Film

Ein erster Blick auf „The Batman“

The Batman-Regisseur Matt Reeves hat ein Video geteilt, auf dem erstmals Robert Pattinson im Batman-Kostüm zu sehen ist. Auffälligste Merkmale: das Bat-Logo auf der Brust lässt sich offenbar herausnehmen, sieht ganz nach Batarangs aus, und es hat einen Stehkragen. In dem einminütigen „Camera Test“ hört man auch eine minalistische, aber sehr dramatische Filmmusik des Komponisten und Oscar-Preisträgers Michael Giacchino, der bereits die Musik zu Lost, Star Trek, Mission Impossible, Rogue One und Oben geschrieben hat.

Über die Handlung von The Batman weiß man noch nichts, außer welche Figuren darin vorkommen und wer sie spielen soll:

  • Andy Serkis als Alfred Pennyworth
  • Jeffrey Wright als James Gordon
  • Zoë Kravitz als Catwoman
  • Colin Farrell als Pinguin
  • Paul Dano als Riddler
  • John Turturro als Carmine Falcone

Letzterer deutet darauf hin, dass die Story sich an The Long Halloween orientieren könnte. Matt Reeves, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, hat bereits eine Noir-Story angekündigt, die sich auf Batman als Detektiv konzentrieren soll.

Die Dreharbeiten haben im Januar begonnen. The Batman soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.

Wie zeichnet man Batman?

Batman und Catwoman von Kim Jung Gi. (Arte)

Frankreich hat das Jahr 2020 zum Comic-Jahr erklärt. Aber in Frankreich ist eigentlich immer eine gute Zeit für Comics. Anders als in hier pflegt man im Nachbarland eine lange Tradition des Mediums, auch wenn Deutschland mit Wilhelm Busch und Erich Ohser auch seine Pioniere hatte. Aber das ist ein anderes Thema. In der Arte-Mediathek gibt es zu diesem Anlass einen Comic-Schwerpunkt. In einem Dossier sind mehrere Videos rund ums Thema gesammelt, darunter auch ein paar kurze Zeichenkurse, in denen verschiedene Künstler sich über die Schulter schauen lassen. Einer davon ist Kim Jung Gi – und er zeichnet Batman. Besonders beeindruckend: Er macht das ganz ohne Skizze und Hilfslinien. Eine wahre Meisterleistung, dargestellt in einem zweiminütigem Video. Aber auch sonst ist die Sammlung einen Blick wert.

Arte hat aber auch noch mehr zum Thema Batman zu bieten, nämlich „(Fast) die ganze Wahrheit“, ein launiges, handgemachtes Video zum Dunklen Ritter. Schon etwas älter, aber immer noch amüsant.

>> Zum Dossier „2020 – Das Comic-Jahr“

Birds of Prey & Harley Quinn: Chaos und Klamauk

Warner Bros.

Die spoilerfreie Version: Birds of Prey and the Emancipation of Harley Quinn ist kein sehenswerter Film – es sei denn, man ist ein Hardcore-Harley-Fan.

Disclaimer: Nein, ich schreibe das nicht nur, weil ich ein Mann bin. Ich bin für Gleichberechtigung und auch für starke Frauenfiguren. Vor allem aber bin ich für Unterhaltung, die ihre Zuschauer nicht unterfordert.


Die SPOILER-Version:

Das neue DC-Filmuniversum ist ein Unternehmen voller Fehlstarts: Man of Steel, Batman v Superman, Justice League – und Suicide Squad war der Tiefpunkt. Auf diesen Ruinen versucht man nun zu retten, was zu retten ist. Mit Solo-Filmen wie Wonder Woman, Shazam und Aquaman gelingt das bereits überwiegend. Reboots von Batman und Suicide Squad (2021) sollen es weiterhin richten. Jetzt soll Birds of Prey Harley Quinn retten, denn immerhin wurde Margot Robbie für ihre bisherige Darstellung gelobt. Also auf ein zweites Mal.

Um es gleich vorwegzunehmen: Birds of Prey ist ein Harley-Quinn-Film. Ohne Joker und ohne Batman. Die Hauptfigur erzählt ihre Geschichte selbst. Das beginnt noch sehr amüsant mit einer kleinen Cartoon-Sequenz, die den Vorteil hat, dass man Jared Leto nicht mehr casten musste. Dann sehen wir eine lange Zeit ihren Emanzipationsversuch.

