Comic

Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

>> Batman 1950-1959

Werbeanzeigen

Neue Serie: The Batman’s Grave

Batmans Grave

DC Comics

Kurz vor der San Diego Comic-Con 2019 überschlagen sich die Meldungen zu Batman. Nachdem DC ein Joker-Comic von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino verkündet hat, ist jetzt eine Maxiserie von Warren Ellis und Bryan Hitch in Arbeit. The Batman’s Grave wird sie heißen, zwölf Teile umfassen und am 9. Oktober 2019 starten.

Batman's Grave #1

DC Comics

Die Story klingt noch etwas vage: Während Alfred Pennyworth jede Woche das Grab der Waynes pflegt, versetzt sich Batman in den Verstand eines Mordopfers, dessen Gesicht zur Hälfte zerstört ist. Batman identifiziert sich auf psychotische Weise mit Mordopfern. Er begibt sich in ihre Leben und wird besessen von jedem Detail ihrer Tode.

Ellis und Hitch haben bereits gemeinsam an The Authority (1999-2000) gearbeitet. Ellis hat auch einige Batman-Storys geschrieben, darunter ein Crossover mit Planetary, „Infected“ (Legends of the Dark Knight #83–84), eine Batman Black and White-Geschichte und zuletzt eine für Detective Comics #1000. Hitch hat Batman zuletzt für seine Justice League gezeichnet.

Batmans Grave

DC Comics

Knightfall 2.0: Tales of the Dark Multiverse

Im Oktober startet DC eine neue Comic-Reihe: Tales of the Dark Multiverse wird klassische Storylines neu interpretieren. Das Konzept erinnert an DCs frühere Elseworlds-Reihe. Den Anfang machen Scott Snyder und Kyle Higgins, die zusammen mit Javier Fernandez Knightfall variieren werden. Die Geschichte spielt 30 Jahre nachdem ein gebrochener Bruce Wayne beim Versuch gescheitert ist, wieder Batman zu werden. Jean-Paul Valley hat als Saint Batman eine Schreckensherrschaft errichtet, in der Kriminelle ständig den Tod fürchten müssen. Doch es gibt Hoffnung: The Son of Bane.

Jeff Loveness, Brad Walker und Andrew Hennessy erzählen eine Variante von The Death of Superman. Darin wird Lois Lane zum Eradicator und nimmt Rache an allen, die Superman haben sterben lassen. Mit gottgleichen Kräften will sie die Herrschaft der Supermänner beenden, noch bevor sie beginnt.

Knightfall erscheint am 16. Oktober 2019, The Death of Superman am 30. Oktober. Jeder Band wird im Prestige-Format herauskommen, 48 Seiten umfassen und 5,99 US-Dollar kosten. Dazu werden Nachdrucke von Batman #497 und Superman #75 erscheinen, die für einen Dollar zu haben sind.

Weitere Tales of the Dark Multiverse werden unter anderem Infinite Crisis, Blackest Night und New Teen Titans: The Judas Contract sein.

 

Batman gegen Aliens

batman/aliens

DC Comics

Titel: DC Comics/Dark Horse: Aliens

Autor/Zeichner: Ron Marz, Ian Edgington, Mark Schultz/Bernie Wrightson, Staz Johnson, Ariel Olivetti

Erschienen: 1997, 2002, 2007 (Batman/Aliens #1-2, Batman/Aliens II #1-3, Superman/Batman vs. Aliens/Predator #1-2, WildC.A.T.S./Aliens #1), Paperback 2016


Batman kann alles. Er wird mit jedem Gegner fertig. Sogar mit denen, die weit über seiner Liga liegen. Sogar mit den Aliens der Alien-Filme. Aber was damals Ripley geschafft hat, ist für Batman ein Kinderspiel. Das beweist er gleich drei Mal.

Die erste Batman/Aliens-Story liest sich wie ein typischer Alien-Film: Ein Haufen Söldner ist auf Geheimmission im mittelamerikanischen Dschungel, unter lauter Machos ist eine taffe Frau, obwohl alle dicke Waffen haben, werden sie nacheinander von Aliens abgeschlachtet, so dass am Ende nur die Frau übrig bleibt. Nur dass diesmal auch Batman dabei ist. Er ist wie immer Herr der Lage, weil er klüger ist als der Rest. Also alles wie gedacht.

