Batman

Poison Ivy und der Smaragdschädel

DC Comics

„Let the green revolution begin!“ (Poison Ivy)

Im Jahr 1997 bekamen die Annuals ein gemeinsames Rahmenkonzept verpasst: Unter dem Label Pulp Heroes wurden die DC-Superhelden in die Genres der Groschenromane gesteckt, also gewissermaßen zu ihren Ursprüngen zurückgeführt. „I Was The Love-Slave of a Plant-Based Killer“ von Alan Grant und Stefano Raffaele (Shadow of the Bat Annual #5) ist eine typische Detektivstory: Ein abgehalfterter Privatschnüffler namens Potato (der seinen Namen seinem vernarbten Gesicht zu verdanken hat) bekommt Besuch von Pamela Isley alias Poison Ivy, die ihm den Auftrag gibt, nach einem antiken Smaragdschädel zu suchen. Eintausend Dollar pro Woche überzeugen ihn, da braucht es keinen giftigen Kuss mehr, aber er bekommt ihn trotzdem.

Natürlich erweist sich die Dame als Femme fatale, denn der Kristallschädel bringt nur Ärger und bringt unseren Helden in Todesgefahr, aus der ihn Batman retten muss. Als Ivy ihren Schädel kriegt, stellt sich heraus, dass er Zauberkräfte hat. Mit ihm erschafft die Schurkin ihre typischen Mensch-Pflanzen-Hybride, um die Welt, wie wir sie kennen, zu zerstören und nach eigenem Bilde wiederaufzubauen.

All das ist nicht neu, das gab es schon ohne Zauberkristall, aber eben noch nicht im Hardboiled-Pulp-Genre. Obwohl kaum ein Klischee ausgelassen wird, gibt es doch einige schöne Momente. Zum Beispiel ruft der Held Batman, indem er sich ein Batsignal mit einer Taschenlampe bastelt und es an eine beliebige Hauswand wirft – der Trick funktioniert, Batman eilt sofort herbei.

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Poison Ivys Schattendasein

DC Comics

Titel: Batman & Poison Ivy: Cast Shadows

Autor/Zeichner: Ann Nocenti/John Van Fleet

Erschienen: 2004 (One-Shot)


„Ivy’s mind is as twisted as these vines. She’s got the logic of a pretzel.“ (Batman)

In Gotham baut sich ein reicher Schnösel ein Hochhaus, das alle überragt. Es ist so groß, dass sein Schatten sogar bis nach Arkham reicht (obwohl das bekanntlich außerhalb oder am Rand der Stadt liegt) und ausgerechnet auf das Zellenfenster von Poison Ivy fällt und so angeblich ihrer Pflanzenkultivierung abträglich ist. Auch wenn die Sonne bekanntlich die Eigenschaft hat, zu wandern und die Beeinträchtigung nur kurz dauern dürfte, ist Ivy stinksauer. Es braucht eben ein Motiv, um die Geschichte in Gang zu setzen – und sei es auch noch so banal.

Kurz darauf drehen ein paar Männer durch und bringen sich im Wahn in Gefahr. Batman greift ein, kommt nach Arkham und sieht Ivy im Gewahrsam Pflanzen züchten – angeblich ist sie fast geheilt. Batman holt sie raus, um mit ihr zu ermitteln, was es mit dem Gift auf sich hat, das die Männer durchdrehen lässt. Ist aber keine gute Idee, denn Ivy sucht das Weite.

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Harley und Ivy gehen nach Hollywood

DC Comics

Titel: Harley & Ivy

Autor/Zeichner: Paul Dini/Bruce Timm

Erschienen: 2004 (#1-3), Hardcover 2016 (Deluxe Edition); dt. Panini 2015 (Mad Love)


Seit 1993, ein Jahr nach der Einführung von Harley Quinn in Batman TAS, sind Harley und Poison Ivy ein Team. In den Comics der Batman Adventures traten sie ebenfalls zusammen auf, zuerst im Holiday Special, dann in Batman and Robin Adventures #8, wo sie den Wunderknaben zu ihrem unfreiwilligen Helfer machten. 2001 gab es den One-Shot Love on the Lam, drei Jahre später fanden sich Paul Dini und Bruce Timm (Mad Love) wieder zusammen für einen Dreiteiler: Harley and Ivy.

Der Plot: Harley und Ivy wollen eine seltene Pflanze klauen, mit der man ganz Gotham in willenlose Sklaven verwandeln kann. Ivy hat nämlich keine Lust, alle zu küssen (außerdem funktioniert ihr Gift nur bei Männern). Der Plan geht gründlich schief, was vor allem Harleys Tollpatschigkeit zu verdanken ist. Batman bringt sie nach Arkham zurück, Ivy hasst Harley abgrundtief. Doch als Ivy ausbricht, folgt ihr Harley nach und es beginnen zwei weitere Abenteuer. Zuerst fahren die zwei nach Lateinamerika, um sich die begehrte Pflanze zu besorgen, wo sie gegen die Abholzung des Regenwaldes kämpfen, dann übernehmen sie die Produktion eines Batman-Films, um das Geld für sich abzuschöpfen. Das Resultat: Wahnsinn.

