Comic

Batmans böser Blick der Angst

DC Comics

Titel: Batman’s Evil Eye

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Bob Brown

Erschienen: 1969 (Detective Comics #389), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Jonathan Crane alias Scarecrow kommt auf Bewährung aus dem Knast. Bruce Wayne persönlich hat ihm einen Job besorgt, Batman empfängt ihn am Gefängnistor, um ihm alles Gute zu wünschen, da bekommt er einen besonders festen Händedruck zu spüren. Die Vogelscheuche kann ganz gut zupacken …

Daraufhin wird das Dynamische Duo nachdenklich. Eigentlich sollte das Fledermauskostüm einst Gauner mit schlechtem Gewissen in Angst und Schrecken versetzen. (Damit ist Batman etwas wie ein Seelenverwandter von Scarecrow.) Aber das war einmal, die Zeiten haben sich geändert, sagt Batman. Aber die Menschen sind immer noch die gleichen, sagt Robin. Sie haben immer noch die gleichen Ängste, sie hätten sich bloß an den Anblick der beiden Helden gewöhnt: „Maybe we’re passé — old hat — extinct Dodos of a dying breed of crime-fighters!“ Batman gibt ihm später Recht: „My shock value — has worn off! (…) The ‚bat’s‘ psychological weapon — the power to instill fear, on sight, in the criminal mind — is gone forever!“

In Batmans 30. Jahr ist das auffallend pessimistisch. Tatsächlich steckt Batman kurz nach der Adam-West-Ära in einer Krise: Er ist eine Lachnummer, die sich totgelaufen hat. Kurz darauf wird die Figur neu erfunden: ernsthafter, ohne Bathöhle und Robin, mehr in der realen Welt zu Hause. Doch so weit sind wir hier noch nicht.

Batmans Furcht vor sich selbst

Zuvor vermöbelt das Dynamische Duo eine Bande, die Parkuhren stiehlt. Als die Batman sehen, fangen sie vor Angst an zu stammeln. Es ist ein Leichtes, sie auszuknocken. Noch krasser reagieren später Juwelendiebe – sie flehen die Polizei an, sie ins Gefängnis zu stecken, um Batmans bösen Blick („evil eye“) nicht mehr ertragen zu müssen. Der Dunkle Ritter scheint immer noch Schrecken verbreiten zu können.

Kurz darauf meldet sich Scarecrow bei Commissioner Gordon und lädt Batman zu einem Rendezvous zu zweit in einer Lagerhalle. Natürlich eine Falle, natürlich tappt Batman hinein. Kaum bricht er durchs Oberlicht, findet er sich in einem Spiegelkabinett wieder und fürchtet sich vor dem eigenen Anblick. Scarecrow hat ihm ein Gift verabreicht, das alle das Fürchten lehrt, die böse sind. Batman ist zwar nicht böse, aber da Scarecrow hinter den Spiegeln lauert und sein Gehirn bad vibrations aussendet, fällt Batmans Angstkraft auf ihn selbst zurück (logisch, oder?).

Sollte Batman fünfmal hinschauen, wird er vor lauter Angst durchdrehen. Da das Glas kugelsicher ist, kommt er nicht raus. Auch ein Laserstrahl hilft nicht. Batman bricht schließlich zusammen. Als die Tür aufgeht, verpasst er Scarecrows Handlangern den bösen Blick und sie weichen zurück. Doch statt auch Scarecrow damit auszuschalten, verbirgt Batman sein Gesicht hinter seinem Cape, um dem Schurken zu beweisen, dass Gerechtigkeit auch blind siegen kann. Am Ende verrät sich Scarecrow beim Herannahen selbst – durch das Stroh in seinem Kostüm …

Unklar bleibt, warum Scarecrow lieber alte Spielchen spielt, statt die zweite Chance zu nutzen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Liegt wohl an dem bösen, rachsüchtigen Gehirn, das später zu einem verrückten erklärt werden wird.

