Wonder Woman 1984: Der erste Trailer

Wonder Woman war 2017 der erste DC-Film seit langem, der Kritiker und Fans gleichermaßen überzeugt hat. Er zeigte auch der Konkurrenz von Marvel, dass auch Superheldinnen im Kino etwas taugen können. Wonder Woman war so etwas wie der First Avenger von DC: Angesiedelt im Ersten Weltkrieg, statt – wie bei Captain America – im Zweiten.

In der Fortsetzung wagt Regisseurin und Co-Autorin Patty Jenkins den Zeitsprung in die 80er-Jahre, wie man an der knallbunten Ästhetik und dem Synthie-Soundtrack erkennen kann. Mit dabei ist auch Steve Trevor. Wie er das gemacht hat, wird auch im ersten Trailer noch nicht erklärt. Klar ist nur: Es ist gut, dass er wieder mit dabei ist, wie man am Ende sehen kann. Die Schurken werden gespielt von Kirsten Wiig als Cheetah/Barbara Minerva und Pedro Pascal als Max Lord.

Wonder Woman 1984 erscheint in Deutschland am 11. Juni 2020 – eine Woche nach US-Start.

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Stille Nacht, Batman singt

Batman #219 (1970)

DC Comics

Titel: The Silent Night of the Batman

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Neal Adams

Erschienen: 1970 (Batman #219)


An Heiligabend ruft Commissioner Gordon Batman herbei. Als Batman kommt, klärt Gordon ihn darüber auf, dass es nichts zu tun gebe. Außer, ein paar tiefe Töne beim Weihnachtsliedersingen der Polizei beizutragen. Batman zögert. Immerhin könnte in Gotham jederzeit ein Verbrechen passieren, er könnte gebraucht werden. Aber Gordon beruhigt ihn: Bis dahin könne man ja singen.

The Silent Night of the Batman

Batman singt mit der Polizei „We Three Kings“ (DC Comics)

Und so singt Batman zusammen mit der Polizei Weihnachtslieder. Und während man so fröhlich singt, entreißt auf einer Straße ein Junge einer Frau ihr Weihnachtspaket. Als er es in einer Gasse öffnet, schaut ihm eine Batman-Puppe entgegen. Reumütig gibt er der Frau die Puppe zurück.

Kurz darauf will ein Mann einen anderen ausrauben. Doch der ist als Batman-Weihnachtsmann verkleidet. Der Räuber bereut und wirft seine Waffe weg. Und als eine Frau um ihren Geliebten trauert, taucht dieser plötzlich hinter ihr auf …

Batman singt "Stille Nacht"

Batman singt „Stille Nacht“ (DC Comics)

So geht die stille Nacht zu Ende und Batman hat bei der ganzen Singerei die Zeit vergessen. Es ist sechs Uhr morgens. Jeder normale Mensch wäre heiser oder todmüde, aber nicht Batman. Gordon meldet, dass niemand angerufen habe. Der Geist von Weihnachten hat Gotham eine  Nacht Ruhe gegönnt – und einmal glaubt Batman sogar, ihn vor Augen zu sehen …

26 Jahre später wird die Idee für die Weihnachts-Story „A Day Without Sirens“ recycelt – allerdings mit einer etwas anderen Pointe.

>> Batman zu Weihnachten

Bruce Wayne verliert Dick Grayson

batman #20 1943

DC Comics

Titel: Bruce Wayne Loses Guardianship of Dick Grayson

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #20), Hardcover 2015 (Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years), Paperback 2018 (Batman: The Golden Age Vol. 5)


„Bruce Wayne lost Dick, but the Batman can bring him back again!“

Seit Jahren kümmert sich Bruce Wayne um das Waisenkind Dick Grayson. Beide haben ihre Eltern durch Mord verloren. Seitdem eint die beiden auch ein gemeinsames Hobby: Verbrecherjagen im Kostüm. Plötzlich aber taucht George Grayson auf, der behauptet, der Onkel von Dick zu sein, zusammen mit dessen angeblicher Tante beansprucht er das Sorgerecht. Es soll der letzte Wille des Vaters gewesen sein, dass George sich um Dick kümmert. Warum sie sich nicht früher gemeldet haben? Sie seien auf Europatournee gewesen, heißt es.

