Bill Finger

Batman wird Starman

Titel: The Man Who Ended Batman’s Career

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #247), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Über dem Polizeihauptquartier leuchtet ein neues Zeichen am Nachthimmel: ein Stern statt einer Fledermaus! Kurz darauf kommt ein sternförmiges Flugzeug hergeflogen und es springen Robin und Starman heraus, um ein paar Gauner dingfest zu machen. Starman trägt ein gelb-rotes Kostüm und wirft Star-Darts. Aber wer ist das? Jedenfalls nicht der Starman aus dem Golden Age (Ted Knight). Und was ist mit Batman?

Der hat seine Karriere aufgegeben. Der böse Wissenschaftler Professor Milo hat Batman mit einer künstlichen Angst vor Fledermäusen infiziert, um ihn auszuschalten. Seitdem fürchtet sich Bruce Wayne vor allem, was die Form von Fledermäusen hat. Er traut sich nicht mal, ins Batmobil zu steigen und kann keine Batarangs mehr werfen. Einmal erschreckt ihn ein Gauner mit einer echten Fledermaus so sehr, dass er vom Dach fällt und von Robin gerettet werden muss.

Also wird Batman kurzerhand zu Starman. Offenbar ist es weniger ein Problem, in kürzester Zeit einen fliegenden Stern zu bauen, als sich von der Krankheit heilen zu lassen. Doch da früher oder später auffliegen wird, dass Starman bloß Batman ist, fesselt Robin Bruce an einem Stuhl und zeigt ihm anhand seiner Taten als Batman, dass er nichts zu befürchten habe – die Fledermaus hilft ihm sogar.

So geheilt täuscht Bruce als Starman die Gauner, die einen fliegenden Bat-Ballon auf ihn losschicken und auch Professor Milo kann mit dem Fledermaus-Symbol nichts mehr gegen ihn ausrichten. Als er es ihm hinhält, schlägt der Held die Faust hindurch und ihm ins Gesicht. Batman hat die Fledermaus wieder. Bemerkenswert ist, dass die Fledermaus ursprünglich die Schurken das Fürchten lehren sollte, hier aber gegen Batman gewendet wird.

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Batman verliert sich selbst

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DC Comics

Titel: How to Be the Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Detective Comics #190)


Batman und Robin werden zu einem seltsamen Fall gerufen: Ein Unternehmen wurde ausgeraubt und der Wachmann kann sich an nichts mehr erinnern – nicht mal mehr daran, wer er ist. Dahinter steckt Dr. Sampson, ein Psychologe auf Abwegen, der ein Amnesie-Gas entwickelt hat. Als er wieder zuschlägt, verliert Batman sein Gedächtnis. Daraufhin muss Robin ihm alles wieder mühsam beibringen.

Zuerst erklärt er ihm Batmobil, Batplane und Bathöhle, aber das sagt ihm alles nichts mehr. Die Erinnerung kehrt auch nicht zurück, als Robin ihm erzählt, was ihn zu Batman gemacht hat. Die Geschichte hat den Nebeneffekt, dass auch neue Leser eingeführt werden. Aber nebenbei wird diese umgeschrieben: Statt dass der Räuber beide von Bruce Waynes Eltern umbringt, feuert er hier nur noch eine Kugel ab, die den Vater trifft – und Martha stirbt daraufhin, weil sie ein schwaches Herz hat. Damit erscheint die Tragödie weniger grausam, denn bisher hat der Mörder Martha mit dem Schuss zum Schweigen bringen wollen.

Wieder sehen wir Bruce Wayne seinen Eid leisten, diesmal am Grab seiner Eltern, wieder sehen wir ihn im Labor heranreifen, wieder sehen wir ihn den jungen Dick Grayson trösten. Aber es nützt alles nichts: Robin muss Batman wieder lehren, was es heißt, Batman zu sein. Der Held stellt sich daraufhin im Einsatz tollpatschig an, selbst Gordon verliert das Vertrauen in ihn.

Dann entdeckt Batman, dass er bereits vor seiner Amnesie ein Gegenmittel entwickelt hat, doch als er es ausprobiert, scheint es nicht zu wirken. Beim nächsten Einsatz gegen den Schurken wird Batman gefangen genommen. Er bietet dem Gauner, der ihn bewacht, seinen Gürtel als Belohnung, wenn er ihn gehen lässt. Hier wird es dann albern: Obwohl der Gauner ihn nicht gehen lassen will, löst er ihm die Fesseln, damit Batman ihm den Gürtel geben kann. Das Resultat kann man sich denken. Batman ist wieder der Alte – denn die Wirkung des Gegenmittels hat erst spät eingesetzt.

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Batman 1940: Detective Comics #38 – Robin

detective comics 38 robin

DC Comics

Titel: Introducing Robin, the Boy-Wonder

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1939 (Detective Comics #38), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Detective Comics #38 stellt einen Wendepunkt dar: Batman kämpft nicht mehr allein – und er lächelt. Am Ende von Batmans wildem Jahr, in dem er sich erst entwickelte, tritt an seine Seite eine bunte Erscheinung, die im völligen Kontrast zu ihm steht und ihn für 30 Jahre (und auch darüber hinaus) begleiten wird: Es ist der erste Auftritt von Robin, dem Wunderknaben.

Dick Graysons Eltern sterben

Dick Graysons Eltern sterben.

Seine Geschichte ist im Grunde eine neue Version von Batmans Entstehungsgeschichte: Der Zirkusjunge Dick Grayson sieht seine Eltern bei einer Trapeznummer sterben, nachdem ein Gangster die Seite sabotiert hat. Zirkusdirektor Haley hat sich geweigert, Schutzgeld an die Bande von Boss Zucco zu zahlen. Wieder sieht man ein Kind, das beide Eltern auf einmal verliert.

Batman trifft Dick Grayson

Batman trifft Dick Grayson.

