Bob Haney

Batman und Wonder Woman mit Gorillas im Zirkus

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Dastardly Events Aboard The Hellship!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #140)


Batman und Wonder Woman in einer Zirkusmanege, ein Dompteur mit Peitsche befielt ihnen zu brüllen und zu schnurren wie Löwen und Tiger – und die beiden Helden gehorchen aufs Wort. Dann springen sie durch brennende Reifen. Was ist denn hier los? Hat etwa die letzte Begegnung mit Catwoman (The Brave and the Bold #131) so tiefen Eindruck hinterlassen?

Nein, dieser Dompteur namens Dimitrios ist ein Schurke, der die beiden beherrscht. Batman sollte ihn für einen Industriellen finden, um dessen entführte Tochter zurückzuholen. Dimitrios ist ein Pirat, der mit Industriespionage reich geworden ist. Tochter Esmeralda soll das Geheimnis einer Solarzelle kennen, die einmal die Energiekrise lösen soll (schön wär’s!). Dimitrios will ihr das Geheimnis entlocken – mit Folter. Batman nimmt den Auftrag an, auch weil es  zur Motivation zehn Millionen Dollar Belohnung gibt, nicht für Batman sondern für eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl.

Wendungsreicher Plot

Parallel nimmt Wonder Woman die Aufgabe an, Dimitrios zu fassen. Sie arbeitet als Diana Prince jetzt für die Vereinten Nationen. Sie geht an Bord des Piratenschiffes, als zufällig gerade Batman dort in eine Falle gerät: ein Haifischbecken mit Orcas und Riesentintenfischen. WW kann ihn retten. Dann kriegen es die beiden mit dressierten Gorillas zu tun und werden mit Gas betäubt. So landen sie in der Manege des Schurken, der mit ihnen sein krankes Machtspiel treibt.

Dann folgt eine Reihe von Wendungen. Als erstes stellt sich heraus: Esmeralda und Dimitrios sind ein Paar! Sie sei freiwillig zu ihm gekommen und gedenke nicht, ihn zu verlassen, sagt sie. Aus irgendeinem Grund wirft der Schurke Batman dann die kleine Solarzelle hin, die der Held aus einem anderen unerfindlichen Grund schluckt und abhaut. Dann stellt sich heraus: Die Solarzelle ist gefälscht, Dimitrios hat den Erfinder entführt. Dann stellt sich heraus: Batman hat die Solarzelle gar nicht geschluckt, sondern nur so getan! Und überhaupt hat die Zelle nie Esmeraldas Vater gehört.

Diana als Detektivin

Batman wird wieder gefangen genommen und soll von Gorillas aufgeschlitzt werden, um die Zelle aus ihm herauszuholen. Wonder Woman befreit ihn (schon wieder). Warum aber begibt sich Batman in Gefahr, wenn doch die falsche Solarzelle in der Tasche des Erfinders steckt? Damit WW was zu tun kriegt, gibt er zu. Diana bedankt sich fürs Vertrauen. Nach einigem Hin und Her schwingt die Heldin ihr Lasso und es stellt sich heraus (Wendung Nr. 4 oder 5): Esmeralda liebt Dimitrios gar nicht! Sie hat ihn nur benutzt, um die Solarzelle zu ihrem Vater zu bringen, der wiederum alles nur inszeniert hat, um Dimitrios zu täuschen … Puh, da komme noch einer mit …

Jedenfalls wirft dann der Schurke eine Brandbombe („greek roman candle“ nennt er das) und versucht, per Helikopter zu fliehen, aber da bringt ihn Wonder Womans unsichtbares Flugzeug zum Absturz – allerdings nicht zu doll, denn der Böse muss ja noch vor Gericht gestellt werden.

Zum Schluss gibt’s Lob von Batman: „You’re quiet a detective, Diana!“ Sehr schön. Und das ganz ohne Sexismus.

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Wonder Woman trifft „Bat Hombre“

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Play Now … Die Later

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1973 (The Brave and the Bold #105)


Wonder Woman trägt immer noch Weiß wie die Unschuld und auf dem Cover liegt sie ohnmächtig in Batmans Armen, der sie vor einer Harpune rettet – mit der Handlung der Geschichte hat es aber nichts zu tun.