Bruce Wayne zieht vor Gericht. Aber alle Millionen auf dem Konto nützen nichts, wenn ihm ein zweifelhafter Ruf als Playboy vorauseilt. Bruce kann natürlich nicht dem Richter sagen, dass es sich nur um Fassade handelt, um Batman sein zu können. Also geschieht das Unglück: George Grayson bekommt das Sorgerecht.

Batman muss alleine gegen die Bande von Gangster Fatso Foley losziehen. Entmutigt, lustlos, nachlässig vermöbelt er die Gauner. Ohne Robins Kalauer macht es eben keinen Spaß. (Seltsam, dass es bei diesem ernsten Geschäft, das dazu dienen soll, den Mord an den Eltern zu rächen, plötzlich um Entertainment geht.) Da taucht plötzlich doch Robin auf und rettet ihm den Kopf. Schnell ist der Lebensmut wieder da.

Bald zeigt George Grayson sein wahres Gesicht: Er hat das Sorgerecht nur eingeklagt, um Bruce Wayne erpressen zu können. Eine Million Dollar verlangt er, um Dick Grayson wieder herauszurücken. Doch dann fällt Bruce ein, dass er als Batman nicht nach den Regeln spielen muss – schon gar nicht nach denen der Gauner. Batman will von George Grayson ein Geständnis erpressen und ihn zum Abhauen zwingen. Grayson willigt ein, bittet aber um eine Stunde, um mit seiner Komplizin die Koffer zu packen. Batman ist so naiv, sie ihm zu geben, und als er wiederkommt, hat George bereits Fatso Bescheid gesagt. Batman wird (wieder mit einem Schlag auf den Hinterkopf, er lernt es nie) überwältigt und in eine Hochdruckkammer gesteckt.

Während der Druck in der Kammer steigt und Batman kaum noch atmen kann, kriegt Alfred einen Anruf von George und versucht herauszufinden, wo Batman stecken könnte. Alfred fährt erst mal zu Dick und holt ihn aus dem Bett, dann knocken sie einen von Fatsos Komplizen aus, bringen ihn in ein Versteck, fesseln ihn und verhören ihn, während sich Batman – obwohl fast erstickt – mit dem Sterben glücklicherweise ebenso viel Zeit lässt.

Alfred und Dick befreien Batman. Ein Schirm des Pinguins ist dabei ziemlich hilfreich. Hinterher ist Vorsicht geboten: Der Druck in der Kammer muss langsam reduziert werden, damit Batman nicht explodiert. Am Ende fliegt George auf, er landet wieder vor Gericht, aber weil Dick seinen Onkel nicht verklagt (völlig unverständlich!), lässt ihn das Gericht laufen. Unglaubwürdig, aber so kann Bruce ihn wenigstens mit einem Arschtritt aus der Stadt jagen.

Und klar: Bruce übernimmt wieder die Vormundschaft für Dick – auch weil Batman beim Richter ein gutes Wort für ihn eingelegt hat. Wenn der Richter nur wüsste, dass Wayne Batman ist und mit seinem Hobby ständig ein Kind in Lebensgefahr bringt, würde das Ende wohl anders ausfallen.

>> Batman 1939-1949

Darkseid lässt die Zombies los

dceased hardcover

DC Comics

Titel: DCeased

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Trevor Hairsine u.a.

Erschienen: 2019 (DCeased #1-6, DCeased: A Good Day to Die #1), Hardcover 2019


Der Zombie-Hype ist eigentlich längst vorbei, dachte ich jedenfalls, als Jim Jarmusch in diesem Jahr The Dead Don’t Die ins Kino brachte und Robert Kirkman das letzte The Walking Dead-Comic herausbrachte. Aber aus irgendeinem Grund gibt es mittlerweile zehn TV-Staffeln The Walking Dead und fünf Staffeln Fear the Walking Dead – und es ist kein Ende in Sicht. Zombies sind immer noch quicklebendig.

Nach Marvel Zombies hat auch die Konkurrenz nachgelegt: DCeased, lautet der naheliegende Titel. Die Story stammt von Tom Taylor, der bereits mit Injustice eine action- und wendungsreiche Serie rund um mörderische Superhelden schreiben durfte. Auch DCeased spielt jenseits der regulären Continuity und das bedeutet völlige erzählerische Freiheit.

