Comic

Zirkus um Two-Face

Titel: Two-Face, Part 1: The Face Schism/Part 2: Schismed Faces (dt. Die Zerreißprobe)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1996 (Batman #527-528), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench and Kelley Jones Vol. 1), 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years); dt. Dino 1998 (Batman #9)


„We all wear two faces. What counts is what they mask.“

Two-Face bricht aus Arkham Asylum aus – mit dem Entschluss, alte Rechnungen zu begleichen. Er bricht in Harvey Dents alte Wohnung ein, knallt den Mieter ab und holt alte Akten aus der Wandverkleidung, weil Staatsanwälte die gerne für alle Fälle dort deponieren. Damals konnte Dent den Zirkusdirektor Lockhart nicht des Mordes überführen, aber überzeugt von dessen Schuld, will er den Mann zur Rechenschaft ziehen.

Günstigerweise ist der Zirkus in der Stadt. Ungünstigerweise fällt aber die Münze schon wieder auf die falsche Seite (oder vielmehr günstig für Lockhart). Daher versucht Two-Face, die Siamesischen Zwillinge namens „Schism“ dazu zu überreden. Denn die beiden werden in der Freakshow vorgeführt und von Lockhart misshandelt …

Batman torkelt ziemlich planlos über das Zirkusgelände, kämpft gegen einen Kraftmenschen und einen Messerwerfer und weil das zu schnell geht, um zwei Comichefte zu füllen, gibt es für beide auch eine zweite Chance (Two-Face gefällt das). Was Two-Face aber nicht gefällt, ist dass er sich wieder mal um alles selbst kümmern muss. Er schminkt sich als Clown und schießt auf Batman. Aber – jetzt kommt’s: nur einmal. Und in die Brust. Wie bitte? Das ist nicht nur nachlässig, das ist überaus schlampig. Und halbherzig. Wie diese ganze Geschichte, die vor Albernheiten in grotesker Aufmachung nur so strotzt.

Armer Harvey! Er hätte Besseres verdient …

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Als Batman gegen Nazis kämpfte (Teil 5)

DC Comics

Titel: The Year 3000

Autor/Zeichner: Joseph Greene/Dick Sprang

Erschienen: 1944 (Batman #26), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 4)


„We must never forget that the past reveals our past mistakes and glories both!“ (Brane)

Während des Zweiten Weltkriegs hat Batman gegen Nazi-Spione im eigenen Land gekämpft und gegen Nazi-Soldaten in Atlantis, sogar in einem dystopischen Szenario gegen Nazi-Besetzer. Im fünften Abenteuer geht der Kampf in der fernen Zukunft weiter – und im Weltall. Diese Science-Fiction Geschichte ist handelt auf den ersten Blick nicht wirklich von Nazis: Es fehlen die Deutschen, Hitler und Hakenkreuze. Trotzdem geht es um sie, wenn auch nur im Gewand der Allegorie.

Führer Fura

Im Jahr 3000 leben die Menschen auf der Erde in Frieden, haben sich der Wissenschaft zugewandt und treiben Handel mit Außerirdischen. Da fallen Invasoren vom Saturn über die Erde her: Die grünen Männchen mit Segelohren tragen den Ringplaneten als Abzeichen und folgen ihrem Alleinherrscher, der den Namen Fura trägt, was in der englischen Aussprache nicht zufällig wie „Führer“ klingt. Die Aliens unterwerfen die Menschen in einem „Blitzkrieg“ und stecken sie in Konzentrationslager. Spätestens hier wird klar, dass wir uns nicht in einer futuristischen Fantasiewelt befinden, sondern in der Gegenwart des Zweiten Weltkrieges.

Zwei blauhaarige junge Männer, Brane und sein jüngerer Freund (?) Ricky, finden in einer Zeitkapsel aus dem Jahr 1939 nicht nur Dokumente, die sie an den US-Freiheitskampf erinnern, sondern auch an die Heldentaten von Batman und Robin. Kurzerhand werden die beiden jungen Männer zu freiheitsliebenden Patrioten, legen sich Kostüme zu und proben den Aufstand. Als Guerillakrieger gehen sie mit gutem Beispiel voran, andere folgen ihnen in den bewaffneten Widerstand, die Aliens werden vertrieben. Doch das reicht nicht: Es kommt zum Showdown auf dem Saturn, bei dem sich herausstellt, dass die Saturnbewohner nicht alle böse sind, und dass Fura bloß über eine Roboter-Armee geherrscht hat. Fura stirbt beim Kampf im Weltall, indem er erfriert.

