Batman

Batmans Stadt der Feiglinge

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DC Comics

Titel: The Cowardly Lot

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Jorge Jimenez

Erschienen: 2021 (Infinite Frontier #0, Batman #106-111), Hardcover 2021 (Batman Vol. 4)


„This world makes cowards of us all.“ (Miracle Molly)

„Without fear there is no hope of evolution.“ (Scarecrow)

Angriff auf Arkham: Joker-Gas tötet Mitarbeiter und Insassen, auch Bane stirbt (scheinbar) mit einem Grisen im Gesicht. Dann geht das Gebäude in Flammen auf. (Schon wieder, siehe Batman Eternal Vol. 2.) Dahinter stecken Scarecrow und der Industrielle Simon Saint. Letzterer will Bürgermeister Nakano davon überzeugen, dass es eine Spezialeinheit von Polizisten braucht, den Magistrate, um dem Verbrechen in Gotham endlich Einhalt zu gebieten. Nakano will Batman und alle anderen Superhelden endlich loswerden, weil er sie als Teil des Problems ansieht.

Zugleich geht eine neue Bande auf Raubzug: Das Unsane Collective (angeführt von Master Wyze) raubt Kunstwerke von den Reichen, um das System zu ändern. Mit dabei ist Miracle Molly, eine junge Frau im schrillen Cyberpunk-Look, die Kapitalismuskritik betreibt: Menschen schuften sich zu Tode, aus Angst und in der Hoffnung auf Wohlstand, während in Wahrheit die Reichen alles für sich behalten und reicher werden. Das Unsane Collective will sich jenseits von Kategorien wie Wahnsinn und Vernunft selbst verbessern, und zwar mit Technologie. Implantate und Waffen als schöne neue Welt? Ein fragwürdiger Gegenentwurf.

Vorgeschichte zu Fear State und Future State

Batman wird verfolgt von der Polizei und kämpft mit reduzierten Mitteln gegen Schurken wie Peacemaker-01, wobei das bedeutet, dass sein Batmobil keinen Autopiloten, sondern nur eine Fernsteuerung hat. Solche Probleme hätte ich auch gern. Trotzdem gelingt es ihm, während des Kampfes mit der geschickten Platzierung von Bomben einen Morsecode zu senden … Und dann ist da noch der neue Sidekick Ghost-Maker, der hier nicht sympathischer wird, wenn er Harley Quinn durch sein Hauptquartier führt und dabei angibt, dass sein Deko-Dino größer sei als der in der Bathöhle. Seine größte Sorge ist, ob sein Auto schneller ist das Batmobil. Solche Albernheiten machen es schwer, die Figur ernst zu nehmen. Wen’s interessiert, kann seine Abenteuer im hinteren Heftteil verfolgen.

The Cowardly Lot bildet den Auftakt zum nächsten Event, Fear State (dem letzten von Autor James Tynion IV), das wiederum zu Future State führen wird, das wir bereits kennen (siehe auch Future State: Dark Detective). Dass DC hier das Pferd von hinten aufzäumt, ist das Hauptproblem an der Geschichte: Wir wissen, worauf sie hinauslaufen wird. Hier erfahren wir bloß das Wie, aber die Spannung fehlt. Zudem sehen wir immer wieder Batman in naher Zukunft in den Fängen von Scarecrow, sodass die Haupthandlung aus lauter Rückblenden besteht. Interessant ist jedoch der Aspekt, dass Scarecrow nicht sein Angstgas verströmt, sondern sein Ziel mit reinem Terrorismus erreicht – sehr zeitgemäß, aber nur bis er am Ende doch wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt.

Ansonsten ist Scarecrow mit Gasmaske und Spritzen an den Fingern ist so schaurig dargestellt wie selten. Jorge Jimenez ist ein wunderbarer Zeichner, an dem nichts auszusetzen ist, aber seine Zeichnungen sind getränkt in einer knallbunten Kolorierung: Neonfarben in pink und giftgrün, dazu ein ständiges Glühen und Unschärfen machen allein das Hinschauen auf Dauer anstrengend. Mag sein, dass es schon vorher ähnlich war, aber hier wirkt vieles einfach wie zu viel des Guten. So bunt war Batman seit den 80ern nicht mehr.

