Batman: The Animated Series

Die Zeichentrickserie „Batman: The Animated Series“ (BTAS) lief von 1992 bis 1993 und umfasst 65 Episoden. Die zweite Staffel trägt den Titel „The Adventures of Batman and Robin“ (20 Episoden), die dritte Staffel heißt „The New Batman Adventures“ (24 Episoden).

Honest Trailer zu „Batman und das Phantom“

Für manche gilt der Animationsfilm Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) als einer der besten Batman-Kinofilme. Zweifelsfrei ist dieses Prequel zu The Animated Series ein Glücksfall: unter hohem Zeitdruck entstanden, aber von einer Tiefe, wie man sie eher von den Spielfilmen erwarten könnte.

Die Screen Junkies haben mal versucht, in ihrem Honest Trailer das Ganze nicht ernst zu nehmen. Da man über den Film aber kaum etwas Schlechtes sagen kann, wirken die Witze aber etwas bemüht. Die ganzen anachronistisch Vergleiche zu späteren Batman-Filmen sind völlig deplaziert. Und so wird ein weiterer Versuch der Satire zur verkappten Würdigung.

Leider ist der Batman und das Phantom noch immer nicht in Deutschland auf Blu-ray erschienen (genauso wie die dazugehörige Serie). Man muss leider mit dem Stream vorlieb nehmen.

>> Liste der Batman-Filme und Serien

Die Rache des Rätselkönigs

Verkanntes Genie: Edward Nigma als Riddler.

Wie übersetzt man Riddler? In der deutschen Fassung von Batman hält die Welt in Atem, des Spielfilms von 1966, hieß er noch „Rätselknacker“, obwohl er die Rätsel eher aufgab, als sie zu lösen. In der Comicversion hieß er 1969 noch „Mr. Sphinx“ – sehr geistreich (Superman 3, Ehapa Verlag). In Batman: The Animated Series nennt er sich „Rätselkönig“. Das ist zwar ziemlich anmaßend, aber es ist zumindest nah dran am Selbstverständnis des Schurken. Drei Episoden werden ihm gewidmet.

Edward Nygma (hier mit y geschrieben) arbeitet als Computerspielentwickler für Daniel Mockridge. Er hat den Bestseller Das Rätsel des Minotaurus erschaffen, ein Spiel, das sogar Robin in seinen Bann zieht. Doch dann entlässt ihn Mockridge einfach ohne Vorwarnung. Als Nygma erklärt, sein Genie sei für die Firma unentbehrlich entgegnet sein Chef nur: „If You’re So Smart, Why Aren’t You Rich?“ (S01E40)

Mörderischer Minotaurus.

Zwei Jahre später rächt sich Nygma, indem er in einen grünen Anzug steigt und seinen ehemaligen Arbeitgeber entführt. Batman und Robin müssen ihn aus einem riesigen Labyrinth befreien, bevor ein mechanischer Minotaurus Mockridge tötet. Dabei müssen sie Rätsel lösen und Fallen ausweichen. Nygma ist also nicht nur ein Experte für Computerspiele, sondern auch ein Genie in Sachen Roboter, denn er hat offenbar auch technische Wunder wie eine fliegende Riesenhand konstruiert. Batman weiß, sich die Waffe zunutze zu machen.

Riddler quält Gordon in seiner virutellen Welt.

In der Fortsetzung stellt sich die Frage: What is Reality? (S01E48) Nachdem der Riddler die Computersysteme von Banken, der Börse und der Polizei hackt, um alle Spuren seiner Identität auszulöschen, lässt er der Polizei einen Riesencomputer liefern. Mit Virtual Reality-Helmen können sich Batman und Robin in eine digitale Spielewelt versetzen. Von dort müssen sie Commissioner James Gordon befreien. Unterwegs muss Batman wieder Rätsel lösen und gegen Todesfallen kämpfen, Robin hilft ihm mit Kommentaren aus dem Off – im Grunde folgt die Geschichte demselben Schema wie die erste Episode.

Dunkler Rittler reloaded: Batman in neuer Rüstung.

VR war Anfang der 90er noch eine spannende Zukunftsvision. Interessanterweise nimmt diese Episode aber einen Film wie Matrix vorweg. Schon hier kann man nicht einfach den Stecker ziehen, wenn man aus der künstlichen Welt im Kopf ausbrechen will, weil man sonst stirbt. Schon hier entdeckt Batman wie später Neo, dass er nicht der Willkür von Riddlers Welt ausgesetzt ist, sondern sie nach eigenen Regeln nutzen kann, weil er sich selbst kontrolliert.

Gefangen in der Virtual Reality: Riddler.

Am Ende ist es der Riddler, dem seine eigene Erfindung zum Verhängnis wird, weil er von ihr überfordert wird. Er endet in einem katatonischen Zustand. Was er aber eigentlich mit der Aktion bezwecken wollte, bleibt das ungelöste Rätsel dieser Episode.

Resozialisierung für den Rätselkönig?

