Bill Finger

Der Sohn des Jokers

The Son of the Joker

DC Comics

Titel: The Son of the Joker

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Batman #145), Paperback 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Was macht Alfred eigentlich in seiner Freizeit? Er schreibt Geschichten. Am liebsten denkt er sich Zukunftsszenarien für Batman und Robin aus. Eine davon ist, dass Bruce Wayne Kathy Kane (Batwoman) heiratet und mit ihr einen Sohn hat. Der wird zum neuen Robin, neben Dick Grayson als neuem Batman II.

In der neuen Geschichte fragt sich Alfred: Was wäre, wenn auch der Joker einen Sohn hätte? Das neue Dynamische Duo trifft auf ihn, als sie zum Wasserski zu wohltätigen Zwecken wollen. Da schnappt sich ein durchtrainierter junger Mann mit Joker-Gesicht das Preisgeld. Batman verfolgt ihn, knockt ihn aus, der Joker-Epigone fällt ins Wasser – und taucht ab.

Papa Bruce geht der Sache nach: Er sucht seinen ehemaligen Erzrivalen auf, der mit ergrautem Haar seinen Lebensabend mit Gärtnern verbringt – seine Zeit im Knast hat er abgesessen und scheint jetzt ein umgänglicher alter Kauz geworden zu sein. Der Joker bestreitet, einen Sohn zu haben.

Bald darauf verkleidet sich der vermeintliche Joker-Sohn als römischer Legionär, um auf dem Filmset eines Historienschinkens eine unbezahlbare Halskette abzugreifen. Er liefert sich ein Wagenrennen mit Batman und Robin, aber wieder entkommt der Gauner. Sie folgen ihm zum Haus des Jokers, wo sie herausfinden, dass die beiden doch unter einer Decke stecken – wenn auch ohne miteinander verwandt zu sein.

Als der alte Bruce von dem Vorfall mit der Kutsche liest, erinnert er sich an einen alten Fall mit dem Joker und bricht auf, um Dick und seinem Sohn aus der Klemme zu helfen. Und tatsächlich: Die beiden sind bereits Gefangene der beiden Joker. Als der alte Schurke Batman II seine Maske abnehmen will, kommt Batman I hereingeplatzt und kann das Schlimmste verhindern. (Leider kann Batwoman nicht mitkommen, weil sie krank im Bett liegt, aber die Männer kommen auch allein gut klar.)

Dabei wird klar: Der „Sohn des Jokers“ trägt noch nicht mal Make-up, sondern bloß eine plumpe Maske. Und am Ende sagt auch der Joker, dass dieser Epigone seines Namens nicht würdig sei. Aber auch das neue Dynamische Duo bringt es immer noch nicht ohne die Hilfe des Originals …

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Jokers größte Reinfälle

Batman #66 (Joker)

DC Comics

Titel: The Joker’s Comedy of Errors

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #66), Paperback 2008 (The Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Der Joker bricht in einem Elektrizitätswerk ein. Vorher lässt er den Strom abschalten. So weit, so genial. Nur dass er den Fluchtweg über den Aufzug geplant hat, erweist sich als keine so gute Idee – denn der braucht ja Strom … Als Joker und seine Bande die Treppe nehmen, treffen sie auf Batman und Robin. Nur mit Not können sie entkommen. Die Beute bleibt zurück.

Die Blamage ist groß, als die Geschichte am Tag darauf auf der Titelseite der Zeitung steht. Aber der Joker lässt sich nicht entmutigen, sondern will aus der Not eine Tugend machen. Er will sich die größten Fehlschläge der Geschichte zum Vorbild für seinen nächsten Raubfeldzug machen. Es beginnen die „Boner-Crimes“. (Hier ganz unschuldig ohne die obszöne Bedeutung, auch wenn das Cover dadurch eine interessane Zweideutigkeit bekommt …)

Zunächst raubt er einen Ozeandampfer aus, der auf Grund läuft, dann macht er sich über ein Schloss her, indem er einen Turm schräg stellt wie den schiefen Turm von Pisa. Spätestens hier fragt man sich, ob mal wieder nicht der Aufwand den Nutzen übersteigt … Der Joker lässt einen Komplizen aus dem Knast ausbüchsen, indem er eine Holz-Pistole einschmuggelt und einen Wärter damit narrt. Dann guckt sich der Joker den ältesten Trick der Welt ab, indem er sich in einem Trojanischen Pferd versteckt.

