Joker

Die abgründige Schönheit des Lächelns

DC Comics

Titel: Joker: Killer Smile

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Andrea Sorrentino

Erschienen: 2019-2020 (Joker: Killer-Smile #1-3, Batman: The Smile Killer #1), Hardcover 2020


„Laughter … That is true beauty.“ (Joker)

Wir haben ein Joker-Problem. Es gibt zu viel von ihm. Nicht nur in der regulären Serie taucht er ständig auf, auch in Specials und Miniserien. Und das liegt nicht nur am 80-jährigen Jubiläum in diesem Jahr. Keiner der Batman-Titel, die DC unter seinem Black Label herausgebracht hat, kommt ohne den Joker aus (z. B. Damned, Harleen, White Knight). Gleich drei Miniserien tragen seinen Namen, eine weitere ist angekündigt.

Eine davon ist der Dreiteiler Joker: Killer Smile. Eigentlich müsste man das mit einem Seufzen zur Ketnnis nehmen, wären da nicht die Macher: Jeff Lemire und Andrea Sorrentino sind so etwas wie ein Traumpaar der Comicbranche, gemeinsam haben sie nicht nur Green Arrow und Old Man Logan, sondern auch die Horrorserie Gideon Falls geschaffen. Und jede dieser Serien ist dank Sorrentinos Meisterschaft ein Genuss für sich. Der Zeichner versteht es nicht nur, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, sondern reizt das Medium auch jedes Mal auf überraschende Weise aus, indem er mit Layouts experimentiert, Anordnungen fragmentiert und durcheinander wirft. Seine Seiten sind wahre Kunstwerke.

Der böse Clown Mr. Smiles

Und so wird auch in Killer Smile die Erwartung gebrochen: Statt den Joker mal wieder gegen Batman antreten und seine schwierige Beziehung zu ihm auszuloten (gähn!), wird eine kleine, fast schon intime Geschichte erzählt. Der Joker wird in Arkham von Dr. Ben Arnell behandelt. Während der Therapie gesteht der Joker ihm, dass er immer nur im Sinn gehabt habe, Schönheit in die Welt zu bringen – der Schurke verkannter als Künstler oder vielmehr Unterhalter, wie er sich selbst nennt. Der Psychiater ist ebenfalls ein Idealist, der sich einen Durchbruch erhofft, der nicht nur den Joker von seiner Psychose heilt, sondern auch Erkenntnisse bringt, die anderen helfen können. Doch die Geduld seiner Vorgesetzten ist am Ende: Er bekommt nur noch zwei Wochen Zeit.

Das eigentliche Problem jedoch: Arnell nimmt die Arbeit mit nach Hause. Der Joker verfolgt ihn in Gedanken, er kann nachts nicht schlafen, hat Albträume, im Wachzustand sieht er Morde, wo keine sind. Und dann ist da noch ein unheimliches Kinderbuch von dem bösen Clown Mr. Smiles, das er seinem Sohn vorlesen soll und von dem er sich fragt, wo es eigentlich herkommt.

DC Comics

Was ist hier los? Und wer behandelt hier eigentlich wen? Das sind die Fragen, die die Spannung erzeugen und am Ende auf eine furchterregende Eskalation hinauslaufen. So gruselig das Ganze inszeniert ist, so bildgewaltig und mitreißend ist es auch. Sorrentino erweist sich erneut als Virtuose des Visuellen und Lemire lässt ihm mit seiner aufs Nötigste reduzierten Geschichte viel Spielraum, sich zu entfalten. Da gibt es Panels in Form von Zähnen und Fischen, Seiten aus einem Kinderbuch, die wie von einem anderen Künstler geschaffen zu sein scheinen.

Der Joker wird hier mystifiziert als eine Urgewalt, als eine Art Krankheit, die jeden infiziert und korrupiert, mit der sie zu tun hat. Keine neue Facette (vgl. Azzarellos Joker), aber eine, in der sich die Leser wiederfinden und sich fragen können: Warum eigentlich sind WIR so fasziniert von dieser Figur? Vielleicht weil er so ungreifbar bleibt – und daher der perfekte Schurke ist.

Batman und der Smile Killer

Auch Batman ist davor nicht gefeit. Im One-shot Batman: The Smile Killer lernen wir, dass schon der junge Bruce Wayne Bekanntschaft mit Mr. Smiles gemacht hat – in einer TV-Show für Kinder. Wenn auch einer ziemlich seltsamen Show, in der die Handpuppe Kinder dazu auffordert, mit einer möglichst großen und scharfen Schere zu basteln. Nachdem Bruce Mr. Pouts gezeichnet hat (eine Art Batman), soll er sich ein Auge ausstechen. Seine Mutter kann ihn gerade noch davor bewahren. Allerdings verpasst sie ihm eine Ohrfeige.

