Batman

Wie Batman nach Deutschland kam

Erste Auftritte von Superman und Batman in Deutschland („Buntes Allerlei“ 42, 1, 11, Aller-Verlag)

Wann kam Batman eigentlich zum ersten Mal nach Deutschland? Das war 1954 – also erst 15 Jahre nach seinem ersten Erscheinen in Detective Comics #27. Der Aller-Verlag hatte in seiner Serie Buntes Allerlei bereits im Vorjahr Superman zum ersten Mal auftreten lassen. Nach einigen Ausgaben sah man dann erstmals Superman mit Batman auf einem Cover: Buntes Allerlei 1 (1954) druckte World’s Finest #66 (1953) nach, darin enthalten ist eine beliebige Batman-Story: „The Proving Ground for Crime“. Anders als bei Superman machte man sich nicht die Mühe, mit Batman mit einem Origin einzuführen. Die Figur darf danach nur noch einmal wiederkehren. Nach einem zweiten Erscheinen in Ausgabe 11 („Die heimlichen Waffen“, The Secret Weapons of the Crimesmith, World’s Finest #68) verabschiedet sich Batman wieder vom deutschen Comicmarkt. Superman folgt bald darauf noch im selben Jahr.

Es ist schon bemerkenswert, wie schwer Comics es in Deutschland vor allem nach dem Krieg hatten. Dabei stammen die Ursprünge des US-Comics eigentlich von hier. Angefangen bei der langen Bilderbogen-Tradition, allen voran die „Bildgeschichten“ Wilhelm Busch, bis hin zu Vater und Sohn von Erich Ohser (E.O. Plauen) von 1934 bis 1937. Aber der Zweite Weltkrieg verhinderte, dass kostümierte Übermenschen, die als gute US-Patrioten auf den Covern und in den Comics gegen Nazis kämpften, es nach Deutschland schafften. Nach dem Krieg hatte man andere Sorgen (unter anderem auch Papierknappheit), und in den 50ern galten auch hierzulande Comics als Schund und Nischenware für Kinder. Und so war das kurze Experiment im Bunten Allerlei auch schnell wieder vorbei.

Neuanfang mit Ehapa

Erst ein Jahrzehnt später, 1966, traute sich der Ehapa-Verlag aus Stuttgart wieder an Superhelden heran. Zunächst mit Superman, ein Jahr später kam Batman dazu. Am 10. Februar 1967 lief der Film Batman hält die Welt in Atem in deutschen Kinos an. (Die TV-Serie kam erst 1989 ins deutsche Fernsehen!) Und in der zweiten Ausgabe von Superman erschien die erste Comic-Story mit Batman-Bezug: „Superboy: Wie Superman und Batman sich erstmals trafen“ (Superboy: „The Origin of the Superman-Batman Team!“, Adventure Comics #275), eine Geschichte, die damals sieben Jahre alt war.

Ehapa Verlag

Von 1967 an war Batman meistens mit einer Geschichte in dem Heft vertreten, manchmal zusammen mit Superman (World’s Finest). Die Auswahl schien chaotisch und willkürlich. Oft waren es uralte Storys aus den 40ern und 50ern, die hier nachgeholt wurden, aktuellere kamen vermehrt erst ab 1968 auf. Das Lettering war noch lieblos mit der Maschine gesetzt, dafür war die Übersetzung umso kreativer: der Joker nannte sich „Spassvogel“, der Riddler war „Mr. Sphinx“.

Auch andere Superhelden erschienen in der Serie, wie etwa Superboy, Supergirl, Robin, Martian Manhunter und Flash (damals noch „Zack“ genannt), der sich mit Superman Wettrennen lieferte. Das Wagnis hatte Erfolg: Die Serie erschien alle zwei Wochen und hielt als Superman und Batman bis 1985 durch.

Lückenhafte Publikation

Erst 1974 erschien die erste deutsche Serie, die nur Batman gewidmet war: Batman Superband, mit acht Storys auf 96 Seiten. Dabei handelte es sich wiederum um Nachdrucke aus der Superman und Batman-Serie, aber später waren auch neuere Storys enthalten, wie Batmans erste Begegnung mit Ra’s al Ghul.