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Batman und Wonder Woman mit Gorillas im Zirkus

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Dastardly Events Aboard The Hellship!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #140)


Batman und Wonder Woman in einer Zirkusmanege, ein Dompteur mit Peitsche befielt ihnen zu brüllen und zu schnurren wie Löwen und Tiger – und die beiden Helden gehorchen aufs Wort. Dann springen sie durch brennende Reifen. Was ist denn hier los? Hat etwa die letzte Begegnung mit Catwoman (The Brave and the Bold #131) so tiefen Eindruck hinterlassen?

Nein, dieser Dompteur namens Dimitrios ist ein Schurke, der die beiden beherrscht. Batman sollte ihn für einen Industriellen finden, um dessen entführte Tochter zurückzuholen. Dimitrios ist ein Pirat, der mit Industriespionage reich geworden ist. Tochter Esmeralda soll das Geheimnis einer Solarzelle kennen, die einmal die Energiekrise lösen soll (schön wär’s!). Dimitrios will ihr das Geheimnis entlocken – mit Folter. Batman nimmt den Auftrag an, auch weil es  zur Motivation zehn Millionen Dollar Belohnung gibt, nicht für Batman sondern für eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl.

Wendungsreicher Plot

Parallel nimmt Wonder Woman die Aufgabe an, Dimitrios zu fassen. Sie arbeitet als Diana Prince jetzt für die Vereinten Nationen. Sie geht an Bord des Piratenschiffes, als zufällig gerade Batman dort in eine Falle gerät: ein Haifischbecken mit Orcas und Riesentintenfischen. WW kann ihn retten. Dann kriegen es die beiden mit dressierten Gorillas zu tun und werden mit Gas betäubt. So landen sie in der Manege des Schurken, der mit ihnen sein krankes Machtspiel treibt.

Dann folgt eine Reihe von Wendungen. Als erstes stellt sich heraus: Esmeralda und Dimitrios sind ein Paar! Sie sei freiwillig zu ihm gekommen und gedenke nicht, ihn zu verlassen, sagt sie. Aus irgendeinem Grund wirft der Schurke Batman dann die kleine Solarzelle hin, die der Held aus einem anderen unerfindlichen Grund schluckt und abhaut. Dann stellt sich heraus: Die Solarzelle ist gefälscht, Dimitrios hat den Erfinder entführt. Dann stellt sich heraus: Batman hat die Solarzelle gar nicht geschluckt, sondern nur so getan! Und überhaupt hat die Zelle nie Esmeraldas Vater gehört.

Diana als Detektivin

Batman wird wieder gefangen genommen und soll von Gorillas aufgeschlitzt werden, um die Zelle aus ihm herauszuholen. Wonder Woman befreit ihn (schon wieder). Warum aber begibt sich Batman in Gefahr, wenn doch die falsche Solarzelle in der Tasche des Erfinders steckt? Damit WW was zu tun kriegt, gibt er zu. Diana bedankt sich fürs Vertrauen. Nach einigem Hin und Her schwingt die Heldin ihr Lasso und es stellt sich heraus (Wendung Nr. 4 oder 5): Esmeralda liebt Dimitrios gar nicht! Sie hat ihn nur benutzt, um die Solarzelle zu ihrem Vater zu bringen, der wiederum alles nur inszeniert hat, um Dimitrios zu täuschen … Puh, da komme noch einer mit …

Jedenfalls wirft dann der Schurke eine Brandbombe („greek roman candle“ nennt er das) und versucht, per Helikopter zu fliehen, aber da bringt ihn Wonder Womans unsichtbares Flugzeug zum Absturz – allerdings nicht zu doll, denn der Böse muss ja noch vor Gericht gestellt werden.

Zum Schluss gibt’s Lob von Batman: „You’re quiet a detective, Diana!“ Sehr schön. Und das ganz ohne Sexismus.

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Clayface und Luthor, Gesetzeshüter

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DC Comics

Titel: Superman and Batman… Outlaws

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1965 (World’s Finest #148), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Eigentlich ist das keine richtige Clayface-Story, aber ich will sie euch trotzdem nicht vorenthalten, denn sie geht einer interessanten Frage nach: Was wäre, wenn Batman und Superman Schurken wären?

Unsere World’s Finest probieren eine neue Maschine aus, von der niemand weiß, was sie tut. Dass Superman sich nicht fürchtet, überrascht nicht, aber bei Batman mutet das Experiment etwas lebensmüde an. Beide überleben zwar, finden sich aber in einer feindlichen Parallelwelt wieder, in der sie als Verbrecher gejagt werden. Nicht nur die Polizei ballert gleich los, auch Lex Luthor und Clayface tauchen sofort auf, um die beiden mit Kryptonithandschellen festzunehmen. Clayface wird zum Geparden.

