Batman unter Wasser: Das Sub-Batmarine


Eine Fledermaus gehört nicht unter Wasser. Aber Batman ist bekanntlich für alles zu haben. Als Millionärserbe ist Bruce Wayne gut gerüstet für Land, Luft und auch die Tiefsee. Bereits 1949 (Detective Comics #147) legt er sich sein erstes U-Boot zu. Es heißt „Sub-Batmarine“, was seltsam erscheint, „Bat-Submarine“ wäre sinnvoller gewesen, da es sonst „Unter-Fledermaus-See(boot)“ bedeutete. Doch das nur als Sprachkritikasterei am Rande.

Das Batmobil kann auf dem Wasser fahren, doch leider nicht tauchen. (DC Comics)

Kommen wir zur Geschichte. Beim Einsatz gegen den Unterwasserpiraten Tiger Shark und seine Taucherbande zeigt sich: Das Batmobil lässt sich selbst von Wasser nicht aufhalten. Bei Bedarf schwimmt es dank Lufttanks auf das U-Boot der Schurken zu, doch spätestens wenn das U-Boot sinkt, ist Rückzug angesagt.

Die Helden bitten den Meereskundler Dr. Gaige (vom Voyager’s Club), ihnen beim Bau eines U-Boots zuhelfen. Mit verbundenen Augen bringen sie ihn in die Batcave, wo das Gefährt in Windeseile entworfen und zusammengebaut wird. (Nur fürs Protokoll: Ein Meereskundler bzw. Ozeanograf kennt sich mit dem Meer aus – er ist kein Maschinenbauer.)

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Batman extrem: „Dream of the Bat“

The Mansion Press

Batman schläft am Tag auf dem Dach eines Hauses. Er erwacht und kotzt. Dann schläft er weiter. Nachts klettert er auf ein Hochhaus, das bis über die Wolken hinausragt, hockt da und grübelt, bis Catwoman vorbeikommt und erklärt, er habe die besten Zeiten hinter sich. Später verprügelt er einen schlafenden Penner und verstümmelt ihn grausam, um ihn zu „markieren“ macht sich über ihn lustig, doch nur um dann wieder in Depression zu fallen und sich selbst weh zu tun.

Nein, das ist nicht unser Batman. Strenggenommen ist es auch gar kein Batman, sondern einfach nur ein Typ im Fledermauskostüm, der sich „Bat“ nennt. Gerade noch erkennbar als sein Vorbild, aber genug verändert, um nicht von DC verklagt zu werden. Dream of the Bat heißt dieser Bootleg-Comic der US-Amerikaner Josh Simmons und Patick Keck, der in Frankreich auf Englisch erschienen ist. Schon das Cover macht deutlich, dass es hier ganz anders zugeht als bei DC: Einem lachenden und weinenden Batman wird die Kehle aufgeschnitten, herausgeströmt kommen Regenbogenfarben, unter denen der nackte Joker duscht und sich ein Liedchen pfeift.

Die vier Kurzgeschichten im Band dekonstruieren Batman so radikal, wie es nicht mal Frank Miller und alle seine Epigonen geschafft haben. Das bedeutet auch: ohne Grenzen an Brutalität und Obszönität. Daher vorweg die Warnung: Es ist mit Abstand der verstörendste Comic, den ich je gelesen habe. Diese Lektüre ist absolut nur für Erwachsene – und selbst die brauchen neben tiefschwarzem Humor einen starken Magen.

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Neuer Trailer: „Batman: The Doom That Came to Gotham“

DC hat seine Elseworlds-Story The Doom that Came to Gotham (dt. Schatten über Gotham, 2000) als Animationsfilm adaptiert. Er soll am 28. März 2023 erscheinen. Der Trailer verspricht viel Mystik, Magie und Monster, darunter auch bekannte Gestalten wie Etrigan, Green Arrow, Ra’s al Ghul, Mr. Freeze, Killer Croc, Two-Face und James Gordon.

