Bob Kane

Catwoman wird zu Selina Kyle

Catwoman im Golden Age (Teil 12)

DC Comics

Titel: The Secret Life of the Catwoman!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1950 (Batman #62)


„The Catwoman has retired!“ (Selina Kyle)

Zehn Jahre lang gab es Catwoman, ohne dass man etwas über sie wusste. Weder ihre Vergangenheit, noch den Ursprung ihrer Katzenmanie noch ihren wahren Namen. Erst 1950 war es so weit: Catwoman bekam den Namen Selina Kyle. Sie war Stewardess bei Speed Airlines, bis ihr Flugzeug abstürzte und sie ihr Gedächtnis verlor. Zu Catwoman wurde sie durch eine unbewusste Erinnerung an die Zoohandlung ihres Vaters, alles, was sie über Katzen wusste, hatte sie von ihm.

Wie aber kommt es zu der Auflösung? Ein maskierter Ganove namens Mister X verbündet sich mit Catwoman, weil sie bei ihren Raubzügen niemanden tötet und er keine Mordanklage riskieren will. Wie gewissenhaft sie ist, stellt sie auch bei einer Konfrontation mit Batman unter Beweis. Als sie eine Mauer auf ihn einstürzen sieht, rettet sie ihm das Leben, bekommt aber einen Schlag auf den Kopf, der sie sich an ihr vergangenes Leben erinnern lässt.

Batman zeigt ihr, welche Verbrechen sie begangen hat und sie ist bestürzt. Selina will es wieder gut machen, indem sie Batman und der Polizei hilft, Mister X zu fassen. Sie tut nur so, als machte sie bei den Raubzügen mit, dann fliegt ihre Masche auf. Schließlich rettet Batman ihr das Leben, bevor sie an einen Traktor gefesselt in den Abgrund geschickt wird. Catwoman gibt ihr Leben als Verbrecherin auf.

Der Traktor erinnert an das Abenteuer „Nine Lives Has The Catwoman“ (Batman #35, 1946), da stürzt Catwoman nämlich auf einem in einen Abgrund. Batman nimmt selbst Bezug darauf, indem er ihr ein Bild daraus zeigt, wie sie eine Neunschwänzige Katze nach ihm schwingt. Genannt werden auch „The Duped Domestics“, „The Claws of the Catwoman“ und „The Lady Rogues“, man sieht Batman und Catwoman auf einer Riesenkatze mit einer Kontrabass. In der Geschichte war es allerdings eine Violine.

Das Beispiel zeigt, wie dynamisch das Batman-Universum ist. Zwar wird einerseits der Eindruck erweckt, dass alles eine übergreifende Geschichte bildet, aber diese Geschichte ist kein konsistentes Ganzes, sondern eine, die sich mit jeder Erinnerung an sie ändert. Daher passt es auch, dass Catwoman erst jetzt, nämlich rückwirkend, eine Vergangenheit und einen Namen bekommt. Die Geschichte ändert sich, wie es gerade passt. Und das ist das eigentlich Aufregende an Batman- und Superhelden-Comics überhaupt: Auf nichts ist Verlass.

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Catwoman gegen die Modewelt

Catwoman im Golden Age (Teil 11)

DC Comics

Titel: Fashions In Crime

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1948 (Batman #47)


Als Frau muss man auf dem Laufenden bleiben, was die Mode angeht. Denn wenn man aus dem Knast ausbricht und die anderen Frauen mittlerweile längere Röcke tragen, kann es schnell peinlich werden. So geht es Catwoman. Sie bringt sich auf den neuesten Stand und da kommt ihr eine Idee für ihre nächste Verbrechensserie.

Catwoman gründet ein eigenes Modemagazin („Damsel“). Doch obwohl die Modewelt darüber spricht, scheinen die Verkaufszahlen nicht zu genügen. Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, warum Catwoman sich sich eine blonde Perücke aufsetzt und als Herausgeberin Madame Moderne ausgibt, um auf Raubzüge zu gehen.

Batman stürzt sich auf die falsche Catwoman, die echte stürzt sich auf ihn …

Zunächst ist ein Pelz dran, den sie vor laufender Kamera aus einem Fernsehstudio stiehlt. Batman und Robin sind sofort zur Stelle (auch wenn unklar bleibt, warum), doch Batman verwechselt einen verkleideten Mannequin mit Catwoman und sie entkommt. Madame Moderne taucht daraufhin auf und gibt Batman – einfach so – einen Kuss. Das ist das erste Mal seit langer Zeit, das die beiden Intimitäten austauschen. Offenbar hat Catwoman noch etwas für Batman übrig.

