Dick Sprang

Joker lässt andere machen

Crime of the Month Club

DC Comics

Titel: Crime-of-the-Month Club

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (Batman #110), Paperback 1988/2008 (The Greatest Joker Stories Ever Told/Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Gotham ist nicht nur die Hauptstadt des Verbrechens, auch Batman scheint das Verbrechen geradezu anzuziehen. Denn wie anders kann man es sich erklären, dass überall, wo Bruce Wayne und Dick Grayson auftauchen, eine Straftat verübt wird?

So ist es auch an einem schönen Tag im Mai: Bei einer Blumenausstellung wird eine seltene schwarze Orchidee gezeigt, Wert: 50.000 US-Dollar. Klar, dass die nicht lange zu sehen ist, denn zwei Gauner schnappen sich das Ding. Um sich die Besucher vom Hals zu halten, richtet einer von ihnen einen Kaktus auf sie – einen Kaktus mit giftigen Stacheln wohlgemerkt.

Eine dämlichere und unhandlichere Waffe kann man sich kaum vorstellen. Aber Batman und Robin nehmen die Bedrohung ernst, sehr ernst. Sie nähern sich dem Kaktus mit zwei Lassos, fangen ihn ein und lassen ihn behutsam zu Boden sinken, damit auch keiner der gefährlichen Stacheln abbricht, querschießt und einen Besucher trifft – auf die Idee muss man erst mal kommen.

Wegen dieser diffizilen und anscheinend auch zeitintensiven Operation sind die Verbrecher über alle Berge, sobald die Gefahr gebannt ist. Wer könnte dahinterstecken? Ein Blick ins Archiv bringt die beiden auf eine Spur: Im März haben Räuber ein Gaswerk überfallen und sind mit einem Ballon davongeflogen – getragen von den Märzwinden. Im April haben sich zwei maskierte Gauner einen Aprilscherz als Ablenkungsmanöver erlaubt.

joker in batman 110

Joker versteigert Pläne.

Schlussfolgerung: Da verübt jemand eine Verbrechensserie, deren Themen sich am Kalender orientieren (vgl. Calendar Man). Hinter so einer spinnerten Idee kann nur der Joker stecken. Und tatsächlich: Der Joker hat eine neue Masche. Er hat den Crime-of-the-Month-Club gegründet, in dem er einmal im Monat unter anderen Gaunern einen geheimen Plan versteigert, der jeweils zu einem Ereignis passt. So macht der Joker ohne Risiko mächtig Kasse – und erspart sich den Ärger mit Batman.

Nächster Fall im Juni: eine Hochzeit. Der Plan ist äußerst genial und raffiniert und jeden Cent der 50.000 Dollar wert: Zwei Räuber verkleiden sich als lebensgroße Tortenfiguren. Wieder sind zufällig Bruce und Dick eingeladen und können das Schlimmste verhindern. Aber weil Batman weiß, dass sich der Joker mit der Niederlage nicht zufrieden geben wird, fragt er sich, welcher wohl Plan B sein wird. Der Held kennt seinen Gegner mittlerweile sehr gut.

Zwei Mal fährt das Dynamische Duo zu Ereignissen, bei denen kein Verbrechen passiert, aber dann erwischen sie den Joker vor einem Kino, wie er gerade die Spenden einer Benefizvorstellung absahnt. Batman muss nur zwei Geldsäcke nach dem Joker und seinem Handlanger werfen und der Fall ist gelöst. Aber wie kam Batman auf das Kino? Ganz einfach: Der gespielte Film heißt „Jupiter’s Bride“, die heißt Juno – und das passt zum Juni. – Keine weiteren Fragen.

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Jokers erster Besuch in der Irrenanstalt

Joker: Crazy Crime Clown

DC Comics

Titel: The Crazy Crime Clown

Autor/Zeichner: Alvin Schwartz/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Batman #74), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told)


Zwölf Jahre lang ist es dasselbe Spiel: Der Joker heckt was aus, Batman schnappt ihn und steckt ihn in den Knast. Der Joker bricht aus und das Spiel geht von vorn los. Diesmal ist es anders. Der Joker kommt erstmals in eine Nervenheilanstalt, die allerdings noch nicht Arkham heißt, das kommt später.

