Comic

Dunkler Ritter in dunkler Stadt

DC Comics

Titel: Batman: One Dark Knight

Autor/Zeichner: Jock

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-3), Hardcover 2022


„How can Gotham — my city — crumble so fast?“

Ein Superschurke namens Edward M. Pressler soll von Arkham Asylum nach Blackgate Prison verlegt werden. Der Name wird mit E.M.P. abgekürzt – und der ist Programm, denn Pressler kann elektromagnetische Pulse absondern, die für Stromausfälle sorgen. Eine hochdelikate Angelegenheit also, die Drogen, Panzerfahrzeuge und Hightech erfordert. Außerdem gibt es da noch ein Haufen von Gangs, die die Gelegenheit nutzen wollen, um sich bei E.M.P. für den Ausbruch vor fünf Jahren rächen wollen, bei dem Menschen zu Tode gekommen sind. Allerdings ist das Unternehmen nicht durchdacht: Denn erst durch ihren Angriff lösen sie wieder das Chaos aus – einen Stromausfall in ganz Gotham. Batman schnappt sich E.M.P. und schleppt ihn durch die düstere Stadt, um ihn zum Ziel zu bringen.

Parallel dazu entführt die Polizistin Detective Rita Vasquez, eine Law-and-Order-Hardlinerin, Edwards Sohn, um ihn als Waffe zu nutzen. Sie hat ihre Familie durch E.M.P. verloren – nun geht sie über Leichen.

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Alles über Batmans Film-Anzüge

Mal ist er grau und mal ist er schwarz, mal gibt es Blau und manchmal auch Lila, meistens ist noch ein Klecks Gelb drin, am Gürtel und auch auf der Brust. Mal besteht er  aus dünnem Stoff, der viel Bewegungsfreiheit lässt, aber auch verletzlich macht, mal ist er ein undurchdringlicher Panzer, der Superkräfte verleiht. Mal trägt man die Unterhose drüber, mal drunter.

Die Rede ist von Batmans Anzug. Wie Batman selbst hat sein Outfit viele Wandlungen im Laufe der Jahre durchgemacht. Und obwohl es fast jedes Mal anders ist, erkennt man doch jedes Mal den unverwechselbaren Batman. Maske und Cape sollen an eine Fledermaus erinnern – das tun sie aber nur mit viel Fantasie und zur Sicherheit gibt es noch das Logo auf der Brust, das einen daran erinnert, wie das Kostüm zu verstehen ist. Mal sind die Ohren riesig, mal kaum zu erkennen. Und dann sind da noch der Gürtel und andere Gadgets, die jeden Anzug in ein Allzweckwerkzeug verwandeln.

Allein in „The Dark Knight Returns“ trägt Batman eine Reihe verschiedener Kostüme. (DC Comics)

In den 50ern trieb es Batman besonders bunt: 1950 wurden allerlei „Strange Costumes of Batman“ (Detective Comics #165) vorgestellt – vom Schneeanzug bis zum Taucheranzug. In The Rainbow Batman (Detective Comics #241, 1957) trug er eine Reihe von Anzügen in allen möglichen Farben, um von Robins Schwäche abzulenken. In der TV-Serie der 60er hatte Adam West einmal sogar eine pinke Maske und eine gelbe Badehose beim Surfen. Kurz: Batman trug so gut wie alles, von Ritterrüstungen bis Zebrastreifen.

Eine kurze Doku von Warner Bros. erzählt leider nichts von alldem, dafür aber die wechselhafte Geschichte der „Batsuits“ in den Kinofilmen – von Adam West über Michael Keaton bis hin zu Batfleck und Robert Pattinson in The Batman. Da war das Kostüm meist schwarz, dann mit Nippeln, dann grau und schließlich wirkte es wie selbstgemacht.


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Wie alles begann: Detective Comics #1 von 1937

Eigentlich beginnt die Geschichte von Detective Comics bereits 1935, als Verleger Major Malcolm Wheeler-Nicholson die Idee hat, ein Comicheft mit neuem Material herauszubringen. Was heute selbstverständlich ist, war damals revolutionär, denn wenn sich jemand die Mühe machte, Comichefte zu drucken, handelte es sich bloß um Nachdrucke bewährter Zeitungsstrips. In den Zeitungen war der gute Stoff enthalten – doch die Lizenzen waren teuer. Jedenfalls teurer, als junge Künstler mit neuen Werken zu betrauen. Außerdem hatte der Major eigene kreative Ambitionen. Daher wagte er das Unternehmen: all-new, all-different, würde man heute sagen. Damals hieß das: New Fun Comics. Nach sechs Ausgaben wurde „More Fun“ daraus. Doch das war nur der Anfang.