Nachdem Catwoman eine Kette stiehlt, hinterlässt sie eine Zeichnung von sich. Batman erkennt sofort: Statt einer Höhe von sieben Köpfen ist die Figur neun Köpfe groß, so wie Modezeichner es für gewöhnlich machen. Schlussfolgerung: Madame Moderne ist Catwoman! Aber das spielt für die Story keine Rolle.

Zum Showdown kommt es auf einer Mode-Ausstellung. Wie immer gibt es dort überdimensionales Zubehör: eine riesige Schere, eine Nähnadel mit Fingerhut, eine Nähmaschine. Letztere wird Catwoman zum Verhängnis. Bei einem Fluchtversuch nähen Batman und Robin sie in ein Stück Stoff. Am Ende trägt sie wieder schwarz-weiße Streifen im Knast … Wäre sie mal lieber beim Modemagazin geblieben.

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Batmobil jagt Catmobil

Catwoman im Golden Age (Teil 8)

DC Comics

Titel: The Black Cat Crimes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1947 (Detective Comics #122)


„I bragged too soon!“ (Batman)

Catwoman bricht mal wieder aus dem Knast aus (obwohl sie zuletzt dort nicht gelandet ist). Da hat sie auch schon eine Idee für einen neuen Coup: Sie erpresst drei Unternehmer, ihr 50.000 Dollar zu zahlen, sonst lasse sie eine schwarze Katze ihren Weg kreuzen. Als die sich nicht davon beeindrucken lassen, lässt Catwoman selbst Unglücke geschehen.

Catwoman in ihrem Versteck

Dem Pelzmagnaten lässt sie ein Frachtflugzeug in einen Zeppelin krachen, dem Zirkusbesitzer lässt sie einen Panther frei, zum Schluss kapert sie mit ihrer Bande ein Schiff. Batman und Robin sind jedes Mal zur Stelle, sie vollführen sogar einen Zirkustrick (Dick ist in seinem Element), aber Catwoman haut zwei Mal in ihrem Catmobil, dem Kitty Car ab.

Batmobile und Kittycar

Das Auto ist bemerkenswert: Es sieht einer Katze sehr ähnlich. Neben dem Katzenkopf hat es vier ausgestreckte Pfoten und einen Schwaz. Dank Raketenantrieb kann sie damit richtige Katzensprünge vollführen. Das ist ein echtes Spektakel. Am Ende wird ihr das Auto leider zum Verhängnis.

Catwoman und Robin auf der Freiheitsstatue

Das zweite Highlight ist der Schauplatz des Finales: Catwoman flieht – sehr symbolträchtig – auf die Freiheitsstatue, Robin verfolgt sie bis in die Fackel, bis er gekidnappt wird. Ja, Gotham hat eine Freiheitsstatue. Es ist DIE Freiheitsstatue. Ein weiterer Beleg dafür, dass mit „Gotham“ keine andere Stadt als New York City gemeint ist.

Und was ist mit der Beziehung zwischen Batman und Catwoman? Da geht gerade nicht viel. Als Robin ihr gegenüber andeutet, dass sie ihn irgendwie möge, streitet Catwoman ab: „Of course not! We’re sworn enemies!“

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Catwomans neuer Look

Catwoman im Golden Age (Teil 7)

Catwoman im neuen Look – und mit neun Leben.

Titel: Nine Lives Has The Catwoman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1946 (Batman #35)


Catwoman bricht aus dem Knast aus. Sie will neu durchstarten. Sie legt sich ein neues Kostüm zu. Weg mit der alten Katzen-Maske, jetzt sieht man endlich ihr Gesicht. Es ist der klassische lila Look mit grünem Cape, der sich im Golden Age weitgehend so halten wird. Allerdings ist Catwoman hier plötzlich blond … (Aber sie ändert ihre Haarfarbe wie ihren Namen.)

DC Comics

Ihre alte Gang ist weniger begeistert. Sie glauben nicht mehr an ihre Chefin. Also lässt sie ihre Leute glauben, sie hätte neun Leben. Bei einem Diamantenraub in einem Zeppelin kommt es zum Kampf mit Batman, sie stürzt in die Tiefe – und überlebt. Schließlich führt die Spur in Catwomans neues Geheimversteck: ein Labyrinth. Batman und Robin spielen Theseus mit ihrem Batseil. Und als das nicht mehr reicht, zerreißen sie ihre Capes (wobei danach noch viel davon übrig ist).

