Bane

Knightfall #1: Vengeance of Bane

Die Knightfall-Saga beginnt mit Vengeance of Bane, der Vorgeschichte des Schurken, der Batman das Rückgrat bricht. Erschienen ist sie 1993 als 64-seitiges Special, geschrieben von Chuck Dixon und gezeichnet Graham Nolan.

Bane ist das Kind eines unbekannten Revolutionärs von dem Inselstaat Santa Prisca. In der Diktatur herrscht ein grausames Gesetz: Weil der Mann sich seiner Strafe entzogen hat, wird dessen schwangere Frau an seiner statt ins Gefängnis gesteckt. Nachdem das Kind zur Welt kommt, wächst es im Knast auf, nachdem die Mutter stirbt, wird er aus der Schutzhaft zu den anderen Verbrechern überstellt. Dort plagt ihm nach einem Sturz ein Alptraum von einer ungeheuren Fledermaus.

Der Junge wird zum Mörder. Er wird in eine Einzelzelle gesteckt, die regelmäßig mit Wasser geflutet wird. Zehn Jahre lang lebt er in völliger Isolation, ernährt sich von Fischen und meditiert. Nach dem Prinzip „Was mich nicht umbringt, härtet mich ab“ stählt Bane seinen Körper und schult seinen Geist, liest drei Bücher am Tag, lernt sechs Sprachen. Das Töten wird Alltag für ihn, er stumpft er emotional ab, findet aber drei Gefährten: Zombie, Trogg und Bird. Letzterer erzählt ihm von Gotham und Batman, der die Stadt beherrscht. Bane, der sich an seinen Dämon erinnert, findet seine Bestimmung darin, Batman zu brechen.

Bane wird zum Versuchskaninchen für die Droge Venom, die ihm Superkräfte verleiht und sie gegen Schmerz immun macht. Durch das Experiment wird er zum Junkie, der sich das Zeug ins Hirn einspeisen lassen muss. Indem er sich nach einem Versuch totstellt, bricht er aus dem Knast aus und fliegt mit seinen drei Spießgesellen nach Gotham, wo er mit gezielten Morden beginnt, die Unterwelt aufzumischen. In einer ersten Konfrontation mit Batman verschont er ihn: „You will know my name one day. And on that day you will beg for mercy.“ Bane will ihn beobachten, studieren und ihn erst dann besiegen, wenn der richtige Moment gekommen ist.

Die Entstehungsgeschichte von Bane ist so sehr auf Abhärtung getrimmt, dass sie in ihrer Übertreibung fast schon komisch wirkt. Seine Motivation, es mit Batman aufzunehmen, wird nicht ganz schlüssig. Zu weit hergeholt ist es, dass der Schurke den ganzen Aufwand betreibt, nur weil er mal als Kind schlecht geträumt hat. Mit Batman verbindet ihn nichts, außer einer willkürlichen Assoziation zwischen einer eingebildeten Fledermaus und einem Kerl, der sich wie eine anzieht.

Bane tut einem zunächst leid, dann wird er zu einem perfekten Widersacher. Seine Fähigkeiten machen ihn zu einer Art Anti-Batman. Furchterregend wirkt er durch hünenhafte Erscheinung und seine Maske mit ihren roten Augen, die ihm jegliche Menschlichkeit nimmt. Das Einzige, was die Geschichte nicht erklärt, ist, warum er sie trägt und sich wie ein mexikanischer Wrestler anzieht. Aber die wahre Erklärung lautet, wie so oft in Comics: weil es cool aussieht. Und darum geht es ja schließlich auch …

(Vengeance of Bane ist zweimal auf Deutsch erschienen: 1998 als Batman-Sonderband im Dino-Verlag und 2013 als „Batman gegen Bane“ im Panini-Verlag.)

Advertisements

In der Ego-Schleife

DC Comics

Titel: I Am Bane (Batman Vol. 3)

Autor/Zeichner: Tom King/David Finch (u.a.)

Erschienen: 2016-2017 (Batman #16-20, 23-24, Batman Annual #1), Paperback 2017


„I’m Batman because I’m Batman.“

Nachdem Batman bei Bane eingefallen ist und ihm den Rücken gebrochen hat (siehe I Am Suicide), kommt jetzt die erwartete Retourkutsche. Und die läuft wie folgt:

Tag eins: Bane erhängt drei Robins.
Tag zwei: Bane nimmt Catwoman, James Gordon, Duke Thomas und Tyger als Geiseln.
Tag drei: Batman lässt sich von Bane verprügeln. (Schon wieder.)
Tag vier: Um sich den Psycho Pirate zurückzuholen, prügelt Bane sich durchs Arkham Asylum.
Tag fünf: Batman lässt sich von Bane verprügeln (schon wieder), gewinnt aber, durch einen Nasenbruch.