Erfolgreicher Neuanfang mit Ehapa: Erste Batman-Serien in Deutschland. (Ehapa Verlag)

In Batman Taschenbuch (Ehapa 1978-1988) wurden auch Abenteuer aus Serien wie The Brave and the Bold sowie Batman and the Outsiders herausgebracht, letzteres wurde damals noch „Batman Team“ genannt. Auch hier blieb es sprunghaft und lückenhaft. Aber bei fünf bis sechs parallel laufenden US-Batman-Serien (es gab noch Batman Family) war es auch fast unmöglich, mit dem Output mitzuhalten. Später folgten weitere Sammelreihen wie Batman Extra (Ehapa 1980-1985) und Batman Sonderausgabe (Ehapa, 1981-1985).

Nach dem Ende des Batman Taschenbuchs übernahmen im Jahr 1989 die Verlage Hethke und Carlsen das Batman-Business. Hethke brachte Hefte mit Storys aus den regulären Serien heraus und druckte auch das Bunte Allerlei nach, Carlsen machte Paperbacks, in denen meistens ganze, für sich stehende Storys gesammelt waren (ausgenommen der Zehnteiler Knightfall). Ende der 90er versuchte sich auch Ehapa noch einmal für kurze Zeit an Batman-Paperbacks.

Aufstieg und Fall des Dino-Verlags

Erst der Dino-Verlag bemühte sich ab Mitte der 90er um Vollständigkeit und Kontinuität. Zuerst begann es noch mit den Batman Adventures, den Comics zu The Animated Series, ab 1997 wurde in Batman, Batman Special und mehreren Sonderbänden das Geschehen der beiden Hauptserien Detective Comics und Batman (sowie der Nebenserien) monatlich abgebildetIm Jahr 1999, zum 60-jährigen Jubiläum, druckte der Dino-Verlag zum ersten Mal in Deutschland Detective Comics #27 nach (Batman 37). Weitere Batman-Klassiker der 40er folgten in den Hardcovern der DC-Archiv-Edition.

Das Problem: Dino nahm es etwas zu genau mit der flächendeckenden Versorgung mit Batman und Superman, sodass der deutsche Comicmarkt dem US-amerikanischen immer um Jahre hinterherhing. Um den Abstand aufzuholen, wurden mehrere Hefte in Schubern herausgebracht – „Time Warps“. Das war nicht nur teuer, sondern zahlte sich auch für den Verlag nicht aus. 2001 stellte der Verlag sein Superheldenprogramm ein und wurde von Panini übernommen. Seitdem versorgt dieser Verlag den deutschen Markt zuverlässig mit Batman, Superman und Co., aber auch mit Marvel-Helden. Und das Verrückte: Irgendjemand kauft das alles anscheinend auch. Und liest es. Und sammelt es.

Damit ist Panini auf gutem Wege, Ehapa zu überdauern.

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Riddler: Todesfalle statt Therapie

Batman & Riddler

DC Comics

Titel: Riddler on the Move

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #263)


Warum muss der Riddler eigentlich ständig Rätsel aufgeben? Warum kündigt er seine Verbrechen mit Hinweisen an und lässt immer weitere für Batman zurück? Diese Frage hat er sich erstmals 1975 gestellt: „Why do I do these things? Why am I driven to crime … and riddles? I know my behavior isn’t normal — but I can‘t help it!“

Aber er findet sich damit ab: „Oh, well … it‘s my fate and I‘m stuck with it! Always on the move to avoid the law!“ – Wäre da nur nicht Batman im Weg … Es gilt also, eher ihn loszuwerden als in Therapie zu gehen.

Der Riddler lockt Batman ins Museum. In der Halle der Waffen ist er plötzlich umgeben von Armbrüsten, die auf ihn gerichtet sind. Wenn er sich von der Plattform in der Mitte wegbewegt, schießen sie automatisch auf ihn. Eigentlich kein Problem: Batman könnte sich einfach ducken und sich zur Seite rollen, aber er löst lieber Rätsel.

Buchstabe des Todes

„What letter is like death?“ Auf der Plattform hat er sechs Buchstaben von A bis F zur Auswahl. Zielt er den richtigen, kommt er frei. Richtig? Falsch! Denn die richtige Antwort lautet „E“, weil der Buchstabe am Ende des Wortes „life“ kommt, aber Batman zieht am C, weil man hier um die Ecke denken muss: „E“ wäre der Buchstabe des Todes, der die Armbrüste losschießen ließe.