Zwei Jahre später folgte dann ein Heft mit Kriminalgeschichten: Detective Comics. Es war das erste Comicheft, das einem Thema gewidmet war und Bestand hatte. Erfinder und Redakteur Vince Sullivan hatte sich wahrscheinlich von Groschenheften wie „Spicy Detective“ dafür inspirieren lassen, doch es gab auch schon eine kurzlebige Comicserie namens „Detective Picture Stories“ (1936-1937, von The Comics Magazine Company), an der sogar Bob Kane einmal mitwirkte (#5).

Cover zu Detective Picture Stories #1 & 5.

An diesem gescheiterten Vorläufer sieht man, dass das Projekt „Detective Comics“ ein Wagnis in einer noch jungen Branche ohne Erfahrungswerte war. Wheeler-Nicholson borgte sich Kapital von Harry Donenfelds Vertrieb Independent News. Donenfelds Buchhalter und Geschäftsführer Jack Liebowitz wurde Teilhaber der neu gegründeten Firma Detective Comics Inc. Der Major ging später pleite – doch die neue Firma blieb.

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DC feiert 100 Jahre Stan Lee

Am 28. Dezember 2022 wäre Stan Lee 100 Jahre alt geworden. Einen Tag zuvor ehrt DC den legendären Marvel-Autor und -Herausgeber mit einem Special: In Tales from Earth-6: A Celebration of Stan Lee erzählen Autoren und Künstler Kurzgeschichten mit den Varianten von DC-Charakteren, die sich von 2001 bis 2002 Stan Lee in der Just Imagine-Reihe ausgedacht hat. Drei davon habe ich bereits besprochen:

Sämtliche Geschichten, u.a. mit Wonder Woman, Robin, Green Lanten, Flash, Shazam etc. wurden 20 Jahre später in zwei Paperbacks gesammelt (Just Imagine Stan Lee Creating the DC Universe).

DC Comics

Die neue Anthologie soll zehn Geschichten auf 96 Seiten umfassen. Die Storys stammen von den Autoren Mark Waid (Kingdom Come, Batman vs. Robin, Batman/Superman: World’s Finest), Jerry Ordway (Superman, Action Comics), Kenny Porter (DC: Mech), Stephanie Williams (Nubia & the Amazons, Trial of the Amazons), Michael W. Conrad und Becky Cloonan (Wonder Woman, Batgirls), Collin Kelly und Jackson Lanzing (Batman Beyond: Neo-Year), Meghan Fitzmartin (Tim Drake: Robin), Steve Orlando (Martian Manhunter) und Zac Thompson (Batman: Urban Legends).

Als Zeichner dienen Lee Weeks, Kevin Maguire, Jerry Ordway, Karl Mostert, Juan Ferreyra, Anthony Marques, Pablo M. Collar, Belén Ortega, Max Dunbar und nd Hayden Sherman. Außerdem gibt es einen Haufen von Variant Covers.

Stan Lee ist der Co-Schöpfer der Fantastic Four, X-Men und Avengers (Hulk, Thor, Iron-Man, Ant-Man), Spider-Man und Daredevil. Kurzum: Er ist verantwortlich für die Renaissance von Marvel Comics in den 60ern und damit eine prägende Figur für Superheldencomics überhaupt. Sein Einfluss ist kaum zu überschätzen. Das breite Publikum kennt ihn aus unzähligen Cameo-Auftritten in Marvel-Filmen. Er starb im Jahr 2018 im Alter von fast 96 Jahren.

