Film

James Gunns neuer Plan für DC-Filme und -Serien

Zuletzt hat es viel Aufregung um die DC-Filme gegeben. Ein neuer Man of Steel mit Henry Cavill wurde angekündigt (es gab sogar einen Cameo im Film Black Adam), dann wurde der Plan kurz darauf verworfen. Der neue Chef von DC Studios, James Gunn (The Suicide Squad, Peacemaker), hat ganz eigene Pläne – diese hat er nun vorgestellt.

Künftig sollen die Kino- und TV-Produktionen von DC nicht mehr eigene Welten bilden, sondern eine gemeinsame – wie bei Marvel. Die bereits angekündigten Filme (Shazam: Fury of the Gods, The Flash, Blue Beetle, Aquaman and the Lost Kingdom) sollen sich darin einfügen. Franchises wie The Batman und Joker sollen als „Elseworlds“ weiterlaufen. (The Batman II soll im Oktober 2025 erscheinen.)

Geplant ist ein neuer Superman-Film (Superman: Legacy), den Gunn selbst schreibt und der 2025 herauskommen soll, aber auch ein neuer Batman-Film namens The Brave and the Bold, in dem es um Damian Wayne als Robin gehen wird. Wer den macht, wann er kommt, ist noch offen, klar ist nur, es sollen weder Pattinson noch Affleck die Titelrolle spielen. Es sollen auch andere Mitglieder der „erweiterten Bat-Family“ darin vorkommen. (Auffällig ist, dass auch Superman mit einem Cover aus einem Grant Morrison-Comic illustriert wird: All-Star Superman – daran könnte sich der Film orientieren, wenn ich mir die Spekulation erlauben darf. UPDATE: Anscheinend ist was dran, wie Gunn bestätigt.)

Darüber hinaus soll es drei weitere Spielfilme geben Supergirl: Woman of Tomorrow (basierend auf Tom Kings Run), The Authority und Swamp Thing. Dazu gibt es noch keine weiteren Details über Cast und Crew.

Fürs Fernsehen (HBO Max) sind angekündigt: Waller (mit Viola Davis), Booster Gold, Lanterns (über die Green Lanterns John Stewart und Hal Jordan), Paradise Lost (über Themyscira) und die siebenteilige Animationsserie Creature Comandos (Monsterserie, geschrieben von Gunn).

James Gunn verspricht, dass jeder Film und jede Serie etwas Einzigartiges und Besonderes sein solle: „Storytelling is always king. That’s all that matters to us.“

Wir nehmen ihn beim Wort.

>> Zur offiziellen Pressemitteilung von DC

Neuer Trailer: „Batman: The Doom That Came to Gotham“

DC hat seine Elseworlds-Story The Doom that Came to Gotham (dt. Schatten über Gotham, 2000) als Animationsfilm adaptiert. Er soll am 28. März 2023 erscheinen. Der Trailer verspricht viel Mystik, Magie und Monster, darunter auch bekannte Gestalten wie Etrigan, Green Arrow, Ra’s al Ghul, Mr. Freeze, Killer Croc, Two-Face und James Gordon.

Die Vorlage stammt von Autor Mike Mignola (Gotham by Gaslight, Hellboy) und liefert ein altbekanntes Horrorrezept aus 20er-Jahre-Nostalgie, H.P. Lovecraft und Batman. Überzeugt war ich von dem Comic nicht, als ich ihn vor einigen Jahren las, aber vielleicht wird der Film unterhaltsamer – auch wenn ich kein großer Freund von diesem Zaubergedöns bin.

>> Liste der Batman-Filme

Poison Ivy in Batman: The Animated Series

In der großartigen Batman-Zeichentrickserie der 90er ist Poison Ivy wie auch Catwoman vor allem eine Umweltaktivistin. Wir erfahren nicht, wie sie entstanden ist, wir wissen nur, dass sie Botanikerin ist. Aber woher ihr starkes Immunsystem kommt, wird nie erklärt. Die Autoren haben sich dazu entschieden, die Figur als Geheimnis einzuführen.

