Alfred wird Pennyworth und bekommt Verwandtschaft

DC Comics

Titel: Angel — Or Devil?

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #216)


Vor dem Gotham Theater bedrohen zwei Männer eine junge Frau. Sie soll etwas tun, das sie nicht tun will. Batman rettet sie, wird ausgeknockt wie ein Amateur, die junge Frau braucht aber keine Rettung: Sie willigt ein und rennt davon. Als Batman wieder zu sich kommt und am Theater herumfragt, wird er mit einer Ritterrüstung und einem Speer beworfen, aber die Übeltäter können entkommen, indem sie sich Kostüme anziehen. Batman gibt auf. Vorerst.

In Wayne Manor stellt Alfred derweil bei der Zeitungslektüre fest, dass sein Bruder Wilfred Pennyworth in der Stadt ist – ein Schauspieler. Moment mal, Pennyworth? Alfred hieß bis dahin noch Beagle mit Nachnamen. Pennyworth stammt aus der TV-Serie. Damit dürfte das letzte Überbleibsel des alten Alfred still und heimlich begraben sein.

Batman gabelt auf dem Heimweg die junge Frau auf und fragt, ob er sie mitnehmen könne. Ja, sagt sie, nach Wayne Manor. Dort will sie zu ihrem Onkel Alfred. Und tatsächlich: Daphne Pennyworth ist seine Nichte. Alfred bekommt hier erstmals eine Verwandtschaft. Dick Grayson vergisst bei ihrem Anblick, dass er krank im Bett liegen müsste, und ist so nett, ihr Bruces wertvollstes Stück zu zeigen: Unter der Shakespeare-Büste liegt das Original-Manuskript zu „Romeo und Julia“ im Safe. Wie Bruce zu diesem unbezahlbaren Kulturgut kam, wird nicht erklärt.

Mord am eigenen Onkel

Offenbar gibt er auch nicht gut darauf acht, denn kurz darauf schleicht sich Daphne nachts an und stiehlt es aus dem Safe. Alfred erwischt sie auf frischer Tat. Sie holt eine Pistole heraus und bedroht ihn damit, er versucht es abzuwenden, doch da geht ein Schuss los – zum Glück nur mit Platzpatronen. Daphne denkt aber, ihren Onkel erschossen zu haben, eilt zurück zum Theater und übergibt den Schurken das Manuskript. Die beiden haben Daphne und ihren Vater erpresst.

Es kommt zum großen Showdown vor und hinter den Kulissen, denn natürlich passiert alles während einer Vorstellung von „Romeo und Julia“, in der Daphne die weibliche Hauptrolle spielt und die Schurken haben ihr einen echten Dolch gegeben, damit sie sich im letzten Akt unwissentlich selbst tötet, aber da springt ihr Vater auf die Bühne und verhindert das Schlimmste. Auch Alfred darf sich hinter den Kulissen nützlich machen, während Batman sich mit Fäusten behilt. Und am Ende scheint völlig vergessen zu sein, dass ihn seine Nichte gerade noch umbringen wollte.

Alfred ist einfach zu gut für diese Welt.

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Batman wird japanisch

DC Comics

Titel: Batman: The Jiro Kuwata Batmanga Vol. 1

Autor/Zeichner: Jiro Kuwata

Erschienen: 1966-1967 (Batmanga #1-19), Paperback 2014


Im Jahr 1966 löste die TV-Serie Batman nicht nur in den USA eine Batmania aus. In Japan war die Serie so beliebt, dass man sogar eine ganz eigene Comic-Serie schuf: Batman wurde erstmals zum Manga. Erst 2008 wurde sie teilweise ins Englische übersetzt, von 2014 an erschien dann die ganze Serie als Nachdruck bei DC.

Zunächst fällt auf, dass die Seiten überwiegend schwarzweiß sind, nur einige sind minimal rot eingefärbt. Die Storys bekommen deutlich mehr Seiten als in den US-Heften: Wurde in den 60ern eine Geschichte etwa 12-15 Seiten erzählt, sind es hier etwa 60 oder mehr. Das liegt auch daran, dass die Sequenzen in viel mehr Panels aufgelöst sind. Es gibt wenig Text in Captions, viele Panels kommen sogar ohne Text aus.

Bruce Wayne und Dick Grayson, Manga-Style. Das Batmobil sieht aber aus wie in der TV-Serie. (DC Comics)

Die Bildsprache ist mit vielen Close-Ups dramatischer, das Ganze ist näher am Film – und damit auch deutlich moderner als die Vorlagen. Kuwata zeichnet seine Figuren deutlich eleganter als zum Beispiel Carmine Infantino oder Sheldon Moldoff. Sein Batman hat eine Dynamik, die stark an die spätere Batman: The Animated Series erinnert.