Aber der große Triumph ist erst vollzogen, wenn sein Erzfeind blamiert ist. Also verwirrt der Joker die Navigation des Batplanes und lässt Batman und Robin nach England fliegen statt nach Kalifornien. Die Geschichte macht die Runde, der Joker freut sich, dass Batmans Ruf dahin ist. Doch dann ist alles ganz anders als gedacht: Batman hat alles längst durchschaut – vor allem, wo Jokers Versteck ist. Tja, das war dann wohl ein Reinfall. Nicht der erste. Und auch nicht der letzte.

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Jokers kleine Literaturgeschichte

Joker in Batman #63 (1951)

DC Comics

Titel: The Joker’s Crime Costumes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Dick Sprang

Erschienen: 1951 (Batman #63), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told)


Kein Wunder, dass Batman immer gewinnt. Er hat ja nicht nur einen Werkzeuggürtel voller nützlicher Hilfsmittel, sondern auch eine Garderobe mit lauter schicken Bat-Kostümen für jede Gelegenheit. Als der Joker das neidvoll bei einer Ausstellung bemerkt, beschließt er, es seinem Erzfeind gleich zu tun.

Also steigt der Joker für seine nächsten Raubzüge in die Kostüme verschiedener Witzfiguren aus der englischsprachigen Literaturgeschichte: Falstaff (Shakespeare), Mr. Pickwick (Charles Dickens), the Conneticut Yankee (Mark Twain), Old King Cole (ein Kindergedicht), Mr. Micawber (aus Dickens‘ David Copperfield) und Simple Simon (noch ein Kindergedicht).

Entdecke den Fehler … Denn während Batman seine Funktionskostüme anzieht, um sich seiner Umwelt anzupassen, sind die Verkleidungen des Jokers bloß eine Masche, um eine Show abzuziehen. Als Falstaff macht er eine Hamlet-Aufführung zunichte, macht Beute unter den Zuschauern, dann bläst er sein Kostüm mit Helium auf und fliegt davon. Als King Cole lässt er Seifenblasen fliegen, die seine Opfer benebeln; Batman und Robin geraten in zwei klebrige Riesenblasen.

Der Joker legt auch eine falsche Fährte. Einmal vermutet das Dynamische Duo ihn auf einer Opernbühne als Pagliacci, aber in Wahrheit tritt er als Simple Simon bei einer Bäcker-Messe auf. Dort gibt es natürlich lauter Riesentorten, weil in den Comics des Golden Age nun mal alles „larger than life“ sein muss.

In einer Ausstellungshalle stehen lauter Holiday Pies zusammen. Auf dem Kuchen zu „Lincoln’s Birthday“ steht sonderbarerweise ein Riesenpenny wie in der Bathöhle. Der Joker lässt ihn rollen. Batman und Robin verkleiden sich als Santa Claus und Little Jack Horner (noch ein Kindergedicht), bewerfen den Joker mit Pflaumen und er fällt in den „April Fool’s Pie“, der voller Fledermäuse steckt.

Kurz gesagt: Jokers Kostüm-Masche richtet sich gegen ihn. Er wird zum Opfer seiner Farce. Der Witz geht auf seine Kosten. Am Ende wird er auch noch in einem übergroßen Clownsgesicht eingesperrt. Demütigender geht’s nicht. Vielleicht wird er deshalb später zum Massenmörder – als Rache für unzählige Rückschläge.

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Jokers Schnitzeljagd durch die Staaten

batman #8 1941

DC Comics

Titel: The Cross Country Crimes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1941 (Batman #8), Paperback 2017 (Batman: The Golden Age Vol. 3), 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Als es noch kein Batsignal gab, mussten Batman und Robin per Radio von den Behörden kontaktiert werden. Diesmal kommt eine Einladung aus Washington D.C.: Der Chef des FBI, G. Henry Mover (wer gemeint ist, dürfte klar sein), will das Dynamische Duo ehren – eine Anordnung des Präsident höchstselbst. Da die beiden gerade keine bösen Buben jagen, ziehen sie sich um und fahren los. In der Hauptstadt werden sie mit einer Parade begrüßt.

