Comic

Batman wird Negativ

DC Comics

Titel: The Negative Batman

Zeichner: Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #284)


Batman hatte in den 50ern die kuriosesten Kostüme. Nach dem bunten Rainbow-Batman war Anfang der 60er aber Schwarz-weiß angesagt. Zuerst als Zebra. Und dann als Negativ. Das kam so: Im Gotham verschwinden plötzlich Banken und tauchen wieder aus dem Nichts auf – allerdings ohne Geld. Dahinter steckt die Gang des ehemaligen Wissenschaftlers Hal Durgin, der ein besonderes Gerät gebaut hat: eine Kamera, die das Funktionsprinzip von Kameras wörtlich nimmt. Mit ihr kann man Dinge verkleinern und im Gehäuse festhalten.

Batman und Robin finden die Gauner schnell und hier könnte die Story vorbei sein, wenn Durgin nicht Batman mit der Kamera erwischen würde. Unser Held wird zwar nicht verkleinert eingesperrt, aber in ein wandelndes Negativ in Schwarz-weiß verwandelt. Aber der neue Look ist nicht das Problem: Batman fühlt sich auch nich schwach – und er reagiert (wie ein echtes Negativ) empfindlich auf Licht. Batman wird also notgedrungen zu einem Helden der Nacht, der im Schatten agieren muss.

Was heute normal für Batman ist, war aber im bunten Silver Age undenkbar. Ein Negativ-Batman ist damals wörtlich zu nehmen. Die Wissenschaft weiß leider keinen Rat. Wenn das so bleibt, wird Batman sterben. Es sieht düster für ihn aus. Dann lässt er sich auch noch vom Schurken gefangen nehmen. Doch dann stellt sich raus: Alles nur ein Trick. Batman hat seinen Roboter in ein Schwarz-weißes Kostüm gesteckt und wurde hinter den Kulissen durch den Kamera-Einsatz geheilt.

Am Ende kann sich Batman wieder normal ablichten lassen – sogar im Blitzlichtgewitter. Hurra, die Farbe ist wieder da!

Zwei Jahre später (World’s Finest #126) gab es dann auch einen Negative Superman …

>> Batman in den 60ern

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Neue Batman-Comics im Herbst 2019

Es ist noch eine Weile hin, aber Batman-Fans können sich schon auf den Herbst freuen. DC hat die Veröffentlichungstermine für interessante Bände angekündigt: Nach Kings of Fear im August und Batman: Damned im September kommt es im Oktober dicke: Nicht nur Tom Kings Event Heroes in Crisis, auch The Batman Who Laughs von Scott Snyder und Jock, sowie Brian Michael Bendis‘ Batman: Universe kommen in dem Monat heraus.

Im November folgt der Zwölfteiler Doomsday Clock, in dem die DC-Helden auf Alan Moores Watchmen treffen. Die Fans erfahren endlich, wie es nach DC Rebirth und Batman/Flash: The Button weitergeht. Allein die Zeichnungen von Gary Frank dürften den Kauf wert sein. Und dann erscheint im selben Monat noch die Hardcover-Ausgabe von Frank Millers Superman: Year One.

Eine kleine Randbemerkung zum Schluss: DC setzt seine Reprints der Batman Adventures mit Gotham Adventures fort. Ärgerlicherweise sollen nur die ersten sechs Ausgaben im ersten Band enthalten sein. In den ersten Bänden waren jeweils 10 Ausgaben enthalten. Wenn das so weitergeht, stehen uns zehn Bände Gotham Adventures bevor. Das kann dauern – und geht ins Geld.

Hier die ganze Übersicht:

September

  • Batman: Detective Comics Vol. 1: Arkham Knight (Detective Comics ##994-999, #1000, #1001-1006) (Hardcover)
  • Batman: Damned (Hardcover)
  • Gotham Knights: Transference (Gotham Knights #1-12, Paperback)
  • Batman Eternal Omnibus (Hardcover)
  • Gotham After Midnight – 10th Anniversary Edition (Hardcover)
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 3 (Batman #445-454, Detective Comics #615, Batman Annual #14)
  • Hush (New Edition, Paperback)
  • The Killing Joke (New Edition, Hardcover)

Oktober

  • Batman Vol. 10: Knightmares (Batman #61-63 und #66-74, Hardcover)
  • Heroes in Crisis (Hardcover)
  • The Batman Who Laughs (Hardcover)
  • Batman: Universe (Hardcover)