So routiniert die Sache abläuft, so muss man dem Zweiteiler lassen, dass hier vor allem dank der Zeichnungen von Bernie Wrightson eine schaurige Atmosphäre aufkommt, die einen beim Lesen fesselt. So abwegig die Kombination Batman-Aliens erscheinen mag, so sehr ergibt sie visuell Sinn: Beide düstere Kreaturen ergänzen einander. Hier Batmans Maske mit den spitzen Ohren, die das halbe Gesicht verdeckt, dort die augenlosen Aliens mit ihren langgezogenen Köpfen, hier Batmans Umhang, dort die knochigen Körper der Aliens – zusammen verbinden sie sich zu Antipoden, die sich doch sehr ähnlich sind. Gerade vor einer Kulisse von Dschungel und alten Tempeln ist der Kampf ein echter Hingucker.

Auch wenn die Story kaum Überraschungen bietet und sich auch nicht die Mühe gibt, viel zu erklären, ist sie doch reiner Fan-Service, der kurzweilig genau das bietet, was man erwartet. Und das ist bei einer so fragwürdigen Prämisse auch schon viel wert.

Der zweite Teil ist deutlich kreativer: Die Gefahr sitzt mitten in Gotham. Bei Bauarbeiten wird ein bunkerartiges Geheimlabor freigelegt, die Aliens entkommen von dort und machen die Stadt zur gemischten Schlachtplatte. Zum Höhepunkt kommt es, als die Aliens in Arkham einfallen und die Insassen zu Alien-Hybriden mutiert werden …

Staz Johnsons gefälliger Zeichenstil und die knallige Kolorierung machen diesen Dreiteiler zu einem noch kurzweiligeren Action-Spektakel, das sehr auf Schauwerte und große Panels setzt. Es ist ein großer Unfug, der viel Spaß macht.

Für alle Klugscheißer, die fragen könnten, warum Batman nicht einfach Superman zu Hilfe holt, wird Superman im zweiten Teil für tot erklärt. Aber im dritten Teil arbeiten die World’s Finest tatsächlich zusammen – und zwar nicht nur gegen Aliens, sondern auch gegen die Predators. Letztere haben es sich seit der Eiszeit in Peru gemütlich gemacht, zusammen mit ein paar Aliens, die sie züchten, um sich mit ihnen zu messen. (Die Idee stammt aus dem Film Alien vs. Predator von 2004, der 2007 fortgesetzt wurde.) Da aber in der Nähe ein Vulkan auszubrechen und die Zivilisation auszulöschen droht, suchen die Predators weltweit nach einem neuen Lebensraum – natürlich mit tödlichen Nebenwirkungen.

Batman und Superman wollen ihnen helfen, sie zurück ins All zu schicken, damit sie sich einen anderen Planeten suchen. Aber dabei gibt es drei Probleme: Die Predators erweisen sich nicht als sehr dankbare Gäste, die Menschen wollen den Ort in die Luft jagen und Superman besteht darauf, auch die Aliens zu retten – weil es auch Lebewesen sind. Klar, dass das Ärger bedeutet. Superman ist dabei allerdings nicht sehr konsequent: Statt lebende Aliens mitzunehmen, rettet er nur ein paar Eier.

Batman trägt eine coole Rüstung. Superman schleppt dafür seine Festung der Einsamkeit herbei. Und natürlich darf auch Lois Lane als Jungfer in Nöten nicht fehlen. Mit Aliens hat die Handlung aber nicht viel zu tun, sie sind eher schmückendes Beiwerk.

Ungewöhnlich sind die Illustrationen von Ariel Olivetti: Seine gemalen Figuren, die an Alex Ross’s Stil erinnern, wirken sehr glatt, seine sparsamen Hintergründe oft steril. Es ist ein ungewöhnlicher Look, der aber seinen Reiz entfalten kann, wenn man sich daran gewöhnt.

Zum Schluss des Bandes ist noch ein Crossover mit den WildCATS enthalten, was uns hier aber nicht kümmern muss. Insgesamt ist die Sammlung eine empfehlenswerte Lektüre für alle Horror- und SciFi-Fans, die ohne große Ansprüche unterhalten werden wollen.