Batman schlägt Catwoman mit ihrer eigenen Waffe, einer Neunschwänzigen Katze (Peitsche), dann versucht sie mit einem Traktor abzuhauen, aber stürzt in die Tiefe. Wie sich herausstellen wird, hat sie tatsächlich noch ein paar Leben übrig.

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Alfred wird Batman, liebt Catwoman – und verhaut sie

Catwoman im Golden Age (Teil 6)

DC Comics

Titel: The Duped Domestics

Autor/Zeichner: Alvin Schwartz/Bob Kane

Erschienen: 1944 (Batman #22)


„A little spanking will do the trick. And, believe me, it will hurt you more than it will me!“ (Alfred)

Alfred ist nicht mehr ganz bei sich. Zuerst muss Bruce Wayne seinen rechten Schlappen suchen, dann verschüttet sein Butler auch noch den Kaffee – was ist da los? Ganz einfach: Alfred ist verliebt. Er trifft sich mit der jungen und schönen Belinda. Um sie zu beeindrucken, prahlt er damit, Batman zu kennen. Sie glaubt ihm nicht. Also steigt er selbst ins Kostüm. Doch dann wird er von ihr entführt. Denn pretty Belinda ist in Wirklichkeit Catwoman, die sich mit Butlern einlässt, um die Häuser der Reichen auszuräumen.

Alfred als Batman mit Catwoman.

Als Bruce und Dick nach ihm suchen, geraten sie ebenfalls in ihre Fänge und werden zu Alfred in eine Kühlkammer gesperrt. Dabei kommt es zu einer herrlichen Szene: Um sich von ihren Fesseln zu befreien, versucht das Trio, einen Haken an der Wand zu erreichen. Weil er zu hoch ist, stapeln sie sich aufeinander, wobei Alfred unten sich am meisten verrenkt und die größte Last tragen muss.

Das Dynamische Trio: Alfred, Bruce und Dick.

Zum Schluss fängt der Aushilfs-Batman Catwoman bei der Flucht ab. Und es kommt zu einem bedenklichen Höhepunkt: Alfred rächt sich an der Frau, indem er ihr den Hintern versohlt. Gezeigt wird es nicht, der Erzähler bleibt „diskret“, aber selbst Bruce findet sein Vorgehen zu drastisch. Alfred rechtfertigt sich: Catwoman habe seine Gefühle verletzt. Im Übrigen wäre er ein guter Batman. Zu gut, findet Bruce Wayne, der Catwoman schon bei ihrer ersten Begegnung Prügel angedroht hat …

Alfred-Batman und Catwoman: Strafe muss sein.

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Catwoman verliebt sich in Bruce Wayne

Catwoman im Golden Age (Teil 5)

DC Comics

Titel: Your Face Is Your Fortune

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #15)


Nein, Catwoman reitet hier nicht wirklich auf einer Riesenkatze. Sie stolpert nur über eine kleine. Aber der Reihe nach. Catwoman, so erfahren wir zum ersten Mal, heißt oder nennt sich Elva Barr. Sie steht jeden Morgen früh auf, um in einem Schönheitssalon zu arbeiten. Am Ende des Tages ist sie völlig fertig. Eines Tages macht sie bei einem Schönheitswettbewerb mit, gewinnt und verliebt sich in einen der Juroren: Bruce Wayne.

Doch Bruce erkennt, dass es sich um Catwoman handelt. Batman und Robin verfolgen sie. Elva schleicht sich unter falschem Namen und Gesicht bei einer Hochzeit ein, um dort Beute zu machen, Batman nimmt sie hoch. Doch dann kommt eine unerwartete Wendung: Catwoman gesteht ihm, in Bruce Wayne verliebt zu sein und darüber nachzudenken, das Verbrechen sein zu lassen. Batman gibt ihr eine Chance, lässt sie davonkommen.

Als Bruce Wayne nimmt er sich ihrer an: Trinkt mit ihr, tanzt mit ihr, reitet mit ihr aus. Aber alle wissen, dass Bruce mit Linda Page ausgeht. Linda verzweifelt, als sie in den Klatschspalten liest, dass er mit Elva verlobt ist. Aber Elva zweifelt, ob Bruce es ernst meint. Sie verkleidet sich als Linda und erfährt von Bruce, dass das alles nur ein Trick ist. Jetzt hat er zwei Herzen gebrochen.