November

  • Doomsday Clock (Hardcover)
  • Superman: Year One (Hardcover)
  • Gotham Adventures Vol. 1 (Paperback)

Frank Millers „Superman: Year One“ erscheint im Juni

Supermans Vorgeschichte wurde schon 1000 mal erzählt. Aber noch nicht von Frank Miller. Im Juni soll endlich der erste Teil des lange angekündigten Dreiteilers Superman: Year One erscheinen. Die weiteren beiden Teile sollen im August und Oktober erscheinen, die Gesamtausgabe im November. Gezeichnet wird die Serie von John Romita Jr., der schon mit Miller bei Daredevil: The Man Without Fear und Dark Knight Returns: The Last Crusade zusammengearbeitet hat. Von ihm stammt auch All-Star Batman Vol. 1: My Own Worst Enemy.

Superman: Year One soll mehr als ein Superhelden-Comic werden, sondern eine „coming-of-age story“, in der Clark Kent nach seinem Platz in der Welt sucht. Also alles wie gehabt? Nein, Frank Miller verspricht Superman als einen ganz neuen Charakter darzustellen. Mehr „truth“ und „justice“, weniger „American Way“, mehr Mythos und Ikone als der zweifelhafte Erfüllungsgehilfe aus The Dark Knight Returns. Dass Miller den Helden zu seinen Ursprüngen zurückführen will, zeigt auch das erste Cover, das Superman mit dem alten rot-schwarzen Logo darstellt.

Frank Miller hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Kontroversen gesorgt. Schon sein The Dark Knight Strikes Again kam nicht gut an, sein All-Star Batman and Robin, the Boy Wonder war höchst umstritten und nie fertiggestellt, sein Dark Knight III wurde wohlwollender besprochen, war aber die ganze Warterei zwischen den sich immer mehr verzögernden Heften nicht wert. Besser also, man erwartet nicht allzu viel von seinem Superman …

Mister Miracle: Ausbruch aus der Routine

DC Comics

Titel: Mister Miracle

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2017-2018 (Mister Miracle #1-12), Paperback 2019


„I can always escape.“

Seien wir ehrlich: Die New Gods sind lahm. Ja, ich weiß: Jack Kirby ist ein Gott der Comics und alles, was er geschaffen hat, ist Gold wert. Aus einer historischen Perspektive mag das stimmen. Ohne die Fourth-World-Saga gäbe es wohl auch kein Star Wars und Grant Morrison hätte nur halb so viel zu tun. Aber jedes Mal, wenn die New Gods irgendwo auftauchen, bläht sich jede Superhelden-Story zu über-astronomischen Größe auf, und am Ende interessiert es doch keinen, was am anderen Ende des Universums passiert.

Okay, es gibt Ausnahmen. Die JLA-Saga Stein der Weisen, zum Beispiel. Aber im Grunde geht es doch nur um Darkseid. Den Oberfiesling. Noch böser und härter als Darth Vader. Der Rest der 1000 Charaktere ist bloß ödes Beiwerk. Wer mir nicht glaubt, kann sich ja nochmal den Justice League-Film ansehen und mir sagen, was fehlt. Who the fuck is Steppenwolf? And who cares?

Und jetzt komme ich euch mit Mister Miracle. Was hat der in einem reinen Batman-Blog verloren? Warum sollte euch das interessieren? Mister Miracle war 2018 für mehrere Eisner Awards nominiert (Autor, Zeichner/Kolorist, Cover, Miniserie) und gewann zwei, einer ging an Autor Tom King, einer an Zeichner Mitch Gerads. Nun habe ich zu Tom King ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits hat er so tolle Comics wie The Sheriff of Babylon (Vertigo) und The Vision (Marvel) geschrieben, andererseits tue ich mich sehr schwer mit seinem Batman. Aber bei all dem Kritiker- und Leser-Lob für MM habe ich ihm noch eine Chance gegeben.

Scott Free in der Krise

Mister Miracle ist ein Comic für alle, die die New Gods bisher blöd fanden und alle, die das Formelhafte von Superheldencomics satt haben. Gleich auf den ersten Seiten, wenn King in Kürze für Einsteiger den Origin von MM alias Scott Free nacherzählt, steckt so viel (Selbst-)Ironie darin, dass jegliche Zweifel vergessen sind. Und dann der Schock: Eine Doppelseite, die zeigt, wie Scott Free in seinem Badezimmer auf dem Boden sitzt und sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Der einst strahlende Held in der Lebenskrise.

