Film

Alles über Batmans Film-Anzüge

Mal ist er grau und mal ist er schwarz, mal gibt es Blau und manchmal auch Lila, meistens ist noch ein Klecks Gelb drin, am Gürtel und auch auf der Brust. Mal besteht er  aus dünnem Stoff, der viel Bewegungsfreiheit lässt, aber auch verletzlich macht, mal ist er ein undurchdringlicher Panzer, der Superkräfte verleiht. Mal trägt man die Unterhose drüber, mal drunter.

Die Rede ist von Batmans Anzug. Wie Batman selbst hat sein Outfit viele Wandlungen im Laufe der Jahre durchgemacht. Und obwohl es fast jedes Mal anders ist, erkennt man doch jedes Mal den unverwechselbaren Batman. Maske und Cape sollen an eine Fledermaus erinnern – das tun sie aber nur mit viel Fantasie und zur Sicherheit gibt es noch das Logo auf der Brust, das einen daran erinnert, wie das Kostüm zu verstehen ist. Mal sind die Ohren riesig, mal kaum zu erkennen. Und dann sind da noch der Gürtel und andere Gadgets, die jeden Anzug in ein Allzweckwerkzeug verwandeln.

Allein in „The Dark Knight Returns“ trägt Batman eine Reihe verschiedener Kostüme. (DC Comics)

In den 50ern trieb es Batman besonders bunt: 1950 wurden allerlei „Strange Costumes of Batman“ (Detective Comics #165) vorgestellt – vom Schneeanzug bis zum Taucheranzug. In The Rainbow Batman (Detective Comics #241, 1957) trug er eine Reihe von Anzügen in allen möglichen Farben, um von Robins Schwäche abzulenken. In der TV-Serie der 60er hatte Adam West einmal sogar eine pinke Maske und eine gelbe Badehose beim Surfen. Kurz: Batman trug so gut wie alles, von Ritterrüstungen bis Zebrastreifen.

Eine kurze Doku von Warner Bros. erzählt leider nichts von alldem, dafür aber die wechselhafte Geschichte der „Batsuits“ in den Kinofilmen – von Adam West über Michael Keaton bis hin zu Batfleck und Robert Pattinson in The Batman. Da war das Kostüm meist schwarz, dann mit Nippeln, dann grau und schließlich wirkte es wie selbstgemacht.


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„Joker 2“ kommt 2024

Warner Bros.

Habt ihr schon was 2024 vor? Im Oktober? Genauer gesagt am vierten? Nein? Dann streicht euch schon mal diesen Tag rot im Kalender an, denn dann soll die Fortsetzung von Todd Phillips‘ Film Joker im Kino starten: Joker: Folie à Deux. Der Termin wurde nun auf Twitter bekanntgegeben.

Schon zuvor kam heraus: Es soll ein Musical werden. Mit Joaquin Phoenix und Lady Gaga als Harley Quinn. Das kurze Twitter-Video zitiert den Irving-Berlin-Song „Cheek to Cheek“, den Fred Astaire im Film „Top Hat“ (1935) gesungen hat, als er mit Ginger Rogers tanzte. Wer den Film noch nicht gesehen hat, hat nun mehr als zwei Jahre Zeit, um diese Bildungslücke nachzuholen.

Lady Gaga hat „Cheek to Cheek“ bereits mit dem Sängerlegende Tony Bennett gecovert, auf dem gleichnamigen Album von 2014 mit anderen Jazz-Standards.

Der Filmtitel „Joker: Folie à Deux“ (ungewöhnlich französisch für eine US-Produktion) ist ein Fachbegriff aus der Psychiatrie und meint eine induzierte wahnhafte Störung, also die „ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner“ (Wikipedia). Es besteht also die Chance, endlich eine würdige Interpretation der Joker-Harley-Lovestory geboten zu bekommen, wie sie einst brillant in Mad Love erzählt wurde. Leider wurde die filmisch in dem unsäglichen Suicide Squad (2016) verschenkt.