Es beginnt mit einem Raub bei Nebel. Der Joker stiehlt einer Frau die Juwelen vom Hals. Doch die Steine waren falsch. Zufällig sind Bruce und Dick dabei, schlüpfen im Schutz des Nebels in ihre Kostüme, aber der Joker entwischt ihnen. Dann stiehlt der Joker einen Haufen wertloser Münzen, und schließlich eine Nachbildung der Mona Lisa. Was soll das?

Kurz darauf noch eine Überraschung: Der Joker liefert die nutzlose Beute bei der Polizei ab. Er kommt vor Gericht, ein Psychiater erklärt ihn erstmals für unzurechnungsfähig und der Joker kommt in die Klapse. Schnell findet Batman heraus, was den Joker dazu bringen konnte: In der Anstalt steckt der ehemalige Banker James Derek, der sich angeblich nicht mehr daran erinnern kann, wo er die Million Dollar versteckt hat, die er einst unterschlug. Der Joker könnte versuchen, das herauszufinden.

Batman & Joker

Batman gewinnt als Gedankenleser Minos Jokers Vertrauen – aber nur scheinbar …

Batman geht undercover: Als Minos, der Gedankenleser, mit Maske und Turban, schleust er sich unter die Verrückten ein, die sich für Newton, Columbus und Batman halten. Gegenüber dem Joker tut der wahre Batman alias Minos so, als könnte er das Geheimnis des Bankers lesen. Doch der Joker ist nicht blöd: Als die beiden ausbrechen wollen, schlägt der Clown ihn bewusstlos, steckt ihn in eine Gummizelle und dreht das Wasser auf.

Der Joker will abhauen, da hört er Batman herbei eilen. Er zweifelt an seinem Verstand, schaut in der Zelle nach – und da sitzt Bruce Wayne und gibt sich für Batman aus. Ein gewagtes Manöver, aber der Joker fällt drauf rein. Zumindest vorübergehend denkt er, er sei verrückt geworden. Als dann auch noch ein Mann im Batman-Kostüm auftaucht und sich auf Bruce Wayne stürzt, den er für den Joker hält, dreht der Joker wirklich durch.

Joker in Batman #74 (1952)

Joker wird in der Gummizelle fast verrückt.

Der andere Batman war natürlich der Verrückte, der sich nur für Batman gehalten hat. Glücklicherweise hat er hinterher alles wieder vergessen. Und der Joker? Der legt sich in der Gummizelle eine irre Theorie zurecht, warum Bruce nicht Batman sein kann. Am Ende gibt er alles zu und lässt sich wieder ins Gefängnis bringen.

Offenbar findet jeder so ein Verhalten völlig normal. Verständlich: In den 50ern halten Psychiater auch Comics für jugendgefährdend … Erst 22 Jahre später, in Batman #258, wird der Joker in die Anstalt wiederkehren. Die wird dann Arkham Asylum heißen.

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Kampf um Batmans Gürtel

Titel: The Secrets of Batmans Utility Belt/The Joker’s Utility Belt

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Detective Comics #185, Batman #73), Paperback 1988/2008 (The Greatest Joker Stories Ever Told/Joker: The Greatest Stories Ever Told (nur Batman #73))


Was wäre Batman ohne seinen Gürtel? Diese Sammlung an Werkzeugen und Wundermitteln lässt ihn – wie einen guten Pfadfinder – allzeit bereit für jede Lebenslage sein. Im Jahr 1952 war Gürtel ein großes Thema. Gleich zwei Geschichten widmete Autor David Vern Reed dieser Utensiliensammlung. Die erste hebt hervor, wie wichtig sie für Batman ist.

Bei einem Einsatz geht der Gürtel verloren, ein Junge findet ihn und stopft ihn mit Nüssen voll und steckt ein Chamäleon hinein. Na und? Dann soll sich Batman eben einen neuen machen. Geld genug hat er ja. Aber das ist nicht so einfach: Denn der Gürtel enthält eine kleine Scheibe, die Batmans Geheimidentität als Bruce Wayne preisgibt. Batman hat sie dort untergebracht, damit im Falle seines Todes die Polizei weiß, wenn ein Betrüger sich als Dunkler Ritter ausgeben sollte. Also macht sich das Dynamische Duo auf die Suche nach dem Gürtel.