>> Liste der Batman-Crossover

Lemire und Sorrentino machen „Joker – Killer Smile“

2019 ist das Jahr des Jokers. Zum Kinofilm mit Joaquin Phoenix erscheinen mehrere neue Titel mit dem Schurken (wie etwa Joker/Harley: Criminal Sanity) und eine neue Anthologie. Außerdem warten wir immer noch auf einen Termin für Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok. Bis dahin kann man sich die Zeit mit einem anderen Dreiteiler vertreiben, der bei DCs Black Label erscheint: Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino. Der erste Band erscheint am 30. Oktober 2019 und die beiden folgenden sollen im Abstand von zwei Monaten herauskommen.

Die Story: Nachdem der Joker jahrelang Gotham terrorisiert hat und gegen Batman angetreten ist, hat er einen neuen Gegner gefunden: einen Arzt, der ihn in Arkham behandelt. Der Joker dringt immer tiefer in den Verstand seines Opfers ein und setzt damit eine Kettenreaktion in Gang, die Gotham City ins Chaos zu stürzen droht.

Lemire und Sorrentino sind ein Dream-Team der Comics. Zusammen haben sie Green Arrow, Old Man Logan und zuletzt die Horror-Serie Gideon Falls gemacht. Sorrentino ist bekannt für seine sehr düsteren, schattenlastigen Zeichnungen und aufwendigen Layouts, mit denen er die Möglichkeiten des Comics immer wieder neu ausreizt. Mit Joker: Killer Smile verspricht er, neue Höhen zu erreichen.

Lemire, von dem auch das Crossover Justice League/Black Hammer stammt, wird außerdem eine The Question-Miniserie fürs Black Label schreiben: The Question: The Deaths of Vic Sage. Für die Zeichnungen sind die Altmeister Denys Cowan und Bill Sienkiewicz zuständig. Die erste Ausgabe des Vierteilers erscheint am 20. November 2019.

Angekündigt ist ein „philosophical mystery“, die an die Question-Comics von Dennis O’Neil und Denys Cowan anknüpfen: Die Geschichte beginnt im Wilden Westen und erstreckt sich in die gesetzlosen 1930er und soll von einem ungelösten Fall handeln, der zum Tod von The Question geführt hat. Nun, da sich die Geschichte zu wiederholen droht, muss der Gesichtslose versuchen, sich aus dieser Falle zu befreien.

Joker Carpenter

DC Comics

UPDATE: Horror-Filmemacher John Carpenter (Halloween, The Thing) wird den One-Shot The Joker: Year of the Villain #1 mit Anthony Burch schreiben. Zeichnungen stammen von Philip Tan und Marc Deering. Das Heft erscheint am 9. Oktober, umfasst 40 Seiten und kostet 4,99 US-Dollar.

Batman und sein Wingman

Batman 65 1951

DC Comics

Titel: A Partner For Batman!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #65), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Bei einem Einsatz bricht sich Robin das Bein. Für sechs Wochen kann er nicht mehr das Verbrechen bekämpfen. Doch Commissioner Gordon weiß Rat: Zusammen mit Batman castet er einen Stellvertreter aus Europa: Wingman heißt die rot-gelb kostümierte Gestalt. Ein Typ mit Flügeln und ohne Eigenschaften.

Robin sorgt sich, dass dieser Wingman ihn dauerhaft ersetzen könnte. Danach sieht es zunächst nicht aus, denn während seiner Ausbildung mit Batman erweist er sich Robin gegenüber als unterlegen. Doch als es dann gegen das Verbrechen geht, zeigt Wingman sein Talent – und schon ist die Rede davon, dass Robin überflüssig sein könnte.

Am Ende stellt sich alles nur als großes Missverständnis heraus. Eines, das Batman sogar selbst befördert hat, indem er mit Wingman die Kostüme getauscht hat. Davon hat sich selbst Robin täuschen lassen. Moral: Hätte er mal lieber Batman vertraut! Wer Wingman wirklich ist, bleibt allerdings offen. Ist auch egal. Am Ende diente das ganze Abenteuer nur dazu, dass sich Robin seiner Freundschaft zu Batman versichert.

>> Batman 1950-1959

Wenn der Jäger zum Gejagten wird

DC/Dark Horse Comics

Titel: DC Comics/Dark Horse: Batman vs. Predator

Autor/Zeichner: David Gibbons, Doug Moench/Andy Kubert, Adam Kubert u.a.