Der erste Joker-Film von 2019 war für elf Oscars nominiert (Joaquin Phoenix erhielt ihn als bester Hauptdarsteller) und gewann die Goldene Palme in Cannes. Außerdem wurde er für die Goldene Himbeere nominiert in der Kategorie Rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum. Für diesen Nihilismus gab es auch viel Kritik, weshalb er bei Rotten Tomatoes ein Kritikerlob von „nur“ 68 Prozent erhält, allerdings überzeugte er 88 Prozent der Zuschauer. Da er über eine Milliarde US-Dollar einspielte, war ziemlich klar, dass man sich diese Cash Cow nicht entgehen lässt.

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Warner Bros. streicht Batgirl-Film

Leslie Grace als Batgirl. (Warner Bros.)

Es fiel bereits auf, dass es bei der San Diego Comic-Con keinen Trailer zum neuen Batgirl-Film gab, obwohl er Ende des Jahres auf HBO Max herauskommen sollte. Nun wissen ihr auch warum: Warner Bros. hat (wie The Hollywood Reporter berichtet) das Projekt gestoppt, der Film wird nicht gezeigt, weder auf HBO Max noch sonstwo – und das obwohl die Dreharbeiten beendet sind.

Offiziell heißt es, man habe eine strategische Kehrtwende vollzogen, man wolle Kosten sparen und sich mehr auf Kinofilme konzentrieren statt auf exklusive Streaminginhalte, auch andere Projekte wurden im Zuge dessen gestrichen, wie Wonder Twins. Doch anscheinend fiel die Resonanz bei Testscreenings schwach aus. Und so hat man sich entschlossen, kein Geld mehr in diesen bereits 90 Millionen US-Dollar teuren Film zu stecken.

Harley Quinn: Die erste Episode

Im Jahr 2019 bekam Harley Quinn ihre erste eigene Animationsserie, allerdings nur auf DC Universe und später HBO Max (in Deutschland beim Pay-TV-Sender Warner TV Comedy). Nun wurde die erste Folge offiziell auf YouTube veröffentlicht und man kann sich kostenlos ein Bild von ihr machen. Vorab gesagt: Es ist keine Kinderserie. Sie ist extrem brutal, menschenverachtend, voller Schimpfwörter und schwarzem Humor. Aber wenn man diesem Konzept etwas abgewinnen kann, ist der Mix sogar unterhaltsam.

Die Story kann man sich denken: Harley Quinn emanzipiert sich vom Joker. Ja, schon wieder. Zwar nicht ganz so gut wie in Mad Love, aber allemal witziger als in den unsäglichen Filmen Suicide Squad oder Birds of Prey. Hier hilft Poison Ivy ihrer Freundin, aus ihrer toxischen Beziehung auszubrechen. Mit dabei sind auch Batman, der Riddler sowie Commissioner Gordon, der als kaffeesüchtiges Nervenwrack dargestellt wird.

Zwei Staffeln mit 26 Folgen sind bereits erschienen, die dritte soll am 28. Juli 2022 in den USA herauskommen.

>> Harley-Quinn-Comics

Black Adam: Der erste Trailer

Nach Shazam bekommt auch Erzschurke Black Adam einen eigenen Film. Dwayne Johnson spielt den Antihelden, der vor 5000 Jahren seine Kräfte von ägyptischen Göttern verliehen bekam und vor Mord nicht zurückschreckt. Außerdem sehen wir weitere Superhelden: Pierce Brosnan als Doctor Fate (das Pendant zu Marvels Doctor Strange), Hawkman, Atom Smasher und Cyclone – allesamt Mitglieder der Justice Society of America (JSA), der Vorläuferin der Justice League aus dem Golden Age.

US-Kinostart ist der 21. Oktober 2022. Die Shazam-Fortsetzung Fury of the Gods soll bereits am 21. Dezember starten. Laut Regisseur David F. Sandberg soll Black Adam darin nicht vorkommen.