Catwoman wird wieder rückfällig, schlägt immer wieder zu, am Ende bei einer Ausstellung von Haustieren. Auf der Flucht stolpert sie über eine Katze. Batman schnappt sie sich diesmal – und Catwoman geht in den Knast.

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Vicky Vale, Mad Hatter und ein Knüller

Vicky Vale (DC Comics)

Titel: The Scoop of the Century

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1948 (Batman #49), Hardcover 2014 (Batman: A Celebration of 75 Years)


„Being Batman is tough work, and once in a while Bruce Wayne deserves to take time off for romance!“

Die erste Mad Hatter-Story steckt voller Überraschungen. Die erste ist gleich auf der ersten Seite: Die Überschrift lautet „The Scoop of the Century“, aber zu sehen ist nicht der Verrückte Hutmacher, sondern die Fotografin Vicky Vale, wie sie zu beweisen versucht, dass Batman und Bruce Wayne dieselbe Person sind. Das ist der Spannungsbogen der Story, während der Mad Hatter nur kurioses Beiwerk ist. Aber genau das macht die Geschichte interessant.

Es beginnt damit, dass Vicky Vale (übrigens auch ihr erster Auftritt) im Yacht Club auftaucht, um ein Foto von Bruce Wayne zu schießen. Bruce findet zwar, dass sie sich selbst gut auf einem Bild machen würde, aber er sagt zu. Als er ihr ein Date vorschlägt, lässt sie ihn abblitzen.

Vicky Vale und Mad Hatter

Da taucht ein kleiner Mann mit großem Kopf und Zylinder auf, der Mad Hatter mit zwei Komplizen, auf und klaut einen Goldpokal. Bruce zieht sich schnell um und verfolgt ihn als Batman auf einem Segelboot. Vicky kommt mit, um zu helfen. Batman flirtet: „There’s nothing ordinary about you.“

Der Mad Hatter entkommt, weil er Batman mit einer Gaspistole betäubt, ihm die Waffe ins Gesicht wirft und damit über Bord bringt. Immerhin Vicky war erfolgreich mit ihren Fotos von dem Einsatz. Doch Vicky will mehr von Batman. Kaum taucht sie bei Commissioner Gordon auf, weiht er sie in seine Ermittlung ein: Der Mad Hatter hat einen Hut als Hinweis auf sein nächstes Verbrechen geschickt. Gordon ruft Batman mit dem Batsignal, das noch in einem Leuchtturm steckt.

Gordon wirft das Batsignal an.

Robin reflektiert: Der Mad Hatter imitiert mit der Ankündigung die Masche vom Joker und Pinguin. Batman redet über was anderes: „How can we teach these criminals they can’t win?“ Das ist keine Erwiderung auf Robin, denn Robin bringt auf, dass Schurken Hinweise schicken, damit sie gefasst werden können. Die Hinweise setzen erst das Spiel mit Batman und Robin in Gang.

Aber Batman leitet zu einem anderen Thema über: Prävention. „Stopping crime before it starts has always been my hope!“, sagt er zu Vicky, als sie ihm vorschlägt, mit Fotos von ihm abschreckend auf Kriminelle wirken zu können. Daher macht er sie zu seiner offiziellen Fotografin. Und dann sagt sie ihm auch noch, dass der Hut auf ein Reitsport-Event hindeutet.

Batman reitet gegen den Hatter

Vicky geht mit Bruce hin, entdeckt die Wunde an seinem Kinn, die er sich beim letzten Kampf zugezogen hat. Der Mad Hatter taucht mit Pferden auf, Robin kümmert sich drum. Als Vicky ihren Job macht, wird Bruce zu Batman. Der springt auf einem Pferd durch einen Feuerring und stößt den Hatter mit einer Lanze vom Pferd. Trotzdem hat der Schurke ab. Viel wichtiger ist: Vicky stellt sich später die Frage, die sich Lois Lane schon immer bei Clark Kent und Superman gestellt hat: Wieso verschwindet Bruce immer dann, wenn Batman erscheint? Und was ist mit dem Schnitt am Kinn? Sie vergleicht Fotos von Batman und Bruce Wayne und kommt zum einzig logischen Schluss.

