Jim Aparo

Batmans letztes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Batman’s Last Christmas

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #184)


Tut mir leid: Dieser Titel allein dürfte schon die Erinnerung an einen Weihnachts-Evergreen wecken und euch einen schrecklichen Ohrwurm verpassen. Aber keine Sorge, ich baue diesmal kein passendes Musikvideo ein – dieses Blog hat ja immer noch einen guten Ruf zu verlieren. Der Song würde hier auch gar nicht passen, schon das Cover verspricht großes Drama: „My parents deserved to die – and the Batman must die as well!“, schreit Batman am Grab seiner Eltern und reißt sich die Maske vom Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

Eigentlich ist Batman kurz vor Weihnachten damit beschäftigt, Santa Claus zu spielen, indem er Waisenkindern einen Sack voller Geschenke vorbeibringt. Dann bittet ihn Commissioner Gordon um Hilfe, um den Gangsterboss „Spurs“ Sanders zu fassen. Dessen Buchhalter wollte Beweismittel an die Polizei übergeben, aber die wurden abgefangen. Batman findet Sanders Handlanger, da dieser zum Glück ein auffälliges Kostüm trägt: als Weihnachtsmann. Eigentlich nichts ungewöhnliches so kurz vor Weihnachten, aber Batman erkennt ihn sofort auf der Straße, weil er nun mal Batman ist.

Kaum ist der Übeltäter überwältigt, schlägt Batman die Akte auf und liest, dass sein Vater, Thomas Wayne, Sanders Geld geliehen haben soll, damit dieser zum Boss aufsteigen kann. Als der falsche Weihnachtsmann Batman erschießen will, taucht aus dem Nichts Huntress auf und rettet ihm das Leben. Huntress ist Helena, die Tochter von Bruce und Selina von Erde 2. Da sie einsam ist, will sie Weihnachten mit ihrem Onkel von Erde 1 verbringen. Sie fragt sich, was für ein Geschenk sie ihm besorgen könnte, wenn er doch alles hat.

Doch Bruce hat andere Sorgen: Sein Vater war anscheinend ein Krimineller. Was tun? Da bringt ihn Helena auf eine brilliante Idee: Du bist Detektiv, finde es heraus! Stimmt, sagt Bruce, so mach ich’s. Erste Station: der ehemalige Buchhalter seines Vaters. Dessen Aufzeichnungen bestätigen, dass Thomas regelmäßig 10.000 Dollar abgehoben hat, ohne sie zu erwähnen. Spurs soll das Geld erhalten haben. Zweite Station: ein Besuch bei Spurs, der beweist die Affäre mit einem Tonband, auf dem Thomas zu hören ist.

Bruce hat dann genug: Er verdammt den eigenen Vater, er sei nicht besser als die schlimmsten Verbrecher, dann schmeißt er als Batman hin, weil er sonst ein ebenso großer Heuchler wäre. Bruce zieht sich also zurück in die High Society, wo er umgarnt von schönen Frauen schmollt und einsam bleibt. Ein Leben ohne Batman ist möglich, aber sinnlos.

Als dann der falsche Weihnachtsmann vom Anfang fast ermordet wird, rettet Huntress ihm das Leben, Bruce sieht es und erkennt: Er ist Batman nicht seinem Vater zuliebe, sondern um Menschenleben zu retten und andere vor seinem Schicksal zu bewahren. Dann erinnert er sich ein sein letztes Weihnachten mit den Eltern und erkennt, dass der Buchhalter der Schurke ist, der den Namen Wayne in den Schmutz gezogen hat.

Und so hat Helena doch ein Geschenk für den Onkel: Sie hat Batman seinen Glauben und seine Bestimmung wiedergegeben. Batman erneuert seinen Schwur am Grab der Eltern.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Batman und Plastic Man bringen Weihnachten zurück

DC Comics

Titel: The Night the Mob Stole X-Mas!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Joe Staton, Jim Aparo

Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #148)


Weihnachten klauen? Wer die Geschichte vom Grinch kennt, der weiß, das geht doch gar nicht. Aber bei Batman geht bekanntlich alles, oder zumindest soweit, dass er es verhindern kann. Doch zunächst werden Zigaratten geklaut. Ein Laster voller illegal geschmuggelter Kippen wird leergeräumt, der Fahrer getötet – das Werk sogenannter Buttlegger.