Das Vorbild für den Joker: „The Man Who Laughs“

DC Comics/Universal Pictures

Der Joker mag als Figur eine rätselhafte Gestalt mit unbekannten Ursprüngen sein, doch aus dem Nichts kommt sie nicht. Und wer auch immer sie sich ausgedacht hat – Bob Kane, Bill Finger oder Jerry Robinson – die Inspiration stammt aus dem Film The Man Who Laughs (1928, dt. Der Mann, der lacht). Darin spielt der deutsche Schauspieler Conrad Veidt die dauergrinsende Hauptfigur Gwynplaine.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Victor Hugo (bzw. dt. „Der lachende Mann“, 1869) spielt 1690. Ein Edelmann namens Clancharlie beleidigt König James II. und wird zum Tode durch die Eiserne Jungfrau verurteilt. Außerdem lässt der König den Mund des Kindes Gwynplaine zu einem Grinsen umoperieren, um dadurch ein Leben lang den toten Vater zu verspotten.

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Alan Moore über Batman und Superhelden

Alan Moore (BBC Maestro)

Es ist kein Geheimnis, dass Alan Moore nicht gut auf DC zu sprechen ist. Auch wenn er bei DC seinen internationalen Durchbruch erlebte (Swamp Thing, Watchmen, The Killing Joke), war er vom Verhalten des Verlags so enttäuscht, dass er mit ihm brach. In seiner Online-Masterclass bei BBC Maestro spricht er den Namen nicht mal aus, sondern redet nur von „the Americans“.

Obwohl er Comics als eines der großartigsten Medien bezeichnet („It can do almost anything“), rät Moore stark vom Arbeiten in der Comicbranche ab. Er bezeichnet sie als eine der gierigsten und kleptokratischen Branchen der Welt und vergleicht sie mit der Filmindustrie, wie sie im Film Barton Fink der Coen-Brüder dargestellt wird. (Wer ihn nicht gesehen hat, dem sei dringend dazu geraten, das nachzuholen – er ist einer ihrer besten.) DCs Vertigo Comics, das 1993 gegründet wurde, bezeichnet er als „middle class Alan Moore farm“, die den Lesern das „Alan-Moore-Feeling“ gab.

Dennoch hat der Comic-Autor viel Lob für das Medium übrig. Der Comic ermögliche es, gleichzeitig in zwei Medien und damit auch zwei Bahnen zu erzählen: einerseits visuell mit Bildern, andererseits mit Worten, die von etwas ganz anderem handeln können, und Moore betont, dass man als Autor von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollte. Das hat den Vorteil, dass man auf relativ engem Raum viele Informationen unterbringen kann. „You can do nearly anything.“ Außerdem hofft er, dass die besten Comics noch nicht geschrieben worden sind. Doch er warnt gleichzeitig: „Don’t write like I write.“ Wer Comics schreiben möchte, soll eigene Ideen und Methoden entwickeln. Wie genau das geht, erklärt er in seinem sechsstündigen Kurs, der nicht nur für angehende Comic-Autoren interessant ist.

Moore zufolge sollte man stets die Möglichkeiten seines jeweiligen Mediums ausreizen. Daher hält er nichts von Adaptionen. Für ihn sind sie meist bloß Geldmache. Bereits vor einigen Jahren hat er sich kritisch über Superhelden-Comic-Verfilmungen bei Arte geäußert. Er nannte sie eskapistisch, infantil und gefährlich.

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Catwoman: Geschichte einer Antiheldin

Batman und Catwoman – das gehört seit über acht Jahrzehnten zusammen. Es ist ein spannender Zufall, dass sie 1940 ausgerechnet zeitgleich mit dem Joker debütierte. Der größte Schurke und die größte Schurkin – oder doch nicht? Denn Catwoman war immer schon mehr als einfach nur eine Verbrecherin. Sie war die einzige Frau, die je an Batman herankam. Natürlich gab es andere: Batwoman, Poison Ivy und auch Talia al Ghul. Aber bei keiner hat man das Gefühl, da trifft eine Gleichgesinnte auf Batman.

Catwoman jedoch ist eine Gleichgesinnte, weil sie für Batman eine Herausforderung darstellt. Sie steht wie er über dem Gesetz, aber schon lange ist sie nicht mehr nur Diebin oder gar Mörderin. Mal ist sie Umweltaktivistin, mal eine Heldin – und damit gar nicht mal so verschieden von dem, was Batman macht. In der schwarz-weißen Welt von Batman bleibt Catwoman eine Frau im Graubereich.