Bloß weg hier! Und tatsächlich: Clayface und Luthor sind die Helden dieser Welt, während Superman und Batman als größte Gauner gelten. Natürlich hat das mit dem schlechten Einfluss zu tun: Jonathan und Martha Kent waren als eine Art Bonnie-und-Clyde-Duo unterwegs, als sie Klein-Kal-El fanden, später plünderte er Banken für sie. Thomas Wayne war ein bekannter Einbrecher, ein „cat-burglar“, der ohne erfindlichen Grund seinen Sohn zu einem Batman gemacht hat.

Als die World’s Finest auf die World’s Worst stoßen, komm es zum unvermeidlichen Duell. Die Guten ziehen den Kürzeren. Daraufhin wollen die Bösen die Maschine klauen, um in die andere Dimension zu reisen und dort Reibach zu machen. Als die Guten das verhindern wollen, werden sie selbst gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Natürlich glaubt ihnen niemand ihre Geschichte.

Resozialisierung durch Gehirnwäsche

Während des Prozesses klauen die Bösen die Maschine, werden dabei gefilmt und dank Luthors Aussage kommen unsere Helden frei. Auf zur Bathöhle! Da ist aber niemand. Dann auf zur Festung der Einsamkeit! Clayface wird zur Rakete, bricht die Tür auf, Batman legt dem bösen Superman die Handschellen an, Superman hindert den bösen Batman, nach einer Waffe zu greifen und damit sind die Verbrecher endlich gefasst.

Zum Schluss kommt Batman eine Idee: Wie wär’s, wenn Luthor die beiden Schurken einer Gehirnwäsche unterzieht, damit sie zu anständigen Bürgern werden? Na klar: Gesagt, getan. Auch beim bösen Robin. Niemand äußert moralische oder juristische Bedenken, denn am Ende sind alle glücklich und zufrieden und winken der Menge zu. Vielleicht könnte man dasselbe mal bei Luthor und Clayface auf unserer Erde durchziehen, findet Batman. – Erschütternd.

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Batman auf Weltreise

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DC Comics

Titel: Batman – The World

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2021 (One-shot)


„Leaving Gotham from time to time is good. It can be a breath of fresh air. But sometimes the smell is the same.“ (Batman)

Vor sechs Jahren jagte Batman den Joker durch Europa, besuchte Prag, Paris, Berlin und Rom, jetzt ist er auf Weltreise unterwegs: The World heißt der Band, den DC zum Batman-Tag veröffentlicht hat, gleichzeitig in all den 14 Ländern, die Batman hier besucht, auf allen Kontinenten – außer Australien und Afrika.

Na gut, Australien ist im Grunde nur ein einziges Land (auch wenn zu dem Kontinent noch ein paar Inseln gehören, ok). Aber warum nicht Afrika? An einem Mangel an Kriminalität kann es nicht liegen. Und unter 1,3 Millionen Einwohnern dürften sich bestimmt auch geeignete Autoren und Zeichner finden. Doch anscheinend gibt es auf dem gesamten Kontinent – von Ägypten bis Südafrika – keine nennenswerte Leserschaft und von DCs Seite offenbar auch kein Interesse daran, eine aufzubauen. Aber die können auch nicht alle nur Black Panther lesen. In Grant Morrisons Batman Incorporated, als der Dunkle Ritter Filialen in aller Welt eröffnet hat, gab es noch einen afrikanischen Batwing. Diesmal wird Afrika so ignoriert wie die Antarktis.

Erster Minuspunkt, noch bevor ich gelesen habe. Was ist mit den anderen 14 Ländern?

Batman als Tourist

Wie so oft, wenn Batman um die Welt reist (z.B. in Barcelona), entsteht der Eindruck, dass es hier vor allem darum geht, Sightseeing zu betreiben. Batman wird vor verschiedene Sehenswürdigkeiten gestellt, als würde er für Urlaubsfotos posieren. Die können sich dann die jeweiligen Comicgemeinden einrahmen oder ins Album kleben, nach dem Motto: Batman war (auch) hier! Und so ziehen auch wir in The World wie japanische Touristen alle paar Seiten von Attraktion zu Attraktion, um Batman mal hier und mal da zu sehen.