Hinterher sagt der Ausbruchskünstler, er habe versucht, dem Tod zu entkommen. Kurz darauf erscheint Bruder Orion, verprügelt ihn und rekrutiert ihn für einen Krieg gegen Darkseid. Der Schurke soll die Anti-Life-Equation haben, die ultimative Waffe. Und das ist nur der Anfang. MM wird im Laufe der Story zum Tode verurteilt und steigt zum Highfather auf, bevor er es am Ende mit Darkseid aufnimmt. Doch statt in die typischen Action-Szenen abzudriften, behandelt die Geschichte die Kämpfe und Kriege als Beiwerk, das der Held eher nebenher verrichtet, wie einen Routine-Job.

Im Vordergrund steht der Charakter und seine Beziehung mit seiner Frau Big Barda. Und es sind sehr menschliche Probleme, die die beiden haben. Einmal bricht das Paar auf New Genesis in den Palast des Highfathers ein, doch statt sich auf den Kampf zu konzentrieren, diskutieren sie bloß die Einrichtung ihrer Wohnung, wobei Barda ihrem Mann damit nur sagen will, dass sie schwanger ist.

Es sind solche Überraschungsmomente, durch die Mister Miracle Spaß macht. Erwartungen werden ständig untergraben. Und es gibt immer wieder absurde Situationen, die dank der Kunst von Mitch Gerads, Ausdruck in die Gesichter zu zeichnen, jedes Mal funktionieren. Das führt leider auch dazu, dass man die ganze Story nicht ernst nehmen kann – auch in den durchaus drastischen und dramatischen Momenten. Das ist besonders dann schade, wenn Figuren sterben und es die Helden fast nicht zu kümmern scheint. Der Tod ist hier Alltagsgeschäft.

Aber auch wenn der Held mit seiner Liebsten auf der Couch liegt und ihr sein Herz ausschüttet, starrt sie bloß auf ihr (Motherbox?)Smartphone. Über wichtige Dinge sieht man sie aber nur selten reden. Als Scott seiner Barda einen philosophischen Vortrag über Descartes und Kant hält, hört sie bloß zu. So allzumenschlich die Story manchmal auch wirken will, wenn sie Götter beim Pinkeln zeigt, so abgebrüht und zynisch ist ihr Grundton.

 

Mister Miracle ist fast durchgehend in einem Neuner-Raster erzählt, wie Tom King am liebsten hat und wie es schon Alan Moore perfektioniert hat. Das lässt den Comic einerseits sehr einförmig erscheinen, aber dafür sorgen die farbenfrohen und stimmungsvollen Zeichnungen für die nötige Abwechslung. Manchmal wird das starre Muster eben spielerisch durchbrochen – genauso wie der Held immer wieder aus seinen Fallen ausbricht. Und genauso wie Tom King allzu verzweifelt versucht, aus dem Muster der Superhelden-Comics auszubrechen.

Viele Panels haben Bildstörungen, als wäre der „Empfang“ unterbrochen. Diese visuelle Spielerei erinnert immer wieder daran, dass wir das Erzählte tatsächlich nicht für voll nehmen können. Der Erzähler aus dem Off weist darauf hin, dass es sich um eine besonders tückische Falle handeln könnte. Doch bis zum Schluss bleibt offen, ob die Geschichte nur eine Illusion, ein Traum, eine Nahtoderfahrung, eine Art Jenseits oder ein Paralleluniversum ist. Obwohl es sich um eine abgeschlossene Serie handelt, wird am Ende eine Fortsetzung angekündigt.

Mister Miracle ist der Versuch, die New Gods zu erden. Das Göttliche wird zum Menschlichen. Superhelden werden zu Alltagsbewältigern. Aber dafür erscheint das Menschliche bloß in seiner banalen Alltäglichkeit. In der zweiten Hälfte verbraucht sich dieser Running Gag und übrig bleiben bloß zwei gelangweilte und frustrierte Erwachsene, die triviale Gespräche führen. Ungewöhnlich im Geiste Jack Kirbys, aber typisch Tom King, und am Ende doch wieder irgendwie lahm.

>> Mister Miracle erscheint am 9. April 2019 als Megaband bei Panini.

