Gerry Conway

Wonder Woman gegen Superman – und die Atombombe

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DC Comics

Titel: Superman vs. Wonder Woman

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Jose Luis Garcia-Lopez

Erschienen: 1978 (All-New Collectors‘ Edition #C-54), Reprint 2020; dt. Panini 2021


„I don’t believe it! Wonder Woman hit me! She actually hit me! Even if she is a woman — no one treats me that way–And I mean no one!“ (Superman)

Das Jahr 1942. Superman kämpft an der Front gegen Japan mit. Er wirft mit feindlichen Flugzeugen um sich, aber keine Sorge: Die fliegen automatisch, daher muss der Strahlemann niemanden töten. Superman versenkt ein japanisches U-Boot und erfährt vom Kapitän, dass ein japanischer Agent nach Mexiko gereist ist, um mit einem Nazi etwas zu verhindern, das sich „Manhattan Project“ nennt. Superman weiß noch nicht, dass es sich dabei um den Bau der Atombombe handelt.

Das findet Wonder Woman heraus, die in Washington D.C. Nazis jagt. Die sind leicht zu erkennen an ihren Glatzen und den riesigen Hakenkreuzen auf Brust und Rücken (die fehlen in der deutschen Fassung). Nachdem sie zufällig Albert Einstein rettet und ihr eigenes Land ausspioniert, wird ihr klar, was sich hinter Project Manhattan verbirgt – und ist entsetzt. Weil sie befürchtet, die Bombe könnte die nächste Büchse der Pandora sein, will sie verhindern, dass sie eingesetzt wird.

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Superman vs. Wonder Woman (DC Comics)

Also fängt Wonder Woman an, in Chicago mit einer Straßenlaterne zu randalieren, um einen Kernreaktor zu zerstören. Das erregt Supermans Aufmerksamkeit und die beiden prügeln sich die Seelen aus dem Leib. Wonder Woman versucht zwar, ihm ihren Grund zu erklären, aber Superman beharrt auf seinem Patriotismus: „I’ve lived in America, and I trust my adopted country.“ Als ob Vertrauen in die Heimat Massenmord und Massenvernichtung rechtfertigen würde – Superman ist hier nicht gerade ein Superbrain.

Da man mit Argumenten nicht weiterkommt, kloppt man sich weiter dort, wo niemand verletzt werden kann, nämlich auf dem Mond. Doch auch als die beiden dort Ruinen einer vergangenen Zivilisation entdecken und Wonder Woman herausfindet, dass die sich mit Atomwaffen ausgelöscht hat, ist das Superman herzlich egal.

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Wonder Woman teilt gegen Superman aus. (DC Comics)

In der Zwischenzeit verbündet sich Baron Blitzkrieg mit Sumo, dem Samurai, um die Atombombe zu stehlen. Klingt bescheuert, ist aber so. (Das kann nur getoppt werden von „Captain Nazi“ – den gibt’s bereits seit 1941 …) Der Baron trägt ein knallgelbes Kostüm mit eiserner Maske (wie Doctor Doom) und sechs Hakenkreuzen, damit es keine Missverständnisse ob seiner Geisteshaltung gibt (auch hier nur im Original zu sehen). Erst ein SOS-Ruf per Blinklicht von der Erde kann die beiden Helden zurückholen, um gegen die wahren Feinde zu kämpfen.

Dieser Battle Royale folgt also dem klassischen Muster, das die Menschheit bereits seit dem Gilgamesch-Epos kennt und das besonders beliebt in Superheldencomics ist: Zuerst misst man miteinander die Kräfte, um einzusehen, dass der Feind ein anderer und man zusammen am stärksten ist. Das ist etwas blöd, aber es erfüllt seinen Zweck. Was an dem Kampf auffällt: Wonder Woman schlägt als erste zu – und sie teilt auch am meisten aus. Tatsächlich sieht man Superman nur einmal zuschlagen und er hadert mit sich, einer Frau Gewalt anzutun. Klar, Frauen zu schlagen steht niemandem gut, erst recht nicht einem Superman.

