The Brave and the Bold

Batman trifft Richard Dragon

The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Titel: Batman & Kung-Fu Fighter: Batman — The Dragon Slayer?

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #132)


Richard Dragon, auch bekannt unter dem brillanten Namen Kung-Fu Fighter, rettet einem armen alten Mann das Leben, als ein paar menschenverachtende Schläger „Populationskontrolle“ betreiben wollen. Dann repariert er ihm noch den Platten an seinem Fahrrad und gibt ihm einen Kaffee aus.

Ein Jahr später, als Richard gerade in Gotham ist, wird er angegriffen von einem einäugigen Kerl mit einem Nunchaku. Der trägt den unbescheidenen Namen The Stylist. Als Richard sich gerade wehrt, geht Batman nichtsahnend dazwischen und hält den Unschuldigen für den Aggressor. Dafür bekommt der Dunkle Ritter ein paar Schläge ab und hat dem nur uramerikanische und ungraziöse Kampftechniken wie beim Football oder Boxen entgegenzusetzen. Die Zeit, in der selbst alle möglichen fernöstlichen Martial Arts beherrscht, scheint hier noch nicht angebrochen zu sein.

Batman in Mexiko

Wie dem auch sei: Nach ein bisschen Gerangel kommt Batman auf den Trichter, dass der Kung-Fu Fighter die Wahrheit sagt und er den Falschen hat entkommen lassen. Da taucht ein Chauffeur mit einem Briefumschlag für Richard auf, in dem ein Schlüssel und ein Quarter steckt. Richard schaltet: Das kann nur von dem alten Mann stammen, den er mal gerettet hat. Batman schaltet: Das kann nur der Milliardär Calvin Curtis sein, der sich als Penner getarnt hat. Er ist gerade gestorben und hat viel Geld zu vererben.

Doch zuerst muss der Stylist gefunden werden, der es offenbar auf Dragon abgesehen hat. Nach einem gescheiterten Versuch, ihn zu schnappen, bei dem sich Batman in aller Öffentlichkeit blamiert, führt die Spur nach Yucatan. Richard und Batman besteigen eine Passagiermaschine. Batman sitzt doch tatsächlich im Kostüm unter Zivilisten, was keinen zu wundern scheint. Was ist mit dem Batplane, dem Batwing oder zumindest Bruce Waynes Privatjet? Seltsame Geschichte … Aber zum Glück dauert sie nicht mehr lange.

In Yucatan finden sie den Stylisten, der wurde beauftragt von einem Kerl namens Esteban, der einst Curtis‘ Geschäftspartner war und nun hinter dem Erbe her ist. Er befürchtet, dass Richard alles erben könnte und will ihn erledigen lassen. Kurz gesagt: Die beiden Helden verhindern das mit einer kleinen Prügelei. Esteban landet im Knast (lebenslang) und der Stylist versinkt auf der Flucht in Treibsand. Sehr bequem.

Am Ende geht das Erbe an die Wohlfahrt. Richard Dragon kriegt nur eins: eine neue Fahrradpumpe.

>> Batman in The Brave and the Bold


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Batmans letztes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Batman’s Last Christmas

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #184)


Tut mir leid: Dieser Titel allein dürfte schon die Erinnerung an einen Weihnachts-Evergreen wecken und euch einen schrecklichen Ohrwurm verpassen. Aber keine Sorge, ich baue diesmal kein passendes Musikvideo ein – dieses Blog hat ja immer noch einen guten Ruf zu verlieren. Der Song würde hier auch gar nicht passen, schon das Cover verspricht großes Drama: „My parents deserved to die – and the Batman must die as well!“, schreit Batman am Grab seiner Eltern und reißt sich die Maske vom Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

Eigentlich ist Batman kurz vor Weihnachten damit beschäftigt, Santa Claus zu spielen, indem er Waisenkindern einen Sack voller Geschenke vorbeibringt. Dann bittet ihn Commissioner Gordon um Hilfe, um den Gangsterboss „Spurs“ Sanders zu fassen. Dessen Buchhalter wollte Beweismittel an die Polizei übergeben, aber die wurden abgefangen. Batman findet Sanders Handlanger, da dieser zum Glück ein auffälliges Kostüm trägt: als Weihnachtsmann. Eigentlich nichts ungewöhnliches so kurz vor Weihnachten, aber Batman erkennt ihn sofort auf der Straße, weil er nun mal Batman ist.

