Batman-Splitter

Batman-Splitter #11: Abgang

„He does that. Annoying, isn’t it?“ (The Long Halloween #1, 1996) (DC Comics)

Batman – das ist reine Theatralik. Das Kostüm, die Maske, aber auch der Auftritt: Batman kommt aus dem Nichts und verschwindet auch wieder dorthin, in die Schatten, in die Finsternis. Niemand weiß, wie. So schafft er es, eine Aura des Unheimlichen und Mysteriösen um sich zu bilden. Den Bösen jagt er damit Angst ein, die Guten nervt er damit. Die Sitte bleibt dabei auf der Strecke. Nein, Höflichkeit ist keine von Batmans besten Tugenden.

Batman verschwindet bei Gordon zum ersten Mal: Detective Comics #424, 1972 (DC Comics).

So strapaziert er am meisten Commissioner James Gordons Geduld. Der arme Mann lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit ihm ein, obwohl es ihn in ein Dilemma mit dem Gesetz bringt, und immer wieder lässt Batman ihn mitten im Satz stehen, vorzugsweise auf dem Dach des Polizeipräsidiums, beim Bat-Signal. Diese Batman-Tradition ist alt, kam aber erst in den Comics der 70er-Jahre auf (Detective Comics #424, 1972, dann Swamp Thing #7, 1973). Dort nimmt ihm Gordon das Verschwinden nicht übel, weil es so scheint, als wolle Batman einfach nur keine Zeit bei der Ermittlung verschwenden.

Plötzlicher Auf- und Abtritt: Batman und Gordon in Swamp Thing #7 (1973) (DC Comics).

„I hate it when he does that“

In Batman: The Animated Series („Joker’s Favor“, S01E22) ist Gordon weniger verständnisvoll und sagt laut, was er davon hält: „I hate it when he does that.“ Was Batman aber nicht daran hindert, es immer wieder zu tun. Fans haben sogar eine Liste aller dieser Szenen erstellt – sie ist sehr lang. Einmal sagt sich Gordon: „One of these days, I’m gonna nail his feet to the ground.“ Einmal, als die beiden ihren traditionellen Neujahrskaffee zusammen trinken („Holiday Knights„), geht es beim Verschwinden darum, wer die Rechnung übernimmt. Batman haut auch da ab, aber immerhin lässt er Geld da.

Auch in Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie führt Batman vor, was er bei der Gesellschaft der Schatten an Ninja-Tricks gelernt hat. Dabei fällt auf, dass er Gordon Fragen stellt, aber nicht mal die Antwort abwartet, bevor er verschwindet. Na ja, man muss für den mysteriösen Abgang eben den passenden Moment wählen und kann nie wissen, wann das nächste Mal einer wegschaut. In The Dark Knigth Rises lässt Catwoman Batman auf diese Weise zurück, als er gerade abgelenkt ist. Batman weiß danach: „So fühlt sich das also an.“

Vertauschte Rollen: Gordon verschwindet in Batmans Beisein. (DC Comics)

Batmans berühmter Verschwindetrick wird auch in den Comics variiert und ironisiert. Autor Gregg Hurwitz hat es in Batman: The Dark Knight gleich zweimal getan: In Ausgabe #10 (2012) ist es Gordon, der Batman einfach stehen lässt, in Ausgabe #17 (2013) überrascht Batman, indem er wider Erwarten einfach dableibt, als ihn Gordon längst weg vermutet.

Noch da, wenn man ihn längst woanders vermutet: Batman und Gordon. (DC Comics)

Gordons Rache an Batman

Als Gordon ein paar Jahre später zu einem Schurken gemacht wird (Batman/Superman #1-6, 2019), lässt er seine ganze Wut an Batman aus, die sich über die Jahre aufgestaut hat: „This is for every time you disappeared off the rooftop!“, schreit er, als er Batman erschießen will.

Gordon rächt sich an Batman fürs Verschwinden. (DC Comics)

Und es scheint ihm sehr wichtig zu sein, denn danach muss er es noch einmal sagen: „What’s the matter, Batman? Can’t disappear on me in the middle of a conversation anymore? Make me look like a damn old fool talking to myself…Never again.“ Gordon hat die Schnauze voll – er will nicht mehr dumm dastehen.

Noch einmal Rache fürs Abhauen: Gordon und Batman (DC Comics).

Aber zum Glück ist das nur eine Phase. Das musste wohl früher oder später einfach mal raus. Hoffen wir mal, dass Batman seinen besten Freund bei der Polizei künftig etwas respektvoller behandelt. Denn seien wir ehrlich: Tradition hin oder her – der Running Gag hat sich totgelaufen.

Aber wie kam Batman überhaupt zu seinem „polnischen“ bzw. „französischen“ Abgang? In der Kurzgeschichte „I Hate When He Does That“ (Legends of the Dark Knight 100-Page Super Spectacular #2, 2014) wird klar, dass es eher eine thailändische Art ist: Bruce ist als Junge, kurz nach dem Tod seiner Eltern, mit Alfred auf Weltreise und macht einen Zwischenstopp in Thailand. Dort lernt er das Mädchen Mekhala kennen, deren Vater von der Polizei gesucht wird. Bruce hilft ihr spontan bei der Flucht vor der Staatsgewalt und ist nicht nur beeindruckt von ihrem Parfum, sondern auch von ihrem plötzlichen Verschwinden auf dem Dach.

Bruce bittet Alfred, noch so lange in Thailand zu bleiben, bis er sich anständig von ihr verabschiedet hat. Widerwillig sagt Alfred zu – und beim nächsten Wiedersehen landet Mekhala im Knast, als Köder für ihren Vater. Bruce und Alfred befreien sie und sie bringt dem Jungen zum Dank den Trick bei. Wie er geht, wird jedoch für die Leser wohl immer ein Geheimnis bleiben.

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Batman-Splitter #10: Bat-Signal

Das Bat-Signal in Tim Burtons „Batman“ von 1989 (Warner Bros.)

Wenn die Polizei Hilfe braucht, ruft sie Batman mit einem Scheinwerfer, dessen Licht die Form einer Fledermaus hat. Damit das klappt, muss es Nacht sein und der Himmel bewölkt. Aber in Gotham City ist ja meistens schlechtes oder zumindest trübes Wetter. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass dieses Signal – wie so vieles – die Naturgesetze überwindet.

Das Bat-Signal kam, wie so vieles, erst später zur Ikonografie hinzu. In der Joker-Story „The Case of the Costume-Clad Killers“ (Detective Comics #60, 1942) wird es zum ersten Mal eingesetzt. Die Bande des Jokers verkleidet sich als Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute, um Raubzüge zu begehen und zu morden. Kurz darauf leuchtet ein großer Lichtkegel in den Nachthimmel. Auf dem Hintergrund einer schwarzen Wolke, wie es heißt, erscheint die Silhouette einer riesigen Fledermaus.

Das erste Bat-Signal in Detective Comics #60 (1942)

Das erste Bat-Signal. (DC Comics)

Die Leute kommentieren: Das kommt vom Dach des Polizeihauptquartiers, sie rufen Batman. Bruce Wayne und Dick Grayson wissen, was zu tun ist. Unbedingt nötig ist das Signal nicht, weil die beiden – die gerade aus dem Kurzurlaub kommen – die Zeitungen gelesen haben.