In der Zwischenzeit macht der sich nützlich: Das Seil darin rettet einem Jungen das Leben, der im Eis einbricht, weitere Utensilien helfen einem Obdachlosen und einem Bauarbeiter. Aber immer wenn Batman und Robin das Ding finden, entwischt es ihnen und wechselt den Besitzer. Zum Schluss landet das Ding bei einem Ledersammler und Gauner knöpfen es ihm ab.

Sie finden die Geheimidentität von Batman heraus, aber da täuschen sie sich, denn Batman hat zuvor im Handgemenge die Gürtel ausgetauscht und ihnen eine falsche Plakette zugespielt. Am Ende machen sich sogar die blöden Nüsse nützlich, um die Gauner zu fassen. Kurz gesagt: Im Grunde ist alles wertvoll, wenn es nur in Batmans Gürtel steckt.

Jokers Werkzeuggürtel

Voll mit Scherzartikeln: Jokers Werkzeuggürtel.

Und dann, in Story Nummer zwei, kommen die Gadgets gegen den Joker zum Einsatz. Das bringt den „Harlequin of Hate“ auf eine Idee: Er macht sich selbst einen Gürtel – allerdings voller Scherzartikel. Explodierende Zigaretten, Juckpulver, Niespulver, ein Handbuzzer, Pillen, die sich in falsche Schlangen verwandeln usw. Alles kommt zum Einsatz und der Joker kommt immer wieder davon.

Als Batman ihn in einer Maskenausstellung konfrontiert, stellt er fest, dass sein eigener Gürtel spinnt: Statt Gas kommen aus seinen Kapseln Riesenblumen, statt Rauch platzen Fahnen heraus, die ihn verspotten. Der Joker hat ihm seinen Scherz-Gürtel angelegt. Später fällt Batman aber nicht auf den Fake-Korken in der Champagner-Flasche herein, als er ein Schiff taufen soll.

Der Joker wirft die Flasche selbst, es entsteht eine Rauchwolke und der Schurke entführt das Dynamische Duo. Auf einem Laufband, das in einen Ofen führt, lässt er Robin laufen, da greift sich Batman Jokers Gürtel und wendet dessen eigene Waffen gegen ihn – und zwar so ziemlich alle. Commissioner Gordon macht den Joker im Knast zum Vorarbeiter in der Gürtelfabrik. Er habe ja bereits Erfahrung …

14 Jahre später diente die Story als Vorlage für die ersten Joker-Episoden der Batman-TV-Serie: „The Joker is Wild“/“Batman Is Riled“ (dt. Die Demaskierung).

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Jokers kleine Literaturgeschichte

Joker in Batman #63 (1951)

DC Comics

Titel: The Joker’s Crime Costumes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Dick Sprang

Erschienen: 1951 (Batman #63), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told)


Kein Wunder, dass Batman immer gewinnt. Er hat ja nicht nur einen Werkzeuggürtel voller nützlicher Hilfsmittel, sondern auch eine Garderobe mit lauter schicken Bat-Kostümen für jede Gelegenheit. Als der Joker das neidvoll bei einer Ausstellung bemerkt, beschließt er, es seinem Erzfeind gleich zu tun.

Also steigt der Joker für seine nächsten Raubzüge in die Kostüme verschiedener Witzfiguren aus der englischsprachigen Literaturgeschichte: Falstaff (Shakespeare), Mr. Pickwick (Charles Dickens), the Conneticut Yankee (Mark Twain), Old King Cole (ein Kindergedicht), Mr. Micawber (aus Dickens‘ David Copperfield) und Simple Simon (noch ein Kindergedicht).

Entdecke den Fehler … Denn während Batman seine Funktionskostüme anzieht, um sich seiner Umwelt anzupassen, sind die Verkleidungen des Jokers bloß eine Masche, um eine Show abzuziehen. Als Falstaff macht er eine Hamlet-Aufführung zunichte, macht Beute unter den Zuschauern, dann bläst er sein Kostüm mit Helium auf und fliegt davon. Als King Cole lässt er Seifenblasen fliegen, die seine Opfer benebeln; Batman und Robin geraten in zwei klebrige Riesenblasen.