ACHTUNG SPOILER: Die beiden kloppen sich also gegen die Schurken und die Bombe geht trotzdem hoch.

Am Ende verspricht Präsident Roosevelt, er werde die Bombe niemals einsetzen, solange er Präsident sei. Geschickt, denn das übernimmt dann sein Nachfolger Harry S. Truman mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945, bei dem insgesamt über 100.000 Menschen sofort sterben und noch einmal etwa  130.000 an den Folgeschäden bis Ende des Jahres.

Wonder Woman erweist sich im Epilog als hellsichtig. Sie weiß, dass früher oder später jemand die Büchse der Pandora öffnen wird. „And once the demons escape, they can never be recaptured … not if we try and try … till the end of time.“ Sehr weise. Nur leider schweigt Superman dazu – und wirkt dadurch nicht klüger als zuvor.

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Wiedersehen für Batman und Wonder Woman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Yesterday Never Dies

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #158)


Furchterregender als Scarecrow! Gefährlicher als der Joker! – Das soll der neue Schurke sein, der Batman und Wonder Woman hier erwartet, heißt es jedenfalls auf dem Cover. Aber kann die Story das halten? Schauen wir doch mal rein.

Drei maskierte Gauner versuchen, eine Diplomatenparty in New York auszurauben. Zufällig ist Bruce Wayne da, der immer sein Batman-Kostüm dabei hat und dessen eigentliche Superkraft darin besteht, sich in Windeseile umziehen zu können. Nach ein paar Schüssen, die danebengehen und einigen Faustschlägen, die ihr Ziel treffen, ist die Sache erledigt.

„Deja vu“ und Flashback

Batman zieht sich wieder seinen Smoking an und wen sieht er da wieder? Diana Prince, die mittlerweile sein Geheimnis kennt. Doch da taucht ein weiterer Maskierter auf: ein neuer Schurke mit einer Blasenpistole. Diesmal zieht sich Diana um. Kaum platzen die Blasen, sieht Wonder Woman aber ihren Geliebten Steve Trevor sterben – schon wieder. (Das ist bereits in WW #180 passiert.)

Der Schurke hat es eigentlich auf einen französischen Botschafter abgesehen, der sich wegen eines Deals mit Bruce Wayne trifft. Er traumatisiert den Mann und droht, es dürfe keine Deals zwischen den USA und Frankreich geben. Dann droht er noch, die geplante Konferenz in Paris dürfe nicht stattfinden. Gezeichnet: „Deja vu!“

Der Mann stammt übrigens selbst aus Frankreich, was etwas verwundert, denn ein Franzose würde eher „Déjà-vu“ schreiben, mit Strichen nach rechts und links und einem dazwischen, aber anscheinend hat er eine Rechtschreibschwäche oder er passt sich dem Niveau der US-Leserschaft an (wobei auch Amerikaner das eigentlich richtig schreiben). Jedenfalls ist es unseren Helden egal, die nennen ihn einfach „Flashback“.

Im Finale: Faust ins Gesicht

Und fliegen trotzdem nach Paris. Während Bruce Wayne konferiert, untersucht Wonder Woman eine Chemiefabrik, zu der sie das Gas zurückverfolgt. Dort trifft sie den Schurken wieder, aber ohne ihn fassen zu können. Erst später treffen die Helden wieder auf „Flashback“, diesmal bringt er Batmans altbekanntes Trauma zurück, den Tod seiner Eltern, allerdings mit einem Clou: Batman gibt Wonder Woman die Schuld – und dafür setzt es Keile. Mit knapper Not kann sie ihn mit ihrem Lasso zurück zur Wahrheit bringen.

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Batman schlägt Wonder Woman. (DC Comics)

Derweil bringt unser Schurke weiterhin seine unerwünschten Bonbons unter die Leute. Wonder Woman wirbelt mit dem Lasse das Gas weg, der Schurke ist eingenebelt und kann nichts sehen, da verpasst ihm Batman eine und knockt ihn so aus. Darin besteht hier das wahre Déjà-vu für die Leser, hunderte Male haben wir es schon gesehen: Meistens endet eine Geschichte damit, dass Batman einem ins Gesicht schlägt. Aber dazu besteht oft gar kein Anlass. Monsieur Flashback ist wehrlos, sogar orientierungslos. So jemanden schlägt man nicht einfach, sondern fesselt ihn und führt ihn ab. So würde es jedenfalls die Polizei machen. Alles andere wäre unrechtmäßige Polizeigewalt. Aber Batman ist eben Batman. Batman schlägt gern Leute. Er darf das. Er muss es sogar tun, sonst wär’s ja öde.

