Der Mann mit der Bandagenmaske ist wieder da: Jeph Loeb und Jim Lee setzen ihren modernen Klassiker Hush (2003) fort. Die sechsteilige Storyline beginnt am 26. März 2025 mit Batman #158 und endet im August mit Batman #163. Der Titel „Hush 2“ mutet seltsam an, denn in den letzten 20 Jahren ist viel mit Thomas Elliot passiert. Es ist also schwerlich der zweite Teil der langen Saga, die ehrlicherweise seitdem kaum Highlights hatte. Noch seltsamer erscheint der offizielle Titel „H2SH“, was fast nach der chemischen Formel für Schwefelwasserstoff klingt. Doch wer weiß, ob darin nicht eine Bedeutung liegt – immerhin handelt es sich um ein giftiges Gas …
Joker
Eine Welt ohne den Joker
Titel: DC’s Batman Smells, Robin Laid an Egg
Autoren/Zeichner: diverse
Erschienen: 2024 (One-shot)
Batman stinkt also und Robin hat ein Ei gelegt. Wie konnte es dazu kommen? Zu lange Patrouillien ohne Dusche? Ist Robin zum Vogel mutiert? Und was hat Poison Ivy damit zu tun? Wir erfahren es leider nicht, was auf dem Cover von DCs diesjähriger Weihnachtsanthologie zu sehen ist, denn der Titel ist natürlich der „Jingle Bells“-Variation vom Joker entnommen, die er in der klassischen Batman-TAS-Episode „Christmas With the Joker“ singt.
Stattdessen sehen wir, wie der Joker am Leben verzweifelt und sich wünscht, er wäre nie geboren. Da taucht Robin als Engel ohne Flügel auf, um ihm eine Welt ohne Joker zu zeigen und ihm den Lebenswillen wiederzugeben. Die Story spielt auf den Weihnachtsklassiker „It’s A Wonderful Life“ (dt. Ist das Leben nicht schön?) an, die Adaption kommt allerdings nicht ans Original heran, weil sie schon daran hinkt, dass eine Welt ohne Joker zweifellos eine bessere wäre – allerdings auch eine öde, jedenfalls für den Clown.
Geschmacklos wird es vor allem, wenn der Tod von Bruce Waynes Eltern veralbert wird. Joe Chill, ein Eisverkäufer im Winter, fällt zufällig ein Revolver in die Hände, der die beiden Waynes erschießt, und er findet Gefallen am Mord. Großer Blödsinn, und nicht mal besonders witzig.
Batman undercover als Santa Claus
Titel: Secret Santa
Autor/Zeichner: Alan Burnett, Paul Dini/Ty Templeton
Erschienen: 2020 (Batman: The Adventures Continue #8), Paperback 2021 (Season One)
Nach einem vereitelten Bombenanschlag auf Gotham wird der Bauchredner Arnold Wesker verhört, wo der Rest des Sprengstoffs ist, doch der behauptet, es nicht zu wissen. Seine Puppe Scarface habe es ihm nicht gesagt. Arnold kommt nach Arkham und bereits nach Monaten wieder frei – dank einer Blitztherapie. Die Psychiatrie scheint große Fortschritte zu machen. Doch natürlich wird er in der Freiheit wieder von Scarface heimgesucht.
Strange Apparitions: Joker
Titel: The Laughing Fish/Sign of the Joker
Autor/Zeichner: Steve Englehart/Marshall Rogers
Erschienen: 1978 (Detective Comics #475-476), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)
Batman steigt bei Silver St. Cloud durchs Fenster und fragt erst dann, ob er eintreten darf. Dass sie nur mit einem Handtuch bekleidet ist, stört ihn nicht. Silver wirkt so perplex, dass sie gar nicht erst antwortet. Batman fragt, ob sie ihm was zu sagen habe, doch das Gespräch führt zu nichts. Silver tut so, als ob sie nicht wüsste, dass er Bruce ist (Detective Comics #474). Dabei weiß er, dass sie es weiß, nur sie weiß nicht, dass er es weiß – was für ein Melodrama! Nach dieser creepy Stalker-Aktion ruft er sie als Bruce Wayne an und tut so, als wäre nichts gewesen. Silver sagt ihr Date unter einem Vorwand ab. Noch mehr Melodrama!
Da wir hier nicht weiterkommen, wenden wir uns daher lieber dem Kerngeschäft zu: Die Fische im Hafen von Gotham tragen alle ein böses Grinsen im Gesicht. Dahinter kann nur einer stecken – und tatsächlich taucht kurz darauf der Joker im Patentamt auf und verlangt, sich seine Jokerfische patentieren zu lassen, er wittert das große Geschäft. Das gehe nicht, sagt der Beamte. Fische seien Gemeingut. Der Joker droht ihm, er habe Zeit bis Mitternacht, seine Meinung zu ändern.
Batman trifft Dylan Dog
Titel: Batman/Dylan Dog
Autor/Zeichner: Roberto Recchioni/Gigi Cavenago, Werther Dell’edera
Erschienen: 2024 (Miniserie #1-3), Paperback/Hardcover 2024
Der Joker erhält eine Einladung nach London von einem gewissen Dr. Xabaras, um sich über Forschung auszutauschen. Man kennt sich von früher: Der Doktor sollte einst das Gesicht des Jokers wiederherstellen, doch dann hat er ihn davon überzeugt, sein Aussehen (und sich selbst) zu akzeptieren, weil es ihm eine große Zukunft verheiße.
