Comic

Neues aus dem Dark Multiverse: Hush und Flashpoint

Tales from the Dark Multiverse: Batman: Hush #1 (DC Comics)

Im vergangenen Jahr hat DC die Tales from the DC Dark Multiverse gestartet, eine Art Elseworlds-Storys nach dem Modell „Was wäre wenn“, nur dass dieses Mal bereits bestehende Storys aus dem DC-Universum variiert werden: Bei Batman war es Knightfall, sonst gab es noch Death of Superman, Infinite Crisis, Blackest Night und New Teen Titans: The Judas Contract – mittlerweile auch gesammelt als Paperback erschienen.

Jetzt legt DC Comics nach mit zwei neuen Tales from the Dark Multiverse: Am 3. November 2020 erscheint eine Variation auf Hush von Phillip Kennedy Johnson und Dexter Soy. Sie gehen der Frage nach: Was wäre, wenn Tommy Elliot Bruce Waynes Leben ruiniert hätte, als sie noch Kinder waren? Tommy wächst als Dunkler Prinz von Gotham City auf, mit der Hilfe von Talia al Ghul, Oswald Cobblepot, Harvey Dent und Jason Todd. Da taucht „Batman the Silenced“ auf, der sich an Tommy rächt … Das Cover zeigt uns einen Batman mit Bandagengesicht.

DC Comics

Am 17. November 2020 erscheint Tales From the Dark Multiverse: Flashpoint – geschrieben und gezeichnet von Bryan Hitch (JLA, The Batman’s Grave). Hier geht’s um die Frage: Was wäre, wenn Barry Allen es nicht geschafft hätte, die Welt wieder gerade zu rücken? In dieser Flashpoint-Welt würde Thomas Wayne immer noch als Batman Gotham unsicher machen und die Amazonen und Atlantis würden sich immer noch zum Krieg rüsten. Wird es dem Reverse Flash gelingen, Barry Allens Vermächtnis auszulöschen?

Da die Flashpoint-Welt bereits ausführlich erkundet wurde, scheint es hier weniger um etwas Neues als eine eine Rückkehr zum Vertrauten zu gehen. Wiedersehen mit dem Flashpoint-Batman gab es bereits in der Serie Batman, die von Tom King geschrieben wurde, zuletzt im Event City of Bane.

Beide Hefte werden 48 Seiten umfassen und 5,99 US-Dollar kosten.

Vier Verlierer wollen nach oben

DC Comics

Titel: The Misfits (dt. Die Außenseiter)

Autor/Zeichner: Alan Grant/Tim Sale

Erschienen: 1992-1993 (Shadow of the Bat #7-9), Paperback 2016 (Shadow of the Bat Vol. 1), dt. Ehapa 1997


Immer nur Schurken aus der zweite Reihe, immer nur Versager, die sich schnappen lassen, während die Großen wie der Joker im Rampenlicht des Verbrechens stehen – Killer Moth hat die Schnauze voll davon. Also versammelt er zwei andere Loser mit beknackten Kostümen, Calendar Man und Catman, um einen großen Coup zu planen. Dann schließt sich ihnen auch noch Chancer an, ein Mann mit zwei Würfeln auf der Brust, weil seine Superkraft darin besteht, mehr Glück als Verstand zu haben.

Batman gegen die Misfits. (DC Comics)

Gemeinsam entführen die „Misfits“ Bürgermeister Krol, Commissioner James Gordon und – Bruce Wayne. Sie fordern zehn Millionen Dollar Lösegeld bis abends um neun, doch bis dahin könnten die drei Opfer in einem rostigen Container ertrinken. Killer Moth scheint seinem Namen alle Ehre zu machen.

Killer Moth und Chancer (DC Comics)

Vier lächerliche C-Schurken zusammenzubringen birgt ein großes Risiko. Aber Alan Grant schafft es, über drei Ausgaben eine packende Story zu erzählen. Denn darüber hinaus geht es noch um einen Helden namens Nimrod, der den Chancer fassen will, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Aber der größte Trumpf ist hier natürlich der Look von Zeichner Tim Sale, der alles in eine herrliche Noir-Stimmung taucht, wie man sie aus den späteren Meisterwerken Haunted Knight, The Long Halloween und Dark Victory kennt.

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Zurück aus der Mottenkiste

DC Comics

Titel: Those Were the Bad Old Days/Find the Batcave and Rule the Underworld

Autor/Zeichner: Bob Rozakis/Lee Elias

Erschienen: 1977 (Batman Family #10, 15)


Eigentlich waren die beiden Freaks aus dem Golden Age längst vergessen: Seit seiner ersten Begegnung mit Batgirl war Killer Moth zehn Jahre lang eingemottet, der Cavalier sogar 33 Jahre lang. Und obwohl die beiden nie etwas miteinander zu tun hatten, tun sie sich jetzt plötzlich zusammen.