Pamela Isley ist zunächst die Geliebte von Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (bevor er Two-Face wird). Er ist ihr total verfallen, will sie heiraten, obwohl er sie kaum kennt. Dann wird er vor den Augen von Bruce Wayne ohnmächtig und landet im Krankenhaus – wegen einer Vergiftung. Poison Ivy will sich an ihm rächen, weil er beim Spatenstich für ein neues Gefängnis dabei war und weil beim Bau später eine vom aussterben bedrohte Rosenart vernichtet wurde.

Vielleicht hätte Ivy etwas subtiler dabei vorgehen können, denn die Verantwortliche ist schnell gefunden, Batman spürt Ivy in einem Gewächshaus auf, das mit einer Falltür versehen ist und in dem eine riesige fleischfressende Pflanze ihre Tentakel ausfährt. Zum Schluss gelingt es ihm, der Schurkin ein Gegenmittel abzuluchsen und sie in den Knast zu bringen, den sie so sehr hasst …

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Alles über Batmans Film-Anzüge

Mal ist er grau und mal ist er schwarz, mal gibt es Blau und manchmal auch Lila, meistens ist noch ein Klecks Gelb drin, am Gürtel und auch auf der Brust. Mal besteht er  aus dünnem Stoff, der viel Bewegungsfreiheit lässt, aber auch verletzlich macht, mal ist er ein undurchdringlicher Panzer, der Superkräfte verleiht. Mal trägt man die Unterhose drüber, mal drunter.

Die Rede ist von Batmans Anzug. Wie Batman selbst hat sein Outfit viele Wandlungen im Laufe der Jahre durchgemacht. Und obwohl es fast jedes Mal anders ist, erkennt man doch jedes Mal den unverwechselbaren Batman. Maske und Cape sollen an eine Fledermaus erinnern – das tun sie aber nur mit viel Fantasie und zur Sicherheit gibt es noch das Logo auf der Brust, das einen daran erinnert, wie das Kostüm zu verstehen ist. Mal sind die Ohren riesig, mal kaum zu erkennen. Und dann sind da noch der Gürtel und andere Gadgets, die jeden Anzug in ein Allzweckwerkzeug verwandeln.

Allein in „The Dark Knight Returns“ trägt Batman eine Reihe verschiedener Kostüme. (DC Comics)

In den 50ern trieb es Batman besonders bunt: 1950 wurden allerlei „Strange Costumes of Batman“ (Detective Comics #165) vorgestellt – vom Schneeanzug bis zum Taucheranzug. In The Rainbow Batman (Detective Comics #241, 1957) trug er eine Reihe von Anzügen in allen möglichen Farben, um von Robins Schwäche abzulenken. In der TV-Serie der 60er hatte Adam West einmal sogar eine pinke Maske und eine gelbe Badehose beim Surfen. Kurz: Batman trug so gut wie alles, von Ritterrüstungen bis Zebrastreifen.

Eine kurze Doku von Warner Bros. erzählt leider nichts von alldem, dafür aber die wechselhafte Geschichte der „Batsuits“ in den Kinofilmen – von Adam West über Michael Keaton bis hin zu Batfleck und Robert Pattinson in The Batman. Da war das Kostüm meist schwarz, dann mit Nippeln, dann grau und schließlich wirkte es wie selbstgemacht.


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„Joker 2“ kommt 2024

Warner Bros.

Habt ihr schon was 2024 vor? Im Oktober? Genauer gesagt am vierten? Nein? Dann streicht euch schon mal diesen Tag rot im Kalender an, denn dann soll die Fortsetzung von Todd Phillips‘ Film Joker im Kino starten: Joker: Folie à Deux. Der Termin wurde nun auf Twitter bekanntgegeben.

Schon zuvor kam heraus: Es soll ein Musical werden. Mit Joaquin Phoenix und Lady Gaga als Harley Quinn. Das kurze Twitter-Video zitiert den Irving-Berlin-Song „Cheek to Cheek“, den Fred Astaire im Film „Top Hat“ (1935) gesungen hat, als er mit Ginger Rogers tanzte. Wer den Film noch nicht gesehen hat, hat nun mehr als zwei Jahre Zeit, um diese Bildungslücke nachzuholen.