Die Vorlage stammt von Autor Mike Mignola (Gotham by Gaslight, Hellboy) und liefert ein altbekanntes Horrorrezept aus 20er-Jahre-Nostalgie, H.P. Lovecraft und Batman. Überzeugt war ich von dem Comic nicht, als ich ihn vor einigen Jahren las, aber vielleicht wird der Film unterhaltsamer – auch wenn ich kein großer Freund von diesem Zaubergedöns bin.

>> Liste der Batman-Filme

Batman als Daniel Düsentrieb

DC Comics

Titel: The 1,001 Inventions of Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (Batman #109), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


Batman kann alles. Er ist nicht nur ein Spitzenathlet, Meisterkämpfer und Topdetektiv, sondern auch genialer Erfinder. Selbst Geräte, für die studierte Experten im Team Jahre brauchen würden (oder die schier unmöglich sind), baut er sich innerhalb kürzester Zeit je nach Bedarf zusammen. Ein wahrer Daniel Düsentrieb! Davon handelt auch diese Geschichte, die vollmundig behauptet, von 1001 Erfindungen zu handeln, doch wir sehen nur vier. Klar, wir haben nicht genug Platz, alle vorzustellen, aber der Titel scheint mir doch etwas übertrieben.

Wie auch immer. Zuerst sehen wir das „Flying Eye“, eine fußballgroße schwarz-violette Kugel, durch Gotham schweben und in Fenster reinspannen, bis es Verbrecher findet, die Böses im Schilde führen. Sie wollen eine von Batmans Erfindungen gegen ihn verwenden? Doch welche?

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Odyssee eines Außenseiters durch Gotham

DC Comics

Titel: Shadows of the Bat: House of Gotham

Autor/Zeichner: Matthew Rosenberg/Fernando Blanco

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1047-1058, Backup-Storys), Hardcover 2022


Der Joker bringt die Eltern eines Jungen um. Der Junge versteckt sich im Schrank. Da kommt Batman und hält den Joker auf. Der Junge jedoch hält danach beide für böse. Nach einer oberflächlichen Untersuchung stellt man fest, dass er gesund ist, und das Sozialamt kümmert sich nicht weiter um ihn. James Gordon bringt ihn nach Arkham, wo dieser von Clayface traumatisiert wird. Dann kommt er auf Initiative von Bruce Wayne in ein Waisenhaus, von wo er vom Pinguin adoptiert und zur Arbeit verpflichtet wird. Dann geht’s wieder nach Arkham, wo er fast von Zsasz umgebracht wird. Trotzdem fühlt er sich vor allem in Arkham heimisch – womit er der erste sein dürfte.

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Mr. Hydro, der Wasserschurke

DC Comics

Titel: The Water Crimes of Mr. Hydro

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Batman #74), Hardcover 2020 (Golden Age Omnibus Vol. 8)


Darf ich vorstellen: Tim Flagg, Häftling, Wasserträger für das Baseballteam im Knast. Zu gerne würde er mitmachen beim nächsten Ausbruchsversuch, er wolle helfen, er habe Grips, sagt er, aber da kriegt er nur seinen Wassereimer über den Kopf und gesagt: Du warst schon immer nur ein „Water-Boy“ und das ist alles, wozu du je gut warst. Man lacht ihn aus. Die Schmach sitzt tief. Da beschließt er, es allen zu zeigen und aus der Not eine Tugend zu machen. „I’ll show ‚em what can be done with water!“

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Ein Turm voller Narren

DC Comics

Titel: Shadows of the Bat: The Tower

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Ivan Reis u.a.

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1047-1058), Hardcover 2022


Arkham Asylum ist Geschichte. Nach der Zerstörung beim A-Day (Infinite Frontier #0) hat die Stadt Arkham Tower errichtet, ein Hochhaus mitten in Gotham. Da scheint alles super zu sein. Der Leiter Dr. Tobias Wear verspricht nicht nur Sicherheit und zufriedene Patienten, sondern sogar eine flotte Wunderheilung. Doch natürlich ist nichts so, wie es zunächst scheint: Ein paar Tage später bricht wieder das Chaos in Arkham aus.