Batgirl und Robin werden zu der „Isle of 1,000 Thrills“ eingeladen, einem Ort der Illusionen in Provincetown (siehe Batman Family #3). Barbara fährt hin, auch um Kathy Kane (Batwoman) einen Besuch abzustatten. Kaum angekommen, sieht Barbara Gordon den Cavalier am Flughafen eine Handtasche rauben. Blitzschnell schlüpft sie in ihr Batgirl-Kostüm, hält den Gauner auf und lässt ihn einbuchten, da taucht plötzlich eine Riesenmotte auf, um den Cavalier aus dem Knast zu befreien – und auch Killer Moth ist nicht weit.

Der Schurke wird seinem Namen gerecht: Killer Moth mit Riesenmotte. (DC Comics)

Batgirl ist aber nicht allein, denn Kathy Kane kehrt spontan wieder zu ihrer Rolle als Batwoman zurück. Da erscheint plötzlich ein Cavalier in Riesengestalt … Aber das ist natürlich alles Fake, eine bloße Illusion, die die beiden Gauner von besagter Insel haben. Ihr genialer Plan: eine Fregatte zu stehlen, um Lösegeld zu fordern. Ums kurz zu machen: Die beiden Heldinnen verhindern das in einem spektakulären Kampf in den Lüften über dem Meer. Dabei erfahren sie von ihren Geheimidentitäten. Kathy bietet Batgirl die Rolle der Batwoman an – immerhin ist sie schon 25 Jahre alt, aber Barbara beharrt darauf: Es kann nur eine Batwoman geben.

Herrscher der Unterwelt

Wie dem auch sei: Fünf Ausgaben später ist das ungleiche Gaunerpaar wieder vereint. Diesmal wollen sie aus Robin und Batgirl den Standort der Bathöhle herausfinden. Mit der Ausstattung hoffen sie, was sonst, Herrscher der Unterwelt zu werden. Sie teilen sich auf und schließen eine Wette darauf ab, wer Erfolg haben wird.

Spoiler: Keiner natürlich. Aber sie stellen sich dabei auch ziemlich dumm an. Killer Moth jagt Batgirl beinahe in die Luft. Sie fällt nicht auf seine Fallen rein. Dann klebt er sie an einer Riesenlampe fest, um sie damit zu verbrennen (warum?), aber dadurch schmilzt der Kleber und sie kommt frei. Das war allerdings (angeblich) alles so geplant, damit Batgirl ihn zu Batman führt. Sie ist schlauer, führt ihn in eine Falle und Killer Moth geht baden.

Der Cavalier erweist sich sogar als noch dümmer: Er folgt Robin zu einem Geheimversteck im Stamm eines riesigen Baums. Beeindruckt von der vielen Technik und falschen Hinweisen kommt er zu dem Schluss, dass Batman und Robin Außerirdische vom Planeten Nibor seien und Robin eigentlich ein Vogel ist … Nun ja, was soll man dazu sagen? Erst Killer Moth klärt ihn dann im Knast darüber auf, dass Nibor rückwärts Robin heißt. Aber mit Ruhm hat sich der Besserwisser auch nicht gerade bekleckert. Völlig rätselhaft ist allerdings, warum er auch im Knast die Mottenmaske trägt. Sie scheint sein Gesicht ersetzt zu haben.

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Batmans Jahr der Motte

DC Comics

1951 war für Batman das Jahr der Motte. Gleich drei Mal nämlich traf er auf einen neuen Gegner: Killer Moth! Der bizarrste Kriminelle, dem Batman und Robin je begegnet seien, heißt es auf dem Cover. Und das kam so: Ein verurteilter Verbrecher kommt im Knast beim Lesen von Berichten über Batman auf die glorreiche Idee, dem Vorbild zu folgen – nur dass er nicht Recht und Ordnung aufrecht erhalten, sondern dem Verbrechen helfen will (The Origin of Killer Moth, Batman #63, 1951). Dass der Joker bereits fünf Jahre vor ihm auf die Idee gekommen und damit gescheitert ist, scheint ihm entgangen zu sein.