Ende 1944 befanden sich die USA noch im Krieg, aber in dieser Story wird bereits der Friedensprozess vorweggenommen. In dieser Allegorie sind die Aliens vom Saturn nur Opfer eines Schurken geworden, der sie selbst unterjocht hat. Seine Krieger sind keine Menschen, sondern bloß Marionetten. Am Ende jubeln beide Seiten, Erdlinge und Außerirdische über das Ende des Krieges und der Diktatur.

Brane ist selbstverständlich ein direkter Nachfahre von Bruce Wayne (daher auch der Name) und er hat ebenso ein Problem damit, seiner Liebsten seine Geheimidentität als offenzulegen, weshalb sie ihn zunächst für einen Feigling hält. Erst als er sich öffentlich dazu bekennt, Batman zu sein, wird auch sie bekehrt.

Ganz abgesehen davon ist The Year 3000 auch die erste Story, in der nicht Bruce Wayne der Held ist, sondern ein alternativer Batman. Damit wurden die späteren „Imaginary Stories“ und „Elseworlds„-Comics vorweggenommen.

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Im Schatten des Vorbilds

DC Comics

Titel: Batman/The Shadow: The Murder Geniuses

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Steve Orlando/Riley Rossmo

Erschienen: 2017 (Mini-Serie #1-6), Paperback 2017


„You could be the best version of him.“
„There is no Batman without death.“

The Shadow ist ein Vorbild für die Figur Batman: Zunächst nur eine Radiostimme, dann ein Charakter in Groschenromanen, Filmen und schließlich auch in Comics. Der schwarzgekleidete Mann mit Fedora-Hut und rotem Schal, der die untere Gesichtshälfte verdeckt, ist ein Urtyp des maskierten Vigilanten. Schon früher kamen The Shadow und Batman zusammen, sowohl im Comic (Batman #253/259, 1973/1974) als auch im Zeichentrick (wenn auch nur in abgwandelter Form von The Gray Ghost). Jetzt gibt es ein neues Comic-Crossover, erdacht von Scott Snyder.

Den Plot kann man sich denken: Batman verfolgt einen Serienmörder und trifft auf The Shadow, man löst den Fall gemeinsam. Der Schurke verbündet sich mit dem Joker, um nach Shamba-La zu kommen. Aber da ist noch mehr. Denn Batman hält zunächst The Shadow für den Mörder, doch dann behauptet dieser, Bruce Wayne unterrichtet zu haben, unter anderem in Form von Henri Ducard. Ein interessanter Kniff: The Shadow wird auch im Comic zu Batmans geistigem Vater – und Batman ist auserkoren, der nächste Shadow zu werden. Aber er lehnt das Angebot ab, auch wenn er damit auch die Unsterblichkeit ausschlägt.

Darüber hinaus bleibt das Crossover ein Routinestück: Es kommt zu einem unmotivierten Kampf mit mehreren Batman-Schurken, bei dem The Shadow zwar wild um sich schießt, aber niemanden tötet (was höchst unwahrscheinlich ist), Batman wird schwer verwundet, geht fast drauf, aber überlebt trotzdem irgendwie. Das Finale spielt sich in einer beliebigen Meta-Welt ab, die nicht greifbar wird, und wird mit einem einzigen Pistolenschuss viel zu undramatisch beendet. The Shadow lacht übertrieben bei den unpassendsten Gelegenheiten (weil Markenzeichen), Batman hat so kleine Spitzohren, dass sie fast nicht zu sehen sind. Und dann ist da noch die Optik, die sich zum Teil nostalgisch am alten Rasterdruck orientiert, manche Panels sind etwas aus den Fugen geraten, doch experimentell wird der Comic dadurch noch längst nicht. Es bleibt gut gemeinter Durchschnitt.

Dennoch: Eine zweite Mini-Serie läuft bereits, der Sammelband erscheint nächstes Jahr. Ich denke, die wird man sich, weil vom gleichen Autor, ebenfalls sparen können.

Das Erbe des Vaters

DC Comics

Titel: The Eye of the Beholder

Autor/Zeichner: Andrew Helfer/Chris Sprouse

Erschienen: 1990 (Batman Annual #14), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„We made our choice. No choice.“ (Two-Face)

Mit der Crisis on Infinite Earths wurde das DC-Universum neu erschaffen. Batman bekam einen neuen Origin – und so auch seine Schurken. Harvey Dent war schon in Year One zu sehen. In Annual #14 wird erzählt, wie er zu Two-Face wurde.