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Batman sucht sein Cape

DC Comics

Titel: The Great Bat-Cape Hunt

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #101), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


Einmal hat jemand herausgefunden, dass Bruce Wayne Batman ist. Er schickte dem Helden ein Cape und nähte die Botschaft auf einem Zettel ein. Zum Glück bedeutete das nicht das Ende der Karriere, denn bald darauf war der Mann tot … Etwas suspekt, wenn Bruce das so erzählt, aber sprechen wir ihn im Zweifel frei – aus Mangel an Beweisen.

Jedenfalls bricht dann Hurrikan Hannah über Gotham ein und das Dynamische Duo fährt los, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Als Batman gerade sein Leben riskiert, um ein loses Schild einer Drogerie zu sichern, fliegt ihm sein Cape davon. Das Dumme ist nur: Alfred hat die Capes vertauscht – es ist das mit dem Hinweis auf Batmans wahre Identität!

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Zurück zur Welt von Flashpoint

DC Comics

Titel: Flashpoint Beyond

Autor/Zeichner: Geoff Johns, Jeremy Adams, Tim Sheridan/Eduardo Risso, Xermanico

Erschienen: 2022 (Flaspoint Beyond #0-6), Paperback 2022


Flashpoint ist eines der wenigen Events, die ich gern gelesen habe und guten Gewissens weiterempfehlen kann. Es handelt von einem alternativen DC-Universum, in dem Flash (Barry Allen) den Mord an seiner Mutter verhindert hat, dadurch aber eine völlig neue Zeitlinie mit einer dystopischen Welt entstanden ist, in der Aquaman und Wonder Woman mit ihren Armeen Krieg gegeneinander führen, Superman eingesperrt und Thomas Wayne ein mörderischer Batman ist. Der Nachteil: Leider wurde diese coole Batman-Version viel zu kurz abgehandelt. Weil das viele auch so sahen, kam sie später wieder, in The Button sowie in Tom Kings Storyline (wo sie verheizt wurde), nun kriegt sie eine weitere Miniserie: Flashpoint Beyond.

Doch eigentlich ist „Flashpoint“ Geschichte. Das merkt auch Thomas Wayne: Eigentlich dürfte er nicht existieren, zusammen mit seiner untergehenden Welt. Also versucht er, aus Barry Allen mit Blitz und Chemiecocktail den Flash zu machen, scheitert aber, weil ihm ein Attentäter in die Quere kommt. Barry stirbt. Auch Richter Harvey Dent wird ermordet. Ein gewisser „Clockwork Killer“ ermordet Zeitreisende und hinterlässt Teile eines Uhrwerks in ihren Leichen.

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Batman-Rückblick 2022 und Vorschau auf 2023

Cover zu Beyond the White Knight, World’s Finest und The Knight. (DC Comics)

Im vergangenen Jahr bewegte uns vor allem Robert Pattinson als The Batman im Kino. Der Film kam sehr ambitioniert daher, doch ließ er bei mir nicht viel zurück, erst recht nicht das Bedürfnis, ihn noch mal zu schauen. Zu viel wirkte wie schon mal gesehen. Erinnerungswürdige Szenen sind selten.

Als Comic beeindruckte mich vor allem The Imposter, das im Geiste des Films geschrieben und gezeichnet war. Allerdings war der Band weit entfernt von einem perfekten Leseerlebnis. Da kommt Robin & Batman von Jeff Lemire und Dustin Nguyen schon näher heran – und damit ist er mein Batman-Comic des Jahres. Lesenswert ist auch Jocks One Dark Knight geraten, sowie zumindest zwei Ausgaben der One Bad Day-Reihe: Penguin und Mr. Freeze. Nächstes Jahr bringt Panini die Reihe auf Deutsch heraus, während DC mit teuren Hardcover-Editionen nachlegt, die man sich einzeln kaufen muss.

Ansonsten waren die Highlights eher rar. Dafür wurden wir überflutet mit dem Clown Prince of Crime. Die Joker-Serie von James Tynion flachte mit dem zweiten Band ab, Jokers Puzzlebox wollte viel bieten, enttäuschte aber genauso wie das dritte Crossover mit Spawn.