Wie dem auch sei: Als Cameron Van Cleer gewinnt das Vertrauen der High Society, wird sogar in den Vorstand des Gotham Museum berufen, er kauft sich (von seiner alten Beute) ein Anwesen, dann lässt sich darunter eine Höhle graben und bringt die Arbeiter anschließend um. Die Höhle braucht er für sein Geheimversteck, denn er weiß, dass Batman auch so eins hat. Und so zieht sich Cameron ebenfalls wie ein Tier der Nacht an, eine Motte (nur viel bunter), baut sich ein Mothmobile (das aussieht wie eine Raupe) und richtet sich auch ein Labor und (sehr zuversichtlich) einen Trophäenraum ein.

Cameron Van Cleer wird Killer Moth – samt Mothmobile. (DC Comics)

Dann trommelt er Gothams Unterwelt zusammen und bietet seine Dienste an: Für schlappe zwei Drittel der Beute hilft er ihnen aus der Patsche, wenn Polizei oder Batman ihnen in die Quere kommen. Dazu müssen sie nur das „Moth Signal“ leuchten lassen, das nur er mit seinen Infrarot-Linsen sehen kann. Ach ja, und als Sidekick hat er einen Revolver dabei – so gut wie sechs Robins. (Ha, ha!)

In seiner Identität als Cameron Van Cleer täuscht er sogar Bruce Wayne und geht mit ihm essen – aber nur bis Bat- und Moth-Signal am Himmel leuchten, dann müssen beide plötzlich weg. Es kommt zum unvermeidlichen Kampf mit Batman, wobei sich herausstellt, dass Killer Moths Flügel nur Dekoration sind, denn er braucht auch ein Seil, um sich durch die Lüfte zu schwingen.

Allerdings schafft er es, mit Gas aus seinem Mothmobile Batman und Robin zu betäuben und zu entführen. Während Robin gefesselt wie eine Motte ums Feuer kreist, soll Batman den Schurken zur Bathöhle bringen, denn der würde gerne noch ein paar Geheimnisse erfahren. Batman fährt ihn also im Batmobil hin. Einfacher wäre es, Batman einfach die Maske abzunehmen, aber wo wäre da der Spaß? Robin befreit sich, sagt Batman per Funk Bescheid und Killer Moth sucht das Weite. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd auf einer Brücke stürzt der Schurke in die Tiefe.

Verräterisches Licht

Doch schon eine Ausgabe später kehrt die Motte wieder (The Return of Killer Moth, Batman #64, 1951). Wir erfahren, dass die Flügel doch nicht ganz nutzlos sind, denn immerhin haben sie seinen Sturz ins Wasser gebremst, sodass er überlebt hat. Leider gilt das nicht für seine Reputation: In Gothams Unterwelt ist Killer Moth eine Lachnummer. Also versucht er, seinen guten Ruf wieder herzustellen, indem er wertvolle Motten-Statuen der Prä-Inkas aus dem Museum stiehlt.

Batman versucht herauszufinden, wer von den vier anderen Vorstandsmitgliedern dahinterstecken könnte. Während der Vorstand berät, steigen die beiden Gegner in ihre Kostüme und bekämpfen sich wie die Neandertaler (so zeigt es ein Röntgenbild – ach, fragt lieber nicht). Bei einem späteren Einsatz locken Batman und Robin die Motte mit einer Riesenglühbirne an (wie sonst?) und entlarven ihn mit einer Ultraviolett-Lampe, weil er vorher Milch getrunken hat und die Milch gelb auf seinen Lippen leuchtet. Nur wie können die das erkennen, wenn Killer Moth eine Maske trägt? Vielleicht hat Batman doch einen Röntgenblick …

Killer Moth als falscher Batman

DC Comics

Und schließlich trifft der schlimmste Fall ein: Der Anti-Batman wird zu Batman – aus Killer Moth wird „Batman’s Double“ (Detective Comics #173, 1951). Nach einem Gefängnisausbruch hat Van Cleer nicht mehr die Mittel, um sich einen neuen Ruf aufzubauen. Aber gerade noch genug, um sein Gesicht umoperieren zu lassen, damit er aussieht wie Bruce Wayne. Der Zufall begünstig, dass er ihm ohnehin ähnlich sieht.

Ein paar Wochen später knockt er Bruce nach einem Benefizboxen aus und sperrt ihn in einen verlassenen Banktresorraum. Der Killer in der Motte scheint nachgelassen zu haben. Als neuer Bruce täuscht er sogar Dick Grayson. Als der ihn in die Bathöhle führt, ist das Geheimnis raus. Der Schurke spielt mit und steigt ins Batman-Kostüm. Zusammen nehmen sie es mit der Whitey Casey Gang auf. Mit der hat Killer Moth noch eine Rechnung offen, denn die wollte nie seine Dienste in Anspruch nehmen. Jetzt versucht er sich in einem Doppelspiel: Robin macht Van Cleer vor, Casey zu jagen, während er Casey gegenüber den Retter als Killer Moth spielt. Und wieder fragt man sich: Warum nicht einfach Bruce Wayne töten und alle Probleme auf einmal lösen? Weil das zu einfach wäre.