DC Comics

Kuwata adaptiert zwar eine Auswahl von Storys aus den US-Heften, aber es finden sich kaum klassische Schurken der Rogues Gallery, sondern meist nur Eintagsfliegen wie Dr. Faceless, eine direkte Adaption von The Fantastic Dr. No Face (Detective Comics #319, 1963). Aus „Death-Man“ (Batman #180, 1966) wird „Lord Dead Man“ ein Mann, der nicht sterben kann, bzw. immer wieder von den Toten aufersteht, aus „the Bouncer“ (Detective Comics #347) wird „Human Ball“, ein Mann, der wie ein Gummiball durch die Gegend hüpfen kann, aus dem „Weather Wizard“ (Detective Comics #353) wird „Go-Go the Magician“. In Band 2 werden die Entstehungsgeschichte von Clayface II und es wird auch die Geschichte von Alfreds Tod und Auferstehung als Schurke Outsider nacherzählt (#31-34).

Menschheit abschaffen: Gorilla und der Mutant

DC Comics

Die Storys sind inhaltlich meist identisch mit den Originalen. Interessant wird es aber da, wo sie abweichen. In der Story „The Revenge of Professor Gorilla“ geht Kuwata aber deutlich über die Vorlage (Detective Comics #339) hinaus: Ein Professor überträgt die Stärke eines Gorillas auf sich, dadurch bekommt der Gorilla aber seine Intelligenz ab. Der Gorilla rächt sich daraufhin an den Menschen dafür, dass sie ihn und seine Artgenossen eingesperrt haben. Er wird zum Terroristen, der sogar Zuschauer, die sich einen Tierfilm im Kino ansehen, mit einer Bombe in die Luft jagt.

Auch wenn auch im Original der gesellschaftskritische Aspekt vorhanden ist: So drastisch werden die Batman-Comics der 60er nie, die noch dem Comics-Code unterliegen und daher für zartbesaitete Kinder gemacht sind. Auch zieht der der Gorilla im Original kein Kostüm mit Cape und Maske an, wodurch er menschlicher, aber auch grotesker wirkt.

DC Comics

„The Man who Quit Being Human“ ist eine besonders interessante Erweiterung von „The Man Who Quit the Human Race“ (Batman #165, 1964). Hier stellt sich ein Mann namens Warner als Mutant heraus. Um herauszufinden, ob die nächste Evolutionsstufe des Menschen gutartig ist, lässt er den Mutationsprozess beschleunigen. Falls er sich als böse erweisen sollte, soll Batman ihn mit einer Strahlenkanone töten.

Batman gerät in einen Gewissenskonflikt, aber als der Mutant sich als sehr böse herausstellt und die Menschheit vernichten will, traut er sich nicht zu schießen. Hinzu kommt, dass ihn Batman aus seiner Jugend kennt. Außerdem hat der Mutant noch eine Tochter, die ebenfalls dasselbe Gen besitzt und ebenfalls mutieren könnte. Es stellt sich die moralische Frage, ob man sie präventiv töten sollte, um die Menschheit zu retten. Die Geschichte ist viel dramatischer als das Original und auch die längste des ersten Bandes.

Es lohnt sich also, diese japanische Variante zu entdecken und mit dem Original zu vergleichen. Visuell sind die Mangas erfrischend anders. Die gesamte Batmanga-Serie ist in drei Bänden auf Englisch erschienen. Eine deutsche Übersetzung gibt es bislang nicht.

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Der große Batman-Ausverkauf

DC Comics

Titel: The Day Batman Sold Out/Alfred’s Mystery Menu

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Batman #191)


„Bat-Auction! Everything Must Go!“ – Was ist das? Batman versteigert seinen ganzen Kram? Alles muss raus? Ist das ein Witz? Nein, denn sonst würden Dick und Alfred nicht bittere Tränen darüber vergießen. Es passiert wirklich. Und das kommt so:

Batman hält den glatzköpfigen Gauner Ira Radon auf, der mit radioaktiven Isotopen Raubzüge begeht. Wie genau das abgeht, fragt mich bitte nicht, es wird auch nicht erklärt und es ist auch egal. Dem Gauner ist es aber nicht egal. Er findet es unfair, dass seine Karriere als größter radioaktiver Verbrecher der Welt so schnell vereitelt wird. Ja, das Leben ist halt nicht fair … Als der Mann Batman angreift, wirft ihn Batman dank seiner „Kata Guruma Judo“-Technik in eine Reaktorkammer. Angeblich unabsichtlich, aber da ist der Schaden schon angerichtet.

Radon wird verstrahlt, überlebt aber gerade so. Er darf nur nicht mehr stehlen. Denn die Aufregung würde eine Reaktion in seinem Körper verursachen, die ihn sterben ließe. Kurz gesagt: Er ist allergisch gegen Diebstahl. Also schwört er Rache. Das scheint offenbar besser für die Nerven zu sein.