Bruce Wayne amüsiert sich in einem spanischen Lokal in Gotham City, wo gerne Menschen aus dem Kriegsland San Sebastian verkehren. Dort trifft er die schöne Conchita und ihre Matrone. Auf der Straße werden die Frauen angegriffen, Bruce Wayne und Alfred bringen sie in Sicherheit, plötzlich ist eine Schießerei im Gange und Batman interveniert, um einen Jungen zu retten.

Entführung als Betrug?

Ein Mann namens Raoul Vasquez wird festgenommen. Er ist Revolutionär und stellt sich später als Bruder von Conchita heraus. Sie erzählen Bruce, ihr Vater sei entführt worden und sie können ihn nur gegen Lösegeld freibekommen. Bruce will das Geld auftreiben. Aber er durchschaut das falsche Spiel: Die beiden seien Betrüger, die das „spanish prisoner game“ spielen. Es gehe bloß darum, ihn abzuzocken.

Um sie zu entlarven, holt Batman Wonder Woman dazu. Sie gibt sich als neue Matrone für Conchita aus, begleitet sie zur Geldübergabe, aber die ganze Show scheint sehr überzeugend inszeniert zu sein, besonders als der Mann, der das Lösegeld entgegennimmt, erschossen wird. Nein, es ist kein Betrug, die Sache ist ernst.

Diana wird niedergeschlagen, Batman auch. Diana wird von ihrem Amazonenschutzengel gerettet (!?) und befreit dann auch Batman. Und um’s kurz zu machen: Gemeinsam befreien sie den entführten Vater von einem Schiff, Wonder Woman springt dabei durch ein Bullauge zur Rettung – und das nur, weil sie sich so schlank hält. Zum Schluss gibt es von Conchita einen Dankeskuss für „Bat Hombre“.

Habt ihr euch gerade beim Lesen gelangweilt? Ja, mir ging es ganz ähnlich …

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Wonder Woman und Batgirl lieben Batman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman & Batgirl: In the Coils of Copperhead

Autor/Zeichner: Bob Haney/Bob Brown

Erschienen: 1968 (The Brave and the Bold #78), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Als Ende der 60er die Batmania tobte – oder bereits abflaute – wurde The Brave and the Bold zu einer Serie mit Batman-Team-ups. Nach illustren Gestalten wie Plastic Man und Atom bekommt Batman nicht nur erstmals in der Serie eine weibliche Kampfgefährtin zur Seite gestellt, sondern gleich zwei von der Sorte: Wonder Woman und Batgirl! Warum ich das betone? Nun, weil es der Autor selbst heraushebt, als wäre es etwas Besonderes. Der Subtext liest sich so: Wenn schon eine Frau, dann müssen schon zwei her, um mit den Männern mitzuhalten.

Vielleicht liegt es daran, dass der Gegner eine Schlange ist – und das ging in der Menschheitsgeschichte bekanntlich von Anfang an nie gut. Aber jetzt gibt es eben Double Trouble. Die Schlange ist Copperhead, ein Mann im Vipernkostüm, der einer Königin (von was wird nicht gesagt) die Tiara klaut. Commissioner Gordon ist ziemlich sauer, dass Batman ihn hat entwischen lassen. Also überlegt der Held haarscharf, wo Copperhead als nächstes zuschlagen könnte: wahrscheinlich will er Montezumas Helm. Gut geraten.

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Wonder Woman lässt es alle Welt wissen: Sie liebt Batman. (DC Comics)

Doch zwei Tage später tauchen die Frauen auf und machen alles komplizierter. Wonder Woman fliegt über Gotham und schreibt mit Rauch „I LOVE BATMAN“ in die Luft. Kurz darauf erscheint Batgirl und macht darauf „ONLY I LOVE BATMAN – BATGIRL“ draus. Es beginnt der Kampf der Liebestollen. Batman muss mit dem Whirlybat dazwischengehen und dann sogar Batgirl vor einem Sturz retten. Die beiden benehmen sich wie zwei verrückte Waschweiber.

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Wonder Woman setzt Batman ein Denkmal aus Gold. (DC Comics)

Batman erteilt beiden eine Abfuhr: „We’d make an incongruous pair!“, sagt er zu Wonder Woman, und zu Batgirl: „It wouldn’t be a match!“ Dessen völlig ungeachtet beginnt ein Wettbewerb um Batmans Gunst – die Presse schaut zu. Wonder Woman schleppt Schätze heran, Batgirl schenkt ihm ein pinkes Batmobil, Wonder Woman fertigt eine Batman-Statue in Überlebensgröße aus Gold an, Batgirl schenkt ihm ein neues Cape. Beide kaufen ihm einen mit Diamanten besetzten Allzweckgürtel.