Lady Gaga hat „Cheek to Cheek“ bereits mit dem Sängerlegende Tony Bennett gecovert, auf dem gleichnamigen Album von 2014 mit anderen Jazz-Standards.

Der Filmtitel „Joker: Folie à Deux“ (ungewöhnlich französisch für eine US-Produktion) ist ein Fachbegriff aus der Psychiatrie und meint eine induzierte wahnhafte Störung, also die „ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner“ (Wikipedia). Es besteht also die Chance, endlich eine würdige Interpretation der Joker-Harley-Lovestory geboten zu bekommen, wie sie einst brillant in Mad Love erzählt wurde. Leider wurde die filmisch in dem unsäglichen Suicide Squad (2016) verschenkt.

Der erste Joker-Film von 2019 war für elf Oscars nominiert (Joaquin Phoenix erhielt ihn als bester Hauptdarsteller) und gewann die Goldene Palme in Cannes. Außerdem wurde er für die Goldene Himbeere nominiert in der Kategorie Rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum. Für diesen Nihilismus gab es auch viel Kritik, weshalb er bei Rotten Tomatoes ein Kritikerlob von „nur“ 68 Prozent erhält, allerdings überzeugte er 88 Prozent der Zuschauer. Da er über eine Milliarde US-Dollar einspielte, war ziemlich klar, dass man sich diese Cash Cow nicht entgehen lässt.

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Warner Bros. streicht Batgirl-Film

Leslie Grace als Batgirl. (Warner Bros.)

Es fiel bereits auf, dass es bei der San Diego Comic-Con keinen Trailer zum neuen Batgirl-Film gab, obwohl er Ende des Jahres auf HBO Max herauskommen sollte. Nun wissen ihr auch warum: Warner Bros. hat (wie The Hollywood Reporter berichtet) das Projekt gestoppt, der Film wird nicht gezeigt, weder auf HBO Max noch sonstwo – und das obwohl die Dreharbeiten beendet sind.

Offiziell heißt es, man habe eine strategische Kehrtwende vollzogen, man wolle Kosten sparen und sich mehr auf Kinofilme konzentrieren statt auf exklusive Streaminginhalte, auch andere Projekte wurden im Zuge dessen gestrichen, wie Wonder Twins. Doch anscheinend fiel die Resonanz bei Testscreenings schwach aus. Und so hat man sich entschlossen, kein Geld mehr in diesen bereits 90 Millionen US-Dollar teuren Film zu stecken.

Harley Quinn: Die erste Episode

Im Jahr 2019 bekam Harley Quinn ihre erste eigene Animationsserie, allerdings nur auf DC Universe und später HBO Max (in Deutschland beim Pay-TV-Sender Warner TV Comedy). Nun wurde die erste Folge offiziell auf YouTube veröffentlicht und man kann sich kostenlos ein Bild von ihr machen. Vorab gesagt: Es ist keine Kinderserie. Sie ist extrem brutal, menschenverachtend, voller Schimpfwörter und schwarzem Humor. Aber wenn man diesem Konzept etwas abgewinnen kann, ist der Mix sogar unterhaltsam.

Die Story kann man sich denken: Harley Quinn emanzipiert sich vom Joker. Ja, schon wieder. Zwar nicht ganz so gut wie in Mad Love, aber allemal witziger als in den unsäglichen Filmen Suicide Squad oder Birds of Prey. Hier hilft Poison Ivy ihrer Freundin, aus ihrer toxischen Beziehung auszubrechen. Mit dabei sind auch Batman, der Riddler sowie Commissioner Gordon, der als kaffeesüchtiges Nervenwrack dargestellt wird.

Zwei Staffeln mit 26 Folgen sind bereits erschienen, die dritte soll am 28. Juli 2022 in den USA herauskommen.