Doch dann wird auch noch die berühmte Weihnachtsauslage des Lacey Department Store gestohlen. „What would the holiday be without it?? Beautiful!“, denkt sich Batman beim Vorbeifahren mit dem Batmobil. Tja, und dann ist die ganze Deko kurz darauf plötzlich weg – gestohlen! Und dabei wurde noch Plastic Man entführt, der als Weihnachtsmann verkleidet Spenden gesammelt hat. Doch dann gelang es ihm, trotz eines Schlages auf den Hinterkopf, noch eine Botschaft für Batman in den Schnee zu schreiben.

Fein rausgeputzt zu Weihnachten: Plastic Man und Batman in der Autowaschanlage. (DC Comics)

Batman folgt dem Laster der Diebe mit dem Whirlybat, an der nächsten Tankstelle versucht er, die Gauner zu überwältigen, aber dann landet er in einem Becken voller Diesel – Plastic Man muss ihn retten. Einen Besuch in der Autowaschanlage später folgen die beiden Helden der Spur nach Florida, wo die Bande (die zufällig auch hinter dem Buttlegging steckt) die Weihnachtsdeko aus Gotham aufgestellt hat, um eine andere Bande damit zu beeindrucken – damit will Gangster Big Jake Doyle kurz vor seinem Tod Frieden mit der Konkurrenz schließen. (Plastic Man soll Weihnachtsmann spielen.)

Batman und Plastic Man als Weihnachtsdeko für Gauner. (DC Comics)

Doch die Sache ist nur ein Trick, um die Konkurrenz auszuschalten. Kaum sind die Gäste da, werden sie mit Kugeln durchlöchert. So zumindest der Plan. Denn zum Glück lassen sich Batman und Plastic Man vorher von den Gaunern (scheinbar) gefangen nehmen. Dadurch können sie das Schlimmste verhindern. Plastik Man bläst sich zu einem Riesenkissen auf, dann wird er zur Schneekanone. Schließlich zwingen die Helden die Gauner dazu, Gotham seine Weihnachtsdeko zurückzubringen.

Worum es in Gotham zu Weihnachten geht. (DC Comics)

„Batman, it’s a miracle!“, sagt der Bürgermeister. „You cracked the buttlegging ring and saved the city’s holiday!“ Na ja, eigentlich sollte die Botschaft einer solchen Geschichte lauten: Weihnachten braucht den ganzen Klimbim nicht, es geht bei dem Fest doch um menschliche Werte. Aber nein, hier dient Batman bloß als Wiederbeschaffer von Werbung für ein Konsumunternehmen. Anders als beim Grinch lautet die Moral also: Weihnachten kann man nicht klauen – solange es einen Batman gibt.

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Joker als Kredithai

DC Comics

Titel: Pay – Or Die!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #141), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Der Kredithai, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.
Doch der Joker hat ne Bombe, doch die Bombe sieht man nicht …

In Gotham gehen mal wieder Bomben hoch. Geschäftsmänner sterben dabei. Commissioner Gordon vermutet eigenartigerweise Selbstmord, aber Batman zieht nach kurzer Ermittlung den richtigen Schluss: Beide haben sich bei einem Kredithai Geld geliehen, einem gewissen Longreen. Der Name klingt nicht zufällig nach „long grin“ – der Joker hat es mal wieder auf Geld abgesehen, er wird zur Allegorie für einen Wucher-Kapitalismus. Als auch noch ein Modesigner in die Luft fliegt und Dinah Lance (Black Canary) dabei zusehen muss, hat Batman seine Mitstreiterin gefunden, um dem grinsenden Kredithai das Handwerk zu legen.

