Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Finsterste Gesellen

DC Comics

Titel: Dark Nights Metal – Dark Knights Rising (dt. Der Aufstieg der Dunklen Ritter)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Grant Morrison, James Tynion IV u.a.

Erschienen: 2017, Hardcover 2018; dt. Panini 2018 (2 Sonderbände)


Batmans schlimmste Albträume sind wahr geworden: Auf verschiedenen Welten des Dark Multiverse sind düstere Versionen von ihm entstanden, die jeweils auch eine Kombination mit anderen Helden wie Flash und Green Lantern sind, aber auch mit Schurken wie Doomsday und Joker. Sie alle dienen dem Überschurken Barbatos, der auch die Kehrseite des Multiversums vernichten will (siehe Dark Nights: Metal).

Der Schlimmste von ihnen ist The Batman Who Laughs, eine Kreuzung aus Batman und Joker. Der Joker hat bei seinem letzten grausamen Akt (Eltern vor den Augen ihrer Kinder umbringen und die Kinder zu Jokern machen) Batman mit einem Joker-Virus infiziert. Nachdem der Clown tot ist, erschießt Batman zunächst die Bat-Familie, dann erledigt er auch den Rest der Superhelden auf furchtbarste Weise.

So zieht er von Welt zu Welt, um weitere böse Batmen auf seine Seite zu ziehen. Wie sie entstanden sind, davon erzählt der Band Dark Knights Rising. Einige dieser Hintergrundgeschichten sind interessant, wie etwa die von Red Death, dem Flash-Batman: Batmans Kampf gegen das Verbrechen ist gescheitert, seine Familie ist tot. Jetzt will er von Flash die Speed Force haben, um endlich schnell genug und überall zugleich zu sein. Flash weigert sich, da kettet Batman ihn an ein Batmobil, das er mit dessen Tretmühle kombiniert hat und holt sich das, was er will, mit Gewalt.

Oder da ist die Story vom Devastator, dem Doomsday-Batman: Superman dreht durch, Batman versucht, ihn mit einer Kryptonitlanze zu erledigen, als das scheitert, lässt Batman das Doomsday-Virus in sich wirken.

Die Geschichte des Dawnbreakers (Green Lantern-Batman) schießt allerdings um einiges übers Ziel hinaus: Der junge Bruce Wayne bekommt den Ring unmittelbar nach dem Mord an seinen Eltern. Er will sich rächen, der Ring verweigert den tödlichen Einsatz, doch Bruces Willenskraft ist so stark, dass er es doch schafft. Daraufhin belebt er seine Eltern als Zombies wieder und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Wirklich alles. Sogar James Gordon, völlig grundlos. Und dazu hat man sich eine Variation des Green Lantern-Schwurs ausdedacht, dessen Metrum leider arg holpert: „I turn the dawn to midnight! Beware my power — Dawnbreaker’s might!“

Die anderen drei (The Drowned, The Merciless, The Murder Machine) sind hingegen nicht mehr so spannend, dazu sind die Rahmenhandlungen stets vorhersehbar formelhaft: Entweder taucht The Batman Who Laughs auf, um ihnen den Teufelspakt anzubieten, oder Doctor Strange rettet die Helden von Erde 0, wenn sie gegen ihre bösen Gegenstücke kämpfen. Das letzte Kapitel, The Wild Hunt, ist eine gänzlich überflüssige Ergänzung des Haupt-Events, die einen nicht besonders interessieren muss: Gerahmt ist sie von einer Handlung über den Affen-Ermittler Detective Chimp, der am Ende Pate steht für die Entstehung von Erde 53 …

Insgesamt bietet Dark Knights Rising eine durchwachsene Lektüre, allerdings befriedigt sie die Neugier der Leser nach den Hintergründen der im Hauptevent zu kurz gekommenen Schurken. Und trotz seiner Schwächen macht es zum Teil mehr Spaß als Dark Nights: Metal. Meisterhaft gezeichnet ist es fast durchgehend. Daher ist es neben dem anderen Ergänzungsband The Resistance zu empfehlen.