Kaum ist der Übeltäter überwältigt, schlägt Batman die Akte auf und liest, dass sein Vater, Thomas Wayne, Sanders Geld geliehen haben soll, damit dieser zum Boss aufsteigen kann. Als der falsche Weihnachtsmann Batman erschießen will, taucht aus dem Nichts Huntress auf und rettet ihm das Leben. Huntress ist Helena, die Tochter von Bruce und Selina von Erde 2. Da sie einsam ist, will sie Weihnachten mit ihrem Onkel von Erde 1 verbringen. Sie fragt sich, was für ein Geschenk sie ihm besorgen könnte, wenn er doch alles hat.

Doch Bruce hat andere Sorgen: Sein Vater war anscheinend ein Krimineller. Was tun? Da bringt ihn Helena auf eine brilliante Idee: Du bist Detektiv, finde es heraus! Stimmt, sagt Bruce, so mach ich’s. Erste Station: der ehemalige Buchhalter seines Vaters. Dessen Aufzeichnungen bestätigen, dass Thomas regelmäßig 10.000 Dollar abgehoben hat, ohne sie zu erwähnen. Spurs soll das Geld erhalten haben. Zweite Station: ein Besuch bei Spurs, der beweist die Affäre mit einem Tonband, auf dem Thomas zu hören ist.

Bruce hat dann genug: Er verdammt den eigenen Vater, er sei nicht besser als die schlimmsten Verbrecher, dann schmeißt er als Batman hin, weil er sonst ein ebenso großer Heuchler wäre. Bruce zieht sich also zurück in die High Society, wo er umgarnt von schönen Frauen schmollt und einsam bleibt. Ein Leben ohne Batman ist möglich, aber sinnlos.

Als dann der falsche Weihnachtsmann vom Anfang fast ermordet wird, rettet Huntress ihm das Leben, Bruce sieht es und erkennt: Er ist Batman nicht seinem Vater zuliebe, sondern um Menschenleben zu retten und andere vor seinem Schicksal zu bewahren. Dann erinnert er sich ein sein letztes Weihnachten mit den Eltern und erkennt, dass der Buchhalter der Schurke ist, der den Namen Wayne in den Schmutz gezogen hat.

Und so hat Helena doch ein Geschenk für den Onkel: Sie hat Batman seinen Glauben und seine Bestimmung wiedergegeben. Batman erneuert seinen Schwur am Grab der Eltern.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Batman und Plastic Man bringen Weihnachten zurück

DC Comics

Titel: The Night the Mob Stole X-Mas!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Joe Staton, Jim Aparo

Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #148)


Weihnachten klauen? Wer die Geschichte vom Grinch kennt, der weiß, das geht doch gar nicht. Aber bei Batman geht bekanntlich alles, oder zumindest soweit, dass er es verhindern kann. Doch zunächst werden Zigaratten geklaut. Ein Laster voller illegal geschmuggelter Kippen wird leergeräumt, der Fahrer getötet – das Werk sogenannter Buttlegger.

Doch dann wird auch noch die berühmte Weihnachtsauslage des Lacey Department Store gestohlen. „What would the holiday be without it?? Beautiful!“, denkt sich Batman beim Vorbeifahren mit dem Batmobil. Tja, und dann ist die ganze Deko kurz darauf plötzlich weg – gestohlen! Und dabei wurde noch Plastic Man entführt, der als Weihnachtsmann verkleidet Spenden gesammelt hat. Doch dann gelang es ihm, trotz eines Schlages auf den Hinterkopf, noch eine Botschaft für Batman in den Schnee zu schreiben.

Fein rausgeputzt zu Weihnachten: Plastic Man und Batman in der Autowaschanlage. (DC Comics)

Batman folgt dem Laster der Diebe mit dem Whirlybat, an der nächsten Tankstelle versucht er, die Gauner zu überwältigen, aber dann landet er in einem Becken voller Diesel – Plastic Man muss ihn retten. Einen Besuch in der Autowaschanlage später folgen die beiden Helden der Spur nach Florida, wo die Bande (die zufällig auch hinter dem Buttlegging steckt) die Weihnachtsdeko aus Gotham aufgestellt hat, um eine andere Bande damit zu beeindrucken – damit will Gangster Big Jake Doyle kurz vor seinem Tod Frieden mit der Konkurrenz schließen. (Plastic Man soll Weihnachtsmann spielen.)