Diese 40-minütige Doku – Catwoman: The Feline Femme Fatale – erzählt die Geschichte von Catwoman, von den ersten Comics im Golden Age bis zur Selina Kyle im Film The Batman. Es kommen auch die wichtigsten Darstellerinnen zu Wort. Seltsamerweise spart der Film nicht einmal Halle Berrys Auftritt aus, dafür aber (geplatzte) Hochzeit mit Batman. Der Fokus liegt eindeutig auf den Filmen und Serien. Trotzdem (und einiger Ungenauigkeiten) wird deutlich, wie wandlungsfähig dieser Charakter ist, was sich auch an den vielen Kostümen zeigt: mal violett, mal grün, mal schwarz, mal grau. Diese Katze ist einfach nicht zu fassen.

>> Catwoman-Comics

Pitch Meeting zu „Batman Returns“

Batman, Catwoman und Pinguin auf der großen Leinwand – das gab es bekanntlich schon vor 30 Jahren, in Tim Burtons Batman Returns (1992). Der Film gilt als gelungener als der erste von 1989, wenn man ihn jedoch wieder schaut, entdeckt man, wie sich sehr sich der Stil und der Geschmack seitdem verändert haben.

Ryan George führt das in seinem Pitch Meeting auf höchst amüsante Weise vor und macht uns auf einige Absurditäten aufmerksam: Der Pinguin wird aufgezogen von Pinguinen und benimmt sich dann wie einer? Selina Kyle entgeht dem Tod und wird zu Catwoman, weil Katzen ihr die Finger lecken? Batman tötet mit einem Grinsen im Gesicht, aber rät am Ende Catwoman davon ab?

All das und noch viel mehr lässt unser kritisches Denkvermögen wieder reaktivieren, das wir beim ersten Schauen ausgeschaltet haben. (Der Fachmann nennt es suspension of disbelief, zu deutsch höchst umständlich: „willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit„.) Für die Entzauberung wird man mit ein paar Lachern entlohnt.

Damit hat Ryan George jeden Batman-Kinofilm gepitcht – außer den von 1966, doch ob sich ein Film, der sich selbst nicht ernst nimmt, noch veralbern lässt, das bleibt fraglich.

Weitere Pitch Meetings:

Pinguin in Batman: The Animated Series

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Hoch die Flossen! Pinguin im DeVito-Stil. (Warner Bros.)

Der Pinguin von Danny DeVito in Batman Returns hat einen so großen Eindruck gemacht, dass die Figur in Batman: The Animated Series ihm nachempfunden wurde: mit langen schwarzen Haaren und Flossenhänden – wenn auch nicht ganz so düster, um kindgerecht zu sein. Und das ist auch schon das Problem. Denn so sehr sich die Macher der meist großartigen Serie bemüht haben, die schaurige Figur fürs junge Publikum anzupassen, haben sie vergessen, ihm als Charakter eine Tiefe zu verleihen wie bei anderen bis dato eindimensionalen Figuren wie Mr. Freeze.

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Pinguin mit Dolch im Kampf mit Batman.

Das geht schon ungünstig los mit einer Episode, in der weder der Pinguin noch Batman im Vordergrund stehen, sondern Kinder (I’ve Got Batman in My Basement, S01E13). Batman erwischt zwei Handlanger, die ein großes funkelndes Fabergé-Ei klauen, dann hat er es mit einem Riesengeier zu tun. Nach einer späteren Konfrontation mit dem Pinguin wird Batman von einer Rauchbombe außer Gefecht gesetzt, kann sich mit Mühe ins Batmobil retten. Zufällig sehen das zwei Kinder und sie bringen ihn mit dem Auto zu sich nach Hause, wo sie ihn im Keller gesund pflegen. Später bricht der Pinguin dort ein und wird nach Kevin-Allein-Zuhaus-Manier abgewehrt, bevor Batman wieder zu sich kommt und sich einen Kampf mit dem kleinen Dicken liefert.

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