Übrigens: Wie auf der San Diego Comic-Con bekannt wurde, bekommt The Batman Who Laughs im November eine eigene Mini-Serie. Die Fans wird’s freuen.

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Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

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Aquaman und Shazam: Die ersten Trailer

Auf der San Diego Comic Con wurden die Trailer zu den nächsten DC-Filmen vorgestellt: Aquaman, der am 20. Dezember in Deutschland startet, und Shazam!, der im April 2019 in die Kinos kommen soll. Während der erste ein buntes Spektakel zu werden scheint, dessen Unterwasser-Optik an Findet Nemo erinnert, scheint Shazam eine Coming-of-Age-Komödie darüber zu sein, wie es ist, ein Kind im Körper eines Superhelden zu sein.

Da Trailer in der Regel wenig über die Qualität von Filmen aussagen, verkneife ich mir mal weitere Kommentare und lasse euch eure eigene Meinung dazu bilden. Am Ende wird man als Fan nicht um den Kinobesuch herumkommen.

Mehr Joker: Neues von der San Diego Comic-Con 2018

Die diesjährige SDCC bietet so viele Neuigkeiten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es gibt vor allem viel Neues zum Joker. Der Schurke soll 2019 einen eigenen Kinofilm bekommen – mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. In der Comic-Welt sind einige Projekte angekündigt:

The Batman Who Laughs kehrt zurück: Scott Snyder und Jock widmen dem bösesten aller Batmen aus dem Dunklen Multiversum (siehe Dark Nights: Metal) eine Mini-Serie. Start soll im November sein. In der Story verfolgt der Batman Who Laughs einen bösen Plan mit einem neuen Dunkler Ritter. Dieser soll Joe Chill mit seiner eigenen Waffe erschossen haben und nun als eine Art Punisher-Batman unterwegs sein. Snyder spricht von einem „weiteren schlimmsten Alptraum“ des Dunklen Ritters und der düstersten Batman-Story, die er je geschrieben habe …

Batman/Joker: Deadly Duo wird eine neue Mini-Serie von Marc Silvestri heißen. Der Joker ersucht Batman um Hilfe, indem er James Gordon entführt und Batman Körperteile schickt. Die Story soll ein neues Licht auf den Schurken werfen. „Siebeneinhalb“ Ausgaben lang soll die Geschichte sein, ein offizielles Startdatum gibt es nicht. „It would be full of dramatic and comedic moments“, sagt Silvestri. „I’ve been wanting to do this story for 20 years.“

Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok erscheint irgendwann im Winter als Dreiteiler unter dem DC Black Label. Es soll darin um die Traumata gehen, die der Joker bei Bruce Wayne, Barbara Gordon und Jason Todd verursacht hat. Und so sehen wir auf dem Cover auch einen der Joker mit der typischen blutigen Brechstange aus A Death in the Family, während das Kartenlegen an The Killing Joke erinnert. Waren da etwa jeweils andere Joker am Werk?

Darüber hinaus spielt der Joker auch in Scott Snyders Justice League-Serie eine große Rolle, sowie in der Mini-Serie Old Lady Harley (ab Oktober), in der es um eine altgewordene Harley Quinn gehen wird (nach dem Konzept von Marvels Old Man Logan).

Detective Comics bekommt ein neues Team: Peter J. Tomasi und Doug Mahnke übernehmen die Serie mit Ausgabe #994. Tomasi hat bereits die Serie Batman & Robin geschrieben, Mahnke hat mit ihm bereits zusammengearbeitet (The Big Burn), aber auch moderne Klassiker wie The Man Who Laughs und Under the Red Hood gezeichnet. Auch an der Jubiläumsausgabe Detective Comics #1000 soll das Team beteiligt sein. Ab Ausgabe #988 (12. September 2018) ist erstmal James Robinson als Autor verpflichtet. Ihm haben wir so großartige Batman-Storys wie Blades und Face the Face zu verdanken.