Harley Quinn hat mit dem Joker Schluss gemacht – oder vielmehr er mit ihr. Am Boden zerstört beginnt sie ein neues Leben und genießt es, dass sich die Nachricht noch nicht herumgesprochen hat, denn so kann sie sich auch erlauben, dem Fahrer von Roman Sionis (Black Mask, gespielt von Ewan McGregor) die Beine zu brechen und ungestraft davonzukommen. Nachdem sie aber ACE Chemicals-Fabrik in die Luft jagt und damit endgültig ein Zeichen setzt, ist Schluss mit lustig: Die halbe Stadt will sich an ihr rächen.

Als erstes Detective Renée Montoya, die sich auch traut, es mit Black Mask aufzunehmen, obwohl ihm Gotham gehört. Wir sehen eine alberne Verfolgungsjagd, bei der so ziemlich jeder, der einen Groll gegen Harley hegt, zufällig am gleichen Ort erscheint, um sie umzubringen. Und sie kommt davon, obwohl sie zwischendrin stehen bleibt, um von einem Marktstand eine Handtasche zu stehlen. Am Ende wird sie gerettet durch eine Deus ex machina (Huntress), was im ganzen Film viel zu oft vorkommt. Harley ist eine Chaotin, die keinen Plan hat und trotzdem immer mit Glück und Gewalt durchkommt.

Spannungsarme Diamantenjagd

Der Film braucht lange, bis die eigentliche Handlung einsetzt: Cassandra Cain, eine junge Taschendiebin, stiehlt von Victor Zsasz einen Diamanten, den Black Mask haben will. Harley wird von ihm gefangen genommen und um ihr Leben zu retten verspricht sie, den Stein zu beschaffen. Sie bricht ohne Probleme in eine Polizeistation ein und schafft es mit einer Konfettikanone sämtliche Polizisten ohne großen Widerstand auszuknocken. Die Schurken, die daraufhin reinplatzen (ebenfalls ohne Widerstand) werden dann weniger pfleglich behandelt.

Harley erfährt, dass Cassandra den Diamanten geschluckt hat. Es geht also (wie bei Justice League) um einen Stein. Aber der McGuffin, der sonst niemanden interessieren würde, wird durch Cassandra personalisiert und emotional aufgeladen. Harley freundet sich mit ihr an und wird ihre Mentorin. Nachdem Dinah Lance (Black Canary), Sängerin in Black Masks Nachtclub, Harley vor zwei Männern rettet, die sie entführen wollen, wird sie zu Black Masks Chauffeurin. Huntress rächt sich an etlichen Mafiosi für den Mord an ihrer Familie. Montoya wird bei ihrem Einsatz gegen Black Mask vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht an die Regeln hält. Am Ende kommen alle zusammen, um Cassandra vor Black Mask zu schützen.

Der Showdown findet – ungeachtet des Bruchs mit dem Joker – auf einem stillgelegten Rummelplatz statt. Sionis legt sich erst dann seine schwarze Maske an und lässt seine False Face Society auf die Frauentruppe los. Dankenswerterweise ist die Vorhut ohne Pistolen ausgestattet, sodass die Frauen, die ohnehin kaum eine Kugel zur Verfügung haben, alle anderen reihum verprügeln können. Es ist eine einfallslose und chaotische Szene ohne Spannung, alles läuft sehr glatt und mühelos. Interessanter wird es zwar am Ende, als Harley Black Masks Auto auf Rollschuhen verfolgt. Aber leider ist der Schurke kein würdiger Gegner und allzu leicht zu besiegen.

Fazit: Unausgegoren

Birds of Prey ist ein schriller, bunter Film geworden, der auf harte sinnlose Gewalt und albernen, teils sehr schwarzen Humor setzt. Harleys Klamauk ermüdet aber schnell. Der Film ist chaotisch erzählt, ohne besonderen Anlass unchronologisch. Immer wieder werden unelegant Erklärungen nachgereicht, wer diese ganzen Figuren sind (Black Canary, Huntress, Montoya, Cassandra Cain). So kommt es, dass der Film mehr erklärt, als dass er erzählt. Manchmal sogar zu viel, damit auch die dümmsten Zuschauer folgen können. Aber wäre die Erzählweise weniger sprunghaft, wäre das auch kein Problem.