Der Joker legt auch eine falsche Fährte. Einmal vermutet das Dynamische Duo ihn auf einer Opernbühne als Pagliacci, aber in Wahrheit tritt er als Simple Simon bei einer Bäcker-Messe auf. Dort gibt es natürlich lauter Riesentorten, weil in den Comics des Golden Age nun mal alles „larger than life“ sein muss.

In einer Ausstellungshalle stehen lauter Holiday Pies zusammen. Auf dem Kuchen zu „Lincoln’s Birthday“ steht sonderbarerweise ein Riesenpenny wie in der Bathöhle. Der Joker lässt ihn rollen. Batman und Robin verkleiden sich als Santa Claus und Little Jack Horner (noch ein Kindergedicht), bewerfen den Joker mit Pflaumen und er fällt in den „April Fool’s Pie“, der voller Fledermäuse steckt.

Kurz gesagt: Jokers Kostüm-Masche richtet sich gegen ihn. Er wird zum Opfer seiner Farce. Der Witz geht auf seine Kosten. Am Ende wird er auch noch in einem übergroßen Clownsgesicht eingesperrt. Demütigender geht’s nicht. Vielleicht wird er deshalb später zum Massenmörder – als Rache für unzählige Rückschläge.

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Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

>> Batman 1950-1959

Superman für einen Tag

Titel: Batman The Superman of Planet X

Autor/Zeichner: Ed Herron/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (Batman #113), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„I wonder how my pal Superman would handle this situation?“ (Batman)

Seltsamerweise zieht Batman eines nachts alleine los. Und seltsamerweise wird er, als er im Batplane sitzt, in eine fremde Welt befördert: auf den Planeten Zur-En-Arrh. Der Bewohner Tlano, der sich von Batman hat inspirieren lassen und ein eigenes violett-rot-gelbes Kostüm trägt, hat sein Vorbild hergeholt, damit er die Welt von bösen Invasoren befreit. Warum? Weil Batman auf dem fremden Planeten über Superkräfte verfügt: er ist stark und unverwundbar wie Superman und kann fliegen.

Batman of Zur En Arrh

Batman, erfreut über seine neue Fähigkeiten, macht die Aliens spielend fertig, bis er erkennt, dass sie sich unsichtbar machen können, doch auch das Problem löst er schnell und besiegt den Feind, indem er dessen Riesen-Roboter verschrottet.

Der Batman von Zur-En-Arrh diente Grant Morrison als Vorbild für Batman R.I.P. Darin nimmt Batman diese Identität an, um sich vor einem Psychoangriff zu schützen. Die Identität wird zu seinem Notfallplan.

>> Batman in den 50ern

Batman und Superman: Wie alles begann

Titel: The Origin of the Superman-Batman-Team

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (World’s Finest #94)


Wie Batman und Superman das erste Mal aufeinandertrafen, ist eigentlich seit 1952 (Superman #76) bekannt: Sie begegneten sich auf einer Kreuzfahrt. Das war lustig. Doch sechs Jahre später will Batman uns weismachen, dass alles ganz anders war, bzw. dass es ein Treffen vor dem ersten Treffen gegeben hat.

Anlass für die Rückblende ist, dass Luthors wieder mal aus dem Gefägngnis ausbricht und damit prahlt, sich eines Tages an Superman und Metropolis zu rächen. Kaum hören Bruce und Dick die Nachricht, ziehen sie sich um und eilen nach Metropolis, weil sie glauben, sie könnten Superman helfen, falls Luthor Kryptonit benutzt. Schon das ist seltsam, denn dann müssten sie jedes Mal nach Metropolis fahren, aber sei’s drum.

Doch Superman lehnt ihre Hilfe ab. Bei ihrem Treffen hat er einen neuen Helfer dabei: Powerman, einen maskierten Helden, der nicht fliegen kann. Trotzdem folgt ihnen das Dynamische Duo und Batman erinnert sich an ihr erstes Treffen: Als die beiden einst beinen Schmuggler-Ring ausgehoben haben, hörten sie die Ganoven von Kryptonit sprechen. Daraufhin flogen sie nach Metropolis, um Superman zu warnen. Und das war auch gut so: Denn als Superman von Gangstern mit flüssigem Kryptonit bespritzt wurde und vom Himmel fiel, konnten sie ihm mit dem Bat-Plane das Leben retten.