Den Anfang machen Brian Azzarello und Lee Bermejo (Batman: Damed, Joker) mit den USA. In diesem Land spielen zwar bekanntlich 99 Prozent aller Batman-Storys, aber hier gibt es gar keine Story, sonndern nur eine Art Prolog, der erklären soll, warum sich Batman als Weltbürger sieht. Man kann es sich denken: weil es überall Verbrecher gibt. Dazu sehen wir ein paar Pin-ups aus der klassischen Schurkenriege. Schön gezeichnet, sonst kaum Mehrwert, da kein Wort darüber, das die USA ausmacht.

Mit Catwoman im Louvre

Ansonsten besichtigen wir wieder Prag, Rom und Paris, in Paris natürlich den Louvre samt Mona Lisa. Fast möchte man rufen: Klischee ahoi!, aber die kleine Jagd zwischen Batman und Catwoman gelingt, weil sie am Ende überrascht. In Spanien umgeht Paco Roca sämtliche Klischees, indem er Bruce Wayne einfach an einem Küstenort Urlaub machen lässt. Viele wortlose Panels lang sehen wir den überanstrengten Helden nichts tun, außer sich gehen zu lassen – und das ist herrlich erfrischend.

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Batman in Frankreich, Spanien, Tschechien. (DC Comics)

Es wird immer dann peinlich, wenn die Autoren versuchen, so etwas eine Story zu erzählen: Eine Jagd nach Bane in der Türkei muss niemanden interessieren, denn hier geht es bloß darum, das Land vorzustellen. Ebenso in Warschau, wo Bruce Wayne versucht, eine polnische Tech-Firma zu kaufen und sich zunächst Clark-Kent-mäßig mit Brille verkleidet und tatsächlich erwartet, niemand würde ihn erkennen. In Prag geht es um einen Mad Scientist, der mit Telepathen experimentiert. In Mexiko darf Batman eine Geisterfrau von ihrem Fluch erlösen und steigt dazu tief in die Frühgeschichte der Stadt hinab. Na ja …

Manches ist etwas ambitionierter, fast schon experimentell: In Rom wird die Geschichte eines doppelköpfigen Superschurken namens Janus rückwärts erzählt, bis zu einer Szene, in der Batman die Eltern eines Jungen vor einem Attentäter schützt und gerade deshalb die Schurkenkarriere inspiriert.

Sozialkritik in China und Brasilien

Nun gut, aber wäre so eine Weltreise nicht mal wert, sich den wahren Problemen und Schurken auf der Erde zu widmen? Auch das gibt’s: In Deutschland (Bayern) will der Joker zwei Umweltaktivisten für sich gewinnen und hält selbst eine flammende Ansprache gegen Erderwärmung und Umweltverschmutzung. Zusammen mit den anderen will er Bäume pflanzen und sie mit dem Blut der Klimasünder düngen. Als Batman auftaucht, um ihn zurück in die USA zu bringen, bringt Joker die tiefgründigste Äußerung des Bandes:

„Home? Come on, Batman. I’m not needed there. A mad clown has already taken a dump on the desk of the oval office, and people still love him. Whereas the Germans are so sensible and joyles. They need the Joker!“

Sozialer Probleme nimmt sich Batman ebenfalls an. In China steigt der Held in eine landesübliche historische Rüstung und wehrt sich gegen eine aggressive Gentrifizierung, die seine eigene Firma verusacht hat. Bruce Wayne übernimmt Verantwortung für seine eigenen Fehler – zusammen mit einem Sidekick namens Panda Girl.

Einen großen Sprung in Sachen Relevanz macht das Team aus Brasilien. Da beginnt es mit Straßenkriminalität und endet bei einem korrupten Politiker, der sein Volk aufhetzt. Kommt uns das bekannt vor? Natürlich: Nach Trump wird mit Bolsonaro abgerechnet. Die Moral von der Geschicht: Die wahren Helden sind die einfachen Leute, sie können wirklich was bewirken – nur wie, das verrät uns Batman leider nicht. Und wem das noch nicht banal genug ist, der liest Sätze wie „Brazil is a country of many contrasts.“ – Diese Plattitüde dürfte in so ziemlich jedem Reiseführer zu jedem Land dieser Erde stehen.