Leider bleiben die Nebencharaktere trotz allem oberflächlich, obwohl in ihnen mehr Potenzial steckt und sie charismatisch besetzt sind. Auch Black Mask schöpft sein Potenzial nicht aus. Ewan McGregor verleiht ihm zwar Persönlichkeit, wirkt aber selten bedrohlich. Dafür hat er seinen Handlanger Victor Zsasz, der aber nur ein besserer Statist ist.

 

Der Film ist zwar deutlich unterhaltsamer als Suicide Squad, weil er immerhin ein paar interessante Einfälle hat, aber am Ende wirkt auch Birds of Prey formelhaft, unausgegoren und bemüht. Bemüht lustig und bemüht cool. Peinlich genug: Die Figuren müssen sich ständig gegenseitig zusprechen, wie angeblich cool sie sind. Und wenn es Selbstironie gibt, zieht es die Figuren leider ins Lächerliche. Eine Marilyn-Monroe-Hommage zu „Diamonds are a Girl’s Best Friend“ wirkt unmotiviert.

Emanzipation? Nicht wirklich

Und wie steht es um die im Untertitel beschworene Emanzipation? Die fällt leicht, denn in diesem Film ist jeder Mann ein Drecksack. Na gut, nicht ganz jeder: Allein der Mann, der für Harley Eiersandwiches macht, scheint ein lieber Kerl zu sein. Aber Black Mask, Zsasz und die anderen sind fiese, eindimensionale Schurken. Wie fies zeigt sich einerseits darin, dass Sionis seinen Opfern bei lebendigem Leibe die Gesichter abschneiden lässt, andererseits auch dass Sionis eine Frau, die ihn mit ihrem Lachen stört, auf den Tisch steigen, ein wenig tanzen und ihr Kleid zerreißen lässt. Die Szene bleibt auf seltsame Weise ohne Pointe.

Was Gewalt an Frauen angeht, wirkt der Film in seiner Darstellung fast verharmlosend. In einer anderen Szene wird eine betrunkene Harley Quinn fast von zwei Männern entführt, aber die Situation wirkt nie bedrohlich. Black Canary braucht lange, um sich zu überwinden, ihr zu helfen. Und warum sich das Team vor dem Endkampf kollektiv neu einkleiden und schminken muss, leuchtet nicht ein. Und sehr emanzipiert wirkt es auch nicht.

UPDATE: Anscheinend vertrete ich die unpopuläre Meinung. Laut Rotten Tomatoes kann Birds of Prey die meisten Kritiker überzeugen.

>> Liste der Batman-Filme

Ein Honest Trailer für Joker

Wenn ich einen Film richtig gut finde, schaue ich mir die Honest Trailer dazu lieber nicht an, weil ich mir die Filme nicht ruinieren will. Wenn man erst einmal auf etwas Bestimmtes hingewiesen wird, kann man den Film nicht mehr sehen, oder immer wieder daran zu denken.

Bei Joker habe ich mal eine Ausnahme gemacht. Und es zeigt sich: Gute Filme können selbst nicht von Honest Trailern kaputtgemacht werden. Oder andersrum gesagt: Je besser der Film, desto schlechter der Honest Trailer. Denn in einem Film wie Joker gibt es nicht viel, worüber man sich lustig machen könnte. Und so ist das Video mehr zu einer Würdigung und Verteidigung gegen die Kritiker geworden, die behauptet haben, der Film stifte zu Gewalt an. Die Realität hat uns eines Besseren belehrt: Es laufen nicht überall Killer-Clowns herum und spielen Revolution.

Die witzigste Bemerkung ist der Vergleich mit Jared Letos Joker in Suicide Squad: „instead of writing ‚damaged‘ on his forehead, (he) just damages his forehead“.