Ein paar Monate später ist es soweit: Batman verkündet plötzlich das Ende seiner Karriere (nicht zum ersten Mal) und verhökert Batarang, Batrope und Kostüme an die Meistbietenden. Alte Erzfeinde wie Pinguin und Joker ärgern sich, dass sie selbst nicht mehr zum Zuge kommen, Batman umzulegen.

Die Erklärung für diese rätselhafte Aktion: Ira Radon hat Batmans Arbeitsmittel verstrahlt und wenn er sie noch einmal benutzt, stirbt er, weil sein Körper bereits genug indirekter Strahlung ausgesetzt ist. (Was natürlich physikalisch gesehen hochgradiger Blödsinn ist.)

Ton schützt vor Radioaktivität: Batman als Clayface.

Doch Batman ist ein schlauer Fuchs: Er hat natürlich alles selbst über die Wayne Foundation kaufen lassen, nur der Batarang wurde von einem Fremden ersteigert. Ira Radon schöpft keinen Verdacht, aber er will den Fremden kennenlernen. Doch dann trifft er auf eine Clayface-artige Gestalt – die sich als Batman im Schutzanzug herausstellt. Wieder kommt der Judo-Trick zum Einsatz, wieder gerät Radon selbst in seine eigene Strahlung. Nur diesmal nimmt es ein böses Ende mit ihm.

Alfred wird entführt

In der zweiten Story wird Alfred mal wieder entführt. Ein Gangsterboss veranstaltet nämlich ein Festessen für seinen Millionaire Mobster Club und braucht einen guten Koch. Fachkräftemangel war offenbar schon immer ein Problem, andernfalls kann ich mir nicht erklären, warum er ausgerechnet einen Butler zum Kochen heranschafft. Wem die Geschichte bekannt vorkommt, der irrt nicht: Die Idee stammt aus The Secret Life of Batman’s Butler (Batman #68, 1951). Doch diesmal bekommt die Story einen neuen Dreh: Um seinen Herren mitteilen zu können, wo er gefangen gehalten wird, schickt Alfred eine Geheimbotschaft per Rezept.

Er lässt sich Zutaten für ein bestimmtes Dreigänge-Menü besorgen und weil er weiß, dass die Gangster alles stehlen, kann er auch davon ausgehen, dass Batman und Robin ein paar von denen dabei erwischen werden. Da fragt man sich natürlich, wozu ihr Boss seine Million hat, wenn er seine Leute Lebensmittel klauen lässt. Aber sei’s drum – sonst könnte die Story nicht funktionieren.

Wenn Batman und Robin zum Essen kommen, wird Diät verordnet.

Bruce und Dick gehen Alfreds Rezepte durch und leisten knallharte Detektivarbeit, die nahe an Gedankenlesekunst grenzt. Sie finden Alfred und mischen die Missetäter ordentlich auf. Jetzt wäre es natürlich sehr cool, wenn Batman sagen würde: „Gentlemen, you have eaten well …“ (Preisfrage: Woher stammt das Zitat?) Doch Robin hat einen noch viel besseren Spruch auf Lager: „The feast is over–it’s time now for the famine!“ Die Diät wird mit Fäusten in die Magengrube verordet …

Beim ersten Mal hat sich Alfred noch selbst mit Speiseöl befreit, aber diese Variante der Geschichte ist dann, obwohl noch weiter hergeholt, doch viel cooler …

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Brennende Sünder

DC Comics

Titel: The Messiah of the Crimson Sun

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Trevor von Eeden

Erschienen: 1982 (Batman Annual #8)


Als in dem Dorf Shinn Corners die Sonne aufgeht, vebrennen die Bewohner bei lebendigem Leib. Nur die Knochen bleiben zurück. Die Ursache ist ein Rätsel, aber dann bekennt sich ein neuer maskierter Schurke zu der Tat: Er nennt sich „Messiah of the Crimson Sun“ und kündigt per Videobotschaft an, dass die Sünder von Gotham City in 24 Stunden dasselbe Schicksal ereilen wird – so wie einst Sodom und Gomorra.

Batman vs. Messiah of the Crimson Sun (DC Comics)

Prima: Solche Ankündigungen geben Helden stets genug Zeit, das Unheil zu verhindern. Batman nimmt die Herausforderung an und ermittelt in Shinn Corners. Dort taucht plötzlich ein Prediger im Jesus-Stil auf, der behauptet, von dem Feuer verschont worden zu sein. Er sei nämlich Seth, wie der dritte Sohn Adams, und die Kinder Adams seien auserwählt etc. Batman wittert einen Handlanger des Schurken und lässt Robin sich als Seth verkleiden. Der Köder wirkt zunächst, Robin wird undercover ins Hauptquartier des Messias gebracht und der lässt seine Maske fallen. Es ist aber gar kein neuer Schurke, sondern …

ACHTUNG SPOILER!