Und so ist die Standpauke, die ihm Diana am Ende hält, keine Rüge, sondern eine Motivationsrede: Wie der Schurke sei zwar auch er von Hass auf Kriminelle getrieben, aber er (Bruce) rettet immerhin Leben. Oft gehört, aber Bruce ist dankbar für die Erinnerung. Déjà-vus haben also auch ihren Wert. Na dann bis zum nächsten Wiedersehen!

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Killer Croc ist nicht zu fassen

DC Comics

Wie Jason Todd auf Batman traf, habe ich bereits erzählt – in Second Chances. Doch die Geschichte von 1987 lief vier Jahre zuvor, in ihrer ersten Variante, noch ganz anders ab – und war eng verknüpft mit dem ersten Auftritt von Killer Croc.

Erster Auftritt ist vielleicht zu viel gesagt, denn Croc taucht in Detectice Comics #523 (1983) zunächst als graue Eminenz auf, ein Mann mit Trenchcoat und Hut, dessen Gesicht im Schatten liegt. Er ist der Chef einer kleinen Bande von Gaunern, die Solomon Grundy dafür benutzen, Pelze zu stehlen. Dafür dass Grundy Schaufenster einwirft, bekommt er die Puppen zum spielen. Batman betrachtet Grundy trotz seines Bewusstseins nicht als Lebewesen und lockt ihn in eine Falle, in der er verbrennt. Zwar hat Batman hinterher keine Gewissensbisse, hinterfragt aber immerhin sein Tun. (Wenn ihr mich fragt, ist es kaltblütiger Mord.)

Eine Ausgabe später, in Batman #357, arbeitet Croc für einen Gangsterboss, der sich The Squid nennt und einen Riesen-Kalmar als Haustier hat, den er mit unliebsamen Menschen füttert. Squid lässt den Sloan-Zirkus um Schutzgeld erpressen (10.000 Dollar pro Tag würde jeden in den Ruin treiben). In diesem Zirkus arbeiten auch die Flying Todds mit Jason als Trapezkünstler – wie damals auch die Flying Graysons. Die Geschichte von Dick Grayson scheint sich zu wiederholen. Dick lernt die Todds kennen.

Batman kommt Squid auf die Spur, landet aber im Wassertank als Kalmar-Futter (Detective Comics #524). Nachdem er entkommt, verlässt Croc seinen Chef und nennt ihn einen Loser. Als Squid ihn daraufhin packt, fällt Croc der Hut vom Kopf und wir sehen zum ersten Mal seine schuppige Haut. Beim zweiten Kampf zwischen Batman und Squid erschießt Croc seinen ehemaligen Boss aus der Ferne. Batman jagt dann den mysteriösen Killer.

Killer Crocs Vorgeschichte

Croc macht sich weiterhin in der Unterwelt einen Namen als Dieb. Schließlich findet er in seinem geheimen Apartment Batman – und ist ganz und gar nicht erfreut. Nachdem er Batman niedergeschlagen hat, sprengt Croc alles in die Luft, weil der Eindringling seine Privatsphäre ruiniert hat. (Jeder, bei dem schon mal eingebrochen wurde, kennt sicher das Gefühl.) Bei der nächsten Konfrontation in der Kanalisation kann Croc wieder entwischen. Hier erfahren wir, dass er einst ein Zirkusfreak in Florida war, wo er mit Alligatoren gerungen hat. Noch später kommt die typische Vorgeschichte einer traurigen Jugend, die im Knast endete.