Doch kaum haben sie Mover die Hand geschüttelt, wird er angeschossen vom Joker. Das ganze Land ist in Aufruhr. 100.000 US-Dollar Belohnung für jeden, der ihn fasst – tot oder lebendig. Dann fordert der Joker Batman und Robin mit einer Radiodurchsage heraus. Als die beiden beim Sender eintreffen, finden sie eine Joker-Karte: „Guess where I am going now, Batman“, steht darauf. Es ist nicht schwer zu erraten, denn der Joker hat New Jersey darunter geschrieben und noch die Umrisse des Bundesstaates eingezeichnet. Allerdings ist das „New“ durchgestrichen …

Und so beginnt eine Schnitzeljagd. Das Dumme ist nur: New Jersey ist groß. Also wo anfangen? Bruce und Dick entspannen erstmal im Theater. Doch dann raubt der Joker auf der Bühne Juwelen. Er hat es nicht eilig, wartet sogar ab, bis Bruce und Dick sich umziehen und auf die Bühne schwingen. Aber er entkommt. Wieder lässt er eine Karte da: diesmal steht Ohio drauf. Dann geht die Reise nach Kansas und Delaware, wobei das D darin wieder durchgestrichen ist.

Batman erkennt des Rätsels Lösung: Zusammen bilden die Anfangsbuchstaben den Namen Joker – falls man am Ende Rhode Island hinzufügt. Und das ist auch der nächste Aufenthaltsort des Clowns.

Der Joker ist hier noch ein skrupelloser und gewiefter Schurke. Andere Gauner schaltet er mit vergifteten Zigarren aus, einen Bus lässt er mit einer falschen Straßenmarkierung in den Abgrund fahren. Es kommt zu spektakulären Verfolgungsjagden in den Gondeln einer Seilbahn und auch auf den Dächern fahrenden Autos. Der Joker narrt Batman und Robin mit einem Dummy, der ihm täuschend ähnlich sieht und unter Strom steht.

Das waren noch Zeiten, als der Joker noch ein ernstzunehmender Gegner war. In den 50ern sollte sich das ändern. Aber nach dem tieferen Sinn dieser Schnitzeljagd sollte man lieber nicht fragen. Und wie geht es eigentlich dem FBI-Chef? War wohl nur halb so wild …

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Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

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Batman und sein Wingman

Batman 65 1951

DC Comics

Titel: A Partner For Batman!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #65), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Bei einem Einsatz bricht sich Robin das Bein. Für sechs Wochen kann er nicht mehr das Verbrechen bekämpfen. Doch Commissioner Gordon weiß Rat: Zusammen mit Batman castet er einen Stellvertreter aus Europa: Wingman heißt die rot-gelb kostümierte Gestalt. Ein Typ mit Flügeln und ohne Eigenschaften.

Robin sorgt sich, dass dieser Wingman ihn dauerhaft ersetzen könnte. Danach sieht es zunächst nicht aus, denn während seiner Ausbildung mit Batman erweist er sich Robin gegenüber als unterlegen. Doch als es dann gegen das Verbrechen geht, zeigt Wingman sein Talent – und schon ist die Rede davon, dass Robin überflüssig sein könnte.

Am Ende stellt sich alles nur als großes Missverständnis heraus. Eines, das Batman sogar selbst befördert hat, indem er mit Wingman die Kostüme getauscht hat. Davon hat sich selbst Robin täuschen lassen. Moral: Hätte er mal lieber Batman vertraut! Wer Wingman wirklich ist, bleibt allerdings offen. Ist auch egal. Am Ende diente das ganze Abenteuer nur dazu, dass sich Robin seiner Freundschaft zu Batman versichert.

