Video

Die Entstehung der Dark-Knight-Trilogie

Vor 15 Jahren startete Batman im Kino neu durch: Nach den albernen Kinofilmen der 90er hat Christopher Nolan mit Batman Begins den Superhelden geerdet und glaubwürdig gemacht. Christian Bale spielte einen überzeugenden Bruce Wayne, der zunächst sich selbst finden muss, bevor er alles verliert. Gesteigert wurde das Konzept in The Dark Knight, in dem Batman auf den Joker traf. Im dritten Teil, The Dark Knight Rises, ging dem Franchise leider die Puste aus.

Wer nachvollziehen will, wie die Dark-Knight-Trilogie entstanden ist, dem sei das oben stehende Video empfunden. In dem Making-of kommen die Macher zu Wort und erzählen von dem aufwendigen Prozess hinter den Filmen.

>> Liste der Batman-Filme und -Serien

Honest Trailer zu „Batman und das Phantom“

Für manche gilt der Animationsfilm Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) als einer der besten Batman-Kinofilme. Zweifelsfrei ist dieses Prequel zu The Animated Series ein Glücksfall: unter hohem Zeitdruck entstanden, aber von einer Tiefe, wie man sie eher von den Spielfilmen erwarten könnte.

Die Screen Junkies haben mal versucht, in ihrem Honest Trailer das Ganze nicht ernst zu nehmen. Da man über den Film aber kaum etwas Schlechtes sagen kann, wirken die Witze aber etwas bemüht. Die ganzen anachronistisch Vergleiche zu späteren Batman-Filmen sind völlig deplaziert. Und so wird ein weiterer Versuch der Satire zur verkappten Würdigung.

Leider ist der Batman und das Phantom noch immer nicht in Deutschland auf Blu-ray erschienen (genauso wie die dazugehörige Serie). Man muss leider mit dem Stream vorlieb nehmen.

>> Liste der Batman-Filme und Serien

Alex Ross: Einblicke eines Comic-Künstlers

Seit drei Jahren erklärt Comic-Künstler Alex Ross seine Arbeit in seinem YouTube-Kanal. Meistens sind es kurze Clips zu einzelnen Themen, wie etwa Batman oder Shazam. Jetzt hat Ross ein halbstündiges Video veröffentlicht, in dem er nicht nur erklärt, was er seit der Coronakrise gemacht hat, sondern er beantwortet auch Fragen seiner Fans: zu seinem Meisterwerk Kingdom Come, zu seinem realistischen Malstil und zu seinem Arbeitsprozess. Das ist nicht nur für Zeichner und alle, die es werden wollen, interessant, sondern auch für alle Fans, die mehr über die Kunst und das Handwerk hinter den bunten Bildern wissen wollen.

Green Lantern, Aquaman, Flash, Superman, Batman, Wonder Woman, Martian Manhunter

JLA von Alex Ross (DC Comics)

Ross erklärt auch, was ihn zum Arbeiten antreibt – und das ist ernüchternd: Er muss ganz einfach Geld verdienen. Und sein Tipp, wie man ein Comiczeichner wird? Man muss es zu den Job machen, noch bevor man dafür bezahlt wird. Das heißt auch: viele Dinge zu zeichnen, auf die man nicht unbedingt Lust hat, nicht nur Pin-ups, sondern auch ganze Comicseiten. Am Ende ist das Dasein als Künstler also auch nur ein Broterwerb mit viel Kärrnerarbeit.

Mehr von Alex Ross:


 

Die halbe Geschichte hinter DC Comics

Warner Bros. versorgt uns weiterhin mit Perlen aus dem Archiv: Auf YouTube ist jetzt die 90-minütige Dokumentation Secret Origin: The Story of DC Comics zu sehen. Darin erzählt Ryan Reynolds die Geschichte des Comic-Verlags nach, der 1934 als National Allied Publications gegründet wurde und seit 1938 die ersten Superheldencomics verlegte: Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Aquaman, aber auch Jack Kirbys New Gods, Alan Moores Watchmen und Neil Gaimans Sandman.

Und auch wenn vieles davon Fans vertraut sein dürfte, ist diese Doku vor allem eins: Eine gelungene Liebeserklärung an das Medium Comic und das Genre der Superhelden. Warum wir sie seit acht Jahrzehnten lesen und wohl noch in einem Jahrhundert lesen werden.

Allerdings ist der Titel „Secret Origin“ nicht nur übertrieben, sondern auch offensichtlich falsch. Denn gerade die unliebsamen Kapitel werden ausgeklammert, wie etwa die traurige Geschichte der Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster, sowie die fehlende Anerkennung von Bill Finger als Ko-Erfinder von Batman. Das sind keine Ruhmesblätter für DC – die muss man woanders suchen. Insofern erzählt die Doku leider nur die halbe Geschichte.