Als sie es dann mit den Gangstern aufnahmen, verkleidete sich Batman als Superman, weil er immun gegen Kryptonit war. Dabei riskierte er aber trotzdem sein Leben, denn die Schurken wollten es daraufhin mit Blei versuchen, aber da war Superman schon zur Stelle. Der Beginn einer langen Freundschaft. Der Rollentausch erinnert an ihren zweiten gemeinsamen Auftritt in World’s Finest Comics #71 (1954) – seitdem eine Tradition.

Und ähnlich läuft es auch in der Gegenwart: Batman findet heraus, wie er Luthors Todesstrahlen von sich fernhalten kann, dann nimmt er ihm sein Kryptonit weg und rettet Superman das Leben. Und wer ist dieser Powerman? Es ist ein Roboter, den Superman gegen das Kryptonit einsetzen wollte, um nicht das Dynamische Duo zu gefährden. Na dann ist ja alles wieder gut …

>> Liste der World’s Finest-Comics

Batmen aller Länder, vereinigt euch!

Titel: The Batman of England/The Batmen of All Nations/The Club of Heroes

Autor/Zeichner: Bill Finger, Edmond Hamilton/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950, 1955, 1957 (Batman #62, Detective Comics #215, World’s Finest #89)


Batman macht Schule. Bereits 1950 lernen die Leser, dass es auch in England einen Batman gibt – oder zumindest zwei andere kostümierte Helden, der sich Batman und Robin zum Vorbild genommen haben. The Knight & the Squire kleiden sich wie Ritter aus dem Mittelalter: In Rüstung und mit Umhängen, fahren sie auf Motorrädern, die aussehen wie Pferde, und dabei tragen sie Lanzen. Offenbar entsprach das dem Bild von Europa, das man damals in den USA hatte …

Dahinter stecken Lord Wordenshire und sein Sohn Cyril, die zusammen in einer alten Burg in der Nähe eines Dorfes wohnen. In London hätten die beiden zwar mehr zu tun, aber aufregend genug wird es trotzdem noch.  Zwei Pub-Räuber überwältigen sie, indem sie den Tank im Fluchtauto durchstechen.

Als dann Batman und Robin einer Gang folgen, die einen alten Nazi-Schatz in England ausbuddeln will, treffen sie zufällig auf Knight & Squire, aber die beiden stellen sich mit ihren Lanzen so unbeholfen an, dass sie die Gauner entkommen lassen. Die beiden müssen noch viel lernen, sagt Batman, also teilt man sich zur Nachhilfestunde in Zweiergruppen auf: Batman und Squire ziehen nach Stonehenge, Robin und Knight folgen der Spur in ein historisches Museum. Aber auch später verpatzen die beiden Stümper ihre Einsätze. Zwar machen die Engländer beim Finale auf der Burg alles wieder gut, aber dann muss ihnen das Dynamische Duo mit einer Maskerade dabei helfen, ihre Geheimidentitäten nicht preiszugeben.

Am Ende versichert der Earl, es gebe nur einen wahren Batman und Robin. Fünf Jahre später tauchen vier andere Nachahmer auf: der Musketeer aus Frankreich, der Legionary aus Italien, der Gaucho in Argentinien und der Ranger aus Australien. Batman lädt sie alle nach Gotham ein, um ihnen Nachhilfe zu geben. Dabei sehen wir auch Knight & Squire wieder, die sich mittlerweile praktischere Kostüme zugelegt haben, verschwunden sind die klobigen Rüstungen, die Gesichter liegen frei, leider aber hantieren sie immer noch mit Lanzen und fahren auf motorisierten Pferden, während Gaucho und Ranger tatsächlich reiten.