Nach dem jüngsten Kampf mit Batman denkt Croc, er habe ihn getötet. Also versammelt er Gothams Unterwelt im Reptilienhaus des Zoos und ruft sich als neuer Oberboss von Gotham aus (Batman #359). Weil aber die anderen ihn daran erinnern, es gäbe da noch Tony Falco, der zwar im Knast sitzt, aber immer noch das Sagen hat. Croc bricht ins Gefängnis ein und metzelt Falco dahin. Wieder taucht Batman auf, wieder scheitert er gegen ihn. Croc scheint übermächtig zu sein.

Alle Schurken gegen Batman

In der Zwischenzeit zieht Dick Grayson die Eltern von Jason Todd in seine Suche nach Croc hinein. Sie finden ihn, werden von ihm ermordet und den Krokodilen im Zoo zum Fraß vorgeworfen. Das geschieht in Detective Comics #526, die deshalb eine extragroße Jubiläumsausgabe ist, weil Batman hier seinen 500. Auftritt in der Serie feiert. (2020 feierte man in Detective Comics #1027 den 1000. Auftritt.) In der Story All My Enemies Against Me versammelt Croc alle bekannten und einige unbekannte Schurken, um gemeinsam endlich Batman zu erledigen.

Alle gegen einen: Detective Comics #526 (DC Comics)

Catwoman und Talia al Ghul sind nicht so begeistert von der Idee. Sie büchsen aus, um ihren Geliebten zu warnen und helfen ihm gemeinsam, die Gefahr abzuwehren. Doch einen richtigen Plan scheint die Schurkenriege nicht zu haben. Riddler, Cavalier und Scarecrow sind schnell besiegt, der Mad Hatter fällt vor einen Zug und stirbt. Ähnlich geht es später weiter: Die Schurken werden jeweils in leicht verdaulichen Kleingruppen zusammengeschlagen. Am Ende bleibt nur der Joker übrig.

Jason Todd entdeckt die Bathöhle. (DC Comics)

Dick Grayson bringt den um seine Eltern besorgten Jason nach Wayne Manor, wo dieser die Bathöhle entdeckt und sich ein alternatives Robin-Kostüm anzieht. Der noch amtierende Robin und Batgirl entdecken derweil, was Croc den Todds angetan hat – Jason ahnt nichts davon. Erst am Ende, als Batman in einer Brauerei gegen Croc kämpft, erfährt er die grauenhafte Wahrheit und kann dabei helfen, den Schurken bewusstlos zu schlagen. (Zuvor rettet er auch Catwoman und Talia, die mit Batman gefangen genommen wurden.)

Jason Todd probiert sein erstes Robin-Kostüm an. (DC Comics)

Dick Grayson gibt sich die Mitschuld am Tod der Todds und will Jason adoptieren. Bruce Wayne bietet dem Waisen Trost wie einst auch Dick.

Erst in Batman #366  wird Jason Todd erstmals offiziell, wenn auch noch nicht mit dem Segen von Batman, zu Robin. Nach dem Reboot verliert er seinen Zirkus-Bezug und wird zu einem Kleinkriminellen, der nach kurzer Zeit als Robin vom Joker getötet wird (A Death in the Family). Schließlich feiert Jason seine Wiederauferstehung als Red Hood.

Hinweis: Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd ist nachzulesen in Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3 (2019).

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Per Angstgas nach Arkham

DC Comics

Titel: The 6 Days of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #503), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Ein Bürgermeisterkandidat will Batman loswerden, Bruce Wayne träumt von Selina Kyle – der erste März, ein ganz normaler Tag in Gotham also. Doch dann wird Batman nachts plötzlich von einem Pfeil in den Nacken getroffen. Woher der Angriff kommt, wird erst am nächsten Tag deutlich, als James Gordon bei einem Treffen plötzlich große Angst vor Bruce Wayne verspürt.

Batman merkt es, als er einen Überfall verhindern will: Die Menschen rennen vor ihm davon. „Am I going mad? Or has the Batman become so fearful a figure — he terrorizes even the innocent?“ Nein, bester Detektiv der Welt, es ist die andere, etwas wahrscheinlichere Erklärung: Scarecrow! Wer sonst? Ähnliches ist ja bereits in Batman’s Evil Eye (Detective Comics #389, 1969) passiert. Die Vogelscheuche hat auf einer Farm, unterhalb einer Scheune, ein Supergeheimlabor gebaut mit lauter Wissenschaftlern in weißen Kitteln. Dort hat er eine Angstdroge entwickelt, mit der man sogar Füchsen Angst vor Kaninchen einjagen kann.