DC Comics

Die Geschichte ist simpel: Nach einem gescheiterten Eroberungsversuch verseucht Darkseid durch ein Versehen die Erde mit der Anti-Life-Equation, einem bösartigen Killervirus, der sich übers Internet (Social Media) und über Blut verbreitet und alle in mordwütende Monster verwandelt. Zombies? Nein, nicht wirklich, wird mehrmals versichert. Aber ziemlich nah dran …

Ich will nicht zu viel verraten, aber das Prinzip erschließt sich schnell: Natürlich müssen auch die Helden dran glauben. In jedem Kapitel verwandeln sich ein paar und werden zu einer Bedrohung für die Überlebenden. Die Ereignisse überschlagen sich. Immer mehr sterben. Von Heft zu Heft wird es schlimmer und furchtbarer und aussichtsloser. Tom Taylor treibt es mit seiner Radikalität so weit, dass am Ende kaum noch etwas von Hoffnung auf Besserung übrig bleibt.

 

Aber um das Ganze etwas aufzulockern, lässt er Helden wie Green Arrow, Mister Miracle und Constantine witzeln. Die Pointen zünden – aber leider in den unpassendsten Situationen. Die Selbstironie darin nimmt dem Geschehen die Dramatik und es ist schwer, das alles so ernst zu nehmen, wie es eigentlich sein sollte. Aber Taylor rast auch so sehr durch seine Geschichte, für die Protagonisten bleibt zu wenig Zeit zum Nachdenken und zur Trauer, dass 90 Prozent der Weltbevölkerung ausgelöscht werden. Hier ist alles Action und Gemetzel. Die braven Superhelden des DC-Universums müssen sich nicht mehr zurückhalten und können nach Gutdünken alles zerfetzen, was ohnehin nicht mehr richtig lebt.

Und darum geht es wohl am Ende bei Zombie-Storys: eine Gesellschaft ohne Regeln, hemmungsloses Töten, weil die Menschen ihre Menschlichkeit verloren haben. Ach nein, zwischen den Zeilen schwingt immer auch Sozialkritik durch: die Gesellschaft als verblödete, konsumgierige Masse. Das gibt es hier auch. Die Message ist aber ziemlich aufs Auge gedrückt: Das Internet ist böse und schafft Mörder. Also einfach mal wieder abschalten und Comics lesen? Ob DCeased aber ein so viel smarterer Zeitvertreib ist, das darf bezweifelt werden.

Auch visuell überzeugt die Miniserie nicht immer, weil mehrfach – auch innerhalb von Ausgaben – die Zeichner wechseln und darunter leider nicht nur talentierte sind.

Fortsetzung folgt – schon im nächsten Jahr mit DCeased: Unkillables, drei Ausgaben sollen von Februar bis April erscheinen.

Mehr Batman und Zombies:

Die Luftnummern des Puzzlers

Batman und Robin gefangen im Heißluftballon

Titel: The Puzzles Are Coming/The Duo is Slumming (Über den Wolken)

Drehbuch: Fred De Gorter

Erschienen: 1966 (Batman S02E31-32)


Gordon und O’Hara rätseln über ein Modellflugzeug

Ein kleines Modellflugzeug kommt in Commissioner Gordons Büro geflogen, darin ein Zettel mit einem Rätsel. Dahinter kann nur … der Puzzler stecken! Puzzler? Nie gehört. Das war mal ein Superman-Schurke, zuerst aufgetaucht in Action Comics #49, 1942. Aber was hat der mit Batman zu tun? Ganz einfach: Der Riddler war gerade nicht verfügbar, weil Frank Gorshin mehr Geld für seine Rolle wollte und solange die Verhandlungen liefen, machten die Autoren aus Riddler eben Puzzler. Leider.

Puzzler wünscht guten Flug.

Denn der Schurke ist so lahm wie die Handlung: Ein steifer älterer Herr mit Fliege, der mit Rätsel-Luftballons operiert, ein Flugzeug stehlen will und in jeder Szene Shakespeare zitiert – selbstverständlich inklusive Stellenangabe, so will es ein altes Filmgesetz (auch wenn die Bibel zitiert wird, kennen alle Kapitel und Verse auswendig). Seine Tricks sind lauter Luftnummern.

Gegen manche Gefahren gibt es kein Gegenmittel.

Batman und Robin werden durch einen Haufen Luftballons aufgehalten und sie lösen Rätsel, die keine sind, mit Lösungen, auf die niemand kommt. Es ist so weit hergeholt, dass man sich als Zuschauer veralbert fühlt. Es fehlen leider die zündenden Gags und absurden Einfälle. Man merkt: In der Serie läuft sich die Routine bereits tot.