In der zweiten Staffel versucht Edward Nygma, ein neues Leben anzufangen (Riddler’s Reform, dt. Der Rätselkönig S02E14). Er wird aus Arkham entlassen und schließt einen Vertrag mit einem Spielzeughersteller. Der Riddler wird zur Handesmarke. Aber Batman wird den Verdacht nicht los, dass der Rätselkönig immer noch Raubzüge plant. Antiquitäten werden gestohlen, dann Juwelen. Nygma beteuert seine Unschuld. Sieht Batman schon Hinweise und Rätsel, wo keine sind?

Edward Nygmas Genie kommt auch bei Frauen gut an.

Natürlich nicht. Der Riddler führt Böses im Schilde. Aber warum, wenn er doch offenbar ausgesorgt hat? Ganz einfach: Er kann nicht anders. Der Riddler ist ein zwanghafter Spieler, besessen von Rätseln. Das klingt zwar wie eine typische Erklärung für Batmans Schurken, aber in dieser Folge hat man zum ersten Mal den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Charakter handelt. Edward Nygma genießt den Ruhm, Frauen interessieren sich für ihn, er nimmt Teil am Leben der High Society.

Am Ende lockt er Batman in eine Todesfalle und jagt ihn scheinbar in die Luft. Danach wirft er sein Riddler-Kostüm ins Feuer. Als Batman dann aber wieder vor ihm steht, fragt er ihn, wie er da rausgekommen ist, aber er erfährt es nicht – das macht ihn rasend. Wobei die Lösung dafür ziemlich simpel ist: Batman versteckt sich in einem Tresor. Es stellt sich eher die Frage, wie er da wieder rausgekommen ist …

Damit hat der Riddler zum Schluss noch den Auftritt in der Serie bekommen, den er verdient hat. In der dritten Staffel (bzw. vierten: The New Batman Adventures) kommt er nicht mehr vor. Schade – man hätte mehr daraus machen können. In den Comicserien Batman Adventures und Gotham Adventures kommt er dafür noch einige Male zum Zuge.

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Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden

Joker in Batman: The Animated Series

Joker mit Bombe

Wenn vom Joker im Film die Rede ist, ist meistens nur die Rede von Cesar Romero, Jack Nicholson, Heath Ledger, Jared Leto und Joaquin Phoenix. Dabei wird oft einer übersehen, weil er nie zu sehen, sondern nur zu hören war: Mark Hamill. Er hat den Joker in Batman: The Animated Series gesprochen. Und diese Rolle ist noch viel interessanter als Luke Skywalker.

Joker in der Finsternis

In 14 Folgen der drei Staffeln spielt der Joker die Hauptrolle, oder zumindest eine tragende. Einige Folgen basieren auf Comics aus den 50ern („Joker’s Millions“ (Die Erbschaft, S03E07), 70ern („The Laughing Fish“ (Immer nur Fisch, S01E34, „Almost Got ′Im“ (Fast erwischt, S01E46 ) andere auf Comics zur Serie, die später adaptiert wurden: „Holiday Knights“ (Giftige Frauen, S03E01) und „Mad Love“ (Die Piranha-Falle, S03E21).  Außerdem gibt es noch eine Hommage ans Golden Age in der Folge „Legends of the Dark Knight“ (Die Legende lebt, S03E19). Da ich viele Episoden bereits besprochen habe, beschränke ich mich hier nur auf die bisher ausgelassenen.

Joker freut sich auf sein nächstes Opfer.

Obwohl sich die Serie an Kinder richtet, ist hier der Joker vor allem ein irrer Mörder. Die Auswirkungen der Gewalt werden zwar meistens verhindert, aber man sieht in jeder Folge, dass der Joker skrupellos ist. Das macht aber seinen extrem schwarzen Humor aus. Der Joker ist hier, anders als oft in den Comics, wirklich witzig. Die Pointen zünden, aber vieles ist auch einfach der starken Überzeichnung und eben der Stimme geschuldet, die übrigens auch in der deutschen Synchronfassung überzeugt.

In „The Last Laugh“ (Eine Stadt voller Narren, S01E04) lässt er erstmals sein Joker-Gas los. Das geschieht, indem er es über ein Müllschiff überträgt, mit dem er über den Fluss von Gotham zieht. Das Gas ist zwar nicht tödlich, aber wenn man es länger einatmet, wird man für immer wahnsinnig. Auch Alfred trifft es und er fängt daraufhin an, in Wayne Manor zu randalieren. Der ‚Clown Prince of Crime‘ nutzt die allgemeine Heiterkeit, um in der Stadt einzukaufen, ohne zu bezahlen.

Dieser Müll macht alle glücklich.

Es zeigt sich: Der Joker hat aber nicht nur gute Kenntnisse in Chemie, sondern auch in Technik. Denn einer seiner Handlanger ist ein möderischer Roboter à la Terminator. Bereits in „Christmas With the Joker“ (Weihnachten mit dem Joker, S01E02) hat er (noch primitivere) Joker-Roboter und Joker-Kampfflieger gegen Batman eingesetzt. Hier betreibt er auch ein grinsendes U-Boot.