>> Harley-Quinn-Comics

Black Adam: Der erste Trailer

Nach Shazam bekommt auch Erzschurke Black Adam einen eigenen Film. Dwayne Johnson spielt den Antihelden, der vor 5000 Jahren seine Kräfte von ägyptischen Göttern verliehen bekam und vor Mord nicht zurückschreckt. Außerdem sehen wir weitere Superhelden: Pierce Brosnan als Doctor Fate (das Pendant zu Marvels Doctor Strange), Hawkman, Atom Smasher und Cyclone – allesamt Mitglieder der Justice Society of America (JSA), der Vorläuferin der Justice League aus dem Golden Age.

US-Kinostart ist der 21. Oktober 2022. Die Shazam-Fortsetzung Fury of the Gods soll bereits am 21. Dezember starten. Laut Regisseur David F. Sandberg soll Black Adam darin nicht vorkommen.

Das Vorbild für den Joker: „The Man Who Laughs“

DC Comics/Universal Pictures

Der Joker mag als Figur eine rätselhafte Gestalt mit unbekannten Ursprüngen sein, doch aus dem Nichts kommt sie nicht. Und wer auch immer sie sich ausgedacht hat – Bob Kane, Bill Finger oder Jerry Robinson – die Inspiration stammt aus dem Film The Man Who Laughs (1928, dt. Der Mann, der lacht). Darin spielt der deutsche Schauspieler Conrad Veidt die dauergrinsende Hauptfigur Gwynplaine.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Victor Hugo (bzw. dt. „Der lachende Mann“, 1869) spielt 1690. Ein Edelmann namens Clancharlie beleidigt König James II. und wird zum Tode durch die Eiserne Jungfrau verurteilt. Außerdem lässt der König den Mund des Kindes Gwynplaine zu einem Grinsen umoperieren, um dadurch ein Leben lang den toten Vater zu verspotten.

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Alan Moore über Batman und Superhelden

Alan Moore (BBC Maestro)

Es ist kein Geheimnis, dass Alan Moore nicht gut auf DC zu sprechen ist. Auch wenn er bei DC seinen internationalen Durchbruch erlebte (Swamp Thing, Watchmen, The Killing Joke), war er vom Verhalten des Verlags so enttäuscht, dass er mit ihm brach. In seiner Online-Masterclass bei BBC Maestro spricht er den Namen nicht mal aus, sondern redet nur von „the Americans“.

Obwohl er Comics als eines der großartigsten Medien bezeichnet („It can do almost anything“), rät Moore stark vom Arbeiten in der Comicbranche ab. Er bezeichnet sie als eine der gierigsten und kleptokratischen Branchen der Welt und vergleicht sie mit der Filmindustrie, wie sie im Film Barton Fink der Coen-Brüder dargestellt wird. (Wer ihn nicht gesehen hat, dem sei dringend dazu geraten, das nachzuholen – er ist einer ihrer besten.) DCs Vertigo Comics, das 1993 gegründet wurde, bezeichnet er als „middle class Alan Moore farm“, die den Lesern das „Alan-Moore-Feeling“ gab.

Dennoch hat der Comic-Autor viel Lob für das Medium übrig. Der Comic ermögliche es, gleichzeitig in zwei Medien und damit auch zwei Bahnen zu erzählen: einerseits visuell mit Bildern, andererseits mit Worten, die von etwas ganz anderem handeln können, und Moore betont, dass man als Autor von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollte. Das hat den Vorteil, dass man auf relativ engem Raum viele Informationen unterbringen kann. „You can do nearly anything.“ Außerdem hofft er, dass die besten Comics noch nicht geschrieben worden sind. Doch er warnt gleichzeitig: „Don’t write like I write.“ Wer Comics schreiben möchte, soll eigene Ideen und Methoden entwickeln. Wie genau das geht, erklärt er in seinem sechsstündigen Kurs, der nicht nur für angehende Comic-Autoren interessant ist.

Moore zufolge sollte man stets die Möglichkeiten seines jeweiligen Mediums ausreizen. Daher hält er nichts von Adaptionen. Für ihn sind sie meist bloß Geldmache. Bereits vor einigen Jahren hat er sich kritisch über Superhelden-Comic-Verfilmungen bei Arte geäußert. Er nannte sie eskapistisch, infantil und gefährlich.

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