Wie dem auch sei: Während alle neue Tricks vom Original lernen, nutzt die Bande um den Gangster Cardine die Chance, um Verbrechen zu begehen. Diesmal ist es Batman, der sich nicht sehr geschickt anstellt. Während des Einsatzes stirbt er sogar bei einer Explosion. Als aber die restlichen „Batmen“ Cardine hinterherjagen, erweist sich der Legionary als Schurke – und Batman springt im rechten Augenblick quicklebendig hervor, um den Fall aufzuklären. Und wieder herrscht die Einsicht: Es gibt nur einen echten Batman.

In World’s Finest treffen die Batmen aller Länder wieder auf ihr Vorbild – und auf Superman. John Mayhew lässt sie alle nach Metropolis rufen. Der reiche Philanthrop hat den Helden zu Ehren für viel Geld einen Club of Heroes errichtet, samt aufwendiger Innendekoration. Jetzt muss nur noch ein Vorsitzender gewählt werden – der, der die größte Heldentat vollbringt. Aber keiner hat so richtig Lust auf den Job: Superman schlägt Batman vor, Batman schlägt Superman vor, die anderen sind für einen der beiden (und sie spielen hier auch kaum eine Rolle).

Doch Superman kommt nicht zum Zuge. Er bekommt unerklärte Schwächeanfälle, die ihn ohnmächtig werden lassen. Dann taucht ein neuer Held namens Lightning-Man auf, um das Schlimmste zu verhindern. Am Ende stellt sich heraus: Ein Brocken Kryptonit in der Erdumlaufbahn hat Superman ausgeknockt und ihn in Momenten geistiger Umnachtung die Identität von Lightning Man annehmen lassen. In ebendiesem Zustand war Superman in der Lage, sich aus einer Gardine ein neues Kostüm zu schneidern – und so wird Superman dank seiner Taten zum Vorsitzenden des Clubs.

Was dieser Club eigentlich soll, um den niemand gebeten hat, und wer dieser Mayhew ist und was er will, danach fragt niemand. Außer Grant Morrison. 50 Jahre später hat sich der Autor von diesen Geschichten zu seinen Storylines The Black Glove und Batman Incorporated inspirieren lassen. Die neuen Versionen von Knight and Squire bekamen 2010 ihre eigene sechsteilige Mini-Serie.

DC Comics

>> Batman in den 50ern

Als Bruce Wayne zu Robin wurde

DC Comics

Titel: When Batman Was Robin

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1955 (Detective Comics #226)


Jeder hat mal klein angefangen. Batman sogar sehr klein: als Robin. Ja, tatsächlich, Bruce Wayne war der erste Robin, lange bevor er Batman wurde. Wir erfahren es zusammen mit Dick Grayson, als Batman ein Paket mit seinem alten Kostüm geschickt bekommt.

Seine Geschichte geht so: Als Kind bewunderte Bruce den Police Detective Harvey Harris, der es mit seinen gelösten Fällen sogar auf die Titelseiten schaffte. Bruce, der damals noch beide Eltern hat, will bei ihm in die Lehre gehen, aber er befürchtet, abgewiesen zu werden. Und weil er davon ausgeht, dass Harris ein verantwortungsvoller Erwachsener ist, der denkt, dass Kinder sich nicht mit Verbrechern anlegen sollten, beschließt Bruce, seine Identität zu verstecken.

Eine Maske hätte zwar gereicht, aber Bruce schneidert sich ein rot-grün-gelbes Kostüm mit einem R auf der Brust. Warum? Das wird leider nicht erklärt. Bruce wird zum Stalker, indem er Harris verfolgt, um ihn zu beeindrucken. Er hilft ihm sogar, einen Verdächtigen zu fassen. Weil Harris ihn für so brillant wie ein Rotkehlchen hält (wer hätte gedacht, dass diese Vögel so schlau sind?), nennt er ihn Robin und nimmt ihn als Schüler auf.

Erste Lektion: absoluter Gehorsam! Jawohl, Sir! Zweite Lektion: keine. Denn Streber-Robin weiß bereits alles aus Kriminologie-Büchern. Selbst Boxen hat er schon gelernt. Also darf Robin seinem Lehrer dabei helfen, Gauner dranzukriegen, die Sammler erpressen, sich versichern zu lassen. Zuerst geht es um Modellschiffe, dann um Uhren und schließlich um historische Fahrzeuge. Robin gibt sein bestes, aber er macht Fehler und am Ende lernt er die dritte Lektion: Er muss noch viel lernen.