Woher er die Ressourcen dafür hat, bleibt unklar. Anders als bei Two-Face oder Clayface wird seine Vorgeschichte nie erzählt (bis auf eine kurze Rückblende in Mad Love, in der man sieht, wie Batman ihn in den Säuretank stößt). Vielmehr wird hier der Joker begründet, der sich jedes Mal eine andere rührselige Kindheit ausdenkt, um seine Taten zu rechtfertigen – was später Vorbild für den Joker im Film The Dark Knight wurde.

Joker als Partyclown – mit Bombeneinlage.

Immer wieder ist der Joker auf mörderischer Mission: In „Joker’s Favor“ (Das große Zittern, S01E22) soll Commissioner Gordon bei einer Feier ihm zu Ehren sterben, in „Be A Clown“ (Tödliche Clownereien, S01E09) will er den Bürgermeister auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes in die Luft jagen – dass Kinder unter den Opfern sein können, ist ihm offenbar egal – und in „Joker’s Wild“ (Ein Clown sieht rot, S01E41) soll ein ganzes Casino dran glauben, weil der Betreiber sich erdreistet hat, sich seinen Namen und sein Gesicht fürs Konzept auszuleihen. Der Joker ist ein Egomane, der schnell zu reizen ist. Und genau das soll ausgenutzt werden, um das Casino in die Luft jagen zu lassen und damit Versicherungsbetrug zu begehen. Bei allem Wahnsinn bleibt der Clown arg berechenbar.

Der Joker ist sich trotz seines Narzissmus nicht zu fein, auf Hilfe zurückzugreifen. Einmal ist es ein Kind (der Junge des Bürgermeisters), dann ist es ein armer Niemand, der ihn auf der Straße angepöbelt hat und ihm daraufhin einen Gefallen erweisen muss. In „Joker’s Favor“ ist es zum ersten Mal auch Harley Quinn. Da ist sie noch eine kuriose Randerscheinung, die sich als Polizistin verkleidet, schnell festgenommen wird und hinterher bereut, nicht auf die Kosmetikerinnen-Schule gegangen zu sein. (Später, im Comic Mad Love, wird eine Psychologin aus ihr.)

In der zweiten Staffel hat Harley Quinn ihren ersten großen Auftritt: In „Harlequinade“ (dt. Ein Bomben-Spaß, S02E07) muss sie Batman helfen, den Joker davon abzuhalten, die ganze Stadt in die Luft zu jagen. Der hat nämlich eine Atombombe gestohlen und will damit Batman, die Polizei und alle anderen, die er hasst, auf einmal vernichten – zur Not geht er dabei auch selbst drauf. Der Joker erreicht als ‚Harlequin of Hate‘ hier seinen Höhepunkt: als ‚Jester of Genocide‘.

Joker in Batman TAS: Harlequinade

Joker als Kamikaze-Flieger

Durch das Zusammenspiel des Teams Batman & Harley gibt es viel zu lachen. Und auch hier wird die pathologische Beziehung deutlich, die Harley mit Joker verbindet. (Kurz zuvor war der Comic Mad Love erschienen.) Denn auch wenn seine Handlangerin erkennt, dass er sich nicht um sie schert, und sie ihn daraufhin umbringen will, kehrt sie am Ende doch in seine Arme zurück. Joker nimmt den Mordversuch an ihm gelassen. Er wollte ja sowieso sterben …

Der Joker ist vor allem ein Showman alter Schule: Er verkleidet sich als Clown, hat sein Geheimversteck („Ha-Hacienda“) in einem stillgelegten Freizeitpark. Er will Aufmerksamkeit und Anerkennung, aber vor allem ist er Alleinunterhalter in dem Sinne, dass er am liebsten sich selbst bespaßt: In Mad Love muss seine Rache an Batman ein Meisterwerk sein.

In „Make Em Laugh“ (Lach dich tot, S02E18) hat er  – wie in The Killing Joke – Ambitionen, ein großer Comedian zu sein. Nachdem er, verkleidet als „Smilin‘ Shecky Rimshot“ („Shecky, der Charmebolzen“), bei einem Comedy-Wettbewerb abgelehnt wurde, weil er die Anmeldefrist verpasst hat, rächt er sich an der Jury, indem er die drei Mitglieder mit Mad Hatters Gedankenkontroll-Chips verrückt macht. Sie glauben daraufhin, Superschurken zu sein.

Condiment King in Batman TAS

Condiment King

Der eine hält sich für den Condiment King („Gewürz-König“) und läuft mit einer Unterhose herum, der andere raubt als „Pack Rat“ Müll, die dritte schwingt als „Mighty Mom“ den Wischmop. Für Batman sind diese Gestalten eher lästig, für den Zuschauer sorgen sie für absurde Unterhaltung.

Joker: Smilin' Shecky Rimshot

Joker als Shecky, der Charmebolzen

Der Joker schnappt sich den Comedy-Pokal auch ohne dass er sich genötigt sieht, ihn zu gewinnen, denn er meint, ihn verdient zu haben. Allerdings hätte er Chancen gehabt, denn bei seinem ersten Auftritt haben tatsächlich die Leute über seine Witze gelacht – bevor er von der Bühne geholt wurde.