Als sie bei Commissioner Gordon eintreffen, verlieren sie kein Wort über das Bat-Signal. Entweder weil es bereits etabliert ist oder weil es sich von selbst versteht. Wer auf die Idee kam, ist jedenfalls unklar. Wichtig ist nur, dass auch der Joker sein Zeichen hinterlassen hat: eine Joker-Karte, die bereits das nächste Verbrechen ankündigt. Er prahlt: Nicht mal das Wetter könne ihn aufhalten. Gemeint ist der Wahlspruch der Post.

Bemerkenswert ist, dass die Leser an das neue Signal herangeführt werden: Auf der dritten Seite sieht man zunächst die Scheinwerfer des Streifenwagens der falschen Polizisten leuchten, dann die Scheinwerfer des Feuerwehrautos. Aus beiden schießen die Ganoven nach hinten auf ihre Verfolger. Wenn in der dritten Bildzeile das Bat-Signal erscheint, wirkt es wie ein positiver Gegenentwurf zum Licht der Bösen.

DC Comics

In Untold Tales of the Bat-Signal (Detective Comics #164, 1950) wird dem Licht eine Reihe von Kurzgeschichten gewidmet, in denen es sich immer wieder nützlich macht, um Menschenleben zu retten: mal als Scheinwerfer als hoher See, mal um in einem brennenden Wald durch Rauch zu leuchten, mal reflektiert es die Sonne bei Tag und kann für Morsezeichen eingesetzt werden, mal dient es als Projektor für Fahndungsbilder von gesuchten Verbrechern.

Dabei erfahren die Leser, dass das Bat-Signal von 1950 nicht mehr das erste ist: Das Original wurde einmal von Verbrechern zerschossen. Danach haben Batman und Robin ein neues konstruiert, das kugelsicher ist und sich bewegen lässt. Am Ende wehrt es einen Angreifer ab, indem es ihn blendet. Das Bat-Signal steht für das Licht der Erkenntnis, der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Nur Verblendete lassen sich blenden.

Das erste Bat-Signal in Batman Begins.

Gordon mit Bat-Signal in The Dark Knight.

Tatsächlich dient das Bat-Signal auch der Abschreckung. Wenn es zum Beispiel im Film The Dark Knight (2008) erscheint, ziehen sich die Ganoven aus Angst oder Aberglaube zurück. Zuvor hatte Commissioner Gordon selbst die Idee zu dem Signal, nachdem Batman einmal (in Batman Begins) den Gangsterboss Carmine Falcone auf einem Scheinwerfer drapiert hat, wodurch er zufällig einen fledermausartigen Schatten warf. In The Dark Knight rechtfertigt Gordon das Signal gegenüber Harvey Dent als eine Funktionsstörung – so die offizielle Version, um sich vor dem Vorwurf zu schützen, die Polizei arbeite mit einem Vigilanten zusammen. Am Ende des Films zerstört Gordon den Scheinwerfer, um den scheinbaren Bruch mit Batman zu vollziehen.

In der Comic-Serie Gotham Central wird erklärt, dass die Polizei einen Trick anwendet, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Dort ist die Rezeptionistin Stacy, die nicht einmal eine offizielle Angestellte ist, als einzige Person berechtigt, das Bat-Signal einzuschalten. Damit ist die Polizei fein raus und kann ihre Hände in Unschuld waschen.

Das Bat-Signal ist aber auch wichtig für Batman. Es beeinflusste das gelbe Logo, das seit 1964 auf Batmans Brust prangte und spätestens mit Adam West und noch später mit Tim Burtons Batman-Film von 1989 zum Markenzeichen wurde.

Aber dieses Zeichen bekam mit der Zeit Risse. In Cataclysm (dt. Das Beben) fällt beim Zusammensturz des Polizei-Hauptquartiers das Bat-Signal auf James Gordon. In der Batman: The New Adventures-Episode „Over the Edge“ (dt. Todesvisionen) wirft Bane das Signal nach Batman und Gordon, wodurch sie vom Dach stürzen.

Ein Nachteil des Bat-Signals ist natürlich, dass die Schurken wissen, wo sich Batman aufhält und das auch für ihre Zwecke missbrauchen können. Mehrere Schurken locken damit Batman an, wie etwa von Scarecrow (Haunted Knight) vom Riddler (Dark Victory) und vom Joker (Lovers and Madmen). Der heute vergessene Signalman schafft es sogar, Batman im Bat-Signal gefangen zu nehmen (Detective Comics #466, 1976).

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976)

Batman vs. Signalman in Detective Comics #466 (1976) (DC Comics)

Diese Demütigung wurde vor einigen Jahren noch übertroffen: Die Comic-Serie Batman Eternal beginnt mit einem besiegten Batman, der ohne Maske, dafür mit einem in die Brust geritzten Fledermaus-Symbol an das zerstörte Bat-Signal gekettet ist. Wer dafür verantwortlich ist, erfährt man erst viel später – und soll hier nicht verraten werden.

Im Film Batman v Superman: Dawn of Justice ist es Batman, der mit dem Signal Superman anlockt. Frank Miller und John Romita Jr. spiegeln diese Szene drei Jahre später in Superman: Year One.

In der Batman-TV-Serie der 60er-Jahre gibt es das Bat-Signal zwar auch, aber da die Serie meistens am Tag spielt, nutzt die Polizei eine Direktleitung zu Wayne Manor – eine Hotline mit je einem roten Telefon am anderen Ende. Ein Vorteil ist natürlich auch, dass sich Batman auf der Fahrt zum Polizeipräsidium auf seinen nächsten Gegner einstimmen kann, während er beim Bat-Signal immer aufs Geratewohl hinfahren muss.

Wer diese streng geheime Leitung installiert hat, wird nie erklärt, aber im Kalten Krieg, als zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml eine ähnliche Krisenleitung („Heißer Draht„) bestanden hat, dürfte das die Zuschauer nicht gewundert haben (auch wenn es in Wirklichkeit nie ein rotes Telefon war). Commissioner Gordon bewahrt seins unter einer Käseglocke auf. Das schützt vor Staub und auch davor, dass zufällig jemand aus Versehen den Hörer abnehmen könnte. In Wayne Manor wundert sich Tante Harriet wiederum nie über das rote Telefon auf Bruce Waynes Schreibtisch. (Vielleicht, weil sie dort keinen Zugang hat.)

In jedem Fall bedeutet das Bat-Signal für die Polizei auch ein Dilemma, denn sie gesteht jedes Mal damit öffentlich ihre eigene Unzulänglichkeit, Schwäche oder gar Verzweiflung ein. Bei Adam West wirken die Polizisten völlig inkompetent. In den ernsteren Geschichten ist Batman der Mann für die besonders harten Fälle, wie einst Sherlock Holmes. Das Signal zeigt Batman: Er wird nicht nur gebraucht, er ist bitter nötig. Er ist der einzige, der noch helfen kann. Damit wird das Bat-Signal zum Symbol der Hoffnung in der kaputten Stadt Gotham City.

Am 21. September 2019, zu Batmans 80. Geburtstag wurde das Bat-Signal Wirklichkeit und erstrahlte in 15 Städten auf der ganzen Welt. Damals wurde es aber auf Gebäude projiziert, denn das mit den Wolken – das haut in der Realität einfach nicht hin.