Batman und Plastic Man als Weihnachtsdeko für Gauner. (DC Comics)

Doch die Sache ist nur ein Trick, um die Konkurrenz auszuschalten. Kaum sind die Gäste da, werden sie mit Kugeln durchlöchert. So zumindest der Plan. Denn zum Glück lassen sich Batman und Plastic Man vorher von den Gaunern (scheinbar) gefangen nehmen. Dadurch können sie das Schlimmste verhindern. Plastik Man bläst sich zu einem Riesenkissen auf, dann wird er zur Schneekanone. Schließlich zwingen die Helden die Gauner dazu, Gotham seine Weihnachtsdeko zurückzubringen.

Worum es in Gotham zu Weihnachten geht. (DC Comics)

„Batman, it’s a miracle!“, sagt der Bürgermeister. „You cracked the buttlegging ring and saved the city’s holiday!“ Na ja, eigentlich sollte die Botschaft einer solchen Geschichte lauten: Weihnachten braucht den ganzen Klimbim nicht, es geht bei dem Fest doch um menschliche Werte. Aber nein, hier dient Batman bloß als Wiederbeschaffer von Werbung für ein Konsumunternehmen. Anders als beim Grinch lautet die Moral also: Weihnachten kann man nicht klauen – solange es einen Batman gibt.

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Der Golem aus dem All

Wiedersehen mit dem Time Commander: War of the Cosmic Avenger (DC Comics)

Titel: Batman & Green Lantern: War of the Cosmic Avenger

Autor/Zeichner: Bob Haney/Win Mortimer

Erschienen: 1967 (The Brave and the Bold #69)


Der Time Commander ist wieder da! Aber Batman hat zunächst andere Sorgen: Er läuft gebeugt durch die Straßen mit einem roten Fledermaus-Kostüm, einer Art starrer Metallpanzer, der sich um Kopf, Rücken, Arme und Oberschenkel schließt. Während das umstehende Volk sich wundert, versucht die Polizei, den Panzer zu knacken – doch vergeblich.

Wie ist das überhaupt passiert?, fragt Gordon. Das kam so: Batman hat das Frühlingsfieber gepackt, er ist mit dem Batmobil aufs Land gefahren, hat sich unter einen Baum gelegt, ist eingeschlafen – und als er erwachte, war er plötzlich gefangen. Eine seltsame Geschichte, aber da bei Batman allerhand Kurioses passiert, verwundert auch das nicht besonders.

Batman lässt Green Lantern rufen. Der düst sofort herbei und löst mittels Ring die Fessel. Doch als GL wieder nach Hause düst, kommt ihm Batman auf dem Whirlybat entgegen. Moment mal, wie kann das sein? Die Lösung: Der andere war nicht Batman, sondern ein Betrüger! Aber wer? Es konnte nur jemand gewesen sein, der sich die Kraft des Rings zunutze machen wollte. Und aus irgendeinem Grund kommen die beiden auf John Starr, den Time Commander.

Der Golem nimmt Rache

Mit der Ring-Energie aus der Rüstung schafft er Cosmo herbei, eine Art Golem, der vor zehn Jahren von Dr. Elijah Carruthers erschaffen wurde. Der Wissenschaftler hat Cosmo aber zerstört, weil er unzufrieden mit dem Ergebnis gewesen ist. Der neue Cosmo ist dank kosmischer Energie mächtiger denn je und will dem Time Commander nicht gehorchen. Er will nur eins: Rache an seinen Schöpfer und Vernichter nehmen.