Jahre später jagt Batman den Joker und findet sich plötzlich selbst als Patient in Arkham wieder. Batman soll nur eine Illusion sein, sagt ihm sein Mitinsasse, Ben Arnell. Das Motiv ist vertraut: Man kennt es aus The Last Arkham, sowie aus Dreams in Darkness (BTAS S01E28), außerdem bedient sich die Story bei Motiven aus Identity Crisis (Detective Comics #633, 1991) bzw. Perchance to Dream (BTAS S01E30). Hier jedoch wird es zugespitzt: Der kleine Bruce soll, in Clownsschminke, seinen Vater erschossen haben. Seitdem wird er von James Gordon behandelt. Hier wird eine Shutter-Island-Story draus. So scheint es zumindest …

Denn es endet offen, wenn man überhaupt von einem Ende sprechen kann, selbst das bleibt offen. Und so lässt einen dieser Schlussteil mit einem Rätsel zurück. Wird es eine Fortsetzung geben? So verlockend es scheint: Vielleicht wäre es besser, wenn manche Rätsel ungelöst bleiben. So bleibt man als Leser selbst in dieser kafkaesken Situation gefangen. Und damit hätte man immerhin eine weitere Joker-Story mit Mehrwert. Eine, die sich traut, die Grenzen des Erzählbaren weiter auszureizen. Bis hin ins Irrationale.

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Batman als Raumpilot im Jahr 2050

Batman & Robin in Bat-Ship

DC Comics

Titel: Batman In the Future

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1950 (Batman #59)


Hin und wieder unternehmen Bruce Wayne und Dick Grayson auch mal Zeitreisen. Dazu lassen sie sich von einem Psychiater hypnotisieren und der versetzt sie dann auf wundersame Weise in die Vergangenheit. Nachdem sie mal wieder den Joker festgenommen haben, fragen sie sich: Wie kommt es, dass der Joker so ist, wie er ist? Vielleicht liegt es in der Familie, denn der behauptet selbst, aus einer Familie von Clowns zu stammen. Um herauszufinden, wie man den Joker rehabilitieren kann, wollen Batman und Robin 100 Jahre zurückversetzt werden. Doch der Psychiater bringt sie aus Versehen 100 Jahre in die Zukunft.

Im Jahr 2050 ist das Sonnensystem besiedelt und man leistet sich Rennen durchs Weltall mit Raketen – das Übliche also. Das Ungewöhnlichste an dieser Zukunft ist aber, dass der Joker ein Gesetzeshüter ist. Dieser Nachkomme hat allerdings rätselhafterweise ebenfalls ein weißes Gesicht, rote Lippen und grüne Haare. Er ist auf der Suche nach einem Saboteur von Raketen.

Batman und Robin helfen ihm dabei, indem sie sich in einer Raketenfabrik ans Fließband stellen und als Mechaniker betätigen. Um ihre Geheimidentitäten zu wahren (falls mal jemand in ihre Zeit kommt), tragen sie ihre Masken und Kostüme – Batman gibt sie als Arbeitsschutz aus … Eine Woche vergeht. Dann retten sie den Fabrikleiter, bekommen zum Dank ein eigenes Schiff, das Bat-Ship, und können so ihre Mission erfüllen.

Da leuchtet plötzlich Bat-Signal von der Erde auf den Mond – überdeutlich zu sehen. Wie groß und stark müsste so eine Lampe wohl sein, um das zu schaffen? Egal. Es macht auf jeden Fall einiges her für ein prächtiges, ikonisches Cover. Batmans Licht der Gerechtigkeit strahlt über die Erde hinaus. Und das ist es auch, was von dieser kuriosen Geschichte im Gedächtnis bleibt. Dass sich der Saboteur durch radioaktiven Staub verrät, der im Dunkeln leuchtet – das ist eher nicht der Rede wert.

>> Batman 1950-1959

Fluch des Weißen Ritters, Segen für die Leser

Batman: Curse of the White Knight

DC Comics

Titel: Batman: Curse of the White Knight (dt. Der Fluch des Weißen Ritters)

Autor/Zeichner: Sean Murphy

Erschienen: 2019-2020 (#1-8), Hardcover 2020


Neulich habe ich folgendes Zitat von Comic-Autor Garth Ennis (The Boys, Preacher) gefunden: „I find most superhero stories completely meaningless“, sagte er bereits 2012 auf SciFiNow. „You’re never going to see any real growth. The stories can’t end, so they’ll never mean anything.“ So ist es leider auch oft mit Batman: Was sich innerhalb der Continuity abspielt, ist selten von echter Tragweite. Was auch immer geschieht, man kehrt doch immer wieder zum Status quo zurück. Selbst ein „Tod in der Familie“ ist bedeutungslos geworden, weil er früher oder später rückgängig gemacht wird. Das liegt in der Grundstruktur endloser Geschichten: Sie müssen immer weitergehen. Daher wird Personal nicht verheizt.