Ra’s al Ghul! Und er hat natürlich auch Robins Fassade durchschaut und nimmt ihn gefangen. Batman findet heraus, dass die Menschen verbrannt sind, weil etwas im Trinkwasser war. Er verbündet sich mit der US-Army, um in Gotham das Schlimmste zu verhindern, dann hilft ihm auch noch Talia dabei und man fliegt gemeinsam ins Weltall, wo Ra’s seine eigene Raumstation samt Mega-Lupe hat, die Sonnenstrahlen rot färbt und tödlich macht, wenn man eine bestimmte Chemikalie schluckt.

Prost! Batman trinkt mit Ra’s. (DC Comics)

Das tun die beiden Kontrahenten auch, als sie aufeinandertreffen. So wird das Duell spannender, weil derjenige stirbt, der in die roten Strahlen gerät. Batman macht den Becher leer. So viel Kämpferehre muss sein. Und die Wasserzufuhr hat der Held auch bitter nötig, denn der Kampf zieht sich über eine Stunde hin, was zum Glück nur eine Comicseite einnimmt.

Am Ende jedoch muss sich Ra’s geschlagen geben und will mit einem Shuttle abhauen. Aber Batman hat es so manipuliert, dass der Schurke in die Strahlung fliegt – und offenbar stirbt. „But Batman … you’ve killed him!“, sagt Robin. „Have I, Robin?“, sagt Batman nur. Es scheint ihm ziemlich egal zu sein. Talia will hinterher nichts mehr von ihm wissen. Aber Hauptsache, er hat Gotham gerettet.

Ein sehr seltsames Ende, aber dafür ist das Ganze stark gezeichnet und aufgelockert mit einigen ungewöhnlichen Layouts. So ungewöhnlich, dass man manchmal verwirrt ist, wo man weiterlesen soll, aber bei dieser doch simpel gestrickten Story kriegt man das hin. Und was Batmans Mord angeht: Vielleicht geht er einfach davon aus, dass Ra’s es – wie immer – irgendwie schaffen wird, doch zu überleben. Falsch liegt er damit ja nicht …

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Green Lantern wird 80

DC Comics

Das Jahr 2020 ist das Jahr der Jubiläen: Neben Joker, Robin und Catwoman feiert auch Green Lantern sein 80-jähriges Bestehen. 1940 hieß er noch Alan Scott und trug ein rot-violett-grünes Kostüm, erfunden wurde er von Zeichner Martin Nodell und Batman-Co-Schöpfer Bill Finger, aber erst 1959 übernahm der ikonische Hal Jordan und seitdem wurde die Rolle immer wieder neu besetzt, sodass wir heute einen ganzen Haufen GLs haben, die Sektor 2814 bewachen oder bewacht haben.

DC würdigt das Jubiläum wie bei den anderen Figuren mit einem 100-Seiten-Special, in dem verschiedene Autoren und Künstler den GLs mit Kurzgeschichten ihren Tribut zollen, darunter Geoff Johns, Darryl Banks, Charlotte Fullerton McDuffie, Sina Grace, Mike Grell, Jeff Lemire, Ron Marz, Denny O’Neil, Fernando Pasarin, Ivan Reis, Rafa Sandoval, Mariko Tamaki, Peter J. Tomasi, James Tynion IV und Robert Venditti. Darüber hinaus wird es wieder acht Variant Cover geben, die jeweils ein Jahrzehnt würdigen, darunter von Neal Adams, Doug Mahnke, Jim Lee, David Finch und Ivan Reis.

DC Comics

Green Lantern 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 soll am 20. Mai 2020 erscheinen und 9,99 US-Dollar kosten. Dazu erscheint im Juni auch die 400-seitige Anthologie Green Lantern: 80 Years of the Emerald Knight.

Im Juni kommt dann auch Green Lantern Earth One Vol. 2 von Gabriel Hardman und Corinna Bechko heraus. Der erste Teil von 2018 bot einen frischen Zugang zu dem Helden, jetzt kommt endlich die Fortsetzung. Darin trifft Hal Jordan auf John Stewart, der einen gelben Ring bekommt.

Außerdem gibt es im Mai einen neuen Sammelband zum klassischen Crossover aus den 70ern: Green Lantern/Green Arrow: Space Traveling Heroes (Green Lantern/Green Arrow #90-106). Es ist die Fortsetzung des Bandes Green Lantern/Green Arrow: Hard Travelin‘ Heroes, in dem Dennis O’Neil und Neal Adams die Reise der beiden Helden durch die USA erzählen.