Die Höhepunkte sind spärlich:

Highlight 1: Die Todesfalle. Batman und Robin werden vom Puzzler in einen Heißluftballon gesteckt. Wenn er bei 6000 Fuß Höhe angekommen ist, fallen sie herunter. Doch zum Glück hat einer von Puzzlers Handlangern seinen Kaugummi in den Korb geworfen. So kann Robin damit das Barometer verkleben. Und weil er zufällig noch Vogelgesang imitieren kann, lockt er einen Vogel herbei, der ein Loch in die Ballonhülle pickt und sie langsam sinken lässt. Und was machen Batman und Robin, als sie unten ankommen? Sie befreien sich gegenseitig von den Fesseln. Hätten sie das nicht sofort machen können?

Robin leidet unter einem schweren Gegner

Highlight 2: Ausnahmsweise sind die Actionszenen mal lustig choreografiert. Batman und Robin schlagen simultan zu und bilden dabei symmetrische Figuren. Leider muss der arme Robin ertragen, wie sich ein dicker Typ auf ihn draufsetzt, später wird er in eine Turbine gesteckt. Warum? Eines der vielen unlösbaren Rätsel dieser Folge …

Bat-Stethoskop: Wo hat Batman seine Ohren?

Highlight 3: Batman horcht einen Käfig mit dem Bat-Stethoskop ab und man fragt sich, wo Batman seine Ohren hat.

Bat-Family mit Luftballons

Highlight 4: Am Ende pustet die ganze Batman-Familie Luftballons auf.

Batman, Robin & Santa Claus

Lowlight: Beim Fassadenklettern begegnen Batman und Robin Santa Claus. Er und Batman wünschen allen frohe Weihnachten. Doch sonst kommt während der Folge keine Stimmung auf, weil auch niemand ein Wort über das anstehende Fest verliert. In diesem Gotham herrscht ewiger Sommer.

Die Bathöhle fliegt wieder

Detective Comics #317 (1963)

DC Comics

Titel: The Secrets of the Flying Bat-Cave

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Detective Comics #317)


Batman und Robin sind zur Police Convention in Center City eingeladen. Da sie dabei ihre Ausrüstung zeigen wollen, aber nicht die Bathöhle mitnehmen können, fliegen sie mit der Flying Bat-Cave hin. Obwohl sie sie kaum benutzen, haben sie ihr ein Upgrade verpasst.

Kaum sind sie in der Luft, sehen sie, wie zwei Mitglieder der Condor Gang eine Bank ausrauben – unverkennbar an den Vogelmasken, die sie tragen. Mit einem Magneten sind schnell ihre Waffen gefasst.

Auf der Convention zeigen Batman und Robin ihre Höhle, in der auch Miniaturen ihrer Trophäen gelagert sind, wie der Riesenpenny und die Joker-Maske, aber auch ein Mini-Batmobil, der Bat-Racer.

Die Condor-Gang fordert das Dynamische Duo heraus, aus der Stadt zu verschwinden. Das denkt nicht dran. Verhüllt als Wolke nähert sich die Flying Bat-Cave dem Geheimversteck der Bande, Batman und Robin gleiten mit Wingsuits zum Kampf. Doch die Bande entkommt.

Später wollen sie die Gauner in einem Stadion die Polizei um ihre gesammelten Spenden erleichtern, jagen sie die Flying Bat-Cave in die Luft – aber nur scheinbar, denn Batman hat nur eine aufblasbare Version des Gefährts vorgeschickt. Als die echte Flyig Batcave herannaht, fährt ein Greifarm aus, mit dem auch die letzten Mitglieder der Condor-Gang geschnappt werden können. Spätestens hier fällt auf: Was soll eigentlich eine Bande, die sich nach einem Vogel benennt, aber nichts mit Fliegen zu tun hat? Wäre die Geschichte nicht viel aufregender, wenn sich auch die Gegner durch die Luft bewegten? Hier hat es sich Bill Finger etwas zu leicht gemacht.