Gestorben sind in diesem Jahr etliche Legenden: Neal Adams, George Pérez und Tim Sale und Alan Grant. Außerdem trauern wir um Batman-Sprecher Kevin Conroy, der am 10. November mit nur 66 Jahren gestorben ist. Er war die Stimme aus Batman: The Animated Series, Batman Beyond und etlichen Filmen.

Nächstes Jahr erwarten uns als Highlights zwei Batmen im Kino, nämlich Michael Keaton und Ben Affleck in The Flash (Juni 2023). Eigentlich sollte Keaton auch schon in Batgirl auftreten, doch der Film wurde – obwohl fast fertig – von Warner Bros. einfach einkassiert. Der Fall ist symptomatisch für das Chaos, das DC seit Jahren mit seinen Filmen veranstaltet. Eine Fortsetzung von Man of Steel wurde angekündigt, es gab sogar einen Cameo von Henry Cavill am Ende von Black Adam, dann wurde es kurz darauf wieder abgesagt. Ebenso die geplante Wonder-Woman-Fortsetzung, dafür sollen ganz andere Filme kommen. Wer weiß? Wen juckt’s? Denn bisher waren die Kino-Highlights selten.

Neue Batman-Comics 2023

Batman: Failsafe (DC Comics)

Bis es im Kino wieder was zu sehen gibt, vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen. Im März erwartet uns neben Mark Waids World’s Finest Vol. 1 der erste Band von Chip Zdarskys Batman-Run (Failsafe). Sein Zehnteiler über Bruce Waynes Anfänge, The Knight, erscheint (mal wieder) in zwei Hardcover-Bänden, der erste im Juni, auf Deutsch kann man den ersten bereits unter dem Titel „Die Reise“ kaufen. Ebenfalls im Juni erscheint Sean Murphys Beyond the White Knight (dt. Die Zukunft des Weißen Ritters).

Außerdem ist mit Sammelausgaben zu Batman & The Joker: The Deadly Duo und Riddler: Year One zu rechnen.

Carlsen

Der Carlsen-Verlag hat eine „Graphic Novel Biografie“ angekündigt: Bill Finger: Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters. Erscheinen soll sie im August. Geschrieben wird sie von Julian Voloj, der bereits Joe Shuster eine Comic-Biographie gewidmet hat. Marc Tyler Nobleman hat schon 2012 ein illustriertes Buch über Finger veröffentlicht: Bill the Boy-Wonder. Auf dieser Grundlage ist mit ihm die sehenswerte Doku Batman & Bill entstanden.

Das Batman-Projekt wird sich 2023 in einer Reihe Killer Croc widmen, der 40 Jahre alt wird. Ich habe schon oft über ihn geschrieben, auch wie alles begann, habe ich bereits ausführlich erzählt. Nun schaue ich mir weitere Storys mit ihm an. Dann bleiben mir noch etliche One-Shots aus den 90er- und Nuller-Jahren zu besprechen sowie eine Begegnung zwischen Batman und Tarzan. Und auf eines habe ich schon lange Lust: die Serie Legends of the Dark Knight. Aber vielleicht ist die auch etwas für 2024, wenn dieses Blog zehn Jahre alt wird – und Batman 90.

Weitere Titel 2023:

  • The Joker Vol. 3 (Februar)
  • Batman Vol. 1: Failsafe (März)
  • Batman/Superman: World’s Finest Vol. 1 – The Devil Nezha (März)
  • I Am Batman Vol. 2 (März)
  • Batman/Spawn: The Deluxe Edition (April)
  • The Jurassic League (April)
  • Detective Comics Vol. 4: Riddle Me This (April)
  • Poison Ivy Vol. 1: The Virtuous Cycle (Mai)
  • Batman: Fortress (Juni)
  • Batman vs. Robin (Juli)
  • Gotham Knights – Gilded City (Juli)
  • Batman & The Joker: The Deadly Duo (September)

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