In Japan setzt sich Batman als eine Art Samurai-Krieger für die Pressefreiheit ein. Ein Künstler, der ihn für eine Zeitung gezeichnet hat, wird verfolgt und bittet Batman um Hilfe. Doch der Dunkle Ritter will das nur tun, wenn der andere aufhört, ihn zu zeichnen. So soll er sich selbst schützen und Batman nicht als Helden glorifizieren. Als der Künstler sich weigert, ändert Batman seine Meinung: „People can draw what they want, unless it’s going to harm others.“

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Batman in Korea, Japan, Russland (DC Comics)

Jetzt könnte man sich fragen, inwiefern eine Zeichnung andere verletzen kann – und wäre gleich bei der Karikaturendebatte angelangt. Würde Batman also nicht sagen: „Je Suis Charlie“? Das bleibt offen. Und so bleibt auch The World ein Band, der niemandem wehtut, sondern – wie so oft bei Anthologien – eine bunte Wundertüte bildet, mit ein paar Perlen zwischen mäßigem Füllmaterial, auch visuell ist für jeden Geschmack was dabei, sogar im Mangastil.

Mein Highlight bildet die Episode aus Russland: Ein Zeichner erzählt, wie er als in der Sowjetunion einen Batman-Stift bekommen hat und daraufhin zum Zeichner wurde, wie er nach dem Fall der Mauer Batmans Abenteuer im Fernsehen verfolgte und ihm schließlich selbst begegnet ist. Das ist mal eine ganz andere Perspektive auf den Mythos, sehr sensibel dargestellt und mit einer schönen Wendung am Ende versehen.

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Wonder Woman trifft „Bat Hombre“

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Play Now … Die Later

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1973 (The Brave and the Bold #105)


Wonder Woman trägt immer noch Weiß wie die Unschuld und auf dem Cover liegt sie ohnmächtig in Batmans Armen, der sie vor einer Harpune rettet – mit der Handlung der Geschichte hat es aber nichts zu tun.

Bruce Wayne amüsiert sich in einem spanischen Lokal in Gotham City, wo gerne Menschen aus dem Kriegsland San Sebastian verkehren. Dort trifft er die schöne Conchita und ihre Matrone. Auf der Straße werden die Frauen angegriffen, Bruce Wayne und Alfred bringen sie in Sicherheit, plötzlich ist eine Schießerei im Gange und Batman interveniert, um einen Jungen zu retten.

Entführung als Betrug?

Ein Mann namens Raoul Vasquez wird festgenommen. Er ist Revolutionär und stellt sich später als Bruder von Conchita heraus. Sie erzählen Bruce, ihr Vater sei entführt worden und sie können ihn nur gegen Lösegeld freibekommen. Bruce will das Geld auftreiben. Aber er durchschaut das falsche Spiel: Die beiden seien Betrüger, die das „spanish prisoner game“ spielen. Es gehe bloß darum, ihn abzuzocken.

Um sie zu entlarven, holt Batman Wonder Woman dazu. Sie gibt sich als neue Matrone für Conchita aus, begleitet sie zur Geldübergabe, aber die ganze Show scheint sehr überzeugend inszeniert zu sein, besonders als der Mann, der das Lösegeld entgegennimmt, erschossen wird. Nein, es ist kein Betrug, die Sache ist ernst.

Diana wird niedergeschlagen, Batman auch. Diana wird von ihrem Amazonenschutzengel gerettet (!?) und befreit dann auch Batman. Und um’s kurz zu machen: Gemeinsam befreien sie den entführten Vater von einem Schiff, Wonder Woman springt dabei durch ein Bullauge zur Rettung – und das nur, weil sie sich so schlank hält. Zum Schluss gibt es von Conchita einen Dankeskuss für „Bat Hombre“.

Habt ihr euch gerade beim Lesen gelangweilt? Ja, mir ging es ganz ähnlich …

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Die Geschichte hinter Tim Burtons „Batman“-Film

Das Startbild des Videos ist irreführend: Nein, es geht nicht um Christopher Nolans The Dark Knight, sondern um Tim Burtons Batman-Film von 1989. Genauer gesagt, es geht darum, welche Bedeutung er für die Filmgeschichte hatte, denn die Veröffentlichtung gilt hier als Geburtsstunde des modernen Blockbusters.