Batman bekommt ein neues Kostüm: sein altes. Autor Tom King hat angekündigt, dass Batman nach der Hochzeit mit Catwoman zurückkehrt zum Kostüm aus Hush-Zeiten. Das bedeutet einerseits, dass das Fledermaus-Symbol auf seiner Brust seinen gelben Rand verliert (juchu), andererseits, dass die schwarze Unterhose wieder zurückkommt (buh!).

Und zum Schluss noch ein Wort zu Zeichentrickfilmen: Batman: Hush wird im Sommer 2019 als Animationsfilm erscheinen. Damit setzt Warner Bros. seine erfolgreiche Reihe von Klassiker-Adaptionen wie Year One, The Dark Knight Returns und The Killing Joke fort. Für nächstes Jahr sind auch die Filme Reign of the Supermen (Fortsetzung zu Death of Superman, der im August 2018 rauskommt), Justice League vs. The Fatal Five und Wonder Woman: Bloodlines angekündigt.

Bat-Girls erster Auftritt

DC Comics

Titel: Bat-Girl!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1961 (Batman #139)


„Not bad — for a girl!“ (Robin)

Fünf Jahre nach Batwomans erstem Auftritt, der das Dynamische Duo zu einem Trio machte, kam Bat-Girl. Und zwar aus dem Nichts. Die drei sind gerade dabei, eine neue Bande, die Cobra Gang, aufzumischen, da werden sie durch einen Kraftstrahl außer Gefecht gesetzt. Plötzlich kommt Bat-Girl zum Fenster rein, schwingt sich mit einem Vorhang auf den Schurken und befreit die anderen.

Bat-Girl als Retterin in der Not verschwindet genauso schnell wie sie aufgetaucht ist. Kathy Kane erfährt später in ihrer Höhle, dass es sich um ihre Nichte Betty Kane handelt. Sie besuchte die reiche Tante, kam hinter ihr Geheimnis, nähte sich ein ähnliches Kostüm und begann damit, ihr Idol zu stalken. Warum scheint in letzter Zeit jeder zu glauben, dass er Vigilant spielen müsse? Und dann auch noch ein Mädchen!

Batman weiß Rat. Kathy soll Betty durch endloses Training hinhalten. Doch Betty wird ungeduldig und zieht wieder als Bat-Girl alleine los. Zuerst erschreckt sie die Cobra Gang mit einem riesigen Ballon, dann wird sie aber gefangengenommen – als Geisel. Betty kann sich durch eine Bastelstunde retten, indem sie Papierfledermäuse ausschneidet und als Hilferuf durch einen Lüftungsschacht schickt. Das Dynamische Trio rettet sie und sie lernt ihre Lektion.

Nach drei Jahren lernt es auch DC: Redakteur Julius Schwartz wirft Batwoman und Bat-Girl raus. Doch schon 1967 kehrt sie in neuer Form in die Comics zurück – dank der Batman-Fernsehserie.

Rebellion der Fantasie

DC Comics

Titel: If Superman Didn’t Exist

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Gil Kane

Erschienen: 1984 (Action Comics #554), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman)


Was wäre, wenn es Superman nicht gäbe? Dann müsste ihn halt jemand erfinden, dachte sich Autor Marv Wolfman und dachte sich eine alberne Geschichte dazu aus. Die geht so: Aliens wollen die Erde erobern. Aber es sind seltsame Aliens. Denn trotz ihres Willens zur Macht haben sie keine Lust auf Stress mit den Erdenbewohnern. Also sorgen sie schon in der Urzeit der Menschen dafür, dass ihnen jeglicher Drang zur Gewalt, zur Rebellion und jede Vorstellung von Heldentum abgeht. So entwickelt sich die Menschheit zu einer Bauerngesellschaft von Luschen.

Aber während die Aliens kommen, um die Welt zu unterwerfen, stellen sie fest, dass da immer noch etwas ist, das sie davon abhält: zwei Jungs, die sich einen Superman ausgedacht haben. Zufällig heißen sie Jerry und Joe (wie Siegel und Shuster). Und allein die Fantasie von zwei Kindern kann die Welt retten. Denn schließlich wird aus der Fantasie Realität … Denn Superman war natürlich immer schon da etc.