Also randaliert Cosmo in der Stadt, Batman und Green Lantern sind machtlos gegen ihn. Da hilft nur eins: Dr. Carruthers herbeizuholen. Doch der verbringt seine letzten Lebensjahre dement in einem Pflegeheim. Trotzdem schaffen es die Helden, ihn vor Cosmo zu stellen, mit einer Chemikalie als Waffe, doch das stellt sich als Bluff hinaus, wie auch der Time Commander merkt. Carruthers ist eigentlich Batman mit Maske, und Batman ist Carruthers Pfleger. Da kehrt durch den Schock die Erinnerung des Doktor wieder, er taucht plötzlich auf wie Kai aus der Kiste, wirft eine wirksame Chemikalie auf Cosmo, sodass der Golem wieder verschwindet.

Bleibt nur noch die Frage, ob das alles moralisch okay war. Carruthers hat keine Bedenken: Die Zerstörung eines bewussten Wesens wegen seiner Imperfektion nagt nicht gerade an seinem Gewissen, er fühlt sich vielmehr durch den Amoklauf des Golems bestätigt, es noch einmal getan zu haben – auch wenn erst die Handlung des Doktors den Rachefeldzug bewirkt hat. Aber keiner widerspricht, sodass der Wissenschaftler das letzte Wort hat: „The time has not come for humanoids such as Cosmo … but someday it will come!“

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Bruce Waynes Zeitvertreib

Batman und Green Lantern gegen den Time Commander

Batman und Green Lantern gegen den Time Commander (DC Comics)

Titel: Batman & Green Lantern: The Tick-Tock Traps of the Time Commander

Autor/Zeichner: Bob Haney/Ramona Fradon

Erschienen: 1965 (The Brave and the Bold #59)


In den Kinos ist endlich Christopher Nolans Film Tenet angelaufen. Darin versucht sich der Regisseur und Autor an einer Variation auf das alte Zeitreisethema: Die „Inversion“ von Gegenständen und Personen erlaubt ihnen, sich rückwärts durch die Zeit zu bewegen. Welche Möglichkeiten und Gefahren das mit sich bringt? Schaut es euch lieber selbst an. (Mich hat es nicht überzeugt.)

Doch auch wenn die Idee neu anmutet: Es gibt leider nichts ganz Neues unter der Sonne. Denn in ähnlicher Form gab es das auch schon bei Batman. Im ersten Batman-Team-up mit Green Lantern in der Serie The Brave and the Bold treffen sie auf den Schurken Time Commander, der Dinge und Menschen in der Zeit vor- und zurücksetzen kann.

Bruce Wayne (Batman)

Dichterlesung statt Langeweile: Bruce Wayne in seiner Freizeit. (DC Comics)

Die Geschichte beginnt mit John Starr, einem entflohenen Sträfling, der bei einer öffentlichen Lesung seine Unschuld zu beweisen versucht – als selbsternannter „Monte Christo des 20. Jahrhunderts“. Da Bruce Wayne sich gerade langweilt und nichts Besseres zu tun hat (Dick und Alfred sind außer Haus), will er sich mit der Lesung die Zeit vertreiben und trifft dort auf Commissioner Gordon, der nur auf die Gelegenheit wartet, Starr wieder einzufangen.

Kaputte Uhr wird wieder ganz: Der Time Commander führt Bruce Wayne seine Kräfte vor. (DC Comics)

Doch wider Erwarten taucht der Sträfling nicht selbst auf, sondern nur auf einer Filmleinwand, wo er dem Publikum in einem Film erklärt, warum er das Verbrechen, wegen dem man ihn veurteilt hat, nicht begangen haben kann. Das Publikum ist überzeugt, Gordon nicht. Als Bruce nach Hause kommt, begrüßt ihn Starr im Kostüm als Time Commander. Er zerbricht eine antike Uhr und lässt sie wie von Zauberhand wieder zusammensetzen. Er weiß, dass Bruce Batman ist und er bittet ihn um Hilfe, seine Unschuld zu beweisen. Bruce willigt ein.

Batman als Dieb?

Zwei Tage später bekommt Hal Jordan ein Telegramm, in dem Batman ihn um Hilfe bittet. Jordan fliegt als Green Lantern nach Wayne Manor, wo er Batman nach einem Laborunfall starr daliegen sieht. GL kann ihn mittels Ring wiederherstellen und verschwindet wieder, später hört er aber, dass Batman unbezahlbare Isotope aus einem Labor gestohlen haben soll. Batman fliegt durch die Gegend und widersetzt sich mittels einer mysteriösen Sanduhr der Polizei, dann wehrt er Green Lantern ab, indem er dessen Ringkräfte gegen ihn selbst richtet. Doch als Hal später Bruce stellen will, behauptet dieser, von all dem nichts gewusst zu haben. Der Time Commander hat sich als Batman ausgegeben.