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Fataler Kuss: Wonder Woman entbrennt für Batman. (DC Comics)

Derweil geht Copperhead einkaufen, ohne zu bezahlen: im Museum. Batman wird sofort alarmiert, er eilt hin, aber da ist die Schlange schon weg, ohne den Helm gestohlen zu haben. Da wird klar: Das ganze Theater mit den Heldinnen war bloß inszeniert, um den Dieb in falsche Sicherheit zu wiegen. Zurück bei den Frauen, geht der Wahnsinn wieder von vorn los – und zwar schlimmer als zuvor. Denn als Wonder Woman Batman küsst, entbrennt sie wirklich in Liebe für ihn und Batgirl wird eifersüchtig. Sie lassen ihn nicht mehr weg. Copperhead nutzt seine Chance und klaut Montezumas Helm.

Während die Frauen weiterkämpfen, hört der Schurke, dass Batgirl ihre Geheimidentität und die von Wonder Woman irgendwo aufgeschrieben hat. Er eilt zum Versteck, WW folgt ihm, vernichtet die Beweise, dann betäubt er sie mit Schlangengift, später knockt er auch Batgirl aus. Batman wird im Kampf ebenfalls vergiftet, er kann gerade noch so den Gegner ausschalten. Dann rettet Batgirl ihrem Geliebten mit einem Gegengift das Leben.

Die Sache mit der Liebe haben sich die beiden Furien auf der letzten Seite anscheinend aus dem Kopf geschlagen. Als die Arbeit getan ist, düsen sie ab und bieten noch ihre Hilfe für weitere Abenteuer an. Aber Batman sagt höflich: „I know, but I’ll call you, girls — don’t you call me!“

Die Frauen haben sich also mit dieser peinlichen Aktion wenigstens halb bewährt. Den Bechdel-Test haben sie nicht bestanden.

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Batman trifft Richard Dragon

The Brave and the Bold #132 (DC Comics)

Titel: Batman & Kung-Fu Fighter: Batman — The Dragon Slayer?

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #132)


Richard Dragon, auch bekannt unter dem brillanten Namen Kung-Fu Fighter, rettet einem armen alten Mann das Leben, als ein paar menschenverachtende Schläger „Populationskontrolle“ betreiben wollen. Dann repariert er ihm noch den Platten an seinem Fahrrad und gibt ihm einen Kaffee aus.

Ein Jahr später, als Richard gerade in Gotham ist, wird er angegriffen von einem einäugigen Kerl mit einem Nunchaku. Der trägt den unbescheidenen Namen The Stylist. Als Richard sich gerade wehrt, geht Batman nichtsahnend dazwischen und hält den Unschuldigen für den Aggressor. Dafür bekommt der Dunkle Ritter ein paar Schläge ab und hat dem nur uramerikanische und ungraziöse Kampftechniken wie beim Football oder Boxen entgegenzusetzen. Die Zeit, in der selbst alle möglichen fernöstlichen Martial Arts beherrscht, scheint hier noch nicht angebrochen zu sein.

Batman in Mexiko

Wie dem auch sei: Nach ein bisschen Gerangel kommt Batman auf den Trichter, dass der Kung-Fu Fighter die Wahrheit sagt und er den Falschen hat entkommen lassen. Da taucht ein Chauffeur mit einem Briefumschlag für Richard auf, in dem ein Schlüssel und ein Quarter steckt. Richard schaltet: Das kann nur von dem alten Mann stammen, den er mal gerettet hat. Batman schaltet: Das kann nur der Milliardär Calvin Curtis sein, der sich als Penner getarnt hat. Er ist gerade gestorben und hat viel Geld zu vererben.

Doch zuerst muss der Stylist gefunden werden, der es offenbar auf Dragon abgesehen hat. Nach einem gescheiterten Versuch, ihn zu schnappen, bei dem sich Batman in aller Öffentlichkeit blamiert, führt die Spur nach Yucatan. Richard und Batman besteigen eine Passagiermaschine. Batman sitzt doch tatsächlich im Kostüm unter Zivilisten, was keinen zu wundern scheint. Was ist mit dem Batplane, dem Batwing oder zumindest Bruce Waynes Privatjet? Seltsame Geschichte … Aber zum Glück dauert sie nicht mehr lange.