>> Batman 1960-1969

Gotham wird zum Schlachthaus

Batman: Crimson Mist

DC Comics

Titel: Crimson Mist (dt. Blutroter Nebel)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1998 (One-Shot), Paperback 2007 (Tales of the Multiverse: Batman Vampire), 2016 (Batman Elseworlds Vol. 2); dt. Panini 2002


„I’ve become worse than Two-Face, perhaps worse than Dracula himself.“ (Batman)

Nachdem Batman den Joker getötet hat und er sich von Alfred hat einen Pflock ins Herz rammen lassen (siehe Bloodstorm), liegt Batman als Skelett in seiner Gruft, sein Bewusstsein hängt zwischen Leben und Tod fest. In Gotham treiben neue Verbrecher ihr Unwesen: Two-Face, Scarecrow, Poison Ivy, Pinguin, Black Mask und in der Kanalisation frisst Killer Croc Prostituierte. Die Polizei ist verzweifelt, Gordon stattet Alfred einen Besuch ab. Daraufhin zieht Alfred Batmans Überresten den Pflock aus dem Brustkorb und Vampir-Batman kehrt wieder zurück, um in Gotham aufzuräumen.

Das bedeutet: Batman schlachtet einen Schurken nach dem anderen ab. Sogar in Arkham tötet er alle Mörder. Unterwegs ist er wahlweise als Riesenfledermaus oder als roter Nebel. Dann verbünden sich Gordon und Alfred mit Two-Face und Killer Croc, um dem Vampir Einhalt zu gebieten. Ihm selbst treibt ein Todeswunsch um …

Der dritte Teil der Vampir-Saga bietet einen starken Abschluss. Es wird anfangs zwar etwas zu viel gemetzelt, aber in der zweiten Hälfte wird das Finale in der Bathöhle spannend. Da Kelley Jones immer wieder beeindruckend den Horror darstellt, lässt sich die Brutalität ertragen. Gerade Batman erscheint alle paar Seiten noch schrecklicher als zuvor.

Interessant ist der innere Konflikt der drei Hauptfiguren: Alfred und Gordon wollen Batman nur widerwillig ausschalten, auch Batman will nicht töten, muss aber, um zu überleben. Verbrecher zu opfern ist das kleinere Übel. Er sieht seine Erlösung darin, dass am Ende alle Menschen zu Vampiren werden und dadurch schließlich verhungern, bzw. verdursten.

Zwischen den Zeilen scheint eine leise Zivilisationskritik durch: Die Vampire werden zur Allegorie für die Menschheit, die die Erde ausbeutet. Der Parasit kann nur endgültig sterben, wenn es nichts mehr zu holen gibt. Zum Glück geht diese Batman-Geschichte anders aus. Ein Ende im Frieden für alle Beteiligten. Und zum Schluss scheint sogar die Sonne.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman-Splitter #13: Bat-Signal

Das Bat-Signal in Tim Burtons „Batman“ von 1989 (Warner Bros.)

Wenn die Polizei Hilfe braucht, ruft sie Batman mit einem Scheinwerfer, dessen Licht die Form einer Fledermaus hat. Damit das klappt, muss es Nacht sein und der Himmel bewölkt. Aber in Gotham City ist ja meistens schlechtes oder zumindest trübes Wetter. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass dieses Signal – wie so vieles – die Naturgesetze überwindet.

Das Bat-Signal kam, wie so vieles, erst später zur Ikonografie hinzu. In der Joker-Story „The Case of the Costume-Clad Killers“ (Detective Comics #60, 1942) wird es zum ersten Mal eingesetzt. Die Bande des Jokers verkleidet sich als Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute, um Raubzüge zu begehen und zu morden. Kurz darauf leuchtet ein großer Lichtkegel in den Nachthimmel. Auf dem Hintergrund einer schwarzen Wolke, wie es heißt, erscheint die Silhouette einer riesigen Fledermaus.

Das erste Bat-Signal in Detective Comics #60 (1942)

Das erste Bat-Signal. (DC Comics)

Die Leute kommentieren: Das kommt vom Dach des Polizeihauptquartiers, sie rufen Batman. Bruce Wayne und Dick Grayson wissen, was zu tun ist. Unbedingt nötig ist das Signal nicht, weil die beiden – die gerade aus dem Kurzurlaub kommen – die Zeitungen gelesen haben.