Tatsächlich ist der Film ein bemerkenswertes Phänomen: „It wasn’t so much about the story or the characters, it was about the event“, heißt es an einer Stelle in der Doku. Was passierte, war gar nicht so wichtig, sondern allein die Tatsache, dass hier zwei Stunden Spektakel geboten wurde – zwei Stunden Batman. Der Film löste eine zweite Batmania aus, mit Tonnen von Merchandising-Artikeln wie Spielzeug, T-Shirts und Lebensmitteln.

Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Besetzung von Michael Keaton als Bruce Wayne zunächst auf große Ablehnung stieß. Auch wenn Keaton einen guten Job gemacht hat, zeigte der Film aber: Eigentlich ist es (fast) egal, wer hinter der Maske steckt. Am meisten zählt die Maske selbst.

Das Prinzip, eine bekannte Marke zu einem Blockbuster auszubauen, hat von da an Schule gemacht. Heute ist das normal, wie man an der Flut von Superhelden-Filmen sehen kann. Hypes sind dadurch aber selten geworden.

>> Wie Batman Returns entstand

Clayface trifft Brainiac

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DC Comics

Titel: The 1,000 Tricks of Clayface and Brainiac

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1964 (World’s Finest #144), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Brainiac will sich endlich an Superman rächen und stiftet Chaos, indem er Gefängnisinsassen befreit. Zufällig ist auch Matt Hagen darunter, der keine Zeit verliert, sich wieder in Clayface zu verwandeln. Diesmal hat er allerdings keine Reichtümer im Sinn, sondern einfach nur Rache an Batman und Robin.

Doch weil Jimmy Olsen sich bei einem Angriff von Brainiac auf Superman eine Dosis Kryptonitstrahlen zugezogen hat und daher gefährlich wird für den Helden, tauschen Superman und Batman ihre Sidekicks: Robin hilft Superman, Strahlemann Jimmy fährt im Batmobil mit. Während Robin versucht, einen Riesen-Robo-Käfer mit Kryptonit von Superman fernzuhalten und dabei fast draufgeht, fällt Jimmy auf einen falschen Batman herein, der zu ihm ins Batmobil steigt. Beinahe hätte Jimmy Clayface in die Bathöhle kutschiert. Doch kaum aufgeflogen, fliegt Clayface schon als Fledermaus davon (wie schon in Detective Comics #304).

Sidekicks tauschen Rollen

Dann lockt der Mann aus Lehm Batman und Jimmy zu einer Baustelle, verwandelt sich in ein stacheliges Monster und entführt Jimmy. Superman und Robin spüren Brainiacs Versteck im Wald auf. Aus irgendeinem Grund treffen dann Brainiac und Clayface aufeinander. Sie wollen sich verbünden, um ihre Gegner zu besiegen.

Ihr grandiosr Plan: Felsbrocken auf Jimmy Olsen werfen. (Dafür bräuchte es wirklich kein Genie wie Brainiac.) Superman muss ihn retten und sich der tödlichen Kryptonitstrahlung aussetzen. Aber ein Held muss tun, was ein Held tun muss. Superman stirbt ein Panel lang den Heldentod – doch nur scheinbar, denn Jimmy war bloß ein verkleideter Robin, der kurz zuvor schnell die Rollen mit ihm getauscht hat. Wie gut, dass in Robins Allzweckgürtel immer eine passende Perücke steckt.

Brainiac ist besiegt und damit Batman und Jimmy im Robin-Kostüm auch was tun dürfen, jagen sie auf Whirlybats Clayface hinterher, der sich (wieder) als Flugsaurier davonzumachen versucht. Und weil ihm unterwegs (wieder) die Kräfte ausgehen, dürfen die Helden ihm das Leben retten, bevor er in den Tod stürzt. Damit dürften die Rachepläne endgültig erledigt sein – jedenfalls bis zum nächsten Mal.

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Am 18. September ist Batman-Tag

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DC Comics

Es ist mal wieder so weit: Am Samstag, 18. September 2021, findet mal wieder der alljährliche Batman-Tag statt. Willkürliches Datum, reiner Marketingtermin, aber reden wir nicht davon, sondern lieber von den Goodies, die man als Fan abgreifen kann.

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DC Comics

Das Wichtigste: Batman: The World. Die Anthologie schickt Batman in Kurzgeschichten einmal rund um den Globus, nach Lateinamerika, Asien, Europa und darunter auch Deutschland, genauer: Bayern. Der Band ist bereits erschienen, und zwar zeitgleich auch in deutscher Übersetzung. Die gibt es als Paperback für 20 Euro, als Hardcover für 30 und als Premium-Edition für 49 Euro. Ob sich die Anschaffung lohnt? Das sage ich euch bald, ein (englisches) Exemplar liegt bereits auf meinem Tisch.