Xabaras ist der größte Feind des Privatdetektivs Dylan Dog, der sich auf Paranormales spezialisiert. Der Joker fliegt mit Killer Croc nach England. Batman folgt ihm. Als Bruce Wayne bittet er Dylan Dog um Hilfe, um nach Xabaras zu suchen, doch der soll in einer Explosion umgekommen sein.
Weil Totgeglaubte immer länger leben, ermittelt Dylan trotzdem, trifft auf Batman und verbündet sich mit ihm. Man kämpft gemeinsam gegen Killer Croc und grinsende Zombies – der Joker und der Doktor haben ihre Kompetenzen vereint. Dann werden auch noch Catwoman und Dylans Diener Groucho entführt, bevor es mit Etrigan und John Constantine in die Hölle geht …
Legends of the Dark Knight: Gotham Emergency
Autor/Zeichner: Eddie Campbell, Daren White/Bart Sears
Erschienen: 2006 (Legends of the Dark Knight #200), Paperback 2008 (Going Sane)
Der Joker lässt eine Bombe bei der Zeitung Gotham Globe hochgehen, eine zweite Explosion im Gotham Stadium kann Batman gerade noch verhindern. Doch dann bekommt der Joker sein eigenes Gift ins Gesicht. Batman bringt in die Notaufnahme des Wayne Foundation Public Hospital, denn es soll eine dritte Bombe geben und nur der Joker weiß, wo sie ist.
ACHTUNG: SPOILER!
Mind Bomb: Batman gegen Joker und Zur-En-Arrh
Titel: Mind Bomb
Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Jorge Jimenez u.a.
Erschienen: 2023 (Batman #139-141), Hardcover/Paperback 2024 (The Joker Year One)
„I’m more than Batman.“
Nach dem „Gotham War“ sucht Batman (schon wieder!) den Joker, um ihn aufzuhalten. Diesmal aber wirklich! Zum angeblich allerletzten Mal … Lange muss er nicht suchen, denn der Joker hat bei seinem nächsten Mord am Tatort etliche Hinweise hinterlassen: Der Schurke hat Bruce Waynes Lehrerin aus Paris, Lucie Chesson alias The Gray Shadow, entführt (siehe Batman: The Knight). Die Spur führt in das Haus einer toten Spielzeugfabrikantin. Dieses ist voller tödlicher Puppen. Der Joker bereitet sich auf ein Duell vor – und zwar gegen den richtigen Batman: Zur-En-Arrh!
Aber davon gibt es nicht nur einen: Während Batman sich mit dem Joker prügelt, tritt er im Kopf gegen ein ganzes Multiversum von Zur-En-Arrhs an. Die wollen Batman überreden, sich ihm anzuschließen, um seine Arbeit zu vollenden: eine Welt ohne Verbrechen. Doch das bedeutet Tyrannei und den Verlust der Menschlichkeit.
Filmkritik: „Joker: Folie à Deux“
Der Joker erzählt keine Witze mehr. Lustig war er zwar noch nie, aber jetzt ist ihm sogar das zwanghafte Lachen fast vergangen. Er hat auch sonst nicht viel zu sagen. Nicht mal seiner Psychologin oder seiner Anwältin. Der Joker ist auch kein Joker mehr, er ist nur noch Arthur Fleck, ein Schatten seiner selbst, abgemagert und apathisch in einer Anstalt, die mehr nach schäbigstem Verlies als nach Psychiatrischer Anstalt aussieht. (War es in den 80ern oder 90ern jemals so schlimm?)
Doch dann tritt Harleen „Lee“ Quinzel in sein Leben, eine Patientin im Minimum-Sicherheitsflügel. Über die Musik finden sie zusammen, beim Singen findet Arthur seine Stimme und auch die Liebe wieder. Also wird das ganze American Songbook durchgesungen, das irgendeinen Clownsbezug hat, von „Get Happy“ bis „That’s Entertainment“. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen. Ein Klavier ist auch nicht nötig, das fackelt man kurzerhand ab, um dann sich dann in Fantasien von gemeinsamen Bühnenauftritten zu flüchten.
ACHTUNG: SPOILER!
Legends of the Dark Knight: Auteurism
Autor/Zeichner: John Arcudi/Roger Langridge
Erschienen: 2003 (Legends of the Dark Knight #162-163)
Der Joker entführt den abgehalfterten und alkoholkranken Comedy-Schauspieler Buddy Kantor, um einen Film mit ihm zu drehen. Die Story: das Leben des Joker! Überraschenderweise findet Kantor schnell in die Rolle, auch ganz ohne Drehbuch. Er schimpft einfach nur vor sich hin und der Joker ist begeistert. Dieser fingiert dann einen Banküberfall und macht Batman auf sich aufmerksam, der sich dann aber wundert, dass nichts gestohlen wurde. Alles ist nur Inszenierung für die laufende Kamera.
Einmal um die Welt mit dem Joker
Titel: Joker: The World
Autoren/Zeichner: Geoff Johns u.a./Jason Fabok u.a.
Erschienen: 2024 (One-shot), dt. Panini 2024
Nach der Anthologie Batman: The World (2021) hat DC nun einen Nachfolgeband herausgebracht, der den Joker in den Mittelpunkt stellt. Der kann sich zwar über einen Mangel an Aufmerksamkeit nicht beklagen, man kann von einer Joker-Fatigue sprechen, aber da gerade Joker: Folie à Deux in den Kinos läuft, verlangen die Regeln der Vermarktung eine große Neuerscheinung. Der Joker hat sich zuletzt in seiner eigenen Serie in der Welt herumgetrieben, unter anderem in Belize, Frankreich und auf Mallorca. Nun geht es auch in weitere Länder.
ACHTUNG: SPOILER!