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>> Green Lantern Rebirth

 

Harleen: Heilung durch Liebe

DC Comics

Titel: Harleen

Autor/Zeichner: Stjepan Sejic

Erschienen: 2019 (Harleen #1-3), Hardcover 2020


Harley Quinn ist gerade so hoch im Kurs und omnipräsent, dass es nervt: im Kino, als Zeichentrickserie, in den Comics. DC hat 2019 in seinem Black Label gleich zwei Harley-Miniserien parallel gestartet. Eine davon ist Harleen. Erzählt wird in diesem Dreiteiler alles noch einmal, schon wieder und von vorn, wie aus Harleen Quinzel Jokers Geliebte Harley Quinn wurde. Also noch eine Mad-Love-Variation für Erwachsene und breitgewalzt auf 200 Seiten. Aber nein: Denn so vertraut die Story zunächst scheint, ist hier doch alles anders.

Harleen Quinzel ist hier zunächst eine talentierte junge Psychiaterin, die an starken Selbstzweifeln leidet. Anders als in Mad Love hat sie sich nicht hochgeschlafen, sondern ihre Karriere hart erarbeitet. Sie ist eine Idealistin, die herausfinden will, warum psychisch Kranke ihre Empathie verlieren, und fängt dafür Interviews mit Insassen in Arkham Asylum an. Darunter ist auch der Joker.

Harleen hat Angst vor ihm. Sie leidet unter Schlaflosigkeit und Alpträumen. Und sie lässt sich nicht täuschen. Die Erfahrungen ihrer Vorgänger zeigen ihr, dass der Joker ein Manipulator ist, der selbst Profis mit seinen Lügen einwickelt. Trotzdem glaubt sie in den Gesprächen mit ihm, zu seinem wahren Selbst vorzudringen und ihm helfen zu können. Sie überschreitet eine Grenze nach der anderen, um ihm näher zu kommen – und verliert sich selbst.

Joker á la Thomas Hobbes

Der Joker ist hier ein junger attraktiver Mann, dessen Philosophie an Heath Ledgers Interpretation, bzw. an Thomas Hobbes, erinnern:

„We’re all monsters in a civilized cage, it just takes the right kind of pain and fear to break the lock.“

Gotham sei die „city of monsters“, aber mit seinen vielen gewalttätigen Irren immerhin ein ehrlicher Ort. Denn auch die scheinbar guten Menschen sehen sich danach, sich in gewalttätige Tiere zu verwandeln.

„Gotham is full of people like that. Hands twitching while they dream of violence, shivering with barely suppressed rage, brimming with righteous indignation. Smiling politely as they imagine savage things. Every last one of them a bomb that needs but a single spark to set it of.“

Harleen funktioniert aber nicht nur wegen einer starken Joker-Figur so gut, sondern auch weil es keine Harley Quinn-Story ist. Die Figur kommt kaum vor. Stattdessen ist es eine Harleen-Quinzel-Story. Die Geschichte einer scheiternden Psychiaterin, die nur helfen will, aber sich selbst nicht helfen kann, immer tiefer in den Abgrund zu rutschen. Zum anderen gelingt Harleen, weil sich Autor Stjepan Sejic viel Zeit lässt, seine Hauptfigur zu ergründen und glaubwürdig zu erzählen, wie eine intelligente Frau zu einer Psychopathin unter dem Einfluss des Jokers werden kann. Die Antwort: Sie bildet sich ein, ihm helfen zu können, weil er in ihr die Liebe findet, die er braucht. Die Story profitiert davon, dass die tragische Heldin ihre Geschichte in einer zweifelnden Offenheit selbst erzählt.

Warum Batman nicht tötet

Batman spielt hier nur eine kleine Rolle am Rande. In einer Sequenz fragt ihn Harleen, warum er nicht tötet. Er antwortet, dass er hofft, den Tätern helfen zu können:

„I don’t kill because as hard as it sometimes is, it’s still the right choice. I don’t kill because I don’t want to give up on them…or on myself.“

Durch diese Aussage bestärkt er indirekt die Psychiaterin in ihrem Willen, dass man auch den Joker heilen könne.

Harleen ist zu einem großen Teil auch eine Two-Face-Story. In einer intensiven Variation seiner Entstehungsgeschichte wird gezeigt, wie Staatsanwalt Harvey Dent im Kampf für das Gute langsam in den Wahnsinn abrutscht und sich mit den Executioners, einer Bande von Polizisten, verbündet, die davongekommene Verbrecher tötet. Gemeinsam planen sie, die Insassen von Arkham zu befreien, um in der Stadt wieder die Todesstrafe einzuführen. Allein hier könnte man kritisieren, dass es naheliegender wäre, wenn sie die Verbrecher selbst hinrichten würden – so wie sie es auch sonst tun.

Darüber hinaus ist der Comic auch optisch gelungen. Stjepan Sejic zeichnet mit präzisem, feinfühligem Strich ausdrucksstarke Figuren mit nuancierten Mimiken und Körperhaltungen. Schurken wie Two-Face, Poison Ivy und Killer Croc wirken ebenso schrecklich wie anziehend. Auf dem großen Seitenformat kommen die Bilder besonders gut zur Geltung.