Harley & Ivy als „Pinky & Brain“

Anders als bei Mad Love geht es hier nicht um eine Vertiefung von Charakteren oder Beziehungen. Harley und Ivy bilden bloß ein Chaos-Duo á la Pinky & Brain, wobei Harley natürlich den Pinky-Part übernimmt. Man hat das Gefühl, man schaut einen albernen (wenn auch toll gezeichneten) Slapstick-Cartoon, in dem Gewalt nie tödlich endet. Das ist auch gar nicht schlimm, wenn man kurzweilige Unterhaltung und Schmunzler erwartet, aber es bleibt das Gefühl zurück, dass die Miniserie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Harley war in Mad Love alles andere als ein Dummchen. Und was die dauergenervte Ivy an ihr findet, bleibt auch offen.

Wer ein Fan ist und das trotzdem lesen möchte, der sei gewarnt: Harley & Ivy gibt es auf Englisch derzeit nur als teure Deluxe Edition, angereichert mit Kurzgeschichten, die zum Teil auch in der Deluxe Edition von Mad Love enthalten sind. Deutlich ökonomischer ist daher die deutsche Ausgabe von Mad Love, die auch die Miniserie enthält. Ein Schritt, den auch DC endlich mal gehen sollte.

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Harley und Ivy hecken was aus

DC Comics

Titel: Harley and Ivy: Love on the Lam (dt. Liebe macht Diebe)

Autor/Zeichner: Judd Winick/Joe Chiodo

Erschienen: 2001 (One-shot)


Harley Quinn wird mal wieder vom Joker rausgeworfen, nachdem sie sich ungefragt in einen Streit mit Two-Face eingemischt hat. Daraufhin beschließt sie, sich selbständig zu machen und eigene Beute zu machen: Sie will sich bei Branaco, der größten Telekommunikationsfirma, einhacken und ihr Vermögen stehlen. Dafür holt sie sich Poison Ivy als Helferin. Die weigert sich zunächst, wenn es nur darum gehen sollte, den Joker zu beeindrucken. Harley soll sich von ihm lossagen. Da fällt Harley ein, dass Branaco die Umwelt zerstört – und schon ist Ivy überzeugt.

Die Hälfte der Story ist damit rum, der Rest ist nicht weiter der Rede wert. Der Plan wird stümperhaft ausgeführt, geht schief, Batman und Robin kommen dazwischen. Batman kämpft gegen ein grünes Pflanzenwesen, am Ende wird alles in die Luft gejagt, ohne dass auch nur ein Mensch zu schaden kommt. Harley und Ivy kriegen alles, was sie wollen, nur nicht, was sie brauchen. Harley kehrt zum Joker zurück – und bekommt wieder einen Tritt in den Hintern verpasst …

Banal, mäßig witzig und cartoonhaft, aber ausdrucksarm gezeichnet.

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Batman mutiert zum Monster

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 2 Fear State

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Detective Comics #1040-1046, Batman Secret Files: Huntress #1), Hardcover 2022


Fear State? Ach ja, da war noch was … Das Hauptevent mag vorbei sein, aber es gibt noch diese Ergänzung in Detective Comics, die man – wie die meisten Tie-ins – nicht braucht.

Doch zuvor beendet Autorin Mariko Tamaki ihre Story rund um Roland Worth (Detective Comics Vol. 1: The Neighborhood). Zur Erinnerung: Dieser Millionär bezichtigt immer noch Bruce Wayne für den Mord an seiner Tochter. Ganz ohne Beweise will er ihn töten (lassen). Dafür hat er auch eine Polizeiwache in die Luft gejagt. Bruce hat’s überlebt, meldet sich nun wieder bei der Polizei (wie ein guter Bürger), lässt sich erneut festnehmen, kommt aber nach einer Nacht frei, weil sein Alibi überzeugt. Dafür steht jetzt sein Haus in Flammen.

Mr. Worth verbündet sich mit dem Pinguin und fordert Batmans Anwesenheit. Dann bekommt er das Vile-Serum verabreicht, das ihn vorübergehend zum Monster mutieren lässt, das Worths Tochter umgebracht hat. (Interessante Logik.) Dank Huntress kann er aus dem Schlamassel rauskommen, ohne selbst zum Mörder zu werden.

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Poison Ivys Paradies im Niemandsland

DC Comics

„Some things are worth dying for, Batman.“ (Poison Ivy)

Nach dem großen Beben von Gotham (und nach langem Hickhack) wird die Stadt vom Rest der USA abgeschottet und zum Niemandsland erklärt. Die meisten Bewohner verlassen die Stadt. Zurück bleiben nur die Helden und Hilflosen und natürlich auch die Schurken, die das Territorium unter sich aufteilen. Poison Ivy nimmt natürlich Robinson Park für sich in Anspruch und macht daraus ihren persönlichen Garten Eden, in dem sie auch die Waisenkinder der Stadt aufnimmt („Fruit of the Earth“; Shadow of the Bat #88/Batman #568/Detective Comics #735, 1999).