>> DC gegen Marvel


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Mit dem Joker auf Mallorca

DC Comics

Titel: The Joker Vol. 2

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Guillem March

Erschienen: 2022 (The Joker #6-9, Annual #1), Hardcover 2022; dt. Panini 2022


Noch immer ist der Joker auf der Flucht, noch immer jagt ihm James Gordon hinterher, noch immer sind ihm „Lady Bane“, der Rat der Eulen und texanische Kannibalen auf den Fersen. Was ist neu? Diesmal geht es nach Paris. Doch Gordon hat für Sightseeing nicht viel Zeit, er gerät unter Mordverdacht, wird von Interpol verhaftet, aber schnell freigelassen, dann von „She-Bane“ entführt, die sich aber anders nennt: „Vengeance“. (Ihr wisst schon: Wegen Vengeance of Bane.) Aber wen rächt sie? Weiß sie selbst noch nicht genau, vielleicht ja Gordon. Jedenfalls fliegen sie gemeinsam nach Mallorca, finden den Joker und decken eine unappetitliche Wahrheit auf.

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Batman-Tag am 17. September 2022

DC Comics

Es ist mal wieder so weit: Am 17. September 2022 ist Welt-Batman-Tag. Warum? Weil DCs Marketingabteilung das so beschlossen hat. Also rennt gefälligst an genau diesem Tag in die Comicshops und kauft massenweise Comics und Merchandise! Alle, die keine Lust dazu haben, können auch für lau etwas abgreifen. DC spendiert uns zwei Gratiscomics, aber freut euch nicht zu früh. Das eine ist nur ein Nachdruck, Batman: Hush #1 Batman Day Special, das andere ist ein Kindercomic: Batman’s Mystery Casebook.

Interessanter ist da schon das deutschsprachige Angebot von Panini: Eine komplette Batman-Story (anscheinend mit dem Joker) und Leseproben zu Tom Taylors Mittelalter- bzw. Fantasy-Epos Batman und die Ritter aus Stahl (Dark Knights of Steel). Darüber hinaus gibt es noch die üblichen Gratis-Batman-Postkarten.

Wer doch Geld zu viel hat, für den bringt Panini ein paar neue Batman-Comics und ein paar alte heraus, wie etwa luxuriöse Neuausgaben von Das Lange Halloween und Dark Victory heraus (zu jeweils 59 Euro).

Weitere Comics zum Batman-Tag:

Auf Englisch erscheinen in der Woche folgende US-Hardcover:

Bereits erschienen:

Batman ’89: Schrödingers Two-Face

DC Comics

Titel: Batman ’89

Autor/Zeichner: Sam Hamm/Joe Quinones

Erschienen: 2021-2022 (Batman ’89 #1-6), Hardcover 2022


Alles, was geschieht, hätte auch anders passieren können. In einem Universum wurde Tim Burton nach zwei Batman-Filmen gefeuert und Joel Schumacher durfte das Franchise im Kino zugrunde richten mit Batman Forever und Batman & Robin. Was aber, wenn Drehbuchautor Sam Hamm die Gelegenheit gehabt hätte, einen dritten Batman-Film zu schreiben? Nun durfte er das zumindest im Comic-Format nachholen.

Der Titel „Batman ’89“ führt etwas in die Irre, denn 1989 kam der erste Film heraus, der zweite 1992, also müsste das hier eher „Batman 95“ heißen, aber das wäre wohl zu verwirrend, daher bedient man die Nostalgie des Batmania-Jahres.

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Batman und Superman: Verloren im Filmarchiv

DC Comics

Titel: Batman/Superman: Archive of Worlds (dt. Infinite Frontier)

Autor/Zeichner: Gene Luen Yang/Ivan Reis, Francesco Francavilla u.a.

Erschienen: 2021 (Batman/Superman #16-22, Annual #1), Hardcover 2022 (dt. Panini 2022)


Ein Filmstreifen, so lernen wir bei Scott McCloud, ist eigentlich (wenn man ihn nicht abspielt), nichts anderes als ein langsamer Comic. Na ja, fast. Es fehlen die Sprechblasen und auch eine räumliche Anordnung mehrerer Bilder, was für den Film die Zeit ist, ist für Comics der Raum etc. Also eigentlich funktionieren diese Medien ganz anders, denn niemand schaut sich Filme Bild für Bild an (bis auf die Nerds, die Trailer auf Easter Eggs und Filme auf Fehler hin sezieren). Und trotzdem wird immer wieder versucht, Comics in Filme zu übersetzen oder Filme eben in Comics – und das geht häufig schief.