Superheldencomics haben selten eine ausgefeilte Story, aber das ist einfach nur eine primitive Dauerschlägerei. Autor Tom King versucht das zu kaschieren, indem er die beiden Hauptfiguren in Rückblenden gegenüberstellt (die beiden sind ja so ähnlich!) und darüber hinaus viel schwadronieren lässt. Dabei übertreibt er mit dem Stilmittel der Wiederholung, vor allem mit den „I am“-Konstruktionen. Nicht nur, dass mehrmals „I am Bane“ fallen muss, damit es auch der Letzte kapiert, wie bedeutungsschwer dieser Satz sein soll, natürlich muss auch der Held am Ende entgegnen: „I am Batman.“ Herrje! Das wäre cool, wenn es nicht so aufgeblasen nichtssagend wäre.

Und dann das Arkham-Kapitel. Einen ganzen Tag lang, exakt 24 Stunden, vermöbelt Bane so ziemlich jeden Insassen (bis auf den Riddler, der einfach mal so nebenbei in zwanzig Sekunden ein Schloss von Mister Miracle knackt, na klar). Tom King referiert damit (auch explizit) auf Grant Morrisons und Dave McKeans Arkham Asylum, allerdings ist es dort ein Wortgefecht, in dem sich Batman mit sich selbst auseinandersetzen muss, bei Bane ist es bloß eine hohle Gewaltorgie.

Man muss sich fragen, warum auch die schmächtigsten Schurken sich Bane in den Weg stellen. Der Grund ist klar: Damit sie auch mal im Bild sind. Seit einigen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, gibt es diese Mode bei Batman, dass man den Fan-Service in den Mittelpunkt stellt. Es geht nicht mehr um eine gute Geschichte, es geht darum, den Lesern möglichst viele bekannte Gesichter vorzuführen, eine Reihe der üblichen Verdächtigen aus der Rogues Gallery. Begonnen hat dieser Trend mit Jeph Loebs The Long Halloween und Dark Victory, ging dann nach ähnlichem Prinzip weiter mit Hush, wurde aber in jüngster Zeit von David Finch in The Dark Knight (Knight Terrors) ad absurdum geführt.

Superheldencomics werden damit zu einer Endlosschleife, in der die 80 Jahrzehnte Tradition totzitiert werden. Tom King-Vorgänger Scott Snyder hat das auch schon gemacht, am deutlichsten in Death of the Family, in dem die ganze Joker-Comicgeschichte recycelt wurde. Bei Tom King kommt aber noch hinzu, dass er nicht nur andere Werke (Year One, Vengeance of Bane, Arkham Asylum) zitiert, sondern auch noch sich selbst – und das auch noch in Rückblenden. Damit wird der Abschluss seiner ersten Batman-Trilogie zu einer reinen Ego-Parade.

Und dann gibt es noch Kapitel sechs: Bruce Wayne macht Selina Kyle einen Heiratsantrag. Vorher reflektiert er noch mit der (inzwischen wieder geheilten) Gotham Girl über das Heldentum und Ängste. Schließlich kommt er zu dem Entschluss, dass er sich seiner Furcht stellen muss. Also bietet er Selina einen Verlobungsring an. Das ist immerhin schön inszeniert und emotional. Was draus wird? Mal sehen.

Als Zugabe gibt es am Ende noch zwei Kurzgeschichten: Einen Mordfall, den Batman mit Swamp Thing löst, sowie „Good Boy“, die neue Geschichte des Bat-Hundes Ace. Dafür hat Tom King den Eisner-Award bekommen. Hunde kommen halt immer gut an. Auch wenn man auch hier nicht das Gefühl hat, etwas Neues und unbedingt Lesenswertes geboten bekommen zu haben …

Hals- und Kreuzbruch

DC Comics

Titel: I Am Suicide (Batman Vol. 2)

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Mitch Gerads

Erschienen: 2017 (Batman #9-15)


„Now, we break his damn back.“ (Batman)

Um Gotham Girl von ihrem Angst-Trauma zu heilen, will Batman den Psycho Pirate herbeischaffen. Doch der Schurke steht gerade Bane auf Santa Prisca zu Diensten. Statt seine Kumpels anzurufen, trommelt Batman eine Bande von Arkham-Insassen zusammen, eine eigene Suicide Squad, bestehend aus Catwoman, dem Bauchredner und drei anderen Nasen, von denen man noch nie gehört hat.