Man muss zugeben: Ganz schön ausgefuchst! Aber was hat der Riddler vor? Zwischendurch raubt er mal einen Mann auf der Straße aus, dann gibt er einem anderen das Geld, schließlich bezahlt er einen Jungen für ein Rätsel – sehr seltsam. Aber eigentlich will er ein Unternehmen gründen. Ähnlich wie schon der Joker und Killer Moth vor ihm will er Dienstleister für Kriminelle werden. Er baut eine Agentur auf, die Kriminelle vermittelt – eine Zeitarbeitsfirma, wenn man so will. Aber dafür braucht er Startkapital, also plant er einen „genialen“ Coup. Und er muss genial sein, denn darauf wäre sonst niemand gekommen: Der Riddler stiehlt Giraffen von einem Schiff.

Batman mit Fledermaus

Der Riddler ist entsetzt: Batman schickt Rätsel per Fledermaus! (DC Comics)

Das heißt: Er versucht es zumindest, bis ihm Batman in die Quere kommt. Prügelei, Riddler entkommt, Batman mit dem Whirlybat hinterher (so etwas gibt es noch in den 70ern?). Die Jagd endet im leerstehenden Giraffenhaus des Zoos, wohin Batman eine offenbar dressierte Fledermaus mit einer Nachricht schickt, um seinen dramatischen Auftritt mit einem Rätsel anzukündigen. Gegner müssen nun mal grundsätzlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden – auch wenn das dem Tierschutz nicht gefällt.

Trotz seiner selbstdiagnostizierten Zwangsneurose findet der Riddler nicht den Weg in das kürzlich eröffnete Arkham Hospital (neue Heimat von Joker und Two-Face), sondern es geht zurück in den Knast.

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Wie Deadshot beinahe Batman ersetzte

Deadshot

Deadshot in Batman #59 (1950, DC Comics)

Titel: The Man Who Replaced Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Lew Sayre Schwartz, Bob Kane

Erschienen: 1950 (Batman #59), Hardcover 2019 (Batman: The Golden Age Vol. 7)


Sagt euch der Name Floyd Lawton etwas? Falls nicht, habt ihr sicher schon von Deadshot gehört – ja genau, der Profikiller mit dem roten Monokel, den Will Smith in dem unsäglichen Film Suicide Squad spielt. (Nicht zu verwechseln mit Deathstroke und schon gar nicht mit Deadpool!) Doch lange bevor es so weit kam, begann Deadshot seine Karriere noch ganz anders: Als Millionär, der sich einen Schießstand baut und so lange das Ballern übt, bis er jedes Mal sein Ziel trifft.

Batman, Robin & Deadshot

DC Comics

Dann zieht er sich einen Frack, einen Zylinder und eine Augenmaske an und versucht, als „Deadshot“ Batman Konkurrenz zu machen. (Batman macht gerade mit Robin Urlaub – obwohl sie immer noch einen Mann namens „Trigger“ Rhodes suchen.) Allerdings schießt Lawton noch nicht tödlich: Als er Räuber von der Flucht abhalten will, schießt er einen Lampenschirm von einer Straßenlaterne, die einem der Räuber auf den Kopf fällt, einen anderen erwischt die Plattform eines Fensterputzers.

Davon ist die Polizei schwer begeistert. Deadshot spricht bei Commissioner Gordon vor: Alles sei legal, er habe eine Genehmigung für seine Waffen, jetzt will er seine Chance als legitimierter Verbrechensbekämpfer neben Batman. Gordon wendet ein: Batman verwendet niemals Handfeuerwaffen, aber Deadshot beruhigt ihn, niemals zu töten. Gordon fragt, warum er nicht gleich Polizist werden wolle, aber Lawton zeigt ihm sein kriegsversehrtes Bein – er würde niemals einen Eignungstest bestehen.

Und so bekommt Deadshot seine Chance und bewährt sich, indem er einem Mann den Hut wegschießt oder eine Stromleitung mit einer Kugel durchtrennt. Schon bald leuchtet statt des Bat-Signals eine Zielscheibe am Himmel – das Bullseye für Deadshot. Und als das Dynamische Duo aus dem Urlaub zurückkehrt, hat der Konkurrent „Trigger“ Rhodes bereits geschnappt.