In Yucatan finden sie den Stylisten, der wurde beauftragt von einem Kerl namens Esteban, der einst Curtis‘ Geschäftspartner war und nun hinter dem Erbe her ist. Er befürchtet, dass Richard alles erben könnte und will ihn erledigen lassen. Kurz gesagt: Die beiden Helden verhindern das mit einer kleinen Prügelei. Esteban landet im Knast (lebenslang) und der Stylist versinkt auf der Flucht in Treibsand. Sehr bequem.

Am Ende geht das Erbe an die Wohlfahrt. Richard Dragon kriegt nur eins: eine neue Fahrradpumpe.

>> Batman in The Brave and the Bold


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Batman und Plastic Man bringen Weihnachten zurück

DC Comics

Titel: The Night the Mob Stole X-Mas!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Joe Staton, Jim Aparo

Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #148)


Weihnachten klauen? Wer die Geschichte vom Grinch kennt, der weiß, das geht doch gar nicht. Aber bei Batman geht bekanntlich alles, oder zumindest soweit, dass er es verhindern kann. Doch zunächst werden Zigaratten geklaut. Ein Laster voller illegal geschmuggelter Kippen wird leergeräumt, der Fahrer getötet – das Werk sogenannter Buttlegger.

Doch dann wird auch noch die berühmte Weihnachtsauslage des Lacey Department Store gestohlen. „What would the holiday be without it?? Beautiful!“, denkt sich Batman beim Vorbeifahren mit dem Batmobil. Tja, und dann ist die ganze Deko kurz darauf plötzlich weg – gestohlen! Und dabei wurde noch Plastic Man entführt, der als Weihnachtsmann verkleidet Spenden gesammelt hat. Doch dann gelang es ihm, trotz eines Schlages auf den Hinterkopf, noch eine Botschaft für Batman in den Schnee zu schreiben.

Fein rausgeputzt zu Weihnachten: Plastic Man und Batman in der Autowaschanlage. (DC Comics)

Batman folgt dem Laster der Diebe mit dem Whirlybat, an der nächsten Tankstelle versucht er, die Gauner zu überwältigen, aber dann landet er in einem Becken voller Diesel – Plastic Man muss ihn retten. Einen Besuch in der Autowaschanlage später folgen die beiden Helden der Spur nach Florida, wo die Bande (die zufällig auch hinter dem Buttlegging steckt) die Weihnachtsdeko aus Gotham aufgestellt hat, um eine andere Bande damit zu beeindrucken – damit will Gangster Big Jake Doyle kurz vor seinem Tod Frieden mit der Konkurrenz schließen. (Plastic Man soll Weihnachtsmann spielen.)

Batman und Plastic Man als Weihnachtsdeko für Gauner. (DC Comics)

Doch die Sache ist nur ein Trick, um die Konkurrenz auszuschalten. Kaum sind die Gäste da, werden sie mit Kugeln durchlöchert. So zumindest der Plan. Denn zum Glück lassen sich Batman und Plastic Man vorher von den Gaunern (scheinbar) gefangen nehmen. Dadurch können sie das Schlimmste verhindern. Plastik Man bläst sich zu einem Riesenkissen auf, dann wird er zur Schneekanone. Schließlich zwingen die Helden die Gauner dazu, Gotham seine Weihnachtsdeko zurückzubringen.

Worum es in Gotham zu Weihnachten geht. (DC Comics)

„Batman, it’s a miracle!“, sagt der Bürgermeister. „You cracked the buttlegging ring and saved the city’s holiday!“ Na ja, eigentlich sollte die Botschaft einer solchen Geschichte lauten: Weihnachten braucht den ganzen Klimbim nicht, es geht bei dem Fest doch um menschliche Werte. Aber nein, hier dient Batman bloß als Wiederbeschaffer von Werbung für ein Konsumunternehmen. Anders als beim Grinch lautet die Moral also: Weihnachten kann man nicht klauen – solange es einen Batman gibt.