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Batman-Splitter #9: Gotham City

Batman und Gotham: Posterausschnitt aus The Dark Knight. (Warner Bros.)

Batman und Gotham: Posterausschnitt aus The Dark Knight. (Warner Bros.)

Wo liegt eigentlich Gotham City? Dieser Frage geht ein kurzes Video von Arte nach. Darin wird auch erklärt, woher dieses Gotham seinen Ursprung und seinen Namen hat.

Batman war anfangs in New York City unterwegs – der US-Metropole schlechthin, aber auch Heimat des Verlags National Allied Publications, der Batman und Superman herausgab (später umbenannt in DC Comics). In den Ausgaben Detective Comics #31-32 (1939) ist explizit von New York die Rede, in #33 von Manhattan. Das änderte sich erst 1941 in Batman #4: In der Story „The Case of the Joker’s Crime Circus“ liest Bruce die Zeitung „Gotham City Gazette“ und in „Victory for the Dynamic Duo“ heißt es in der Caption explizit, dass Batman und Robin in Gotham City untwergs seien. Trotzdem steht in einer anderen Story derselben Ausgabe („Public Enemy #1“) noch immer New York City auf den Zeitungen.

 

Warum Gotham? Autor und Batman-Mitschöpfer Bill Finger hat den Namen in einem Telefonbuch gefunden: Gotham City Jewelers. Gotham ist im Volksmund einer der vielen Rufnamen New Yorks. Zum ersten Mal tauchte er in der Satire-Zeitschrift Salmagundi auf, die Washington Irving herausgab. Darin macht sich der Autor über New York lustig, indem er ihr den Namen des Dorfes Gotham in England gibt, dieses „Goat Home“ oder „Goat’s Town“ galt als Stadt der Verrückten.

Gotham steht fortan für die dunkle Seite von New York, es ist die Stadt des Verbrechens, die man meistens nur schmutzig, verkommen und bei Nacht sieht. Im Laufe der Zeit, besonders im Silver Age, wird dieses Image zwar kindgerecht weichgespült. Doch mit seiner Schurkenriege von geisteskranken Schwerverbrechern, die seit 1974 in Arkham Asylum einsitzen, wird die Stadt schon immer ihrer Etymologie gerecht.

Batman Damned #2

Gotham City in Batman Damned (DC Comics)

In den Comics und Filmen sieht die Stadt jedes Mal anders aus. In der Batman-TV-Serie der 60er Jahre ist Gotham eine saubere und immer sonnige Stadt an der Ostküste – von Skyline keine Spur. Für die Ästhetik in Tim Burtons Batman (1989) ließ sich Designer Anton Furst von Giovanni Battista Piranesi, Hugh Ferris, die Art-Deco-Kunst der 20er und 30er Jahre und Fritz Langs „Metropolis“ inspirieren. In Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie dient Chicago als realer Schauplatz, der Film „Joker“ wurde in New York City gedreht, wo seitdem eine bestimmte Treppe in der Bronx zu einer Sehenswürdigkeit für Touristen geworden ist, was die Anwohner ziemlich nervt.

Erst 1977 (in Amazing World of DC Comics #14) wurde die Frage beantwortet, wo Gotham eigentlich liegt: in einer Bucht von New Jersey, gleich gegenüber von Metropolis. In der Storyline No Man’s Land (dt. Niemandsland) bekam Gotham – interessanterweise erst nach seiner Zerstörung durch ein Erdbeben – erstmals einen offiziellen Stadtplan, der sich an den den typischen Grundrissen amerikanischer Großstädte orientierte.

Alan Moore war es, der 1986 in Swamp Thing #53 Gotham eine Vorgeschichte gab. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 1635 von dem norwegischen Söldner Captain Jon Logerquist. Diese Geschichte orientierte sich an New York. Aber auch schon in der Batman-TV-Serie der 60er Jahre erfuhr man, dass Gotham – wie Manhattan – für einen lächerlichen Preis von Indianern abgekauft wurde (An Egg Grows in Gotham/The Yegg Foes in Gotham). Comic-Autor Scott Snyder hat in Gates of Gotham und Court of Owls die Geschichte weiter ausgebaut. Natürlich waren die Waynes von Anfang an dabei.

Gotham

Gotham bekam immer mehr ein Eigenleben: In City of Crime (dt. Stadt der Sünde) reichen die Wurzeln dieser verkommenen Stadt bis in die Hölle, noch deutlicher wird das in der Elseworlds-Story Haunted Gotham. In Gotham Central bekommen die Bürger der Stadt anhand des Mikrokosmos Polizei ein Gesicht und schließlich inspirierte diese Comic-Serie die TV-Serie Gotham, bei der schon der Name ausdrückt, dass die Stadt selbst längst zu einer eigenen Marke geworden ist.

 


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Batman-Splitter #8: Das gelbe Logo

Batman #164 (DC Comics)

Batmans Kostüm kennt vier Farben: schwarz, blau und grau – und dann ist da noch ein Klecks Gelb. Der Gürtel war es schon von Beginn an. Und später auch das Logo auf der Brust. Ursprünglich war da nur eine schwarze Fledermaussilhouette auf grauem Grund – das ist das klassische Batman-Symbol. 25 Jahre lang ist es so gewesen, mit kleineren Abwandlungen.

Adam West tanzt den Batusi.

Erst 1964 wurde die Fledermaus umrahmt von einer gelben Ellipse (zuerst in World’s Finest #141, Detective Comics #327, auf dem Cover erstmal bei Batman #164). Damit wurde aus dem Symbol ein Logo, ähnlich dem von Superman. Und mit einem Logo wurde Batman auch zu einer wirkmächtigen Marke. Zwei Jahre später trug sie Adam West in der Fernsehserie. Michael Keaton trug sie in den Tim Burton-Filmen, wo sie aus dem total schwarzen Kostüm herausstach. Interessanterweise kam sie aber in den bunteren Filmen von Joel Schumacher (Batman Forever, Batman & Robin) nicht vor.

In Batman: The Animated Series prangte ebenfalls die gelbe Ellipse auf der grauen Brust, wenn auch in Rückblenden gezeigt wurde, dass Batman in seinen Anfangstagen nur die schwarze Fledermaus trug. In der dritten Staffel – The New Batman Adventures – kehrte man jedoch wieder zu einer großen schwarzen Fledermaus zurück.

Wieder schwarzes Logo in „Rätsel um Batwoman“.

Auch in den Comics war (spätestens seit Frank Millers Year One) es üblich, in Geschichten über Batmans Anfänge auf das gelbe Oval zu verzichten. In der Gegenwart der Mainstream-Continuity blieb es aber bestehen bis zum Jahr 2000.

Batman: Year One

Erst im neuen Jahrtausend, als es nach der No Man’s Land-Storyline auch ein neues Gotham gab, verschwand das gelbe Oval wieder. Ein Jahrzehnt später kramte es Grant Morrison wieder hervor, als Batman von den Toten (bzw. von seiner Odyssee durch die Zeit) zurückkehrte (siehe Batman: The Return) – dieses Logo enthielt sogar noch ein Oval im Inneren und leuchtete zudem. So blieb es auch in seiner Batman Incorporated-Storyline.