Deadshot schießt an Batman vorbei

Batman ist misstrauisch. Oder sagen wir besser: neidisch. Aber dann findet er mit Robin heraus, dass Deadshot gelogen hat, was sein Bein betrifft. Als Batman damit zu Gordon geht, ist der Commissioner immer noch überzeugt von Lawtons guten Taten. Batman will sich daher nicht anstellen, oder, wie er es ausdrückt: wie eine Primadonna klingen.

Doch er lässt nicht locker: Er untersucht ein Stück Stoff von Deadshots Kleidung, verfolgt es zu einem Schneider zurück und findet durch einen Trick heraus, dass Schütze Lawton ist – ein neues Mitglied in einem von Bruce Waynes Millionärsclubs. Als sie ihn belauschen, offenbart er seine wahre Absicht: Er will Batman ersetzen, um zum Gangsterboss aufzusteigen. Später hört Batman, wie Deadshot einen Bankraub plant. Aber der kommt nicht zustande, stattdessen schnappt er nur einen weiteren Ganoven. Gordon ist daraufhin ziemlich sauer auf Batman.

Also muss dieser zu drastischeren Maßnahmen greifen: Er stellt sich Deadshot und lässt auf sich schießen. Der Schurke will es wie einen Unfall aussehen lassen. Doch Deadshot trifft nicht! Warum? Batman hat Deadshots Pistolen manipuliert, sodass sie stets am Ziel vorbeischießen. Aber das weiß Lawton nicht. Er denkt, er habe versagt und legt aus Verzweiflung vor Gordon ein Geständnis ab. Der Commissioner greift daraufhin selbst zum Beil, um das Bullseye-Signal zu zerschlagen.

Und die Moral von der Geschicht: An Batman zweifelt man besser nicht.

(Deadshot kehrt zurück in The Deadshot Ricochet, Detective Comics #474, 1977 – Teil der Storyline Strange Apparitions. Darin erhält er sein neues Kostüm.)

>> Batman 1950-1959


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Wer hat Robin ermordet?

DC Comics

Titel: Gotham Central Vol. 4: Corrigan (dt. Toter Robin)

Autor/Zeichner: Greg Rucka, Ed Brubaker/Kano, Stefano Gaudiano

Erschienen: 2005-2006 (Gotham Central #32-40), Paperback 2012, dt. Panini 2018 (Gotham Central Bd. 6)


Robin ist tot. Er liegt auf der Straße, offenbar gefallen oder hinabgestürzt. Jedenfalls definitiv tot. Doch die Polizei fragt sich: Ist es der echte? Schwer zu sagen, wenn man die wahre Identität nicht kennt. Eins ist klar: Wenn das der echte Robin war und sie seine Identität herausfinden, fliegt auch Batmans Geheimnis auf. Aber: Beschäftigt Batman nicht vielleicht sogar mehrere Robins? Wie findet man raus, wer der echte ist? Die Teen Titans werden als Zeugen geladen …

Für die Leser ist natürlich klar: Nein, das kann nicht der wahre Robin sein. Helden sterben nicht. Jedenfalls nicht so. Trotzdem ist es interessant, nachzuverfolgen, wie die Polizei von Gotham ermittelt und dabei reagiert, wenn ihr Batman in die Quere kommt. Auch gerät dabei nämlich ins Kreuzfeuer. Doch am Ende muss er wieder mit seinen fragwürdigen Methoden – sprich: Einschüchterung, Drohungen, Gewalt und Folter – dafür sorgen, dass der Fall gelöst wird. Es ist die Dauerpointe, der Running Gag von Gotham Central: Eine Serie fast ohne Batman, denn ganz ohne Batman geht es nicht. Immer wieder rettet der Held mit einem Cameo den Tag. Denn eine Stadt wie Gotham kann das Verbrechen nicht bekämpfen, wenn sie nur nach den Regeln spielt.