Es ist alles da, was man aus dem Goldenen Zeitalter kennt: der engagierte Bezirksstaatsanwalt, Vincent Maroni (der früher „Boss“ Moroni hieß, was wohl zu sehr an „moron“ erinnerte), der ihm während einer Verhandlung Säure ins Gesicht schüttet, die Entstellung, die Heilung und der Rückfall. Aber da ist noch mehr: Im Year One-Stil gehalten, bekommen wir Einblicke in die Gedanken von Batman, James Gordon und auch Harvey Dent – und damit bekommt auch der Charakter mehr Tiefe.

Dent bekommt eine Vergangenheit: einen trunk- und spielsüchtigen Vater, der ihn misshandelte, eine schwierige Kindheit, Schizophrenie. Zu Beginn der Geschichte versucht Harvey zunächst, sich mit seinem Vater auszusöhnen, aber der schenkt ihm nur einen Silberdollar – ein verhängnisvolles Geschenk. Der Konflikt bringt Harvey um den Schlaf, er wacht schweißgebadet auf.

Und dann ist da noch die belastende Arbeit. Zunächst frustriert ihn, dass er einen Serienmörder nicht verurteilt bekommt, dann bringt er ihn selbst mit einer Bombe um. Dann schließt er mit Batman einen Bund, aber der wird sogleich belastet, als Dent ihn zu überreden versucht, einen anderen Gangster mit unlauteren Mitteln ins Gefängnis zu kriegen. Batman weigert sich. Bei Maroni scheint der Erfolg sicher – aber da geschieht das Unheil. Two-Face bricht aus dem Krankenhaus aus, will sich an dem Kollegen rächen, der Maroni die Säure besorgt hat, doch da interveniert Batman. Two-Face erschießt den Kollegen trotzdem, dann tritt er vor seinen Vater – und wieder stört die Fledermaus …

Das tragische Ende gebührt immer Harvey Dent, dessen Gesicht zwar geheilt, aber dessen Geist gespalten bleibt. Und so fügt er sich wieder selbst Wunden zu, um sein Äußeres mit seinem Inneren in Übereinstimmung zu bringen.

Harvey Dent erhält nicht nur mehr Hintergrund, sondern auch mehr Tiefe – und auch sehr viel Abgründigkeit. Der Münzwurf des Vaters, den Harvey übernimmt, wird immer wieder als seitenfüllendes Leitmotiv eingestreut: man sieht bloß die Münze und eine Hand in der Dunkelheit, dazwischen den Dialog zwischen Vater und Sohn. Solche Sequenzen machen die Geschichte zu einem starken Charakterstück. The Eye of the Beholder ist so intensiv erzählt, dass die altbekannte Geschichte ein neues Gesicht bekommt.

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Two-Face tritt vor seinen Schöpfer

DC Comics

Titel: Crime and Punishment

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Scott McDaniel

Erschienen: 1995 (Batman/Two-Face #1), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„I’ve got to be punished!“ (Two-Face)

Two-Face stürzt sich vom Hochhaus – warum? Weil er denkt, dass Strafe nötig ist. Weil er als Kind von seinem Vater geschlagen wurde. Weil er ihn trotzdem geliebt hat. Schon als Kind also war er zwischen Liebe und Hass, Gut und Böse, hin- und hergerissen. Die Säure im Gesicht hat bloß offengelegt, was längst in ihm da war. Als Two-Face will er zunächst ein misshandeltes Kind in einer Talkshow erschießen. Aber er tut nur so, denn eigentlich will er sich an seinem eigenen Vater rächen. Er entführt ihn und will dann auch ihn öffentlich im Fernsehen hinrichten.

Batman versucht, ihn davon abzuhalten. Er opfert seinen Schlaf und seine Mahlzeiten, um den Vater zu finden, doch das ist nicht so einfach, denn der ist obdachlos. Natürlich vereitelt Batman letztlich den Plan – durch einen raffinierten Trick. Das führt aber dazu, dass Two-Face keinen anderen Ausweg sieht, als sich umzubringen. Zwar greift Batman als Retter in der Not ein, aber er lässt ihn zunächst tief genug fallen, um den Two-Face aus Harvey Dent zu kriegen. Eine zweifelhafte Therapiemethode. Selbst Batman hat seine Zweifel an der Wirksamkeit. Aber für den Fall, dass es nicht geklappt hat, werde er immer da sein, sagt er. Nach dem Motto: Wenn ich die Krankheit nicht heilen kann, bekämpfe ich immerhin die Symptome.