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Batman trifft Bugs-Bunny-Jäger

DC Comics

Titel: Pway for Me

Autor/Zeichner: Tom King/Lee Weeks

Erschienen: 2017 (Batman/Elmer Fudd Special #1), Paperback 2018 (DC Meets Looney Tunes), Hardcover 2020 (Batman by Tom King & Lee Weeks: The Deluxe Edition)


Es hat schon alle möglichen und unmöglichen Crossover gegeben. Batman traf auf Marvel-Helden wie Spider-Man, auf Predator, Ridley Scotts Aliens und die Turtles. Im Jahr 2000 traf Superman sogar auf Bugs Bunny, was DC eine vierteilige Miniserie wert war. 17 Jahre später druckte man den Spaß nach und setzte ihn fort mit einer Reihe von Specials unter dem Titel DC Meets Looney Tunes: Daffy Duck traf auf den Joker, Wonder Woman auf den Tasmanian Devil und Batman auf Elmer Fudd, den trotteligen Jäger, der Bugs Bunny mit einer Schrotflinte jagt.

Da ich ohnehin kein großer Fan dieser Crossover bin (sie laufen immer gleich und sind selten Perlen), ich mir von solchen erst recht nicht viel verspreche und ich außerdem froh bin, Tom King als Batman-Autor loszusein, habe ich mich lange davor gedrückt, das Batman/Elmer Fudd Special auch nur anzurühren. Aber gut, ich habe dem Heft mal eine Chance gegeben. Immerhin gefällt mir das Cover. Zeichner Lee Weeks ist einfach großartig und er enttäuscht auch nicht im Inneren des Heftes.

Es gelingt ihm, die Looney Tunes in die Welt vom Batman zu übersetzen, als eine Reihe von gesellschaftlich Randständigen, die in einer tristen Bar abhängen. Wir sehen die Cartoonfiguren vermenschlicht und realistisch geerdet in einem regentriefenden, grauen, noiresken Gotham. Elmer Fudd spricht wie in den Original-Cartoons, aber er erscheint als ein Jäger, der von harten Umständen geformt wurde und sein Geld als Auftragskiller verdient. Unglücklich in Silver St. Cloud verliebt, muss er ertragen, dass sie ermordet wird – von Bugs (Bunny), einem karottenessenden Mann mit Hasenzähnen. Er will sich an ihm rächen, aber dann sagt ihm Bugs, dass ein anderer den Mord in Auftrag gegeben habe: Bruce Wayne. Also geht Elmer auf den Millionär los …

Damit ist im Grunde schon fast alles erzählt. Spoiler: Bruce überlebt. (Wie? Egal.) Batman trifft auf Elmer, es kommt zum obligatorischen Kampf, dann verbünden sie sich und noch ehe sie gemeinsam Detektiv spielen können, erklärt sich der Fall von selbst auf. Auf 43 Seiten bleibt kein Platz für viel mehr, vor allem, wenn zum Schluss noch eine Kurzgeschichte hinterhergeschoben wird, in der Batman in die Cartoonwelt von Elmer und Bugs transportiert wird, um ein kleines Quatschabenteuer zu erleben.

Nein, man muss dieses Special nicht gelesen haben. Interessant ist es höchstens, wie hier versucht wird, zwei unvereinbare Sphären miteinander in Einklang zu bringen und ich muss zugeben, dass es im Grunde gut gelingt. Als Experiment kann man es so durchgehen lassen, die Story bleibt aber oberflächlich und ohne tieferen Sinn. Und wer an Albernheiten Spaß hat, dem werden vielleicht auch die letzten Seiten gefallen.

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Tom Taylor und Andy Kubert machen „Batman: The Dark Knight“

DC Comics

Derzeit überschlagen sich die Nachrichten zu neuen Batman-Comics in diesem (Halb-)Jahr. Diese ist einen eigenen Artikel wert: Tom Taylor und Andy Kubert machen zusammen eine sechsteilige Miniserie unter dem Titel: Batman: The Dark Knight. Weil das Erinnerungen an eine gleichnamige und kurzlebige Serie, eine Reihe anderer Comics und einen Film weckt, gewinnen sie auf jeden Fall den „No-Prize“ für den uninspiriertesten Titel des Jahres. Aber vielleicht waren ja alle Ideen bereits für die Geschichte aufgebraucht, die sie uns präsentieren werden.

