Film

Ein erster Blick auf „Batman: Soul of the Dragon“

In den 70er-Jahren entdeckte Batman den fernen Osten. Mit Ra’s al Ghul wurde nicht nur öfter Asien zum Schauplatz, sondern auch zum Anlass, Batmans Kampfkünste unter Beweis zu stellen, die er, wie später klar wird, dort auch einst erlernt hat. Diese Entwicklung passte in die Zeit: Anfang der 70er wurden durch Bruce Lee die Martial-Arts-Filme populär und Kung-Fu war eine Zeit lang mal der große Renner.

Im Januar 2021 erscheint nun ein Animationsfilm, der all das wieder vereint: Batman: Soul of the Dragon spielt in den „swinging 70s“ und handelt von Bruce Wayne, der zusammen mit anderen Eliteschülern vom Meister O-Sensei unterrichtet wird. Dazu zählen Richard Dragon, Ben Turner/Bronze Tiger und Lady Shiva. Gemeinsam kämpfen sie gegen Monster aus dieser Welt und darüber hinaus.

Im Trailer kann man sich einen ersten Eindruck davon machen. Es wirkt, als würde sich der Film nicht allzu ernst nehmen. Die Digitalversion erscheint am 12. Januar 2021 in den USA, die Blu-ray am 26. Januar.

Richard Dragon und Batman in The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Richard Dragon wurde von Dennis O’Neil und Jim Berry geschaffen und trat zum ersten Mal in dem Roman Dragon’s Fists (1974) auf. Von 1975 bis 1976 hatte er als „Kung-Fu Fighter“ eine eigene Comicserie, von der 18 Ausgaben erschienen sind, ebenfalls geschrieben von O’Neil. Darin traf Richard bereits auf Ben Turner und Lady Shiva, die hier ihre ersten Auftritte hatten. Im Jahr darauf kam es zum Team-up mit Batman in der Story „Batman — The Dragon Slayer?“ (The Brave and the Bold #132, 1977), geschrieben von Bob Haney und gezeichnet von Jim Aparo.

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The Batman auf 2022 verschoben

Logo zu "The Batman"
Das Logo zu „The Batman“ (Warner Bros.)

Man sollte heutzutage lieber nicht weit im Voraus planen. Auf die nächsten großen Blockbuster wird man sich noch eine Weile gedulden müssen. Nun hat Warner Bros. den Kinostart von The Batman erneut verschoben: von Oktober 2021 auf März 2022. Im September musste die Produktion wieder pausieren, weil sich Hauptdarsteller Robert Pattinson mit dem Coronavirus angesteckt hatte.

Auch andere DC-Filme werden später in die Kinos kommen: The Flash im November 2022, Shazam 2 im Juni 2023, Black Adam hat noch kein neues Startdatum. Wonder Woman 1984 ist immer noch für Weihnachten 2020 angekündigt. Aber ob sich dieser Termin weiter halten wird, ist zweifelhaft, denn der wurde bereits zweimal verschoben und Denis Villeneuves Dune, der ebenfalls im Dezember starten sollte, wird erst im Oktober 2021 zu sehen sein – voraussichtlich.

Auch Black Widow und James Bond werden in diesem Jahr nicht mehr in die Kinos kommen. Insofern ist es bemerkenswert, dass Tenet im Sommer starten durfte und damit bisher der einzige US-Blockbuster der Coronazeit war. Allerdings dürfte er mit rund 300 Millionen Dollar Einnahmen nicht einmal die Kosten von 200 Millionen Dollar gedeckt haben, denn dazu müsste er mindestens 400 Millionen einspielen.

Die Verschiebungen sind angesichts der steigenden Fallzahlen verständlich. Das Problem dürfte sich noch weiter verschärfen, nicht nur für die Studios, sondern auch für die Kinos, wenn sie keine Filme haben, die Geld einbringen und bisherige Verluste kompensieren. Und erst recht wenn, wie bei Disneys Mulan, bald noch mehr große Kinofilme in Streamingdienste abwandern.

Die Entstehung der Dark-Knight-Trilogie

Vor 15 Jahren startete Batman im Kino neu durch: Nach den albernen Kinofilmen der 90er hat Christopher Nolan mit Batman Begins den Superhelden geerdet und glaubwürdig gemacht. Christian Bale spielte einen überzeugenden Bruce Wayne, der zunächst sich selbst finden muss, bevor er alles verliert. Gesteigert wurde das Konzept in The Dark Knight, in dem Batman auf den Joker traf. Im dritten Teil, The Dark Knight Rises, ging dem Franchise leider die Puste aus.

