Batwomans Emanzipation im Silver Age

Batman #105/Detective Comics #286 (DC Comics)

Kathy Kanes erster Auftritt als Batwoman war nicht gern gesehen, jedenfalls nicht von Batman und Robin. Kaum tauchte sie auf, musste sie ihr Kostüm wieder einmotten. Doch Kathy ließ sich nicht lange unterdrücken, bald darauf kam sie wieder, denn sie bedauerte, zum Aufgeben gezwungen worden zu sein. Sie umgeht ihr Versprechen, indem sie ihr Kostüm zu einem Maskenball anzieht (The Challenge of Batwoman, Batman #105, 1957). Auf dem Weg dahin, auf dem Motorrad, sieht sie zufällig, wie Batman und Robin gerade Gauner jagen. Batman verstaucht sich den Fuß, ein maskierter Gauner (Curt Briggs) fällt von einem fahrenden Zug und verliert sein Gedächtnis. Batwoman erkennt Briggs als ehemaligen Athleten und geht davon aus, dass er in Wahrheit Batman sein müsse.

An ihren Detektiv-Skills muss Kathy noch arbeiten, aber durch die Verwechslung wird die Story in Gang gesetzt, in der Kathy versucht, der Selbstvergessenen zu Batman  zu machen. Sie steckt ihn in einem Kostüm und frischt mit Turnübungen sein Gedächtnis auf, dass er nie hatte. Dem echten Batman kommt das sogar entgegen, denn durch den falschen Batman scheint es nach außen so, als wäre der wahre Dunkle Ritter noch dienstfähig. Bruce kann derweil seinen Fuß auskurieren.

Unbewusst gibt Briggs den Verbrechensbekämpfern Hinweise auf die nächsten krummen Dinger, die die Bande plant, zuerst in einem Kunstmuseum, wo sich die Gauner (wo sonst?) in einem Modell des Trojanischen Pferdes verstecken. Nach dem verpatzten Einsatz fällt Briggs wieder alles ein, er spielt das falsche Spiel jedoch weiter mit. Im Chinatown Museum kommt es zum Showdown und es ist der wahre Batman, der Briggs durchschaut und ihn einfängt. Enttäuscht mottet Kathy ihr Batwoman-Kostüm wieder ein. Aber wie konnt er Batmans Fuß so schnell heilen? Konnte er nicht: Batman hat Kathy mit einer Prothese getäuscht.

Doch Kathy Kane gibt nicht so schnell auf.

Batwoman’s New Identity (Batman #116, 1958)

DC Comics

Ein Jahr später geht sie undercover, um die Funny Face Gang (Gauner in Clownsmasken, die nichts mit dem Joker zu tun haben) zu schnappen. Kathy setzt sich eine blonde Perücke auf und trägt gesichtsveränderndes Make-up, gibt sich als Fotografin in einem Club aus und findet so den entscheidenden Hinweis auf die Gangster. Doch als sie ihnen als Batwoman folgt, wird sie von ihnen durch eine Abrisskugel vom Motorrad gestoßen.

Wie gut, dass Batman und Robin sie aufgespürt haben und ihr folgen, so können sie sich zumindest einen der Gauner schnappen, bevor er in einem Zeppelin fliehen kann. Als Batman sie an ihr Versprechen erinnert, keine Verbrecher mehr zu bekämpfen, erwidert Kathy souverän: „Why, Batman — you know a lady has the right to change her mind!“

Später gerät sie wieder in Gefahr, fliegt undercover auf, wird zur Geisel, muss erneut gerettet werden. Mit Papierfledermäusen, die sie durch einen Schornstein fliegen lässt, macht sie auf sich aufmerksam, kurz darauf eilen Batman und Robin herbei.

Batman besteht am Ende darauf: „Don’t you know crime-fighting is too dangerous for a girl?“ Um den minderjährigen Robin scheint er sich keine Sorgen zu machen … Er wünscht sich, ihre Geheimidentität würde auffliegen Das wäre sie auch diesmal fast, aber Batman selbst hat es hier verhindert.