Als sie bei Commissioner Gordon eintreffen, verlieren sie kein Wort über das Bat-Signal. Entweder weil es bereits etabliert ist oder weil es sich von selbst versteht. Wer auf die Idee kam, ist jedenfalls unklar. Wichtig ist nur, dass auch der Joker sein Zeichen hinterlassen hat: eine Joker-Karte, die bereits das nächste Verbrechen ankündigt. Er prahlt: Nicht mal das Wetter könne ihn aufhalten. Gemeint ist der Wahlspruch der Post.

Bemerkenswert ist, dass die Leser an das neue Signal herangeführt werden: Auf der dritten Seite sieht man zunächst die Scheinwerfer des Streifenwagens der falschen Polizisten leuchten, dann die Scheinwerfer des Feuerwehrautos. Aus beiden schießen die Ganoven nach hinten auf ihre Verfolger. Wenn in der dritten Bildzeile das Bat-Signal erscheint, wirkt es wie ein positiver Gegenentwurf zum Licht der Bösen.

Das erste Bat-Signal in Batman Begins.

Gordon mit Bat-Signal in The Dark Knight.

Tatsächlich dient das Bat-Signal auch der Abschreckung. Wenn es zum Beispiel im Film The Dark Knight (2008) erscheint, ziehen sich die Ganoven aus Angst oder Aberglaube zurück. Zuvor hatte Commissioner Gordon selbst die Idee zu dem Signal, nachdem Batman einmal (in Batman Begins) den Gangsterboss Carmine Falcone auf einem Scheinwerfer drapiert hat, wodurch er zufällig einen fledermausartigen Schatten warf. In The Dark Knight rechtfertigt Gordon das Signal gegenüber Harvey Dent als eine Funktionsstörung – so die offizielle Version, um sich vor dem Vorwurf zu schützen, die Polizei arbeite mit einem Vigilanten zusammen. Am Ende des Films zerstört Gordon den Scheinwerfer, um den scheinbaren Bruch mit Batman zu vollziehen.

In der Comic-Serie Gotham Central wird erklärt, dass die Polizei einen Trick anwendet, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Dort ist die Rezeptionistin Stacy, die nicht einmal eine offizielle Angestellte ist, als einzige Person berechtigt, das Bat-Signal einzuschalten. Damit ist die Polizei fein raus und kann ihre Hände in Unschuld waschen.

Das Bat-Signal ist aber auch wichtig für Batman. Es beeinflusste das gelbe Logo, das seit 1964 auf Batmans Brust prangte und spätestens mit Adam West und noch später mit Tim Burtons Batman-Film von 1989 zum Markenzeichen wurde.

Aber dieses Zeichen bekam mit der Zeit Risse. In Cataclysm (dt. Das Beben) fällt beim Zusammensturz des Polizei-Hauptquartiers das Bat-Signal auf James Gordon. In der Batman: The New Adventures-Episode „Over the Edge“ (dt. Todesvisionen) wirft Bane das Signal nach Batman und Gordon, wodurch sie vom Dach stürzen.

Ein Nachteil des Bat-Signals ist natürlich, dass die Schurken wissen, wo sich Batman aufhält und das auch für ihre Zwecke missbrauchen können. Mehrere Schurken locken damit Batman an, wie etwa von Scarecrow (Haunted Knight) vom Riddler (Dark Victory) und vom Joker (Lovers and Madmen). Der heute vergessene Signalman schafft es sogar, Batman im Bat-Signal gefangen zu nehmen (Detective Comics #466, 1976).

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976)

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976) (DC Comics)

Diese Demütigung wurde vor einigen Jahren noch übertroffen: Die Comic-Serie Batman Eternal beginnt mit einem besiegten Batman, der ohne Maske, dafür mit einem in die Brust geritzten Fledermaus-Symbol an das zerstörte Bat-Signal gekettet ist. Wer dafür verantwortlich ist, erfährt man erst viel später – und soll hier nicht verraten werden.

Im Film Batman v Superman: Dawn of Justice ist es Batman, der mit dem Signal Superman anlockt. Frank Miller und John Romita Jr. spiegeln diese Szene drei Jahre später in Superman: Year One.

In der Batman-TV-Serie der 60er-Jahre gibt es das Bat-Signal zwar auch, aber da die Serie meistens am Tag spielt, nutzt die Polizei eine Direktleitung zu Wayne Manor – eine Hotline mit je einem roten Telefon am anderen Ende. Ein Vorteil ist natürlich auch, dass sich Batman auf der Fahrt zum Polizeipräsidium auf seinen nächsten Gegner einstimmen kann, während er beim Bat-Signal immer aufs Geratewohl hinfahren muss.