Birds of Prey & Harley Quinn: Der zweite Trailer

Der neue Trailer zu Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn (dt. The Emancipation of Harley Quinn) bestätigt den Eindruck des ersten: Der Film verspricht ein buntes, schrilles Spektakel zu werden, das sehr auf schrägen, wenn nicht gar überdrehten Humor setzt. Harley Quinn trägt ein T-Shirt mit ihrem Namen drauf, sie badet eine computeranimierte Hyäne und wenn etwas explodiert, dann in vielen grellen Farben. Außerdem setzt sich Ewan McGregor, der in jeder Szene sehr viel Spaß zu haben scheint und gar nicht bedrohlich wirkt, erstmals seine Black Mask auf. Huntress, Black Canary und Renee Montoya haben immer noch nicht viel zu melden.

Ergibt das alles einen Film, der interessanter ist als die bisherigen Trailer? Ich bezweifle das. Aber am 6. Februar 2020 wissen wir mehr.

Batman in den Zehner-Jahren: Ein Rückblick

Black & White Batman (Tony S. Daniel)

Batman von Tony Daniel (DC Comics)

Batman ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Gefeiert wurde das mit Anthologien und Sonderaktionen. Aber trotz des Jubiläums war es ein schwaches Batman-Jahr. Keine Storyline konnte so recht überzeugen. Beide Batman-Serien kamen über Durchschnitt nicht hinaus, vieles lag sogar darunter. Tom King nervt mit einer überlangen Geschichte, deren Handlung auf der Stelle tritt, auch Detective Comics bleibt eher enttäuschend und wirkt planlos.

Auch außerhalb der Continuity gab es nichts wirklich Lesenswertes, auch wenn The Batman Who Laughs und Batman Damned für Aufsehen sorgte – es war oft eben nicht mehr als die Neugier auf bestimmte Figuren, Autoren und Zeichner. Interessant aber war auf jeden Fall der Abschluss des Watchmen-Crossovers Doomsday Clock, ein ambitionierter Versuch, Alan Moores Comic mit dem DC-Universum zu verbinden.

Batman by Alex Ross

Alex Ross (DC Comics)

Der Batman-Comic des Jahres ist für mich Detective Comics #1000. Eine Anthologie von überwiegend gelungenen Kurzgeschichten verschiedener Autoren und Zeichner würdigt den Mythos und denkt ihn weiter. Wenn ich das gesamte letzte Jahrzehnt betrachte, dann hat die Serie zuletzt vor fünf Jahren so viel Spaß gemacht, als zum 75-jährigen Jubiläum die zweite Ausgabe von Detective Comics #27 erschien.

Leider ist das die traurige Bilanz: Detective Comics hatte seine letzte beeindruckende Storyline 2011 mit Scott Snyders The Black Mirror. Seitdem war sie zunächst nur eine Halde für kurze, leicht verdauliche und fantasielose Geschichten, nach der Rebirth-Wende versuchte James Tynion IV sich an einer großangelegten Batman-Family-Storyline, die aber zu sehr in Nebenfiguren ausuferte und doch selten überraschte.

In diesem Jahrzehnt passierte für Batman sehr viel: Er baute ein weltweites Netz auf (Batman Incorporated), dann bekam er nach Flashpoint zusammen mit dem gesamten DC-Universum einen Reboot, der sich am meisten auf seine Vorgeschichte auswirkte (Zero Year). Einen neuen Origin bekam Batman auch in Earth One. Es war das Jahrzehnt des Kreativ-Teams Scott Snyder und Greg Capullo, die Batman gegen einen Endkampf mit dem Joker schickten und James Gordon zum neuen Batman machten. Batman verlor mit Damian nicht nur einen weiteren Robin, sondern auch seinen Sohn, aber nur für kurze Zeit.

Parallel dazu wurde ein Jahr lang die Serie Batman Eternal erzählt. Mit ihr gelang eine groß angelegte, hochdramatische und wendungsreiche Storyline, die bis zum Schluss Spaß machte. Die ambitioniertesten Comics des Jahrzehnts waren aber Paul Dinis Dark Night und Sean Murphys White Knight. Die eine, weil sie Batman mit einer autobiografischen Geschichte verknüpfte, die andere, weil sie einen wilden Remix bekannter Motive zu einer fesselnden Handlung machte.