Dieser Batman-Superman-Comic will ein Film sein. Oder mehrere Filme auf einmal. Das erkennen wir an den zwei Bildreihen, die von einer Perforation gerahmt sind wie auf einem analogen Filmstreifen (die Älteren erinnern sich). Ziemlich Retro ist auch die Story: Da sehen wir einen Superman mit gelbem Wappen auf der Brust in einer Art Golden-Age-Szenario (ohne Batman) gegen Riesenroboter kämpfen, unten Batman und Robin in einer Welt ohne Superman, in der Lois Lane eine Schurkin ist. Dann plumpst plötzlich die Lois Lane von oben nach unten durch ein „Brandloch“ …

Was ist denn hier los? Auf „Erde Null“ finden Superman und Batman einen Satelliten in der Erdumlaufbahn, der in Filmstreifen eingewickelt ist. Beherrscht wird er vom Schurken „Auteur.10“, einer künstlichen Intelligenz, die neue Welten erschafft, um irgendwann eine perfekte zu errichten. „Auteur.10“ hält sich für einen visionären Regisseur. Warum er einen Projektor auf dem Kopf trägt und warum er dazu eine analoge Technik benutzt und wie diese Filmstreifen eine ganze Welt speichern sollen – das sind alles Fragen, die viel zu weit führen.

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Riddlers schlechter Tag

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day: The Riddler

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2022 (One-shot)


„Riddles are fun. But I’m not.“ (Riddler)

ACHTUNG: SPOILER!

Der Riddler erschießt einen beliebigen Mann, den er zufällig auf der Straße sieht. Ein Vater und Ehemann ermordet – einfach so. Scheinbar sinnlos. Batman sucht nach Antworten und findet keine. Derweil tötet der Riddler in Arkham weiter: einen Insassen (den „Film-Freak“) überredet er dazu, sich nach einer verlorenen Wette die Kehle durchzuschneiden, einem Wärter trennt er die Finger ab und dann entkommt er, indem er ein paar schwer bewaffneten Polizisten droht, ihre Kinder zu töten – sie erschießen sich gegenseitig.

In Rückblenden bekommen wir einen neuen Origin für den Riddler, der traditionsbewusst an die alten angelehnt ist: Edward Nygma heißt eigentlich Edward Tierney und ist der Sohn des Leiters einer Eliteschule. Edward ist ein hochbegabter Schüler, der bereits mit anderthalb Jahren lesen konnte und mit fünf bereits Altgriechisch und Latein beherrschte. Trotzdem kann er es seinem tyrannischen Vater nicht recht machen und wird von ihm (mit einer Shakespeare-Ausgabe) verprügelt.

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Batman und sein Kindersoldat

DC Comics

Titel: Robin & Batman

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Dustin Nguyen

Erschienen: 2021-2022 (Miniserie #1-3), Hardcover 2022


„He’s a soldier, not some mascot like the others.“ (Batman)

Nach über 80 Jahren muss man sich fragen: Ist Robin überhaupt noch zeitgemäß? Der Charakter wurde anfangs für Kinder geschaffen und diente vor allem als Identifikationsfigur. Batman wurde freundlicher durch ihn, kindgerechter. Als er wieder ernster wurde, arbeitete er meist wieder allein – aber so ganz verschwand Robin nie und es wäre auch falsch zu sagen, die besten Batman-Storys kämen ohne Sidekick aus. Und auch wenn er längst seine eigenen Serien und Teams hat, hadert man mit diesem quietschbunten Jungen neben dem Dunklen Ritter …

Nun hat sich Jeff Lemire (Joker: Killer Smile) des Problemkinds angenommen, zusammen mit Dustin Nguyen, der bereits in Detective Comics und Streets of Gotham Batman und Robin zeichnen durfte. (Gemeinsam erschufen sie die Science-Fiction-Serien Descender und Ascender.) Diesmal heißt es aber: Robin & Batman. Es geht um Dick Graysons Anfänge in der Rolle. Die tragische Ursprungsgeschichte (zuerst dargestellt in Detective Comics #38) wird ausgelassen und nur angedeutet, dafür sehen wir, wie Dick mit Batman trainiert und seine Rolle erst finden muss. Nach einem verpatzten Einsatz wird er „gefeuert“, dann macht er sich selbst ein Kostüm, um es Batman zu beweisen, dass er würdig ist. Schließlich nehmen sie es gemeinsam mit Killer Croc auf, den Dick bereits aus Zirkustagen kennt.

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