Erschienen: 1991-1992, 1993-1994, 1997-1998 (Batman vs. Predator #1-3, Batman vs. Predator II: Bloodmatch #1-4, Batman vs. Predator: Blood Ties #1-4)


Die 90er waren eine wilde Zeit: Helden starben, wurden in Elseworlds-Szenarien versetzt und in zahllosen Crossovern mit anderen Helden zusammengesteckt, mit denen sie nichts zu tun hatten. Neben DC-Marvel-Crossovern gab es auch welche mit Sci-Fi-Horror-Schurken aus Filmen wie Ridley Scotts Alien und auch Predator. Ein Band versammelt alle drei Begegnungen mit den Jägern.

Batman im Finale gegen Predator. (DC Comics)

Batman im Finale gegen Predator. (DC Comics)

Im ersten Teil geht es um zwei konkurrierende Boxer, hinter denen zwei konkurrierende Gangster stehen. Ein Predator tötet scheinbar wahllos einen Boxer, dann einen Gangster, der ihn untertstützt hat. Dann sind die anderen dran. Der Predator will sich im Kampf beweisen – und entfernt dabei die Schädel, Wirbelsäule und Hände seiner Opfer. Als Batman ihm auf die Spur kommt, wird er schwer verwundet. Nach viel zu kurzer Zeit tritt der Held zur Revanche an – natürlich in einer schnieken Superrüstung in der Tradition von The Dark Knight Returns.

Batman in Rüstung

Batman: Gut gerüstet gegen den Predator.

Es kommt beim ersten Crossover weniger auf die Story an, sondern auf die Inszenierung. Andy Kuberts Zeichnungen erinnern sehr an den frühen Frank Miller und David Mazzuchelli, auch die zurückhaltende Farbgebung erinnert an The Dark Knight Returns und Year One. Es entsteht eine raue Atmosphäre, in der Dave Gibbons (Watchmen) geradezu meisterhaft eine simple Story mit einiger Eleganz erzählt. Besonders ausdrucksstark und spannend gerät das Finale, in dem Batman den Predator bekämpft.

Der zweite Teil ist konventioneller erzählt und folgt dem Prinzip, in der Forstetzung noch einen draufzusetzen, daher ist die Story auch ziemlich vollgepackt mit Nebenhandlung und Figuren. Aus naheliegenden Gründen bekommt Batman Hilfe von Huntress, als ein Predator wieder zum „Bloodmatch“ auftaucht. Huntress hat eigentlich eine andere Agenda: Sie will einen Drogenboss hochnehmen. Zugleich heuert dieser Drogenboss eine Reihe von Auftragskillern an, die Batman erledigen sollen.

DC Comics

Der Predator tötet ein paar Polizisten, verletzt Gordon schwer, stiehlt das Bat-Signal und lockt damit Batman an. Es kommt zum Duell und Batman wird besiegt. Doch diesmal ist der Predator nicht allein, es wird schwieriger, aber der sture Batman weist Huntress zunächst ab. Es rollen viele Köpfe und es wird viel gekämpft, aber es bleibt eher was fürs Auge als fürs Hirn.

So bleibt es auch bis zum Schluss. Der dritte Teil, „Blood Ties“, ist der schwächste von allen. Wieder sind es zwei Predators, die sich Gotham als Spielwiese ausgesucht haben. Nur diesmal erfahren wir, dass sie schon seit Jahrhunderten Menschen töten, um sich beweisen. Zweifelhaft ist, warum sie es ausgerechnet auf Menschen abgesehen haben, die meist keine Herausforderung für sie darstellen, sondern sich sehr leicht Schädel und Rückgrat herausreißen lassen. Das ganze Predator-Konzept bekommt Risse. Außerdem bleiben die Feinde auch hier flache Persönlichkeiten, da wir immer noch ihre Sprache nicht verstehen, und Batman ihre Motivation spekulativ erklären muss.

Predator in der Bathöhle.

Aber auch Batman benimmt sich ärgerlich unlogisch. Hier ist es Robin, dessen Hilfe er ablehnt – und ihm auch nicht erklärt, warum die Predators eine zu große Gefahr für ihn darstellen. Und ausnahmsweise folgt Robin dem Befehl blind, was ihm allerdings nichts nützt, denn ein Predator ist trotzdem hinter ihm her. Batman steigt wieder in seine Rüstung und es kommt zum Kampf in der Bathöhle …

Chuck Dixon scheint seine Geschichte selbst nicht ernst zu nehmen. Angesteckt von der Men-in-Black-Mode erscheinen zwei US-Geheimagenten, die sich sehr geheimnisvoll und kompetent geben, aber dann einen schnellen Tod sterben. Dass hier mit Mister Freeze der einzige klassische Schurke in diesen Storys auftaucht, hat keinen tieferen Zweck, als Anlass für ein paar dumme Eis-Kalauer zu geben.