Anders hingegen ist es bei Storys, die für sich stehen – unabhängig von Continuity. Sean Murphys Miniserie White Knight ist in den vergangenen Jahren das beste Beispiel dafür. Einerseits stark traditionsbewusst, andererseits radikal anders. Die 80-jährige Batman-Geschichte verwendet er nur als Vorlage für einen Remix, um etwas Neues zu schaffen. Dieses Erfolgsrezept hat er mit Curse of the White Knight fortgeschrieben.

Batman trifft Azrael

Der Joker kommt wieder frei und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, um Batman endgültig fertigzumachen. Hinter ihm steht eine ominöse Frau namens Ruth, die im Auftrag von Gothams Elite einen neuen Batman erschafft, der den alten ersetzen soll: Azrael. Hinter der Maske steckt der alte Kriegsveteran Jean-Paul Valley, der nur mitmacht, weil ihm eine bessere Krebstherapie versprochen wird. Doch die Geschichte geht noch viel weiter zurück: Wir erfahren von einem alten Familiengeheimnis der Waynes, die bis zur Gründung von Gotham zurückreicht und auch den Orden von St. Dumas betrifft.

Batgirl, Azrael, Joker by Sean Murphy

Cover zu Curse of the White Knight (DC Comics)

Keine Sorge: Ich werde nicht zu viel verraten. Nur so viel sei gesagt: Es geht zur Sache – und zwar heftig. Wertvolle Dinge werden zerstört und es gibt viele Tote, darunter sehr bekannte Figuren. Batman macht sich in den eigenen Reihen Feinde, steht isoliert da, will wie immer den einsamen, selbstlosen Märtyrer spielen. Mit der Masche übertreibt es Batman aber, dass es mitunter nervt. Wie üblich zweifelt er an seiner Rolle als Batman, will sie aufgeben, aber dass ihn das dunkle Familiengeheimnis nicht mehr ein Wayne sein lassen will, geht dann doch in Sachen Melodrama zu weit.

Fortsetzung mit Harley Quinn

Aber ansonsten ist Curse of the White Knight ein würdiger, weil radikaler Nachfolger. Der Autor verspricht, in seinem Universum konsequent zu bleiben: Wer tot ist, bleibt tot, lautet eine von Sean Murphys Regeln. Und damit schockieren die Ereignisse umso mehr. Und bei der Rasanz seiner Geschichte bleibt kaum Zeit, das alles zu verarbeiten. Als Leser bleibt man mit der Frage zurück: Wie soll das alles noch weitergehen?

Im Oktober geht es zunächst weiter mit dem Sechsteiler Batman: White Knight Presents Harley Quinn. Murphy hat die Figur extrem weiterentwickelt, von der nervigen Psychopatin und Punk-Göre zu einer klugen, nachdenklichen und empathischen Frau, die jetzt sogar Mutter von Zwillingen ist. Außerdem sind Spin-offs zu Nightwing und Batgirl geplant.

Neue Vorgeschichte für Mr. Freeze

In Curse of the White Knight ist bereits der Tie-in Von Freeze enthalten, der Victor Fries‘ Familiengeschichte aus dem Dritten Reich nacherzählt. Auch hier beweist Sean Murphy nicht nur den Mut, altbekannte Charaktere radikal neu zu denken, sondern sie auch in ein ernsthaftes historisches Setting zu versetzen. Eine starke Story, wären da nicht die sperrigen Zeichnungen von Klaus Janson – sorry, bin kein Fan. Vor allem im Vergleich zu Murphys genialem dynamischen Stil kann der Altmeister nicht mithalten.

Damit erweist sich der zweite White-Knight-Band als Segen für die Leser. Er zeigt, wie man Superhelden heute erzählen muss: Als Geschichten, die sich weiterentwickeln, die Konsequenzen haben und darin auch konsequent bleiben. Nur so erhalten sie Bedeutung, nur so kann man mitfiebern, wenn man merkt: Die Risiken, die Helden eingehen, sind erst dann welche, wenn alles auf dem Spiel steht. Solchen Storys gehört die Zukunft, denn sie bleiben in Erinnerung. Damit ist Murphys White-Knight-Saga immer noch das Beste, was man heute an Batman-Comics bekommt.

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„Batman/Catwoman“ beginnt im Dezember

Die ersten Cover zu „Batman/Catwoman“ (DC Comics)

Mit fast einem Jahr Verzögerung soll die erste Ausgabe von Batman/Catwoman am 1. Dezember 2020 erscheinen – gerade noch rechtzeitig zum ausgehenden Catwoman-Jubiläumsjahr. In dem Zwölfteiler beendet Autor Tom King seine Batman-Storyline, die ursprünglich auf rund 100 Ausgaben geplant war, aber mit City of Bane in Heft 85 vorläufig endete. Zum Glück, wie nicht nur ich finde, denn King hat den Bogen mit Batman deutlich überspannt – nicht nur wegen der umstrittenen „Hochzeit„.