Batman und Robin auf dem Clownsballon.

Die Episode endet mit einer Blamage: Nach einem Finale auf einem Clown-Luftballon verliert der Joker seine Hose und wird zum Gespött der Leute. Damit wird er seiner alten Rolle aus dem Golden Age gerecht: die der Lachnummer.

„Eine Schande ist das: der Joker in Unterhosen.“

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Man-Bat in Batman: The Animated Series

Batman versus Man-Bat

Batman versus Man-Bat: On Leather Wings.

Titel: On Leather Wings/Terror in the Sky (dt. Auf mächtigen Schwingen/Terror am Himmel)

Drehbuch: Mitch Brian/Steve Perry, Mark Saraceni

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E01/45)


Die legendäre Batman: The Animated Series beginnt nicht mit dem jungen Bruce Wayne und dem Mord an den Eltern. Sie beginnt mit Man-Bat. Eine interessante Wahl, denn durch die Ähnlichkeit zu Batman entsteht sogleich ein zusätzlicher Konflikt.

Ein ominöser Fledermausmensch raubt Pharma-Unternehmen aus. Die Polizei vermutet dahinter das Werk von Batman und beginnt, ihn zu jagen. Der Held muss versuchen, seine Unschuld zu beweisen, indem er den Schuldigen findet. Bruce Wayne sucht den Fledermausforscher Dr. March auf, der Menschen mit Fledermaus-Serum widerstandsfähiger machen will, damit sie eine mögliche Apokalypse überleben. Dann kommt Batman hinter das Geheimnis: Marchs Kollege Kirk Langstrom verwandelt sich in das Zwitterwesen.

Kirk Langstrom

Kirk Langstrom

Batman jagt Man-Bat durch Gotham, während die Polizei Batman jagt. Harvey Bullock führt die Truppe an, während Commissioner Gordon ihn zurückhält und Partei für Batman ergreift. Am Ende entwickelt Batman ein Gegenmittel, heilt Langstrom und bringt ihn zurück zu seiner Frau Francine.

She-Bat heult den Mond an

She-Bat heult den Mond an

Im zweiten Teil, Terror in the Sky, ist es – ACHTUNG SPOILER – Francine, die sich in eine Fledermaus verwandelt und Gotham in Angst versetzt. Zunächst verdächtigt Batman Kirk Langstrom, dann lernt er auf die harte Tour, dass es die Person ist, mit der er am wenigsten gerechnet hat. Dr. March hat nämlich seine Forschungen fortgesetzt und ein neues Serum entwickelt. Durch Zufall ist Francine damit in Berührung gekommen und verwandelt sich, ohne sich hinterher daran erinnern zu können.

Francine Langstrom verwandelt sich in She-Bat

Francine Langstrom verwandelt sich.

Als sie Kirk schon per Flieger verlassen will, folgt er ihr und in der Luft kommt es zur Verwandlung. Aus Francine wird She-Bat. Wieder muss Batman eingreifen und sie zurückverwandeln.

Batman liegt im Schnee

Batman am Boden

Auch wenn die Serie damit im Grunde den Comics folgt, fehlt ihr das Drama. In der zweiten Folge raubt She-Bat zu Beginn Obst, um es selbst zu fressen. Das ist kein interessanter Einfall, der die Handlung voranbrächte. Stattdessen setzt man mehr auf das Mysterium, das – zumindest für Comic-Leser – längst keins mehr ist. Durch die Geheimniskrämerei bleiben die Charaktere eher oberflächlich, anders als zum Beispiel Two-Face oder Clayface, die für ihre Origins Doppelfolgen bekommen haben und dadurch an Tiefe gewannen.

Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Man-Bat weder in Staffel 2 noch in Staffel 3 auftaucht.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden
>> Liste der Man-Bat-Comics

Fernsehen schafft Analphabeten

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 1

Autor/Zeichner: Kelley Puckett, Martin Pasco/Ty Templeton, Rick Burchett

Erschienen: 1992-1993 (Batman Adventures #1-10), Paperback 2014


Was bei dem Ruhm um Batman: The Animated Series häufig untergeht, ist die Tatsache, dass es zu der TV-Serie auch eine Comic-Serie gab. Und nicht nur eine: Es waren sogar vier, dazu eine Mini-Serie, einige Adaptionen zu den Filmen (bzw. zu Serien-Episoden) und vor allem Mad Love, ein Original-Comic, das nicht nur Geschichte schrieb, sondern später sogar zu einer Episode adaptiert wurde. Die Comics erschienen noch weit über die TV-Serie hinaus – bis ins Jahr 2004.

Die ersten Ausgaben der 90er Jahre beginnen bemerkenswert: Es geht ums Fernsehen. Der Joker schickt dem Pinguin einen Fernseher, über dem er mit ihm kommunizieren kann. Er macht ihm ein Angebot für einen Plan, später macht er dasselbe bei Catwoman. Im dritten Teil tritt der Joker dann selbst in einer TV-Show auf, entführt Commissioner Gordon und Harvey Dent. Es wird brutal: Während der Sendung bricht er Gordon vor laufender Kamera mit einem Baseballschläger die Arme. Seine Handlanger erschießt er kaltblütig. Er will zeigen, dass in Gotham das reine Chaos herrscht. Auch wenn man nie Blut sieht: Für ein Comic, das sich an Kinder richtet, ist das harter Tobak. Die Comics gehen deutlich weiter als die TV-Serie.