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Joker als Kredithai

DC Comics

Titel: Pay – Or Die!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #141), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Der Kredithai, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.
Doch der Joker hat ne Bombe, doch die Bombe sieht man nicht …

In Gotham gehen mal wieder Bomben hoch. Geschäftsmänner sterben dabei. Commissioner Gordon vermutet eigenartigerweise Selbstmord, aber Batman zieht nach kurzer Ermittlung den richtigen Schluss: Beide haben sich bei einem Kredithai Geld geliehen, einem gewissen Longreen. Der Name klingt nicht zufällig nach „long grin“ – der Joker hat es mal wieder auf Geld abgesehen, er wird zur Allegorie für einen Wucher-Kapitalismus. Als auch noch ein Modesigner in die Luft fliegt und Dinah Lance (Black Canary) dabei zusehen muss, hat Batman seine Mitstreiterin gefunden, um dem grinsenden Kredithai das Handwerk zu legen.

Aber wie? Batman hat eine Idee: Alfred soll helfen. Er soll so tun, als ob Bruce Wayne dessen Rentenfonds verspekuliert hätte, und sich beim Joker Geld leihen. Leider ist der gute Alfred zu nervös dabei und daher keine große Hilfe, um herauszufinden, wo der Joker sein Versteck hat. Der Joker hat sich in einem Bestattungsunternehmen verschanzt. Kreditwucher als todsicheres Geschäft, sozusagen.

Doch wie schafft er es, seine Schuldner in die Luft zu jagen? Ganz einfach: Mit einer Chemikalie, die er seinen Opfern mit Wein zu trinken gibt. Alfred ist also eine wandelnde Zeitbombe. Am Ende stürzt sich Batman verkleidet als Alfred auf den Joker, um aus dem Dilemma rauszukommen. Und damit Alfred künftig immun gegen den Sprengstoff in seinem Körper ist, bekommt er vom Joker eine Bluttransfusion verpasst.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Durch Alfreds Adern fließt das Blut des Jokers. Wäre Potenzial für eine eigene Geschichte. Allerdings wurde die – soweit ich weiß – nie geschrieben. In gewisser Weise bekommt Alfred später zumindest kurz ein Lächeln aufgesetzt, in einer Folge von Batman: The Animated Series („The Last Laugh“, dt. Eine Stadt voller Narren, S01E04) wird er durch Joker-Gas wahnsinnig. Und in Whatever Happened to the Caped Crusader? behauptet er, den Joker nur gespielt zu haben. Und in Endgame schlägt ihm der Joker die Hand ab – dabei gibt es wiederum nichts zu lachen.

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Der unschuldige Joker

DC Comics

Titel: Death Has the Last Laugh/Only Angels Have Wings

Autor/Zeichner: Bob Haney, Dan Mishkin, Gary Cohn/Jim Aparo

Erschienen: 1974/1982 (The Brave and the Bold #111/#191), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Eigentlich ist die Serie The Brave and the Bold für Crossover zwischen Batman und einem Gaststar gedacht, mit dem er sonst nicht viel zu tun hat. Aber zweimal war sein Partner der Joker – und beide Male wurde er verdächtigt, Morde begangen zu haben, was er jedes Mal abgestritten hat.

In Death Has the Last Laugh wird eine Familie tot aufgefunden – der Joker hat am Tatort seine Karte hinterlassen, doch von Grinsegrimassen fehlt jede Spur. Die wird dann plötzlich im Leichenschauhaus nachgetragen. Höchst seltsam, selbst für den Joker. Batman ist stinksauer. So sauer, dass er Commissioner Gordon droht, seine Jungs sollen sich lieber beeilen, denn wenn er, Batman, den Joker erwische, könne er für nichts garantieren.

Auf Krawall gebürstet mischt Batman die ganze Stadt auf, um eine Spur zu finden, aber als er den entscheidenden Tipp bekommt, will sich der Joker gerade in der Sauna an einem gewissen Slade dafür rächen, ihm den Mord angehängt zu haben. Batman wird dabei von Slade angeschossen. Später verbündet er sich mit dem Joker, um Slade zu fassen. Doch das geht gründlich schief, weil Batman auffliegt, als er sich in dessen Wagen schleicht.