DC Comics

Es geht um einen alternden, nicht mehr so fitten Batman. Er trägt einen Mantel mit Stehkragen und eine Schutzbrille (was an Batfleck in Batman v Superman erinnert). Eine Tragödie führt ihn nach Großbritannien. Batman muss sich einem bislang unbekannten Gegnern stellen, dem Schurken namens Equilibrium, er verbündet sich wieder mit alten Gefährten, den Nachahmern Knight and Squire (bekannt aus Batman Incorporated), dabei geht er dem Rätsel nach, was die Botschaft „BATMAN 147“ bedeuten könnte. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Gentleman Ghost.

Autor Tom Taylor hat sich bereits einen Namen gemacht mit Titeln wie Injustice und DCeased, Zeichner Andy Kubert ist ein alter Batman-Veteran mit Klassikern im Repertoire wie Batman and Son, Whatever Happened to the Caped Crusader?, Flashpoint und The Dark Knight III.

Batman: The Dark Knight soll am 13. April mit einer 26-seitigen Ausgabe beginnen.

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Neue Batman-Comics von Februar bis April 2021

DC Comics

DCs derzeitiges Event Future State wird um eine weitere Batman-Miniserie erweitert: In The Next Batman: Second Son erzählt John Ridley die Vorgeschichte von Tim Fox, dem Sohn von Luke Fox, der zum neuen Batman wird. Die Serie erscheint zunächst vom 23. Februar an wöchentlich, die ersten drei Kapitel werden im ersten Print-Heft erscheinen, das für den 6. April geplant ist.

DC Comics

Am 2. Februar soll endlich die Miniserie Man-Bat beginnen. Angekündigt war sie bereits für vergangenes Jahr. Der Fünfteiler stammt von Dave Wielgosz und Sumit Kumar. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Im dritten Monat des Jahres wird viel los sein: Am 2. März erscheinen der bereits angekündigte One-Shot Infinite Frontier sowie die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker. Eine neue Anthologie-Serie startet DC am 16. März mit Batman: Urban Legends.

Im März gibt es ein ungewöhnliches Crossover: Batman & Scooby-Doo Mysteries ist eine Serie, die sich an Kinder richtet. Sie soll zuerst digital in 24 Kapiteln erscheinen, dann gedruckt in zwölf Heften. Start ist am 27. März. Die Idee ist nicht ganz neu: Bereits 2018 gab es einen Zeichentrickfilm mit dem Titel Scooby-Doo & Batman: The Brave and the Bold, den ich ignoriert habe.

Im April startet eine neue Robin-Solo-Serie mit Damian Wayne. Autor ist Joshua Williamson (The Flash, Future State: Justice League, Infinite Frontier) und Zeichner Gleb Melnikov (Wonder Woman, Batman/Superman Annual). Ein zweiteiliges Prequel gibt es in einer Backstory in Batman #106 und Detective Comics #1034. Robin #1 soll am 27. April erscheinen.

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Scarecrow lehrt Batman das Fürchten

DC Comics

Titel: The Man Who Radiated Fear

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Batman #200)


Scarecrow mag wie eine Vogelscheuche aussehen, aber furchteinflößend ist er nicht gerade. Das ändert sich Ende der 60er, im Jubiläumsheft Batman #200. Jonathan Crane hat eine Angstpille entwickelt, die andere lehrt, ihn zu fürchten. Ziel sind natürlich Batman und Robin. Vorher aber probiert er das Mittel selbst aus, indem er es einen Handlanger schlucken und sich als Batman verkleiden lässt. Das Ganze passiert im Geheimversteck, dem Haystack, einer als Heuhaufen getarnten Scheune. Auch wenn Heu nicht gleicht Stroh ist: Stroh bleibt das Markenzeichen.

Als es zur ersten Begegnung mit dem Dynamischen Duo kommt, ist das vor Angst paralysiert. Doch töten will Scarecrow die beiden nicht, denn er genießt zu sehr, von ihnen gefürchtet zu werden. Zurück in der Bathöhle sagen sie Alfred, dass dieser Zustand ihr Ende sein könnte. Da erzählt ihnen der treue Butler noch einmal ihre Leidensgeschichten: Wie Bruce Wayne zu Batman wurde und Dick Grayson zu Robin. Daraufhin sind beide wieder hochmotiviert. Sie mussten sich bloß wieder auf ihre alten Traumata besinnen. „We may become afraid — again — but that won’t stop us now!“, sagt Robin. Das war wohl die schnellste Angsttherapie in der Geschichte der Menschheit.