Wer nachvollziehen will, wie die Dark-Knight-Trilogie entstanden ist, dem sei das oben stehende Video empfunden. In dem Making-of kommen die Macher zu Wort und erzählen von dem aufwendigen Prozess hinter den Filmen.

>> Liste der Batman-Filme und -Serien

Honest Trailer zu „Batman und das Phantom“

Für manche gilt der Animationsfilm Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) als einer der besten Batman-Kinofilme. Zweifelsfrei ist dieses Prequel zu The Animated Series ein Glücksfall: unter hohem Zeitdruck entstanden, aber von einer Tiefe, wie man sie eher von den Spielfilmen erwarten könnte.

Die Screen Junkies haben mal versucht, in ihrem Honest Trailer das Ganze nicht ernst zu nehmen. Da man über den Film aber kaum etwas Schlechtes sagen kann, wirken die Witze aber etwas bemüht. Die ganzen anachronistisch Vergleiche zu späteren Batman-Filmen sind völlig deplaziert. Und so wird ein weiterer Versuch der Satire zur verkappten Würdigung.

Leider ist der Batman und das Phantom noch immer nicht in Deutschland auf Blu-ray erschienen (genauso wie die dazugehörige Serie). Man muss leider mit dem Stream vorlieb nehmen.

>> Liste der Batman-Filme und Serien

Neue Filme: „The Long Halloween“ und „Soul of the Dragon“

Batman: The Long Halloween (Cover)

Batman: The Long Halloween (DC Comics)

DC hat drei neue Zeichentrickfilme für 2021 angekündigt, darunter zwei Batman-Filme: Zum einen eine Adaption des Klassikers Batman: The Long Halloween, zum anderen eine neue Story: Batman: Soul of the Dragon. Darüber hinaus soll auch Justice Society: World War II erscheinen, über den noch nichts bekannt ist. So wurde es beim IGN-Panel von DC Fandome zu Superman: Man of Tomorrow angekündigt.

The Long Halloween soll, wie schon die Adaption von The Dark Knight Returns, als Zweiteiler herauskommen, der erste Teil ist für den Sommer, der zweite für den Herbst angekündigt. Es handelt sich ursprünglich um eine Storyline von Jeph Loeb und Tim Sale, die von Batmans Anfangszeit nach dem Year One handelt. Batman sucht den Serienmörder Holiday, der an Feiertagen Mitglieder der Mafia tötet. Dabei begegnet er auch klassischen Schurken wie dem Joker, Poison Ivy und Catwoman. The Long Halloween erzählt zugleich die Entstehungsgeschichte von Two-Face, fortgesetzt wurde sie in Dark Victory. Beide Teile zählen zu den besten Batman-Comics.

Batman: Soul of the Dragon (Warner Bros.)

Der Film Batman: Soul of the Dragon wird angekündigt als ein Kung-Fu-Abenteuer im Stil der 70er Jahre. Batman trifft dabei auf Bronze Tiger, Richard Dragon, Lady Shiva, O-Sensei und Jeffrey Burr (Kobra). Regie führen wird Veteran Sam Liu, der bereits The Killing Joke und Gotham by Gaslight adaptiert hat.

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The Batman: Der erste Teaser

Der erste Teaser zu Matt Reeves‘ The Batman ist da – und er ist düster. Extrem düster. Ein Serienkiller (mutmaßlich der Riddler) wickelt die Köpfe seiner Opfer in Klebeband ein. „No more lies“ steht darauf. Batman (Robert Pattinson) erhält eine Halloween-Karte mit Hinweisen: „Haven’t a clue? Let’s play a game, just me and you“, steht darauf und auch sonst scheint der Riddler einen Hang zum Dichten zu haben:

„If you are justice, please do not lie: What is the price for your blind eye?“

Die Stimmung erinnert stark an David Finchers Sieben. Batman tritt brutal auf, als er ein Gangmitglied mehr zusammenschlägt als nötig erscheint. Auf die Frage, was er sein soll, antwortet er nur: „I’m vengeance.“ Batman trifft auch auf Catwoman, die hier – wie schon in The Dark Knight Rises – nur ein abstrakt angedeutetes Katzenkostüm trägt.

Logo zu "The Batman"

Das Logo zu „The Batman“ (Warner Bros.)

The Batman soll am 1. Oktober 2021 in die US-Kinos kommen. Jeffrey Wright (bekannt als Felix Leiter aus James Bond) übernimmt die Rolle von James Gordon, Andy Serkis wird als Alfred Pennyworth auftreten. Catwoman wird gespielt von Zoë Kravitz, der Pinguin von Colin Farrell, der Riddler von Paul Dano und Carmine Falcone von John Turturro.