Batwoman gegen Starman und Spinner

Im Laufe des Silver Age macht sich Batwoman noch einige Male nützlich. Irgendwann spart man sich die leidigen Diskussionen um ihre Befähigung und Daseinsberechtigung, Bald schon akzeptiert Batman sie neben sich und kooperiert mit ihr, etwa gegen einen Schurken namens Starman (nicht zu verwechseln mit Batman-Starman und dem Helden Starman), der dank eines ominösen Steins superstark ist und nun nach zwei weiteren trachtet, um fliegen zu können und unsterblich zu werden. Ein der Steine hängt zufällig an einem Gürtel, den Kathy gekauft hat. Doch wenn sie Starman zu nahe kommt, schwinden seine Kräfte vorübergehend – wie das auch sonst bei Frauen üblich zu sein scheint … (The Doomed Batwoman, Detective Comics #286, 1960)

DC Comics

Ein anderer ist der Spinner, der zu den – Achtung: Kalauer! – abgedrehtesten Schurken des Silver Age zählt. Der Spinner liebt Kreise und Rotation, trägt eine grüne Rüstung aus Ringen und einem Propeller auf dem Kopf, blendet Batman und Robin mit einem kaleidoskopartigen Ventilator, verspritzt klebrige Netze (wie Spider-Man drei Jahre später!), lässt einen riesigen Kreisel auf die Helden los, haust in einer alten Mühle (wo sonst?) und schnallt am Ende Batwoman auf einen riesigen Ventilator. Auch hier ist es der Mann, der die Frau in Nöten befreien muss … (The Web of the Spinner, Batman #129, 1960)

Batwoman trifft Bat-Mite

Detective Comics #276 / Batman #133 (DC Comics)

Im Jahr 1960 macht Batwoman auch Bekanntschaft mit Bat-Mite, dem nervigen Kobold aus der fünften Dimension (The Return of Bat-Mite, Detective Comics #276). Zuerst hält sie ihn für süß und kann nicht verstehen, warum Batman ihn nicht mag, ändert aber schnell ihre Meinung, als er ihr fast einen Einsatz versaut. In dieser Story jagt das Dynamische Trio die Hobby Robbers, eine Bande, die es auf wertvolle Münzen, Musikinstrumente und Modellschiffe abgesehen hat.

Dann heckt Batman einen Plan aus, die Gauner zu fassen, der aber mal wieder angeblich zu gefährlich für Batwoman ist. Bat-Mite belauscht ihn und petzt alles brühwarm an Batwoman weiter – da liebt sie ihn wieder.

Batman und Robin tappen in eine Falle, landen in einem Pool voller tödlich schießender Modellschiffe. (Ja, auch Modellbau kann gefährlich sein!) Diesmal muss Batwoman sie retten, springt ins Wasser, zerstört die Schiffe, befreit die Helden und zusammen mit Bat-Mite und einer belebten Marionettenarmee können sie die Hobby Robbers besiegen. Dafür gibt’s zum Dank ein Küsschen von Batwoman für Bat-Mite – es ist nicht das letzte.

Bald darauf wird Bat-Mite zu „Batwoman’s Publicity Agent“ (Batman #133, 1960), genauer gesagt: Er macht sich selbst zu ihrem Sidekick, um ihr zu helfen. Zuerst rettet er sie vor einem gefährlichen Sturz, dann lässt er sie ein Motorrad auf dem Kabel einer Seilbahn fahren, um Gauner zu schnappen, zum Schluss verliebt er sich sogar in sie und betätigt er sich als Detektiv, lässt Ace, den Bat-Hound, eine Bande aufspüren. Da sind aber Batwoman, Batman und Robin auch von selbst drauf gekommen. Um den Endkampf spaßiger zu machen, lässt er alle Beteiligten schrumpfen, sodass Werkzeug (nach alter Tradition) riesig erscheint und zu nützlichem Mittel wird, um Ganoven – Achtung: noch ein Flachwitz! – das Handwerk zu legen.

Den großen Auftritt kriegt dabei allerdings Batman, der auf dem Hund reiten darf. Batwoman hat dafür das letzte Wort: Sie kann dem niedlichen Kobold einfach nicht böse sein.

Aber das ist noch längst nicht alles: In World’s Finest bekommt sogar Batwoman Superkräfte – davon später mehr.

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