Insgesamt ist Harleen unbedingt lesenswert und einer der besten Harley-Quinn-Origins seit Mad Love. Eine echte Bereicherung dürfte es gerade für die sein, die Harley Quinn nicht mögen. Dieses Comic könnte sie endlich mit der Figur versöhnen.

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Neue Batman-Comics im Mai: Death Metal, Smile Killer, Man-Bat

Batman: Smile Killer, Dark Nights: Death Metal & Man-Bat.

Im Frühling 2020 erwarten die Batman-Leser einige vielversprechende Comics. Alle haben eins gemeinsam: Sie wissen nicht, wann genug ist. Es sind lauter Fortsetzungen und Neuaufgüsse.

Als erstes wäre da ein neues Event: Dark Nights: Death Metal #1 ist der Auftakt einer sechsteiligen Miniserie. Ihr dachtet, wir wären mit Dark Knights: Metal aus dem Snyder? Tja, der gute alte Scott hat noch einen Ass im Ärmel. „One last tour“ soll es werden. Ich dachte zwar, das wäre es schon beim letzten Mal, und spätestens mit dem Last Knight On Earth, aber nein: Wieder geht es um das Dark Multiverse, wieder um den Batman Who Laughs, wieder zeichnet Meister Greg Capullo. Diesmal müssen sich Batman, Superman und Wonder Woman getrennt herumschlagen. Zumindest am Anfang. Und wieder tragen alle schräge Kostüme. Los geht das Spektakel am 13. Mai.

Am selben Tag erscheint der One-shot Batman: The Smile Killer #1. Damit schieben Jeff Lemire und Andrea Sorrentino ihrem Dreiteiler Joker: Killer Smile, der unter DCs Black Label erscheint und im Februar endet, noch einen Epilog hinterher. Es handelt von einem jungen Bruce Wayne, der mit der The Mr. Smiles Show aufgewachsen ist, einer TV-Sendung, die auf ihn zurückzuschauen und mit ihm direkt zu reden schien. Der Joker stellt den Batman-Mythos angeblich auf den Kopf, mit dem zerstörerischsten Trick, den er je ausgeführt hat, heißt es in der Ankündigung. Killer Smile soll im Juli als Hardcover erscheinen. Es wäre schade, wenn darin der One-Shot fehlen würde.

Der Mai hat aber auch noch mehr Überraschungen zu bieten: Zum einen eine neue Man-Bat-Miniserie, geschrieben von Dave Wielgosz und gezeichnet von Smit Kumar. So eine gab es bereits 2006: Man-Bat: The Return. Die Story wirkt auch vertraut: Kirk Langtrom erleidet einen Rückfall und richtet seine Wut gegen die Einwohner Gothams. Der Fünfteiler beginnt am 6. Mai. Passend dazu erscheint für Nostalgiker eine „Facsimile Edition“ von Man-Bat #1 von 1974. Vier US-Dollar lässt sich DC diesen Nachdruck kosten. Spoiler: Die Geschichte ist es nicht wert.

Batman: The Adventures Continue & Batgirl Adventures.

Vom nostalgischen Wunsch, ruhmreiche Tage der Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, zeugt auch Batman: The Adventures Continue. Das bewährte Team aus Paul Dini, Alan Burnett und Ty Templeton, das bereits für The Animated Series/The Batman Adventures verantwortlich war, legt noch einmal mit einer sechsteiligen Miniserie nach, die im Universum der legendären Zeichentrickserie spielt.

Die Story? Eigentlich egal. Aber wen es interessiert: Wayne Enterprises wird von einem Riesenroboter angegriffen, der einen ganzen Laborraum stiehlt. Irgendwas hat Lex Luthor damit zu tun. Am 6. Mai wissen wir mehr, danach folgen noch fünf weitere Teile.

Ergänzend dazu legt DC noch einmal The Batman Adventures #1 auf. Das Beste daran ist, dass es nur 1,99 US-Dollar kostet, aber sonst ist man mit dem Paperback natürlich besser bedient. Doch damit nicht genug: Das Batgirl aus den Batman Adventures bekommt ihr eigenes Paperback gewidmet. Batgirl: A League of Her Own versammelt Batgirl Adventures #1,  Batman: Gotham Adventures #8-9, #22 und #38. Der Band erscheint am 10. Juni, wird 152 Seiten umfassen und wird 9,99 US-Dollar kosten. Auf eine Gesamtausgabe der Gotham Adventures werden wir wohl noch länger warten müssen.