Aber medien- und gesellschaftskritisch geht es weiter: Scarecrow macht die Bewohner Gothams zu Analphabeten – und zwar mit manipulierten Fernsehern. Damit will sich der ehemalige Hochschulprofessor am Bildungssystem rächen, das die Bevölkerung mit Sparprogrammen verdummt. Zwar kann man sich fragen, warum ein Mann der Bildung alles noch schlimmer machen will, aber auch das ist eine Geschichte, die über das hinaus geht, was man von reiner Unterhaltung für Kinder erwartet. Das ist fast schon pädagogisch wertvoll. Und es zeugt von einiger Selbstironie, dass gerade das Fernsehen, das Medium, in dem die Zeichentrickserie mit gutem Beispiel vorangeht, so skeptisch betrachtet wird.

Die nachfolgenden Storys sind weniger ambitioniert: Killer Croc als Ringkämpfer, Clayface taucht überraschend auf, der Riddler plant seinen letzten Coup – das alles sind nette kleine Geschichten, manchmal zum Schmunzeln, aber oft einfach nur zum Bewundern der geschwungenen klaren Linien, die den Animated-Stil ausmachen. Einzig die Hitchcock-artige Story, in der Bruce Wayne eines Mordes verdächtigt wird und als Batman seine Unschuld beweisen muss, ragt dabei heraus. (Das Motiv wurde später in Bruce Wayne: Murderer? aufgegriffen.) Aber kurzweilige Lektüre ist der erste Band allemal, vor allem für Nostalgiker und Fans, die vom Universum der Serie nicht genug bekommen können.

Die Zeit im Würgegriff

Titel: The Clock King/Time Out of Joint

Drehbuch: David Wise/Alan Burnett, Steve Perry

Erschienen: 1992/1994 (Batman: The Animated Series S01E25, S02E08)


Der Clock King erlebt in Batman TAS ein Comeback als Temple Fugate, einen steifen Spießer, der sein Leben nach einem strengen Zeitplan lebt, aber deshalb auch furchtbar angespannt ist, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Im Zug gibt ihm der spätere Bürgermeister Hamilton Hill den Rat, sich mal locker zu machen und zur Abwechslung seine Kaffeepause 15 Minuten später zu machen – und rauszugehen statt im Büro zu hocken. Fugate tut, wie geraten, aber durch eine Reihe unglücklicher Zufälle kommt er zu spät zu einer wichtigen Gerichtsverhandlung und sein Unternehmen geht pleite.

Temple Fugate alias Clock King

Sieben Jahre später nimmt er Rache an Bürgermeister Hill. Als „Clock King“ (Uhrenkönig) trägt Fugate eine Brille mit Uhrenzeigern und einen Gehstock, der wie ein Zeiger geformt ist. Hill soll von den Zeigern einer Uhr zerquetscht werden. In der spannendsten Szene geht Batman fast drauf, als er von Fugate in einem Safe eingeschlossen wird. Während Batman der Sauerstoff ausgeht, muss er eine Bombe wegschaffen …

Time Out of Joint

Um eine Sprengladung geht es auch in der zweiten Episode mit dem Clock King: Um seine Rache an Hill zu vollenden, stiehlt er von einem Wissenschaftler ein Gerät, mit der er die Zeit selbst manipulieren kann. Damit kann er das Geschehen um sich herum anhalten und sich unbemerkt an den Bürgermeister ranschleichen.

Batman und Robin kriegen die Maschine zu spüren, als Fugate sie am Batmobil befestigt – dann rast die Zeit um sie herum. Die Szene ist skurril: Einerseits klopft Batman schlaue Sprüche in Sachen Physik, andererseits denkt niemand daran, das Batmobil abzuschleppen, das zwei Tage lang auf der Straße den Verkehr blockiert.

Der Erfinder der Zeitmaschine

Wie dem auch sei: Im Finale muss Batman eine Bombe beseitigen. Schlau wie er ist, befestigt er das Zeit-Gerät daran und verlangsamt die Explosion, so kann er damit wegrennen. Die Szene erinnert natürlich an den Kinofilm Batman hält die Welt in Atem, in der Batman versucht, eine Bombe loszuwerden. Allerdings ist hier die Lage etwas ernster …

Batman rennt mit der Bombe

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Ra’s al Ghul in The Animated Series

Ra’s al Ghul in Batman: TAS

Batmans erste Begegnung mit Ra’s al Ghul in The Animated Series hält sich weitgehend an die ersten Comics aus den 70ern. Zunächst wird in Off Balance (S01E50) Talia mit der Society of Shadows eingeführt, die in den Comics League of Assassins heißt, allerdings ist hier der Schurke Count Vertigo, eine Figur, die erst 1978 – also nach Ra’s al Ghul – in den Comics auftauchte.