Time Commander, Batman, Green Lantern

Der Time Commander befördert Batman und Green Lantern durch die Zeit. (DC Comics)

In der Zwischenzeit wütet der Schurke weiter: Er lässt Teile von Gotham City verschwinden. Doch als Green Lantern und Batman im Flug versuchen, ihn davon abzubringen, kriegt GL eine Ladung gelben Sand zu spüren (sein Ring hat eine Gelbschwäche) und Batman bringt ein Hagel aus Pendeluhren zu Fall. Woher die Ihren kommen, bleibt unklar – oder soll sich bei einem „Time Commander“ wohl von selbst verstehen. (Wahrscheinlich durch Green Lanterns Ring-Energie, die ihn wohl auch fliegen lässt.) Als beide Helden bewusstlos sind, lässt der Gegner sie aber nicht einfach in den Tod stürzen, sondern fängt sie auf und lässt sie in der Zeit verschwinden: GL einen Tag in die Vergangenheit, Batman einen Tag in die Zukunft.

Rache an Gotham

Macht aber gar nix, denn dank GL-Ring können sich die beiden trotzdem absprechen über das weitere Vorgehen. In der Zwischenzeit stellt der Time Commander seine Forderung an die Stadt: John Starr soll freigesprochen werden – sonst gibt’s Rache. Ein etwas seltsames Vorgehen, wenn man Menschen von seiner Unschuld überzeugen will, indem man eine weitere Straftat begeht, für die man ganz sicher den Knast verdient. Aber auch unabhängig davon beharrt Gordon auf Starrs Schuld.

Dinosaurier und Vulkane: Der Time Commander befördert Gotham in die Urzeit zurück. (DC Comics)

Also lässt der Time Commander in Gotham die Dinosaurier wiederauferstehen sowie Vulkane und Feuer ausbrechen, schließlich zaubert er ein paar feindliche Aliens aus der Zukunft herbei, die wild herumballern. Das Volk probt den Aufstand: Sprecht Starr frei! Die Stadt knickt ein. Dann lassen Green Lantern und Batman die Sanduhr des Time Commander durch ein schrilles Sirenensignal zerspringen und er fällt machtlos zu Boden. Aber wie haben die das geschafft? Kommunikation ist alles – auch zwischen Vergangenheit und Zukunft. Kaum ist die Sanduhr zerstört, kehrt alles wieder zum Status quo zurück.

Nun könnte man sich wieder fragen: Wenn der Time Commander die Zeit beeinflussen kann, hätte er dann nicht einfach die Tat, derer man ihn bezichtigt, ungeschehen machen können? Ja, hätte er. Aber dann gäbe es diese Geschichte nicht. Aber sich zu verschulden, um seine Unschuld zu untermauern, ist auf jeden Fall die schlechtere Lösung gewesen. Und so wird ein weiterer Schurke mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

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Batman und Riddler schreiben Krimi-Geschichte

DC Comics

Titel: Batman and the Riddler: The Death of Batman

Autor/Zeichner: Don Karr/Carmine Infantino

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #183), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


Ein Unbekannter holt den Riddler aus dem Knast, gibt ihm sein Kostüm und lädt ihn ein zu einem Spiel: „The Death of Batman“. Am selben Abend wird bei einem Empfang der Krimi-Autor Hugh Rutherford Creighton entführt. Batman wird zum Polizeipräsidium gebeten. Dort wurde ein Spiel abgegeben: The Death of Batman. Der Mitspieler muss Karten ziehen, auf denen steht, wo er als nächstes sein soll. Batman trifft auf den Riddler und sie spielen gemeinsam.

Die Schnitzeljagd führt nicht nur durch Gotham, sondern auch durch die Literaturgeschichte: vom ersten Rätselknacker Ödipus, zum Haus von Edgar Allan Poe bis hin zum Aschenbecher von Sherlock Holmes und Dashiell Hammett (Autor von The Maltese Falcon). Zwischendurch gibt es eine Explosion und eine tödliche Schlange und einmal holt der Riddler mit dem Schwert nach Batman aus.