Zu dem Film soll es außerdem noch eine Spin-off-Serie auf HBO Max geben, die sich der Polizei von Gotham widmet. Produziert wird sie ebenfalls von Matt Reeves, Showrunner soll Terence Winter sein.

Ben Affleck und Michael Keaton in The Flash

Darüber hinaus wurde bekannt, dass Ben Affleck und Michael Keaton als Batman zurückkehren werden – im neuen Flash-Film mit Ezra Miller. Es wird also eine Zeitreisegeschichte á la Flashpoint. Geplanter Kinostart ist 2022. Einen Trailer gibt es noch nicht, dafür ein erstes Bild vom neuen Flash-Kostüm:

Vorschau auf Zack Snyder’s Justice League

Hier kann man Batfleck und Ezra Miller als Flash noch einmal sehen: im offiziellen Teaser zu Zack Snyder’s Justice Leagueder 2021 auf HBO Max erscheinen soll. Darin kommt nicht nur der ersehnte Schurke Darkseid vor, sondern auch Superman im schwarzen Kostüm – und das Ganze pathetisch untermalt von Leonard Cohens Hallelujah, das Snyder bereits in einer Szene im Film Watchmen benutzt hat.

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Erster Blick auf James Gunns „The Suicide Squad“

Poster zu "The Suicide Squad"

Das Poster zu „The Suicide Squad“ (Ausschnitt) (Warner Bros.)

Im August 2021 soll James Gunns The Suicide Squad in die Kinos kommen. Wer mitspielt, ist schon lange bekannt, nun hat der Regisseur und Autor beim Event DC Fandome auch die Rollen der Schauspieler verraten.

Vier sind bekannte Gesichter aus dem ersten Teil:

  • Viola Davis als Amanda Waller
  • Margot Robbie als Harley Quinn
  • Joel Kinnaman als Colonel Rick Flag
  • Jai Courtney als Captain Boomerang

Die neuen Rollen sind überwiegend eher abseitige Charaktere, von denen die meisten nur eingefleischten Comic-Experten etwas sagen dürften:

  • Idris Elba als Bloodsport
  • David Dastmalchian als Polka-Dot Man
  • Michael Rooker als Savant
  • Flula Borg als Javelin
  • Daniela Melchior als Ratcatcher 2
  • Mayling NG als Mongal
  • Peter Capaldi als Thinker
  • Alica Braga als Solsoria
  • Pete Davidson als Blackguard
  • Nathan Fillion als T.D.K.
  • Sean Gunn als Weasel
  • John Cena als Peacemaker
  • Steve Agee als King Shark

Ein Trailer wurde bei DC Fandome nicht gezeigt, dafür ein kurzer Blick hinter den Kulissen, der auch ein paar kurze Einblicke in den Film gewährt:

James Gunn (Guardians of the Galaxy) verspricht ein großes Spektakel mit mehr Spezialeffekten als irgendwo sonst – und spart auch nicht mit Superlativen für die Besetzung und den Spaß, den er bei der Arbeit hatte (und noch immer hat). Hoffen wir, dass es wenigstens halb so gut wird, wie er sagt. Aber James Gunn ist zum Glück nicht David Ayer, der den ersten Teil verbrochen hat. Außerdem: Es kann nur besser werden. Und vor allem witziger.

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Wonder Woman 1984: Der zweite Trailer

Eigentlich sollte die Fortsetzung von Wonder Woman, Wonder Woman 1984, längst in den Kinos gestartet sein, aber wegen der Coronakrise wurde der Erscheinungstermin auf den 1. bzw. 2. Oktober 2020 verschoben. Nun hat Warner Bros. beim Fan-Event DC Fandome den zweiten Trailer präsentiert: Neben einer Menge Action-Szenen ist auch Kristen Wiig in ihrer Gestalt als Cheetah zu sehen. Pedro Pascal als Schurke Max Lord war bereits im ersten Trailer in Erscheinung getreten.

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Die Rache des Rätselkönigs

Verkanntes Genie: Edward Nigma als Riddler.

Wie übersetzt man Riddler? In der deutschen Fassung von Batman hält die Welt in Atem, des Spielfilms von 1966, hieß er noch „Rätselknacker“, obwohl er die Rätsel eher aufgab, als sie zu lösen. In der Comicversion hieß er 1969 noch „Mr. Sphinx“ – sehr geistreich (Superman 3, Ehapa Verlag). In Batman: The Animated Series nennt er sich „Rätselkönig“. Das ist zwar ziemlich anmaßend, aber es ist zumindest nah dran am Selbstverständnis des Schurken. Drei Episoden werden ihm gewidmet.