Count Vertigo

Die Story in BTAS weicht stark ab: Die Schattenkrieger stehlen einen Ultraschallbohrer von Wayne Enterprises. Talia hilft Batman, sie wiederzubeschaffen. Count Vertigo, der mittels eines Monokels Schwindel verursachen kann, nimmt beide gefangen. Am Ende besiegen sie den Schurken zwar, aber Talia haut mit der Kanone ab. Allerdings hat Batman vorgesorgt. Schließlich sehen wir, wer Talias Vater ist.

Her mit der Kanone: Talia

Die Episode gehört zu den schwächeren der Serie. Es fehlt sowohl eine spannende Handlung, ein interessanter Gegner als auch eine Anziehung zwischen Batman und Talia. Bemerkenswert: Die Folge beginnt auf der Freiheitsstatue von Gotham – ein Hinweis darauf, dass sich die Stadt an New York orientiert (und schon immer damit gemeint war).

Freiheitsstatue von Gotham

Die Qualität steigert sich in dem Zweiteiler The Demon’s Quest (S01E60-61), geschrieben von Dennis O’Neil, der sich an seinen Skripten für Daughter of the Demon (Batman #232) und The Demon Lives Again (Batman #244) orientiert. Ra’s al Ghul entführt Robin, um Batman zu testen und bietet ihm hinterher Tochter Talia und sein Imperium an. Der Auftakt ist deshalb bemerkenswert, weil die Folge damit beginnt, dass Robin in seinem Studentenwohnheim entführt wird. Der Täter ist ein Mann in einer Maske, die an einen Schakal erinnert. Erst dann wird die Titlecard mit dem Namen der Episode eingeblendet.

Batman gegen Panther

Der Rest der Episode ist sehr ähnlich aufgebaut: Batman folgt der Schnitzeljagd nach Kalkutta, besiegt dort Attentäter, fliegt nach Malaysia (fehlt in den Comics), besiegt einen Panther (in den Comic ein fleckiger Leopard), fliegt nach Nepal, besiegt dort Attentäter und findet Robin.

Ra’s al Ghul mit Maske

Der größte Unterschied: Ra’s al Ghul erzählt Batman schon bei der etwas von seinen Plänen, die Welt zu reinigen. Allerdings bleibt es nur bei Andeutungen. Trotzdem weiß Batman später, dass Ra’s die halbe Menschheit auf dem Gewissen hat, obwohl erst ganz am Ende des zweiten Teils der Schurke seinen Plan erklärt.

Heiter mit Aussicht auf Wahnsinn: Ra’s hat Spaß nach Lazarus-Kur

Ra’s stirbt und wird in der Lazarus-Grotte (so der deutsche Name) wiederbelebt, er dreht durch, will seine Tochter in die Grube werfen, doch sie bringt ihn mit einer Backpfeife zur Vernunft. Sein Plan besteht darin, alle Lazarus-Grotten der Welt zu sprengen und die Menschheit in der Brühe auszulöschen. Ein solcher Plot fehlt in den Storys der 70er. Es bleibt nur bei Andeutungen. Das ist in der Serie besser gelöst, denn da ist ganz klar, was der Schurke will und es gibt nicht nur einen Konflikt um Talia und Ra’s Nachfolge, sondern eine Gefahr für die ganze Welt, die Batman abwenden muss.

Ra’s und Batman beim Duell

Am Ende kommt es zu dem ikonischen Schwertkampf oben ohne in der Wüste aus The Demon Lives Again (Batman #244). Es ist allerdings etwas unelegant gelöst, wie Batman sein Oberteil verliert: Sinnloserweise zerreißen es die Schergen, obwohl sie ihn nur durchsuchen sollen. Im Comic zieht sich Batman einfach aus, was ja auch sinnvoll ist bei einem Duell in brütender Hitze. Kurz: Die Serie übernimmt das Beste aus den Comics und rafft alles zu einer viel stimmigeren Erzählung zusammen.

Talia und Batman küssen sich

Zwei Wiedersehen gibt es in der zweiten Staffel. Avatar (S02E04) ist wieder eine schwächere Episode, in der Ra’s al Ghul eine altägyptische Schriftrolle stiehlt und damit in Ägypten eine Grabkammer sucht, in der er sich ewiges Leben erhofft. Er erlebt dann eine böse Überraschung wie Jack Torrance in Zimmer 237 aus Shining … Die Sache endet in einem Mumien-B-Movie-Finale mit grünen Schlamm-Monstern. Nicht der Rede wert.

Böse Mumie mit Monstern

Obwohl Ra’s Bruce und Talia beinahe umbringt, erbarmt sich am Ende seine Tochter und befreit ihren Vater, als Batman ihn den Behören übergeben will. Die Familie lässt Batman in der Wüste sitzen. Immerhin lässt ihm Ubu eine Flasche Wasser da. Warum sie aber durch die Wüste reiten, wenn sie bereits in Kairo waren und nur zum Flughafen fahren müssten, bleibt das größte Rätsel der Folge.