Weil das klingt nicht sehr hoffnungsvoll klingt, bleibt wieder nur zu sagen: Armer Harvey!

(Die Story hat übrigens vier Erzählstimmen, zwei für Two-Face, eine für Batman, eine für den Erzähler. Für meinen Geschmack ist das etwas übertrieben.)

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Freigang für Two-Face

DC Comics

Titel: Faces

Autor/Zeichner: Christopher Priest/Michael Bair

Erschienen: 1989 (Batman Annual #13)


„I know a false face when I see one. And, I can smell an enemy at 50 yards.“ (Two-Face)

„Isn’t it strange how an obsession can change you? Makes you irrational.“ (James Gordon)

„Where’s the greater good?“ (Batman)

Ein Undercover-Cop wurde getötet, Brandstiftung. Der Verdächtige: einer aus Two-Faces Gang. Batman kann ihn schnell fassen, auch wenn Two-Face dazwischenkommt – ein Schneeball ins Gesicht schafft Abhilfe. Monate später soll der Täter hingerichtet werden, aber da sieht Bruce Wayne im Fernsehen einen Mann auf Santa Prisca prahlen, dass er der wahre Mörder sei.

Batman kann das nicht auf sich beruhen lassen und macht sich auf in die Karibik – mit Two-Face im Gepäck. Dazu befreit er ihn aus Arkham. Batman tritt in zivil auf, maskiert sein Gesicht mit Make-up. Batman findet den eigentlichen Mörder, doch dann stellt sich heraus, dass alles ganz anders ist: ein doppeltes Spiel eines korrupten Polizisten. Auf Santa Prisca wird er überwältigt, von Two-Face in einen Laster mit zwei Kampfhunden gesteckt und einen Abhang hinuntergejagt. Batman befreit sich auch aus dieser Todesfalle und stellt den eigentlichen Übeltäter.

Am Ende kommt es zu einem Dilemma für Batman. Als beide abzuhauen drohen, muss er sich entscheiden, ob er Two-Face festhält oder den Polizisten. Weil er mit letzterem immerhin einen Unschuldigen vor der Todesstrafe retten kann, daher entscheidet er sich für ihn. Doch zum Schluss James Gordon gibt zu Bedenken, dass Two-Face wahrscheinlich bald wieder jemanden töten wird. Batman hat dazu nichts zu sagen. Er schweigt und schwingt sich grimmig durch die Nacht.

Wie man’s macht, ist es falsch. Manchmal ist es nicht verkehrt, einfach eine Münze zu werfen …

Die Geschichte ist in einem für das Dark Age typischen Stil gezeichnet und erzählt: Eine noireske Ästhetik mit grimmigem Erzähler in den Captions. Batmans Kampf wird als Krieg beschrieben, Two-Face nennt Batman und sich selbst „casualties of war“. Der moralische Konflikt am Schluss und Gordons verbitterter Epilog lassen ein mulmiges Gefühl zurück, dass eine gute Batman-Story eine ist, in der am Ende nicht alles gut sein kann.

Als Extra wird in einer kurzen Story Alfred Pennyworths Werdegang nacherzählt.

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Batman hasst Superman (und schlägt Robin)

Backpfeife für Robin

Titel: The Saga of Superman vs. Batman/The Clash of Cape and Cowl

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1965 (World’s Finest Comics #153)


„Don’t tell me I’m wrong, you brat … proving Superman’s guilt is my whole mission in life!“ (Batman)

Das Bild kennt mittlerweile jeder, der im Netz unterwegs ist: Das Motiv „Batman schlägt Robin“ ist zu einem Meme geworden. Heute will ich die Geschichte dahinter erzählen, denn es ist eine besonders interessante Geschichte: Es geht um einen Kampf zwischen Batman und Superman. Allerdings handelt es sich um eine „imaginary story“, also nur ein Was-wäre-wenn-Szenario. (Solche Geschichten nannte man seit den 90ern „Elseworlds„.)

DC Comics

Batman hasst Superman, weil er überzeugt davon ist, seinen Vater ermordet zu haben. Thomas Wayne hat ein Gegenmittel für Kryptonit entwickelt, wollte es dem damaligen Superboy aber nicht geben, kurz darauf fand der junge Bruce seinen Vater tot im Labor, während eine blau-rote Gestalt davonflog. Das konnte nur Superboy sein!, dachte sich Bruce, schwor Rache und wurde zu Batman.