DC Comics

Und zum Schluss noch ein Reprint, den ich mit Nachdruck empfehlen möchte (dann ist aber auch Schluss mit den Kalauern): Batman/Wonder Woman: The Hiketeia Deluxe Edition. Greg Rucka und J.G. Jones erzählen ein gelungenes Team-Up der beiden Helden.

Erscheinungstermin: 3. Juni. Kosten: Verflucht teuer. 30 Dollar für 128 Seiten. Deutlich günstiger ist der Paperback Wonder Woman By Greg Rucka Vol. 1 (2016), auch weil er deutlich mehr Inhalt bietet.

Weitere Sammelausgaben im Mai:

>> Neue Batman-Comics 2020

 

Ein erster Blick auf „The Batman“

The Batman-Regisseur Matt Reeves hat ein Video geteilt, auf dem erstmals Robert Pattinson im Batman-Kostüm zu sehen ist. Auffälligste Merkmale: das Bat-Logo auf der Brust lässt sich offenbar herausnehmen, sieht ganz nach Batarangs aus, und es hat einen Stehkragen. In dem einminütigen „Camera Test“ hört man auch eine minalistische, aber sehr dramatische Filmmusik des Komponisten und Oscar-Preisträgers Michael Giacchino, der bereits die Musik zu Lost, Star Trek, Mission Impossible, Rogue One und Oben geschrieben hat.

Über die Handlung von The Batman weiß man noch nichts, außer welche Figuren darin vorkommen und wer sie spielen soll:

  • Andy Serkis als Alfred Pennyworth
  • Jeffrey Wright als James Gordon
  • Zoë Kravitz als Catwoman
  • Colin Farrell als Pinguin
  • Paul Dano als Riddler
  • John Turturro als Carmine Falcone

Letzterer deutet darauf hin, dass die Story sich an The Long Halloween orientieren könnte. Matt Reeves, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, hat bereits eine Noir-Story angekündigt, die sich auf Batman als Detektiv konzentrieren soll.

Die Dreharbeiten haben im Januar begonnen. The Batman soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.

Alfreds Tod und Auferstehung

Detective Comics #328 & 356 (DC Comics)

Titel: Gotham Gang Line-Up/The Inside Story of the Outsider

Autor/Zeichner: Bill Finger, Gardner Fox/Sheldon Moldoff, Bob Kane

Erschienen: 1964-1966 (Detective Comics #328, 356), Paperback 2006 (Showcase Presents: Batman Vol. 1 & 2)


Das Jahr 1964 war eine Zäsur für Batman: Nachdem die Figur immer alberner wurde, sich ständig in alles Unmögliche verwandelte und immer abgedrehtere Abenteuer mit kuriosen Schurken erlebte, war auf einen Schlag Schluss damit: Batman und Robin wurden in der realen Welt verankert und wurden viel ernster (Detective Comics #327).

Eine radikale Konsequenz dieses Hausputzes war, dass Alfred dran glauben musste. Schon in Detective Comics #328 (1964) stirbt er den Heldentod. Und das kommt so: Batman und Robin sind gerade außer Haus, als Commissioner Gordon die Bat-Hotline anruft und mitteilt, dass sich die Tri-State-Gang sich in Gotham City treffe. Alfred spielt wieder mal Detektiv und fährt einem Gangster (Paul Pardee) hinterher. Als das Dynamische Duo in der Bathöhle eintrifft, findet es eine Notiz von Alfred und folgt ihm zum Old Gotham Prison, einem verlassenen Gefängnis.

Dort beobachtet die Gang bereits die Eindringlinge per Kamera, lässt sie durch eine trügerische Treppe ins Verderben rutschen und fesselt sie. Klar: Batman und Robin müssen sterben. Nur: Wer darf die Ehre haben? Die Gangster breiten ihre Geschichten aus, wer der größte Leidtragende von ihnen ist. Doch kaum haben sie sich geeinigt, wendet einer ein: Die Todesart muss was ganz Besonderes sein! Dann sagt ein anderer: Später, wir haben noch was anderes vor. Und dann erfüllen sie Batman noch seinen letzten Wunsch, indem sie ihm verraten, was sie vorhaben.

Batman und Robin landen in einer Zelle, Alfred steckt auch schon in einer, aber sie wissen nichts voneinander. Sie befreien sich unabhängig voneinander, finden ihre jeweils leeren Zellen vor, gehen vom Schlimmsten aus und fahren aneinander vorbei zu dem Schauplatz des nächsten Raubes. Die Gang will einen alten Schatz ausgraben. Kaum sind sie da, fällt aus einem Bagger ein riesiger Felsbrocken auf das Dynamische Duo, Alfred kommt mit dem Motorrad angerast und rettet sie, kommt dabei aber selbst zu Tode.

Alfred opfert sich für Batman und Robin.

Bruce gründet später die Alfred Foundation, die sich zum Ziel setzt, die Menschheit zu verbessern. Und da taucht auch schon sein Ersatz auf: Dicks Tante Harriet klingelt an der Tür und kümmert sich um die beiden „Jungs“.