Während Dick zur Polizei will, um den Mord zu melden, taucht Batman auf und hält ihn davon ab, denn in der Stadt herrscht Boss Zucco und Dick wäre innerhalb einer Stunde selbst tot. Der Polizei ist also nicht zu trauen, sie ist machtlos und dient nicht dem Gesetz. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Kaum sind seine Eltern tot, wird der Junge erneut mit der harten Realität konfrontiert – ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsenwerden.

Batman schwört Dick ein.

Batman schwört Dick ein.

Batman weiht den Jungen ein, einmal selbst in einer solchen Situation gewesen zu sein. Und nachdem Dick erklärt hat, keine Angst zu haben, wiederholt er schließlich Batmans Schwur, das Verbrechen (und die Korruption) zu bekämpfen. Wieder geschieht es bei Kerzenschein, wieder sehen wir einen Helden beim Training, allerdings geht es nur um die körperliche Fitness: Dick lernt Boxen und Jiu Jitsu, Bruce gibt zu, dass er selbst von Dick einiges lernen könnte. Entscheidend ist, dass Dick anders als damals Bruce dabei nicht allein ist.

Dick Grayson wird zu Robin

Dick Grayson wird zu Robin ausgebildet.

Am Ende steht der Junge im Gegensatz zu Batman in einem bunten Kostüm da: rot, gelb und grün. Er ist keine Fledermaus, sondern orientiert sich an einem Vogel, dem Rotkehlchen. Wie es zu dieser Kostümwahl kam, wird nicht erklärt. Obwohl Robin Batman bei seinen nächtlichen Streifzügen unterstützen soll, trägt er Farben, die nicht gerade hilfreich dabei sind, in der Dunkelheit zu verschwinden. Robin ist keine Kreatur der Nacht, er soll den Verbrechern keine Angst einjagen.

Mit dem Namen, den er von Robin Hood entlehnt hat, ist auch angedeutet, dass er sich an die Opfer richtet: Robin Hood nimmt von den Reichen, um es den Armen zu geben. Aber Robin ist keine Figur, der es um Umverteilung des Reichtums geht, sonst müsste er sich zuerst bei Bruce Wayne bedienen, sondern schlicht um Gerechtigkeit. Um Ausgleich. In dieser Geschichte ist es Batman, der von den Reichen stiehlt. Er mischt Zuccos Spielcasino auf, wirft Spieltische um und die Spieler holen sich so ihre Verluste wieder. Robin ermittelt zunächst undercover als Zeitungsjunge.

Zucco ist ein Schurke mit Charakter: Ein dicker, grobschlächtiger Boss mit Zigarre und der Macke, jeden Satz mit „see!“ beenden zu müssen. Batman macht seine Geschäfte zunichte, schickt ihm zum Gruß eine Fledermaus und lockt ihn auf eine Baustelle. Zwischen Stahlträgern kommt es zum Showdown. Robin wird spielend und lachend mit den Gangstern fertig. Er wirft einen um, den anderen knockt er mit einer Steinschleuder aus – wie David einst Goliath, der Kleine ist den Großen plötzlich überlegen, sie fallen um wie die Fliegen. Selbst als Robin einmal ausrutscht, schafft er es, sich schnell wieder aufzurappeln und einen Ganoven in die Tiefe zu stürzen. Dass zumindest dieser eine Mensch bei der Aktion sterben müsste, wird nicht problematisiert. Zwar hat Batman dem Töten abgeschworen, aber ganz sauber läuft es auch hier nicht, nur dass man keine Leichen sieht.

Robin kommt nicht dazu, sich bei Zucco selbst zu revanchieren. Es ist Batman, der ihn überwältigt, ebenso wie den Handlanger, der die Graysons auf dem Gewissen hat. Der Schurke unterschreibt ein Geständnis, Zucco rächt sich, indem er ihn hinunter schubst. Statt den anderen zu retten, macht Robin nur ein Foto von dem Mord, um einen Beweis gegen Zucco zu haben – und damit übt er eine doppelte indirekte Vergeltung für den Mord an seinen Eltern. Zucco, so verheißt ihm Batman, erwartet der elektrische Stuhl.

Am Ende fragt Bruce Dick, ob er wieder in den Zirkus zurückkehren wolle, jetzt, da seine Eltern gerächt seien. Nein, sagt er, er wolle weiter das Verbrechen bekämpfen – seine Eltern hätten es so gewollt. Bruce hat nichts dagegen. Und Dick kann das nächste Abenteuer kaum erwarten. Von Adoption ist noch nicht die Rede. Und auch nicht von Gefahr, Verantwortung und Aufsichtspflicht.

Als Figur ergibt Robin auf den ersten Blick keinen Sinn. Doch Robin ist – ähnlich wie Superman – ein buntes Pendant zu Batman. Und als solcher ergänzt er ihn nicht nur, sondern wandelt ihn auch vom grimmigen Rächer zu einem Menschen, der lachen kann. Bereits auf dem Cover sieht man Batman strahlen, auf der ersten Seite wird das Bild wiederholt. Robin bringt Batman das Lachen bei. Das Kind bringt ihm ein Stück verlorene Kindheit wieder. Obwohl beide das gleiche Unglück teilen, ist Robin dank Batman der Optimist. Er ist nicht allein, Bruce Wayne nimmt ihn auf und unterstützt ihn, er gibt ihm einen neuen Sinn im Leben, bewahrt ihn sogar vor größerem Unglück. An Dick Grayson kann Bruce all das wiedergutmachen, was er selbst nicht hatte.