Talia bedroht Batman

Die Folge Showdown (S02E13) ist eine Ausnahme-Erscheinung. Es handelt sich kaum um eine Batman-Story. Held der Geschichte ist der Revolverheld Jonah Hex und die Haupthandlung spielt im Wilden Westen. In der Gegenwart entführt Ra’s al Ghul einen Unbekannten aus einem Altenheim, Batman und Robin folgen ihm zum Flughafen und hören sich einen Bericht an, den Ra’s ihnen hinterlassen hat. Im Jahr 1883 versucht Ra’s al Ghul mit einem Kriegsluftschiff, die Eisenbahn zu zerstören und sich in Washington zum Herrscher der USA machen zu lassen. Jonah Hex jagt dessen Handlanger Arcady Duvall.

Jonah Hex

Das Steampunk-Abenteuer ergibt nicht wirklich den tieferen Sinn, den es vorgibt: Ra’s al Ghul prangert im 19. Jahrhundert eine Umweltzerstörung an, die kaum nennenswert ist, bläst aber mit seinem dampfbetriebenen Luftschiff selbst mächtig viel Rauch (und CO2) in die Luft. Dann warnt er zwar die Menschen vor dem bevorstehenden Beschuss, lässt aber ohne Rücksicht auf Verluste auf eine Stadt losballern.

Ra’s al Ghul mit Arcady Duvall

Am Ende stellt sich heraus, dass Duvall Ra’s Sohn ist und es um nichts anderes als eine Familienzusammenführung geht. Ra’s schlägt Batman vor, die Klingen ein anderes Mal zu kreuzen und das Dynamische Duo lässt ihn ziehen.

Ra’s al Ghul mit Sohn

Weitere Auftritte in dem Serien-Universum hat Ra’s al Ghul in Superman: The Animated Series („The Demon Reborn“) und in Batman Beyond („Out of the Past“).

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Honest Trailer zu Batman: The Animated Series

Während Batman: The Animated Series bereits in den USA das Herz der Fans auf Blu-ray erfreut, gibt es für Deutschland immer noch keinen Erscheinungstermin. Bis dahin bleibt uns nur ein UK-Import ohne deutsche Tonspur. Zwischendurch kann man sich die Zeit mit dem Honest Trailer vertreiben.

Wer nämlich gedacht hat, dass diese legendäre Zeichentrickserie perfekt war, der irrt sich: Auch da haben die Screen Junkies einiges gefunden, worüber man getrost lachen kann. Zum Beispiel die Tatsache, dass Batman ständig den armen Commissioner Gordon erschreckt. Und dann ist da noch der Vorspann. An sich grandios. Aber wenn man sich nicht den Bildern und der Musik hingibt und kurz darüber nachdenkt, was da eigentlich passiert, erscheint er plötzlich sehr fragwürdig …

Keine Sorge: Auch nach diesem Honest Trailer kann man The Animated Series immer noch genießen. Vielleicht sogar mehr als zuvor.

Batmans Angstgegner

Scarecrow, Version 1

Warum nicht einfach „Vogelscheuche“? Das war dem deutschen Übersetzer wohl nicht furchteinflößend genug, als er den Namen „Scarecrow“ übertrug. Daher wurde „Panikmacher“ draus, zumindest in den ersten Folgen. Der Name ist reißerisch, wirkt aber bemüht – und wird aber der Sache nicht ganz gerecht. Denn Panik ist etwas anderes als Angst.

Nothing to Fear

Scarecrow bekommt in Batman: The Animated Series vier ganze Folgen gewidmet. Anders als bei Two-Face, Clayface und Ra’s al Ghul hat er keine Doppelfolge, in der sein Werdegang ausführlich geschildert wird. Gleich in der dritten Episode (Nothing to Fear, dt. Kein Grund zur Panik, S01E03) der ersten Staffel hat Scarecrow seinen ersten Auftritt. Er ist ein Außenseiter, der sich mit Angstgas-Angriffen an der Universität rächen will, ausgestoßen worden zu sein. Seine Vorgeschichte, die in einer kurzen Rückblende erzählt wird, entspricht größtenteils der Comicvorlage: Jonathan Crane ist schon als Kind besessen davon gewesen, anderen Angst einzujagen und hat als Psychologie-Professor seine Experimente an der Uni übertrieben, als er Menschen zum Beispiel mit Ratten einsperrte.

Wie Scarecrow Batman sieht.

Ein interessanter Charakter ist Crane dadurch nicht. Eher ein typischer Irrer, der lauthals lacht, wenn er Rache nimmt. Etwas einfallslos und unmotiviert. Interessant aber ist Batmans Reaktion auf das Angstgas. Ihm erscheint sein Vater, Thomas Wayne, der den Sohn eine Enttäuschung nennt. Obwohl hier Gelegenheit gewesen wäre, Batmans Kindheitstrauma erstmals nachzuerzählen, wird es nur angedeutet.