Nach einem gemeinsamen Training starten die beiden wieder hochmotiviert durch: Sie schnappen den Joker, Killer Moth und den Pinguin. Dabei finden sie an den Schurken immer wieder Strohhalme: zwei rote, vier weiße, fünf blaue. Nach ein bisschen Grübelei, was Scarecrow ihnen damit sagen wollen könnte, finden sie ihn samt Bande beim Pelzeklauen. Angst haben sie keine mehr – bis Scarecrow ihnen in einem Spiegelkabinett versechsfacht erscheint. Batman und Robin werden wieder rückfällig.

Dann stecken die Gauner sie in eine perfide Todesfalle: Sie setzen die beiden auf Stühle und richten vier Pistolen auf sie, Fäden sind zwischen ihren Handgelenken und den Abzügen gespannt. Nur eine Bewegung und die Waffen schießen. (Außerdem erinnern Waffen und Fäden die beiden an ihre Traumata.) Die Lösung ist einfach: ducken. Dann wird geprügelt und Batman jagt plötzlich Scarecrow Angst ein, weil er ihn mit seinen Worten an den Selbstversuch vom Anfang erinnert. Dagegen hilft nicht mal ein Gegenmittel.

Ach so, was hatte es eigentlich mit den farbigen Strohhalmen auf sich? Das wird erst am Ende erklärt. Wollt ihr das wirklich wissen? Hab ich mir gedacht …

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Batmans Familie gegen ein Netzwerk von Schurken

DC Comics

Titel: Batman: Family

Autor/Zeichner: John Francis Moore/Stefano Gaudiano

Erschienen: 2002-2003 (Mini-Serie #1-8)


„It’s not blood that defines family, but the bonds of shared experience and affection.“

Kurz nach den Ereignissen von Bruce Wayne: Murderer/Fugitive steht Bruce Wayne kurz davor, Wayne Enterprises zu verlieren. Obwohl er von den Mordvorwürfen freigesprochen wurde, will ihn CEO Delilah Wagner loswerden. Batman hat derweil andere Probleme: In Gotham ist mal wieder ein neuer maskierter Rächer unterwegs. Sieht aus wie eine Art roter Predator, nennt sich aber Tracker und macht Jagd auf die Rossetti-Mafia.

Boss Rossetti beauftragt daraufhin einen anderen Vigilanten, der sich Suicide King nennt, um den Tracker aufzuhalten. Das klappt auch, aber da stellt sich heraus: Die beiden stecken unter einer Decke, das Ganze ist Teil eines Komplotts von Celia Kazantkakis, einer Immobilienunternehmerin und ehemaligen Freundin von Martha Wayne. Bruce macht sie zum Chef seiner Firma und damit beginnt das Unglück, denn ihr Ziel ist es, sich die ganze Stadt untertan zu machen

Nach und nach nimmt sie sich mit ihrem „Network“, einer Reihe von Experten und Mördern, die Mitglieder der Batman-Family vor: Spoiler, Orpheus, Black Canary, Huntress, Robin, Batgirl, Nightwing. Aber irgendwie bleibt das Meiste davon wirkungs- und belanglos. Batman findet bald heraus, dass Celia böse ist und dann sind die Fronten ohnehin klar – aber damit ist auch die Spannung völlig raus.

Batman: Family ist mit Abstand eine der langweiligsten Batman-Storylines, die ich seit War Games gelesen habe. Das Ganze ist vollgestopft mit Charakteren, aber obwohl jedem der Schurken eine Ausgabe gewidmet ist, bleiben sie einem so egal wie die Story, die formelhaft, beliebig, dialoglastig und voller uninteressanter Rückblenden ist. Im Grunde reicht es, nur die letzte Ausgabe zu lesen, da wird alles kurz vor dem Finale noch einmal zusammengefasst und jedes Batman-Familienmitglied darf sich nützlich machen, um sich bei einem der Bösen zu revanchieren.

Kein Wunder, dass die Miniserie bis heute keinen Reprint als Paperback bekommen hat. Das war vor Kurzem zwar mal angekündigt, aber dann hat es sich DC wieder anders überlegt. Gut so.