Batman: The Return

Aber das war nur von kurzer Dauer. Mit dem Reboot des DC-Universums nach Flashpoint (The New 52), als Batman wieder ein neues Kostüm bekam, war da nur noch schwarz auf grau. Mit DC Rebirth (2016) bekam die schwarze Fledermaus einen gelben Rand verpasst. Und in Doomsday Clock, dem Crossover mit Watchmen, zeichnet Gary Frank wieder eine Variation der gelben Ellipse. Da die Geschichte ein Jahr später spielt, als die Continuity derzeit ist, heißt es, es wird bald wieder der Normalfall werden.

In gewisser Weise ist das schwarz-gelbe Symbol das Pendant zum Bat-Signal, das 1942 zum ersten Mal in Detective Comics #60 auftauchte, damals noch als gelber Kreis im Nachthimmel mit schwarzer Fledermaus. Manche Zeichner spielen mit dieser Analogie, wie zuletzt etwa Tony S. Daniel mit seinem Cover für Batman #45.

Ein Grund gegen das gelbe Ei ist jedoch, dass es Batmans Brust zu einer Zielscheibe macht. Während das für Superman kein Problem ist, stellt es für Batman ein Risiko dar. Praktisch ist das nicht, aber vielleicht auch egal bei dem Panzer, den Batman mittlerweile trägt. Wie dem auch sei: Eine 36-jährige Tradition hat in fast 80 Jahren Batman-Geschichte so deutliche Spuren hinterlassen. Sie ist so wirkmächtig, dass sie immer wieder zurückkehrt. Und je nachdem, mit welchem Batman man aufgewachsen ist, will man ihn entweder in schwarz-gelb oder schwarz-grau. Ein Fan will, dass alles so bleibt, wie er es am liebsten hat. Aber wer sich die Geschichte ansieht, weiß, dass auch bei Batman alles im Wandel ist. Gelb oder nicht gelb – das bleibt Geschmacksfrage.


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Batman-Splitter #7: Wenn Batman lacht

Batman kann alles. Außer Spaß haben. Batman ist der Griesgram, der Miesepeter, der Spielverderber schlechthin. Ein verbitterter Rächer, der nichts als sein Trauma im Hinterkopf und seine Mission vor Augen hat. Verblendet, fanatisch und absolut humorbefreit. Als das Gegenteil vom bunten Strahlemann Superman konzipiert, haftet Batman das Image des düsteren Gesellen an. Wenn Batman lacht, wird’s gruselig. Dann ist er nicht er selbst. Er steht unter Fremdeinfluss, wie etwa unter dem des Joker-Gases. Oder er ist der Joker selbst. In diese Richtung geht es im derzeit laufenden Event Dark Nights: Metal. Neue Zeichnungen und Cover zeigen mit dem neuen Schurken The Batman Who Laughs eine Fusion aus Batman und dem Joker.

Der Name spielt auf den Film „The Man Who Laughs“ von 1928 an, dessen Hauptfigur Bill Finger einst als Inspirationsquelle für die Schöpfung des Jokers diente. Ein Mann, der nicht anders als grinsen kann – eine Perversion des Lachens. Doch der Joker hat mit der Zeit viel von seinem Schrecken eingebüßt. Deshalb ließ man ihn 2011 sich das Gesicht abschneiden und kurz darauf wieder anheften. Mit dem Man Who Laughs wird das Konzept erneut gesteigert, indem man den Joker in ein Gothic-mäßiges Batman-Kostüm steckt und seine Augen von einem stacheligen Metallreif verdecken lässt. Damit wird auch das Konzept des Dunklen Ritters pervertiert: Batman ist zwar dadurch auch im Inneren so düster wie er nach Außen wirkt, aber sein fieses Grinsen lässt den Aufzug absurd erscheinen.

detective comics 38 (DC Comics)

Dabei ist ein lächelnder Batman – historisch betrachtet – gar nicht mal so ungewöhnlich. Zwar war der Dunkle Ritter am Anfang, als er noch ein Einzelgänger war, noch sehr düster, aber schon sehr früh, änderte sich seine Erscheinung – und blieb drei Jahrzehnte lang so. In seinem erstem Jahr (1939 bis 1940) huscht Batman kaum ein Lächeln über die Lippen. Aber dann, im April 1940, kommt Robin. Und siehe da: Batman strahlt regelrecht auf dem Cover von Detective Comics #38, das den Sidekick einführt. Er lacht – genauso wie der junge Mann neben ihm. Robin bringt Batman das Lachen bei. Und das soll ihm so schnell nicht vergehen. Mit Robin wird alles leichter, heiterer, lässiger. In den 40er, 50er und 60er Jahren ist die Comicwelt knallbunt und fröhlich. Im Grunde geht es in den Geschichten nur darum, diesen Status quo wiederherzustellen. Und das gelingt den Superhelden spielend: Egal, ob das Dynamische Duo alleine kämpft oder mit Superman. Zwischen den Helden besteht nur äußerlich ein Unterschied, in ihrem Aussehen und Fähigkeiten, aber ihre Mentalität ist gleich. Passend dazu sind die Sprechblasen voller Kalauer.

Detective Comics #332 (1964, DC Comics)

Interessanterweise folgt kurz nach der Einführung von Robin auch der erste Auftritt des Jokers. Mit der kindlichen Fröhlichkeit hält auch ein falsches Lachen in die Comics Einzug, das im grotesken Widerspruch zu den willkürlichen Morden des Schurken steht. Doch auch der wird bald gezähmt zu einem harmlosen Clown, der Menschen nicht mehr mit einem Lächeln tötet, sondern nur noch ärgert. Der Joker – nicht mehr als eine Witzfigur, die Batman mehr nervt als schockiert. Der Held ist immer der, der zuletzt lacht.

The Dark Knight Returns: Batman & Joker (DC Comics)

Erst in den 70ern wird es wieder ernster und düsterer. Nach und nach vergeht Batman das Lachen. Bis hin zum ultimativen Tiefpunkt, der in der Comicgeschichte ein Höhepunkt ist: Frank Millers The Dark Knight Returns. Doch auch in dieser knallharten Dystopie mit seinem gebrochenen Helden, findet Batman noch die Kraft zu einem Lächeln. Doch es ist nur noch das müde Lächeln eines vom Todestrieb gelenkten Zynikers, der nichts mehr zu verlieren hat. Als der Joker endlich tot neben ihm liegt, ist aber Schluss mit lustig: „Stop laughing“, sagt Batman zu der Leiche seines Erzfeindes. Selbst das brennende Skelett des Jokers scheint noch zu lachen. Dem verletzten und gebrochenen Batman ist der Anblick sichtlich unheimlich.

Batman lacht nicht mehr. Der Held, der Gute der Geschichte, ist ein Dunkler Ritter mit finsterem Gemüt. Das Gelächter ist den Bösen und den Irren überlassen. Gotham City ist von daher eine verkehrte Welt, in der bunte Clowns Kinder töten und teuflisch, dämonenhaft wirkende Schreckgespenster sie davor bewahren. Der erste Eindruck ist falsch. Wer hier lächelt, der täuscht. Er grinst eigentlich hinterlistig und führt Schlimmes im Schilde. Wer grimmig dreinschaut, stellt sich als Retter in der Not heraus.

Im Jahr darauf, 1987, beweist Batman in der regulären Serie Selbstironie: Er lacht schallend, als er sieht, dass jemand die Reifen des Batmobils gestohlen hat. „And Batman does something he has never done before, in Crime Alley …“, heißt es in Batman #408, bevor er auf den Dieb, Jason Todd, den späteren Robin, trifft.

batmobile-second-chances

Ohne Räder, aber offenbar lustig: Das Batmobil in „Second Chances“.