Also zurück zum Plot, der am Ende auch nicht zu kompliziert sein darf, denn immerhin muss nach zwölf Seiten Schluss sein: Als auch Robin auf schmerzhafte Weise erfahren muss, mit wem er es zu tun hat, befreit sich Bruce, steigt ins Batman-Kostüm und rettet den Tag. Killer Moth wird von Casey mit dem Maschinengewehr verwundet – und zwar so schwer, dass nicht nur plastische Chirurgie nötig ist, sondern auch ein Teil seines Gehirns entfernt werden muss. Praktischerweise der Teil, der fürs Gedächtnis zuständig ist.

Bat-Girl und Robin gegen Moth

Bat-Girl und Robin gegen Moth. (Batman #141) (DC Comics)

Killer Moth ist für lange Zeit erledigt. Doch zehn Jahre später taucht ein Nachahmer auf: Moth, ohne Killer im Namen, dafür sieht er mehr nach Motte aus (Batman #141, 1961). Aber diese Gestalt ist schwerlich ein Charakter zu nennen: Wir erfahren nichts über ihn. Er hat nicht mal ein Gesicht. Er ist nur ein beliebiger Ganove in einem bescheuerten Kostüm, bei dem man sich fragt, wie so einer es schafft, Handlanger zu finden. Aber das ist wohl zu viel gefragt. Die Geschichte dreht sich ohnehin um etwas ganz anderes: Um das Verhältnis von Batman zu Batwoman sowie von Robin zu Bat-Girl. In dieser Soap ist alles andere bloß Fassade.

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Batman beginnt als Batlad – und Henker

DC Comics

Titel: The Forging of Young Batman

Autor/Zeichner: Leo Dorfman/Bob Brown

Erschienen: 1972 (Superboy #182)


„This could be dynamite!“ Nachstellung einer Redaktionskonferenz. (DC Comics)

Eigentlich ist diese Geschichte viel zu krass, um sie zu erzählen. Das will uns zumindest DC Comics (damals National) klarmachen. Die wahre Geschichte, wie Superman und Batman sich erstmals trafen (Superman #76, World’s Finest #94), die wurde noch gar nicht erzählt, die lag angeblich bisher verschollen im Archiv, heißt es bei der Redaktionskonferenz. Ein Redakteur wendet ein: „This could be dynamite! I say, keep it buried!“ Aber der zigarrerauchende Chefredakteur knallt mit der Faust auf den Tisch und sagt: Nein, unsere Leser verdienen die Wahrheit! – Eine Szene, wie man sie eher von einer investigativen Tageszeitung erwartet hätte. Das weckt Neugier.

Als sich Clark Kent und Bruce Wayne zum ersten Mal begegnet sind (Adventure Comics #275), lebten Bruces Eltern noch. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen – im Comic nur eins. Die Waynes wurden mittlerweile ermordet, Clark Kent erfährt davon aus der Zeitung. Und kaum liest er die traurige Nachricht, zieht er sich um und fliegt als Superboy nach Gotham City, um seinem alten Freund beizustehen.

Bruce Wayne jagt den Zodiac-Killer

Der kommt aber ganz gut allein zurecht. Einen Einbrecher lässt er in Wayne Manor in eine Falle tappen, die ihm einen Stromschlag verpasst. Bruce ist nicht zimperlich: Er will Rache am Mörder seiner Eltern nehmen – und er ist bereit, über Leichen zu gehen. Dafür pumpt er seine Muskeln auf und bringt sich selbst Karate bei. Und er hört den Polizeifunk ab, um zur rechten Zeit selbst seinen Beitrag zu leisten. Bruce glaubt ans Schicksal: „It’s written in the stars.“ Dazu konsultiert er sogar das Horoskop. (So viel zum Thema „superstitious lot“ …) Passenderweise treibt gerade der Zodiac-Killer sein Unwesen, einen Serienmörder, der am Tatort Symbole von Sternzeichen hinterlässt – unter anderem auch bei den Waynes. Ist der Zodiac-Killer der Mörder von Bruces Eltern?

