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Wie Batman Beyond entstanden ist

Nach dem Reboot von Batman: The Animated Series mit dem Titel The New Batman Adventures kam das jähe Ende. Eine erfolgreiche Staffel, dann war Schluss. Der Sender WB Kids wollte etwas anderes: einen jungen Batman, einen Teenager. Produzent Bruce Timm war da nicht wirklich scharf drauf, wie er erzählt. Wie soll das auch gehen, wenn Bruce Wayne erst als Erwachsener Batman wurde?

Aus der Not wurde eine Tugend: Ein neuer Batman musste her, nicht Bruce Wayne, sondern ein Teenager, der in dessen Fußstapfen tritt. Ein Batman der Zukunft. Eine Kurz-Doku von IGN erzählt, wie die Zeichentrickserie Batman Beyond zum Klassiker wurde, den niemand wollte. Bemerkenswert ist, dass das Konzept innerhalb weniger Monate fertiggestellt werden musste – samt Design und neuer Schurkenriege. Die Schurken wurden aus Zeitnot heraus zuerst gezeichnet und dann mit einer Story versehen.

Batman Beyond wurde zum Erfolg: drei Staffeln und ein Joker-Film, der es in sich hat, wurden produziert. Es gab auch Pläne für eine Live-Action-Adaption. Daraus ist zwar nichts geworden, aber dafür gibt es zahlreiche Comics, die die Geschichte von Terry McGinnis weitererzählen.

Ein letztes Wort zum Snyder-Cut

Nachdem Zack Snyder’s Justice League endlich in der Welt ist und alle Snyder-Fans sich an der angeblichen Offenbarung laben, scheint dieses Kapitel noch lange nicht geschlossen zu sein. Denn es sind weitere Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt heißt es: #RestoreTheSnyderVerse. Zack Snyder soll seine ursprünglichen Pläne in Fortsetzungen wahr machen, also mehr Batfleck und Superman in schwarz, mehr Darkseid und die Auflösung all der Cliffhanger aus dem überlangen Epilog …

Was mich angeht: Ich kann darauf gern verzichten und schaue mir lieber den Honest Trailer zum Snyder Cut an, das heißt, den richtigen, denn es hat schon mal einen gegeben, als der Snyder Cut noch ein Mythos war. Die Bilanz der Screen Junkies: Joss Whedons Justice League mag schlecht gewesen sein, aber Zack Snyders Film ist eben nur Mittelmaß.

Die Kritikpunkte kann man sich denken: Im Wesentlichen ist es dieselbe Geschichte, Superman macht alle anderen überflüssig, es gibt zu viele langatmige Erklärszenen mit Steppenwolf, zu viel Slow Motion und überhaupt ist der Film viel zu lang – sodass der eigentliche Titel lauten könnte Justice League: Longer, Bigger and Uncut. Der Trailer wirft auch interessante Fragen auf, etwa warum Martian Manhunter sich zwar die Mühe macht, als Martha Kent Lois Lane aufzubauen, sichaber nicht in der Schlacht mit den anderen nützlich macht. Aber seht selbst.

Hier noch einmal der Honest Trailer zum Snyder Cut vor der Veröffentlichung:

Batman mit acht Celli

Neil Heftis Main Theme der Batman-Serie mit Adam West ist so genial eingängig, dass sie schon in den 60ern oft gecovert wurde: von The Who, The Standells, Jan & Dean, The Ventures, The Markettes und Los Monjes. Aber hier kommt eine ganz andere Instrumentalversion: Samara Ginsberg spielt die Batman-Theme mit acht Celli.

Wie schon die Beatles übrigens bei Eleanor Rigby, nur dass die Beatles damals nicht an den Instrumenten saßen: Frau Ginsberg kriegt das Oktett hingegen ganz allein hin – und das nur mit zwei Händen. Und sie schafft es, zwischendrin noch, etwas zu lesen, zu trinken und mit dem Handy zu spielen. Beeindruckend.

Die Entstehung der Dark-Knight-Trilogie

Vor 15 Jahren startete Batman im Kino neu durch: Nach den albernen Kinofilmen der 90er hat Christopher Nolan mit Batman Begins den Superhelden geerdet und glaubwürdig gemacht. Christian Bale spielte einen überzeugenden Bruce Wayne, der zunächst sich selbst finden muss, bevor er alles verliert. Gesteigert wurde das Konzept in The Dark Knight, in dem Batman auf den Joker traf. Im dritten Teil, The Dark Knight Rises, ging dem Franchise leider die Puste aus.

