Mann ist ein klarer Fall für eine Nervenheilanstalt, aber Arkham macht erst acht Jahre später auf … (und selbst dann ist er noch lange kein Insasse)

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Der Geist, der Clown und der Killer

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 3: Greetings From Gotham

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Christian Duce, Doug Mahnke

Erschienen: 2019 (Detective Comics #1006-1011), Hardcover 2020


„It’s time to let the moonshine in and enjoy the basic pleasures of life … the classics.“ (Joker)

Nach zwei längeren Storylines (Mythology, Arkham Knight) erzählt Peter J. Tomasi in Detective Comics drei kürzere Geschichten: von Spectre, Joker und Deadshot.

In der ersten wird Jim Corrigan von Anhängern eines Spectre-Kults entführt, um ihn zu töten und das gründgewandete Gespenst, das die personifizierte Rache Gottes darstellt, für eigene Zwecke zu missbrauchen. Spectre selbst bittet Batman um Hilfe. So ganz klar wird nicht, wozu er ihn braucht. Ich meine: Der Kerl ist doch schier allmächtig. Von daher wirkt es auch etwas albern, wenn er sich zunächst übergroß vor Batman aufbaut, ihn fängt und Batman sich dann mit allerlei Gadgets gegen ihn zur Wehr setzt. Am Ende geht alles auch sehr einfach. Aber: Ausdrucksstark gezeichnet ist diese Belanglosigkeit immerhin, der schaurige Stil von Kyle Hotz erinnert an Kelley Jones. Highlight: Spectre ergreift von Batmans Dino Besitz …

Mit dem Joker auf dem Rummelplatz

Die zweite Story ist die titelgebende: Der Joker lädt Batman – ganz klassisch – zu einem Abend im Vergnügungspark ein. Der Clown hat dafür alle Mitarbeiter und Besucher in Geiselhaft genommen. Batman muss mitspielen. Also fahren die beiden Achterbahn, Autoscooter und in den Liebestunnel. Der Joker hat riesigen Spaß, Batman eher weniger.

Diese simple Quatsch-Story erinnert an The Joker’s Playground of Peril (Batman #286, 1977) und weckt natürlich Erinnerungen an Klassiker wie The Dark Knight Returns und The Killing Joke. Allerdings ohne inhaltlichen Mehrwert. Von daher kann man sie eine Hommage nennen. Oder auch nostalgisch. Oder auch einfach nur: abgedroschen und einfallslos. Ich meine: Joker auf dem Rummelplatz? Das ist kein Topos mehr, das ist längst ein Klischee …

Mit Deadshot im Pazifik

Das Beste kommt zum Schluss: Auftragskiller Deadshot kapert ein Flugzeug, in dem Bruce Wayne und Lucius Fox zusammen mit ein paar anderen Millionären sitzen. Doch dann schlägt ein Blitz ein und das Flugzeug stürzt auf einer einsamen Insel im Pazifik ab. Zwei Kriegsveteranen – einer japanisch, einer amerikanisch – die seit dem Krieg abgeschottet von der Außenwelt dort festsitzen, versorgen den verletzten Bruce Wayne. Mit ihrer Hilfe besorgt er sich ein notdürftiges Batman-Kostüm und nimmt den Kampf mit Deadshot auf.

Klingt bescheuert? Ist es aber nicht. Tatsächlich ist das Ganze so stark und humorvoll erzählt, dass diese Episode am meisten Vergnügen macht. Es ist wahrscheinlich sogar die beste Story, seit Tomasi Detective Comics übernommen hat. Und wer hätte das gedacht: Deadshot steht auf The Who …

Zwischendurch sieht man, wie die nächste größere Geschichte vorbereitet wird: Mr. Freeze schließt einen Pakt mit Lex Luthor, um endlich seine geliebte Nora aus dem kryogenischen Schlaf zu holen – eine Story im Rahmen von „Year of the Villain„. Davon dann beim nächsten Mal mehr.

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DCeased geht weiter: Dead Planet

DC Comics

Im vergangenen Jahr stürzte Autor Tom Taylor das DC-Universum in die Zombie-Apokalypse: Seine Miniserie DCeased war beliebt bei Fans und Kritik (bei mir nicht so, aber wer bin ich schon?). Am 19. Mai erscheint der dritte und letzte Teil des Spin-offs DCeased: Unkillables, das von den Schicksalen der Schurken in der Krise erzählt.

Jetzt hat Taylor im Hollywood Reporter eine Fortsetzung angekündigt: Die Miniserie DCeased: Dead Planet handelt davon, wie eine Generation von Superhelden nach fünf Jahren zur zerstörten Erde zurückkehrt, um auf einen Hilferuf zu antworten: Superman (Jonathan Kent), Batman (Damian Wayne) und Wonder Woman (Cassie Sandsmark) treffen auf Doctor Fate, Swamp Thing, Constantine und Zatanna. Zeichner ist wieder Trevor Hairsine. Die erste Ausgabe soll am 30. Juni 2020 erscheinen.

Taylor verspricht: „There will be despair, there will be heroic sacrifices, but there will also be comedy and triumph mixed in with, you know, all those shocking deaths of beloved heroes.“ Aber diesmal soll auch die Hoffnung nicht zu kurz kommen.