Robin ist eine Identifikationsfigur für junge Leser. Dank ihm wird Batman menschlicher und zugänglicher, er hat, wie Bill Finger einst erklärt hat, jemanden zum reden. Danach wendet Batman nur noch einmal tödliche Gewalt an (in Batman #1), allerdings kämpft er darin allein, weil die Story noch ein Überbleibsel aus der Zeit vor Robin ist. Aus erwachsener Sicht bleibt Robin ein fragwürdiges Konzept. Dass ein Vigilant, der sich nachts in Lebensgefahr begibt, um auf eigene Faust das Verbrechen zu bekämpfen, ein Kind auf seinen Kreuzzug mitnimmt, ist höchst unverantwortlich. Bruce Wayne macht sich der Kindesgefährdung schuldig. Dass selbst die Polizei das akzeptiert und die beiden sich als Dynamisches Duo etablieren, ist wohl der unglaubwürdigste Aspekt.

Aber Superheldencomics gehorchen einer eigenen Logik. Und so bleibt Dick Grayson für 30 Jahre Batmans treuer Begleiter, auch im Verbund mit Superman und anderen Helden. 1983 wird Jason Todd als Nachfolger eingeführt (1987 noch einmal in einer neuen Version), und 1988 trifft die schlimmste Befürchtung ein: Der Joker tötet Robin. Batman ist am Boden zerstört. Trotzdem lässt Nachfolger Tim Drake nicht lange auf sich warten. Und als auch der sich von ihm emanzipiert hat und Jason Todd als Red Hood von den Toten auferstanden ist, wird Bruce Waynes eigener Sohn Damian zum vierten Robin, nur um ebenfalls (wenn auch nur temporär) zu sterben. Doch auch dieser Vorfall kann nichts daran ändern, dass Batman immer wieder auch mit einem Robin und anderen minderjährigen Helfern zusammenarbeitet.

>> Batman 1939-1949
>> Liste der Robin-Comics

Batman 1940: Detective Comics #37

Titel: The Spies

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Detective Comics #37), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Batman hat sich verfahren. Wir wissen nicht, warum er außerhalb von Gotham auf einer einsamen Nebenstraße unterwegs ist, aber wir erfahren, dass er sich nicht zu schade ist, aus seinem schwarz-blauen Auto (noch nicht das Batmobil) auszusteigen und in einem Haus nach dem Weg zu fragen. Im Handschuhfach steckt offenbar keine Karte.

Als er einen Schrei hört, tritt er ein und sieht, wie drei Ganoven einen gefesselten Mann mit einem heißen Eisen foltern. Er soll ihnen verraten, wem er Informationen verkauft hat. Batman interveniert, schlägt die Bande zusammen. Doch kaum hat er das Opfer befreit, revanchiert sich der Mann, indem er Batman bewusstlos schlägt. Schon wieder auf den Hinterkopf! Wie schon in Detective Comics #32, 33, 35 und 36. Der Superdetektiv und Meisterathlet scheint, was das angeht, schwer von Begriff zu sein.

Batman wird ausgeknockt.

Immer wieder von hinten: Batman wird ausgeknockt.

Es ist aber nicht das letzte Mal, dass er sich in dieser Geschichte übertölpeln lässt, aber dazu später mehr. Batman stellt fest, dass der Mann seine Peiniger ermordet hat. Später geht Batman „undercover“ als Bruce Wayne in einem dubiosen Laden einkaufen, um Hinweise zu sammeln, aber kurz darauf als Batman wiederzukommen und zu sagen „I’m not buying anything this time“ ist vielleicht keine so gute Idee, wenn man eine Geheimidentität zu wahren hat.

Batmans Nachtsichtbrille

Batmans Nachtsichtbrille

Wie auch immer: Batman findet die Gauner. Als sie auf ihn schießen wollen, schaltet er das Licht aus, und während die Bösen ihn suchen, setzt sich Batman eine Nachtsichtbrille auf. Es wird nicht klar, was das soll, denn Batman zieht bald wieder von dannen. Der Anführer der Bande ermordet einen seiner Kompliten, weil er ihn für einen Verräter hält. Kaum sind sie weg, sehen wir, dass Batman sich nur versteckt hat. Der Held lobt sich selbst für seine Gerissenheit, aber vielleicht wäre es eine noch bessere Idee gewesen, den Mord zu verhindern? Egal. Der Sterbende gibt ihm den entscheidenden Hinweis: Die Gauner sind Spione, die ein ausländisches Schiff hochjagen wollen, um eine internationale Krise auszulösen.

Batman in Detective Comics 37

Erschlagen von einem Sack

Batman düst zum Hafen. Dort bekommt er erstmal einen Sack auf den Kopf geworfen. Wieder fällt er ohnmächtig zu Boden. Die Spione stecken ihn in den Sack und werfen ihn ins Wasser. Aber Batman kommt wieder zu sich und kann sich dank eines Messers im Gürtel befreien und den Anschlag auf das Schiff verhindern. Batman sagt dabei so coole Sachen wie „Come on, suckers!“ und auch so uncoole, aber auch drollige wie „Feet, run like you’ve never run before!“

Batman befreit sich mit einem Messer

Batman befreit sich mit einem Messer

Im Finale stellt Batman den Drahtzieher: Count Grutt. Der Adelige wirft ein Schwer nach ihm, Batman reißt eine Tür auf, das Schwert dringt in das Holz, Batman schlägt ihm ins Gesicht und der Graf fällt nach hinten in die Klinge, die aus der Tür heraussteht. Der Ablauf ist nicht nur sehr unwahrscheinlich, er ignoriert auch alle Gesetze der Physik. Außerdem: Warum sollte der Graf in die Tür fallen, wenn er zunächst mit dem Gesicht zu ihr steht? Es sei denn, Batman hat den Schlag mit Absicht so ausgeführt, dass er tödlich ausgeht …

Am Ende scheint es fast so, denn Batman ist zufrieden: Gut, dass der Graf tot ist, denn er hätte sonst Tausende in den sicheren Tod auf dem Schlachtfeld geschickt, sagt er im Selbstgespräch. Eine seltsame Einstellung. Vor allem wenn man bedenkt, dass die USA ein Jahr später doch in den Krieg ziehen – ganz ohne Provokation durch Spione. Jedenfalls hat Batman damit noch ein Menschenleben auf dem Gewissen. Der Tod ist ein alter Vertrauter. Reue kennt Batman nicht.