Alfred als Schurke Outsider

Alfred bleibt aber nicht lange tot. Denn inzwischen tut sich etwas in der realen Welt: Anfang 1966 beginnt die Batman-TV-Serie mit Adam West und löst die erste Batmania aus. Weil Alfred im Fernsehen eine wichtige Rolle spielt, muss er auch in die Comics zurück. Dafür denkt man sich bei DC eine Story aus, die noch hanebüchener ist als die vom Anfang der 60er.

DC Comics

Es beginnt mit dem Outsider, einem mysteriösen Schurken, den man zunächst nicht sieht, nur seine Grasshopper Gang für sich arbeiten lässt (Detective Comics #334) und sich am Ende am Telefon meldet, dass er es auf Batmans Leben abgesehen habe. Das passiert noch einmal mit einer falschen Hexe (Detective Comics #336), später lässt er sogar einen Batarang, das Batseil und das Batmobil lebendig werden und Batman angreifen (Detective Comics #340).

In Detective Comics #356 (1966) tritt der Outsider erstmals auf. Er kündigt sich an mit einer mysteriösen Lieferung. Bruce und Dick bekommen Kisten, in denen lebensgroße Puppen von Batman und Robin liegen. Sie verfolgen den Transporter, treffen wieder auf die Grashüpfer-Bande und finden Fingerabdrücke von Alfred. Der Outsider ist ein Mann mit weißer, schuppiger Haut und kurzen Hosen.

Er erklärt uns, dass er einst Alfred gewesen sei. Der Wissenschaftler Brandon Crawford hat zufälligerweise herausgefunden, dass in Alfreds Körper noch etwas Leben steckte und hat ihn mit Strahlung aufzuwecken versucht. Das ging aber nach hinten los, denn aus Alfred wurde der Outsider, das genaue Gegenteil seines alten Selbst, der statt Batman und Robin zu retten, sie lieber töten möchte. Der frühere Außenseiter Crawford verwandelte sich in Alfred, aber in einer katatonischen Trance. Der Outsider ist so nett, ihn in den Sarg zurück zu legen.

Und weil das noch nicht schräg genug ist, wird es noch schräger: Als das Dynamische Duo den Schurken findet, verwandelt er Robin in einen Sarg. „You are now your own death-trap!“ Doch Batman kann zum Glück das Schlimmste verhindern. Er legt den Outsider auf einen Apparat und verwandelt ihn mit Strahlung zurück in den guten alten Alfred. Auch Crawford wird wiederhergestellt und bekommt einen Job in der Wayne Foundation.

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Batmans letzter Tag auf Erden

DC Comics

Titel: Batman DOA

Autor/Zeichner: Bob Hall

Erschienen: 1999 (One-Shot)


Wenn morgen die Welt unterginge, würde er heute noch einen Apfelbaum pflanzen, ist von Martin Luther überliefert. Ganz ähnlich ist es mit Batman: Wenn er morgen stürbe, würde er nicht etwa Abschied vom Leben, von Freunden und Weggefährten nehmen, er würde bis zum letzten Atemzug das Verbrechen bekämpfen. So, als könnte das sonst niemand außer ihm.

In Batman: DOA (was sowohl für „Dead on Arrival“ als auch für „Dead or Alive“ stehen kann) läuft es so: Pinguin, Joker und Two-Face infizieren Batman von Arkham aus mit einem tödlichen neuen Virus. Er hat nur noch 24 Stunden zu leben. Unmöglich, so schnell ein Heilmittel zu finden. Das hat nur der Pinguin, aber das weiß kaum jemand. Das Problem: Die Tochter eines Politikers wurde entführt, die Erpresser wollen 50 Millionen Dollar. Doch Batman befürchtet, dass sie das Kind nicht am Leben lassen, wenn sie das Geld haben.

Batman sammelt seine letzten Kräfte, um die Erpresser aufzuhalten. Er kann kaum stehen, nicht mal Autofahren. Robin muss ihm helfen, um herauszufinden, wer ihn umbringen will. Wir sehen einen Helden am Ende, ausgezehrt, wie ein Untoter wandelt er durch Gotham und kotzt sich die Seele aus dem Leib. Er muss viel trinken, aber hat nicht mal Geld, um in einer Bar dafür zu bezahlen. Selten sieht man Batman dem Tode so nah.

Autor Bob Hall schafft eine äußerst brenzlige Situation, in der er über die ganzen 64 Seiten seine Spannung aufrecht erhält. Als Zeichner ist er sperrig, aber ausdrucksstark, mit Anleihen beim Film Noir. Sein Batman DOA ist heute fast vergessen, aber durchaus wert, wiederentdeckt zu werden.

Mehr von Bob Hall:

>> Batman 1990-1999