Aber wie? Batman hat eine Idee: Alfred soll helfen. Er soll so tun, als ob Bruce Wayne dessen Rentenfonds verspekuliert hätte, und sich beim Joker Geld leihen. Leider ist der gute Alfred zu nervös dabei und daher keine große Hilfe, um herauszufinden, wo der Joker sein Versteck hat. Der Joker hat sich in einem Bestattungsunternehmen verschanzt. Kreditwucher als todsicheres Geschäft, sozusagen.

Doch wie schafft er es, seine Schuldner in die Luft zu jagen? Ganz einfach: Mit einer Chemikalie, die er seinen Opfern mit Wein zu trinken gibt. Alfred ist also eine wandelnde Zeitbombe. Am Ende stürzt sich Batman verkleidet als Alfred auf den Joker, um aus dem Dilemma rauszukommen. Und damit Alfred künftig immun gegen den Sprengstoff in seinem Körper ist, bekommt er vom Joker eine Bluttransfusion verpasst.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Durch Alfreds Adern fließt das Blut des Jokers. Wäre Potenzial für eine eigene Geschichte. Allerdings wurde die – soweit ich weiß – nie geschrieben. In gewisser Weise bekommt Alfred später zumindest kurz ein Lächeln aufgesetzt, in einer Folge von Batman: The Animated Series („The Last Laugh“, dt. Eine Stadt voller Narren, S01E04) wird er durch Joker-Gas wahnsinnig. Und in Whatever Happened to the Caped Crusader? behauptet er, den Joker nur gespielt zu haben. Und in Endgame schlägt ihm der Joker die Hand ab – dabei gibt es wiederum nichts zu lachen.

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Der unschuldige Joker

DC Comics

Titel: Death Has the Last Laugh/Only Angels Have Wings

Autor/Zeichner: Bob Haney, Dan Mishkin, Gary Cohn/Jim Aparo

Erschienen: 1974/1982 (The Brave and the Bold #111/#191), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Eigentlich ist die Serie The Brave and the Bold für Crossover zwischen Batman und einem Gaststar gedacht, mit dem er sonst nicht viel zu tun hat. Aber zweimal war sein Partner der Joker – und beide Male wurde er verdächtigt, Morde begangen zu haben, was er jedes Mal abgestritten hat.

In Death Has the Last Laugh wird eine Familie tot aufgefunden – der Joker hat am Tatort seine Karte hinterlassen, doch von Grinsegrimassen fehlt jede Spur. Die wird dann plötzlich im Leichenschauhaus nachgetragen. Höchst seltsam, selbst für den Joker. Batman ist stinksauer. So sauer, dass er Commissioner Gordon droht, seine Jungs sollen sich lieber beeilen, denn wenn er, Batman, den Joker erwische, könne er für nichts garantieren.

Auf Krawall gebürstet mischt Batman die ganze Stadt auf, um eine Spur zu finden, aber als er den entscheidenden Tipp bekommt, will sich der Joker gerade in der Sauna an einem gewissen Slade dafür rächen, ihm den Mord angehängt zu haben. Batman wird dabei von Slade angeschossen. Später verbündet er sich mit dem Joker, um Slade zu fassen. Doch das geht gründlich schief, weil Batman auffliegt, als er sich in dessen Wagen schleicht.

Am Ende führt die Spur zu einem stillgelegten Kanal. Batman steigt hinab ins Becken, um der Spur einer Joker-Karte zu folgen, da lassen der Joker und Slade das Wasser ein. Die ganze Aktion war diente nur dazu, um Batman zu ertränken. Sie hätten ihn vorher schon in der Sauna erschießen können, der ganze Plan erscheint mal wieder unnötig aufwendig, aber egal.

Batman befreit sich auch aus diesem Schlamassel, der Joker will mit dem Batmobil fliehen, kann aber nicht, weil er den Code fürs Autoradio nicht kennt. Der lautet: BATMAN. Wer solche Passwörter hat, sollte sich nicht wundern, wenn er auf der Schurkenjagd fast draufgeht, aber so schnell hat der Joker zum Glück nicht geschaltet. In dem Fall hätte es auch gereicht, den Autoschlüssel mitzunehmen …

Der Joker tötet den Pinguin

DC Comics

Acht Jahre später, in Only Angels Have Wings, ermordet der Joker den Pinguin live bei einem Fernsehauftritt. Dann lockt er Batman mit dem Jokersignal zum Jokermobil, verpasst ihm erstmal eine riesige Faust, die aus einem Kofferraum springt, beteuert dann aber seine Unschuld. Batman hat zwar nicht den geringsten Grund, ihm zu glauben, immerhin hat der Clown ihn schon einmal so reingelegt (siehe oben), aber andererseits: Warum sollte der Joker einen Mord nicht für sich reklamieren? Immerhin gibt er daraufhin zu, einen von Pinguins Handlangern vergast zu haben.