Meine Favoriten der Zehner-Jahre sind:

Der Film des Jahres

Der Film des Jahres ist natürlich Todd Philips‘ Joker. Nicht nur, weil Joaquin Phoenix eine starke Vorstellung abliefert, es gelingt auch, dieser Figur neue Aspekte abzugewinnen und ein Batman-Prequel auch ohne Batman funktionieren zu lassen. So einen Mut kann man sich für die kommende Batman-Adaption von Matt Reeves wünschen, die 2021 erscheinen soll.

Ansonsten war das Jahrzehnt für Batman im Kino eher eine Flaute: The Dark Knight Rises war deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger. Und da Zack Snyders Batman v Superman und Justice League eher vergessenwert waren, bleibt Joker damit auch der Batman-Spielfilm des Jahrzehnts. Dass Batman darin nicht vorkommt, sollte den Produzenten zu denken geben. Ansonsten waren Wonder Woman und Shazam würdige DC-Verfilmungen.

Leider konnte der Animationsfilm Hush in diesem Jahr nicht so überzeugen, weil man es sich wie immer zu leicht gemacht hat. Auch andere Zeichentrickfilme, die auf Batman-Comics basierten, wie etwa The Killing Joke, blieben Durchschnittsware, die immer gleich aussieht und sich billig anfühlt. Es fehlt der Wille, diesen Filmen eigene Stile zu verleihen und über die Comics hinauszugehen. Batman Ninja war ein überdrehter japanischer Versuch in eine neue Richtung, aber insgesamt war nur The Lego Batman Movie ein rundum gelungener Film für Fans und die ganze Familie.

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Trailer zu Superman: Red Son

Superman: Red Son (dt. Genosse Superman) von Mark Millar ist nicht nur eine der interessantesten Elseworlds-Storys, es ist auch einer der besten Superman-Comics überhaupt. Die Prämisse: Was wäre, wenn Kal-El als Kind in der Sowjetunion gelandet wäre? Die Antwort: Er wäre ein Diktator geworden. Superman kämpft darin gegen einen Batman in Pelzmütze und einen Lex Luthor, der kein Schurke, sondern der Held der Geschichte ist.

Im Jahr 2020 kommt Red Son als Zeichentrickfilm als Direct-to-Video heraus. Einen Starttermin gibt es noch nicht, aber man kann sich schon einen ersten Eindruck im Trailer verschaffen. Regisseur Sam Liu war bereits für die Verfilmung der Batman-Elseworlds-Story Gotham by Gaslight und The Killing Joke verantwortlich.

Wonder Woman 1984: Der erste Trailer

Wonder Woman war 2017 der erste DC-Film seit langem, der Kritiker und Fans gleichermaßen überzeugt hat. Er zeigte auch der Konkurrenz von Marvel, dass auch Superheldinnen im Kino etwas taugen können. Wonder Woman war so etwas wie der First Avenger von DC: Angesiedelt im Ersten Weltkrieg, statt – wie bei Captain America – im Zweiten.

In der Fortsetzung wagt Regisseurin und Co-Autorin Patty Jenkins den Zeitsprung in die 80er-Jahre, wie man an der knallbunten Ästhetik und dem Synthie-Soundtrack erkennen kann. Mit dabei ist auch Steve Trevor. Wie er das gemacht hat, wird auch im ersten Trailer noch nicht erklärt. Klar ist nur: Es ist gut, dass er wieder mit dabei ist, wie man am Ende sehen kann. Die Schurken werden gespielt von Kirsten Wiig als Cheetah/Barbara Minerva und Pedro Pascal als Max Lord.

Wonder Woman 1984 erscheint in Deutschland am 11. Juni 2020 – eine Woche nach US-Start.

Batman-Splitter #12: Gotham City

Batman und Gotham: Posterausschnitt aus The Dark Knight. (Warner Bros.)

Batman und Gotham: Posterausschnitt aus The Dark Knight. (Warner Bros.)

Wo liegt eigentlich Gotham City? Dieser Frage geht ein kurzes Video von Arte nach. Darin wird auch erklärt, woher dieses Gotham seinen Ursprung und seinen Namen hat.