Vicky Vale entdeckt Batmans Geheimnis

Obwohl Vicky ihren Scoop hat, will sie noch einen Beweis. Als Batman und Robin sie (mit verbundenen Augen) in die Bathöhle führen, bringt sie ein Pulver auf Batmans Handschuh an, das im Dunkeln leuchtet. Wenn sie später Bruce Waynes Hände sehen würde, wüsste sie Bescheid.

Batman findet im Labor winzige Spuren von Heu auf dem Hut des Hatters. Für den leser heißt das: Er könnte überall sein. Einziger möglicher Schluss für Batman: Der Hatter versteckt sich in einem Scheunentheater, in dem gerade Alice im Wunderland gespielt wird. Dort sitzen die Gauner dann tatsächlich auf der Bühne zusammen. (Wo sind die Schauspieler? In der Mittagspause?)

Batman im Wunderland: Mad Hatters Versteck

Robin zerbricht einen Spiegel, um einen seiner schlechten Witze zu machen („Alice went through the looking glass!“), Batman wirft eine Katze, der Mad Hatter holt eine Axt raus, um dem Ruf der Roten Königin zu folgen. Vicky bittet ihn, fürs Bild in der Position zu bleiben. In dem Moment schlägt Batman ihn zu Boden.

Mad Hatter mit Axt

Am Ende trickst Bruce Wayne sie aus: Er hat natürlich das Leuchtpulver bemerkt und ihr dann leuchtende Blumen gekauft, damit seine beiden Hände mit dem Pulver bestäubt sind. Bruce denkt, er wäre sie los, aber da hat er sich getäuscht …

Bemerkenswert ist, dass der Verrückte Hutmacher einfach nur ein gewöhnlicher Schurke in ungewöhnlichem Kostüm ist. Das Alice im Wunderland-Thema spielt noch keine große Rolle. Der Hut-Fetisch ist nur angedeutet und von Gedankenmanipulation ist noch nicht die Rede. Das kommt später.

Trotzdem: Bei so einer starken Frauenfigur braucht es keinen besseren Schurken. Diese einfallsreiche Geschichte vom Meister und Batman-Vater höchstselbst ist ein wahrer Knüller.

Mehr zum Thema:

Alfred Begins

DC Comics

Titel: Here Comes Alfred!

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #16)


„We’ve found we can get along better without servants of any kind!“ (Robin)

Der treue Butler Alfred kam erst vergleichsweise spät zu Bruce Wayne. Zu spät, um genau zu sein. Denn der Brite hatte seinem Vater Jarvis schon vor zwei Jahren am Sterbebett versprochen, in den Dienst der Familie Wayne zu treten – sein Vater hatte einst Bruce Waynes Vater gedient. Doch der Krieg erschwerte die Reise in die USA. Als er dann endlich ankommt, wird er von drei Männern überfallen, Batman und Robin retten ihn.

Kurz darauf staunen Bruce und Dick, als Alfred bei ihnen vor der Tür steht: Alfred tritt seinen Dienst als Butler an. Doch Bruce kam in den letzten Jahren auch sehr gut ohne zurecht, er will gar keinen Butler, aber Alfred ist das egal – und Bruce lässt ihn gewähren. Ganz ohne Gehaltsverhandlung, Arbeitsvertrag oder Sozialversicherungsnummer. Alfred nennt nicht einmal seinen Nachnamen (der erst Jahre später Beagle lauten wird).

Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle

Bruce hat andere Sorgen: Sein Problem ist nämlich, dass Alfred sich als Amateur-Detektiv betätigt, was natürlich eine Gefahr für das Alter Ego seines Herren darstellt. Und so kommt es auch: Als die drei Gauner vom Anfang in Wayne Manor einbrechen, hauen zwei ab, Batman und Robin verfolgen sie, einer bleibt zurück. Und als sich Alfred gegen ihn wehrt, fällt der Gauner gegen einen geheimen Schalter, der den Zugang zur Bathöhle öffnet. Es ist noch nicht die Trophäenhalle, sondern nur ein unterirdischer Hangar fürs Batplane. Aber Alfred schließt sehr scharf auf die wahre Identität von Batman und Robin.

Später rettet er die beiden aus einer misslichen Lage in einem Theater, er outet sich als passionierter Schauspieler und er eröffnet den beiden Herren, dass er um ihr geheimes Hobby weiß. Allerdings lässt er sie denken, er hätte es durch einen Scharfsinn herausgefunden und nicht durch bloßen Zufall.