>> Batman 1939-1940

Ein Schurke für alle Jahreszeiten

Calendar Man

DC Comics

Titel: The Challenge of the Calendar Man

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Detective Comics #259)


Bruce Wayne schlägt die Zeitung auf und liest, dass ein gewisser Calendar Man Batman herausfordert. Vier Raubzüge in vier Tagen, für jede Jahreszeit einer – plus eine extra für die fünfte Jahreszeit. Nein, er meint nicht Karneval damit, auch wenn seine Kostüme durchaus darauf schließen ließen.

Die erste Jahreszeit ist der Frühling. Batman und Robin fahren zur Gartenausstellung. Dort steht er da: Ein Typ in frühlingshafter Blütentracht, der sich die Einnahmen vom Eintritt schnappt. Er entkommt und wird am nächsten Tag zu einem hitzestrahlenden Sonnenmann, der bei einem Bademodenwettbewerb den Damen einheizt. Zum Glück ist Bruce Wayne einer der Juroren. Warum Bruce Wayne? Der Mann scheint bereits – trotz seiner Asexualität – einen Ruf als Experte auf dem Gebiet zu haben.

Der Calender Man bringt erst den Pool zum Kochen, dann blendet er Batman und Robin mit einem Scheinwerfer und bringt schließlich den Bürgersteig zum Glühen. Als die Helden ihn einwickeln, haben sie nur einen Roboter gefangen.

Am nächsten Tag lässt der Schurke einen starken Herbstwind wehen und raubt einen Geldtransporter aus, während sich die Wachen die Augen reiben. Schließlich wird Calender Man zum Schneemann bei einer Diamantenausstellung. Batman folgt ihm zwar auf Skiern, aber er entkommt auf einem Schlitten mit Düsenantrieb (der allerdings mehr aussieht wie ein übergroßes Skateboard).

Batman und Robin sind gescheitert. Da entdecken sie in der Zeitung eine Anzeige für einen Magier, der nur fünf Tage in der Stadt ist. Fünf Tage? Das muss der Calender Man sein! Und so ist es auch. Batman bringt ihn mit einem Kalender zu Fall.

Der Calendar Man kehrte 1979 in Batman #312 zurück. Dann begeht er Verbrechen, die mit den Wochentagen zu tun haben. In The Long Halloween wurde er von Jeph Loeb und Tim Sale neu erfunden, 2016 tauchte er im Batman Rebirth-Special als Gegenspieler auf.

>> Batman 1950-1959

Der gepunktete Schurke

Polka Dot Man

DC Comics

Titel: The Bizarre Polka-Dot Man

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Detective Comics #300)


Zu Batmans kuriosesten Schurken gehört der Polka-Dot-Man, der sich selbst Mr. Polka-Dot nennt. Offenbar soll er Teil von James Gunns Suicide Squad werden. Zum ersten Mal begegnet ihm das Dynamische Duo in einer Teppichreinigung. Warum da? Weil es da um Fleckenentfernung geht. Und Mr. Polka-Dot hat es mit Punkten aller Art. Sein weißes Kostüm ist bedeckt mit vielen bunten Kreisen. Wenn er einen von ihnen wirft, werden sie Waffen. Zum Beispiel zu Sägeblättern oder einer blendenden Sonne. Aber er hat auch welche, die zu Fluchtfahrzeugen werden: Einer wird zur fliegenden Untertasse oder zur fliegenden Blase.

So bescheuert der Schurke aussehen mag, Batman und Robin tun sich sehr schwer damit, ihn zu kriegen. Ihm gelingt ein Raubzug nach dem anderen – natürlich hat alles irgendwie einen Bezug zu Punkten, Kreisen und Flecken. Als Robin der Bande auf eine Schlittschuhbahn folgt, fliegen ihm plötzlich Punkte entgegen, die zu Fäusten werden und ihn zu Boden schlagen. Robin versucht daraufhin, den Gepunkteten mit einem gezähmten Leoparden, weil gefleckte Katzen offenbar einen Sinn für Ihresgleichen haben. Mr. Polka-Dot entführt ihn.

Robin soll eine Botschaft an Batman schreiben, die ihn in eine Todesfalle lockt. Aber Robin schafft es, seinen Partner mit Braille-Schrift zu warnen. Diese Punkte hat der Punkt-Experte nicht kommen sehen. Batman löst das Rätsel der Punktverbrechen, befreit Robin und schaltet Mr. Polka-Dot aus. Zunächst mit einem Blend-Batarang, dann lässt er ihn mit seiner Faust bunte Punkte sehen.

>> Batman 1960-1969

Batman 1940: Detective Comics #35

Titel: The Case of the Ruby Idol

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Detective Comics #35), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Mit dieser Ausgabe kehrt nicht nur Bill Finger als Autor zurück, auch Batman ist wieder auf dem Cover. Aber Moment mal: Erinnert der Schurke auf dem Bild nicht an den aus dem letzten Heft? Genau. Hier findet eine kuriose Verschiebung statt. Erst das nächste Cover von Ausgabe 36 wird eher zu diesem Heft passen. Auf Seite eins sehen wir Batman, wie am Ende von Detective Comics #33, mit einer rauchenden Pistole. Auch das hat nichts mit der Handlung zu tun, denn hier wird zwar auf Batman geschossen, aber er selbst hat und benutzt keine Waffe.

Es beginnt mal wieder wie im allerersten Abenteuer: Bruce Wayne hängt mal wieder bei Commissioner Gordon ab. Gordon klagt ihm sein Leid mit der Fledermaus: „I tell you, Bruce, if I ever catch the Batman!“ Doch da kommt ein Kuriositätensammler Weldon hereingeplatzt und erzählt, dass er von einem Mann namens Sheldon Lenox eine Rubin-Statue gekauft habe und seitdem sein Leben von einem „Kila“-Kult bedroht werde, wenn er die Statue nicht zurückgebe.