Da er nicht mehr vor die Tür gehen kann, ohne dass er jeden in Panik versetzt, verordnet Batman sich selbst Quarantäne und denkt:

„How ironic. I chose my disguise as the Batman to strike fear into the criminal heart … but now I’ve become so frightening, I don’t dare show my face on the street! Is this how my career ends? Am I to become a prisoner of my own mystique?“

Er schickt Robin und Batgirl los, für ihn die Detektivarbeit zu übernehmen. Währenddessen treiben Scarecrows Schergen in Vogelscheuchenkostümen ihr Unwesen im Gotham Trade Center, wo sie mit Angstgas um sich schmeißen. Sie entkommen, weil Robin von hinten einen Sack über die Rübe gepfeffert bekommt.

Batman als Vogelscheuche

Der Fetzen eines Maiskolbens ist später die Spur, die die beiden Hiwis nach Hudson County führt, weil es da die nächsten Maisfelder gibt. Und natürlich ist die offensichtlichste Spur die richtige, aber Batgirl hat sogar den Stadt herausgefunden, wo sich Scarecrow versteckt. Dort finden die beiden eine Vogelscheuche mit einer Batman-Puppe – und brechen vor Angst zusammen.

Dann setzt Scarecrow eine Puppe, die aussieht wie er in Gordons Büro und teilt ihm mit, dass er Batgirl und Robin festhält. Natürlich immer noch maskiert. Natürlich bringt er sie nicht sofort um, sondern will ihnen Angstpheromone spritzen. Doch dagegen hat Batman was einzuwenden. Scarecrow schickt eine Robotereule auf seinen Gegner los, Batman zündet etwas Heu an, setzt die Eule in Flammen und es bricht ein Brand aus, weil in der Scheune alles voller Heuballen ist, wohl als Füllung für die Kostüme.

Durch einen sehr unwahrscheinlichen Zufall bekommt Scarecrow selbst sein Angstserum gespritzt und hat am Ende sogar Angst vor sich selbst. So landet er erstmals im neuen Arkham Hospital. Damit ist der moderne Scarecrow endlich so wie wir ihn heute kennen.

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Alfred bekommt eine Tochter

DC Comics

Titel: The Man Who Killed Mlle. Marie/Who Shot Mlle. Marie?

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #501-502), Hardcover 2017 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 1), Paperback 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth)


Alfred Pennyworth und Lucius Fox bekommen jeweils ein Telegramm aus Paris und brechen plötzlich dorthin auf. Bruce Wayne ist skeptisch und reist hinterher. Dort erklärt ihm der Geheimdienst, dass die beiden einst im Zweiten Weltkrieg den französischen Widerstand unterstützt haben, Alfred für den britischen, Lucius für den amerikanischen Geheimdienst. Unabhängig voneinander haben sie mit der berühmten Widerstandskämpferin Mademoiselle Marie gekämpft. Aber die wurde eines Tages von einem Unbekannten ermordet. Alfred und Lucius werden nach Frankreich geholt, um den Mord aufzuklären. Doch als Batman die beiden aufsucht, werden sie von einigen Resistance-Kämpfern überfallen, angeführt von einer gewissen Julia Remarque, der Tochter von Mlle. Marie. Batman will sie beschützen, aber da schlägt ihn Alfred von hinten nieder, um Julia zu schützen. Daraufhin beschuldigt sie Alfred des Mordes an ihrer Mutter.