Diese Erfahrung hat auch Renee Montoya bereits gemacht, als eine wichtige Information aus dem korrupten Kollegen Jim Corrigan herausgeprügelt hat, um ihren Partner Crispus Allen zu retten (siehe Gotham Central Vol. 3). Doch das rächt sich jetzt: Nachdem Allen herausgefunden hat, was passiert ist, will er es wiedergutmachen, indem er auf eigene Faust gegen Corrigan ermittelt. Doch damit setzt er sein eigenes Leben aufs Spiel …

Konsequentes Finale

Ich will nicht zu viel verraten, daher sei nur gesagt: Es wird sehr dramatisch. Und pessimistisch. Und bei aller Kritik an einer Batman-Serie, die keine sein will, aber dann doch immer wieder eine ist, muss man die Autoren (bzw. Greg Rucka) für dieses drastische Ende in aller Konsequenz loben. Insgesamt ist Gotham Central ein Comic, der trotz allem einen sehr glaubwürdigen und intimen Blick auf die Polizei wirft. Man hat ständig das Gefühl, es mit echten Menschen zu tun zu haben, die versuchen, in einer verrückten und lebensfeindlichen Welt aus Verbrechen und Korruption zu bestehen. Superschurken und -helden werden hier bloß zu Sinnbildern dieser Verrücktheit, die jenseits des menschlichen Handlungsspielraums liegen.

Daher ist die beste Episode im letzten Band wohl eine der unspektakulärsten: Während mal wieder die Welt in einer Krise (Infinite Crisis) unterzugehen droht und Superhelden Schlachten kämpfen, die die Menschen nicht begreifen, versuchen die Polizisten gar nicht erst, das Chaos um sie herum in den Griff zu kriegen, sondern einfach nur nach Hause zu ihren Familien zu gelangen. In dem Irrsinn besinnt man sich auf das, was wirklich zählt. Es gibt Dinge, die nicht in der Macht von Menschen liegen. Für alles andere gibt es Batman und Co.

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Wann kommt „Batman: Earth One Vol. 3“?

Batman von Gary Frank (2018). (DC Comics)

Erinnert sich noch jemand an Earth One? Ich meine diese Reihe von Comics, die neue Origins von DC-Helden abseits der Continuity erzählen. J. Michael Straczynskis Superman brachte es auf eine Trilogie, zwei Teile hatten schon Grant Morrisons Wonder Woman, Green Lantern von Bechko und Hardman, und auch der grandiose Batman von Geoff Johns und Gary Frank. Aber der letzte Teil ist schon fünf Jahre her. Was ist mit der Fortsetzung?

Die kommt, wie uns Jim Lee am Samstag bei DC Fandome versichert hat, und zwar schon „sehr bald“ (Newsarama). In diesem Jahr wird es wohl wahrscheinlich nichts mehr, DCs Kalender dürfte schon sehr voll sein, auch wenn das Weihnachtsgeschäft verlockend klingt, aber spätestens nächstes Jahr müsste es soweit sein.

Batman: Earth One Vol. 3 hat sich verzögert, weil Zeichner Gary Frank zwischendurch sehr lange mit dem Zwölfteiler Doomsday Clock beschäftigt war – ein aufwendiges Projekt, das sich über zwei Erscheinungsjahre hinzog. Bereits im Juni soll Frank die Arbeit an dem lange erwarteten Batman-Band beendet haben, wie Autor Geoff Johns im Juli mitgeteilt hat. Immer wieder hat Frank Zeichnungen daraus bei Twitter gepostet, wie etwa das Batmobil.

Doch was ist mit den anderen von DCs Superhelden? In was für einer Welt leben wir, in der die Teen Titans eine Earth-One-Behandlung bekommen, aber Flash und Aquaman nicht? Auch die waren bereits längst angekündigt, – Flash von Straczynski, Aquaman von Francis Manapul – ohne dass je Bewegung in die Projekte kam. Jim Lee versichert, dass noch einiges in Arbeit sei, jedoch ohne konkrete Ansagen zu machen.

Und so heißt es mal wieder: Abwarten und andere Comics lesen. Über Nachschub kann man eigentlich nicht klagen.

Neue DC-Events im Dezember und Januar

Tales from the Dark Multiverse: War of Gods, Crisis on Infite Earths, Dark Nights: Metal (DC Comics)

Was früher die Imaginary Stories waren und später die Elseworlds, das sind heute die Tales from the Dark Multiverse, mit dem Unterschied, dass in dieser Reihe alternative Entwicklungen zu bereits bestehenden Story-Klassikern erkundet werden. Für Dezember hat DC nun drei neue Specials angekündigt:

  • Tales from the Dark Multiverse: War of the Gods (1.12.2020)
  • Tales from the Dark Multiverse: Crisis on Infinite Earths (15.12.2020)
  • Tales from the Dark Multiverse: Dark Nights: Metal (29.12.2020)