>> Batman 2000-2011

Scarecrows Rückkehr oder: Warum liegt hier Stroh?

DC Comics

Titel: Fright of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Batman #189), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


„… by stretching the imagination, it might fit –“ (Batman)

Nach zwei Auftritten in den 40ern verschwand Scarecrow für 24 Jahre, erst 1967 kehrte er wieder in die Comics zurück. Daher musste man den jungen Lesern von damals noch einmal die Origin-Story aus World’s Finest #3 (1941) erzählen, damit sie überhaupt wussten, was Sache ist: Jonathan Crane, als Kind gerne Vögel aufgescheucht, später Psychologie-Professor mit dem Forschungsschwerpunkt Angst und schließlich professionelle Vogelscheuche. Angstgas hatte er damals noch nicht – diese Pioniertat war zunächst nur Hugo Strange vorbehalten.

Als Scarecrow wiederkehrt, erwischen ihn Batman und Robin gerade dabei, wie er im Park die versteckte Beute früherer Raubzüge wieder ausgräbt. Ohne zu fragen wird Batman handgreiflich, als sich die beiden Komplizen wehren wollen, indem sie vom Zweiten Verfassungszusatz Gebrauch machen, werden sie ausgeknockt. Doch dann lässt Scarecrow ein kleines U-Boot mit einer Antenne auftauchen, die mittels Signale Höhenangst auslöst. Während sie sich an einen Baum klammern, bewirft Scarecrow sie mit Stroh – sein Markenzeichen und angeblich Ausdruck seiner Macht.

Scarecrow dichtet wieder

Dann lässt er einen Hinweis im Sand zurück, die Worte: Park, Ark, Mark. Ähnliche Reimereien gab es schon in Detective Comics #73 (1943). Und so beginnt das Rätselraten. „Ark“ ist einfach: Es geht um die Filmkulisse eines Noah-Films, die der Geschäftsmann Raymond Archer gekauft hat. Doch kaum Batman und Robin an Bord, werden sie von Scarecrows Signalen mit Blindheit geschlagen und sie haben plötzlich Angst vorm Dunkeln. Dann lässt Scarecrow auch noch – immerhin ist man auf einer Arche! – zwei große Raubkatzen auf sie los. Aber zum Glück hat Scarecrow wieder ein bisschen Stroh liegen lassen. Dank eines Laserstrahls im Gürtel können Batman und Robin damit Feuer machen und die wilden Tiere abwehren. (Ein Feuerzeug hätte es auch getan, aber man muss wohl mit James Bond mithalten.)

Doch was hat es mit dem dritten Hinweis „Park“ auf sich? Dahinter kommen die Detektive mittels wildester Assoziation: Es geht von „mark“ zu „easy marks“ zu „fall guys“ zu „Jeremy T. Fall“, einem Millionär. Das ist eine Gedankenkette, die selbst für den Riddler zu weit hergeholt wäre. „Mark“ hätte genauso gut ein Name sein können – aber für’s Nachdenken bleibt keine Zeit, denn wieder muss ein Millionär davor bewahrt werden, sein Vermögen zu verlieren. Nein, so ist es nicht ganz: Denn immerhin will Mr. Fall das Geld spenden – es geht also um einen guten Zweck.

Scarecrow hat zwar auch hier noch kein Angstgas, aber er raucht eine Pfeife, deren Rauch den armen Mr. Fall in Todesangst versetzt. Lange muss er sich nicht fürchten, denn Batman und Robin können alles wieder schnell mit Fäusten regeln. Der Wunderknabe reimt: „Have some fear — Robin’s here!“ Doch Scarecrow hat viel mehr Angst vor etwas anderem: Polizeisirnen.

Und die Moral von der Geschicht: Man überwindet seine Ängst nur, wenn man sich ihnen stellt. Genauso ist es – merkt euch das. Von Batman kann man was fürs Leben lernen. Manchmal jedenfalls.