Zunächst zieht sich Bruce nur einen schwarzen Anzug an, ohne Maske. Superboy, der dank Zukunftsblick weiß, dass Bruce einmal Batman werden soll, sieht sich verpflichtet, seinen Freund in die richtige Bahn zu lenken: „No man should be the judge, prosecutor and jury! You’re blinded by hate! You’re bound to make serious mistakes!“

Bruce wird zu Batlad. (DC Comics)

Nachdem er gesehen hat, dass Bruce in seiner Freizeit auch Fledermäuse erforscht, macht er ihm ein Kostüm, das dem späteren sehr ähnlich sieht – nur ohne Spitzohren. Bruce soll zu Batlad werden. (Robin war er bereits.) Doch als Bruce seine Maske im Spiegel sieht, zieht er einen anderen Schluss: Er sieht aus wie ein Henker – wie passend! Also nennt er sich Executioner und schwört noch einmal Blutrache an allen Kriminellen.

Todesstrafe für einen Unschuldigen

Bruce findet dank seines Hellseher-Computers heraus, dass der Zodiac-Killer als nächstes was mit Fischen plant, also nimmt er an einem Angler-Wettbewerb teil. Da er sich auch damit auskennt (er weiß und kann einfach alles), gewinnt er den ersten Preis, indem er einen riesigen Schwertfisch fängt. Doch dann reißt die Leine, der Fisch bohrt sich ins Schiff und reißt ein Loch in den Rumpf. Superboy rettet alle.

Dabei findet Bruce heraus, dass der Zodiac-Killer der Reporter Higbee ist. Aber der bestreitet das: Er hat sich den Killer nur ausgedacht, um seinen Job zu behalten. Der Zodiac-Killer ist Fake News! Bruce hätte fast den falschen Mann getötet. Das gibt ihm zu denken.

Und jetzt noch einmal zurück zum Anfang: War diese Geschichte wirklich so krass wie angekündigt? Tatsächlich: Bruce Wayne ist hier nicht der liebe Batman, den wir seit vielen Jahren kennen. Er ist ein angry young man auf Abwegen. Er will töten. Bei all dem fantastischen Unsinn, der hier aufgetischt wird, ist das eine Komponente, die diese Geschichte zumindest psychologisch glaubhafter macht. Auch Batman kann sich von seinen Gefühlen in die Irre führen lassen. Umso triumphaler erscheint dagegen seine spätere Laufbahn.

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Superboy und der Fliegende Fuchs

Superboy: "The Origin of the Superman-Batman Team!"

DC Comics

Titel: Superboy: The Origin of the Superman-Batman Team! (dt. Wie Superman und Batman sich erstmals trafen)

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/George Papp

Erschienen: 1960 (Adventure Comics #275), dt. Ehapa 1967 (Superman und Batman 2)


Wie war das noch mal mit dem ersten Treffen von Batman und Superman? Historisch gesehen fand die 1952 auf einem Schiff statt (The Mightiest Team on Earth, Superman #76). Sechs Jahre später sah das ganz anders aus (The Origin of the Superman-Batman Team, World’s Finest #94). Und 1960 wurde dann eine dritte Version bekannt, in der sich die beiden noch früher, schon als Jugendliche trafen.

Clark Kent ist damals noch als Superboy in Smallville aktiv. Dank seines „Time-Telescope“ kann er sehen, wie er als Superman zusammen mit Batman gegen das Verbrechen kämpft – und er weiß, dass es Bruce Wayne ist. Ohne Grund ist Bruce Wayne plötzlich Clarks Klassenkamerad. Sein Vater, so heißt es, sei gerade nach Gotham gezogen. (Warum?) Bruce ist natürlich ein Streber, besonders gut in Chemie und in Sport. Lana Lang ist beeindruckt und schwärmt für ihn, auch er steht auf sie, aber weil er ein unsicherer Teenager ist, gibt er es nicht zu und lässt sich lieber die Maskensammlung ihres Vaters zeigen.

Bruce Wayne wird zum Flying Fox

Als plötzlich ein Bandit in Roboter-Rüstung die Mauer einer Bank durchbricht, schreitet Bruce zur Tat, da gibt ihm Lana ein Fuchskostüm mit, das ein Schamane getragen hat. Es heißt, es habe Zauberkräfte. Auch wenn Bruce den Humbug nicht glaubt, zieht er es an, um ihr den Gefallen zu tun. So schwingt sich der Fuchs zur Tat und haut den Roboterbanditen mit einem Tritt um. Sofort ist die Presse zur Stelle und tauft ihn den „Flying Fox“.

Superboy: "The Origin of the Superman-Batman Team!"