Wer nachvollziehen will, wie die Dark-Knight-Trilogie entstanden ist, dem sei das oben stehende Video empfunden. In dem Making-of kommen die Macher zu Wort und erzählen von dem aufwendigen Prozess hinter den Filmen.

>> Liste der Batman-Filme und -Serien

Honest Trailer zu „Batman und das Phantom“

Für manche gilt der Animationsfilm Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) als einer der besten Batman-Kinofilme. Zweifelsfrei ist dieses Prequel zu The Animated Series ein Glücksfall: unter hohem Zeitdruck entstanden, aber von einer Tiefe, wie man sie eher von den Spielfilmen erwarten könnte.

Die Screen Junkies haben mal versucht, in ihrem Honest Trailer das Ganze nicht ernst zu nehmen. Da man über den Film aber kaum etwas Schlechtes sagen kann, wirken die Witze aber etwas bemüht. Die ganzen anachronistisch Vergleiche zu späteren Batman-Filmen sind völlig deplaziert. Und so wird ein weiterer Versuch der Satire zur verkappten Würdigung.

Leider ist der Batman und das Phantom noch immer nicht in Deutschland auf Blu-ray erschienen (genauso wie die dazugehörige Serie). Man muss leider mit dem Stream vorlieb nehmen.

>> Liste der Batman-Filme und Serien

Alex Ross: Einblicke eines Comic-Künstlers

Seit drei Jahren erklärt Comic-Künstler Alex Ross seine Arbeit in seinem YouTube-Kanal. Meistens sind es kurze Clips zu einzelnen Themen, wie etwa Batman oder Shazam. Jetzt hat Ross ein halbstündiges Video veröffentlicht, in dem er nicht nur erklärt, was er seit der Coronakrise gemacht hat, sondern er beantwortet auch Fragen seiner Fans: zu seinem Meisterwerk Kingdom Come, zu seinem realistischen Malstil und zu seinem Arbeitsprozess. Das ist nicht nur für Zeichner und alle, die es werden wollen, interessant, sondern auch für alle Fans, die mehr über die Kunst und das Handwerk hinter den bunten Bildern wissen wollen.

Green Lantern, Aquaman, Flash, Superman, Batman, Wonder Woman, Martian Manhunter

JLA von Alex Ross (DC Comics)

Ross erklärt auch, was ihn zum Arbeiten antreibt – und das ist ernüchternd: Er muss ganz einfach Geld verdienen. Und sein Tipp, wie man ein Comiczeichner wird? Man muss es zu den Job machen, noch bevor man dafür bezahlt wird. Das heißt auch: viele Dinge zu zeichnen, auf die man nicht unbedingt Lust hat, nicht nur Pin-ups, sondern auch ganze Comicseiten. Am Ende ist das Dasein als Künstler also auch nur ein Broterwerb mit viel Kärrnerarbeit.

Mehr von Alex Ross:


 

Die halbe Geschichte hinter DC Comics

Warner Bros. versorgt uns weiterhin mit Perlen aus dem Archiv: Auf YouTube ist jetzt die 90-minütige Dokumentation Secret Origin: The Story of DC Comics zu sehen. Darin erzählt Ryan Reynolds die Geschichte des Comic-Verlags nach, der 1934 als National Allied Publications gegründet wurde und seit 1938 die ersten Superheldencomics verlegte: Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Aquaman, aber auch Jack Kirbys New Gods, Alan Moores Watchmen und Neil Gaimans Sandman.

Und auch wenn vieles davon Fans vertraut sein dürfte, ist diese Doku vor allem eins: Eine gelungene Liebeserklärung an das Medium Comic und das Genre der Superhelden. Warum wir sie seit acht Jahrzehnten lesen und wohl noch in einem Jahrhundert lesen werden.

Allerdings ist der Titel „Secret Origin“ nicht nur übertrieben, sondern auch offensichtlich falsch. Denn gerade die unliebsamen Kapitel werden ausgeklammert, wie etwa die traurige Geschichte der Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster, sowie die fehlende Anerkennung von Bill Finger als Ko-Erfinder von Batman. Das sind keine Ruhmesblätter für DC – die muss man woanders suchen. Insofern erzählt die Doku leider nur die halbe Geschichte.