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Batman trifft Fatman

Batman meets Fatman

Batman meets Fatman (Batman #113, DC Comics)

Titel: Batman Meets Fatman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Batman #113)


Er ist übergewichtig, tollpatschig, er schwingt einen übergroßen Batarang und trägt einen übergroßen Gürtel, in dem er allerlei überflüssiges Zeug aufbewahrt. Das ist Fatman. Keine billige Kopie von Batman, sondern ein Zirkusclown, der mit seinem Auftritt ein großes Publikum zum Lachen bringt.

Aber Fatman will mehr sein als ein Clown. Er will mehr sein wie sein Vorbild, er will Verbrechen bekämpfen und im Batmobil mitfahren. Na gut, Batman lässt ihn. Sie passen sogar mit Robin ins Auto. Doch kaum fahren sie los, treiben schon wieder Verbrecher ihr Unwesen. Batman und Robin legen sich mit ihnen an, sie werden überwältigt und festgenommen. (Wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie braucht?)

Da kommt Fatman ins Spiel. Er versucht, sie zu befreien, aber er stolpert, verheddert sich – und schließlich wirft er einen Hammer, mit dem er Batman und Robin befreit. Es war alles nur Show. Am Ende macht sich sogar sein dicker Bauch nützlich, um den letzten Gauner von der Flucht abzuhalten. Fatman hat, was er wollte: Einmal ein Held wie Batman …

Notiz am Rande: Regisseur und (Batman-)Autor Kevin Smith (Cacophony, The Widening Gyre) nennt seinen Podcast „Fatman on Batman“

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Batman zweifelt an seinem Verstand

Titel: Am I Really Batman?

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #112), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman wacht in einer Gummizelle auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er reingekommen ist. Als er dem Pfleger sagt, er sei Batman, lacht der ihn nur aus – er sei einer von vielen Verrückten, die sich für jemand anderes halten. Aber Batman ist sich seiner sicher. Da zeigt ihm ein Arzt den echten Batman im Fernsehen. Batman hält das für Schwindel, er haut ab, flieht vor der Polizei.

Als er in Wayne Manor ankommt, begrüßt ihn ein verwirrter Alfred. Dick Grayson erkennt ihn nicht mehr, die Bathöhle ist verschwunden. Niemand scheint zu verstehen, wovon er redet. Da taucht auch noch ein Bruce Wayne auf, der sich ebenfalls für das Original, aber nicht für Batman hält.

Batman haut ab, versteckt sich, er ist voller Selbstzweifel: Verliert er wirklich den Verstand? Um sich seiner selbst zu versichern, nimmt er ein paar Einbrecher fest. Dann sieht er Batman und Robin, versteckt sich im Kofferraum des Batmobils und lässt sich in die Bathöhle bringen. Da stellt er fest, dass in Wayne Manor alles nur Show war.

Bruce Wayne war in Wahrheit nur Alfred in Maske und Verkleidung, Dick hat nur so getan, als ob er Batman nicht erkenne – aber alles nur zu Batmans Bestem. Der Schurke Professor Milo hat Batman einem Gas ausgesetzt, das einem den Lebenstrieb nimmt, bis man stirbt. Um dem zu entgehen, haben sich Robin, Alfred und Gordon eine Strategie überlegt, wie sie Batmans Lebenstrieb erhalten können. Daher die ganze Inszenierung …

Die Geschichte hat einige spätere Autoren beeinflusst: In ähnlicher Form wird die Idee 1991 in der Story „Identity Crisis“ aufgegriffen und ein Jahr später in der Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream“ adaptiert. Batman in der Nervenheilanstalt ist auch ein Motiv in „The Last Arkham“ und der BTAS-Episode „Dreams in Darkness„.

Batman wird Starman

Titel: The Man Who Ended Batman’s Career

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #247), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Über dem Polizeihauptquartier leuchtet ein neues Zeichen am Nachthimmel: ein Stern statt einer Fledermaus! Kurz darauf kommt ein sternförmiges Flugzeug hergeflogen und es springen Robin und Starman heraus, um ein paar Gauner dingfest zu machen. Starman trägt ein gelb-rotes Kostüm und wirft Star-Darts. Aber wer ist das? Jedenfalls nicht der Starman aus dem Golden Age (Ted Knight). Und was ist mit Batman?