Obwohl es keine Beweise gibt, hält Batman seinen Verdacht für eine Tatsache. Als Robin daran einmal berechtigte Zweifel äußert, kriegt er nicht nur eine Abreibung von Batman, sondern danach auch das Gedächtnis gelöscht. Wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn.

Mit derselben Logik will er Supermans Schuld beweisen: Superman muss das Anti-Kryptonit-Serum haben. Zwar hat er es noch nie benutzt, obwohl er mehrere Male mit Kryptonit konfrontiert war, aber – so denkt Batman, er müsse es für einen besonderen Notfall aufheben. (Als ob eine Konfrontation mit Kryptonit kein solcher Fall wäre.) Als Batman einmal einen Bankraub von Lex Luthor vereitelt (Luthor entkommt aber), schenkt ihm Superman zum Dank einen Gürtel, mit dem man fliegen kann.

Batman nutzt den gleich für seine Zwecke und spürt den Weg zu dessen Festung der Einsamkeit auf. Dort wird er allerdings nicht fündig. Hat Superman das Serum vielleicht schon benutzt? Schließlich offenbart Batman sich Lex Luthor und verbündet sich mit ihm. In der entscheidenden Szene wirft er Superman mit einem Kryptonit-Batarang vom Himmel ab und nimmt ihn gefangen. Weil Luthor sich verplappert, wird klar, dass er das Serum gestohlen hat. Batman sieht seinen Fehler ein, befreit Superman, Lex erschießt Batman. Im Sterben sagt er noch zu Superman, was für ein tolles Team sie unter anderen Umständen geworden wären.

Allerdings bleibt „Batman gegen Superman“ ein beliebtes Motiv. (Ganz zu schweigen von Batman gegen Robin, die Szene wird sogar im Animationsfilm Batman vs. Two-Face zitiert.)

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Gefangen in der Scheune

DC Comics

Titel: Better Together (dt. Gemeinsam stark)

Autor/Zeichner: Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2016 (Trinity #1-6), Paperback 2017 (Trinity Vol. 1), dt. Panini 2017 (Paperback)


„This is ridiculous.“ (Batman)

Nach dem Ende der Serien Batman/Superman und Superman/Wonder Woman gibt es wieder eine Serie, die alle drei Helden zusammenbringt (passend zum Film Batman v Superman): Bruce Wayne und Wonder Woman besuchen die Familie Kent in Smallville. In einer Scheune werden sie von Schlingpflanzen gefangen genommen, die sie in eine Traumwelt versetzen: Zunächst sehen sie Clarks Jugend und treffen auf Jonathan Kent, dann sehen sie den Mord an den Waynes, schließlich geht es nach Themyscira. Und als alle durch sind, dämmert ihnen, dass das alles nur ein Traum ist. Poison Ivy ist verantwortlich. Aber eigentlich Mongul … (Ist eigentlich auch egal.)

Die Story ist nichts als ein Remake von Alan Moores Superman-Special For the Man Who Has Everything (1985). Aber ein furchtbar langweiliges und einfallsloses. Wie immer zeigt sich, dass Francis Manapul ein toller Grafiker ist, aber ein mieser Erzähler. Seine Zeichnungen und warmen, bunten Farben sind schön anzusehen, aber seine Story bleibt flach und erschöpft sich in Introspektionen der drei Helden. (Ganz abgesehen davon hat Manpul nur drei von sechs Ausgaben gezeichnet, wobei der Rest auch okay aussieht.) So wirkt Trinity wie eine Klassenzusammenkunft: voller Nostalgie, aber nichts als eine bemühte Pflichtübung.

Schon Batman v Superman hat gezeigt: die drei größten Helden zusammen zu bringen, garantiert noch längst keine einnehmende Geschichte.

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With A Little Help From My Friends

DC Comics

Titel: Universe’s Finest (dt. Fünf gegen Vandal Savage)

Autor/Zeichner: Tom Taylor, Peter J. Tomasi, Frank Tieri/Robson Rocha, Doug Mahnke, Alex Konat, Elia Bonetti, Guiseppe Cafaro

Erschienen: 2016 (Batman/Superman #28-32, #33-34, Annual #3), Paperback 2017 (Batman Superman Vol. 6)


„We’re more than friends, Bruce … We’re super-friends.“ (Superman)
„Say that again, and we’re most definitely not.“ (Batman)

Batman hat seine Prinzipien. Zum Beispiel, dass niemanden um Hilfe bittet. Jedenfalls nicht gern. Trotzdem gibt es ihn auch als Teamplayer. Ob mit der Bat-Family, der Justice League – oder eben als World’s Finest-Zweiergespann mit Superman. Im letzten Band der Batman/Superman-Serie fragt zunächst Superman um Rat: Auf dem Mond liegt die Leiche eines Riesenaliens, daneben ein kombiniertes Symbol beider Helden. Sie finden heraus, dass das etwas mit Krypton zu tun hat – und dann wird Batman auch noch von Lobo gejagt. Der Kampf zwischen Batman und Lobo ist das erste Highlight des Bandes. Schön gezeichnet ist das Ganze auch noch.