Am Ende führt die Spur zu einem stillgelegten Kanal. Batman steigt hinab ins Becken, um der Spur einer Joker-Karte zu folgen, da lassen der Joker und Slade das Wasser ein. Die ganze Aktion war diente nur dazu, um Batman zu ertränken. Sie hätten ihn vorher schon in der Sauna erschießen können, der ganze Plan erscheint mal wieder unnötig aufwendig, aber egal.

Batman befreit sich auch aus diesem Schlamassel, der Joker will mit dem Batmobil fliehen, kann aber nicht, weil er den Code fürs Autoradio nicht kennt. Der lautet: BATMAN. Wer solche Passwörter hat, sollte sich nicht wundern, wenn er auf der Schurkenjagd fast draufgeht, aber so schnell hat der Joker zum Glück nicht geschaltet. In dem Fall hätte es auch gereicht, den Autoschlüssel mitzunehmen …

Der Joker tötet den Pinguin

DC Comics

Acht Jahre später, in Only Angels Have Wings, ermordet der Joker den Pinguin live bei einem Fernsehauftritt. Dann lockt er Batman mit dem Jokersignal zum Jokermobil, verpasst ihm erstmal eine riesige Faust, die aus einem Kofferraum springt, beteuert dann aber seine Unschuld. Batman hat zwar nicht den geringsten Grund, ihm zu glauben, immerhin hat der Clown ihn schon einmal so reingelegt (siehe oben), aber andererseits: Warum sollte der Joker einen Mord nicht für sich reklamieren? Immerhin gibt er daraufhin zu, einen von Pinguins Handlangern vergast zu haben.

Der Joker aber will angeblich den Fall aufklären, um sich für den Pinguin zu rächen – er habe an dem Vogel gehangen. Also lässt sich Batman widerwillig auf die temporäre Partnerschaft ein und sie ermitteln gemeinsam. Dass der Joker gerade einen Mord gestanden hat und später zweimal versucht, Batman umzubringen, bringt den Dunklen Ritter aber auch nicht davon ab, das Spiel weiter mitzuspielen.

Als er den toten Pinguin aufgebahrt im Sarg liegen sieht, schaut der beste Detektiv der Welt nicht einmal nach, ob die Leiche echt ist. Spoiler: Ist sie natürlich nicht. Der Plan dahinter ist so weit hergeholt, dass jeder Erklärungsversuch scheitern muss. Der Pinguin hat seinen Mord inszeniert, damit er (im Nonnenkostüm) einen Kardinal entführen kann, der zu seiner Totenfeier ein Kardinal aus Rom kommt, dann will er den Vatikan um Millionen erpressen. (Außerdem ist Kardinal auch der Name eines Vogels …) Der Kardinal kommt, weil der Pinguin der Kirche Geld gespendet hat. Aber demnach war der Schurke gut bei Kasse – wozu also … Ach, vergesst es. Am Ende werden beide eingebuchtet.

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

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Die rebellischen Musterknaben

super sons

DC Comics

Titel: Superman/Batman: Saga of the Super Sons

Autor/Zeichner: Bob Haney/Dick Dillin u.a.

Erschienen: 1972-1980, 1999 (World’s Finest #215, 216, 221, 222, 224, 228, 230, 231, 233, 238, 242, 263), Paperback 2017


Was wäre, wenn Superman und Batman Söhne hätten? Die Antwort auf diese Frage fällt ernüchternd aus: Dann hießen die Söhne Clark Jr. und Bruce Jr., würden genauso aussehen wie ihre Väter und auch die gleichen Kostüme tragen. Kurz: Sie wären Superman und Batman. Na ja, Superman Jr. wäre nur halb so stark wie sein Vater, denn immerhin ist er dank einer menschlichen Mutter nur ein halber Kryptonier, er könnte auch nur springen und nicht fliegen. Aber Batman 2 wäre im Grunde wie das Original, nur eben einfältiger.

Wenn da nur nicht die Väter wären! Denn denen gefällt es gar nicht, dass die beiden Helden spielen wollen. Aus ihnen soll mal was Anständiges werden (also nicht so wie ihre Väter). Clark und Bruce sorgen sich um ihre Söhne, ebenso wie die Mütter, deren Identität wir kurioserweise nie erfahren. Aber diese konservative Einstellung dient nur dazu, dass sich die beiden als Rebellen behaupten können. Sie pfeifen auf ihre Väter und ziehen auf einem Motorrad durchs Land, um Abenteuer zu erleben – auf den Spuren von Easy Rider. Erster Stop: Sparta City, wo sie einen Verbrecherring hochnehmen wollen.