Batman mit Zebrastreifen

DC Comics

Titel: The Zebra Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Detective Comics #275)


Ein neuer Schurke treibt in Gotham sein Unwesen: der Zebra-Man, ein schwarz-weiß gestreifter Mann, der mit elektromagnetischen Kräften schwere Gegenstände anziehen, kontrollieren und von sich stoßen kann. Reguliert wird das Ganze mit einem Gürtel.

Der Zebra-Man stiehlt Kunstwerke, hebt einen versunkenen Frachter vom Meeresgrund, aber für Batman und Robin ist er nicht zu fassen. Doch dank guter alter Detektivarbeit (die gute alte Schlammprobe im Labor!) spüren sie den Tunichtgut in seinem Geheimversteck auf. Und dort wird Batman zufällig ebenfalls mit der Strahlung aufgeladen – inklusive Zebrastreifen. Batman wirkt auf alles und jeden fortan abstoßend, sodass der Zebra-Man wieder entkommt.

Weil Batman aber keinen Gürtel hat, mit dem sich seine neuen Kräfte beherrschen ließen, malt er sich eine düstere Zukunft aus: Er wird nie wieder essen können! Er wird Chaos verusachen! Und wenn er als Bruce Wayne auftritt, werden alle wissen, dass er Batman ist! Dass er sich nie wieder einer Frau wird nähern können (oder andersrum) scheint ihm seltsamerweise keine Sorgen zu bereiten … Ein Held hat eben klare Prioritäten.

So zieht ein verzweifelter Zebra-Batman durch die Gegend und stellt sich auf sein Dasein als Außenseiter ein, da bringt ihn ein Magnet auf einem Schrottplatz auf eine Idee. Mittels eines Tricks kann er den Schurken besiegen und sich mit dessen Gürtel wieder „neutralisieren“.

Der Zebra-Batman gehört zu den schrägsten Kostümen, die Batman im Silver Age tragen durfte. Mittlerweile gibt es ihn auch als Funko-Pop-Figur …

>> Batman in den 60ern

Black Hammer trifft Justice League

Dark Horse/DC Comics

Jeff Lemire ist immer wieder für eine Überraschung gut, aber diesmal hat er etwas angekündigt, womit wohl niemand gerechnet hätte: Ein Crossover zwischen Black Hammer (Dark Horse) und der Justice League. Batman, Superman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Cyborg treffen in diesem Sommer auf die Superhelden aus dem von Lemire geschaffenen Universum. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit Starro. Lemire schreibt die fünfteilige Mini-Serie Hammer of Justice, Michael Walsh zeichnet sie. Die erste Ausgabe erscheint am 10. Juli 2019 in den USA. Es wird insgesamt sechs Cover geben, die von Michael Walsh, Andrea Sorrentino, Yanick Paquette, Yuko Shimizu und Jeff Lemire stammen.

Black Hammer hat 2017 zwei Eisner-Awards gewonnen und wird – völlig zurecht – mit Lob überhäuft. Die Serie handelt von Superhelden, die aus einem rätselhaften Grund auf einer Farm gestrandet sind. Das Universum expandiert mittlerweile in mehreren ebenfalls sehr lesenswerten Spin-offs. Neben der Hauptserie (Black Hammer: Age of Doom) gibt es auch Sherlock Frankenstein, Doctor Star, The Quantum Age und Black Hammer ’45. Lemire hat sich innerhalb von wenigen Jahren eine eigene Welt aufgebaut, die noch weiter trägt als seine anderen Serien wie Sweet Tooth und Descender.

Auf Deutsch erscheint Black Hammer im Splitter-Verlag. Einen Erscheinungs-Termin für Hammer of Justice in Deutschland gibt es noch nicht.

80 Jahre Batman: Coverwahn für Detective Comics #1000

Dan Jurgens/Kevin Nowlan (DC Comics)

Wenn Batman 80 Jahre alt wird, dürfen ihm alle Zeichner von Rang und Namen ihren Tribut zollen. DC bringt von Detective Comics #1000 einen ganzen Haufen von Variant Covers heraus. Selbst die Variants haben Variants.

Mico Suayan (DC Comics)

Alex Ross malt das Cover von Detective Comics #27 nach, von Jim Lee gibt es gleich eine ganze Reihe, darüber hinaus sind Veteranen wie Neal Adams, Frank Miller, Brian Bolland, Lee Bermejo und Bill Sienkiewicz, Greg Capullo und Patrick Gleason dabei. Beliebte Motive sind auch die üblichen verdächtigen Frauen: Harley Quinn, Catwoman und Poison Ivy.