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Batman im Jazz-Club

DC Comics

Titel: Batman: Jazz

Autor/Zeichner: Gerard Jones/Mark Badger

Erschienen: 1995 (Batman: Jazz – A Legends of the Dark Knight Special #1-3)


Nachdem Batman einen alten Saxophonisten im Park vor drei jungen Schlägern gerettet hat, lädt der Mann Batman zu einem Konzert in einem Nachtclub ein. Batman kommt. Im Kostüm. Setzt sich an einen Tisch und hört sich von Gästen die Geschichte der Jazzlegende Blue Byrd an, der einst als Genie am Saxophon gefeiert wurde, bis er mit 35 an einer Drogenüberdosis starb.

Nicht von ungefähr erinnert die Geschichte an Charlie Parker, der auch „Bird“ genannt wurde. Nur hier stellt sich heraus: Blue Byrd ist gar nicht tot, sondern spielt hier und jetzt unter dem Decknamen Willie Little. Nach dem Auftritt wird Willie aber von drei kuriosen Gestalten in bunten Kostümen angegriffen: The Brothers of Bop. Einer verschießt mit seiner Pauke Raketen, ein anderer wirft Granaten in Notenform, der dritte lässt mit seinem Saxophon scheinbar Fensterscheiben zerspringen – doch das ist nur eine Illusion, hervorgerrufen durch Halluzinogene. Am nervigsten ist jedoch ihre affektierte Sprechweise in Stabreimen: „Ow ow ow! Show me how! Ka-pow ka-pow!“ Willie landet im Krankenhaus.

Hommage an Charlie Parker

Batman bringt die restlichen zwei Ausgaben damit zu, Klinken zu putzen und Blue Byrds alte Weggefährten auszufragen, ob sie ihn auf dem Gewissen haben. So erfährt er immer mehr über die Vergangenheit des genialen Musikers, der seinen Tod vorgetäuscht hat, um in Europa Musik zu studieren. Es geht um Drogen, Plagiate und natürlich auch um Rassismus, unter dem der Schwarze gelitten hat. Dabei entdeckt Batman Gemeinsamkeiten mit sich: eine verlorene Kindheit und ein Doppelleben.

Der Dreiteiler von Gerard Jones und Mark Badger (Run, Riddler, Run) ist vor allem eine Hommage an Charlie Parker und den Jazz, der am Ende entgegen schon in den 90ern herrschender Meinung für sehr lebendig erklärt wird. Man muss sich nur fragen, was das soll. Comics tun sich eigentlich sehr schwer damit, Musik darzustellen – oft lassen Zeichner behelfsmäßig Noten durchs Bild fliegen. Hier aber versucht Zeichner Mark Badger, die Musik visuell mit psychedelisch anmutenden Farbeffekten darzustellen. Die Figuren sind sperrig bis expressionistisch gezeichnet. Die Auflösung am Ende, die sich Autor Gerard Jones überlegt hat, mutet hingegen banal an: ein versuchter Mord aus Liebe, um die Legende aufrechtzuerhalten … Die Szene mit Batman im Jazz-Club wirkt absurd bis unfreiwillig komisch. Und die drei bescheuerten und überzeichneten Schurken regen einfach nur auf.

Dann schon lieber Charlie Parker hören.

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Neue Batman-Comics: Vorschau auf 2021

Joker War: Batman #100 (DC Comics)

2021 wird das Jahr der Vögel. Scarecrow und Pinguin feiern ihr 80-jähriges Jubiläum. Daher werde ich mich den beiden Schurken ausführlich in einer fortlaufenden Reihe widmen. Ihre ersten Auftritte habe ich schon besprochen. Jetzt kommt der Rest, darunter auch Pinguins Auftritt in Batman: The Animated Series und das Gipfeltreffen zwischen Pinguin und Scarecrow in der Storyline As the Crow Flies.

Außerdem feiert die Comicgemeinde am 15. Juni den 80. Geburtstag von Neal Adams. Der Zeichner prägte den Batman der 70er sowie das Team-up zwischen Green Lantern und Green Arrow – alles Arbeiten, die der 2020 gestorbene Autor Dennis O’Neil schrieb. Zuletzt betätigte sich Adams auch als Autor, mit Batman: Odyssey und dem bislang unvollendeten Batman vs. Ra’s al Ghul, von dem die letzten beiden Ausgaben nächstes Jahr erscheinen sollen.