Das neue War of the Gods erzählt von Wonder Woman, die durch einen Fluch droht, die Erde zu zerstören. In der alternativen Crisis überlebt Jor-L von Erde 2 und die Justice Society of America spielt eine tragende Rolle. Und die Variante zu Dark Nights: Metal fragt sich, was wäre, wenn Barbatos gewonnen und die Justice League zu bösen Drachen verwandelt worden wären. Duke Thomas, Nightwing und andere bilden die Final Justice League, um das Böse zu besiegen …

Alle drei Hefte werden 48 Seiten umfassen und 5,99 US-Dollar kosten.

Für November sind bereits Tales From the Dark Multiverse: Hush & Flashpoint angekündigt. Bisher erschienen sind: Tales From the Dark Multiverse: Knightfall sowie Death of Superman, Infinite Crisis, Blackest Night und New Teen Titans: The Judas Contract. Mittlerweile sind diese bereits gesammelt als Paperback erhältlich.

Justice League: Endless Winter

Justice League: Endless Winter Special #1-2, JL #58 (DC Comics)

Doch im Dezember erwartet die Leser noch ein Event: Justice League: Endless Winter. Über neun Teile hinweg, die fünf Specials umfasst und sich durch vier Serien zieht, kämpfen die Helden der Justice League, der Justice League Dark und der Teen Titans gegen den Frost King, der die Welt in einen ewigen Winter stürzen will. Hippolyta, Black Adam, Swamp Thing and the Viking Prince haben diesen bereits vor 1000 Jahren besiegt, nun kehrt er zurück. Das Spektakel beginnt am 1. Dezember mit Justice League: Endless Winter #1, der Rest soll über den Dezember verteilt erscheinen.

Generations: Shattered

Kaum werden sich die Helden erholt haben, steht im Januar schon das nächste Event an: eine Neuauflage der Elseworlds-Saga Generations. Generations: Shattered #1 wird ein 80-Seiten-Special sein, geschrieben von Dan Jurgens, Robert Venditti und Andy Schmidt, gezeichnet von Ivan Reis, Bryan Hitch, Kevin Nowlan, Aaron Lopresti, Fernando Pasarin, Paul Pelletier und anderen.

Generations: Shatterd #1 (DC Comics)

Die Storybeschreibung liest sich wie sich fast jede Story liest: eine Bedrohung kosmischen Ausmaßes, die Universen umspannt, Helden rotten sich zusammen, um sie aufzuhalten. Diesmal dabei: Der „original Batman“, Kamandi, Starfire, Sinestro, Booster Gold, Dr. Light, Steel und Sinestro. „Original Batman“ meint hier, wie man an dem Kostüm auf dem Cover sehen kann, den Batman aus dem Jahr 1939, also die Urfassung, die sich Bob Kane und Bill Finger ausgedacht haben – mit langen, hornartigen Ohren und lila Handschuhen.

Damit ist bereits angedeutet, worum es hier eigentlich geht: Generations: Shattered soll mal wieder die DC-Geschichte umschreiben und die Zukunft ändern. Auch das hat man schon so oft gehört, dass man es nur noch achselzuckend zur Kenntnis nehmen kann. Das letzte Event dieser Art war Doomsday Clock, aber wenn DC immer etwas einfällt, dann sind es neue Wege, die eigene Geschichte zu rekapitulieren und umzuschreiben. Insgesamt sollen fünf Specials geplant, die im Abstand von jeweils einem Monat erscheinen sollen.

Einen Vorgeschmack auf die Geschichte haben Fans bereits in Wonder Woman #750 bekommen, in einer Story von Scott Snyder und Bryan Hitch. Einen weiteren wird es in Detective Comics #1027 geben, das am 15. September 2020 erscheint, darin wird eine Kurzgeschichte namens Generations: Fractured enthalten sein, die ebenfalls von Dan Jurgens stammt.

Derzeit erscheint in den USA noch das Event Dark Nights: Death Metal von Scott Snyder und Greg Capullo.


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Honest Trailer zu „Batman und das Phantom“

Für manche gilt der Animationsfilm Batman: Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) als einer der besten Batman-Kinofilme. Zweifelsfrei ist dieses Prequel zu The Animated Series ein Glücksfall: unter hohem Zeitdruck entstanden, aber von einer Tiefe, wie man sie eher von den Spielfilmen erwarten könnte.