Alfred wird zu einem wiederkehrenden Charakter, der immer mehr in den Vordergrund rückt und schließlich auch eigene Abenteuer bekommt. Anfangs ist er noch pummelig, aber auch das ändert sich bald, so dass er schnell die Form annimmt, die man heute am besten kennt.

Mehr über Alfred:

Der Fluch von Two-Face

DC Comics

Titel: The New Crimes of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1951 (Batman #68)


„Your strength is greatly overrated, Batman!“ (Two-Face)

Die Geschichte Two-Face ist so bekannt, dass das Fernsehen daraus einen Film macht. Der Schauspieler Paul Sloane soll die Hauptrolle von Harvey Dent spielen. Doch als ihm in der entscheidenden Gerichtsszene falsche Säure ins Gesicht geschüttet werden soll, ist es echte! Der Ausstatter hat sich so dafür gerächt, dass seine Frau ihn für Sloane sitzengelassen hatte. Das hat weitreichende Folgen: Sloane sieht jetzt nicht nur aus wie der echte Two-Face, er benimmt sich auch so. Einen Münzwurf später ist es entschieden: Er muss sein Leben dem Verbrechen widmen. Verbrechen mit einem Bezug zur Dualität.

Two-Face ist kein Einzelschicksal mehr, er wird zu einem übertragbaren Konzept (vgl. Batman #50). Die janusköpfige Münze scheint eine Art Fluch zu sein, ein böser Geist, der von anderen Besitz ergreift. Batman verfolgt Sloane, es kommt zum Kampf mit einem Schwert und einem Stück Eisenbahngleis. Batman verspricht ihm Heilung durch plastische Chirurgie, aber Sloane will lieber weiter Karriere mit vorhersehbaren Straftaten machen. Selbst ein Appell von Harvey Dent kann daran nichts ändern.

So geht es immer weiter bis zum Showdown auf einem zweimastigen Schoner. Batman steigt in einen Tauchanzug und wird zu Frogman. Es kommt zum Gerangel mit Two-Face. Batman lässt sich überwältigen und gefangennehmen wie ein Amateur. Doch da erinnert Batman ihn an die Münze: Das Schicksal soll entscheiden, ob Two-Face ihn töten soll. Fällt die Münze auf die Kante, muss er ihn leben lassen. Den Rest kann man sich denken. Batman, der alte Fuchs, hat die getürkte Münze gegen eine andere ausgetauscht.

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Harvey Dents Albtraum wird wahr

DC Comics

Titel: The Return of Two-Face!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1948 (Batman #50), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years)


„… certainly I am the weirdest creature that ever lived …“ (Two-Face)

Harvey Kent heißt jetzt Dent. Und er schläft schlecht. Obwohl er von seiner Doppelgesichtigkeit geheilt ist, verfolgt ihn Two-Face bis in die Träume. Kurz darauf kehrt der Schurke zurück, aber Harvey Dent scheint nichts davon zu wissen. Als Batman und Robin ihn ausfragen wollen, entdeckt er Kostüm und Maske bei sich und vermutet, dass er wieder rückfällig geworden sein könnte. Er schlägt die beiden bewusstlos und haut ab, um sich selbst zu heilen. Auch Batman geht von einer gespaltenen Persönlichkeit aus.

Da Two-Face ein ziemlich berechenbarer Schurke ist, findet ihn das Dynamische Duo im Zirkus, wo Siamesische Zwillinge mit teurem Kopfschmuck gezeigt werden. Two-Face entkommt. Das Finale spielt sich in Gilda Dents Atelier ab, wo eine riesige Büste von Harvey Dent steht, entstellt durch den alten Two-Face. Es wird nicht klar, was der Böse dort will (das Werk zu stehlen könnte schwierig werden), aber Batman dient es als günstige Kulisse, um ihn zu besiegen, indem er ihn von Harveys Büste stürzt: „Somebody once said you were off your head … and right now you are!“

Am Ende offenbart sich Two-Face als Dents Butler Wilkins, der sich nur verkleidet hat, um sich zu bereichern und seinem Arbeitgeber die Schuld zuzuschieben. Seine Münze war getürkt: beide Seiten waren zerkratzt, damit das Böse immer siegt. Armer Harvey! Aber es ist nochmal alles gut gegangen …

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