Batman war anfangs in New York City unterwegs – der US-Metropole schlechthin, aber auch Heimat des Verlags National Allied Publications, der Batman und Superman herausgab (später umbenannt in DC Comics). In den Ausgaben Detective Comics #31-32 (1939) ist explizit von New York die Rede, in #33 von Manhattan. Das änderte sich erst 1941 in Batman #4: In der Story „The Case of the Joker’s Crime Circus“ liest Bruce die Zeitung „Gotham City Gazette“ und in „Victory for the Dynamic Duo“ heißt es in der Caption explizit, dass Batman und Robin in Gotham City untwergs seien. Trotzdem steht in einer anderen Story derselben Ausgabe („Public Enemy #1“) noch immer New York City auf den Zeitungen.

Warum Gotham? Autor und Batman-Mitschöpfer Bill Finger hat den Namen in einem Telefonbuch gefunden: Gotham City Jewelers. Gotham ist im Volksmund einer der vielen Rufnamen New Yorks. Zum ersten Mal tauchte er in der Satire-Zeitschrift Salmagundi auf, die Washington Irving herausgab. Darin macht sich der Autor über New York lustig, indem er ihr den Namen des Dorfes Gotham in England gibt, dieses „Goat Home“ oder „Goat’s Town“ galt als Stadt der Verrückten.

Gotham steht fortan für die dunkle Seite von New York, es ist die Stadt des Verbrechens, die man meistens nur schmutzig, verkommen und bei Nacht sieht. Im Laufe der Zeit, besonders im Silver Age, wird dieses Image zwar kindgerecht weichgespült. Doch mit seiner Schurkenriege von geisteskranken Schwerverbrechern, die seit 1974 in Arkham Asylum einsitzen, wird die Stadt schon immer ihrer Etymologie gerecht.

Batman Damned #2

Gotham City in Batman Damned (DC Comics)

In den Comics und Filmen sieht die Stadt jedes Mal anders aus. In der Batman-TV-Serie der 60er Jahre ist Gotham eine saubere und immer sonnige Stadt an der Ostküste – von Skyline keine Spur. Für die Ästhetik in Tim Burtons Batman (1989) ließ sich Designer Anton Furst von Giovanni Battista Piranesi, Hugh Ferris, die Art-Deco-Kunst der 20er und 30er Jahre und Fritz Langs „Metropolis“ inspirieren. In Christopher Nolans Dark-Knight-Trilogie dient Chicago als realer Schauplatz, der Film „Joker“ wurde in New York City gedreht, wo seitdem eine bestimmte Treppe in der Bronx zu einer Sehenswürdigkeit für Touristen geworden ist, was die Anwohner ziemlich nervt.

Erst 1977 (in Amazing World of DC Comics #14) wurde die Frage beantwortet, wo Gotham eigentlich liegt: in einer Bucht von New Jersey, gleich gegenüber von Metropolis. In der Storyline No Man’s Land (dt. Niemandsland) bekam Gotham – interessanterweise erst nach seiner Zerstörung durch ein Erdbeben – erstmals einen offiziellen Stadtplan, der sich an den den typischen Grundrissen amerikanischer Großstädte orientierte.

Alan Moore war es, der 1986 in Swamp Thing #53 Gotham eine Vorgeschichte gab. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 1635 von dem norwegischen Söldner Captain Jon Logerquist. Diese Geschichte orientierte sich an New York. Aber auch schon in der Batman-TV-Serie der 60er Jahre erfuhr man, dass Gotham – wie Manhattan – für einen lächerlichen Preis von Indianern abgekauft wurde (An Egg Grows in Gotham/The Yegg Foes in Gotham). Comic-Autor Scott Snyder hat in Gates of Gotham und Court of Owls die Geschichte weiter ausgebaut. Natürlich waren die Waynes von Anfang an dabei.

Gotham

Gotham bekam immer mehr ein Eigenleben: In City of Crime (dt. Stadt der Sünde) reichen die Wurzeln dieser verkommenen Stadt bis in die Hölle, noch deutlicher wird das in der Elseworlds-Story Haunted Gotham. In Gotham Central bekommen die Bürger der Stadt anhand des Mikrokosmos Polizei ein Gesicht und schließlich inspirierte diese Comic-Serie die TV-Serie Gotham, bei der schon der Name ausdrückt, dass die Stadt selbst längst zu einer eigenen Marke geworden ist.