Während Batman in einer Scheune gefesselt wird, hält Julia mit den anderen ein Tribunal ab, bei dem der Schuldige bereits feststeht. Doch Alfred schweigt zu den Vorwürfen. Batman befreit sich und versucht, innerhalb eines Tages Alfreds Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. Das gelingt ihm auch so schnell, dass man sich fragt, warum nicht Julia von selbst darauf gekommen ist. Aber es ist nicht die einzige Frage, die offen bleibt. Denn während der Ermittlung stellt sich heraus, dass Julia Alfreds Tochter ist. Alfred wusste es von Anfang an, hat sie finanziell unterstützt, aber offenbart sich ihr gegenüber bis zum Schluss nicht als Vater. Angeblich um sie nicht zu verstören. Aber ist sie mit ihrer Rachsucht nicht schon verstört genug? Warum sollte er nach dem ganzen Drama nicht die Wahrheit sagen?

Damit endet dieser Zweiteiler seltsam unbefriedigend. Alfreds wahre Verwandtschaft wird zwar erweitert (nach seinem Bruder und seiner Nichte), aber es bleibt alles ohne Folgen. Alle kehren zurück zum Status quo, sodass Alfred weiter nur Ersatzvater für Bruce und Ersatzgroßvater für Dick Grayson spielen muss.

Ach ja: Und was hat am Ende Lucius Fox mit all dem zu tun? Warum wurde auch er nach Paris gebracht? Keine Ahnung.

(Julia Pennyworth bekommt viel später, in Batman Eternal, eine größere Rolle in Alfreds Leben.)

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Warum Hugo Strange sich für den besseren Batman hält

Titel: The Double Life of Hugo Strange

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #356), Paperback 2018 (Batman Arkham: Hugo Strange), Hardcover 2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3)


Hugo Strange hat ein neues Hobby gefunden: sich wie Batman verkleiden. Diesmal hat er einen neuen finsteren Plan. Als Bruce Wayne von einem Date mit Vicky Vale zurückkehrt, wird er von einem Gas betäubt. Er kommt wieder zu sich und ist plötzlich in Wayne Manor. Alfred begrüßt ihn mit Tee, dann mit einem Messer. Bruce knockt ihn aus, Alfred verschwindet und taucht plötzlich wieder, als wäre nichts gewesen, mit Tee auf.

Hugo Strange beobachtet das Szenario über eine Kamera und freut sich. Denn das Ganze ist ein böses Spiel. Im echten Wayne Manor fragen sich Alfred, Dick und Vicky, wo Bruce bleiben mag. Bruce steigt im falschen Zuhause unter die Dusche, da versucht Robin, ihn zu erwürgen. Bruce kann es noch verhindern, Robin verschwindet und taucht als ahnungsloser Dick wieder auf. Dann wird auch Bruce klar: Es sind alles Roboter.

Er steigt in die Batcave, da erwartet ihn schon Hugo Strange, rasiert und im Batman-Kostüm. Er ist so nett, für den anstehenden Zweikampf Bruce ein weiteres zu reichen. Während der sich umzieht, erklärt Strange, wie er Thornes Mordversuch überlebt hat (siehe Strange Apparitions, Detective Comics #472, 1977). Man prügelt sich, als Robin dazukommt, sieht sich Strange plötzlich besiegt und jagt seinen Wayne-Manor-Nachbau in die Luft. Am Ende rettet Batman noch Alfred vor einem Bruce-Wayne-Roboter, der ihn zu erschießen versucht.

Aber wozu der ganze Aufwand mit Kostümen, Robotern und Nachbau? „Because you’re the best, Batman! I built this house–this cave–my mandroids–not only to confuse you–but also to test myself–so I’d be ready to assume your fallen mantle.“ Hugo Strange hält sich selbst für einen besseren Batman, weil er keine Schwächen hat: Er ist skrupelloser.

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 3)

Titel: Beware the Eyes of Baron Tyme/Fugitive from Blind Justice/Peal of the Devil-Bell/Scream of the Gargoyle

Autor/Zeichner: Gerry Conway, Martin Pasko/Steve Ditko, Pablo Marcos

Erschienen: 1976 (Man-Bat #1-2, Detective Comics #458-459)


Im Jahr 1976 bekam Man-Bat sogar eine eigene Serie. Sie hielt allerdings nur zwei Ausgaben durch. Immerhin wurde die Geschichte später in zwei Ausgaben von Detective Comics zu Ende erzählt.