Bruce Wayne als Flying Fox (DC Comics)

Lana ist noch mehr beeindruckt. Bruce wittert seine Chance und fragt sie, ob sie mit ihm zum Ball gehen will. Da zeigt Lana einen Sinneswandel: Sie wollte lieber mit Superboy gehen, aber wenn Bruce ihr Superboys Geheimidentität verrät, will sie ihm eine Chance geben. Spätestens hier müsste Bruce ihr den Laufpass geben, aber der junge Heißsporn ist nun mal verliebt, also lässt er sich auf den faulen Deal ein.

Doch Bruce hat auch Geschmack gefunden an der Verbrechensbekämpfung. Als eine Schuhfabrik ausgeraubt wird und Superboy schon zur Stelle ist, kann auch der Flying Fox helfen, den Schaden zu begrenzen. Hinterher gibt Bruce Superboy ein Radio, damit sie miteinander in Kontakt bleiben können. Das sieht ein Gauner und sieht eine Gelegenheit. Denn er hat mit seiner Bande einen großen Kryptonitbrocken gefunden. Damit will er Superboy erledigen.

Bruce Wayne: zu jung für Superboys Geheimnis

Ehapa Verlag

Superboy hat davon gehört und statt Bruce Fahndungsfotos der drei Gauner zu zeigen, formt er drei riesige Gesichter aus Wachs, die er an einen Felsen klebt. Dass er den Verbrechern damit auch ein Denkmal setzt wie den Präsidenten am Mount Rushmore (vgl. Detective Comics #319, Batman #321), scheint ihn nicht zu kümmern. Die Gauner (es sind plötzlich vier) nehmen Bruce gefangen, klauen sein Radio, lassen ihn liegen. Um Superboy zu warnen, macht Bruce als den drei Wachsköpfen Riesenkerzen. Doch mit den Flammen lockt er seinen Kumpel nur ins Verderben, denn da warten bereits die Schurken: Superboy bekommt das Kryptonit zu spüren, aber mit vereinten Kräften können sie das Schlimmste verhindern und die Gauner schnappen.

Am Ende hat Bruce mit einer Stimmenanalyse herausgefunden, dass Clark Superboy ist. Aber weil er sich in einem Anfall falscher Demut als „zu jung“ empfindet, um die Bürde dieses Geheimnisses zu tragen, lässt er sich von Superboy hypnotisieren, sodass er das vergisst. Ach ja, Lana wird natürlich nichts verraten – „bros before hos“ und so …

Dann entdeckt Clark in einem Buch, dass eine bestimmt Fledermaus als „flying fox“ bezeichnet wird. Aber das will er Bruce ein anderes Mal erzählen.

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Catwoman, Cash und Cavalier

DC Comics

Titel: Batman/Catwoman: Follow the Money

Autor/Zeichner: Howard Chaykin

Erschienen: 2011 (One-shot)


In den 40er-Jahren gehörte der Cavalier zu den obskureren Gestalten in Batman-Comics: ein Typ im Musketier-Kostüm und elektrisch geladenem Schwert, der eigentlich Mortimer Drake hieß und in der High Society Bekanntschaft mit Bruce Wayne machte. 1992 gelang es zwar in Blades, diese Figur zu einem echten Schurken zu machen, aber dabei blieb es. 2011 kramte Howard Chaykin ihn wieder hervor.

Er ist immer noch der Musketier mit dem elektrischen Degen. Mal nervt er Batman, mal nervt er Catwoman – und beide Male entkommt er, ohne dass man so richtig weiß, warum ihm niemand hinterher rennt. Vielleicht weil der Mann einfach nicht die Mühe wert ist.

Batman bekommt kurz darauf ein anderes, echtes Problem: Bei Wayne Enterprises hat sich jemand mit dem Pensionsfonds davongemacht. Drei Mitarbeiter sind verdächtig, sie haben das Land verlassen. Batman muss das Geld wiederbeschaffen – auch weil die Ermittler auf Batman stoßen könnten, wenn sie zu genau in die Buchhaltung des Unternehmens schauen. Batman verbündet sich mit Catwoman, um das Problem zu lösen. Das bedeutet aber: Batman muss selbst zum Dieb werden. Und so muss er moralische Flexibilität beweisen.

Das Problem ist schnell und mühelos gelöst – eine Routineaufgabe, würde zwischendrin nicht der Cavalier eine Opernsängerin auf der Bühne entführen. Warum er das tut? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil ihm der Name der Oper gefällt: Der Rosenkavalier … Jedenfalls können ihn weder Batman noch Catwoman fassen. Am Ende geht es dann doch superleicht.

Ich war noch nie ein Fan von Howard Chaykin (Thrillkiller, Dark Allegiances), weder von ihm als Erzähler noch als Zeichner. Follow the Money reiht sich ein in diese Comics der Belanglosigkeit.