Thomas Wayne als Albtraum

In einer dramatischen Szene auf einem Luftschiff befreit sich Batman von seiner größten Angst – der Versagensangst – und sagt den legendären Satz: „I am vengeance. I am the night. I am Batman!“ Auf Deutsch klingt das allerdings nur halb so cool …

Scarecrow, Version 2

Batman ist in der ersten Scarecrow-Folge allein unterwegs. In Fear of Victory (dt. Nur ein Narr kennt keine Furcht, S01E24) ist allerdings Robin dabei – und diesmal ist er es, der sich seinen Ängsten stellen muss. Wieder schlägt Scarecrow an der Uni zu, diesmal aber bei den Sportlern. Es handelt sich nicht um einen weiteren Racheversuch, sondern um schnödes Gewinnstreben. Crane braucht Geld für seine Experimente, also wettet er auf Sport-Ereignisse, die er mittels Angstgas beeinflusst. Diese Motivation ist seltsam angesichts der Tatsache, dass er noch in der ersten Folge einen Haufen Geld abgefackelt hat. Offenbar ist ihm der Idealismus abhanden gekommen.

Dick Graysons Mitbewohner ist von dem Gas betroffen, dann auch Dick selbst. Das Finale findet in einem Stadion statt. Scarecrow will ein Fläschchen mit seiner Substanz auf das Publikum fallen lassen, um Batman mit einer Panik abzulenken. Doch dazu kommt es nicht, weil Robin seine Ängste überwindet.

Batman mit Zwangsjacke in Arkham

Beim dritten Mal denkt Scarecrow wieder im größeren Maßstab. In Dreams in Darkness (dt. Das Experiment mit der Angst, S01E28) will er Gothams Trinkwasser mit dem Angst-Serum kontaminieren, um eine Massenpanik auszulösen. Doch die Folge beginnt nicht mit dem Schurken, sondern mit Batman – als Patienten in Arkham. Batman trägt eine Zwangsjacke und wird für verrückt gehalten. In Rückblenden rekapituliert er, wie es dazu kommen konnte. Die Episode bedient sich bei der Comic-Story The Last Arkham.

Thomas und Martha Wayne

Dabei wird Batman wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Wir sehen Bruce Waynes Eltern in eine dunkle Gasse gehen. Batman will sie davon abhalten, aber es gelingt nicht, sie verschwinden. Dann wird aus der Gasse ein Pistolenlauf und der feuert ihm entgegen. Eine starke Szene. Am Ende gibt es einen weiteren Höhepunkt, wenn Batman seinen schlimmsten Feinde halluziniert. Schließlich aber fällt Scarecrow wieder seinem eigenen Gas zum Opfer und landet somit selbst in Arkham.

Scarecrow, Version 3

Nachdem es in Staffel zwei keine Scarecrow-Folge gibt, kehrt er in der dritten wieder auf (The New Batman Adventures). Der Schurke sieht hier nun ganz anders aus: deutlich düsterer. Sein Gesicht liegt im Schatten, er trägt einen flachen Hut und einen langen Mantel, um seinen Hals ist eine Schlinge eines Galgens gewickelt. Es ist nicht die erste Verwandlung, die er in der Serie durchmacht. Bereits in der zweiten Folge wurde er umdesignt: mit Haaren, schiefen Zähnen und stechenden Augen, die aus dunklen Löchern starren. Scarecrow ist aber in der dritten Staffel so düster, dass er selbst erwachsenen Zuschauern Angst einjagen kann – ein Wagnis für eine Kinderserie.

In Never Fear (dt. Keine Angst, Episode 6) geht Scarecrow (der endlich „Vogelscheuche“ genannt wird) auch andere Wege: Statt Menschen in Angst zu versetzen, hat er ein Gas entwickelt, das ihnen die Angst nimmt. Ganz normale Leute schwingen sich plötzlich wie Wahnsinnige durch Gothams Straßenschluchten oder begehren gegen ihre Arbeitgeber auf.

Besonders kritisch wird es, als Batman selbst dem Gas ausgesetzt wird. Zwar behauptet er, sich im Griff zu haben, aber Robins Eindruck ist ein anderer: Batman fliegt nicht nur tollkühn, sondern schreckt auch vor Mord nicht mehr zurück. Als er einen Gangster mit der üblichen Kopfüber-Methode ausquetscht, schneidet er das Seil los und lässt ihn von einem Hochhaus fallen. Erst Robin muss ihn auffangen. Auch wenn der Gangster überlebt: Vom Vorsatz her hat Batman Mord begangen. Robin begehrt gegen seinen Meister auf: Er fesselt Batman, nimmt ihm den Gürtel ab und macht sich allein auf, Scarecrow aufzuhalten. Doch als beide Absichten scheitern, muss Batman wieder eingreifen.

Scarecrow in Over the Edge

Die Folge ist zwar keine besonders spektakuläre und der Schurke ist selten zu sehen, dafür aber darf er später noch einmal auftrumpfen, mit seinem letzten und zwar kleinen, aber ganz besonderen Auftritt. In Over the Edge ist er für Barbara Gordons Alptraum verantwortlich, der sich durch die gesamte Episode zieht. Batgirl stirbt, Gordon macht Batman dafür verantwortlich und jagt ihn. Scarecrow ist hier nur eine Randerscheinung, aber sein Gas bewirkt die schlimmste seiner Visionen.

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