Ein Jahr später, 1988, macht Alan Moore einen Schritt zurück: In The Killing Joke erzählt er davon, wie der Joker das Lachen lernte. Der Comic endet damit, dass der Joker, von Batman überführt, einen Witz erzählt – und Batman mit ihm darüber lacht. Die Situation ist absurd: Gerade hat der Joker noch Barbara Gordon verkrüppelt und ihren Vater beinahe in den Wahnsinn getrieben, Batman müsste das Lachen also allen Grund haben, spaßbefreit zu sein. Aber am Ende gehen die Gefühle so sehr mit ihm durch, dass er sich sogar vor Lachen an den Schultern des Joker festhält, fast kumpelhaft wirkt es. Manche haben das so gelesen, dass Batman den Joker am Ende mit bloßen Händen tötet – aber dafür gibt es keinen eindeutigen Beleg.

The Killing Joke (DC Comics)

Das nächste Mal bringt Harley Quinn Batman richtig zum Lachen – wenn auch unfreiwillig. In Mad Love (1994) schildert sie Batman, der kopfüber gefesselt über einem Piranha-Becken hängt, ihren Wunsch von einem Leben mit dem Joker. Batman bricht in schallendes Gelächter aus (Harley erschaudert). Es dient der taktischen Einschüchterung, damit Harley verunsichert wird und den Joker herbeiholt, der Batman daraufhin aus der Falle rettet. Trotz seines grundsätzlich ernsten Tones und seiner düsteren Inszenierung lächelt Batman in The Animated Series, auf der Mad Love basiert, sogar ziemlich oft.

Mad Love (1994, DC Comics)

Wenn der moderne Batman lacht, dann höchstens zurückhaltend, wenn er schallend lacht, dann wissen wir: er kann nicht er selbst sein. Oder er wird wahnsinnig, wie etwa in der Story Venom (Legends of the Dark Knight #16), wo der Held zum Drogensüchtigen wird und sich unkontrolliert freut, wenn er an seinen Stoff gekommen ist.

Batman: Venom (DC Comics)

Das Lachen ist etwas, das Batman seinem Alter Ego, Bruce Wayne überlässt. Er setzt die fröhliche Maske auf, um den Milliardär und Lebemann zu spielen. Das Lächeln ist – wie bei seinen Feinden – bloß Fassade, um von seinen wirklichen Absichten abzulenken. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, auch Wayne ist nicht sicher vor den bösen Einflüssen des Jokers: In der Neufassung der ersten Joker-Story, The Man Who Laughs, ist es Bruce Wayne, der vom Joker-Gas infiziert lachen muss. Und in Batman Beyond: Return of the Joker fällt sogar noch der alte Bruce Wayne dem Gas zum Opfer. Darin besteht mittlerweile der Horror von Batman: Wenn hier jemand lacht, dann stimmt etwas nicht. Am meisten gilt das für Batman selbst. Für Spaß sind andere zuständig.

Batman Beyond: Return of the Joker


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Batman-Splitter #6: Kontrollverlust

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Batman ist die Ruhe selbst? Ist immer Herr der Lage? Hat sich ständig unter Kontrolle? Von wegen. Batman dreht eigentlich bei jeder Gelegenheit durch, schreit herum, verprügelt irgendwelche Leute und schlägt willkürlich um sich. Dabei gehen Dinge kaputt. Vornehmlich aus Glas. Weil sie sehr leicht zu zerstören sind und dabei viele Stücke durch die Gegend fliegen. Das sieht einfach cool aus. (Deshalb springt er auch so gerne durch Fensterscheiben.)

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Besonders bringt ihn der Joker in Rage. In Going Sane zerschlägt Batman gleich dreimal Monitore seines Batcomputers.

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Und in Lovers and Madmen zerlegt er eigenhändig den Batcomputer.

Lovers and Madmen

Lovers and Madmen: Batcomputer in Einzelteilen.

Wenn der Joker etwas besonders gut kann, dann ist es, Batman aus der Reserve zu locken. Der stoische Held wird zu einem Fall für die Aggressionsbewältigung. Wie gut, dass es Bruce Wayne nicht an Geld mangelt. Sonst wäre er bei diesem Materialverschleiß längst pleite.

Batman-Splitter #5: Batusi

Batman kann alles. Und er hat auch schon alles gemacht. Gerade im Silver Age lautete die Devise „Anything Goes“ und die TV-Serie der 60er-Jahre (und der dazugehörige Film Batman hält die Welt in Atem) hat auf die Spitze getrieben: Batman für für jeden Quatsch zu haben. Sogar zum Tanzen. Natürlich konnte ein Batman-Tanz nicht ausgeführt werden, ohne dass er – wie alles andere in der Serie – ein Label bekam. Und so wurde aus dem populären Watusi ein „Batusi“.

Gleich in der ersten Folge, „Hi Riddle Diddle„, schwingt Adam West die Hüften. Und natürlich gleich mit einer Frau. Wie es dazu kommt? Durch die Erklärung wird es nicht sinnvoller: Der Riddler legt Batman und Robin herein. Statt mit seinen Rätseln ein Verbrechen anzukündigen, inszeniert er eine Situation, in der sich das Dynamische Duo blamiert. Daraufhin verklagt der Riddler die beiden. Obwohl Batman und Robin nichts zu befürchten haben, weil niemand ihre wahre Identität kennt, nimmt Bruce Wayne sich das sehr zu Herzen, wälzt juristische Fachliteratur und sieht keinen Ausweg, als vor Gericht zu erscheinen. Denn dieser Batman ist kein Outlaw, der macht, was er will – er ist streng gesetzestreu. Doch da kommt Robin auf den Trichter, dass die Vorladung ein Hinweis sein könnte. Der führt in den Nachtclub „What A Way to Go Go“.

An der Bar bestellt Batman erstmal einen großen Orangensaft – „Batman Special“ – (Robin hat keinen Zutritt, da minderjährig) und trifft auf eine Frau, die ihn nicht lange überreden muss, mit ihr zu tanzen. Kaum bittet sie ihn, kippt er seinen O-Saft auf ex und rockt den Tanzboden, wobei die Vibes eher durch die Arme und Hände gehen. Markenzeichen: mit den Fingern ein V machen und quer über die Augen ziehen. „You shake a pretty mean cape, Batman“, sagt die Tanzbiene, und selbst Robin groovt mit, während er den Batusi vom Batmobil aus per Liveschalte verfolgt. (Wo ist die Kamera? Egal.) Doch die Einlage endet abrupt, weil Batman zusammenbricht. Der Drink ist ihm nicht bekommen …

Eine weitere Gelegenheit, das Cape zu schwingen, bekommt Batman in „The Pharaoh’s in a Rut“ (S01E28). Zunächst scheint es so, als stünde der Held unter dem Einfluss des Schurken King Tut, als er ihn auffordert, zu seiner Belustigung zu tanzen. King Tut lässt „Bat Music“ auf einem goldenen Grammophon auflegen, Batman legt sich richtig ins Zeug, zeigt vollen Körpereinsatz, hopst wild herum und dann knallt es plötzlich („BIFF!!!“) – er beginnt, des Pharaos Schergen zu vermöbeln. Aus dem Tanz wird eine Schlägerei, aus der Schlägerei ein Schwertkampf („CLANK!“), Robin springt dazu und nach ein paar weiteren Faustschlägen liegen die Gegner am Boden. So geschickt, so elegant, so durchtrieben –  Batman hat es mal wieder allen gezeigt.