Zunächst wird Francine Langstrom wieder rückfällig, weil sie von einem Schurken namens Baron Tyme manipuliert wird, um für ihn Morde zu erledigen. Dieser bunt gekleidete Typ residiert in einem Schloss und spielt mit schwarzer Magie, um Macht anzuhäufen. Außerdem hat er ein paar fiese Illusionstricks drauf.

Als Batman auf Francines She-Bat-Eskapaden aufmerksam wird, will er zunächst Man-Bat ausschalten, doch nach einiger Erklärung heilen sie Francine und Man-Bat zieht alleine los, um den bösen Baron zu besiegen. Ihm ist es wichtig, sich von Batman zu emanzipieren: Er will nicht mehr auf dessen Hilfe angewiesen sein.

Im zweiten Heft kriegt es Man-Bat mit dem Ten-Eyed-Man zu tun, einem Attentäter, der seine Augen in den Fingerspitzen trägt (was erhebliche Nachteile hat, wenn er seine Hände benutzt). Er bekommt den Auftrag, Man-Bat zu töten, weil jemand ein persönliches Problem mit Vigilanten und anderen Monstern hat.

Während Langstroms Freunde eine Party für ihn feiern, muss er als Man-Bat den Attentäter zur Strecke bringen. Und dann wird es albern. Der Schurke hält sich bei einer Explosion die Hände vor seine blinden Augen – und wird dadurch erst recht blind. Orientierungslos fällt er vom Hochhaus. Man-Bat macht sich keine große Mühe, hinterherzuspringen, um ihn zu retten.

Kurz darauf (in Detective Comics #458) wird Francine wieder kontrolliert von einem Schurken, verwandelt sich wieder in She-Bat und folgt dem Ruf einer Glocke zu einer alten Kirche. Ein Dämon in Menschengestalt lockt sie und Man-Bat her, um sie zu steinernen Gargoyles zu machen. Wieder hat alles eine magische Vorgeschichte rund um Flüche usw., die allerdings den Leser nicht zu bezaubern vermag.

Wieder muss Man-Bat seine Frau retten (Detective Comics #459). Wieder bleibt sie bei all dem das passive Opfer. Ihre Superkräfte gelten als Fluch, weil sie immer wieder von bösen Mächten missbraucht werden. Kirks Kräfte hingegen dienen heldenhaften Zwecken. Die Geschichte über die beiden erschöpft sich in Wiederholung, da es an interessanten neuen Ideen fehlt. Das ist zwar schade, aber am Ende vielleicht doch das geringere Übel, dass dieses Konzept eingestellt wurde.

In den Jahren 1977 und 1978 tauchte Man-Bat allerdings regelmäßig in der Serie Batman Family auf (ab Ausgabe #11), ein Konzept, das eine Zeit lang auch in Detective Comics fortgesetzt wurde.

>> Liste der Man-Bat-Comics

Catwoman rächt sich an Batman

DC Comics

Titel: Never Scratch a Cat

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #355)


„We are responsible for each other.“ (Batman)

Bruce Wayne lässt nichts anbrennen. Nachdem seine kurze Romanze mit Selina Kyle gescheitert ist, bandelt er jetzt mit Vicky Vale an. Selina sieht das nicht gern. Sie steigt in ihren Catillac und drängt das Paar in ihrem Auto von der Fahrbahn ab, man landet im Wasser.

Als Batman Selinas Appartment aufsucht, muss er gegen einen Panther kämpfen, obwohl er Tierquälerei nicht ausstehen kann. Armer Batman! Die Spur führt ihn zu einem Lagerhaus und dort kommt es zu einem erbitterten Kampf. Selina hasst Batman, macht ihm Vorwürfe, sie will ihn töten. Aber als er am Boden liegt, erbarmt sie sich seiner. Er zeigt sich verständnisvoll, gibt ihr eine zweite Chance, eine Katharsis („CATharsis“) und entschuldigt sich bei ihr.