Im Herbst werden auch Wonder Woman, Green Arrow und Aquaman 80 Jahre alt (Oktober/November), die letzten beiden erschienen sogar zeitgleich zum ersten Mal (in More Fun Comics #73). Ich werde mir die Team-ups dieser Helden mit Batman in The Brave and the Bold anschauen.

Batman: Earth One Vol. 3 (DC Comics)

In Sachen neuer Batman-Comics darf man gespannt sein auf den Joker War, den Autor James Tynion IV im vergangenen Jahr toben ließ und der nun als Sammelband herauskommt. Noch mehr freue ich mich auf Batman: Earth One Vol. 3 von Geoff Johns und Gary Frank. Ein weiteres Highlight könnte der Zwölfteiler The Batman’s Grave von Warren Ellis und Bryan Hitch werden.

Für Heftesammler beginnt das Jahr mit dem Event Future State, das Batman und andere DC-Helden in einem dystopischen Szenario zeigt. Dafür pausieren die Hauptserien für ganze zwei Monate, danach geht Batman wieder monatlich (statt zweimal pro Monat) weiter. Der erste Batman-Sammelband zu Future State erscheint erst im Juni. Außerdem läuft der Zwölfteiler Batman/Catwoman von Tom King und Clay Mann weiter. Neue Wege einschlagen will DC mit dem One-Shot Infinite Frontier, der am 2. März erscheinen soll, am gleichen Tag kommt die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker heraus. Am 16. März 2021 startet DC mit Batman: Urban Legends eine neue Anthologie-Serie.

Bis wir Batman wieder im Kino sehen, müssen wir uns bis 2022 gedulden. Mindestens. Im August 2021 soll zunächst James Gunns The Suicide Squad in die Kinos kommen, falls die Pandemie nicht wieder alle Pläne über den Haufen wirft. Und im März soll dann auch Zack Snyder’s Justice League als Miniserie auf HBO Max erscheinen (ok, kriegt euch wieder ein). Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es nicht. Zunächst kommt im Januar der Animationsfilm Batman: Soul of the Dragon. Für den weiteren Verlauf des Jahres ist die Adaption von The Long Halloween angekündigt.

Januar

  • Batman: Chalice (inkl. Batman: The Ankh)
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 5 (Batman #466-473, Detective Comics #639-640)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 4 (Detective Comics #601-611, Detective Comics Annual #2)
  • Batman Adventures: Robin, The Boy Wonder (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54, Batman Adventures #9)

Februar

  • Batman Vol. 2: The Joker War (Hardcover)
  • Batman/The Maxx: Arkham Dreams (Hardcover)
  • Gotham Knights: Contested (Gotham Knights #14-24, #29)

März

  • The Batman’s Grave (Hardcover)
  • Detective Comics Vol. 5: The Joker War (Hardcover)
  • Batman and the Outsiders Vol. 3: The Demon’s Fire
  • Batman Arkham: Talia al Ghul (Paperback)
  • Batman Beyond Vol. 8: The Eradication Agenda (Paperback)
  • Superman & Batman Generations Omnibus (Superman & Batman: Generations An Imaginary Tale #1-4, Superman & Batman: Generations II #1-4, Superman & Batman: Generations III #1-12)

April

Mai

  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 5 (Detective Comics Annual #3, and Detective Comics #612-614, #616-621)
  • Batman Universe (Paperback)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles III (Paperback)

Juni

  • Batman: White Knight Presents: Harley Quinn (Hardcover)
  • Batman: The Adventures Continue (Paperback)
  • Batman Vol. 3: Ghost Stories (Hardcover. Enthält Batman #101-105, eine Story aus Detective Comics #1027, Batman Annual #5)
  • Future State: The Next Batman (Paperback. Enthält: Future State: The Next Batman #1-4; Future State: Dark Detective #1-3; Future State: Nightwing #1-2)
  • Batman by John Ridley – The Deluxe Edition (Hardcover, enthält: Detective Comics #1027, Batman Black & White #1, Batman: The Joker War Zone #1, Future State: The Next Batman #1-4)
  • Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 9 (Batman #76-84, Detective Comics #192-208, World’s Finest Comics #63-70)
  • The Dark Prince Charming (Paperback)