Wer allerdings nicht genug kriegen kann vom Techtelmechtel zwischen „Bat“ und „Cat“, der darf sich auf eine Maxiserie freuen, die in drei verschiedenen Zeitebenen die On-Off-Beziehung behandelt. In der Vergangenheit geht Tom King schon wieder der Frage nach, wann und wie sich die beiden zum ersten Mal trafen (Boot, Straße oder Dach? Wen juckt’s? Es reicht!). In der Zukunft endet ihre Ehe mit dem Tod von Bruce und Selina will eine alte offene Rechnung begleichen. In der Gegenwart trifft das Paar auf Bruces alte Flamme, Andrea Beaumont, besser bekannt als Phantasm (dt. Phantom). Und natürlich darf auch der Joker nicht fehlen – denn ohne ihn geht es anscheinend nicht mehr. (Oder DC traut Batman nicht zu, auch ohne ihn auszukommen.)

Wer die typischen Tom-King-Sprechblasen ignoriert (die mich – wo sie mich nicht einschläfern – mittlerweile zur Weißglut bringen), kann sich immerhin an den Zeichnungen von Clay Mann und Tomeu Morey erfreuen. Mann hat bereits mit King an Batman und Heroes in Crisis gearbeitet und ist ein wahrer Meister des ausdrucksvollen Strichs.

DC verspricht eine monatliche Erscheinungsweise, außer im Juni 2021, da soll es ein Batman/Catwoman Special geben. Ach ja, und da das Ganze unter DCs Black Label erscheint, kann man davon ausgehen, dass es „erwachsener“ zugehen wird. Unzensierte Flüche und Sex? Mehr Kaufanreiz geht nicht …

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Batman und die Aussteiger

Batman Gotham Nights #7, 9, 10 (DC Comics)

Titel: Gotham Nights

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2020 (Gotham Nights #7-12)


Der Joker würde gerne als Comedian aufsteigen, fällt aber bloß in die Lächerlichkeit und steigt hinab in den Wahnsinn, woraufhin er seinen Promoter in den Kofferraum steigen lässt. Und während Batman eine Leiche im Koffer untersucht, versucht Two-Face mithilfe der Liebe aus dem Dasein als Krimineller auszusteigen. Killer Moth findet für seinen eigenen Ausstieg eine kreative Lösung. Und Signal versucht, einem alten Jugendfreund zu helfen, aus einer Gang auszusteigen, während der Sohn von Tony Zucco das bereits geschafft hat.

Man sieht: In Gotham Nights #7-12 geht sehr viel um Aufsteiger, Absteiger und vor allem Aussteiger. Vor allem Nightwing, Red Hood und Robin bekommen diesmal viel Raum, gerade die Sidekicks, die versuchen, sich von Batman zu lösen. Alle fünf (ehemaligen) Robins werden entführt und gemeinsam festgehalten, um sich wieder befreien zu können. Und Red Hood will … ach, das hab ich schon wieder vergessen … Jedenfalls geht es auch da ums Rauskommen.

Batman Gotham Knights #8, 11, 12 (DC Comics)

Nach einem immerhin halb gelungenen Auftakt von Gotham Nights folgen nun lauter Routinestorys, zu oft aber in unterdurchschnittlicher Optik. Wahre Highlights sucht man in dieser Sammlung vergeblich, sodass DCs Digitalserie auch die Leser eher zum Aussteigen motiviert. Super – immerhin da passt es.

Das nächste Mal: Bitte nur etwas erzählen, wenn man was zu erzählen hat. Eine richtig gute Idee wäre nicht verkehrt. Und vielleicht auch etwas mehr Raum als nur eine Handvoll Seiten. Und weniger Joker täte auch ganz gut. Dieser Schurke wird in letzter Zeit eindeutig überstrapaziert. Vor allem: Bitte keine Origins mehr. Spätestens nach Joaquin Phoenix dürfte für sehr lange Zeit alles darüber gesagt sein.

Das Ganze wirkt natürlich umso liebloser, dass die meisten Ausgaben nicht einmal eigene Cover bekommen, sondern bloß einzelne Panels dafür wiederverwertet werden.


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Catwoman trägt Tigermuster

DC Comics

Titel: The Last Angel

Autor/Zeichner: Eric Lustbader/Lee Moder

Erschienen: 1994 (One-shot)


Eine unbezahlbare Maya-Maske soll in Gotham ausgestellt werden. Weil nicht nur Mafioso Rupert Thorne und Catwoman es darauf abgesehen haben, soll Batman sie aufhalten. Doch dann wird die Mäzenin der Ausstellung ermordet, die Spur führt zunächst zu Thorne. Und Catwoman bandelt mit dem Archäologen an, der die Maske gefunden hat. Er erklärt ihr, dass es sich um die Maske eines Fledermausgottes handelt. Sie birgt eine ungeheuer böse Macht, mit der ein Priester einst sein Volk ruiniert hat.

