Batman 1939: Doctor Death

Titel: The Batman Meets Doctor Death/The Return of Doctor Death

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Bob Kane

Erschienen: 1939 (Detective Comics #29-30), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Die dritte und vierte Batman-Story fallen durch drei Neuerungen auf: Sie stammen von einem neuen Autor, Gardner Fox, sie bilden einen Zweiteiler und sie führen den ersten Superschurken ein, einen Mad Scientist namens Doctor Death.

Der heißt eigentlich Karl Helffern und hat aus Pollenextrakten ein Gift entwickelt, mit dem er reiche Leute erpressen will. Vorher will er jedoch „Bat-Man“ aus dem Weg schaffen. Dazu gibt er eine Zeitungsanzeige auf, in der steht, dass sich Batman einen Brief für John Jones bei der Post abholen soll. Bruce Wayne geht hin (keinen kümmert’s) und der Brief führt ihn zu einem Apartment.

Erstmals sehen wir Batman bei der Vorbereitung: Er nimmt Handschuhe und Knieschoner mit Saugnäpfen mit, um die Wand hochgehen zu können, außerdem steckt er Tränengas in seinen Gürtel, der zum ersten Mal eine Funktion bekommt. Die Leser bekommen alles gezeigt: Wie Batman in seinem roten Auto hinfährt, wie er es an einem abgelegenen Ort parkt, wie er sich mit einem Lasso am Haus hochzieht und dann weiter hinaufkrabbelt – wie eine Riesenfledermaus, heißt es, aber es wirkt eher wie eine Spinne.

Batman überwältigt die zwei Auftragskiller, die schon auf ihn warten, und bedroht sie mit ihrer Waffe: Wenn sie ihm nicht verraten, wo Helffern ist, will er sie erschießen. Doch da wird er von Doctor Deaths Diener, einem Inder namens Jabah, angeschossen. Er rettet sich mit seiner Gaskapsel und schwingt sich wieder vom Dach. Da er noch keinen allseits begabten Alfred hat, muss ihn sein Hausarzt zusammenflicken.

Als Jabah loszieht, um sein erstes Opfer zu töten, rettet Bruce Wayne den Mann, dann folgt ihm Batman in Helfferns Geheimversteck und erwürgt ihn offenbar mit einem Lasso. Helffern haut ab, will eine Feuerkapsel nach Batman werfen, der kommt ihm mit einem Feuerlöscher zuvor und Helffern verbrennt durch seine eigene Waffe. „Death … to Doctor Death“, sagt Batman. Aber da täuscht er sich.

In der nächsten Ausgabe, die ein paar Tage später spielt, ist der Schurke wieder da und hat sein erstes Opfer getötet. Nun will er auch die Diamanten von der Witwe stehlen. Da Jabah tot zu sein scheint (warum, bleibt unklar), muss der Kosake Mikhail die Beute besorgen. Wieder kann ihm Batman folgen, wieder wird nach ihm geschossen, doch diesmal entgeht er der Kugel und bricht dem Diener das Genick mit einem Tritt.

Als Batman die Beute von dem Pfandleiher zurückholen will, stellt der sich als verkleideter Doctor Death heraus. Diesmal überlässt Batman ihn der Polizei.

Batman erscheint als sehr finsterer Charakter mit noch längeren Ohren, die wie Teufelshörner wirken. Vielen Panels sind wortlos und nur seinen dramatischen Auftritten gewidmet. Batman schwingt sich aber auch immer wieder, das Gesicht im Schatten, durch die Nacht, wobei Bob Kane (wie auf dem Cover) immer wieder die gleiche Pose benutzt – ein einfallsreicher Zeichner war er nicht. Außerdem fällt auf, dass Batman bevorzugt durch Fenster steigt, einmal öffnet er es, einmal springt der durch das Glas – damit nimmt er bereits die Fledermaus vorweg, die ihm in seinem späteren Origin als Omen erscheinen wird, aber auch sonst gehören zu einem dramatischen Auftritt stets Splitter.

Batman wird bereits zu Beginn seines dritten Abenteuers als „legendary figure“ bezeichnet. Er ist eine Legende noch bevor er richtig angefangen hat. Und er ist skrupellos: In bisher jedem Heft stirbt jemand durch seine Hand, auch wenn er selbst keine Schusswaffe bei sich trägt.

Batman: I’ll kill you!

>> Batman 1939-1949

 

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