Hier eine kleine Auswahl:

Noch mehr Variant Cover sind bei comicburst.com aufgelistet.

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 Jim Lee Cover (DC Comics)

Detective Comics #1000 wird regulär ein Cover von Jim Lee haben. Das Heft erscheint am 27. März, wird elf neue Storys auf 96 Seiten enthalten und 9,99 US-Dollar kosten, darunter eine von Peter J. Tomasi and Doug Mahnke mit dem ersten Auftritt des Arkham Knight im DC-Universum. Eine 160-seitige Deluxe-Ausgabe erscheint am 18. Juni und wird alle Variant Cover enthalten.

Super-Batman rastet aus

DC Comics

Titel: Superman/Batman Vol. 5

Autor/Zeichner: Michael Green, Mike Johnson, Dan Abnett, Andy Lanning, Len Wein/Rafael Alburquerque, Rags Morales, Francis Manapul, Whilce Portacio u.a.

Erschienen: 2008-2009 (Superman/Batman #50-63, Annual #3), Paperback 2017


Müsste man dem fünften Superman/Batman-Band einen Titel geben, würde Verkehrte Welt passen: Hier geht es um Rollentausch und Fusion von Rollen, die nicht zusammengehören.

Bei einem Angriff von Silver Banshee wird Batman verletzt. Doch kurz darauf ist er geheilt und hat Superkräfte – und zwar genau die, die Superman nach und nach abhanden kommen. Es kommt zum Rollentausch. Kaum hat Batman sein Potenzial erkannt, nutzt er es aus, um auf der ganzen Welt für Ordnung zu sorgen. Er genießt es, nicht schlafen und essen zu müssen, er ist besessener denn je von seiner Mission. Nachdem er sogar Bane fast umgebracht hat, will ihn Nightwing zur Strecke bringen und wird schwer verletzt.

Schließlich versucht die Justice League den außer Kontrolle geratenen Batman zu zähmen. Doch erst als Superman in ein umgebautes Batman-Kostüm steigt und austrickst, kann er ihn zur Vernunft bringen. Batman wirft Superman vor, sein Potenzial bisher nicht ausgeschöpft zu haben. Allerdings könnte man das auch der Geschichte vorwerfen, die zwar solide erzählt ist, aber leider durch die unterdurchschnittlichen Zeichnungen von Rags Morales nicht zur Entfaltung kommt.

Im Annual #3 lässt Len Wein den Composite-Superman aus dem Silver Age zurückkehren als Schöpfung von Amazo-Schöpfer Professor Ivo. Er ist ein missratener Versuch, aus der DNA der Justice League einen Kämpfer zu klonen. Eigentlich hatte Ivo ihn begraben, dann ist er aus dem Grab gestiegen und hat sich aus einem Batman- und einem Supermankostüm ein neues gebastelt.

Mit Mash-ups bekommen es die World’s Finest in der gleichnamigen Geschichte zu tun: Sie finden sich in einer Welt wieder, in der die Mitglieder der Justice League mit denen der Titans verschmolzen sind: Night Lantern, Aquaborg, Hawk Beast etc. Das Ganze erinnert an die Amalgam-Experimente mit den Marvel-Helden in den 90ern (Batman verschmolz mit Wolverine zu Dark Claw), aber wenn die Schurken Lex Joker, Doomstroke und Brainycat auftauchen, erscheint das Konzept so beliebig wie albern.

Am Ende ist alles nur ein Traum. Und die Kinder-Ausgaben der Helden, die plötzlich auftauchen, sind bloß Spielereien von Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite. Und die letzte Geschichte, in der Batman gegen ein totalitäres Gedankenkontroll-Regime von Gorilla Grodd kämpft, ist nur eine Simulation. Es sind lauter solcher Was-wäre-wenn-Szenarien, bei denen es um wenig geht und die höchstens als reine Pageturner taugen.

Fantasievoll gerät immerhin der Ausflug in die Nano-Welt, in der Superman und Batman zu Helden einer mikroskopisch kleinen Stadt werden. Batman steigt mal wieder in eine Art Raumschiff und feschen Kampfanzug, sieht toll aus, aber die Rolle als Science Fiction-Held steht ihm leider trotzdem nicht. Zwar bieten Fish-out-of-Water-Storys häufig interessante Prämissen, aber wie man hier sieht, geht die Rechnung nicht immer auf.

Visuell überzeugen die Zeichnungen von Rafael Albuquerque und Francis Manapul in diesem Band noch am meisten.

