Lobo

Schwefelgeister und Killerbräute

DC Comics

Titel: Ghosts/Batman – Lobo: Deadly Serious

Autor/Zeichner: Sam Kieth

Erschienen: 2007/2010 (Batman Confidential #40-43, Batman/Lobo: Deadly Serious #1-2), Paperback 2018 (Batman: Ghosts)


Ein Killer geht auf Gothams Straßen umher. Er hat es auf Obdachlose abgesehen. Leichen mit zerrissenen Knochen liegen auf der Straße. Der einzige Hinweis: Spuren von Schwefel. Da der Stoff ein Bestandteil von Schießpulver ist, kommen für Batman alte Erinnerungen an sein Trauma hoch. Der Täter scheint nicht greifbar, scheint ein Geist zu sein – und er weiß über Batman Bescheid.

Batman wird angegriffen und von der fast blinden Sozialarbeiterin Callie gerettet. Sie hilft ihm, wird angefallen. Und kurz darauf spüren sie eine Anziehung zueinander. Denn auch sie hat durch Waffengewalt ihre Mutter verloren. Trotzdem bleibt ein Rätsel, warum sich so schnell Gefühle zwischen ihnen entwickeln, genauso was es mit dem Geist auf sich hat, oder warum Callie auch bei Schnee bauchfrei herumläuft. Das Ende ist sehr beliebig.

Auf rationaler Ebene ist da nicht viel zu holen. Wenn man sich die Bilder von Sam Kieth ansieht, kommt es auch mehr aufs Grafische an. Kieth zeichnet Figuren und Welt expressionistisch bis surreal. Alles ist verzerrt bis ins Extrem. In einer so irre erscheinenden Welt sucht man Sinn vergebens. Das funktionierte besonders in Arkham Madness sehr gut. Hier kann man nur dazu raten, die Sprechblasen zu ignorieren und einfach die Zeichnungen zu genießen – falls sie den eigenen Geschmack treffen.

Im zweiten Teil des Paperbacks ist der Zweiteiler Batman/Lobo: Deadly Serious enthalten. Batman wird auf ein Raumschiff im Weltall transportiert, auf dem eine Seuche um sich greift. Sie betrifft nur Frauen. Sie rauchen, trinken und töten. Zufällig ist Lobo auch da. Und so verbünden sich die ungleichen Partner, um die wildgewordenen Weiber in den Griff zu kriegen. Schließlich endet das Gemetzel auf der Erde …

Im Vergleich zu „Ghosts“ ist die Lobo-Story noch abgedrehter. Sam Kieth interessiert sich hier weder für Charaktere noch für irgendeine Dramaturgie. Nicht einmal für die übertriebene Gewalt. Mal zieht er sie ins Lächerliche, dann ins Nebensächliche und oft sieht man sie nur angedeutet, wenn man nach der Tat ein paar Knochen herumliegen sieht. Kieth macht sich selten die Mühe, einen Hintergrund zu zeichnen. So wirkt es, als würden seine verzerrten Figuren im leeren Raum handeln.

Wahrscheinlich soll das alles nur ein großer Spaß sein. Vielleicht mit sozialkritischen Untertönen. Aber nichts davon funktioniert wirklich, dass es einen bei der Stange hält.

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