Fledermausgott? Das erinnert Bruce an sein Erlebnis in Alaska (Batman: Shaman). Und kaum wird er der Maske habhaft, ergreift ihr Fluch auch schon Besitz von ihm. Batman wird böse, läuft Amok und fordert Menschenopfer – zuerst Selina Kyle, dann Gordon. Catwoman muss von der Gegnerin und Diebin zur Heldin werden, um Batman und die ganze Welt zu retten …

Am Ende müssen Catwoman und Batman (kein Spoiler) gemeinsam gegen den eigentlichen geheimen Drahtzieher des komplizierten Komplotts vorgehen, der all das nur geplant hat, um … äh … was genau zu erreichen? Batman zu demütigen? Na ja …

Zerbrochen an einer Männer-Welt

Das Besondere an dieser aufgeblasenen Geschichte: Catwoman trägt (ohne Erklärung) ein braun-gelbes Kostüm mit Tigerstreifen. Außerdem hat sie ihre Peitsche bondage-mäßig um den Körper geschlungen. Ein sehr kurioses und schrilles Kostüm, das so ziemlich das genaue Gegenteil ihrer bisherigen Kostüme ist, die violett, grau oder schwarz gehalten sind.

Aber hier ist Catwoman auch keine Schurkin mehr, sondern eben eine Superheldin. Passend dazu ist sie mit einem Jaguar als Sidekick unterwegs, mit dem sie nicht nur sprechen kann, sie kann ihn sogar bei einem komplexen Diebstahl einsetzen, was der alberne Höhepunkt der Geschichte ist.

Nebenbei erfahren wir in Rückblenden, dass Selika Kyles Mutter in der Psychiatrie gelandet ist. „The pressure of performing in a man’s world was too much for her. It’s driven her mad …“, sagt ihr Vater, der bedauert, keinen Sohn in die Welt gesetzt zu haben, der die Härten des Lebens erträgt. Das führte zum Bruch zwischen Selina und ihrem Vater, wobei sie sich später fragt, wen sie damit habe bestrafen wollen, und ob sie mit Batman nicht nur den Konflikt fortsetzt. Zum Schluss ist sie plötzlich mit beiden versöhnt, obwohl ihr Vater ihr keinen Grund dazu gegeben hat. Muss man das verstehen? Wenn einer schlauer ist, möge er/sie es mir erklären …

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80 Jahre Joker: Mord als Pointe

DC Comics

Titel: The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV u.a/Jock, Tony S. Daniel u.a.

Erschienen: 2020 (One-shot)


Was wäre Batman nur ohne den Joker? Was wäre der Joker nur ohne Batman? „You complete me!“, hat einst Heath Ledger gesagt. Der eine kann nicht ohne den anderen. Zwar stellt jeder Schurke auf seine Weise das Gegenteil des Helden dar, aber der Joker ist auf dem Spektrum der Antipoden am äußersten Ende: Hier der ernste, rationale Dunkle Ritter, besessen von seiner Mission, Verbrechen zu bekämpfen. Dort der unberechenbare, amoralische Clown, der zum Spaß über Leichen geht und Batman immer neu herausfordert.

Der Joker war von Anfang an kein Spaßvogel: Er war ein zynischer Terrorist, sein starres Grinsen blanker Hohn. Der alberne Clown, dem es nur um Schabernack oder gar Reichtümer ging, kam erst etwas später, bis es schier unerträglich dämlich wurde. Seit den 70ern ist er immer mehr ein Psychopath, ein Massenmörder, mal das Böse schlechthin, mal ein Nihilist, dem es um nichts geht, als sich an Batman abzuarbeiten, um ihm etwas zu beweisen. Ihr Kampf ist reiner Selbstzweck: nichts als ein krankes Spiel mit vielen Opfern.

Das wahre Problem daran: Ohne den Joker scheint es kaum noch zu gehen. Sowohl in den Comics als auch in den Filmen dominiert stets er. Gerade in letzter Zeit häufen sich die Joker-Comics, auch angefeuert durchs Kino. Aber ist nicht mittlerweile alles erzählt und gesagt? Jedenfalls wird es immer schwieriger, noch etwas Neues zu sagen, je mehr Joker-Storys es gibt. Die Figur läuft Gefahr, sich zu verbrauchen.

Jokers Schwäche und Angst

Im 100-Seiten-Special zum 80. Jahrestag versuchen es die Autoren und Zeichner trotzdem. Und das gelingt meistens sogar. Scott Snyder hat in The Black Mirror, Death of the Family und Endgame die Figur schon tief ergründet. In „Scars“ zeigt er (zusammen mit Jock) wieder die Opferperspektive: Ein Psychiater versucht einem Mann zu helfen, der vom Joker entstellt wurde – einer von vielen. Er macht ihm klar, dass die Macht des Jokers darin besteht, seine Opfer denken zu lassen, er sei mehr als nur ein Mann, sondern Ausdruck ihrer jeweils größten Angst. – Eine kluge Analyse mit einer furchterregenden Wendung.