Bruce und Gordon sehen, wie Lenox von einer Bande „Hindus“ entführt und ermordet wird. Gordon kann es nicht verhindern, weil sein Reifen plattgeschossen wird. Einige Wochen lang steht Lenox unter Polizeischutz, dann verzichtet er auf die Hilfe. Doch da Bruce vermutet, dass sein Leben immer noch in Gefahr sein könnte, kreuzt er als Batman auf. Er überwältigt zwei Diebe, doch als die Hindus wieder auftauchen, kriegt er einen Schlag auf den Kopf und bleibt allein zurück.

Batman gegen die Polizei

Batman gegen die Polizei

Die Polizei rückt vor, muss Batman erstmals einen Beamten schlagen, um zu entkommen. Batman fährt diesmal ein neues Auto, ein blaues, das viel besse zu ihm passt. In Chinatown wird er zu dem Kuriositätenhändler Sin Fang geleitet, der behauptet, die Rubin-Statue zu haben und sie natürlich zurückgeben wolle, wenn es sich um Diebesgut handle.

Mongole am Spieß

Mongole am Spieß

Dann wird es seltsam. Auf dem Weg zur Statue rennen plötzlich zwei Wachen (Mongolen) mit Schwertern auf Batman zu. Batman wehrt sich, einer wird vom anderen unabsichtlich aufgespießt. Sin Fang lässt das ziemlich kalt, er entschuldigt sich für das Versehen. Dann fällt eine Tür zu und es strömt Senfgas aus den Leitungen, Batman kann mit einer eigenen Gaskapsel das tödliche Gas neutralisieren. Wieder soll das nur ein Versehen sein. Schließlich öffnet Sin Fang eine Falltür, Batman stürzt hinein, kann sich aber an einem Wasserrohr hinaufschwingen.

Batman in der Falle

Batman in der Falle

Sin Fang stellt sich als Lenox heraus, der seinen Tod bloß vorgetäuscht hat. Der Grund dafür erschließt sich nicht ganz: Er habe das alles nur inszeniert, um an Geld zu kommen. Dabei hatte er doch die Statue bereits verkauft? Offenbar wollte er zweimal Geld machen, indem er sie stahl und noch einmal verkaufte? Ist auch nicht so wichtig: Lenox schießt nach Batman, verfehlt, Batman schnappt sich die Statue, wirft sie Lenox an den Kopf und der stürzt aus dem Fenster in den Tod.

Tod durch Rubin: Batman wehrt sich

Tod durch Rubin: Batman wehrt sich

Wieder eine Leiche mehr auf Batmans Liste. Wieder kann man sagen, es war Notwehr. Aber: Eine Pistole benutzt er hier nicht. Noch können sich die Autoren nicht entscheiden, wie sie Batman handeln lassen sollen, aber da er nie direkt auf Menschen, sondern bisher nur auf zwei Vampire geschossen hat, scheinen sowohl Bill Finger als auch Gardner Fox Skrupel zu haben, ihn, wie Bob Kane ihn gern zeichnet, Pistolen benutzen zu lassen. Batman steht über solchen „unzivilisierten“ Waffen.

>> Batman 1939-1949

Batman 1939: Detective Comics #33 – Origin

Titel: The Batman and How He Came to Be/The Batman Wars Against the Dirigible of Doom

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1939 (Detective Comics #33), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Superhelden brauchen Entstehungsgeschichten. Dem Leser sollen damit die Motive erklärt werden, woher ein Superheld seine Kräfte hat, warum er als Held agiert und auch warum er ein Kostüm trägt. Damit soll den an sich unglaubwürdigen (fantastischen) Superhelden ein wenig Glaubwürdigkeit verliehen werden. Während Supermans Ursprung von der ersten Seite an erklärt wird, wird Batmans Origin erst bei seinem siebten Auftritt erzählt.

Auf zwei Seiten wird die Grundlage für den Mythos gelegt, der bis heute in verschiedenen Variationen fortbesteht. Der Origin ist der Geschichte „The Batman Wars Against the Dirigible of Doom“ vorangestellt und auf das erste Panel auf der ersten Seite zeigt Batman im Cockpit seines Flugzeugs, wie er zwischen Wolken auf das feindliche rote Luftschiff schaut. Es ist die typische Vorausschau auf eine Schlüsselszene, aber die Handlung hat nichts mit dem Orgin zu tun.

Wer Batman ist, erfahren die Leser bereits in dem fledermausförmigen Caption: „… eerie figure of the night – nemesis of crime – this is the Batman!“ Ähnliche Beschreibungen gibt es bereits seit dem ersten Abenteuer, auch wurde er schon sehr früh „legendary“ genannt. Hier ist der Origin mit „Legend“ überschrieben. Das zuvor behauptete Legendäre an der Figur wird endlich seiner Bezeichnung gerecht. Auf anderthalb Seiten wird erzählt, wie vor 15 Jahren Bruce Waynes Vater, Thomas, mit seiner (namenlosen) Frau von einem Straßenräuber erschossen wurden.

Das Verbrechen geschieht auf dem Nachhauseweg von einem Kinobesuch. Welchen Film sie gesehen haben, ist unklar. (Erst später, in The Dark Knight Returns, wird The Mark of Zorro daraus.) Der namenlose Räuber verlangt die Halskette der Mutter, Thomas Wayne weigert sich: „Leave her alone, you. Oh …“ Da schießt der Räuber bereits und als Thomas am Boden liegt, schreit die Mutter um die Hilfe der Polizei. Der Räuber erschießt sie, um sie zum Schweigen zu bringen. Das alles geschieht in drei Panels.