Es ist eine furchtbar naive, pathetische und kindische Geschichte, die uns hier aufgetischt wird. Es geht bloß darum, Supermans Status als Ikone zu zementieren und ihn zu überhöhen. Solche Storys haben dazu beigetragen, dass viele den Superhelden so langweilig finden.

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Die nächste Generation braucht Starthilfe

DC Comics

Titel: The Second Batman and Robin Team

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #131)


„Golly — we’re like the three musketeers!“ (Robin II)

Was wäre, wenn … Bruce Wayne als Batman in Ruhestand ginge, zusammen mit seiner Frau Batwoman? Alfred denkt sich diese mögliche Zukunft aus, als er eine neue Schreibmaschine ausprobiert. Naheliegende Folge: Dick Grayson wird Batman II – inklusive einer römischen Zwei auf der Brust. Und wer wird Robin? Natürlich Bruce Wayne, Jr. Der kleine Rotschopf (!) hat ein paar Tricks von Onkel Dick gelernt und will unbedingt der neue Wunderknabe werden. Die Eltern wollen nicht, es ist zu gefährlich (warum durfte dann Dick?), aber schließlich kann Junior sie überreden.

Schon bald stürzt sich das neue Dynamische Duo ins Abenteuer, aber beim ersten Fall baut Robin Mist und lässt die Gangster entkommen. Beim zweiten Mal wird Dick gefangen genommen, Robin befreit ihn, aber dann geraten sie beide in Gefangenschaft. Also müssen die Rentner ihre Kostüme wieder anlegen, um den Jungs aus der Patsche zu helfen – ohne Starthilfe der alten Garde geht es nicht. (Bruce will mal wieder, dass die Frau zuhause bleibt, aber natürlich kann sich der Mann mal wieder nicht durchsetzen, wie Alfred ironisch bemerkt.) Robin vergleicht das Team später mit den drei Musketieren, will heißen, dass die Frau mal wieder nicht zählt.

Am Ende sind die Eltern total stolz auf ihren Sohn, obwohl er mit Dick so ziemlich alles falsch gemacht hat und ewig Hausarrest bekommen müsste. Talentiert zu sein scheint Junior nur als Detektiv und in schlechten Kalauern. Aber das ist ja auch nur eine imaginäre Geschichte – oder jedenfalls so ähnlich.

Ein bitterer Beigeschmack: In einem Panel sagt Junior zu seinem Vater, jetzt, da er Judo könne, solle Bruce lieber nicht versuchen, ihn zu züchtigen. Bruce lacht nur. Im Jahr 1960 war daran noch nichts Schlimmes.

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Verloren im Labyrinth

DC Comics

Titel: Dark Nights: Metal – The Resistance (dt. Widerstand in Gotham/Die Batmen aus der Hölle)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2017 (diverse Ausgaben, Paperback 2018), dt. Panini 2018 (Batman Metal Sonderbände)


Die bösen Batman aus dem Dunklen Multiversum haben Gotham zu einem Labyrinth gemacht und unter Arkham-Schurken aufgeteilt: Riddler, Poison Ivy, Mister Freeze, Mad Hatter. Batman ist verschwunden. Nun müssen Robin und Nightwing zusammen mit Green Arrow, den Titans und der Suicide Squad Gotham retten und dabei Batman finden. Doch die beiden Teams werden zu Schurken gemacht und so bilden Damian, Dick und Oliver zusammen mit Killer Croc und Harley Quinn ein Team. In der Zwischenzeit irrt Batman durch ein ganz eigenes metaphysisches Labyrinth, in dem er sein erstes Abenteuer wiedererlebt, das sich mit vielen neuen Welten verbindet.

The Resistance ist mehr als nur eine Sammlung von fakultativen Tie-ins zu Dark Nights: Metal. Der erste Teil bildet eine wichtige Ergänzung zwischen Teil 2 und 3 der Mini-Serie. Der zweite Hauptteil beschreibt den Kampf zwischen der einzelnen Justice League-Mitglieder (Flash, Green Lantern, Wonder Woman, Aquaman, Cyborg) gegen ihre bösen Gegenstücke, bleibt aber ziemlich oberflächlich und ist nichts anderes als ein Umweg, der zurück zum Status quo führt. Dagegen hat der erste deutlich mehr interessante Situationen zu bieten, auch weil zwischen den Charakteren mehr Spannung besteht.