Dass den Joker selbst eine Angst plagt, zeigt sich „The Last Smile“ (Paul Dini/Riley Rossmo). Hier träumt er immer wieder davon, dass er hingerichtet wird und dabei Batman zuletzt lacht. Und in „Kill the Batman“ (Gary Whitta/Greg Miller/Dan Mora) wird die Frage, was der Joker ohne Batman tun würde, mit einer spitzen Pointe beantwortet.

Die zwei stärksten Geschichten zeigen den Joker von ungewohnten und unerwarteten Seiten: In „Birthday Bugs“ (Tom Taylor/Eduardo Risso) zeigt der Clown eine Schwäche für Kinder, indem er einem unbeliebten Jungen Gäste zum Geburtstag beschert. In „No Heroes“ (Eduardo Medeiros/Rafael Albuquerque) hinterfragt der Joker das Heldentum eines Bankangestellten während eines Banküberfalls. Hier wird es nicht nur gesellschaftskritisch, das Ende regt auch zum Nachdenken an.

Joker als Jack Nicholson

Auf kommende Ereignisse weist Autor James Tynion IV voraus. Er führt Harley Quinns Nachfolgerin an der Seite des Jokers ein: Punchline. Sie wird im Batman-Event Joker War (Batman #95-100) eine Rolle spielen. Aber für sich genommen ist die Geschichte eine der schwächeren (wenn auch stark von Mikel Janin gezeichnet).

Und natürlich gibt es auch hier die obligatorische Meta-Story: Das Dream-Team Brian Azzarello und Lee Bermejo (Joker, 2008) vereint in „Two Fell Into the Hornet’s Nest“ Arkham Asylum mit der Anstalt aus dem Filmklassiker Einer flog über das Kuckucksnest (1975). Die Geschichte ergibt an sich wenig Sinn, aber ist vor dem Hintergrund des Films eine interessante wie skurrile Adaption, vor allem wenn man bedenkt, dass Hauptdarsteller Jack Nicholson 14 Jahre später selbst den Joker gespielt hat.

Man soll ja nicht schlecht über (jüngst) Verstorbene reden, aber die mit Abstand schwächste Geschichte erzählt leider Autorenlegende Dennis O’Neil: In „Introducing the Dove Corps“ schließt sich der Joker pazifistischen Soldaten an, die im Bürgerkrieg von Guatemala für Frieden sorgen sollen. Abgesehen davon, dass hier eine Art (unnötige) Vorgeschichte zu The Killing Joke erzählt wird, fällt die Pointe platt aus: Töten macht dem Joker am meisten Spaß. Das ist selbst gemessen an den Standards des schwärzesten Humors nicht lustig. Das ist einfach nur mies.

Revue der schönsten Joker-Momente

Aber oft enden auch andere Geschichten in diesem Heft mit Mord als Pointe. Liest man das alles am Stück, kann einem bei all dem Gemetzel schon mal mulmig werden. Nein, Anlass zum Lachen bietet der Joker immer noch eher selten. Der Joker von heute verstört vor allem durch seine Skrupellosigkeit.

Wie schon beim Catwoman-Special wird hier auch viel fürs Auge geboten: Neben einer Auswahl der ikonischsten Joker-Cover zeigt eine Reihe neuer Pin-ups von Künstlern wie Tim Sale, Kelley Jones, Ivan Reis und John Romita Jr. den Clown aus moderner Sicht. Dazu inszenieren Peter J. Tomasi und Simone Bianci in „The War Within“ den immerwährenden Kampf der Kontrahenten bildgewaltig als große Revue-Show, mit großen Momenten von The Laughing Fish, The Killing Joke bis hin zu Tim Burtons Batman-Film. Damit dürften auch altgediente Fans und Nostalgiker mit diesem Comic glücklich werden.

Hinweis: Im Oktober werden die bisher erschienen 80-Jahre-Specials in einem Paperback erscheinen: Batman: 80 Years of the Bat Family.

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Neues aus dem Kriegsgebiet Gotham

DC Comics

Titel: Gotham Nights

Autor/Zeichner: Michael Grey, Mark Russell/Ryan Benjamin, Jim Lee u.a.

Erschienen: 2020 (Gotham Nights #1-6)


Nach den ersten Ausgaben von DCs neuer „Digital First“-Serie Gotham Nights habe ich mal einen Blick hineingewagt. Erzählt werden meist 17-seitige Kurzgeschichten, die jeweils für sich allein stehen.