Ansonsten schmeißt Panini in Deutschland eine Runde Gratiscomics (eine Leseprobe aus Future State) sowie Sammelkarten mit Future-State-Motiven. Teilnehmende Comicläden findet ihr auf der Panini-Seite. Der Verlag bringt zu dem Tag eine Collector’s Edition von Die drei Joker heraus sowie Batman: Der weiße Ritter – Harley Quinn als Paperpack.

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DC Comics

Leser, die der englischen Sprache mächtig sind, können sich den neuen Sammelband zu Batman Black and White Vol. 5 holen. Für Hörer startet HBO Max den zehnteiligen Podcast Batman: The Audio Adventures. Die Hauptrolle wird gesprochen von Jeffrey Wright, bekannt als Felix Leiter aus den letzten Bond-Filmen und als „The Watcher“ in Marvels Serie What if? Außerdem wird Writgh im Kinofilm The Batman (2022) als James Gordon zu sehen sein.

Mit den Audio Adventures kehrt Batman gewissermaßen wieder ins Radio zurück. Eine eigene Serie in den 40ern wie Superman hatte er zwar nicht, tauchte aber in The Adventures of Superman auf. Zuletzt 1989 und 1994 widmete ihm die BBC zwei Hörspiele: The Lazarus Syndrome und Knightfall.

Ansonsten gibt es am 18. September eine Menge digitaler Angebote von DC und Comixology hat bereits einen Batman-Day-Sale für digitale Comics gestartet. Nicht wirklich billig, aber immer noch viel günstiger als sonst und es spart Platz im Bücherregal.

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Batman und Wonder Woman beim Autorennen

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: The Widow-Maker

Autor/Zeichner: Mike Sekowsky

Erschienen: 1970 (The Brave and the Bold #87), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Batman beim Autorennen? Mit Bat-Helm samt Logo und Ohren, mit flatterndem Cape im Rennauto, auf dem der Name WAYNE prangt? Und Diana Prince alias Wonder Woman jagt im Auto nebenher? So einiges mutet in dieser Geschichte sehr verkehrt an. Aber der Reihe nach.

Im Jahr 1969 verlor Wonder Woman ihre Kräfte und ihr Kostüm und bekämpfte als Diana Prince in Weiß das Verbrechen, während sie nebenher eine Modeboutique betrieb. Ihr Mentor wurde I Ching, ein blinder Chinese, der sie auch hier begleitet, als sie sich bei einem Autorennen in Frankreich eine Modenschau ansieht.

Bruce Wayne flirtet mit Diana Prince

Zufällig ist auch Bruce Wayne da, weil er gerade selbst beim Rennen mitfährt. Er weiß, dass Diana Wonder Woman, sie aber nicht, dass er Batman ist. Bruce will trotzdem mal Hallo sagen. Nicht nur weil Amerikaner im Ausland zusammenhalten müssen (!), sondern auch, weil sie „very, very pretty“ ist (!!). Also baggert Playboy Bruce drauflos, auch wenn er gar kein Playboy mehr sein will.

Zufällig findet Diana heraus, dass ein deutscher Rennfahrer namens Willi van Dort, der den „Widow Macher“ fährt, jeden umlegt, der seinen Sieg gefährdet – in dem Fall Bruce. Der nimmt es zunächst mit Willis Handlangern selbst auf, als sie nachts in seine Werkstatt einbrechen, um sein Auto zu sabotieren. Als er Diana und Ching sieht, lässt er sich helfen, damit die anderen nicht hinter sein Geheimnis kommen. Dabei leidet das Ego: „I can’t let a woman and a blind man rescue me — My male ego won’t let me!“ Man sieht: Macho Batman ist noch nicht wirklich in der Moderne angekommen.