Joker in Batman: The Animated Series

Joker mit Bombe

Wenn vom Joker im Film die Rede ist, ist meistens nur die Rede von Cesar Romero, Jack Nicholson, Heath Ledger, Jared Leto und Joaquin Phoenix. Dabei wird oft einer übersehen, weil er nie zu sehen, sondern nur zu hören war: Mark Hamill. Er hat den Joker in Batman: The Animated Series gesprochen. Und diese Rolle ist noch viel interessanter als Luke Skywalker.

Joker in der Finsternis

In 14 Folgen der drei Staffeln spielt der Joker die Hauptrolle, oder zumindest eine tragende. Einige Folgen basieren auf Comics aus den 50ern („Joker’s Millions“ (Die Erbschaft, S03E07), 70ern („The Laughing Fish“ (Immer nur Fisch, S01E34, „Almost Got ′Im“ (Fast erwischt, S01E46 ) andere auf Comics zur Serie, die später adaptiert wurden: „Holiday Knights“ (Giftige Frauen, S03E01) und „Mad Love“ (Die Piranha-Falle, S03E21).  Außerdem gibt es noch eine Hommage ans Golden Age in der Folge „Legends of the Dark Knight“ (Die Legende lebt, S03E19). Da ich viele Episoden bereits besprochen habe, beschränke ich mich hier nur auf die bisher ausgelassenen.

Joker freut sich auf sein nächstes Opfer.

Obwohl sich die Serie an Kinder richtet, ist hier der Joker vor allem ein irrer Mörder. Die Auswirkungen der Gewalt werden zwar meistens verhindert, aber man sieht in jeder Folge, dass der Joker skrupellos ist. Das macht aber seinen extrem schwarzen Humor aus. Der Joker ist hier, anders als oft in den Comics, wirklich witzig. Die Pointen zünden, aber vieles ist auch einfach der starken Überzeichnung und eben der Stimme geschuldet, die übrigens auch in der deutschen Synchronfassung überzeugt.

In „The Last Laugh“ (Eine Stadt voller Narren, S01E04) lässt er erstmals sein Joker-Gas los. Das geschieht, indem er es über ein Müllschiff überträgt, mit dem er über den Fluss von Gotham zieht. Das Gas ist zwar nicht tödlich, aber wenn man es länger einatmet, wird man für immer wahnsinnig. Auch Alfred trifft es und er fängt daraufhin an, in Wayne Manor zu randalieren. Der ‚Clown Prince of Crime‘ nutzt die allgemeine Heiterkeit, um in der Stadt einzukaufen, ohne zu bezahlen.

Dieser Müll macht alle glücklich.

Es zeigt sich: Der Joker hat aber nicht nur gute Kenntnisse in Chemie, sondern auch in Technik. Denn einer seiner Handlanger ist ein möderischer Roboter à la Terminator. Bereits in „Christmas With the Joker“ (Weihnachten mit dem Joker, S01E02) hat er (noch primitivere) Joker-Roboter und Joker-Kampfflieger gegen Batman eingesetzt. Hier betreibt er auch ein grinsendes U-Boot.

Woher er die Ressourcen dafür hat, bleibt unklar. Anders als bei Two-Face oder Clayface wird seine Vorgeschichte nie erzählt (bis auf eine kurze Rückblende in Mad Love, in der man sieht, wie Batman ihn in den Säuretank stößt). Vielmehr wird hier der Joker begründet, der sich jedes Mal eine andere rührselige Kindheit ausdenkt, um seine Taten zu rechtfertigen – was später Vorbild für den Joker im Film The Dark Knight wurde.

Joker als Partyclown – mit Bombeneinlage.

Immer wieder ist der Joker auf mörderischer Mission: In „Joker’s Favor“ (Das große Zittern, S01E22) soll Commissioner Gordon bei einer Feier ihm zu Ehren sterben, in „Be A Clown“ (Tödliche Clownereien, S01E09) will er den Bürgermeister auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes in die Luft jagen – dass Kinder unter den Opfern sein können, ist ihm offenbar egal – und in „Joker’s Wild“ (Ein Clown sieht rot, S01E41) soll ein ganzes Casino dran glauben, weil der Betreiber sich erdreistet hat, sich seinen Namen und sein Gesicht fürs Konzept auszuleihen. Der Joker ist ein Egomane, der schnell zu reizen ist. Und genau das soll ausgenutzt werden, um das Casino in die Luft jagen zu lassen und damit Versicherungsbetrug zu begehen. Bei allem Wahnsinn bleibt der Clown arg berechenbar.