Am Ende muss Robin Harris versprechen, erst wieder Verbrechen zu bekämpfen, wenn er voll ausgebildet ist. Robin verspricht es und schickt ihm als Versicherung sein Kostüm. Als Bruce erwachsen ist, bekommt er es per Post zurück – denn Harris hat längst herausgefunden, wer Robin wirklich war. „He was a greater detective than I!“, sagt Batman am Ende.

Was er nicht sagt: Dass Harris auch der bessere Erzieher war. Denn statt dass Bruce Wayne sein Mündel Dick Grayson nachts ausschlafen lässt, damit er fit für die Schule ist, gefährdet er Nacht für Nacht dessen Leben mit gefährlichen Abenteuern, bei denen er regelmäßig fast draufgeht. Diese Vorgeschichte soll zwar den Robin-Mythos erklären, lässt ihn aber noch viel fragwürdiger erscheinen, denn die Moral, die hier den jungen Lesern mitgegeben wird, widerspricht Batmans eigener Praxis.

>> Batman in den 50ern

Der Erste ist nicht immer der Beste

DC Comics

Titel: The Original Batman

Zeichner: Dick Sprang

Erschienen: 1953 (Detective Comics #195)


In Gotham City gibt es ein bestimmtes Gesetz: Es darf nur einen Batman geben. Auch wenn niemand weiß, dass Bruce Wayne Batman ist, und es schwer nachprüfbar ist, wer die Maske trägt, darf niemand sonst als das Original Verbrechen bekämpfen. Doch plötzlich taucht ein zweiter Batman auf, der statt eines Capes zwei steife Flügel hat und das Fledermaus-Symbol nicht auf der Brust, sondern am Gürtel trägt. Dieser ältere Herr namens Hugo Marmon behauptet, der erste Batman zu sein. Denn er hat als Zirkusartist bereits diesen Namen getragen.

Die Geschichte stimmt. Gesetzestreu wie Batman ist, müsste er also aufhören, aber Marmon erlaubt ihm, das Kostüm weiterhin zu tragen. Mehr noch: Er will ihm beweisen, dass das Original besser ist als der Imitator. Zuerst vollführt er einen Hochseilakt ohne Netz zwischen zwei Wolkenkratzern. Doch die Menge ist nicht angetan: Dieser Angeber kann keine Verbrecher bekämpfen!

Also versucht sich Marmon in diesem Gewerbe. Dabei lässt er sich von Gaunern reinlegen. Irgendwelche Typen behaupten einfach nur besorgte Bürger zu sein und Marmon glaubt ihnen jedes Wort. Batman und Robin ahnen Böses, verfolgen den alten Möchtegernhelden und helfen ihm zweimal aus der Patsche, als er durch Ungeschicklichkeit die Bösen entkommen lässt. Da wird Marmon wütend und entzieht Batman seine Lizenz, ein Batman zu sein.

Batman aber weiß sich zu helfen: Er kratzt an dessen Ego. Er wird zum Zirkusartisten, stellt sich dabei ziemlich tollpatschig an, Marmon kriegt das mit und wird sauer. Man tauscht wieder die Rollen: Der Alte geht zurück in den Zirkus, Batman und Robin kümmern sich um die Bösen. Um die Gauner zu täuschen, steigt Batman in das Kostüm des Alten …

Die Geschichte zeigt: Die ersten sind nicht immer die Besten. Thomas Edison erfand nicht die Glühbirne, Google nicht die Suchmaschine und Facebook nicht das Soziale Netzwerk – und trotzdem setzten sie sich durch. So ist es auch mit Batman. Auch er hatte seine historischen Vorläufer: Von Zorro bis hin zu The Shadow. Und auch der erste Batman-Entwurf, als Bob Kane ihm steife Flügel verpasste, war es nicht, der sich durchgesetzt hat. Darum geht es hier zwar nicht explizit, aber indem ein Batman vor dem Batman erfunden wird, wird deutlich, dass er eben kein Original ist – aber auch dass es darauf gar nicht ankommt. Denn der Batman, wie wir ihn kennen, ist vielleicht nicht der Erste, aber einfach der Beste.

>> Batman in den 50ern