Warum Diana kein Rennen fahren darf

Bruce bekommt einen Schlag auf den Kopf und darf auf ärztliche Anweisung hin nicht mehr Rennen fahren. Diana will für ihn übernehmen, doch Bruce weist sie ab mit den Worten: „You don’t have a racing licence, among other things!“ Was diese „anderen Dinge“ sein sollen, bleibt offen, aber man kann es sich denken: Diana ist eben kein Mann. Und der einzige Mann, der mit Bruce Wayne mithalten kann, ist Batman – daher lässt er lieber ihn für sich antreten. Er tut so, als würde er dafür James Gordon anrufen. Zum Glück tut er nur so, denn der Polizeichef hat sicher Besseres zu tun. Batman aber anscheinend nicht, denn er stürzt sich samt Publicitymeute ins Rampenlicht und setzt sich in ein Auto, auf dem WAYNE steht, ohne dass auch nur jemand Verdacht schöpft.

Leider ist Willi auch nicht gut auf Batman zu sprechen, der der Held einst den Vater, einen größenwahnsinnigen Schurken, hochgenommen hat. Während Batman also das Rennen fährt, versucht Willi mit allerlei schmutzigen Tricks, ihn auszuschalten. Seltsamerweise merkt das sonst niemand. Um ganz sicher zu gehen, hat Willi rund um die Rennstrecke seine Leute aufgestellt, die Batmans Reifen zerschießen sollen. Diana fährt also herum und schaltet die Attentäter aus, während Batman sich gegen Klingen, Blendattacken und Ölspuren wehren muss.

Den Platten kriegt dann Diana, doch alle Probleme lösen sich von selbst, denn Willi wird unabsichtlich von seinem eigenen Lakaien ins Jenseits befördert. Egal, denn Hauptsache Batman siegt. Und ohne eine Träne für den Toten zu vergießen fragt für Bruce, ob Diana mit ihm essen will. Ja, sagt sie, aber nur wenn er die Kaution für sie zahlt, denn sie ist wegen Autodiebstahl dran …

Auch abgesehen vom Chauvinismus: eine selten dämliche Story.

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Clayface wird Superman

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DC Comics

Titel: The Clayface Superman

Autor/Zeichner: Dave Wood/Jim Mooney

Erschienen: 1964 (World’s Finest #140), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Es beginnt – mal wieder – mit einem Knastausbruch. Matt Hagen hat eine Flasche mit seinem Zaubermittel (verwandelt als Maulwurf) im Hof des Gefängnisses vergraben, nun gräbt er es wieder aus, trinkt und macht sich als Geier auf und davon. Dann braut er sich erst mal neues Zeug zusammen, das aber nur fünf Stunden wirkt. Genug, um verwandelt als Hund, sich eine wertvolle Briefmarkensammlung zu schnappen.

Batman und Robin jagen auf Whirlybats hinterher, versuchen ihn wieder mit einem Lasso einzufangen, doch er kommt als Delfin davon. Das Dynamische Duo scheint nicht dazu zu lernen. Aber es zählt ja zum Glück, was unterm Strich raus kommt. Und es mag woh an dieser Erfolgsquote liegen (100 Prozent), dass sie von der Stadt mit einem eigenen Batman Day geehrt werden. Doch dann klaut Clayface die goldene Batman-Trophäe.

Zum Glück ist Superman da! Doch als Clayface den Stählernen heranfliegen sieht, kommt ihm die beste Idee überhaupt: Er nimmt die Form von Superman an. Und siehe da: Mit der Form kommen auch sämtliche Superkräfte hinzu! Nachdem ein Duell im Untentschieden endet, raubt Clayface-Superman Banken, Geldtransporter, Museen, Juweliere aus und da er vor lauter Gier vergessen hat, eine Tasche einzupacken, die groß genug ist, wirft er das Raubgut auf die Straße und rollt es im Asphalt ein. Doch mit dem riesigen Swag-Wrap kommt er nicht weit.

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Clayface-Superman rollt seinen Swag-Wrap. (DC Comics)

Denn mit den Superman-Kräften kommen auch die Schwächen: Clayface knickt ein vor Kryptonit. Superman bringt beim zweiten Mal ein Stück rotes Kryptonit mit, das Clayface durchdrehen lässt. Zuerst will er ein Passagierschiff versenken, dann zerreißt er Elektroleitungen und schließlich entdeckt er Batmans Geheimidentität und schreibt sie in die Luft – die größte anzunehmende Katastrophe in einem Batman-Comic früher Jahre.

Doch bevor das Geheimnis publik wird, lassen auch schon die Kräfte nach. Fünf Stunden sind rum. Und zum Glück kann sich Hagen später an nichts mehr erinnern. Glück gehabt.

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