Der Batusi machte Schule, er wurde zum Mode-Tanz – wenn man überhaupt von einem richtigen Tanz sprechen  kann. Wer ihn ‚erfunden‘ hat, dazu gibt es verschiedene Versionen. Auch später, von Pulp Fiction (1994) bis zum Akte X-Revival (2016), wurde der Batusi gepflegt. Doch das nächste Mal, als Batman im Film einen Nachtclub aufmischte, sparte er sich das Vorspiel. In The Dark Knight (2008) war der Kampf der Tanz.

>> Batman 1966-1968

Batman-Splitter #4: Bathöhle

The Bat Cave (Batman 1943 Serial)

The Bat Cave (Batman 1943 Serial)

Da hockt er in seiner Höhle, der Typ mit der Maske und den schiefen Ohren, unter einer großen schwarzen Fledermaus an einem Schreibtisch und grübelt. So erscheint Batman erstmals auf Film, im Serial des Jahres 1943. Die Bathöhle ist eine Erfindung aus dem Serial. Ebenso der Zugang zu ihr hinter einer Standuhr. Das Versteck gibt es sogar noch in Batman Begins. Ein wirkmächtiger Ort, der längst fester Bestandteil des Mythos ist.

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Jeder Held braucht ein Clubhaus. Superman hat seine Festung der Einsamkeit, Batman seine Bathöhle. Sie ist nicht nur Rückzugsort der Fledermäuse und damit Raum für die Tiere, denen er sein Kostüm als Batman verdankt, sie ist damit auch sein Hauptquartier. Die Bathöhle, die sich unter Wayne Manor befindet, ist Kommandozentrale, Waffenkammer, Garage und Garderobe. Am Bat-Computer wird recherchiert, im Labor wird untersucht. Manchmal dient sie als temporäres Gefängnis. Und sie ist ein Trophäenraum, in dem sich Batman als sentimentaler Nostalgiker erweist. Erinnerungsstücke stehen hier, wie etwa alte Kostüme. Das Robin-Kostüm von Jason Todd wird (bereits in The Dark Knight Returns) zum Mahnmal für Batmans Versagen.

Batcave in Batman #48 (1948)

Batcave in Batman #48 (1948)

Die Bathöhle sieht jedes Mal anders aus und ist auch jedes Mal anders ausgestattet. In der Batman-TV-Serie (und dem Film) der 60er drückt Bruce Wayne einen geheimen Schalter in einer Shakespeare-Büste, um den Zugang zu öffnen und rutscht mit Robin Feuerwehrstangen hinab, um unten in Kostüm anzukommen. In der Höhle gibt es alles, was man braucht – und jedes Utensil ist beschriftet, damit auch jedes Kind weiß, wozu auch alles gut ist. Von der Batlupe bis zum „Batanalyst“. Was hier allerdings fehlt, sind Trophäen. Das ist bemerkenswert, weil im Gegensatz zum verspielten Stil der Serie und des Films alles rein funktional ist. So ist es auch in den späteren Kinofilmen.

Batman 1966

Batman 1966

Im Comic hat Jim Lee die Höhle bislang am beeindruckendsten verewigt: In Hush zeichnete er sie als gigantische Garage für die wichtigsten Batmobile der Comic- und Filmgeschichte, in All-Star Batman & Robin, the Boy Wonder wirkt die Höhle schier endlos und ist so groß, dass man die Seite mehrfach ausklappen muss. Hier sind – neben vielen Robotern, die die Gefährte warten – viele historische Rüstungen in Vitrinen zu sehen, die keinen direkten Bezug zu Batman haben. Die Bathöhle dient hier also auch als Museum.

Die große Auswahl. (Hush)

Die große Auswahl. (Hush)

Die Bathöhle kam im Comic kurz nach dem Serial vor (Batman #16, 1943), auch wenn sie noch nicht so genannt wurde, und wurde zugleich mit dem Butler Alfred eingeführt (der damals noch Beagle mit Nachnamen hieß und etwas dicker war). Alfred entdeckt per Zufall den geheimen Zugang zu einem unterirdischen Labor und einem Hangar mit dem Batplane – und damit findet der Butler auch Waynes Geheimidentität heraus. Später wurde Beagle durch Pennyworth ausgetauscht und zu der Höhle kam auch der Trophäenraum.

Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle

Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle

Der Trophäenraum

Der erste Trophäenraum. (Batman #12, 1942)

Der erste Trophäenraum. (Batman #12, 1942)

Den Trophäenraum gab es schon bevor es die Bathöhle gab, damals noch oberirdisch in Wayne Manor (Batman #12, 1942). Bereits damals erwies sich Batman als sentimentaler (oder besser gesagt: eitler) Sammler, der für jedes seiner tausend Abenteuer ein Andenken hortete. Auch der Raum, der später in die Höhle verlagert wurde, immer anders bestückt ist, sind meistens drei übergroße Exponate zu erkennen: die große Joker-Karte, der Riesen-Penny und der Roboter-T-Rex. Auffällig ist dabei, dass zwar allein die Joker-Karte an einen klassischen Schurken erinnert, aber wie Batman zu ihr kam, ist – soweit ich herausfinden konnte – nicht überliefert.

Der Dinosaurier

DC Comics

DC Comics

Wie Batman zum Dinosaurier kam, wird gleich zweimal erzählt. Vielleicht sogar dreimal. Denn die erste Begegnung mit Roboter-Dinos machten Batman und Robin bereits in in The Isle that Time Forgot (Batman #10, 1942). Die beiden landen auf einer prähistorisch erscheinenden Insel, die sich später als Filmkulisse herausstellt. Dabei kämpfen sie gegen einen falschen T-Rex. Eine ähnliche Idee wird in Dinosaur Island (Batman #35, 1946) aufgegriffen – und auf diese Story wird später auch Bezug genommen, wenn es um den Dino in der Höhle geht.

Am Anfang ist alles nur ein Spiel. Batman und Robin werden vom Betreiber eines Freizeitparks dazu aufgefordert, gegen seine Roboter-Dinosaurier und -Höhlenmenschen zu kämpfen – natürlich ohne ernste Gefahr und für einen guten Zweck. Allerdings, damit es nicht zu einfach ist, müssen sie dafür ihre Allzeit-Bereit-Gürtel ablegen. Da das Dynamische Duo gerade nicht mit Verbrechen beschäftigt ist, machen sie mit, aber dabei kommt das Verbrechen zu ihnen. Ein Gauner namens Chase sabotiert die Roboter und versucht, Batman und Robin umzubringen. Die Helden vereiteln den Plan mit der üblichen Leichtigkeit. Fortan steht ein Dinosaurier in der Bathöhle, zu sehen in The Thousand and One Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950). Allerdings ist da noch kein T-Rex, sondern ein Langhals.