Am Ende, wenn man Seite um Seite den Endkampf ohne Worte überblättert, wird klar: Man darf von diesen Crossovern nicht zu viel erwarten. Im Grunde kommt es nur darauf an, zwei Superkämpfern beim Duell zuzusehen. Wer eine leichte Lektüre für heiße Sommertage sucht, ist mit diesen 400 Seiten bestens bedient.

>> Liste der Batman-Crossover

Batman trifft Fatman

Batman meets Fatman

Batman meets Fatman (Batman #113, DC Comics)

Titel: Batman Meets Fatman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Batman #113)


Er ist übergewichtig, tollpatschig, er schwingt einen übergroßen Batarang und trägt einen übergroßen Gürtel, in dem er allerlei überflüssiges Zeug aufbewahrt. Das ist Fatman. Keine billige Kopie von Batman, sondern ein Zirkusclown, der mit seinem Auftritt ein großes Publikum zum Lachen bringt.

Aber Fatman will mehr sein als ein Clown. Er will mehr sein wie sein Vorbild, er will Verbrechen bekämpfen und im Batmobil mitfahren. Na gut, Batman lässt ihn. Sie passen sogar mit Robin ins Auto. Doch kaum fahren sie los, treiben schon wieder Verbrecher ihr Unwesen. Batman und Robin legen sich mit ihnen an, sie werden überwältigt und festgenommen. (Wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie braucht?)

Da kommt Fatman ins Spiel. Er versucht, sie zu befreien, aber er stolpert, verheddert sich – und schließlich wirft er einen Hammer, mit dem er Batman und Robin befreit. Es war alles nur Show. Am Ende macht sich sogar sein dicker Bauch nützlich, um den letzten Gauner von der Flucht abzuhalten. Fatman hat, was er wollte: Einmal ein Held wie Batman …

Notiz am Rande: Regisseur und (Batman-)Autor Kevin Smith (Cacophony, The Widening Gyre) nennt seinen Podcast „Fatman on Batman“

>> Batman 1950-1959

Dämonen der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 4

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck

Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016


Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.

Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.

Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“

Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.

Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.

Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.

Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.

Mehr zum Thema:

Batman zweifelt an seinem Verstand

Titel: Am I Really Batman?

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #112), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman wacht in einer Gummizelle auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er reingekommen ist. Als er dem Pfleger sagt, er sei Batman, lacht der ihn nur aus – er sei einer von vielen Verrückten, die sich für jemand anderes halten. Aber Batman ist sich seiner sicher. Da zeigt ihm ein Arzt den echten Batman im Fernsehen. Batman hält das für Schwindel, er haut ab, flieht vor der Polizei.

Als er in Wayne Manor ankommt, begrüßt ihn ein verwirrter Alfred. Dick Grayson erkennt ihn nicht mehr, die Bathöhle ist verschwunden. Niemand scheint zu verstehen, wovon er redet. Da taucht auch noch ein Bruce Wayne auf, der sich ebenfalls für das Original, aber nicht für Batman hält.

Batman haut ab, versteckt sich, er ist voller Selbstzweifel: Verliert er wirklich den Verstand? Um sich seiner selbst zu versichern, nimmt er ein paar Einbrecher fest. Dann sieht er Batman und Robin, versteckt sich im Kofferraum des Batmobils und lässt sich in die Bathöhle bringen. Da stellt er fest, dass in Wayne Manor alles nur Show war.

Bruce Wayne war in Wahrheit nur Alfred in Maske und Verkleidung, Dick hat nur so getan, als ob er Batman nicht erkenne – aber alles nur zu Batmans Bestem. Der Schurke Professor Milo hat Batman einem Gas ausgesetzt, das einem den Lebenstrieb nimmt, bis man stirbt. Um dem zu entgehen, haben sich Robin, Alfred und Gordon eine Strategie überlegt, wie sie Batmans Lebenstrieb erhalten können. Daher die ganze Inszenierung …

Die Geschichte hat einige spätere Autoren beeinflusst: In ähnlicher Form wird die Idee 1991 in der Story „Identity Crisis“ aufgegriffen und ein Jahr später in der Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream“ adaptiert. Batman in der Nervenheilanstalt ist auch ein Motiv in „The Last Arkham“ und der BTAS-Episode „Dreams in Darkness„.