Bob Haney

Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

>> Liste der Man-Bat-Comics
>> The Brave and the Bold

Werbeanzeigen

Die rebellischen Musterknaben

super sons

DC Comics

Titel: Superman/Batman: Saga of the Super Sons

Autor/Zeichner: Bob Haney/Dick Dillin u.a.

Erschienen: 1972-1980, 1999 (World’s Finest #215, 216, 221, 222, 224, 228, 230, 231, 233, 238, 242, 263), Paperback 2017


Was wäre, wenn Superman und Batman Söhne hätten? Die Antwort auf diese Frage fällt ernüchternd aus: Dann hießen die Söhne Clark Jr. und Bruce Jr., würden genauso aussehen wie ihre Väter und auch die gleichen Kostüme tragen. Kurz: Sie wären Superman und Batman. Na ja, Superman Jr. wäre nur halb so stark wie sein Vater, denn immerhin ist er dank einer menschlichen Mutter nur ein halber Kryptonier, er könnte auch nur springen und nicht fliegen. Aber Batman 2 wäre im Grunde wie das Original, nur eben einfältiger.

Wenn da nur nicht die Väter wären! Denn denen gefällt es gar nicht, dass die beiden Helden spielen wollen. Aus ihnen soll mal was Anständiges werden (also nicht so wie ihre Väter). Clark und Bruce sorgen sich um ihre Söhne, ebenso wie die Mütter, deren Identität wir kurioserweise nie erfahren. Aber diese konservative Einstellung dient nur dazu, dass sich die beiden als Rebellen behaupten können. Sie pfeifen auf ihre Väter und ziehen auf einem Motorrad durchs Land, um Abenteuer zu erleben – auf den Spuren von Easy Rider. Erster Stop: Sparta City, wo sie einen Verbrecherring hochnehmen wollen.

Was also tun, wenn die Kleinen bocken? Vorsichtsmaßnahmen treffen! Superman erschafft sicherheitshalber eine temporäre Parallelstadt, in der sich die beiden austoben können. Um den Gangsterboss zu erledigen, täuschen die Super Sons sogar ihren eigenen Tod vor – mit Erfolg. Doch was nützt das, wenn die Stadt bloß Fake war? Egal, sagt Superman, da die Aufgabe schwerer war als die Realität, haben sich die Junioren erst recht bewiesen. Außerdem sei der echte Gangster an einem Herzinfarkt gestorben. Ach ja, am besten sind immer noch die Probleme, die sich in Wohlgefallen auflösen …

Wie schon Green Lantern und Green Arrow sind Superman und Batman Jr. für die soziale Sache unterwegs. Sie gehen gegen einen skrupellosen Unternehmer vor, der Grubenarbeiter wie Sklaven hält und sie setzen sich für einen Stamm von Inuit ein. Die wohl interessanteste, weil philosophischste Geschichte handelt von der Frage, ob der Mensch gut sei oder nicht. Unsere Helden begleiten zwei Wissenschaftler, die einen isolierten Stamm in der Antarktis untersuchen. Batman schlägt sich auf die Seite des Forschers, der beweisen will, der Mensch sei schlecht. Dabei setzt der Mann sehr fragwürdige Methoden ein und Batman muss seine Haltung überdenken. Am Ende gibt es sogar eine überraschend uneindeutige Antwort auf die Ausgangsfrage. Damit ist der Tiefgang dieser „Saga“ allerdings erschöpft.

Die Söhne erweisen sich selbst als radikal, als sie Batman und Superman anklagen, sich nicht um die wahren Probleme der Welt zu kümmern. Obwohl der Vorwurf haltlos ist, spricht eine Jury die World’s Finest absurderweise schuldig und sie kommen in einen Knast, der nur von Stacheldraht zusammengehalten wird. Die Väter revanchieren sich, indem sie sich vor ihren Söhnen als Green Arrow und Flash ausgeben, später täuscht Batman sogar seinen Tod vor. Es bleibt ein angespanntes Verhältnis, das nie zu einer richtigen Lösung kommt.

Die Super Sons haben auch meist anderes zu tun. Sie erleben haarsträubende Abenteuer auf der ganzen Welt und einmal sogar mit Lex Luthor auf einem fernen Planeten. Ein beliebtes Motiv sind die Geisterstädte: Im einem Abenteuer kommen die Nachwuchshelden durch eine leere Stadt, die von Aliens heimgesucht wurde, in einer anderen finden sie eine Westernwelt voller Schießwütiger vor, eine Stadt wird von Frauen beherrscht.

Das allein wäre noch nicht schlimm, wenn die Feministinnen nicht so männerfeindlich wären und drakonische Strafen für Bagatellen und sogar Wohltaten verhängen würden. Clark und Bruce Jr. kommen ins Gefängnis, weil sie einer Frau das Leben retten wollten. Am Ende stellt sich heraus, dass auch diese Frauen unter dem Einfluss eines bösen Aliens standen. Bruce beweist sich als Macho, als er die Frauen schließlich mit einem forcierten Kuss „heilen“ will. Heute nennt man das einen sexuellen Übergriff … Die radikal-liberalen Super Sons sind also auch nichts anderes als Instrumente des Establishments weißer Männer und damit ganz und gar keine Späthippies im Geiste von Easy Rider.

Aber was lesen wir da überhaupt? Sind es Imaginary Tales, handelt es sich um die Zukunft oder eine Parallelwelt? Ein Hinweis darauf findet sich nicht. Eine Geschichte von Dennis O’Neil erklärt am Ende: Die Super Sons sind nur eine Computer-Simulation von Superman. Dann erkennt die Simulation aber, dass sie eine ist und die Söhne brechen in die reale Welt aus, nur um Chaos zu stiften und sich wieder selbst auszulöschen. Ganz am Ende werden die Super Sons als Elseworlds-Figuren wiederbelebt. Verwirrend, aber schließlich irrelevant, denn diese bemühten und oft lächerlichen Gedankenexperimente sind entbehrlich.

>> Liste der World’s Finest-Comics