Beim Finale in Creightons Haus stellt sich der Schurke – ACHTUNG SPOILER – als Creighton selbst heraus. Er hat seine eigene Entführung bloß inszeniert, um sich an Batman zu rächen, weil der Krimi-Autor durch ihn nicht mehr von der Polizei konsultiert wird. Außerdem hat er Spaß dran und ohnehin nicht mehr lange zu leben. Als der Lebensmüde alles in Flammen aufgehen lässt, versucht der Riddler zunächst Batman vor dem Rauch zu retten – und wird dann selbst von ihm gerettet.

„I have ethics!“, sagt der Riddler. „For me the game is everything!“ Außerdem sei Batman der einzige, der das Rätsel auflösen könne.

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Joker als Kredithai

DC Comics

Titel: Pay – Or Die!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #141), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Der Kredithai, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.
Doch der Joker hat ne Bombe, doch die Bombe sieht man nicht …

In Gotham gehen mal wieder Bomben hoch. Geschäftsmänner sterben dabei. Commissioner Gordon vermutet eigenartigerweise Selbstmord, aber Batman zieht nach kurzer Ermittlung den richtigen Schluss: Beide haben sich bei einem Kredithai Geld geliehen, einem gewissen Longreen. Der Name klingt nicht zufällig nach „long grin“ – der Joker hat es mal wieder auf Geld abgesehen, er wird zur Allegorie für einen Wucher-Kapitalismus. Als auch noch ein Modesigner in die Luft fliegt und Dinah Lance (Black Canary) dabei zusehen muss, hat Batman seine Mitstreiterin gefunden, um dem grinsenden Kredithai das Handwerk zu legen.

Aber wie? Batman hat eine Idee: Alfred soll helfen. Er soll so tun, als ob Bruce Wayne dessen Rentenfonds verspekuliert hätte, und sich beim Joker Geld leihen. Leider ist der gute Alfred zu nervös dabei und daher keine große Hilfe, um herauszufinden, wo der Joker sein Versteck hat. Der Joker hat sich in einem Bestattungsunternehmen verschanzt. Kreditwucher als todsicheres Geschäft, sozusagen.

Doch wie schafft er es, seine Schuldner in die Luft zu jagen? Ganz einfach: Mit einer Chemikalie, die er seinen Opfern mit Wein zu trinken gibt. Alfred ist also eine wandelnde Zeitbombe. Am Ende stürzt sich Batman verkleidet als Alfred auf den Joker, um aus dem Dilemma rauszukommen. Und damit Alfred künftig immun gegen den Sprengstoff in seinem Körper ist, bekommt er vom Joker eine Bluttransfusion verpasst.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Durch Alfreds Adern fließt das Blut des Jokers. Wäre Potenzial für eine eigene Geschichte. Allerdings wurde die – soweit ich weiß – nie geschrieben. In gewisser Weise bekommt Alfred später zumindest kurz ein Lächeln aufgesetzt, in einer Folge von Batman: The Animated Series („The Last Laugh“, dt. Eine Stadt voller Narren, S01E04) wird er durch Joker-Gas wahnsinnig. Und in Whatever Happened to the Caped Crusader? behauptet er, den Joker nur gespielt zu haben. Und in Endgame schlägt ihm der Joker die Hand ab – dabei gibt es wiederum nichts zu lachen.

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Drei Helden, zwei Schurken und ein Adler

DC Comics

Titel: The Claws of the Emperor Eagle/Death at Rainbow’s End

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1976 (The Brave and the Bold #129-130), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Oliver Queen luchst einem alten Bonzen auf dem Sterbebett den Emperor Eagle ab, eine antike Bronze, die einst Alexander dem Großen zu Ehren geschenkt wurde. Das Dumme ist nur: das Ding bringt Pech, manche sagen auch, ein Fluch laste darauf. Denn nicht nur Alexander starb jung, auch kostete es später Napoleon und Hitler den Sieg – soweit der Mythos.