Da kommt Clayface um die Ecke und bietet ihr einen Deal an: Ivy lässt Obst und Gemüse im Park wachsen, die Kinder ernten es und Clayface verkauft es an die Stadtbewohner, damit sie nicht an Skorbut erkranken. Es könnte so schön sein, doch dann nimmt Clayface Ivy gefangen und macht sie und die Kinder zu seinen Sklaven.

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Ist Batman ein Superheld?

Neulich habe ich mal wieder ein Nicht-Batman-Comic gelesen, das sehr gelungene Freaks von Frank Schmolke (basierend auf dem Drehbuch von Marc O. Seng zum Netflix-Film). Doch auch da wurde ich mit Batman konfrontiert. Ein kleiner Junge trägt sein Kostüm. Und dann sagt eine andere Figur zu ihm: „Batman? Das ist aber kein Superheld, sondern nur ein reicher Schnösel. Superkräfte hat der keine.“

Das Argument habe ich schon oft gehört und gelesen: Batman ist eigentlich kein (echter) Superheld, da er keine Superkräfte hat. – Aber stimmt das?

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Poison Ivy und der Weltfrieden durch Hanf

DC Comics

Im Jahr 1996 hatte Poison Ivy gleich zwei größere Auftritte in Batman-Comics. In „Systemic Shock/Violent Reactions“ (Detective Comics #693-694, von Chuck Dixon und Staz Johnson) versprüht ein Pollenallergiker Entlaubungs- und Pflanzenvernichtungsmittel in Gotham. Naturgemäß hat Poison Ivy etwas dagegen, denn sie mag nur natürliche Gifte, die von Pflanzen produziert werden. Also bereitet sie für die Arkham-Ärzte einen Salat mit Tollkirschen, die sind naiv genug, den zu essen, und so bricht sie aus, um den Pflanzenfeind aufzuhalten.

Muss ich darüber noch mehr sagen? Ich denke nicht, daher gehen wir mal zur zweiten Geschichte aus dem Jahr 1996 über – die ist auch viel interessanter.

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Acht Jahre Batman-Projekt

Batman in Berlin, an der East Side Gallery. (Foto: leg)

Und wieder ein Jahr rum. Zumindest für mich. Seit acht Jahren schon begleitet mich Batman jede Woche. Über 1500 Beiträge und über 70 Comiclisten sind bisher im Batman-Projekt zusammengekommen – zuletzt ein Riesen-Essay über The Killing Joke, der mich viel Kraft gekostet hat. Keine Ahnung, wie ich all das geschafft habe, aber sicher hat auch der große Zuspruch damit zu tun. Daher: Vielen Dank an alle Leser, Kommentatoren und Unterstützer!

Was kommt als Nächstes? Ein paar Abenteuer mit Poison Ivy werden uns über den Sommer begleiten. Ende Juli möchte ich mich endlich einem Tabuthema zuwenden: Ace, the Bat-Hound! Lange habe ich mich davor gedrückt, aber da ein Animationsfilm namens Super-Pets ins Kino kommt, dachte ich mir: Wenn es einen Anlass gibt, über Hunde zu schreiben, ist es dieser. Außerdem habe ich dank Marvel wieder Lust auf Crossover bekommen: Batman/Grendel steht noch aus, aber auch Team-ups mit Planetary und Tarzan.

Weitere potenzielle neue Comic-Highlights in diesem Jahr: Robin & Batman von Jeff Lemire und Dustin Nguyen, One Dark Knight von Jock sowie die One Bad Day-Reihe. Außerdem steht uns noch zweimal Tom King bevor mit Killing Time und Batman/Catwoman – da ich kein Fan bin, halte ich die Erwartungen klein, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Wenn ihr die Seite mögt, würde ich mich über weitere Unterstützung freuen. Ich weiß, das Leben wird für uns alle teurer, aber ein kleiner Soli würde schon helfen, die Kosten für diese schöne und werbefreie Seite zu decken. Meine Zeit kriegt ihr gratis dazu. 😉

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

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Batman und das Reptil

DC Comics

Titel: Batman Reptilian (dt. Das Reptil)

Autor/Zeichner:  Garth Ennis/Liam Sharp

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022


Ein Monster läuft in Gotham frei herum. Ein Schwergewichtsboxer, der beschuldigt wird, eine Frau geschlagen und vergewaltigt zu haben, wurde freigesprochen. Batman taucht vor dem Gerichtsgebäude auf und nennt ihn einen Feigling. Der Boxer langt zu, Batman nimmt das zum Anlass für Notwehr. Dann aber werden Tote aufgewunden, bestialisch abgeschlachtet von einer ganz anderen Bestie. Nach und nach müssen auch Batman’s Erzschurken dran glauben. Als letztes bleiben Joker und Killer Croc übrig. Doch Croc selbst ist nicht das Monster – er hat es aber selbst hervorgebracht …

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