Edward Nygma (hier mit y geschrieben) arbeitet als Computerspielentwickler für Daniel Mockridge. Er hat den Bestseller Das Rätsel des Minotaurus erschaffen, ein Spiel, das sogar Robin in seinen Bann zieht. Doch dann entlässt ihn Mockridge einfach ohne Vorwarnung. Als Nygma erklärt, sein Genie sei für die Firma unentbehrlich entgegnet sein Chef nur: „If You’re So Smart, Why Aren’t You Rich?“ (S01E40)

Mörderischer Minotaurus.

Zwei Jahre später rächt sich Nygma, indem er in einen grünen Anzug steigt und seinen ehemaligen Arbeitgeber entführt. Batman und Robin müssen ihn aus einem riesigen Labyrinth befreien, bevor ein mechanischer Minotaurus Mockridge tötet. Dabei müssen sie Rätsel lösen und Fallen ausweichen. Nygma ist also nicht nur ein Experte für Computerspiele, sondern auch ein Genie in Sachen Roboter, denn er hat offenbar auch technische Wunder wie eine fliegende Riesenhand konstruiert. Batman weiß, sich die Waffe zunutze zu machen.

Riddler quält Gordon in seiner virutellen Welt.

In der Fortsetzung stellt sich die Frage: What is Reality? (S01E48) Nachdem der Riddler die Computersysteme von Banken, der Börse und der Polizei hackt, um alle Spuren seiner Identität auszulöschen, lässt er der Polizei einen Riesencomputer liefern. Mit Virtual Reality-Helmen können sich Batman und Robin in eine digitale Spielewelt versetzen. Von dort müssen sie Commissioner James Gordon befreien. Unterwegs muss Batman wieder Rätsel lösen und gegen Todesfallen kämpfen, Robin hilft ihm mit Kommentaren aus dem Off – im Grunde folgt die Geschichte demselben Schema wie die erste Episode.

Dunkler Rittler reloaded: Batman in neuer Rüstung.

VR war Anfang der 90er noch eine spannende Zukunftsvision. Interessanterweise nimmt diese Episode aber einen Film wie Matrix vorweg. Schon hier kann man nicht einfach den Stecker ziehen, wenn man aus der künstlichen Welt im Kopf ausbrechen will, weil man sonst stirbt. Schon hier entdeckt Batman wie später Neo, dass er nicht der Willkür von Riddlers Welt ausgesetzt ist, sondern sie nach eigenen Regeln nutzen kann, weil er sich selbst kontrolliert.

Gefangen in der Virtual Reality: Riddler.

Am Ende ist es der Riddler, dem seine eigene Erfindung zum Verhängnis wird, weil er von ihr überfordert wird. Er endet in einem katatonischen Zustand. Was er aber eigentlich mit der Aktion bezwecken wollte, bleibt das ungelöste Rätsel dieser Episode.

Resozialisierung für den Rätselkönig?

In der zweiten Staffel versucht Edward Nygma, ein neues Leben anzufangen (Riddler’s Reform, dt. Der Rätselkönig S02E14). Er wird aus Arkham entlassen und schließt einen Vertrag mit einem Spielzeughersteller. Der Riddler wird zur Handesmarke. Aber Batman wird den Verdacht nicht los, dass der Rätselkönig immer noch Raubzüge plant. Antiquitäten werden gestohlen, dann Juwelen. Nygma beteuert seine Unschuld. Sieht Batman schon Hinweise und Rätsel, wo keine sind?

Edward Nygmas Genie kommt auch bei Frauen gut an.

Natürlich nicht. Der Riddler führt Böses im Schilde. Aber warum, wenn er doch offenbar ausgesorgt hat? Ganz einfach: Er kann nicht anders. Der Riddler ist ein zwanghafter Spieler, besessen von Rätseln. Das klingt zwar wie eine typische Erklärung für Batmans Schurken, aber in dieser Folge hat man zum ersten Mal den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Charakter handelt. Edward Nygma genießt den Ruhm, Frauen interessieren sich für ihn, er nimmt Teil am Leben der High Society.