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Später, in Batman Chronicles #8 (1997), wird die Geschichte erneut erzählt. Dieses Mal muss Batman alleine gegen die Saurier und Höhlenmenschen kämpfen, während er einen Mord aufzuklären versucht. Der Besitzer des Freizeitparks wurde vom bösen Chase getötet, weil dieser andere Pläne mit dem Park hatte. Am Ende ist das Resultat das gleiche. Allerdings erklärt Alfred am Ende, warum Bruce Wayne sich die Mühe macht, den T-Rex in die Höhle zu stellen: Um sich, wenn er mal wieder einen Durchhänger hat und am Sinn seiner Mission zweifelt, an seine Siege zu erinnern. Alfred ersteigert den Dino bei einer Polizeiauktion unter falschem Namen. Wie der Riesenroboter in die Höhle geschafft wird, wird aber wohl immer ein Rätsel bleiben.

Dass der Dino-Roboter mehr ist als nur Deko wird in Batman #9 (2012) deutlich, wo er als Abwehr gegen die eindringenden Talons zum Einsatz (Nacht der Eulen) kommt. Dabei erfahren wir auch den Namen des T-Rex: Fido.

Der Riesenpenny/Die Riesenmünze

World's Finest #30 (1947) (DC Comics)

World’s Finest #30 (1947) (DC Comics)

Mehrere Geschichten gibt es auch zu der großen Ein-Cent-Münze. Die erste – The Penny Plunderers (World’s Finest Comics #30, 1947) – handelt von einem kleinen Gauner. In dem Fall: von Pennies, also Ein-Cent-Stücken. Joe Coyne (man beachte das Wortspiel!) hat Pech mit Pennies, eine Reihe von Unglücksfällen mit den Münzen bringt ihn in den Knast. Statt davon abzulassen, beschließt er, künftig Pennies zum Markenzeichen seiner Verbrechen zu machen. Eine atale Logik. Denn so kommen ihm Batman und Robin schnell auf die Spur und treffen ihn bei einer Briefmarkenausstellung an, bei eine kostbare Ein-Cent-Briefmarke gezeigt wird. Passend dazu wird eine riesige Ein-Cent-Münze ausgestellt. Batman benutzt ihn sogleich als Waffe gegen die Banditen. In der Folge lassen sich die Helden von viel kleineren Münzen ausschalten und von Coynes Gang gefangennehmen. Aber weil ihnen Coyne genug Gelegenheit zum Ausbüchsen gibt, kommen die beiden mit einer hanebüchenen McGyver-Methode frei. Schließlich bringen die Pennies Coyne in den Knast.

In The Batman Chronicles #19 (2000) ist die Story weitgehend ähnlich, aber weniger lächerlich (auch wenn auch einige Kalauer fallen) und nimmt für Coyne eine tragische Wendung: er wird vom Riesenpenny (den er übrigens selbst gebaut hat) zerquetscht. Wie der Penny in die Höhle kommt, wird nicht erzählt, aber der Grund könnte ein Mahnmal für die Opfer von Batmans Kreuzzug sein. Das ist eine sehr wohlwollende Auslegung, denn im Comic lässt Coynes Tod Batman eigentlich ziemlich kalt.

Batman #81 (DC Comics)

Batman #81 (DC Comics)

Eine alternative Story gibt es in Batman #81 (1954), wo Two-Face Batman und Robin an eine riesige Münze fesselt und sie auf eine Fläche voller Spieße wirft. Die beiden haben Glück, die Münze landet auf der anderen Seite. Viel später (Batman #410, 1987) dient diese Story retroaktiv als Erklärung für die Trophäe in der Höhle. Allerdings mit einem Fehler: Jason Todd fragt Batman, ob es sich um ein Replica von Two-Faces Münze handelt, Batman bejaht, aber Two-Face wirft einen Silberdollar – keinen Penny.

In einer Adaption der Geschichte in Batman: The Animated Series (Almost Got Im, S01E46, 1992) ist nur Batman an einen Riesenpenny gefesselt, der ebenfalls geworfen wird, und kommt noch im Flug frei, weil er mit Two-Faces Dollar die Seile durchschneidet (wie er an den Dollar kommt, bleibt unklar). (Noch einmal wird die Szene im Animationsfilm Batman vs. Two-Face aufgegriffen.)

BTAS: Almost Got 'Im

BTAS: Almost Got ‚Im

Im neuen DC-Universum von The New 52 ist der erste Standort des Riesen-Pennies zunächst vor dem Wayne Tower (Zero Year/Jahr Null, Batman #21, 2013). Was er dort soll ist ebenso wenig klar wie warum er in die Bathöhle geraten ist.

Dekonstruktionen

Die Bathöhle ist ein Geheimversteck. Eine Hall of Fame. Ein heiliger Raum der Ruhe, des Rückzugs, der ineren Sammlung. Das Eindringen eines Fremden, vor allem eines Schurken an diesen Ort der Sicherheit gleicht stets einem Sakrileg. In Knightfall wird die Bathöhle zum Schauplatz des Showdowns, wenn Bane in Wayne Manor einfällt und Batman zusammenschlägt. Nicht nur, dass Bane in das Allerheiligste eindringt, er vernichtet auch wichtige Symbole: die Standuhr, dann fällt die Riesenmünze auf Batman, schließlich zerbricht die Vitrine mit dem Robin-Kostüm. So wird Batman gedemütigt bevor ihm das Rückgrat gebrochen wird.

In einer Folge der TV-Serie The New Batman Adventures (Over the Edge, S01E12, 1998) wird die Bathöhle von der Polizei gestürmt, nachdem durch einen tragischen Tod Batgirls auch Batmans Geheimidentität auffliegt. Der Riesenpenny dient Batman als Schild und Waffe gegen die schießenden Polizisten, zu denen auch Gordon gehört.

Batman bringt den Riesenpenny in Bewegung

Over the Edge: Batman bringt den Riesenpenny in Bewegung

In der Storyline Endgame (dt. Todesspiel) fällt der Joker über die Höhle her und veranstaltet mit den drei Haupt-Trophäen eine Parade durch Gotham. Mit einem geschminkten T-Rex gibt er Batman öffentlich der Lächerlichkeit preis und demütigt ihn so ähnlich wie Bane es in Knightfall tat.

Parade mit Trophäen: Batman #40.

Parade mit Trophäen: Batman #40. (DC Comics)

Nach dem Kampf mit dem Joker, in Superheavy, malt Bruce Wayne den Dino bunt an und macht ihn zusammen mit der Münze und der Karte zu Spielgeräten für Kinder in einem Jugendzentrum. Damit bricht der geschichtsvergessene Held mit seiner Vergangenheit als Batman. James Gordon füllt an seiner statt die Rolle als Superheld aus.

Trophäen als Spielgeräte: Batman #45

Trophäen als Spielgeräte: Batman #45 (DC Comics)

So treiben die Autoren die Dekonstruktion eines Mythos immer weiter voran. Immerhin war die Höhle zuletzt (in Batman #51) wieder in ihrem Urzustand zu stehen, inklusive einiger neuer Souvenirs. Das wird dieser mythische Ort für die Leser immer wieder sein: Anlass für Wimmelbilder, auf denen es stets etwas zu entdecken gibt.

Die Bathöhle in Batman #51 (2016)

Die Bathöhle in Batman #51 (2016) (DC Comics)

P.S.: Was man allerdings nie in der Bathöhle sieht, ist eine Toilette. Batman auf dem Klo zu zeigen wird wohl das letzte Tabu bleiben.