Die Screen Junkies haben mal versucht, in ihrem Honest Trailer das Ganze nicht ernst zu nehmen. Da man über den Film aber kaum etwas Schlechtes sagen kann, wirken die Witze aber etwas bemüht. Die ganzen anachronistisch Vergleiche zu späteren Batman-Filmen sind völlig deplaziert. Und so wird ein weiterer Versuch der Satire zur verkappten Würdigung.

Leider ist der Batman und das Phantom noch immer nicht in Deutschland auf Blu-ray erschienen (genauso wie die dazugehörige Serie). Man muss leider mit dem Stream vorlieb nehmen.

>> Liste der Batman-Filme und Serien

„Batman/Catwoman“ beginnt im Dezember

Die ersten Cover zu „Batman/Catwoman“ (DC Comics)

Mit fast einem Jahr Verzögerung soll die erste Ausgabe von Batman/Catwoman am 1. Dezember 2020 erscheinen – gerade noch rechtzeitig zum ausgehenden Catwoman-Jubiläumsjahr. In dem Zwölfteiler beendet Autor Tom King seine Batman-Storyline, die ursprünglich auf rund 100 Ausgaben geplant war, aber mit City of Bane in Heft 85 vorläufig endete. Zum Glück, wie nicht nur ich finde, denn King hat den Bogen mit Batman deutlich überspannt – nicht nur wegen der umstrittenen „Hochzeit„.

Wer allerdings nicht genug kriegen kann vom Techtelmechtel zwischen „Bat“ und „Cat“, der darf sich auf eine Maxiserie freuen, die in drei verschiedenen Zeitebenen die On-Off-Beziehung behandelt. In der Vergangenheit geht Tom King schon wieder der Frage nach, wann und wie sich die beiden zum ersten Mal trafen (Boot, Straße oder Dach? Wen juckt’s? Es reicht!). In der Zukunft endet ihre Ehe mit dem Tod von Bruce und Selina will eine alte offene Rechnung begleichen. In der Gegenwart trifft das Paar auf Bruces alte Flamme, Andrea Beaumont, besser bekannt als Phantasm (dt. Phantom). Und natürlich darf auch der Joker nicht fehlen – denn ohne ihn geht es anscheinend nicht mehr. (Oder DC traut Batman nicht zu, auch ohne ihn auszukommen.)

Wer die typischen Tom-King-Sprechblasen ignoriert (die mich – wo sie mich nicht einschläfern – mittlerweile zur Weißglut bringen), kann sich immerhin an den Zeichnungen von Clay Mann und Tomeu Morey erfreuen. Mann hat bereits mit King an Batman und Heroes in Crisis gearbeitet und ist ein wahrer Meister des ausdrucksvollen Strichs.

DC verspricht eine monatliche Erscheinungsweise, außer im Juni 2021, da soll es ein Batman/Catwoman Special geben. Ach ja, und da das Ganze unter DCs Black Label erscheint, kann man davon ausgehen, dass es „erwachsener“ zugehen wird. Unzensierte Flüche und Sex? Mehr Kaufanreiz geht nicht …

>> Catwoman-Comics

Spuren ins Nichts

DC Comics

Titel: The Curious Case of the Crime-less Clues

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Detective Comics #364)


Schon wieder Riddler! Gerade einmal eine Ausgabe von Detective Comics hatte das Dynamische Duo zum Durchatmen, jetzt ist er wieder draußen. Da sieht man es wieder: Noch vor Arkham war bereits der Knast von Gotham eine Drehtür für Gauner. Ganz schön viele Alliterationen hier? Na gut, ich hör schon auf und komme endlich zur Sache.

Jedenfalls machen Batman und Robin dieses Mal kurzen Prozess mit dem Riddler: Nach ein paar Spielereien mit Seifenblasen und einer Bombe in einer Kiste buchten sie ihn ein. Doch das Rätseln geht weiter: Die Scheinwerfer des Batmobils halten schon das nächste bereit. Wie kann das sein? Egal, der Riddler ist ja erledigt.