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Alex Ross: Einblicke eines Comic-Künstlers

Seit drei Jahren erklärt Comic-Künstler Alex Ross seine Arbeit in seinem YouTube-Kanal. Meistens sind es kurze Clips zu einzelnen Themen, wie etwa Batman oder Shazam. Jetzt hat Ross ein halbstündiges Video veröffentlicht, in dem er nicht nur erklärt, was er seit der Coronakrise gemacht hat, sondern er beantwortet auch Fragen seiner Fans: zu seinem Meisterwerk Kingdom Come, zu seinem realistischen Malstil und zu seinem Arbeitsprozess. Das ist nicht nur für Zeichner und alle, die es werden wollen, interessant, sondern auch für alle Fans, die mehr über die Kunst und das Handwerk hinter den bunten Bildern wissen wollen.

Green Lantern, Aquaman, Flash, Superman, Batman, Wonder Woman, Martian Manhunter

JLA von Alex Ross (DC Comics)

Ross erklärt auch, was ihn zum Arbeiten antreibt – und das ist ernüchternd: Er muss ganz einfach Geld verdienen. Und sein Tipp, wie man ein Comiczeichner wird? Man muss es zu den Job machen, noch bevor man dafür bezahlt wird. Das heißt auch: viele Dinge zu zeichnen, auf die man nicht unbedingt Lust hat, nicht nur Pin-ups, sondern auch ganze Comicseiten. Am Ende ist das Dasein als Künstler also auch nur ein Broterwerb mit viel Kärrnerarbeit.

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Der rätselhafte Edward Nigma

DC Comics

Seien wir ehrlich: Warum eigentlich halten wir den Riddler für einen coolen Schurken? Wenn man sich die Figur bis zum Jahr 1990 ansieht, ist daran gar nichts cool. Potenzial hat er ja, mit seinen Rätseln, aber meistens ist die Figur lächerlich, die Rätsel sind belanglos und die Auflösungen lachhaft weit hergeholt. Zwar gab es mit Dark Night, Dark City den Versuch, das zu ändern, aber dann fiel man doch wieder ins alte Schema zurück. (Ganz zu schweigen von Jim Carrey in Batman Forever …)

Erst in den 2010er-Jahren wird der Riddler wieder dauerhaft zu einem ernstzunehmenden Schurken umgeschrieben. Das alte Spandex-Kostüm ist vergessen. Man trägt den grünen Anzug samt passendem Bowler. Nach dem Reboot von The New 52 wird er in Zero Year (Jahr Null) zu Batmans erstem großen Gegner (nach dem Anführer der Red Hood Gang), in Earth One Vol. 2 wird er zum Terroristen, der sogar ohne Kostüm auskommt. Der Riddler schöpft in beiden Geschichten sein Potenzial aus und tritt endlich als das Mastermind auf, für das er sich bisher nur gehalten hat. (Später führt er sogar einen Krieg gegen den Joker.)

Der verliebte Riddler

Doch auch in drei Kurzgeschichten aus diesem Jahrzehnt schafft er es, immer wieder zu überraschen: Zum einen, weil er mehr Menschlichkeit bekommt. In „The House the Cards Built“ (Joker’s Asylum: The Riddler #1, 2010) verliebt sich Edward Nigma erstmals. Bei einem Raub lernt er eine Kunststudentin kennen. Er entkommt einer Begegnung mit Batman und schickt ihr daraufhin Blumen und Geschenke – doch sie schickt alles wieder zurück. Dann zahlt er ihren Studienkredit ab – doch sie kann man nicht kaufen. Schließlich bietet ihm ein Schurke Hilfe an und Edward setzt alles an, um das größte Rätsel seiner Laufbahn zu lösen. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Sache geht natürlich nicht gut aus. Für den Leser aber endet es überraschend und mit einer offenen Frage …

In „Solitaire“ (Batman #23.2: The Riddler, 2013) bricht der Riddler in das Wayne Enterprises Tower ein. Mühelos dringt er durch die Sicherheitsvorkehrungen, überwältigt das Personal – und wozu? Alles nur, um eine Kleinigkeit zu rächen, die lange her ist. Edward Nigma ist ein Mann, dem neben seinem Ego auch Details wichtig sind.

Der Riddler bleibt sich treu

Rätselhaft verhält sich der Schurke ebenfalls lange in „Riddler in the Dark“ (Legends of the Dark Knight 100-Page Super Spectacular #2, 2014). Gleich zu Beginn lässt er sich von der Polizei festnehmen, bevor er sie auf ein Rätsel aufmerksam macht. Batman zieht los und findet einen geheimen Server in einem Zug – und stößt auf Black Mask … Wieder mal stellt sich die Frage: Hätte man das, was der Riddler will, nicht einfacher haben können?