Bane hat es dank Psycho Pirate geschafft, von der Droge Venom runterzukommen. Er fühlt sich so frei, dass er auch ohne Wrestlermaske und Kleidung auskommt, also Batman nackt begrüßt. Batman führt einen komplizierten Plan mit einem Doppelbluff aus, bei dem er hals- und kreuzbrecherisch von einer Situation in die nächste stolpert und sich dabei gegen hunderte von Schergen prügelt, während er gebetsmühlenartig seine Drohung wiederholt, Banes Rücken zu brechen. Doch zunächst darf ihm Bane einmal mit dem Knie ins Kreuz fallen, weil das nun mal sein muss, wenn Batman gegen Bane antritt, aber das ist nur halb so wild und lässt sich nebenbei schnell wieder einrenken.

Viele Doppelseiten ließen das Ganze nach Seitenschinderei aussehen, wenn sie nicht von Mikel Janin stammten. Der Zeichner, der bereits das Batman Rebirth Special gezeichnet hat, behauptet sich hier wieder mal als wahrer Künstler. Seine Figuren sind voller Leben und Ausdruckskraft, seine aufwendig komponierten Seiten strotzen vor Dynamik.

Worum es in I Am Suicide aber eigentlich geht, ist die Beziehung zwischen Catwoman und Batman. Zwei Kapitel lang erstreckt sich ein Briefwechsel zwischen den beiden, bei dem auch erklärt wird, warum Selina Kyle zu Unrecht des Massenmords beschuldigt wird, am Ende bekommen sie ein bisschen Zeit für Liebesspiele auf dem Dach, bevor Catwoman wieder in den Knast zurück muss. Das ist schön erzählt und eröffnet einen weiteren Handlungsbogen.

Wie schon I Am Gotham macht die Fortsetzung kurzweilig Spaß, bietet mächtig Action und sogar Humor, aber ein abschließendes Urteil hängt davon ab, wie es in Teil 3, I Am Bane, zu Ende geht.

Bane kehrt zurück zu seinen Schöpfern

DC Comics/CBR

DC Comics/CBR

Nach der Wiederkehr von Bane in Tom Kings Storyline „I Am Bane“ bringt DC eine zwölfteilige Mini-Serie über den Schurken heraus: Bane: Conquest soll sie heißen und am 3. Mai in den USA starten. Laut cbr.com sollen dafür die 90er-Jahre Veteranen Chuck Dixon und Graham Nolan verpflichtet worden sein, also jener Autor und Zeichner, die gemeinsam Bane geschaffen haben.

Dixon verspricht das „ultimative Bane-Abenteuer“, in dem der Muskelberg versucht, ein globales Verbrechensimperium aufzubauen und andere Städte als Gotham zu erobern. Mit dabei sein sollen Banes alte Weggefährten erster Stunde: Bird, Trogg and Zombie.

Bane ist der Schurke, der Batman in der Knightfall-Saga das Rückgrat bricht. Seinen ersten Auftritt hatte er in Vengeance of Bane, einer zweiteiligen Miniserie, deren erste Ausgabe 1993 erschien. Im Film wurde er (nach einer misslungenen Interpretation in Batman & Robin) in The Dark Knight Rises von Tom Hardy dargestellt.

Bat-Robot gegen Godzilla Croc

Der Blödsinn der Woche ist eindeutig dieser Trailer zu einer weiteren freudlosen Episode von Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants lautet der Untertitel dieses Zeichentrickfilms – und damit ist auch schon alles gesagt. Killer Croc, Bane und Clayface wachsen zu Riesen heran, Batman und Green Arrow steigen in riesiger Roboter-Kampfanzüge und prügeln sich mit ihnen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es ist eigentlich nur ein billiger Abklatsch des Hochglanz-Trash-Films Pacific Rim, der wiederum ein mieser Abklatsch alter Godzilla-Filme ist, die wiederum ihren Ursprung bei King Kong haben usw. Für die Animationsfilmreihe ist es eine logische Weiterentwicklung, nachdem Batman in Monster Mayhem (dt. Monster Chaos) auf einem Roboter-T-Rex geritten ist.

Kurz gesagt: Schon wieder ein Film, der nur dazu dient, Kindern Spielzeug zu verkaufen und das, was Batman eigentlich ausmacht, völlig vergessen zu machen.