August

  • Batman Adventures: Cat Got Your Tongue? (Paperback, enthält: Adventures in the DC Universe #2-19; Batman: Gotham Adventures #4-24, 50; Batman Adventures #10)
  • Batman: Zero Year (Paperback)

September

November

  • Legends of the Dark Knight: Jose Luis Garcia-Lopez (Hardcover)

(Quelle: Amazon.de)


>> Batman-Jahresrückblick 2020


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Batman gegen Mr. und Mrs. Freeze

DC Comics

Titel: Cold Vengeance

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Doug Mahnke

Erschienen: 2020 (Detective Comics #1012-1017), Hardcover 2020 (Detective Comics Vol. 4)


Mister Freeze lässt ein paar junge Frauen entführen, um ein Serum an ihnen zu testen. Damit will er seine Frau Nora endlich wieder zu den Lebenden zurückholen. Als eine Entführung schiefgeht, wird Batman auf den Schurken aufmerksam. Kaum hat er Freezes Aufenthaltsort herausbekommen, steigt Batman in eine supercoole … äh … superheiße Feuerrüstung, um den kalten Gegner auf Eis zu legen … oder besser gesagt: ihm gehörig einzuheizen.

Victor Fries jagt ein paar Eiszombies auf ihn (darunter auch einige Tiere, echt creepy), so gelingt ihm mit Nora die Flucht und er muss sein Serum ohne weitere Versuchspersonen an Nora testen. Es klappt – doch sie ist gar nicht erfreut, als sie erwacht. Sie macht ihm schwere Vorwürfe, ihren letzten Wunsch nicht respektiert zu haben. Doch obwohl Freeze sie ebenfalls auf den absoluten Nullpunkt herunterkühlt (fragt sich nur, wie man sich dann noch rühren kann), lässt sie sich schnell umstimmen und wird zu seiner Komplizin. Fortan rauben Mr. und Mrs. Freeze Banken aus und frieren haufenweise Menschen ein.

Wie einst Bonnie und Clyde: Mr. und Mrs. Freeze. (DC Comics)

Hier könnte die Geschichte unglaubwürdig werden, aber dann kommt zum Glück eine halbwegs glaubwürdige Erklärung: Da das Serum nicht ausgereift war, greift es Noras Gehirn an – sie wird zur Soziopathin. Nachdem sie ihren Mann fallen lässt, bittet Victor Freeze Batman um Hilfe, seine gemeingefährliche Frau wieder einzufangen. Und so kommt es zum Team-up von Eis und Heiß …

Heiß und Eis: Batman & Mr. Freeze. (DC Comics)

Endlich mal wieder eine brauchbare Mr. Freeze-Story. Endlich kommt die Sache mit Nora voran. Dass sie dasselbe Outfit trägt wie ihr Mann, ist einfallslos, dass sie völlig durchgeknallt ist, macht sie als Charakter uninteressant, denn sie hat eigentlich keine richtige Agenda, als sich ihre langgehegten Wünsche zu erfüllen, wie etwa auf einer Bühne zu tanzen (auch wenn es vor erfrorenem Publikum ist). Da war die Motivation ihres Mannes bisher noch nachvollziehbarer. Allerdings gibt sie eine gute Analyse von Victor ab:

„All those crimes you commited to save me when all you were doing was trying to fill a hole in yourself! You need me frozen in more ways than one to give your life meaning!“

So ist es leider. Bis Nora (in Batman: TAS) war Freeze eine Witzfigur. Erst seine kranke Frau hat ihm Tiefe und Ernsthaftigkeit verliehen. Aber was macht Freeze ohne Nora? So eine Variante des Schurken muss noch erfunden werden. Aber es ist schon mal gut, dass der erste Schritt getan ist. Schade, dass das alles in fünf Ausgaben abgehandelt werden muss. Aber dank der grandiosen Zeichnungen von Doug Mahnke ist dieses Comic auf jeden Fall etwas fürs Auge.

Zum Schluss des Bandes gibt es noch eine Kurzgeschichte als Zugabe, in der Batman und Robin untersuchen, warum ein Junge aus dem Wayne-Waisenhaus abhaut. Auch nicht verkehrt. Allerdings hätte man aus dem Menschenhändler-Thema mehr machen können. Darin steckt Potenzial für eine Batman-Story, die wohl noch erzählt werden muss.

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