>> Liste der World’s Finest-Comics

Halb Superman, halb Batman, ganzer Schurke

Titel: The Composite Superman/The Return of the Composite Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Cary Bates/Curt Swan

Erschienen: 1964/1967 (World’s Finest (#142/168)


Joe Meach will der Welt beweisen, was für ein toller Typ er ist und springt von einem Hochhaus in einen Wassertank. Zum Glück ist Superman in der Nähe, der sieht, dass der Tank ein Leck hat, und Meach das Leben rettet. Er gibt ihm einen Job als Hausmeister im Superman-Museum. Durch einen Blitzeinschlag in eine Statuen-Sammlung der Legion of Superheroes bekommt Meach ihre Kräfte verliehen.

Als Composite-Superman, ein Held mit zwei halben Kostümen, erpresst er Superman und Batman: Entweder darf er bei ihnen mitmachen oder er verpetzt ihre wahre Identitäten. Sie nehmen ihn auf lassensich von ihm demütigen. Denn der Composite-Superman ist ihnen immer einen Schritt voraus. Schließlich zwingt er sie zum Aufhören. Wenn sie noch einmal ihre Kostüme anziehen, lässt er sie auffliegen.

In der Zwischenzeit hat sich der Schurke einen Palast gebaut und plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Superman und Batman lassen es darauf ankommen. Der Composite-Superman schnappt sie sich, fesselt Superman mit einem Kryptonitring und will sie bloßstellen, aber da schwinden seine Kräfte … Und sein Kostüm. Und sein Gedächtnis. Er wird wieder Hausmeister. Und die Helden finden ihn auch nicht wieder.

Ein paar Jahre später kehrt Joe Meach zurück. Ein Alien, das sich für seinen toten Vater an Batman und Superman rächen will, macht den Hausmeister wieder zum Composite-Superman. Kurz darauf erinnert er sich wieder an alles und stürzt sich auf seine Vorbilder und Feinde. Diesmal ist auch Robin dabei. Der Schurke verdreifacht sich und überwältigt sie in der Batcave. Superman muss Batman retten, im Boden zu versinken.

Später, während Superman herausfindet, dass Meach seine Kräfte von den Legion-Statuen hat, muss Batman feststellen, dass ein falscher Robin in seinem Batmobil sitzt – der echte würde sich nämlich immer anschnallen. Batman und Robin werden vom Composite Superman gefangen genommen, dann bekommt Superman dessen Kräfte zu spüren: Der Schurke bläst sich zum Ballon auf, zum Riesen, wird Elastic Lad. Und gerade als er die beiden Helden gefangen genommen und sie zur Hälfte in Antimaterie verwandelt hat, verliert er seine Kräfte.

Der wahre Übeltäter taucht mit seinem Ufo auf und will die Sache selbst mit einem Todesstrahl beenden, da wird Joe Meach wieder gut, rettet beiden das Leben und stirbt den Heldentod. Dafür widmen ihm Batman und Superman sogar ein Denkmal.

Das Cover, auf dem Batman, Superman und Robin Bruce Wayne, Clark Kent und Dick Grayson verhauen, hat allerdings nichts mit der Geschichte zu tun.

>> Liste der World’s Finest-Comics

80 Jahre Batman: Long Live the Bat

DC Comics

Batman feiert am 30. März Geburtstag – und DC hat Großes vor. Unter dem Motto „Long live the Bat“ sind in diesem Jahr mehrere Aktionen undgeplant. Die spektakulärste soll bereits am 15. März stattfinden. Bei der Konferenz South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas, will DC 1,5 Millionen Fledermäuse über der Congress Bridge fliegen lassen. Am offiziellen Batman-Tag am 21. September (das Datum ist völlig willkürlich gewählt) soll in Städten weltweit das Bat-Signal erstrahlen.

Wo genau und ob Deutschland dabeisein wird, ist noch offen. Überhaupt finden die meisten Events in den USA statt. Was wir von der ganzen Feierei haben werden, beschränkt sich vor allem auf die Lektüre der Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition (12. März) und von Detective Comics #1000, das am 27. März erscheint, im Juni folgt dazu die 160 Seiten starke Deluxe-Edition mit allen Variant Cover.

Das offizielle Plakat zur Aktion (siehe oben) stammt von José Luis García-López und Admira Wijaya. Und dann gibt es noch diese Spotify-Playlist mit 37 Stunden Bat-Music: Batman: The Ultimate Collection.