Weitere Dokus aus dem Warner-Kanal:

Batmans Retter: Dennis O’Neil

Der Tod von Dennis „Denny“ O’Neil im Juni gibt Anlass dazu, sich der Bedeutung dieses Autors bewusst zu werden. Vor allem für Batman. Denn während heute vor allem Frank Miller als Erfinder des modernen Batman gilt, wird oft übersehen, dass O’Neil schon in den 1970 den Grundstein dafür gelegt hat. Zusammen mit Zeichner Neal Adams hat er Batman wieder zu einem düsteren Einzelgänger gemacht. Damit wurde er nicht nur zu seinem Ursprung zurückgeführt, Batman fand auch wieder mehr in der wahren Welt statt.

Das war auch dringend nötig, denn in den 60ern war Batman nicht mehr ernst zu nehmen. Zunächst wurden die Geschichten immer verrückter, doch durch die TV-Serie mit Adam West war der trashige Ruf zementiert. Comicverkäufe nahmen ab. O’Neil hat sozusagen Batman gerettet, wie es in dem oben stehenden Video-Essay auf YouTube heißt.

Doch auch wenn er bedeutendes geleistet hat, wie etwa den Joker wieder zu einem zynischen Mörder zu machen, Two-Face als ernstzunehmenden Charakter zu etablieren oder Ra’s al Ghul zu erfinden, es ist nicht allein sein Verdienst. Denn einen ersten Versuch, Batman zu modernisieren, gab es schon 1964 (Detective Comics #327). Der wurde allerdings durch den Einfluss der TV-Serie wieder zunichte gemacht. Die Comics wurden dem Stil und dem Niveau der Serie angepasst. Und danach wurde bereits 1969 (Batman #217) Batman radikal geändert: Dick Grayson zog aus, ging aufs College, Bruce Wayne verließ Wayne Manor und richtete sein Batman-Hauptquartier im Wayne Tower ein. Das war der eigentliche Neubeginn für die Figur. Damals hieß der Autor aber noch Frank Robbins.

Das alles soll O’Neils Verdienste nicht schmälern. Es soll nur zeigen, dass Entwicklungen immer ein Kontinuum darstellen und es für jeden Autor Vordenker gibt und dass kreative Arbeit häufig Teamarbeit ist. In dem Fall spielt auch DC-Redakteur Julius „Julie“ Schwartz eine wichtige Rolle. Wenn einer Batman „gerettet“ hat, dann war es er.

>> Batman-Chronik

Von Captain Marvel zu Shazam (und Miracleman)

Eigentlich müsste er heute die Nummer eins der Superhelden sein. Eigentlich spricht er Kinder (Jungs) viel mehr an als Superman oder Batman oder Robin, weil er selbst ein Kind im Körper eines Mannes ist. Eigentlich müsste er Captain Marvel heißen. Stattdessen wird er heute „Shazam“ genannt, obwohl bereits seit 2002 auch ein Musikdienst so heißt. Captain Marvel ist eine Frau von der Konkurrenz und er selbst wirkt nur wie ein Abklatsch von Superman. Dass er das nicht ist, konnte man zuletzt im Kino sehen: Shazam! war ein viel größeres Vergnügen als der deprimierende und ermüdende Man of Steel von Zack Snyder.

Doch in den 1940ern war er viel beliebter als Superman. Er war auch der erste Superheld überhaupt, der ins Kino kam (mit einem Serial). Und weil National Publications (heute DC Comics) sich nicht gerne von der Konkurrenz ausbooten ließ, klagte der Verlag so lange wegen Urheberrechtsverletzung, bis der Verlag Fawcett pleite war und Captain Marvel 1953 eingestellt wurde. Später kaufte DC die Rechte und machte ihren eigenen Helden daraus. Und weil der Ausruf „Shazam!“ eine stärkere Marke ist als Captain Marvel und damit auch keine Verwechslungsgefahr besteht, wurde er eben umbenannt.

Eine einstündige Doku von Warner Bros. erzählt die wechselreiche Geschichte des Superhelden nach, während Alex Ross (Kingdom Come, Justice) in seinem 20-Minuten-Video ein Bild präsentiert, auf dem er alle Figuren abbildet, die von Shazam beeinflusst wurden, darunter auch Marvel-Gestalten wie Thor und Captain Marvel.

Dass Captain Marvel in Großbritannien eine zweite Karriere beschert war, davon erzählt der YouTube-Kanal Nerdwriter. Nach dem Ende von Captain Marvel wurde auf der Insel „Marvelman“ daraus, später „Miracleman“ und ein aufstrebender junger Autor erfand ihn nicht nur in den 80ern neu, sondern schrieb damit auch selbst ein Stück Comicgeschichte: Alan Moore, der später mit Comics V for Vendetta und Watchmen berühmt werden sollte.

Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden