Jim Aparo

Ra’s und Batman retten die Welt

DC Comics

Titel: Batman & Ra’s al Ghul: The Crystal Armageddon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #159)


Ein Wissenschaftler hat ein Mittel entwickelt, das alles in Kristall verwandelt. Nicht nur, dass es Menschen sofort tötet: Wenn es ins Meer geraten sollte, kann es alles Leben auf dem Planeten auslöschen. Die League of Assassins hat den Forscher entführt und erpresst ihn. Das gefällt nicht nur Batman nicht, sondern auch Ra’s al Ghul will das verhindern. Die beiden Erzfeinde verbünden sich also mal wieder, um die Welt zu retten.

Leider ist diese Story schneller vorbei als sie beginnt. Highlights: Ra’s stirbt, wird durch die Lazarusgrube wiederauferweckt und springt Batman an den Hals. Batman macht einen Sprung aus einem Flugzeug mit einem Batgleiter. Das schreibe ich allerdings nur, um der Story wenigstens etwas Gutes abzugewinnen. Der Rest ist öder Dialog und Prügelei. Das Problem löst sich fast von selbst. Eine Story, die man sich auch deshalb sparen kann, weil sie der Beziehung zwischen Ra’s, Batman und Talia nichts hinzufügt.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

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Ra’s al Ghul: Wie alles begann (Teil 2)

 

Titel: Bat-Murderer/Break-In At The Big House/Slaughter in Silver/Enter: The Creeper/Bedlam Beneath the Big Top

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, Ernie Chan

Erschienen: 1975 (Detective Comics #444-448), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


„The Batman has gone stark, raving mad!“

Was bisher geschah: Der mysteriöse Ra’s al Ghul hat herausgefunden, dass Batman Bruce Wayne ist (Tales of the Demon, Teil 1). Er hat ihn mit einer fingierten Entführung seiner Tochter Talia und von Robin getestet, um ihn zu seinem Wunschnachfolger und Schwiegersohn zu erklären. Daraus wurde nichts. Batman durchschaute, dass Ra’s nichts Gutes vorhat und hat ihn im Duell zur Strecke gebracht.

Was jetzt geschieht: Als Batman eine neue Bande an einem Juwelenraub hindern will, entpuppt sich zuerst die Anführerin als Talia al Ghul, Tochter von Ra’s al Ghul. Und als Batman sie festhalten will, wirft sie ihm seine Pistole zu und flieht. Er hält sie auf, indem er ihr in den Rücken schießt. Talia stirbt und die Polizei will Batman wegen Mordes festnehmen.

Moment mal: Wie kann das sein? Aber die Beweislage ist eindeutig: Batman hat auf Talia gezielt und sie erschossen. Doch Batman beteuert seine Unschuld: Jemand habe ihn da reingeritten. Er flieht vor der Polizei und sucht im Knast Ra’s al Ghul auf. Doch kaum spricht er ihn an, erschießt dieser sich selbst. Jetzt wird Batman wegen zweier Morde gejagt. Was ist hier los?

Nach einem Intermezzo um einen Silber-Schmuggler, das nichts mit der Handlung zu tun hat (Detective Comics #446), trifft Batman auf den Creeper, der ihn zuerst dingfest zu machen versucht und dann mit ihm gegen Löwen kämpft. Als Batman das Grab von Ra’s al Ghul öffnet, ist es zunächst leer und als die Polizei eintrifft, scheint doch eine Leiche darin zu liegen.

Schließlich führt die Spur zu einem Zirkus. Doch der ist nur Fassade des Schurken. Ra’s tarnt sich als Strongmen-Zwerg, Talia als Schlangenbeschwörerin (und damit auch als verführerische Eva). Mir ist nicht klar, was der ganze Aufwand soll, aber am Ende kommt alles so, wie man es sich längst gedacht hat: Ra’s hat das alles sehr aufwendig (und überkompliziert) inszeniert, damit Batman zum gesuchten Verbrecher wird und sich, da ihm keine andere Wahl bleibt, dem Schurken anschließt. Batman sagt natürlich nein, er prügelt sich, der Zirkus geht in Flammen auf, Ra’s verschwindet.

Am Ende meint Talia, Batman dürfe sich geehrt fühlen: „You are honored, beloved! My father would go to such extremes for no other man!“ Doch Batman ist angewidert. Spätestens hier müsste er merken, dass Talia keine Frau für ihn ist. Aber schon bei ihrem ersten Wiedersehen können sie nicht die Finger voneinander lassen – es ist zum Verzweifeln …

Diese Geschichte fehlt leider in dem Sammelband Tales of the Demon. Zugegeben: Sie hat ihre Schwächen, aber nicht mehr als die anderen. Dabei ist sie zumindest wichtig, um zu erfahren, wie Ra’s al Ghul aus dem Gefägnis gekommen ist. Aber leider lässt eine vollständige Ausgabe dieser Comics aus den 70ern noch auf sich warten. So klafft eine Lücke.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Clayface IV: Lady Clay

Titel: Strike Force Kobra

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1987 (The Outsiders #21), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface)


Der Clayface, wie wir ihn heute kennen, brauchte lange, um das zu werden, was er heute ist. Es gab drei Clayfaces: Den Schauspieler Basil Karlo, den Abenteurer Matt Hagen und den Wissenschaftler Preston Payne. Der heutige Clayface ist eine Fusion aus den dreien.

Weil aber drei Clayfaces offenbar nicht genug waren, erdachte man bei DC in den 80ern noch eine vierte: Lady Clay. Sie ist eine Schurkin, die für den Oberschurken Lord Kobra arbeitet und im Grunde die gleichen Formwandlerkräfte hat wie Matt Hagen, mit dem Unterschied, dass sie auch Superkräfte übernehmen kann. In einer Story der Outsiders übernimmt sie die Identität von Looker, einer total bescheuert aussehenden Superheldin, die eine pinke Leggings mit nur einem Hosenbein und einer großen Schleife trägt. Drei Seiten später fliegt die Betrügerin auf, sie verwandelt sich in Katana, die Outsiders bekämpfen sie usw. Das Ganze dient als Ablenkung, damit die Strike Force Kobra Stagg Enterprises überfallen kann, die Geburtsstätte des Helden Metamorpho.

Es wird nicht klar, inwiefern die Aktion die Outsiders ablenken sollte, wenn sie nicht gemerkt hätten, dass Lady Clay unter ihnen ist. Später taucht sie dann, obwohl in Gewahrsam der Outsiders, bei der Strike Force auf. Aber das ist natürlich nur die halbe Geschichte. Ich würde euch gerne die ganze erzählen, aber leider hat DC nur die erste Hälfte in den Band Batman Arkham: Clayface gesteckt. Das ist leider kein Einzelfall, auch beim Pinguin ist das passiert. Es scheint ein Prinzip dahinterzustecken. Vielleicht ist die Geschichte nicht gut genug, dass es sich lohnt, sie zu Ende zu erzählen. Dann kann man sich aber auch den ersten Teil sparen.

Lady Clay taucht später in der Story The Mud-Pack auf, zusammen im Verbund mit ihren drei Vorgängern. In Knightquest: The Crusade gründet sie mit Preston Payne eine Familie. Ihr Kind nennen sie – Achtung: Kalauer – Cassius „Clay“ Payne, benannt nach Muhammad Ali.

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Pinguin lässt die Vögel los

DC Comics

Titel: The Penguin Affair, I-III (Pawns/Bird of Ill Omen/Winged Vengeance)

Autor/Zeichnner: Marv Wolfman, Alan Grant/Jim Aparo, Norm Breyfogle

Erschienen: 1990 (Batman #448, Detective Comics #615, Batman #449)


„Alfred Hitchcock, eat your heart out.“ (Pinguin)

Der Pinguin findet am Straßenrand Harold, einen stummen Mann mit Buckel – ein erfinderisches Genie. Drei Monate später hat Harold eine Technologie entwickelt, mit der sich Vögel kontrollieren lassen. Der Pinguin lässt sie auf Raubzüge gehen, Menschen angreifen und ein Flugzeug abstürzen. Sie hacken auf Batman ein und verfolgen ihn sogar in die Bathöhle und Wayne Manor.

Doch da kommt Tim Drake auf die Idee, dass sie von Mikrowellen beeinflusst sind und damit auch abgewehrt werden können. (Auf die Idee, dass der Pinguin das riesigen und auffälligen Aviarium als Hauptquartier nutzen könnte, kommt leider niemand.)

Die Vogel-Angriffe á la Hitchcock dienten nur als Test. Der Pinguin will die Technik nicht selbst nutzen, sondern an den meistbietenden Despoten oder Terroristen versteigern. In der Zwischenzeit entführt er eine verehrte Soap-Schauspielerin und versucht ihre Zuneigung zu erzwingen.

Auch wenn sich die Story über drei Ausgaben erstreckt, wirkt sie nicht sehr ausgereift. Der Pinguin soll zwar ein kriminelles Genie sein, das gerne mit Bruce Wayne übers Internet Schach spielt, aber davon ist hier nichts zu sehen. Vielmehr wirkt er wie ein skrupelloser Massenmörder mit gestörter Selbstwahrnehmung. Nicht einmal die anfänglich beteuerte Solidarität mit dem hässlichen Harold zeigt ihn von seiner menschlichen Seite, denn um Harold schert er sich nur so lange, wie er ihn braucht – danach will er ihn „beseitigen“. (Was aber nicht passiert, denn Harold wird später Batmans Helfer.)

In einer Sequenz sehen wir Batman meditieren. In einer anderen seine Unterhosen über die Hose ziehen. Aber der Rest ist actionreiche Routine ohne Innovation.

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Der Dämon, der Gotham ist

DC Comics

Titel: Dark Knight, Dark City

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Kieron Dwyer, Jim Aparo, Tom Mandrake

Erschienen: 1990-1991 (Batman 452-454, Detective Comics #629-633), Paperback 2015


„I’m not mad … The world is…“ (Bruce Wayne)

Der Riddler hetzt Batman durch die Stadt, dabei sterben jedes Mal Menschen: Eine Frau in einem Löwenkostüm stürzt sich, nachdem sie ein Rätsel aufgesagt hat, von einem Hochhaus, ein Polizist wird erhängt, dann entführt der Riddler auch noch drei Babys. Batman hat nicht nur alle Hände voll zu tun, er wird regelrecht zur Verzweiflung getrieben. Was hat der Riddler vor?

Der Fall hängt zusammen mit einem omninösen Dämonskult. Im 18. Jahrhundert haben ein paar Männer den Dämon Barbatos heraufbeschworen, seitdem ist er nicht nur ein Teil von Gotham, er ist Gotham. Mit der Story wird der Grundstein für den Barbatos gelegt, den wir später von Grant Morrison (The Return of Bruce Wayne) und aus Scott Snyders Dark Nights: Metal kennen. Die dreiteilige Riddler-Story hat es in sich: düster, furchtbar, spannend und auch furchtbar spannend. Eigentlich keine Riddler-Story, sondern etwas viel Drastischeres. Ein Highlight.

Auch zwei andere Storys des Paperbacks handeln von übernatürlichen Phänomenen wie tödlichem Gras (etwas lahm) und dem Golem. Bei letzterem treiben Rassisten in Gotham ihr Unwesen, sie greifen Menschen mit Migrationshintergrund an und schänden jüdische Gräber. Ein alter Jude, der das schon einmal in Deutschland erdulden musste, wehrt sich, indem er einen Golem erschafft. Mit dem muss sich dann Batman herumschlagen. Der Zweiteiler wäre okay, wenn man sich nicht über die Fehler ärgern müsste. Wörter wie „Kristallnacht“ sind falsch geschrieben und das Ereignis wurde falsch datiert (1937 statt 1938). Leider ein häufiges Phänomen in US-Comics …

In einer anderen Geschichte steht Batman vor dem Dilemma, ob er einen gesuchten Auftragskiller den Behörden ausliefern soll, dem die Todesstrafe droht. Der Killer sagt, er hätte nur Leute umgebracht, die es verdient hätten, wahrscheinlich hätte er sogar dadurch Leben gerettet. Batman gibt zu, dass bei seinem Kampf gegen das Verbrechen Menschen gestorben seien, allerdings hätte er es nie bereitwillig getan habe.

Die letzte Story ist wieder ein richtiges Schmankerl: In „Identity Crisis“ taucht ein Bruce Wayne aus dem Meer auf, der sich nicht mehr an die vergangene Nacht erinnern kann. Zuhause in Wayne Manor stellt er fest, dass es nicht nur keine Bathöhle gibt, auch wissen weder Alfred noch Tim Drake, dass er Batman ist. Die Geschichte diente als Vorlage der legendären Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream„, die den an sich guten Stoff noch viel dramatischer umgesetzt und ein überzeugenderes Ende findet.

Insgesamt ein lesenswerter Band für alle Fans eines Batman in der Rolle des düsteren Einzelkämpfers.

>> Batman 1990-1999

Batman und die fünf Langweiler

DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1983 (The Brave and the Bold #200, Batman and the Outsiders #1-4), Hardcover 2017 (#1-13), dt. Eaglemoss 2016


Lucius Fox wird in dem Bürgerkrieg geplagten Land Markovia entführt. (Markovia wird als ein OSTeuropäisches Land bezeichnet, das auf einer Karte neben Luxemburg verortet wird …) Batman bittet die Justice League um Hilfe, aber als die sich weigert, sich in den Konflikt einzumischen, tritt er – sehr dramatisch – aus der Liga aus und holt sich anderweitig Hilfe. Er holt den Gestaltenwandler Metamorpho und Black Lightning dazu, aber nur damit sich letzterer als Bruder von Lucius Fox ausgeben kann. (Bruce Wayne würde man die Nummer aus nachvollziehbarem Grund nicht abkaufen.)

Wie der Zufall es will, kommen noch drei weitere Helden dazu: Der Prinz von Markovia lässt sich von einer Wissenschaftlerin in Geo-Force verwandeln, den Helden mit den Kräften der Erde. Aus dem Nichts tauchen dann noch Katana und Halo auf. Katana ist eine Schwertschwingerin auf einem privaten Rachefeldzug, Halo hat ihr Gedächtnis verloren und ist auch sonst – trotz ihres Namens und ihrer Kräfte – keine besonders helle Leuchte. Zusammen halten sie den Usurpator Baron Bedlam (toller Name) auf und beschließen, als „Outsiders“ weiterzumachen.

Nur zwei Ausgaben braucht es, damit sich das Team zusammenfindet. Anfang der 80er Jahre hat man noch nicht lange gefackelt. Dann geht die übliche Routine los: gegen Schurken wie Agent Orange und Meltdown, dann irgendwelche Terroristen in einem Krankenhaus (das erste Kapitel spielt faktisch erst später). Was die Serie besonders macht, ist die Teamfindung: die Helden sind noch unerfahren und können weder mit ihren Kräften umgehen noch ordentlich zusammenarbeiten. Batman weist sie gleich zu Beginn in die Schranken. Er macht sich alleine auf, weil die anderen noch nicht reif seien, aber dann ist er doch dankbar, als sie ihm helfen – das Robin-Prinzip.

Interessante Figuren sind es nicht, die Batman da um sich schart, besonders Halo nervt. Und man fragt sich, warum er sich überhaupt auf einen Haufen Anfänger einlässt. Wahrscheinlich geht einfach das Ego mit ihm durch, seit er sauer auf die Justice League ist. Im Laufe der Serie bekommen die Outsiders zwar mehr Hintergrundstory, aber so weit habe ich nicht gelesen, weil mir die fünf Ausgaben in der deutschen Ausgabe gereicht haben.

Die Ausgabe der DC Graphic Novel Collection von Eaglemoss wirkt zwar auf den ersten Blick hochwertig, aber ist leider schlampig gemacht. Das beginnt beim Lettering (abgesehen vom durchgehend falschen Serifen-I ist die Schrift zum Teil verrutscht) und endet bei einer zweifelhaften Übersetzung bzw. miesem Lektorat. Es ist nicht der einzige Fall, in dem sich die Sammlung solche und noch schlimmere Patzer leistet. Man hat zwar nicht am Druck, dafür an der inhaltlichen Qualität gespart. Noch ein Grund, beim Original zu bleiben – wenn es denn unbedingt sein muss.

Knightfall #3: Das erste Vorspiel

Coverausschnitt aus Batman #484 (DC Comics)

Knightfall beginnt nicht erst mit Batmans Kampf gegen Bane. Das Besondere daran ist, dass das unerhörte Ereignis gut vorbereitet wird – und zwar mit langem Vorlauf. Nachdem Azrael (Jean-Paul Valley) und Bane eingeführt wurden, wurde Batman geschwächt. Das geschah zunächst in den Ausgaben Batman #484-490  (1992-1993).

Zu Beginn lässt Black Mask seine Gang an mehreren Orten Feuer legen – ein Rachefeldzug gegen Bruce Wayne, denn Roman Sionis gibt ihm die Schuld dafür, sein Unternehmen verloren zu haben. Batman tut sich schwer damit, ihm auf die Spur zu kommen. Lucius Fox wird entführt. Dann schleust sich Batman undercover in die False Face Society ein. Als Skullface gelingt es ihm, die Gang zu zerschlagen, aber Black Mask entkommt ihm.

DC Comics

Batman sieht sich gescheitert, was ihn noch mehr runterzieht. Er hat schon während des Falls Ermüdungserscheinungen gezeigt, hat kaum geschlafen und sich zur Höchstleistung angetrieben. Im Nachgang schont er sich nicht, sondern versucht, sein Versagen wiedergutzumachen. Sein Zustand bessert sich nicht, als er es mit einem gestachelten Freak namens Metalhead zu tun bekommt. Dann muss er auch noch ein Attentat auf Commissioner James Gordon verhindern.

Bruce Wayne geht zum Arzt. Dieser versichert ihm, es gehe ihm körperlich gut, nur psychisch nicht. Batman leidet unter einer Art Burnout – all die Strapazen haben ihre Spuren hinterlassen. Schließlich sucht er sich Hilfe bei der Psychiaterin Shondra Kinsolving, die es mit einem ganzheitlichen Ansatz versuchen will: Medikamenten und Gesprächen. Bruce legt sich ins Bett, träumt aber schlecht.

In Batman #489 tritt Bane erstmals öffentlich auf. Zugleich ist es auch das erste Mal, dass Jean-Paul Valley das Batman-Kostüm anzieht, während Bruce Wayne sich auszuruhen versucht. Nach einem ersten Training mit Robin, das er in einem schwarzen Kostüm (mit seltsamen Kopf-Fransen, vgl. Metalhead) absolviert, muss sich der Neuling gegen einen durchdrehenden Killer Croc beweisen. Doch das geht schief, er steckt mächtig Prügel ein. Da erscheint Bane und bricht Croc den Arm. Er besiegt ihn, um seine Würdigkeit zu beweisen. Mehr noch: Bane durchschaut, dass nicht der wahre Batman im Kostüm steckt.