Tod, Trauer, Schwur

Tod, Trauma, Schwur: Bruce Waynes Trauerbewältigung

Die nächsten drei Panels sind der Angst, dem Schock und der Trauer des jungen Bruce Wayne gewidmet: Im ersten sieht er sie tot auf der Straße liegen, im zweiten sieht man nur sein Gesicht mit drei Tränen und er realisiert: „…dead! They’re d..dead.“ Im dritten sind bereits Tage vergangen und Bruce schwört vor dem Bett kniend mit gefalteten Händen im Kerzenschein, dass er den Tod seiner Eltern rächen werde, indem er den Rest seines Lebens Verbrechen bekämpfen will („warring on all criminals“).

Bruce trainiert für seinen Kampf

Bruce trainiert für seinen Kampf.

In zwei Panels sehen wir den Bildungsgang, es ist eine Bildung der Dualität von Körper und Geist: Bruce Wayne bildet sich im Laufe der Jahre zu einem „master scientist“, wir sehen ihn als jungen Mann in einem Chemielabor zwischen Gaswolken. Im zweiten Panel ist sein Körper zur Perfektion trainiert und kann „amazing athletic feats“ vollziehen, zum Beweis hebt er mit einem Arm ein Gewicht über seinen Kopf.

Doch etwas fehlt noch. Bruce hat zwar viel Mühe investiert, um seinen Ziel näher zu kommen, aber er hat sich offenbar noch nicht überlegt, wie er es schließlich erreicht. Die naheliegendste Option, ein Polizist und damit ein legitimierter Verbrechensbekämpfer zu werden, kommt nicht zur Sprache. Bruce sinniert, er sei dank des Vermögen des Vaters reich und er sei bereit, aber er brauche eine Verkleidung. Offenbar schließt er einen orthodoxen Weg aus. Warum, bleibt allerdings rätselhaft.

Eine Fledermaus fliegt bei Bruce Wayne zum Fenster hinein.

Fledermaus als Omen für Batman

„Criminals are a superstitious cowardly lot“, sagt er im Selbstgespräch, während er im Sessel sitzt. „So my disguise must be able to strike terror into their hearts. I must be a creature of the night, black, terrible .. A. A…“ Im nächsten Panel fliegt eine große Fledermaus zum offenen Fenster hinein. „A bat! That’s it! It’s an omen“, sagt Bruce. „I shall become a bat!“ Im letzten Panel sieht man ihn bereits im Kostüm auf einem Dach, umschwirrt von Fledermäusen. „And thus is born this weird figure of the dark … this avenger of evil, ‚The Batman.‘“

Bemerkenswert ist Bruces Gedankengang. Denn was er über Kriminelle behauptet, trifft auch auf ihn selbst zu: Das Wort „terror“ ist bereits im vierten Panel gefallen, um zu beschreiben, wie Bruce sich beim Anblick seiner ermordeten Eltern gefühlt hat: „The boy’s eyes are wide with terror and shock as the horrible scene is spread before him.“ Auch wenn Bruce pejorativ von „cowardly“ (feige) spricht, meint er doch Angst damit. Er will, dass Verbrecher sich vor ihm fürchten, so wie er sich vor 15 Jahren gefürchtet hat. Er überträgt sein Gefühl auf sie.

Zugleich behauptet er, dass Verbrecher abergläubisch seien, doch bereits ein Panel später deutet er die zufällige Erscheinung der Fledermaus als Omen, als Vorzeichen. Im Caption darüber heißt es distanzierter: „As if in answer, a huge bat flies in the open window!“ Es scheint nur so, als ob die Fledermaus die Antwort brächte. Aber Bruce ist überzeugt davon. So überzeugt, dass er sofort entscheidet: „I shall become a bat!“

Die Wortwahl ist ungewöhnlich. Denn er sagt nicht, er wolle sich wie eine Fledermaus verkleiden, wovon er noch zwei Panels zuvor gesprochen hat, sondern er sagt, er wolle eine sein. In dieser metaphorischen Verkürzung liegt eine Ambivalenz. Denn Bruce Wayne identifiziert sich sofort mit dem Tier, das bei ihm ins Haus eindringt. Und nach dieser ontologischen Willenserklärung spricht der Erzähler auch von einer Geburt, der Geburt einer „weird figure of the dark“. „Weird“ (also sonderbar, fremd, gruselig, bizarr) ist sie, weil der Mann plötzlich zu einem Zwitterwesen geworden ist. Als „Bat-Man“ (anfangs noch mit Bindestrich) ist er eine Chimäre, halb Mensch, halb Fledermaus.

Bruce Wayne erschafft sich also noch einmal selbst. Batman wird ihm zur zweiten Geburt, allerdings einer ohne Eltern, als Batman ist er buchstäblich ein (amerikanischer) Selfmade-Man. Sein ererbtes Vermögen erlaubt es ihm zwar nicht mehr, selbst reich zu werden, aber sich neu zu erfinden. Dieser Mensch ist aber nur ein halber, denn er teilt sich seine Erscheinung mit der einer Fledermaus. Das Tier wird zum Geburtshelfer einer neuen Form.

Seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten allein reichen Bruce nicht aus, erst als Tier-Mensch ist er ermächtigt, das Verbrechen zu bekämpfen, sogar ein „Rächer des Bösen“ zu sein. Während Superman also ein Übermensch ist, der seine Fähigkeiten seiner außerirdischen, also einer Art himmlischen, göttlichen Herkunft verdankt, ist Bruce Wayne mehr als ein Mensch, weil er mit einem Tier verschmilzt. Während Superman also dem Urbild eines Gilgamesch (dem Zweidrittelgott) entspricht, ist Batman der wilde Tier-Mensch Enkidu. Zusammen bilden sie Antipoden, die erst zu Feinden und später zu besten Freunden und Verbündeten im Kampf gegen das Böse werden.