„You know, Riddler, there are easier ways“, sagt Batman. „It doesn’t always have to be a riddle.“ Und der Riddler antwortet knapp: „For you, perhabps. Not me.“ Also finden wir uns damit ab: Ein Detektiv braucht Rätsel, die er löst. Und er braucht jemanden, der sie aufgibt. Der Riddler ist die Verkörperung dieses Prinzips. Mal albern und harmlos, mal tödlich ernst. Aber Hauptsache er bringt mit seinem erfrischenden Grün Farbe in das allzu schwarze Gotham. Grün wie die Hoffnung, dass sich jedes noch so knifflige Rätsel auch lösen lässt.

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Batman und Robin gegen Waffennarren

DC Comics

Titel: Seduction of the Gun

Autor/Zeichner: John Ostander/Vince Giarrano

Erschienen: 1992 (One-shot)


„I learned at an early age what guns could do.“ (Batman)

Ein Deal geht schief: Eigentlich sollten zwei Banden miteinander Drogen gegen Waffen tauschen – doch als die Polizei auftaucht, endet es mit Toten, auch ein Polizist stirbt dabei. Die eine Gang, die New Zealot Nation, entkommt. Batman und Gordon quetschen einen Informanten aus, den Waffendealer Lasker. Er soll ihnen helfen, die gesuchte Gang zu fassen. Während Batman sich als Lasker verkleidet, geht Robin undercover in eine Schule, um Laskers Tochter zu beschützen – doch die hat bereits eine Waffe.

Seduction of the Gun handelt vom Waffenwahn in den USA und stellt ihn auch genauso dar: als Wahnsinn. Völlig skrupellose Ganoven töten hier aus dem geringsten Anlass, und sei es, weil jemand gerade nervt und man ihm die Schuhe neidet.

Batman hält aus Erfahrung nichts von Schusswaffen, da er als Kind seine Eltern durch eine verloren hat. Er hält daher auch nichts von der Binsenweisheit, dass Menschen töten und nicht Waffen. Denn ohne eine Waffe hätte der Mörder auch nie seine Eltern töten können. Sein Appell: Es endet erst, wenn wir entscheiden, es zu beenden.

Bruce Wayne hält wenig von Waffen. (DC Comics)

Commissioner Gordon trifft einen Waffenhersteller, der sich von jeder Schuld reinwäscht, weil er nun mal nur eine Nachfrage bedient, die schon da ist. Sein größtes Problem ist, dass Waffen heutzutage einfach zu gut sind und man die Waffen ständig sexier machen muss, um die Kunden zum Kauf zu verführen. Zwar wirbt er damit, dass auf seinen Waffen keine Fingerabdrücke hinterlassen werden können, aber mit Gangs will er nichts zu tun haben.

Helfen mehr Waffen gegen Waffen?

Tim Drake hört in der Schule von den Erfahrungen der Schüler: Fast jeder ist dort entweder Opfer von Waffengewalt geworden oder kennt zumindest jemanden, der es ist. Waffen werden in die Schulen geschmuggelt und selbst Metaldetektoren nützen dagegen wenig. Wenn sie einen Politiker sagen hören, die einzige Lösung sei es, alle mit Waffen auszustatten, können sie darüber nur Tränen lachen. Es dürften bittere Tränen sein.

Waffen können tödlich sein – besonders für Minderjährige. (DC Comics)

Eine Geschichte wie diese kann nicht gut ausgehen. Es spielt kaum noch eine Rolle, ob Batman und Robin, den „Schurken“ fassen, wenn bis dahin noch weitere Menschen durch Kugeln sterben. Seduction of the Gun ist eine Geschichte mit Haltung, die nicht ohne Pathos und Ansprachen auskommt, aber es ist auch eine verstörende Geschichte, die den Mut beweist, Gewalt in seinem ganzen furchtbaren Ausmaß zu zeigen und zu problematisieren. Erschreckend ist es, zu sehen, dass dieses Special aus dem Jahr 1992 stammt und nach fast 30 Jahren dieselbe Debatte immer noch mit denselben Argumenten und Pseudo-Argumenten geführt wird. Diese Realität macht diese Story noch deprimierender.

Als das Heft herauskam, wurden die Einnahmen einer Stiftung gespendet, die sich für Waffenkontrolle einsetzt. Vielleicht wäre es eine gute Idee, diesen Comic neu aufzulegen und gratis an allen US-Schulen zu verteilen.

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