Der wahre Batman kommt eine Ausgabe später wieder (Batman #490), obwohl noch längst nicht fit, und lässt sich auf den Riddler ein. Doch dem wird von Bane die Droge Venom verabreicht. Batman muss zweimal gegen einen „aufgepumpten“ Edward Nigma kämpfen, der mit seinen Aktionen die Stadt zu terrorisieren versucht. Schließlich sind es die Bane-Schergen Bird, Zombie und Trogg, die den Riddler zu Fall bringen, indem sie ihn anschießen.

In Batman #491 schließlich befreien Bane und seine Gang die Arkham-Insassen, was offiziell zwar auch noch zum Vorspiel zählt, aber womit die tatsächliche Handlung von Knightfall einsetzt; daher ist die Ausgabe auch in Band eins des Paperbacks von 2012 enthalten. Die Ausgaben 484 bis 490 sind erstmals gesammelt im Knightfall Omnibus Vol. 1 enthalten. (UPDATE: Diese Kapitel sollen im September 2018 im US-Paperback Prelude to Knightfall erscheinen.) Und man sollte sie unbedingt lesen, wenn man die ganze Story erfassen will. Denn sie zeigen nicht nur, dass Batman schon vor Banes Intervention psychisch zusammenbricht, sondern sie führen auch wichtige Figuren wie Dr. Kinsolving ein und erklären, wie Killer Croc zu seinem gebrochenem Arm kam und wie sich Bane in Batmans Leben einschleicht.

Wer noch früher ansetzen will, sollte auch Batman #386, Detective Comics #553 und Batman #387 lesen (in dieser Reihenfolge) – darin wird nämlich Black Mask eingeführt.

Mehr zu Knightfall:

Batman ist nicht totzukriegen

Titel: The Many Deaths of the Batman

Autor/Zeichner: John Byrne/Jim Aparo

Erschienen: 1989 (Batman #433-435), Hardcover 2017 (DC Universe by John Byrne) (nicht digital!)


Batman wird tot aufgefunden. Gekreuzigt an einen Zaun, in einer Gasse. Die Meldung macht die Runde. Doch der Tote unter der Maske sieht gar nicht aus wie Bruce Wayne. Kurz darauf wird ein weiterer falscher Batman in die Luft gejagt. Dann wird einer aus dem Fluss gefischt. So geht es weiter: Irgendwelche Leute in Batman-Kostümen werden ermordet, während sich der echte Batman sich bester Gesundheit erfreut. Doch dann bekommt auch Bruce Wayne ein Kostüm geschickt …

Es stellt sich heraus, dass die Toten eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind alle Experten auf einem bestimmten Gebiet – und haben einst Batman unterrichtet. Sie haben Batman erst zu dem gemacht, der er ist.

Die Story beginnt spannend: nämlich mit einer Ausgabe ohne Worte. Der erste Teil wird fast nur über Bilder erzählt. So geht es im zweiten Teil noch ein paar Seiten weiter, bis dann ganz viel geredet wird, wie in einer Detektiv-Geschichte üblich. Es wird wild spekuliert, kombiniert und deduziert, die Story schlägt ein paar Haken und am Ende ist eigentlich alles ganz einfach. Die Auflösung muss nicht gerade durch Glaubwürdigkeit bestechen, aber hat einen interessanten Twist. Aber vor allem der wortlose Anfang ist lesenswert, weil er zeigt, dass Comics auch ganz gut ohne Sprechblasen auskommen. Man muss sich nur trauen, die Bilder für sich sprechen zu lassen.

Ein Hinweis: The Many Deaths of the Batman ist zwar im Band „DC Universe by John Byrne“ enthalten, aber nur in der Print-Ausgabe. In der digitalen Ausgabe fehlen aber die drei Hefte, stattdessen sind nur die Cover enthalten – eine dreiste Irreführung. Dafür gibt es die Einzelausgaben bei Comixology.