Wer diese streng geheime Leitung installiert hat, wird nie erklärt, aber im Kalten Krieg, als zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml eine ähnliche Krisenleitung („Heißer Draht„) bestanden hat, dürfte das die Zuschauer nicht gewundert haben (auch wenn es in Wirklichkeit nie ein rotes Telefon war). Commissioner Gordon bewahrt seins unter einer Käseglocke auf. Das schützt vor Staub und auch davor, dass zufällig jemand aus Versehen den Hörer abnehmen könnte. In Wayne Manor wundert sich Tante Harriet wiederum nie über das rote Telefon auf Bruce Waynes Schreibtisch. (Vielleicht, weil sie dort keinen Zugang hat.)

In jedem Fall bedeutet das Bat-Signal für die Polizei auch ein Dilemma, denn sie gesteht jedes Mal damit öffentlich ihre eigene Unzulänglichkeit, Schwäche oder gar Verzweiflung ein. Bei Adam West wirken die Polizisten völlig inkompetent. In den ernsteren Geschichten ist Batman der Mann für die besonders harten Fälle, wie einst Sherlock Holmes. Das Signal zeigt Batman: Er wird nicht nur gebraucht, er ist bitter nötig. Er ist der einzige, der noch helfen kann. Damit wird das Bat-Signal zum Symbol der Hoffnung in der kaputten Stadt Gotham City.

Am 21. September 2019, zu Batmans 80. Geburtstag wurde das Bat-Signal Wirklichkeit und erstrahlte in 15 Städten auf der ganzen Welt. Damals wurde es aber auf Gebäude projiziert, denn das mit den Wolken – das haut in der Realität einfach nicht hin.

Scarecrow wird zum Dichter

The Return of the Scarecrow

DC Comics

Titel: The Return of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Detective Comics #73), Hardcover 2016 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow), 2018 (Batman: The Golden Age Vol. 4)


Scarecrow ist wieder da! Aus dem Knast ausgebrochen geht er diesmal mit einer Gang auf Raubzüge. Diesmal ohne Mord (wie bei seinem ersten Auftritt in World’s Finest #3, 1941), dafür mit Ansage. Jonathan Crane schreibt „HAT“ auf eine Tafel und stiehlt ein paar wertvolle Hüte. Zufällig ist Bruce Wayne gerade da. Um sich nicht als Batman zu outen, stellt er sich tollpatschig an und tut so, als würde er unabsichtlich in die Gauner hineinstolpern. Da Scarecrow sich nicht sicher ist, ob es Absicht war, knockt er Bruce daraufhin nur aus.

Am Tatort lässt die Vogelscheuche ihre Tafel zurück. Darauf steht unter „HAT“ das Wort „MAT“. Bruce kombiniert, hat eine Vermutung und zieht daraufhin als Batman mit Robin zum Wrestling, wo man eben auf der Matte landet. In Gotham findet gerade ein Wohltätigkeitskampf statt, um für Kriegsanleihen zu werben. Hier zeigt sich Scarecrow nicht nur als gewissenloser Schurke, sondern auch als unpatriotisch – was für Amerikaner das größte Sakrileg sein dürfte. Doch auch im Ring kann die Vogelscheuche triumphieren. Am Ende landet eine große Lampe auf dem Dynamischen Duo.

Dann finden sie wieder eine Tafel: „VAT“ lautet der nächste Hinweis. Zusammen mit einem Flugblatt für eine Reinigungsfirma ist klar, wohin die Reise geht. Batman und Robin landen gefesselt in einem Wassertank. Batman schimpft: „You rat!“ Scarecrow offenbart: Eigentlich müsste es auf der Tafel „BAT“ heißen, Robin sein ein „BRAT“ (eine Göre). Er haut ab, lässt aber auf der Tafel zur Sicherheit den nächsten Hinweis („YAT“) zurück.

Trotzdem ist er überrascht, als er bei der nächsten Station (im Jade-Laden „Yat Sing“) Batman und Robin wiedersieht. Die beiden zeigen sich diesmal nicht nur schlagfertig mit Fäusten, sondern auch mit Worten. Batman wird dabei aus dem Stegreif zum Dichter. So klappt es am Ende immer: Man muss nur die Waffen des Gegners gegen ihn selbst richten.

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