Der hat seine Karriere aufgegeben. Der böse Wissenschaftler Professor Milo hat Batman mit einer künstlichen Angst vor Fledermäusen infiziert, um ihn auszuschalten. Seitdem fürchtet sich Bruce Wayne vor allem, was die Form von Fledermäusen hat. Er traut sich nicht mal, ins Batmobil zu steigen und kann keine Batarangs mehr werfen. Einmal erschreckt ihn ein Gauner mit einer echten Fledermaus so sehr, dass er vom Dach fällt und von Robin gerettet werden muss.

Also wird Batman kurzerhand zu Starman. Offenbar ist es weniger ein Problem, in kürzester Zeit einen fliegenden Stern zu bauen, als sich von der Krankheit heilen zu lassen. Doch da früher oder später auffliegen wird, dass Starman bloß Batman ist, fesselt Robin Bruce an einem Stuhl und zeigt ihm anhand seiner Taten als Batman, dass er nichts zu befürchten habe – die Fledermaus hilft ihm sogar.

So geheilt täuscht Bruce als Starman die Gauner, die einen fliegenden Bat-Ballon auf ihn losschicken und auch Professor Milo kann mit dem Fledermaus-Symbol nichts mehr gegen ihn ausrichten. Als er es ihm hinhält, schlägt der Held die Faust hindurch und ihm ins Gesicht. Batman hat die Fledermaus wieder. Bemerkenswert ist, dass die Fledermaus ursprünglich die Schurken das Fürchten lehren sollte, hier aber gegen Batman gewendet wird.

>> Batman 1950-1959

Batman verliert sich selbst

Detective_Comics_190

DC Comics

Titel: How to Be the Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Detective Comics #190)


Batman und Robin werden zu einem seltsamen Fall gerufen: Ein Unternehmen wurde ausgeraubt und der Wachmann kann sich an nichts mehr erinnern – nicht mal mehr daran, wer er ist. Dahinter steckt Dr. Sampson, ein Psychologe auf Abwegen, der ein Amnesie-Gas entwickelt hat. Als er wieder zuschlägt, verliert Batman sein Gedächtnis. Daraufhin muss Robin ihm alles wieder mühsam beibringen.

Zuerst erklärt er ihm Batmobil, Batplane und Bathöhle, aber das sagt ihm alles nichts mehr. Die Erinnerung kehrt auch nicht zurück, als Robin ihm erzählt, was ihn zu Batman gemacht hat. Die Geschichte hat den Nebeneffekt, dass auch neue Leser eingeführt werden. Aber nebenbei wird diese umgeschrieben: Statt dass der Räuber beide von Bruce Waynes Eltern umbringt, feuert er hier nur noch eine Kugel ab, die den Vater trifft – und Martha stirbt daraufhin, weil sie ein schwaches Herz hat. Damit erscheint die Tragödie weniger grausam, denn bisher hat der Mörder Martha mit dem Schuss zum Schweigen bringen wollen.

Wieder sehen wir Bruce Wayne seinen Eid leisten, diesmal am Grab seiner Eltern, wieder sehen wir ihn im Labor heranreifen, wieder sehen wir ihn den jungen Dick Grayson trösten. Aber es nützt alles nichts: Robin muss Batman wieder lehren, was es heißt, Batman zu sein. Der Held stellt sich daraufhin im Einsatz tollpatschig an, selbst Gordon verliert das Vertrauen in ihn.

Dann entdeckt Batman, dass er bereits vor seiner Amnesie ein Gegenmittel entwickelt hat, doch als er es ausprobiert, scheint es nicht zu wirken. Beim nächsten Einsatz gegen den Schurken wird Batman gefangen genommen. Er bietet dem Gauner, der ihn bewacht, seinen Gürtel als Belohnung, wenn er ihn gehen lässt. Hier wird es dann albern: Obwohl der Gauner ihn nicht gehen lassen will, löst er ihm die Fesseln, damit Batman ihm den Gürtel geben kann. Das Resultat kann man sich denken. Batman ist wieder der Alte – denn die Wirkung des Gegenmittels hat erst spät eingesetzt.

>> Batman 1950-1959