Aufmerksame Leser werden sich wundern, dass Catwoman hier weiß, dass Batman Bruce Wayne ist. Diese Aufklärung hat es nie gegeben. Und tatsächlich: Autor Gerry Conway ist hier ein Fehler unterlaufen, der bald darauf wieder rückgängig gemacht wurde.

>> Liste der Catwoman-Comics

Two-Face unterm Messer

Harvey Dent soll operiert werden

Titel: Second Chance (dt. Sein schlimmster Feind)

Story/Drehbuch: Paul Dini, Michael Reeves/Gerry Conway

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series, S02E15)


Two-Face ist auf dem Weg der Besserung. Harvey Dent hat seine böse Seite im Griff, jetzt soll er auch eine plastische Chirurgie bekommen. Bruce Wayne zahlt. Doch kaum liegt Harvey unterm Messer, kommen Typen mit Maschinengewehren in den OP und entführen ihn. Batman und Robin verfolgen die Entführer und finden zwei Spuren: Die eine führt zu Rupert Thorne, die andere zum Pinguin. Aber wer ist der Auftraggeber?

Two-Face mit Münze

Die deprimierende Antwort: Harvey Dents schlimmster Feind. Batman zieht allein los, um ihn zu fassen, Robin soll zuhause bleiben, denn es wird persönlich. Batman gerät in Gefangenschaft, Two-Face wirft eine Münze, die auf der Kante stehen bleibt. Immer wieder. Ein alter Trick, den wir schon aus den Comics kennen: Batman hat die Münze ausgetauscht.

Münze auf der Kante

Am Ende kommt es zu einer dramatischen Entscheidung: Two-Face hängt am Abgrund, Batman hält ihn an einer Hand fest, in der anderen hält Two-Face seine falsche Münze fest. Doch Überleben heißt nur Rückkehr nach Arkham. Armer Harvey. Manche wollen einfach nicht gesund werden.

Second Chance ist eine gelungene und tragische Fortsetzung des Zweiteilers Two-Face. Zusammen bilden sie eine Art Trilogie, die man auch als einen Film schauen kann. Die Episode zeigt drastisch die Hoffnungslosigkeit dieser gescheiterten Existenz.

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Bewährungsprobe für Two-Face

Titel: Half A Hero …/Is Better Than None!

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1982 (Batman #346/Detective Comics #513), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„–there are two sides to every story!“

Weil Two-Face keine Bewährung bekommt, bricht er aus dem Knast aus. Er schafft das, indem er die Wärter mit seinem Münzwurf hypnotisiert. Wie er den Rest mit den Gittern, Schlössern und Mauern geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Aber halten wir uns nicht an Details auf: Er nistet sich in einem Halfway House ein, einem sogenannten Übergangshaus für Ex-Knackis auf dem Weg zur Besserung. Aber der tragische Harvey pflegt dort bloß seine alten, schlechten Angewohnheiten: Er teilt das Haus in eine luxuriöse, saubere sowie eine schäbige Seite und beheimatet dort zwei Gangs, von denen eine sauber und eine schäbig herumläuft.

Batman hat zunächst keine Ahnung, wo er suchen soll, aber dank einer zündenden Idee, kommt er doch darauf, sich das Übergangshaus anzusehen – was anscheinend niemandem sonst eingefallen ist. (Wo sind die alten Bewohner hin? Wo die Angestellten? Was ist eigentlich los mit dem Justizvollzug in Gotham? Noch so ein ungelöstes Rätsel…) Für Batman wird das Haus zur Todesfalle. Er wird mit einem Gas bewusstlos gemacht und eingesperrt und auch fast abgeknallt, aber jedes Mal, wenn Harvey ihn erschießen will, fällt seine Münze auf die unversehrte Seite.

Als das Glück ihn verlässt, entkommt der machtlose Held durch einen Trick: Er formt sich aus einem Stück Plastik eine Gesichtshälfte, mit der er Two-Face in gewisser Weise den Spiegel vorhält. Two-Face wird an sein eigenes Trauma erinnert, bekommt Mitleid, öffnet die Tür – und wird zum Dank ausgeknockt. Wieder reicht nur ein Hieb. Ins Gesicht. Immer auf die Schwachstelle … Armer Harvey!

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