Der falsche Joker

Titel: Wildcard/Judgements

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Jim Aparo

Erschienen: 1990 (Batman #450-451)


„There’s a certain freedom in letting insanity rule.“

Dass der Joker seinen Humor verliert, das kommt nicht erst im War of Jokes and Riddles vor: Schon nach dem Vorfall mit Jason Todd ist der Joker nicht mehr derselbe. Schmerzgeplagt und verwirrt kauert er in seinem Versteck und muss im Fernsehen mitansehen, wie ein Betrüger seine Rolle übernimmt. Doch der falsche Joker erzählt bloß miese Witze und will sich nur bereichern. Das kann das Original nicht auf sich beruhen lassen.

Joker, deprimiert und mit roter Haube

Und dann sind da noch Batman und James Gordon. Der Fall öffnet bei ihnen wieder frische Wunden: Batman hat Jason Todd (Robin II) an den Joker verloren (vgl. A Death in the Family), Gordons Tochter Barbara wurde von ihm verkrüppelt und gedemütigt (siehe The Killing Joke). Batman fragt sich, ob er sich das nächste Mal wird zurückhalten können und warum er seinen Widersacher nicht einfach erschießt. Gordon ist da ganz ähnlich.

Der Joker-Nachahmer hat große Ambitionen, er will Erfolg haben, wo der Joker gescheitert ist. Aber seine Motivation erschließt sich nicht wirklich. Er ist ein unsympathischer Typ, den man bloß schnell loswerden will, um den Status quo wieder zu haben. Umso sympathischer wirkt der echte Joker, der von einer sehr menschlichen Seite gezeigt wird: voller Selbstzweifel, in einer Identitätskrise steckend, manchmal überraschend, wenn er etwa für eine Zeitung bezahlt. Am Ende ist man froh, dass er wieder da ist – zurück in Arkham, wo sein ganz normaler Wahnsinn wiederhergestellt wird.

Mehr zum Thema:

Die große Batman-Kostümparade

DC Comics

DC Comics

Titel: Brotherhood of the Bat

Autor/Zeichner: Doug Moench/Jim Aparo, Norm Breyfogle, Graham Nolan u.a.

Erschienen: 1995 (One-shot)


„In future, I swear to you … I shall do better.“ (Batman/Tallant)

Mehr als 50 Jahre in der Zukunft ist der Großteil der Weltbevölkerung von einem Virus ausgerottet. Batman ist tot, die Menschheit versinkt in Anarchie. Ra’s al Ghul hat triumphiert. Um die Ordnung wieder herzustellen, lässt er sich von seinem größten Gegner inspirieren und macht aus seinen besten Schergen die „Brotherhood of the Bat“, eine nach Batmans verworfenen Kostümideen gekleidete Eingreiftruppe, die durch die Straßen Gothams zieht und die Übeltäter unschädlich macht. Ein junger Mann, Tallant, der Sohn von Bruce Wayne, tritt das Erbe seines Vaters an, infiltriert Ra’s Bande und schaltet in alter Rambo-Manier einen falschen Batman nach dem anderen aus. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Duell mit dem Obermacker.

Interessant an dieser 08/15-Story ist zwar, dass hier das Szenario durchgespielt wird, was wäre, wenn Ra’s Erfolg hätte. Aber viel wird daraus nicht gemacht. Der einzige Reiz besteht in der Vielfalt der zum Teil ausgefallenen Batman-Kostüme und dass man dadurch Batman gegen Batman kämpfen sieht. Verschiedene Batmobile bedienen die Nostalgie der Fans. Zu diesem besonderen Anlass haben mehrere Zeichner an diesem Comic mitgewirkt, aber grafisch bleibt es doch nur Durchschnitt – ebenso wie die Dialoge.

Brotherhood of the Bat wurde später im Zweiteiler League of Batmen fortgesetzt. Die Idee, dass Batman einen Sohn mit Talia hat, wurde mit Batman and Son in die Haupt-Continuity integriert.