Was also tun, wenn die Kleinen bocken? Vorsichtsmaßnahmen treffen! Superman erschafft sicherheitshalber eine temporäre Parallelstadt, in der sich die beiden austoben können. Um den Gangsterboss zu erledigen, täuschen die Super Sons sogar ihren eigenen Tod vor – mit Erfolg. Doch was nützt das, wenn die Stadt bloß Fake war? Egal, sagt Superman, da die Aufgabe schwerer war als die Realität, haben sich die Junioren erst recht bewiesen. Außerdem sei der echte Gangster an einem Herzinfarkt gestorben. Ach ja, am besten sind immer noch die Probleme, die sich in Wohlgefallen auflösen …

Wie schon Green Lantern und Green Arrow sind Superman und Batman Jr. für die soziale Sache unterwegs. Sie gehen gegen einen skrupellosen Unternehmer vor, der Grubenarbeiter wie Sklaven hält und sie setzen sich für einen Stamm von Inuit ein. Die wohl interessanteste, weil philosophischste Geschichte handelt von der Frage, ob der Mensch gut sei oder nicht. Unsere Helden begleiten zwei Wissenschaftler, die einen isolierten Stamm in der Antarktis untersuchen. Batman schlägt sich auf die Seite des Forschers, der beweisen will, der Mensch sei schlecht. Dabei setzt der Mann sehr fragwürdige Methoden ein und Batman muss seine Haltung überdenken. Am Ende gibt es sogar eine überraschend uneindeutige Antwort auf die Ausgangsfrage. Damit ist der Tiefgang dieser „Saga“ allerdings erschöpft.

Die Söhne erweisen sich selbst als radikal, als sie Batman und Superman anklagen, sich nicht um die wahren Probleme der Welt zu kümmern. Obwohl der Vorwurf haltlos ist, spricht eine Jury die World’s Finest absurderweise schuldig und sie kommen in einen Knast, der nur von Stacheldraht zusammengehalten wird. Die Väter revanchieren sich, indem sie sich vor ihren Söhnen als Green Arrow und Flash ausgeben, später täuscht Batman sogar seinen Tod vor. Es bleibt ein angespanntes Verhältnis, das nie zu einer richtigen Lösung kommt.

Die Super Sons haben auch meist anderes zu tun. Sie erleben haarsträubende Abenteuer auf der ganzen Welt und einmal sogar mit Lex Luthor auf einem fernen Planeten. Ein beliebtes Motiv sind die Geisterstädte: Im einem Abenteuer kommen die Nachwuchshelden durch eine leere Stadt, die von Aliens heimgesucht wurde, in einer anderen finden sie eine Westernwelt voller Schießwütiger vor, eine Stadt wird von Frauen beherrscht.

Das allein wäre noch nicht schlimm, wenn die Feministinnen nicht so männerfeindlich wären und drakonische Strafen für Bagatellen und sogar Wohltaten verhängen würden. Clark und Bruce Jr. kommen ins Gefängnis, weil sie einer Frau das Leben retten wollten. Am Ende stellt sich heraus, dass auch diese Frauen unter dem Einfluss eines bösen Aliens standen. Bruce beweist sich als Macho, als er die Frauen schließlich mit einem forcierten Kuss „heilen“ will. Heute nennt man das einen sexuellen Übergriff … Die radikal-liberalen Super Sons sind also auch nichts anderes als Instrumente des Establishments weißer Männer und damit ganz und gar keine Späthippies im Geiste von Easy Rider.

Aber was lesen wir da überhaupt? Sind es Imaginary Tales, handelt es sich um die Zukunft oder eine Parallelwelt? Ein Hinweis darauf findet sich nicht. Eine Geschichte von Dennis O’Neil erklärt am Ende: Die Super Sons sind nur eine Computer-Simulation von Superman. Dann erkennt die Simulation aber, dass sie eine ist und die Söhne brechen in die reale Welt aus, nur um Chaos zu stiften und sich wieder selbst auszulöschen. Ganz am Ende werden die Super Sons als Elseworlds-Figuren wiederbelebt. Verwirrend, aber schließlich irrelevant, denn diese bemühten und oft lächerlichen Gedankenexperimente sind entbehrlich.

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