Der eigentliche Höhepunkt des Bandes ist Batman: Lost, ein Fest für Fans. Bruce Wayne erscheint in der Rahmenhandlung als alter Mann, der seiner Enkelin aus The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27) vorliest und dabei in historische, postapokalyptische und Science-Fiction-Szenarien stolpert. Dieser Bruce Wayne hat im Alter all seine Abenteuer aufgeschrieben, wir sehen die Bände (in einer seltsam unsystematischen Reihenfolge) in seinem Bücherregal stehen und es ist bemerkenswert, dass er allen dieselben literarische Titel gegeben hat wie die Comics (Court of Owls, A Lonely Place of Dying, Knightfall, Hush, Dark Victory, aber auch Public Enemies, Daughter of the Demon, Under the Red Hood und The Black Mirror, Long Halloween, Tower of Babel und The Man Who Laughs). Und Bruce bestätigt, was wir schon seit Grant Morrison wissen: Alle diese Batman-Abenteuer aus 80 Jahren sind (für Batman) wirklich passiert, auch wenn sie sich zum Teil widersprechen.

Es ergibt sich folgende sinnvolle Lesereihenfolge für das Event (ausgenommen sind die Tie-ins von Dark Knights Rising):

  • Dark Days: The Forge/The Casting
  • Dark Nights: Metal #1-2
  • The Resistance, Teil 1 (Teen Titans #12, Nightwing #29, Suicide Squad #26, Green Arrow #32, Batman: Lost #1)
  • Dark Nights: Metal #3
  • The Resistance, Teil 2 (The Flash #33, Justice League #32, Hal Jordan #32, Justice League #33)
  • Dark Nights: Metal #4
  • Hawkman: Found #1
  • Dark Nights: Metal #5-6

Jokers Schlag unter die Gürtellinie

Jokers Gürtel kommt bei Frauen gut an.

Titel: The Joker is Wild/Batman is Riled (dt. Die Demaskierung)

Drehbuch: Robert Dozier

Erschienen: 1966 (Batman S01E05-06)


„Sometimes I think people expect too much of us, Batman. (…) We’re only human. We only have so much to give.“ (Robin)

Wer hätte das gedacht, dass der Joker einmal Baseball spielt? Dank der modernen Rehabilitationsmethoden im Knast von Gotham ist es möglich: Der Joker wirft Bälle – und der Batter erwischt keinen einzigen. Als er doch mal trifft, explodiert der Ball und hinter einer Rauchwolke wird der Joker von einer Plattform mit riesiger Sprungfeder aus den Knastmauern befreit. Er hinterlässt eine mysteriöse Büste … Ein Hinweis?

Ratlose Polizei: Jokers Büste

Aber warum sollte der Joker einen Hinweis hinterlassen?, fragt Commissioner Gordon. Batman liefert die tiefenpsychologische Antwort: Es geschehe unfreiwillig. Schurken prahlen gerne und geben so etwas über sich preis. Gut für Batman und Robin, denn so können sie wild drauflos knobeln und sich in das nächste Abenteuer stürzen.

Joker mit Ebenbild

Der Hinweis führt sie in ein Museum, wo die größten Komiker als Statuen ausgestellt werden. Der Joker könnte sich rächen, weil er nicht darunter ist. Als sie doch eine Statue von ihm finden, bricht daraus der leibhaftige Clown Prince of Crime hervor und macht sich daran, Juwelen zu stehlen. Als das Dynamische Duo dazwischenkommt, haut Joker ab.

Robin untersucht Jokers Puppe

Als nächstes kracht eine Clowns-Puppe ins Fenster des Commissioners. Niemand macht sich die Mühe, mal aus dem Fenster zu schauen, wer sie geworfen haben könnte. Niemand ruft: Haltet den Sachbeschädiger! Bruce Wayne, der gerade zufällig dabei ist, fragt, ob er die Puppe als Andenken mitnehmen könne. Klar, warum nicht? Und schon wandert das Beweisstück in Privatbesitz. (Kein Wunder, dass die Polizei vom Gotham nichts taugt.)