Hinweis: Dinosaur Island und The Penny Plunderers wurden in Batman #256 nachgedruckt und sind in der Form auch digital verfügbar, zusammen mit The Thousand and One Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950).

(Der Artikel wurde am 14.1.2018 aktualisiert.)


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Batman-Splitter #3: Batmobile

Die große Auswahl. (Hush)

Die große Auswahl: Hush. (DC Comics)

„Let’s take the car“, sagt Batman zu Nightwing in Hush. Und dann kommt die großartige Doppelseite, auf der Nightwing antwortet: „Great. Which one?“ Die Halle in der Bathöhle ist voll davon. Zehn Batmobile aus über 60 Seiten Comic- und Filmgeschichte. Fanherzen schlagen höher, Nerds können ihr unnützes Wissen beweisen, indem sie jedes Autos einordnen und das Jahr nennen. Später, in Frank Millers All-Star Batman, zeichnet Jim Lee eine noch größere Bathöhle samt Garage.

Das erste Batmobil: eine rote Limousine.

Das Batmobil ist das Traumauto schlechthin. Es hat alles, was man sich von einem Auto wünschen kann und mehr – und es hat sich wahrscheinlich öfter verändert als der Batmans Anzug. Unzählige Versionen gab es in Comics, Filmen und Serien. Jeder Zeichner hat seine eigene gemacht, manche sogar mehrere, sogar innerhalb des gleichen Comics. Mal ist es eine Limousine, mal ein Sportwagen, mal ein klobiger Panzer, mal ein Fluggerät.

Verfahren: Batmans schwarzes Cabrio (Detective Comics #37, 1940)

Von Anfang an (Detective Comics #27) gehörte es zu Batman dazu. Allerdings war es nicht immer schwarz. In den ersten Abenteuern war es mal eine rote Limousine, mal ein schwarzs Cabrio (das aber sehr blau wirkte).

Erstmals wird Batmans Auto Batmobil genannt: Detective Comics #48.

Erst 1941, in Detective Comics #48, wird es allerdings „Batmobile“ genannt. Da ist rot. Im gleichen Jahr wird es wieder schwarz und bekommt seinen „Kopf“ und seine Heckflosse verpasst.

Batmobil mit „Bat-Head“ (Batman #5, 1941)

Im Jahr 1950 (Detective Comics #156) wird es bei einem Einsatz zerstört und durch ein High-Tech-Batmobil ersetzt: mit Raketenantrieb, Radar, Rauchkanone und integriertem Labor. Das Batmobil ist leichter und schneller. Es ist allen anderen Autos auch angeblich um zehn Jahre voraus.

Das neue Batmobil: Detective Comics #156 (1950)

Seitdem variieren die Komponenten, aber meist bleibt es bei schwarz – selbst in der bunten wie albernen 60er-Jahre-Serie und dem Film mit Adam West. Dieses Batmobil basiert auf dem Lincoln Futura, einem Konzeptauto aus dem Jahren 1954/1955. Es nicht nur einen Raketenantrieb, sondern auch einen Fallschirm, um eine Vollbremsung hinzulegen, einen Rammbock und etliche andere Gadgets wie eine Diebstahlsicherung.

Batmobil aus dem 66er-Film.

In den Comics der 70er, 80er und 90er ist das Batmobil meist ein Sportwagen, was allein vom praktischen Nutzen her am meisten Sinn ergeben dürfte.

Die wohl elegantesten und schnittigsten Wagen sind (meiner Meinung nach) die aus dem Burton-Filmen und aus den 90er-Jahre Zeichentrickserien. Es sind hochgerüstete High-Tech-Maschinen, die nahezu unzerstörbar sind. Natürlich gilt auch da: Ohne Raketenantrieb geht nichts.

1986 lässt Frank Miller seinen The Dark Knight Returns einen gewaltigen Panzer fahren, der Gummigeschosse gegen die Mutantenbande schießt.

Zwei Jahrzehnte später setzt Christopher Nolan in seinen Filmen (Batman Begins, The Dark Knight) einen ähnlichen Kampfwagen ein, der fürs Militär gebaut wurde und kaum noch Ähnlichkeit mit den klassischen Batmobilen hat. Als der zerstört wird, löst Batman ein Motorrad aus ihm heraus: den Batpod. Und Zack Snyder geht in Batman v Superman: Dawn of Justice noch einen Schritt weiter Richtung Miller. Sein Batmobil ist ein Ungetüm von einem Gefährt, das einzig für den Krieg gemacht zu sein scheint – für den Krieg gegen Superman.

Batmobil in Batman and the Monster Men (2006)

Jeder Zeichner hat seine eigene Version. In jüngerer Zeit entwickelt sich das Batmobil zu einem wahren Alleskönner. Es lernt sogar fliegen, wie man bei Frank Millers All-Star Batman und später in Grant Morrison Batman & Robin von sehen kann.

Fliegendes Batmobil (All-Star Batman)

Bei Scott Snyder und Greg Capullo nimmt das Batmobil futuristische Formen an, aber im Zero Year lassen sie es ganz nostalgisch zu einer Art blauem Oldtimer-Rennwagen werden.

Im Film The Batman von Matt Reeves wird das Batmobil zu einem sehr schlichten Sportwagen – ganz in alter Comictradition, aber mit einem großen Unterschied: ohne jegliche Fledermaussymbolik.

Das neue Batmobil (Quelle: Matt Reeves/Twitter)

Einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Batmobile gibt es unter batmobilehistory.com. Einen sehr gelungenen Dokumentarfilm findet man auf der Blu-ray zu The Dark Knight Rises. Der Eaglemoss-Verlag bietet nun eine Sammelreihe von Batmobil-Modellautos an.

(Hinweis: Dieser Artikel wurde am 6.3.2020 aktualisiert.)


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Batman-Splitter #2: Blitz und Donner

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Zu einem dramatischen Auftritt gehört auch eine passende Kulisse. Zum Beispiel ein Gewitter bei Nacht. Besonders gut kommt es, wenn man den richtigen Augenblick abwartet, wenn man durchs Fenster gesprungen kommt – etwa, wenn gerade ein Blitz einschlägt. Batmans Superkraft besteht darin, immer exakt zu wissen, wann das passiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass er seine coolsten Posen so oft im Schein des Blitzlichts macht, als wäre immer ein Paparazzo hinter ihm her.

Blitz und Donner sind das perfekte Setting für einen Showdown, für Trauer und Selbstzweifel. Der Regen steht für die Tränen der Trauer, der Wind für das Hin- und Her großer Emotionen (außerdem lässt er den Umhang so schön bauschen) und die Blitze, diese Rinnsale des Lichts, die sich durch den dunklen, wolkenverhangenen Himmel ihren Richtung Erde bahnen, versinnbildlichen die Spannung, die sich in der Szene entlädt. Nur eine Sache passiert nie: dass jemand vom Blitz getroffen wird. Matt Wagner ist das aufgefallen – und hat er das Muster in seiner Mad Monk-Story einmal durchbrochen. Der Deus ex machina sei ihm wegen des Gags verziehen.

Doch auch wenn das Gewitter nur eines dieser Klischees ist – es funktioniert jedes Mal wieder. Ohne das wäre das Drama nur halb so dramatisch. Von Batman lernen heißt: Kommen mit Knall.


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