Und kaum hat Oliver Queen die Besitzurkunde an sich genommen, wird sie ihm auch schon geraubt. Er erzählt Batman die Story und macht sich auf nach England, um den Adler abzuholen. Doch das Flugzeug wird von Joker und Two-Face gekapert und nach Pathanistan gebracht – dem Heimatland des Adlers. Die Schurken kassieren vom hiesigen Diktator, General Khan, eine saftige Belohnung, aber dann soll Oliver Queen zur Strafe gehängt werden.

Batman kann den Despoten umstimmen. Wenn es ihm gelingt, beim Reiten einen Stab in einen Ring zu stecken, ist Oliver frei. Mit der Hilfe von Atom klappt es auch. Aber dann entführen Joker und Two-Face Batman und rauben den Adler. Batman endet in einer Todesfalle á la Goldfinger …

Batman in den Spuren von James Bond (DC Comics)

Diese im wahrsten Sinne des Wortes abenteuerliche Geschichte nimmt ein paar wilde Wendungen. Jeder Held wird mindestens einmal entführt und darf sich beweisen, aber vor allem ist es eine Green Arrow-Story: Der Schütze spannt einen unspannbaren Bogen (wie er das macht, bleibt aber rätselhaft), er geht mit zwei Pferden tauchen und erweist sich als besessen von Gier, denn in dem Adler stecken große Reichtümer.

Darauf haben es auch Joker und Two-Face abgesehen. Wie sie darauf kommen, warum sie überhaupt zusammenarbeiten und wie Two-Face damit klarkommt, dass der Coup (bis auf die Belohnung) nichts mit der Zahl Zwei zu tun hat – das alles bleibt auch ein Rätsel. Aber ich merk schon, ich hinterfrage mal wieder zu viel. Eins scheint jedenfalls klar: Der Adler ist anscheinend wirklich verflucht, weil in solchen Geschichten jedes Gerücht sich als stets als wahr erweist. Aber natürlich ist der Fluch bloß ein Code für Gier, die Menschen verblendet. Und davor ist dann wohl auch der Joker nicht sicher, auch wenn er sich in den 70ern sonst weniger um Reichtum als um Spaß schert.

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Hugo Stranges Todeswunsch

Batman, Robin, Hugo Strange

DC Comics

Titel: Batman & Robin: Interlude on Earth-Two

Autor/Zeichner: Alan Brennert/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #182)


Auf Earth 2 bricht über Gotham City ein ungewöhnlich heftiger elektrischer Sturm ein. Dick Grayson sucht Ted Knight auf und zusammen gehen sie als Robin und Starman der Sache auf den Grund. Starman verliert seinen kosmischen Stab, da erscheint Hugo Stranges Gesicht am Himmel, der verkündet, Gotham mit dem Stab zerstören zu wollen.

Kurz darauf bringt ein Blitz den Batman von Earth 1 nach Earth 2, wo sein Gegenstück bereits tot ist, genauso wie dessen Frau Selina Wayne. Zusammen mit Robin versucht er, Strange aufzuhalten. Der Schurke legt derweil mit seinem Zerstörungswerk los. Als erstes jagt er per Fernsteuerung Catwomans alten Pantherjet auf die Menschen, dann einen Riesenkreisel (eine alte Waffe des Spinners), dann das alte Batmobil.

Der T-Rex in der Batcave erwacht zum Leben.

Zusammen mit Batwoman (die auf Batmans Welt tot ist) fliegen sie auf Whirlybats zur Bathöhle, wo der Dinosaurier zum Leben erwacht. Schließlich muss Batman gegen einen alten Batman-Roboter kämpfen. Am Ende taucht ein missgestalteter Hugo Strange auf, der nach seinem letzten Sturz mit einem Zeug behandelt wurde, mit dem er einst die Monster Men erschuf. Leider ging das schief, weshalb der Professor nur noch eine bemitleidenswerte Erscheinung ist.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Batman überzeugt ihn davon, nicht von Rachegelüsten, sondern bloß von einem Todeswunsch getrieben zu sein. Strange sieht es ein und löst sich selbst zu Staub auf. Zurück bleibt der bittere Nachgeschmack von Euthanasie …

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

>> Liste der Man-Bat-Comics
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