Batman-Splitter #1: Glasbruch

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Kaum wurde ich darauf aufmerksam gemacht, muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn ich es sehe: Batman springt durch Fensterscheiben. So gut wie jedes mal, wenn er einen Schurken angreift oder ein Opfer rettet. Immer ist das Glas im Weg. Immer muss der Held – mal mit Bein, mal mit Arm voran – durchbrechen und hoffen, dass ihn die Splitter nicht verletzen. Dafür ist ja auch zum Teil der Umhang da – wenn Batman ihn nicht gerade braucht, um seinen Sturz zu bremsen. Aber Fenster scheinen so etwas wie Batmans natürliche Feinde zu sein, er erledigt sie massenweise und ohne jeden Kommentar, immer beiläufig und ohne Verletzung. Daher ist es schwer nachvollziehbar, dass der Pinguin erst so spät auf die Idee kommt, eine Glaserei aufzumachen. Die Glaser in Gotham müssen reich sein, ihr Schutzpatron ist Batman.

Die Sache hat natürlich ihren Ursprung bei der Fledermaus, die laut Frank Miller nicht – wie noch bei Bob Kane – durchs offene Fenster hereingeflogen kam, sondern bei einem Gewitter durchs Fenster brach. (Noch so ein Aspekt, der den Glasbruch begleitet: Blitz und Donner – aber dazu später mehr.) Man muss sich fragen, wie glaubwürdig das ist. Wie groß und schwer muss eine Fledermaus sein, wie schnell muss sie fliegen, um selbst eine einfach verglaste Scheibe zu durchbrechen? Zoologen werden jetzt sagen: Das spielt keine Rolle, eine Fledermaus müsste die Scheibe orten können, daher ist es gar nicht möglich, dass sie dagegenfliegt. Es sei denn – sie ist taub.

Das wiederum gibt zu denken: Denn was sagt es über Batman aus, dass er eine orientierungslose Fledermaus zum Omen und Vorbild nimmt? Kann es sein, dass die moderne Geschichte von Batman nur auf einem Missverständnis beruht? Dass die Fledermaus eigentlich ausdrückt, der Weg des Vigilantentums sei ein Irrweg? Liegt darin vielleicht die eigentliche Tragödie der Figur, dass sie sich eine Aufgabe aufbürdet, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist? Wir wissen es nicht, was mit der Fledermaus passiert ist, nachdem sie das Fenster durchbrochen hat. Wir wissen nur, dass Batman in der Folge oft am Boden lag …

In der Neuerzählung des Batman-Mythos von Scott Snyder (Zero Year) sind es übrigens viele Fledermäuse, die durch das offene Fenster geflogen kommen, und eine, die sich auf der Büste von Thomas Wayne niederlässt. Was allerdings nichts an Batmans destruktiver Methode ändert. Und auch nichts an seinem Werdegang.

Eigentlich ergibt es keinen Sinn, dass Batman, der sonst eher davon profitiert, unbemerkt zu bleiben, so lautstark in Erscheinung tritt. Es sei denn, es handelt sich um einen Notfall. Aber manchmal kommt man nicht umhin, eine Lust am Vandalismus zu bemerken. Wie zum Beispiel in Penguin: Pride and Prejudice. Da kracht Batman nur durchs Oberlicht, um den Pinguin mal kurz was zu fragen. Dadurch sprengt der Held aber die Party und versaut dem Schurken die Laune. Batman ist ein Sadist, der am liebsten andere Menschen durch Fenster wirft (siehe The Dark Knight Returns) – natürlich nur, wenn sie es verdienen …

Ja, der Sprung durchs Fenster ist ein Klischee, ebenso wie Batmans plötzliches Verschwinden jede Konversation mit Gordon beendet, aber es gehört eben dazu. Was wäre Batman ohne dramatische Auftritte? So eine berstende Scheibe sieht halt immer wieder cool aus …

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