Die erste Ausgabe beginnt mit zwei kurzen Geschichten, die Militärbezug haben. In „Medal of Honor“ (gezeichnet von Jim Lee) passiert etwas Ungewöhnliches: Wir sehen Batman an der Seite der Polizei gegen eine schwer bewaffnete Clownsbande kämpfen. Aus dem Off erzählt jemand das Geschehen nach. Batman setzt sich dem Kugelhagel aus, Gordon wird verwundet – und Batman rettet ihm das Leben. Am Ende wird klar, dass die Worte aus einer Rede von 2010 stammen, in der US-Präsident Barack Obama den Soldaten Sal Giunta mit der Medal of Honor für seinen Einsatz in Afghanistan ausgezeichnet hat. Damit ist Giunta der erste Soldat seit dem Vietnam-Krieg, der diese Auszeichnung erhielt.

Joker als Anwalt der Unterwelt

Indem Giuntas wahre Geschichte mit der von Batman fusioniert, soll der Soldat geehrt werden. Zugleich aber wird natürlich auch Batman die Ehre zuteil, auch wenn in der Story ihm niemand eine Medaille umhängt. Batman als Soldat auf dem Schlachtfeld von Gotham, der selbstlose Dunkle Ritter. Ein interessantes Experiment. Die folgende Geschichte, die Kate Kane (Batwoman) bei einem Einsatz in Afghanistan zeigt, kann da nicht mehr mithalten.

In den nächsten zwei Ausgaben folgen Geschichten über Clayface und Poison Ivy, wie man sie schon zu Dutzenden gelesen hat: Clayface nimmt die Gestalt eines Schauspielerkollegen an, um einen Studio-Boss zu erschießen, der sich an einer Kollegin vergriffen hat – der Rest ist Selbstmitleid und Kampf. Und Poison Ivy rächt sich für die Rodung des Regenwaldes – gähn … Immerhin solide gezeichnet von Ryan Benjamin.

DC Comics

Doch dann übernimmt ein neuer Autor, Mark Russell, und es wird wieder interessanter: In „The Dragnet“ spioniert Bruce Wayne seine reichen Freunde aus, die das Trinkwasser verseuchen und ihr Geld mit Partydrogen verdienen. Batman bringt sie ins Gefängnis, aber er spielt weiter ein Doppelspiel als Bruce Wayne. Am Ende kommt der Joker ins Spiel – als Anwalt der Unterwelt. Auch hier ist alles schnell vorbei, aber es ist immerhin eine einfallsreiche Geschichte, die man sich auch gerne etwas länger gewünscht hätte.

Ähnlich in Ausgabe fünf: In „Concrete Jungle“ muss Batman einen Zeugen an einem schießwütigen Mob vorbeibringen, um ihn der Polizei auszuliefern. Harley Quinn hat hier einen unbedeutenden Gastauftritt. Und während man sich fragt, wie Batman einen Menschen in einem Sack herumtragen und werfen kann, ohne dass sich das Opfer alle Knochen bricht, gibt es am Ende wieder eine nette überraschende Wendung.

Codewort: Balyushka

Das Beste aber kommt zum Schluss: Nachdem Batman so viele Verbrecher schnappt, dass Gotham ein neues Gefängnis bauen muss, um sie alle unterzubringen, fehlt Geld im Haushalt. Also kürzt man bei der Krankenversicherung. Daraufhin springt der Joker ein. Per Video-Botschaft verkündet er, die jeden Monat die Versicherung für fünf Bürger zu übernehmen, wenn sie ihm ein Video schicken, auf dem sie das Wort „Balyushka“ sagen. Natürlich muss es ein Video nach Jokers verdrehtem Geschmack sein.

Kurz darauf ist die Stadt voller Verzweifelter, die allen möglichen Unfug anstellen, um ihre dringend benötigte medizinische Behandlung bezahlen zu können, und Batman muss einige von ihnen retten, bevor sie sich ernsthaft wehtun.

Mark Russells Story ist nicht nur unterhaltsam und schwungvoll gezeichnet (Viktor Boddanovics Stil erinnert sehr an Greg Capullo), sondern auch verblüffend vielschichtig: Da ist die Kritik an dem menschenverachtenden Gesundheitssystem der USA, Kritik an Batmans rücksichtslosem Feldzug, der einen hohen Preis für die Verbrechensbekämpfung zahlt, aber auch an der Sensationskultur des Internets, in der täglich auch ohne Not Menschen sich zu Idioten machen, um ein paar Minuten Aufmerksamkeit zu bekommen. Selbst das Ende hält noch eine starke Wendung parat.

Insgesamt also ist Gotham Nights bislang einerseits ein solider Einstieg für Neulinge und Gelegenheitsleser, ohne sich in die Vorgeschichten und Continuity vertiefen zu müssen. Andererseits können auch eingeschworene Batman-Fans, die leichte Lektüre für zwischendruch suchen, ein paar kleine Perlen entdecken.

Es wäre zu früh, aus den ersten sechs Ausgaben einen Trend abzuleiten, aber wenn es so weitergeht, dann hat diese Serie noch großes Potenzial, ähnlich wie die Anthologie-Sammlungen Legends of the Dark Knight und auch Batman: Black and White.