Am Ende lockt er Batman in eine Todesfalle und jagt ihn scheinbar in die Luft. Danach wirft er sein Riddler-Kostüm ins Feuer. Als Batman dann aber wieder vor ihm steht, fragt er ihn, wie er da rausgekommen ist, aber er erfährt es nicht – das macht ihn rasend. Wobei die Lösung dafür ziemlich simpel ist: Batman versteckt sich in einem Tresor. Es stellt sich eher die Frage, wie er da wieder rausgekommen ist …

Damit hat der Riddler zum Schluss noch den Auftritt in der Serie bekommen, den er verdient hat. In der dritten Staffel (bzw. vierten: The New Batman Adventures) kommt er nicht mehr vor. Schade – man hätte mehr daraus machen können. In den Comicserien Batman Adventures und Gotham Adventures kommt er dafür noch einige Male zum Zuge.

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Justice League Dark – Apokolips War: Düstere Aussichten

Titel: Justice League Dark – Apokolips War

Regie/Drehbuch/Story: James Tucker/Mairghread Scott/Christina Sotta, Ernie Altbacker

Erschienen: 2020 (Direct-to-Video)


Darkseid plant einen erneuten Angriff auf die Erde. Superman findet: Darauf sollte man nicht warten, sondern zum Präventivschlag auf Apokolips ausholen. Er hat einen Plan – doch der geht in die Hose. Zwei Jahre später herrscht Darkseid über die Erde. Viele Helden sind tot, andere wie Batman und Lex Luthor dienen dem Tyrannen, der Rest hat sich zurückgezogen – darunter fallen auch Constantine, Etrigan und Superman, der dank eines kryptonithaltigen Brusttattoos seine Kräfte verloren hat. Dann taucht Superman mit Raven bei Constantine auf und bittet ihn um Hilfe bei einem Aufstand gegen Darkseid. So raufen sich die Überbleibsel von Justice League, Justice League Dark, Teen Titans und Suicide Squad zum letzten Gefecht zusammen.

Justice League Dark - Apokolips War (Cover)

Warner Bros.

Was im Jahr 2013 mit dem Justice League: The Flashpoint Paradox begann, findet in Justice League Dark: Apokolips War sein (vorläufiges) Finale. Viele Fäden, die in den 14 Filmen des DC Animated Movie Universe gesponnen wurden, werden hier zusammengeführt, unter anderem aus Justice League: War, Justice League Dark, The Death of Superman. Damit werden Fans belohnt, die dieses kleine Filmuniversum über die Jahre mitverfolgt haben, aber auch Comicfans, die einen Remix aus Grant Morrisons Rock of Ages (JLA #10-15, dt. Stein der Weisen) und Geoff Johns’ Darkseid War (Justice League #40-50) erkennen werden.

Wir sehen eine postapokalyptische, totalitäre Welt, in der die Lage hoffnungslos erscheint. „Paradooms“, Mischungen aus Paradämonen und Doomsday, treiben ihr Unwesen, Batman dient Darkseid auf dem Möbius-Stuhl. Es ist ein Film für Erwachse – nicht von ungefähr ist der Film erst ab 18 Jahren freigegeben, denn es geht darin sehr blutig zu: Helden werden erschossen und auseinandergerissen, Schurken werden bei lebendigem Leib gefressen und zu allem Überfluss zermatscht Harley Quinn noch einige Köpfe mit ihrem großen Holzhammer – die Handlanger warten auch immer höflich, bis sie an der Reihe sind.

Auch wer an solchen Fragwürdigkeiten keinen Gefallen findet, kann von Apokolips War gut unterhalten werden. Die Story bietet einige interessante Wendungen und viel Action, die am Ende – wie so oft – auch ermüden kann, aber hin und wieder gibt es zum Glück auch ein paar Lacher (am besten: Etrigan!). Allerdings wirkt die Animation leider auch hier oft lieblos und billig.

Offen bleibt die Frage, wie sich einige Helden oder Weltregionen zwei Jahre lang Darkseid entziehen konnten. Und am Ende – ACHTUNG SPOILER! – kommt es, wie es kommen muss: Flash dreht die Zeit zurück – schon wieder -, was aber das ganze Bemühen des Films mit dem ältesten Trick der Science-Fiction annulliert, weil man es offenbar dem Publikum nicht zumuten kann, nur noch mit einer Rumpfbesetzung die Erde wieder neu aufzubauen.

Kurz gesagt: Man hätte das alles auch einfacher haben können. Aber so will sich DC wohl eine Hintertür offen halten, eine neue Filmreihe anzufangen, die dann wieder von vorn beginnt. Das ist das Schicksal der unendlichen Erzählung: Alle paar Jahre muss man wieder alles auf Null setzen. Vielleicht sehen wir dann endlich die angekündigte Adaption von The Long Halloween oder auch bislang unverfilmte Storylines wie Knightfall.

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