Am nächsten Morgen zeigt Alfred Ermüdungserscheinungen. Er hat wohl schlecht geschlafen. Beim folgenden Einsatz von Batman und Robin finden sie Dublonen zu einem weiteren Rätsel arrangiert. Die Gauner beteuern, nichts damit zu tun haben. Könnte es der Joker sein? Nein, auch er sitzt (noch) im Knast. Beim dritten Mal folgen Batman und Robin Fußspuren, die zur Decke und damit ins Nichts führen. Sehr seltsam das alles.

Wiedersehen mit dem Outsider

Am Ende finden sie heraus, dass Batman und Robin bei einer Parade in die Luft gejagt werden sollen. Auf einer Plattform sind die Figuren ihrer Schurken aufgereiht, dazwischen sollen sie dem Volk winken. Das Dynamische Duo setzt daraufhin Roboter-Doubles ein. In der Zwischenzeit suchen die beiden, undercover unters Volk gemischt, nach ihrem geheimen Widersacher. Da stößt die Pinguinfigur ein Gas aus, die Batman- und Robin-Fakes schweben davon und explodieren. Dann erspäht Bruce, wie Alfred in Ohnmacht fällt. Als er ihn auffängt hört er ihn sagen: „I–did–it! I destroyed my mortal foes–Batman and Robin!“

Bruce erkennt sofort das Lächeln des Outsiders. Ja, genau des Outsiders, der einmal in Gestalt des von den Toten auferstandenen Alfred sein Unwesen trieb. Er steckt offenbar noch immer im Körper des treuen Butlers und lenkt dessen Unterbewusstsein, um Batman und Robin auszuschalten. Alfred wusste nichts davon, weil er schlafwandelte. Aber jetzt, da der Outsider das vermeintliche Ende der beiden Helden gesehen hat, ist eine Rückkehr nicht mehr zu befürchten, sagt Dick schließlich. Na ja, warten wir’s mal ab …

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Batman Black and White kehrt zurück

Batman Black and White nach Zdarsky und Bradshaw. (DC Comics)

Am 8. Dezember 2020 will DC eine neue Miniserie von Batman: Black & White starten. Insgesamt sollen sechs Ausgaben á 48 Seiten im Prestige-Format erscheinen. Die Storys werden von bekannten Batman-Veteranen stammen sowie einigen Künstlern, die noch nicht an Batman gearbeitet haben, wie David Aja (Hawkeye), Chip Zdarsky (Sex Criminals, Daredevil, Spider-Man: Life Story) und G. Willow Wilson (Ms. Marvel, Wonder Woman). Hier die Liste der bisher bekannten Autoren und Zeichner:

  • Paul Dini & Andy Kubert
  • Tim Seeley & Kelley Jones
  • Emma Rios
  • John Arcudi & James Harren
  • Gabriel Hardman & Corinna Bechko
  • JH Williams III
  • Tom King & Mitch Gerads
  • G. Willow Wilson & Greg Smallwood
  • Sophie Campbell
  • David Aja
  • Dustin Weaver
  • Bilquis Evely
  • Joshua Williamson & Riley Rossmo
  • James Tynion IV & Tradd Moore
  • Lee Weeks
  • Chip Zdarsky & Nick Bradshaw

Das Cover zu Ausgabe 1 soll von Greg Capullo stammen, die Variant Cover werden von Peach Momoko und J.H. Williams gezeichnet. Jedes Heft soll 5,99 US-Dollar kosten.

Batman Black & White #1 (2020) Cover von Capullo, Williams und Momoko. (DC Comics)

Batman Black & White begann 1996 als vierteilige Miniserie mit jeweils fünf achtseitigen Kurzgeschichten in Schwarz-Weiß. Das strenge Konzept erwies sich als sehr fruchtbare kreative Spielwiese für die Besten der Comicbranche. Bis heute gilt der Band zu Recht als Klassiker.

Batman und Joker von Gabriel Hardman (DC Comics)

Das Konzept wurde von 2000 bis 2004 wiederbelebt, als Back-up-Storys der Serie Gotham Knights (#1-49). Später wurden diese Geschichten in Batman Black & White Vol. 2 und 3 gesammelt. In den Jahren 2013-2014 erschien eine weitere Miniserie, die als Batman Black & White Vol. 4 zusammengefasst wurde.

In diesem Jahr wurde bereits eine Harley-Quinn-Digitalserie nach ähnlichem Prinzip gestartet: Harley Quinn Black + White + Red.