Der Joker ist sich trotz seines Narzissmus nicht zu fein, auf Hilfe zurückzugreifen. Einmal ist es ein Kind (der Junge des Bürgermeisters), dann ist es ein armer Niemand, der ihn auf der Straße angepöbelt hat und ihm daraufhin einen Gefallen erweisen muss. In „Joker’s Favor“ ist es zum ersten Mal auch Harley Quinn. Da ist sie noch eine kuriose Randerscheinung, die sich als Polizistin verkleidet, schnell festgenommen wird und hinterher bereut, nicht auf die Kosmetikerinnen-Schule gegangen zu sein. (Später, im Comic Mad Love, wird eine Psychologin aus ihr.)

In der zweiten Staffel hat Harley Quinn ihren ersten großen Auftritt: In „Harlequinade“ (dt. Ein Bomben-Spaß, S02E07) muss sie Batman helfen, den Joker davon abzuhalten, die ganze Stadt in die Luft zu jagen. Der hat nämlich eine Atombombe gestohlen und will damit Batman, die Polizei und alle anderen, die er hasst, auf einmal vernichten – zur Not geht er dabei auch selbst drauf. Der Joker erreicht als ‚Harlequin of Hate‘ hier seinen Höhepunkt: als ‚Jester of Genocide‘.

Joker in Batman TAS: Harlequinade

Joker als Kamikaze-Flieger

Durch das Zusammenspiel des Teams Batman & Harley gibt es viel zu lachen. Und auch hier wird die pathologische Beziehung deutlich, die Harley mit Joker verbindet. (Kurz zuvor war der Comic Mad Love erschienen.) Denn auch wenn seine Handlangerin erkennt, dass er sich nicht um sie schert, und sie ihn daraufhin umbringen will, kehrt sie am Ende doch in seine Arme zurück. Joker nimmt den Mordversuch an ihm gelassen. Er wollte ja sowieso sterben …

Der Joker ist vor allem ein Showman alter Schule: Er verkleidet sich als Clown, hat sein Geheimversteck („Ha-Hacienda“) in einem stillgelegten Freizeitpark. Er will Aufmerksamkeit und Anerkennung, aber vor allem ist er Alleinunterhalter in dem Sinne, dass er am liebsten sich selbst bespaßt: In Mad Love muss seine Rache an Batman ein Meisterwerk sein.

In „Make Em Laugh“ (Lach dich tot, S02E18) hat er  – wie in The Killing Joke – Ambitionen, ein großer Comedian zu sein. Nachdem er, verkleidet als „Smilin‘ Shecky Rimshot“ („Shecky, der Charmebolzen“), bei einem Comedy-Wettbewerb abgelehnt wurde, weil er die Anmeldefrist verpasst hat, rächt er sich an der Jury, indem er die drei Mitglieder mit Mad Hatters Gedankenkontroll-Chips verrückt macht. Sie glauben daraufhin, Superschurken zu sein.

Condiment King in Batman TAS

Condiment King

Der eine hält sich für den Condiment King („Gewürz-König“) und läuft mit einer Unterhose herum, der andere raubt als „Pack Rat“ Müll, die dritte schwingt als „Mighty Mom“ den Wischmop. Für Batman sind diese Gestalten eher lästig, für den Zuschauer sorgen sie für absurde Unterhaltung.

Joker: Smilin' Shecky Rimshot

Joker als Shecky, der Charmebolzen

Der Joker schnappt sich den Comedy-Pokal auch ohne dass er sich genötigt sieht, ihn zu gewinnen, denn er meint, ihn verdient zu haben. Allerdings hätte er Chancen gehabt, denn bei seinem ersten Auftritt haben tatsächlich die Leute über seine Witze gelacht – bevor er von der Bühne geholt wurde.

Batman und Robin auf dem Clownsballon.

Die Episode endet mit einer Blamage: Nach einem Finale auf einem Clown-Luftballon verliert der Joker seine Hose und wird zum Gespött der Leute. Damit wird er seiner alten Rolle aus dem Golden Age gerecht: die der Lachnummer.

„Eine Schande ist das: der Joker in Unterhosen.“

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