Danach folgen zwei Kapitel aus der Storyline The Final Days of Superman, deren Lektüre für sich genommen wenig Sinn ergibt, wenn man den Rest nicht kennt. In Kürze: Superman stirbt, zusammen mit Batman und Wonder Woman verfolgen sie einen neuen Superman nach China. Sie kämpfen gegen chinesische Superhelden, darunter den Yeti … Whatever.

Interessant wird es am Ende, in der dritten Geschichte: Criss Cross erzählt, wie sich einige Schurken von Batman und Superman in einer New Yorker Bar treffen und eine Wette abschließen, welchen Helden sie zu Fall bringen können. Batmans Schurken nehmen sich Superman vor, Supermans Schurken greifen Batman an. Es kommt zu einem amüsanten Doppelkampf mit Killer Croc, Livewire, Bane, Major Disaster, Poison Ivy und Atomic Skull. Batman fährt das Batmobil und trägt den Kampfanzug aus Batman v Superman, Superman wird von Bane übers Knie gelegt – zum Schluss gibt sich sogar Lex Luthor die Ehre. Alles Nonsens, nicht ernst zu nehmen, nicht ernst gemeint, aber so kurzweilig, witzig und (meistens) so ansprechend gezeichnet, dass es ein Riesenspaß für Fans ist.

Mehr solcher Geschichten hätten der Serie gut getan, leider blieb sie aber meist hinter den Erwartungen zurück. Schade eigentlich, aber immerhin ist das Finale sehr gelungen.

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Two-Face und die Maske des Pharao

Titel: Free Faces/Binary Brains/Double Crosses/About Faces

Autor/Zeichner: Doug Moench/Tom Mandrake, Gene Colan

Erschienen: 1986 (Detective Comics #563-564, Batman #397-398), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two-Face)


„Fate has cursed me with duality — and I decided long ago that it is my ugly evil side which dominates! Similarly, Batman’s fate-given destiny is to oppose evil and ugliness.“ (Two-Face)

Harvey Dent hat in Arkham ein neues Hobby: Bildhauerei. Am liebsten Form er Batman-Büsten, die er zur Vollendung gerne halbseitig entstellt. Mittels dieses neu entwickelten Talents bricht Two-Face aus, stiehlt zwei identische Supercomputer und lässt sich ausrechnen, wo er als nächstes zuschlagen soll. Ein Münzwurf entscheidet. Seine Ziele tragen stets ein „two“ oder „double“ oder „twin“ im Namen. Aber braucht es wirklich einen Computer, um herauszufinden, dass Gotham eine Twin Towers Bank hat? Eigentlich ist Two-Face dank seines immer gleichen (wenn auch nicht bewährten) Modus Operandi der alte Gauner geblieben – und damit auch berechenbar. So spannend der Charakter wegen seiner Spaltung ist, so langweilig ist er auch in seinem Handeln. Einen großen Plan hat Two-Face nicht.

Batman hingegen schon. Er holt sich Hilfe von Circe, einer Maskierten, deren Gesicht von Black Mask entstellt worden ist. Zusammen versuchen sie, Harvey Dent in eine Falle zu locken. Ihm wird die Aussicht auf eine wundersame Heilung durch Magie aus dem Alten Ägypten verheißen. Doch als sich Two-Face die Totenmaske eines Pharao aufsetzt und Circe ihn zu hypnotisieren versucht, geht die Sache nach hinten los …

Harvey Dent erscheint mit einem wieder heilen Gesicht, doch dann reißt er sich das Make-up herunter und es offenbart sich ein total entstelltes – er hat sich eine doppelte Maske geformt. (Wozu der Aufwand?) 

Two-Face hat sich für das Böse entschieden. Er kann, so sagt er, seine Münze so oft werfen, bis er ein Resultat bekommt, das ihm gefällt. Das ist eine neue Entwicklung: Harvey ist nicht mehr Sklave seiner Münze. Seine böse Seite herrscht über ihn.

Armer Harvey!

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