Weitere Dokus aus dem Warner-Kanal:

Batmans Retter: Dennis O’Neil

Der Tod von Dennis „Denny“ O’Neil im Juni gibt Anlass dazu, sich der Bedeutung dieses Autors bewusst zu werden. Vor allem für Batman. Denn während heute vor allem Frank Miller als Erfinder des modernen Batman gilt, wird oft übersehen, dass O’Neil schon in den 1970 den Grundstein dafür gelegt hat. Zusammen mit Zeichner Neal Adams hat er Batman wieder zu einem düsteren Einzelgänger gemacht. Damit wurde er nicht nur zu seinem Ursprung zurückgeführt, Batman fand auch wieder mehr in der wahren Welt statt.

Das war auch dringend nötig, denn in den 60ern war Batman nicht mehr ernst zu nehmen. Zunächst wurden die Geschichten immer verrückter, doch durch die TV-Serie mit Adam West war der trashige Ruf zementiert. Comicverkäufe nahmen ab. O’Neil hat sozusagen Batman gerettet, wie es in dem oben stehenden Video-Essay auf YouTube heißt.

Doch auch wenn er bedeutendes geleistet hat, wie etwa den Joker wieder zu einem zynischen Mörder zu machen, Two-Face als ernstzunehmenden Charakter zu etablieren oder Ra’s al Ghul zu erfinden, es ist nicht allein sein Verdienst. Denn einen ersten Versuch, Batman zu modernisieren, gab es schon 1964 (Detective Comics #327). Der wurde allerdings durch den Einfluss der TV-Serie wieder zunichte gemacht. Die Comics wurden dem Stil und dem Niveau der Serie angepasst. Und danach wurde bereits 1969 (Batman #217) Batman radikal geändert: Dick Grayson zog aus, ging aufs College, Bruce Wayne verließ Wayne Manor und richtete sein Batman-Hauptquartier im Wayne Tower ein. Das war der eigentliche Neubeginn für die Figur. Damals hieß der Autor aber noch Frank Robbins.

Das alles soll O’Neils Verdienste nicht schmälern. Es soll nur zeigen, dass Entwicklungen immer ein Kontinuum darstellen und es für jeden Autor Vordenker gibt und dass kreative Arbeit häufig Teamarbeit ist. In dem Fall spielt auch DC-Redakteur Julius „Julie“ Schwartz eine wichtige Rolle. Wenn einer Batman „gerettet“ hat, dann war es er.

>> Batman-Chronik

Von Captain Marvel zu Shazam (und Miracleman)

Eigentlich müsste er heute die Nummer eins der Superhelden sein. Eigentlich spricht er Kinder (Jungs) viel mehr an als Superman oder Batman oder Robin, weil er selbst ein Kind im Körper eines Mannes ist. Eigentlich müsste er Captain Marvel heißen. Stattdessen wird er heute „Shazam“ genannt, obwohl bereits seit 2002 auch ein Musikdienst so heißt. Captain Marvel ist eine Frau von der Konkurrenz und er selbst wirkt nur wie ein Abklatsch von Superman. Dass er das nicht ist, konnte man zuletzt im Kino sehen: Shazam! war ein viel größeres Vergnügen als der deprimierende und ermüdende Man of Steel von Zack Snyder.

Doch in den 1940ern war er viel beliebter als Superman. Er war auch der erste Superheld überhaupt, der ins Kino kam (mit einem Serial). Und weil National Publications (heute DC Comics) sich nicht gerne von der Konkurrenz ausbooten ließ, klagte der Verlag so lange wegen Urheberrechtsverletzung, bis der Verlag Fawcett pleite war und Captain Marvel 1953 eingestellt wurde. Später kaufte DC die Rechte und machte ihren eigenen Helden daraus. Und weil der Ausruf „Shazam!“ eine stärkere Marke ist als Captain Marvel und damit auch keine Verwechslungsgefahr besteht, wurde er eben umbenannt.

Eine einstündige Doku von Warner Bros. erzählt die wechselreiche Geschichte des Superhelden nach, während Alex Ross (Kingdom Come, Justice) in seinem 20-Minuten-Video ein Bild präsentiert, auf dem er alle Figuren abbildet, die von Shazam beeinflusst wurden, darunter auch Marvel-Gestalten wie Thor und Captain Marvel.

Dass Captain Marvel in Großbritannien eine zweite Karriere beschert war, davon erzählt der YouTube-Kanal Nerdwriter. Nach dem Ende von Captain Marvel wurde auf der Insel „Marvelman“ daraus, später „Miracleman“ und ein aufstrebender junger Autor erfand ihn nicht nur in den 80ern neu, sondern schrieb damit auch selbst ein Stück Comicgeschichte: Alan Moore, der später mit Comics V for Vendetta und Watchmen berühmt werden sollte.

Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden

Superman und wie er in die Welt kam

Superman von Jorge Jimenez (DC Comics)

Auch wenn hier, auf dieser Seite, so getan wird: Es gibt ja nicht nur Batman. Es gibt auch ein paar andere Supertypen, die ganz ähnlich aussehen und Gutes tun. Wie zum Beispiel diesen Typen in Blau, mit dem roten Umhang. Der kann sogar richtig fliegen und nicht nur so tun als ob. Und der ist auch viel stärker als Batman, auch wenn er nie eine Muckibude besucht hat. Und er gewinnt auch jede Prügelei, ohne je eine Kampfkunst im fernen Osten erlernt zu haben. Nun soll man aber nicht denken, ihm sei alles in die Wiege gelegt worden. Denn auch er hat seine Eltern als Kind verloren und auch seine Ziehmutter heißt bekanntlich auch Martha, aber darauf soll man sich nicht zu viel einbilden. Und während Batman einer Fledermaus nicht wirklich ähnlich sieht, wird der Blaue – nur weil er sich am Himmel herumtreibt – ständig mit einem Vogel oder Flugzeug verwechselt.

Wer wissen will, wie das alles mit Superman angefangen hat und sich diese genau betrachtet recht kuriose Gestalt zur Pop-Ikone gemausert hat, die immer noch Comics und Filme füllt, zu der jeder eine Meinung hat, auch wenn Batman ihm längst den Rang abgelaufen hat, der kann sich diese aufwendige, fast zweistündige Dokumentation Look Up In the Sky: The Amazing Story of Superman ansehen, die Warner Bros. auf seinen YouTube-Kanal gestellt hat.

Leider hat der Film zwei Haken: Erstens stammt er aus dem Jahr 2006 (zum Kinofilm Superman Returns), ist also nicht mehr ganz taufrisch. Zweitens wird er gesprochen von Lex Luthor alias Kevin Spacey. Wer verkraften kann, dass der Schurkendarsteller auch im wahren Leben kein Unschuldslamm ist, dem sei dieses Video zur Bildung und Unterhaltung empfohlen. Und wer danach Lust hat, die Abenteuer des Mannes aus Stahl nachzulesen, der findet hier die passende Liste:

>> Superman-Comics

Alex Ross erklärt seinen Batman

Batman von Alex Ross (DC Comics)

Kaum einer verdient das Prädikat eines Künstlers mehr als Alex Ross. Seine Gemälde sind so lebensecht, so dramatisch, so atmosphärisch und detailverliebt, dass jedes in einem Museum hängen könnte. Nein, man müsste ihm eigentlich ein eigenes Museum bauen, so viel wie er schon gemacht hat. In diesem Jahr ist er (erst) 50 Jahre alt geworden.

Nach seinem Epos Marvels für Marvel (1994), – das erschien, als Ross erst 24 Jahre alt war – illustrierte er für DC Kingdom Come, Superman: Peace on Earth, Batman: War (The World’s Greatest Super-Heroes) sowie Justice, dazu schuf er unzählige Cover.

Auf seinem YouTube-Kanal gibt er Einblicke in seine Arbeit. In diesem Video erklärt der Meister selbst, wie er an Batman herangegangen ist. Er erklärt, warum die Maske aussieht, als wäre sie nur aufs Gesicht gemalt und wie er auf das berühmte Bild von Bruce Waynes vernarbtem Rücken gekommen ist.

Spuren des Kampfes: Bruces Wayne zeigt seinen Rücken. (DC Comics)

Hier beschreibt Alex Ross, wie er zu seinem berühmtesten Joker-Bild kam, das ihn mit Harley Quinn zeigt.

 

Honest Trailers zu Birds of Prey und Justice League: The Snyder Cut

Birds of Prey hat im Kino gerade einmal etwas mehr als 200 Millionen US-Dollar eingespielt. Das mag doppelt so viel sein wie die Produktionskosten, aber dürfte kaum genug sein, um sie zu decken. Obwohl der Film überwigend positiv besprochen wurde, blieb ihm der kommerzielle Erfolg des miesen Suicide Squad verwehrt. Das mag daran liegen, dass das Leben unfair ist. Oder einfach daran, dass Birds of Prey keinen Erfolg verdient (wie ich finde).

Wie dem auch sei: Was sich an dem Streifen aussetzen lässt, haben die Screen Junkies in ihrem Honest Trailer mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin. Allerdings ist es sehr richtig beobachtet, dass Harley Quinn sich nicht wirklich vom Joker emanzipiert, wenn sie im Grunde weiterhin seine Clowns-Masche kopiert.

Schluss mit dem Snyder-Cut

Und dann gibt es noch einen Honest Trailer zum „Snyder Cut“ von Justice League (zu dem es bereits einen Honest Trailer gibt.) Bevor jetzt alle Anhänger jubeln: Nein, Warner Bros. hat noch immer nicht den „Snyder Cut“ veröffentlicht – und wird es wohl auch niemals tun. (Hintergrund: Nach dem Rückzug von Regisseur Zack Snyder in der Postproduktion hat Joss Whedon den Film zum Teil umgeschrieben und neue Szenen gedreht, dafür andere rausgeschnitten, die etwa im Trailer zu sehen waren.) Also bitte hört endlich damit auf, einen Film zu fordern, der wahrscheinlich nicht besser sein wird als das, was im Kino zu sehen war.

Für alle, die diese nicht enden wollende Fan-Aktion so nervt wie mich, bietet dieser Honest Trailer eine wunderbare Parodie darauf. Viel Spaß damit!