Wer sich gut mit Batman-Comics auskennt oder dieses Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht erinnern, dass diese Idee aber gar nicht mal so weit hergeholt ist: sie wurde schon einmal durchgespielt, nämlich in Gotham After Midnight. In Kapitel vier der zwölfteiligen Mini-Serie nimmt es Batman in einer ähnlichen Riesen-Rüstung mit Clayface auf. Völlig bescheuert? Nein, mir hat der Comic sehr gefallen – gerade wegen solcher absurder Szenen. Oft ist das, was gezeigt wird, gar nicht so entscheidend wie das Wie. Aber die Erfahrung mit Animal Instincts lehrt, dass man auf die Batman Unlimited-Filme verzichten kann, wenn man älter ist als zwölf Jahre.

Detective 941 (DC Comics)

Detective 941 (DC Comics)

Wie der Zufall will, scheint eine ähnliche Idee auch wieder in den Comics aufgegriffen zu werden: Im September beginnt das erste Batman-Crossover nach Rebirth: Night of the Monster Men. Batman und Co. müssen gegen Riesenviecher kämpfen. Das kann ja heiter werden …

>>> Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants feiert Premiere am 24. Juli bei der San Diego Comic-Con, erscheint am 30. August in den USA zunächst digital und am 13. September auf DVD. Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.

Lebendige Kugeln gegen Superman

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 4 – Siege (dt. Supermans Joker)

Autor/Zeichner: Greg Pak/Ardian Syaf u.a.

Erschienen: 2015 (Batman/Superman #16-20, Annual #2, Paperback 2015), dt. Panini 2016 (Bd. 5)


„Du hast jetzt einen Joker.“ (Batman zu Superman)

Den Lesern wird aufgefallen sein, dass ich zwar ein Fan der World’s Finest bin, aber keiner der Serie Batman/Superman. Im Vergleich zum Potenzial, die in diesem Konzept steckt, bleiben die neuesten Storys stark dahinter zurück. Bei der Vorgängerserie Superman/Batman von 2003-2011 war zwar auch nicht alles Gold, aber immerhin fanden sich darunter einige Perlen. Bei Batman/Superman war erst in Band 3 ein wenig Glanz zu erkennen.

Band 4 (Band 5 in der deutschen Fassung) erzählt endlich eine einigermaßen interessante Geschichte: Ein Unbekannter verübt Attentate auf Menschen, die etwas mit Superman zu tun haben – unter anderem auf Lex Luthor und Batman. Die Kugeln sind intelligent, tödlich und kaum zurückzuverfolgen. Hector Hammond gerät unter Verdacht, dann auch Lobo. Schließlich führt die Fährte zur Flaschenstadt Kandor. Als Urheber stellt sich der Phantom King heraus, ein verrückter Wissenschaftler von Krypton, der sich an der Familie von Jor-El rächen will. Batman nennt ihn Supermans Joker – ein Irrer, der mit seinem Erzfeind grausame Spielchen treibt.

Auch wenn die Affäre am Ende allzu konventionell gelöst wird, ist der erste Teil, der eigentliche Krimi, doch ziemlich packend erzählt. Und zwar so, dass selbst der Mord an einer Randfigur – ein Mann, der sich als Superman verkleidet und Kinder im Krankenhaus aufheitert – bewegt.

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Das letzte Kapitel (Siege, dt. Belagerung) bildet eine Art Epilog: der Phantom King hetzt einige Batman-Schurken wie Bane, Killer Croc und Man-Bat auf Clark Kent. Unglücklicherweise verliert er durch den Einsatz seiner neuen Superkraft, dem Sonnenstoß, vorübergehend seine Kräfte. Aber zusammen mit Batman können sie die fremdgesteuerten Mordlustigen aufhalten. Clark Kent ist eben auch ohne Kräfte super … Noch besser ist aber Batman: Er darf sogar einmal auf Killer Croc reiten.

Ein Muss ist dieser Band zwar nicht, aber eine durchaus unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist.

Der Batman, der lächelt

Batman versus Superman, Teil 21: Knight Time (1998)

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Titel: Knight Time (dt. Wo ist Batman?)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Robert Goodman

Erschienen: 1998 (Superman: The Animated Series S03E02)


„See what I mean about him acting strange? He’s smiling!“ (Robin)

Roxy Rocket in Metropolis? Ja, was soll man auch machen, wenn Batman verschwunden ist? Superman fliegt nach Gotham City, wo Robin allein gegen Verbrecher kämpfen muss. Also wechselt Superman kurzerhand das Kostüm und wird zu Batman. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung von Bane, Riddler und dem Mad Hatter auf die Spur. Am Ende geht es gegen Brainiac.