Joker als Pagliacci

Doch das ist nur der Beginn einer Verbrechensserie in Gotham, die Batman und Robin zur Verzweiflung treibt. Wir sehen Joker als Sänger in einer Pagliacci-Oper, beinahe wird Batman demaskiert, wir sehen ihn eine Nachrichtensendung kapern, er tauscht Batmans Gürtel gegen einen eigenen, aus dem Luftschlangen springen – das geht zu weit, für Batman ein Schlag unter die Gürtellinie. Schließlich, bei einer Bootstaufe, geht der Joker sogar noch weiter. Er nimmt Batman und Robin gefangen und will sie öffentlich hinrichten lassen (an einer Demaskierung scheint er das Interesse verloren zu haben). Doch da überraschen ihn die Helden mit einem Trick …

Der Joker, dargestellt von einem unrasierten Cesar Romero, ist – wie der Riddler – ein Clown, der so ziemlich alles irre komisch findet und seiner Laune stets lauten Ausdruck verleiht. Aber das Gelächter ist nicht ansteckend, denn seine humorbefreiten Helfer verziehen keine Miene. Batman und Robin haben ohnehin nichts zu lachen. Sie fühlen sich machtlos und unter großen Druck gesetzt – auch öffentlich. Ein kleiner Junge betet für sie. Sie haben es bitter nötig …

Moral dieser Episode: Musik ist wichtig, die universelle Sprache, die die Hoffnung auf Weltfrieden nährt, sagt Bruce zu Dick. Alle Menschen werden Brüder. Halleluja – das motiviert den untalentierten Dick zum Weiterüben auf dem Klavier, auch wenn es Bruce in den Ohren wehtut.

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Batman heiratet Batwoman

DC Comics

Titel: The Marriage of Batman and Batwoman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #122)


„A wife’s place is in the home!“ (Batman)

Bruce Wayne geht auf ein Date mit Kathy Kane, alias Batwoman. Robin bleibt allein zu Haus. Er ist eifersüchtig. Und macht sich Sorgen. Was wäre wohl, wenn Batman und Batwoman verheiratet wären? In Wayne Manor sagt Bruce noch, Heiraten käme für ihn nicht in Frage, weil er sonst Gefahr laufen würde, aufzufliegen. Das wäre das Ende von Batman. Doch als er später am Abend nach Hause kommt, sind die beiden verheiratet.

Noch in der gleichen Nacht müssen Batman und Robin zu einem Einsatz. Da Kathy als einzige nicht Bescheid weiß, findet Bruce eine Ausrede, bzw. lügt seine Ehefrau an. Doch die kommt kurz darauf im Batwoman-Kostüm hinterher. In Wayne Manor gibt’s dann erstmal eine Rüge vom Ehemann: Batman offenbart sich als Bruce und sagt ihr, eine Ehefrau habe zu Hause zu bleiben. Sie widerspricht: „A wife’s place is with her husband!“ Als Batman ihr dann von der Gefahr erzählt, dass sie seine Geheimidentität aufs Spiel setzt, sieht sie es ein. Um ganz sicherzugehen, versteckt Bruce ihr Kostüm.

So viel zum Thema Vertrauen unter Eheleuten. Aber schon beim nächsten Einsatz wird es gebrochen. Kathy kann’s nicht lassen, also schlüpft sie in eines von Batmans Kostümen. Weil aber die Maske nicht dicht sitzt, fällt sie in einem ungünstigen Moment von ihrem Gesicht, die Gauner erkennen sie und ziehen ihre Schlüsse. Das wars! Das ist das Ende von Batman! Doch … es war alles nur Dicks Traum. Aber was ist, wenn er eines Tages wahr werden würde?

Nicht auszuhalten, wenn eine Frau den Helden um seine Heldenrolle bringen würde, um sein Hobby, das ihn mit Dick Grayson eint … Willkommen in der US-Gesellschaft der 50er.