Diese auf zwei Seiten erzählte Geschichte wird im Laufe der Comicgeschichte erweitert, ausgeschmückt und variiert, die wesentlichen Elemente bleiben gleich und es kommen neue hinzu: Ein weiteres Trauma, wie den Sturz in eine Höhle, bei der der junge Bruce von Fledermäusen erschreckt wird, der Kinobesuch unmittelbar vor dem Mord, der Film „The Mark of Zorro“ nimmt die Vigilantenkarriere vorweg, die reißende Perlenkette der Mutter, als Symbol der zerstörten Familie und einer aus den Fugen gebrachten Ordnung, schließlich bekommt der junge Bruce durch sein Verhalten sogar eine Mitschuld an dem Tod der Eltern (Batman Begins/Earth One). Bei Frank Miller (Year One) wird aus „I shall become a bat!“ ein „Yes. Father. I shall become a bat.“ Die Fledermaus landet auf der Büste von Thomas Wayne. Batmans Ursprung aus dem Geist der Tragödie geht so weit, dass auch seine Sidekicks und Nachahmer nicht ohne das Motiv des Traumas auskommen. Auch Robin verliert seine Eltern durch ein Verbrechen, auch Batwoman erlebt als Kind ein Trauma. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die nachfolgende Story aus Detective Comics #33 ist zwar nicht so wirkmächtig, aber trotzdem interessant – und das aus mehreren Gründen. Zunächst gibt es mal wieder einen Superschurken: Professor Carl Kruger. Es handelt sich (wie schon bei Doctor Death) um einen Mad Scientist, der aus einer Anstalt (noch nicht Arkham) entlassen wurde, einen Napoleon-Komplex hat und mit einem Luftschiff, das Todesstrahlen ausstößt, die Weltherrschaft anstrebt. (Wahrscheinlich nicht zufällig hat er einen deutschen Namen.)

Angriff der Red Horde

Angriff der Red Horde

Am Anfang sehen wir, wie Bruce Wayne durch die Straßen Manhattans streift (New York wurde in der Story davor erstmals beim Namen genannt). Plötzlich taucht das Luftschiff auf und lässt Hochhäuser über den Menschen einstürzen, Tausende sterben. Es ist der erste Massenmord, mit dem es Batman zu tun kriegt – und er kann nichts dagegen tun. (Wir sehen weder Polizei noch Militär.) Doch statt in sein Kostüm zu steigen, hilft er zunächst als Bruce Wayne, indem er einen Mann von einem Stahlträger befreit. Es ist das erste Mal, dass der gelangweilte Playboy sich von seiner engagierten und philantrophischen Seite zeigt.

Angriff der Red Horde

Angriff der Red Horde

Zuhause sehen wir eine Vorstufe der späteren Bathöhle: Bruce Wayne geht in sein verstecktes Geheimlabor, in dem er nicht nur raucht, sondern auch eine Verbrecherkartei führt. Darin entdeckt er Carl Kruger. Erst jetzt holt Bruce sein Kostüm aus der Truhe und wird Batman. Bei Kruger zuhause wirft er seinen Baterang auf ihn, doch der prallt gegen eine Glaswand. Batman wird von hinten bewusstlos geschlagen und gefangengenommen, kann aber entkommen, bevor das Haus mit ihm in die Luft fliegt. – Die typische Todesfalle.

Baterang gegen Kruger

Baterang gegen Kruger

Später, als er Kruger in seinem Geheimversteck aufspürt, benutzt er wieder eine Pistole. Obwohl er vorher nie eine trug, sieht man jetzt erstmals ein Halfter an seinem Gürtel. Batman schießt damit nicht direkt auf die Schurken, sondern nur auf die Todesstrahler, die daraufhin explodieren und die Wachen töten. Dass seine Eltern durch eine Schusswaffe ums Leben gekommen sind, scheint ihn noch nicht daran zu hindern, selbst eine zu benutzen.

Batman schießt und tötet

Batman schießt und tötet.

Dann schießt auch Kruger auf ihn. Batman täuscht dank einer schusssicheren Weste seinen Tod vor, verkleidet sich als Wache und entkommt. Später braut er sich in seinem Labor eine Chemikalie zusammen, mit der er sein Batplane einsprüht und die es gegen die Strahlen immun macht. Es wiederholt sich die Szene aus dem Origin: Der Master Scientist Bruce Wayne beweist, dass er dem Mad Scientist gewachsen ist.

Bruce wieder im Labor

Bruce wieder im Labor

Schließlich steuert er das Batplane in das Luftschiff des Todes und lässt Kruger später in seinem Flugzeug abstürzen – noch ein Opfer. Am Ende schmaucht Bruce wieder sein Pfeifchen, während daneben auf dem letzten Bild ein abgewandter Batman mit einer schmauchenden Pistole steht. Nicht zum letzten Mal. Batman wird damit zum Rächer, der das Verbrechen mit seinen eigenen Waffen schlägt. Aber drastische Umstände fordern drastische Maßnahmen. Batman nimmt den Tod der Wenigen hin als Notwendigkeit, um den Tod der Vielen zu verhindern.

Rauchende Pfeife, rauchende Pistole

Rauchende Pfeife, rauchende Pistole

>> Batman 1939-1949

Wie Batman zur Bathöhle kam

Titel: The Origin of the Bat-Cave

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Detective Comics #205), Paperback 2007 (Secrets from the Batcave)


Batman und Robin finden eine 300 Jahre alte Tonscherbe in der Bathöhle, sie stammt von Indianern. Daraufhin erzählt Batman, wie er zur Höhle kam. Nachdem er als Bruce Wayne das Haus gekauft hatte (ein Familienerbstück wird es erst später), wollte er die dazu gehörige Scheune als Geheimversteck nutzen.

Bruce Wayne kauft ein Haus

Bruce Wayne kauft ein Haus – und bricht ein.