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Der Geist, der Clown und der Killer

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 3: Greetings From Gotham

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Christian Duce, Doug Mahnke

Erschienen: 2019 (Detective Comics #1006-1011), Hardcover 2020


„It’s time to let the moonshine in and enjoy the basic pleasures of life … the classics.“ (Joker)

Nach zwei längeren Storylines (Mythology, Arkham Knight) erzählt Peter J. Tomasi in Detective Comics drei kürzere Geschichten: von Spectre, Joker und Deadshot.

In der ersten wird Jim Corrigan von Anhängern eines Spectre-Kults entführt, um ihn zu töten und das gründgewandete Gespenst, das die personifizierte Rache Gottes darstellt, für eigene Zwecke zu missbrauchen. Spectre selbst bittet Batman um Hilfe. So ganz klar wird nicht, wozu er ihn braucht. Ich meine: Der Kerl ist doch schier allmächtig. Von daher wirkt es auch etwas albern, wenn er sich zunächst übergroß vor Batman aufbaut, ihn fängt und Batman sich dann mit allerlei Gadgets gegen ihn zur Wehr setzt. Am Ende geht alles auch sehr einfach. Aber: Ausdrucksstark gezeichnet ist diese Belanglosigkeit immerhin, der schaurige Stil von Kyle Hotz erinnert an Kelley Jones. Highlight: Spectre ergreift von Batmans Dino Besitz …

Mit dem Joker auf dem Rummelplatz

Die zweite Story ist die titelgebende: Der Joker lädt Batman – ganz klassisch – zu einem Abend im Vergnügungspark ein. Der Clown hat dafür alle Mitarbeiter und Besucher in Geiselhaft genommen. Batman muss mitspielen. Also fahren die beiden Achterbahn, Autoscooter und in den Liebestunnel. Der Joker hat riesigen Spaß, Batman eher weniger.

Diese simple Quatsch-Story erinnert an The Joker’s Playground of Peril (Batman #286, 1977) und weckt natürlich Erinnerungen an Klassiker wie The Dark Knight Returns und The Killing Joke. Allerdings ohne inhaltlichen Mehrwert. Von daher kann man sie eine Hommage nennen. Oder auch nostalgisch. Oder auch einfach nur: abgedroschen und einfallslos. Ich meine: Joker auf dem Rummelplatz? Das ist kein Topos mehr, das ist längst ein Klischee …

Mit Deadshot im Pazifik

Das Beste kommt zum Schluss: Auftragskiller Deadshot kapert ein Flugzeug, in dem Bruce Wayne und Lucius Fox zusammen mit ein paar anderen Millionären sitzen. Doch dann schlägt ein Blitz ein und das Flugzeug stürzt auf einer einsamen Insel im Pazifik ab. Zwei Kriegsveteranen – einer japanisch, einer amerikanisch – die seit dem Krieg abgeschottet von der Außenwelt dort festsitzen, versorgen den verletzten Bruce Wayne. Mit ihrer Hilfe besorgt er sich ein notdürftiges Batman-Kostüm und nimmt den Kampf mit Deadshot auf.

Klingt bescheuert? Ist es aber nicht. Tatsächlich ist das Ganze so stark und humorvoll erzählt, dass diese Episode am meisten Vergnügen macht. Es ist wahrscheinlich sogar die beste Story, seit Tomasi Detective Comics übernommen hat. Und wer hätte das gedacht: Deadshot steht auf The Who …

Zwischendurch sieht man, wie die nächste größere Geschichte vorbereitet wird: Mr. Freeze schließt einen Pakt mit Lex Luthor, um endlich seine geliebte Nora aus dem kryogenischen Schlaf zu holen – eine Story im Rahmen von „Year of the Villain„. Davon dann beim nächsten Mal mehr.

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80 Jahre Joker und Catwoman verschoben auf Juni

DC Comics

Sicher haben sich manche von euch schon gefragt, wo denn die Jubiläums-Specials zu Catwoman und Joker bleiben. Eigentlich sollten sie am 15. und 29. April erschienen sein – zum 80. Jahrestag von Batman #1 (1940), als die beiden ihre ersten Auftritte hatten. Aber die Coronakrise hat das Erscheinen dieser und auch anderer Comics verzögert.

Jetzt gibt es zwei neue Erscheinungstermine Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 soll am 2. Juni 2020 herauskommen, The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 am 9. Juni 2020. (UPDATE: Eine Vorschau auf Joker gibt’s bei DC.) Jedes Special enthält eine Reihe von neuen Kurzgeschichten rund um die beiden Schurken. Hier ein Vorgeschmack auf die Variant Cover der beiden Hefte:

Am 2. Juni soll auch die Anthologie The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime herauskommen.

Weitere Erscheinungstermine gibt es bei DC Comics. Hier eine Auswahl:

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