Super-Batman und Robin

Super-Batman und Robin

Der Rollenwechsel geht zunächst nicht ganz glatt. Superman muss erst lernen, wie sich ein Dunkler Ritter benimmt und Robin hilft ihm dabei, wie man etwa bei einem Verhör seinen Fragen Nachdruck verleiht. Es sind diese Fish-out-of-Water-Momente, die die Episode so unterhaltsam machen. Sie machen deutlich, wie unterschiedlich die beiden Helden arbeiten und dass eine Konfrontation dieser beiden Welten immer großen Spaß macht – auch wenn in diesem Fall der wahre Batman eher durch Abwesenheit glänzt.

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

Das letzte Wort zu The Dark Knight Rises

Wer immer noch glaubt, dass The Dark Knight Rises ein gelungener Film sei, sollte sich diesen Honest Trailer ansehen. Er zeigt, anhand der vielen Fragen, die er aufwirft, wie schlecht durchdacht das Drehbuch zum dritten Teil der Christopher Nolans Batman-Trilogie ist. Wie immer zeigen die Screen Junkies pointiert, worin die Unstimmigkeiten bestehen. Danach wird man diesen Film mit anderen Augen sehen – falls man ihn überhaupt noch einmal sehen will.

(Wie die Filme der Trilogie auch hätten enden können, wird bei HISHE vorgestellt.)

Fledermaus, Katze und Fleischklops nach Shanghai-Art

Shanghai 1930: Eine geheimnisvolle Schriftrolle des Schicksals bestimmt den Herrscher der Stadt. Catwoman klaut sie, dann greift Bane zu, schließlich behält Batman das letzte Wort. Diese drei DC Nation-Web-Videos, The Bat Man of Shanghai, zeigen eine fulminant animierte und spektakulär inszenierte Anime-Version des Dunklen Ritters, der mit Leuchtstäben kämpft und sich in einen Schwarm von Fledermäusen auflösen kann. Bane ist ein so übertrieben riesiger Muskelberg, dass er als fassadenkletternder King Kong inszeniert wird, Catwoman macht in weiß-roten Kostüm und mit Puschelschwanz eine klasse Figur. Dieser dreitelitige Kurzfilm verdient einen Ehrenplatz in den Batman-Annalen.

Viral ist nicht gleich ansteckend

batman-contagion-legacy

Titel: Contagion/Legacy (dt. Die Seuche/Der Fluch)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Alan Grant, Doug Moench u.a.

Erschienen: 1996 (alle Batman-Serien) (dt. 1998, Dino-Verlag, Batman #10-13, #20-23, Batman Special #3, #5)


„Völkermord ist kein Verbrechen, wenn man auf der Seite der Sieger steht, Batman.“ (Bane)

„It’s too big. How can I fight a disease? And if I can’t, Gotham is doomed.“ (Batman)

Es wäre gelogen, wenn ich sagte, ich würde gerne eine Zusammenfassung der Ereignisse in dieser Storyline schreiben. Doch selbst wenn ich wollte: ich kann es nicht. Denn kurz nachdem ich Seuche und Fluch gelesen habe, ist mir bereits entfallen, was da passiert ist. So viel ist klar: Ein Ebola-Virus grassiert in Gotham. Viele sterben einen blutigen Tod. Die Batman-Familie versucht ein Gegenmittel zu finden. Catwoman, Azrael, Robin und Nightwing – sie alle mischen mit. Irgendwas passiert in Grönland. Poison Ivy hat auch etwas damit zu tun. Und als alles erledigt scheint, kommt dann noch ein unnötiger Anhang mit Ra’s al Ghul und Bane, wo es immer noch um die Seuchengefahr geht, was sich noch lahmer liest als der Auftakt. Und manche Dialoge sind so grenzdebil, dass man das Heft am liebsten an die Wand werfen würde.

Muss ich noch mehr sagen? Ich denke nicht. Vielleicht noch eins: die Seuche ist die erste Katastrophe, die Gotham heimsucht. Danach kommt ein vernichtendes Erdbeben, schließlich die Isolation des Niemandslandes. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre musste Batman vor allem gegen Gegner kämpfen, gegen die er machtlos war. Batman als Katastrophen-Helfer? Das ist nicht sein Fachbereich, deshalb funktioniert es nur leidlich. Aber beim Versuch, den Helden an seine Grenzen zu treiben, musste dieser Schritt wohl irgendwann unternommen werden. So viel sei vorweggenommen: Man hätte aus all diesen Ideen mehr machen können.