Dann brach er durch den Boden und fand die Höhle voller Fledermäuse (in The Dark Knight Returns wird daraus eine Kindheitserinnerung). Und wieder heißt es: „An omen — if I ever saw one!“ Daraufhin stellt er die Standuhr als Eingang auf und richtet dort später mit Robin sein Labor und seine Trophäenhalle ein. Eine Lampe leuchtet auf, wenn das Batsignal eingeschaltet wird. Außerdem hat er eine fette Glotze.

Bruce Wayne entdeckt die Bathöhle

Bruce Wayne entdeckt die Bathöhle

Aber was hat es mit der indianischen Tonscherbe auf sich? Batman und Robin lassen sich, wie schon zuvor, von Professor Nichols per Hypnose in der Zeit zurückschicken. In der Vergangenheit treffen sie auf den Siedler Jeremy Coe, der von Indianern überfallen wird. Ohne zu wissen, worum es bei dem Konflikt geht, hilft ihm das Dynamische Duo – im Zweifel hält man einfach zu Leuten mit der gleichen Hautfarbe. Der führt sie zu seinem Geheimversteck, der späteren Bathöhle. Der Eingang befindet sich in einem ausgehöhlten Baum.

Batman und Robin richten sich ein

Batman und Robin richten sich ein

Coe hat sich als Indianer ausgegeben, um seine Feinde auszuspionieren. Weil er aber verletzt ist, kann er seine Mission nicht vollenden. Da springt Batman für ihn ein und verkleidet sich als Indianer. Doch vorher richtet er sich erstmal in der Höhle ein: ein Flaschenzug fürs Pferd, ein Periskop aus einem Birkenstamm, einen Kleiderschrank für Verkleidungen und eine Trophäensammlung, auch wenn es bisher nicht viel zu sammeln gibt.

Trophäensammlung in der Bathöhle

Eine Trophäensammlung muss sein.

Batman reitet als Indianer los, aber kaum ist er im Feindeslager, spült ein Regen seine falsche Hautfarbe weg und er muss doch wieder Batman werden. Er beeindruckt sie mit Batarangs und Rauchbomben, dann sendet er fledermausförmige Rauchsignale los und Robin eilt zur Hilfe. Am Ende fliehen sie mit Coe und Indianer zerstören seine Hütte. Damit ist auch der ganze Aufwand für die erste Bathöhle völlig vergebens gewesen – genauso wie die Mission. Denn die Siedler bekommen Verstärkung. Batman und Robin kehren in ihre Zeit zurück und stellen fest, dass sich alles tatsächlich zugetragen hat.

Batman als Indianer

Batman als Indianer

Batman trat im selben Jahr noch einmal als Indianer auf, sogar als Häuptling (Batman #86, 1954). In dieser Geschichte sind die Indianer freundlicher dargestellt, einer eifert Batman sogar nach – und wieder hat auch er eine eigene Bathöhle. Ohne das bekannte Inventar geht es nun mal nicht.

>> Batman in den 50ern

Unerwünschter Besuch in der Bathöhle

DC Comics

Titel: The 1000 Secrets of the Batcave

Autor/Zeichner: Bill Finger/Jim Mooney

Erschienen: 1948 (Batman #48), Paperback 2007 (Secrets from the Batcave)


„Justice moves in many strange ways …“ (Batman)

Es brauchte eine Weile, bis Batman in den Keller zog. Erst in Batman #16 (1943) wurde die Batcave eingeführt. Kaum war der Butler Alfred Beagle in Wayne Manor, fand er sie per Zufall – und dadurch fand er auch heraus, dass Bruce Wayne Batman war. Die Sache ging bekanntlich glimpflich aus. Aber nur fünf Jahre später kam ein Eindringling in die Höhle, der es nicht so gut meinte.

Querschnitt durch die Bathöhle

Querschnitt durch die Bathöhle

Der Verbrecher Wolf Brando türmt aus dem Knast und bricht in Wayne Manor ein, er schlägt Robin bewusstlos und durch Zufall öffnet sich der geheime Zugang über die Standuhr. In der Höhle erfährt er das Geheimnis. Bruce Wayne ist gerade mit einem Plausch bei Commissioner Gordon beschäftigt. Als er von dem Einbruch zuhause erfährt, kann er nicht weg, weil Gordon ihn bittet, das Batsignal einzuschalten und mit ihm auf Batman zu warten.

Es stellt sich die Frage: Was soll das? Ist die Polizei so sehr von Batman abhängig, dass sie nicht einmal einen einfachen Einbrecher fassen kann? Bruce spielt das Spiel mit, haut unter falschem Vorwand ab, zieht sich um, kommt als Batman vorbei – Zeit ist offenbar kein Problem. Als Batman mit der Polizei eintrifft, hat Brando Robin als Geisel genommen und verlangt Batmans Kostüm, um unerkannt vor der Polizei abhauen zu können.

Dinosaurier und Münze in der Bathöhle

Randale in der Bathöhle: Dinosaurier tritt Münze

Es beginnt eine Katz-und-Maus-Jagd in der Höhle. Brando rast mit dem Batmobil auf Batman zu, stürzt den Dinosaurier auf Robin, der Dino fällt auf den Riesenpenny und beides geht zu Bruch. Brando wird tödlichem Joker-Gas ausgesetzt, Robin will ihn sterben lassen, aber Batman beharrt auf der Moral, braut ihm ein Gegenmittel, Brando revanchiert sich mit weiteren Gemeinheiten und macht Trophäen zu Waffen.

Tod durch Fledermäuse

Tod durch Fledermäuse

Brando macht ihm klar: Selbst wenn er eingebuchtet wird, wird Batman verlieren, weil Brando ihn verraten wird. Am Ende aber wird dem Schurken die Höhle zum Verhängnis: Durch Brandos lautes trimphales Lachen werden die Fledermäuse geweckt, sie fliegen auf ihn zu, er fällt in einen Strudel. „The real hero of this case was – the batcave!“, sagt Batman. Er dürfte froh sein, dass er Brando nicht selbst zum Schweigen bringen musste …

>> Batman in den 40ern