Der Joker aber will angeblich den Fall aufklären, um sich für den Pinguin zu rächen – er habe an dem Vogel gehangen. Also lässt sich Batman widerwillig auf die temporäre Partnerschaft ein und sie ermitteln gemeinsam. Dass der Joker gerade einen Mord gestanden hat und später zweimal versucht, Batman umzubringen, bringt den Dunklen Ritter aber auch nicht davon ab, das Spiel weiter mitzuspielen.

Als er den toten Pinguin aufgebahrt im Sarg liegen sieht, schaut der beste Detektiv der Welt nicht einmal nach, ob die Leiche echt ist. Spoiler: Ist sie natürlich nicht. Der Plan dahinter ist so weit hergeholt, dass jeder Erklärungsversuch scheitern muss. Der Pinguin hat seinen Mord inszeniert, damit er (im Nonnenkostüm) einen Kardinal entführen kann, der zu seiner Totenfeier ein Kardinal aus Rom kommt, dann will er den Vatikan um Millionen erpressen. (Außerdem ist Kardinal auch der Name eines Vogels …) Der Kardinal kommt, weil der Pinguin der Kirche Geld gespendet hat. Aber demnach war der Schurke gut bei Kasse – wozu also … Ach, vergesst es. Am Ende werden beide eingebuchtet.

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Hugo Stranges Todeswunsch

Batman, Robin, Hugo Strange

DC Comics

Titel: Batman & Robin: Interlude on Earth-Two

Autor/Zeichner: Alan Brennert/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #182)


Auf Earth 2 bricht über Gotham City ein ungewöhnlich heftiger elektrischer Sturm ein. Dick Grayson sucht Ted Knight auf und zusammen gehen sie als Robin und Starman der Sache auf den Grund. Starman verliert seinen kosmischen Stab, da erscheint Hugo Stranges Gesicht am Himmel, der verkündet, Gotham mit dem Stab zerstören zu wollen.

Kurz darauf bringt ein Blitz den Batman von Earth 1 nach Earth 2, wo sein Gegenstück bereits tot ist, genauso wie dessen Frau Selina Wayne. Zusammen mit Robin versucht er, Strange aufzuhalten. Der Schurke legt derweil mit seinem Zerstörungswerk los. Als erstes jagt er per Fernsteuerung Catwomans alten Pantherjet auf die Menschen, dann einen Riesenkreisel (eine alte Waffe des Spinners), dann das alte Batmobil.

Der T-Rex in der Batcave erwacht zum Leben.

Zusammen mit Batwoman (die auf Batmans Welt tot ist) fliegen sie auf Whirlybats zur Bathöhle, wo der Dinosaurier zum Leben erwacht. Schließlich muss Batman gegen einen alten Batman-Roboter kämpfen. Am Ende taucht ein missgestalteter Hugo Strange auf, der nach seinem letzten Sturz mit einem Zeug behandelt wurde, mit dem er einst die Monster Men erschuf. Leider ging das schief, weshalb der Professor nur noch eine bemitleidenswerte Erscheinung ist.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Batman überzeugt ihn davon, nicht von Rachegelüsten, sondern bloß von einem Todeswunsch getrieben zu sein. Strange sieht es ein und löst sich selbst zu Staub auf. Zurück bleibt der bittere Nachgeschmack von Euthanasie …

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

>> Liste der Man-Bat-Comics
>> The Brave and the Bold

Jason Todd – ein Mörder?

DC Comics

Titel: Batman – The Caped Crusader Vol. 1

Autor/Zeichner: Jim Starlin u.a./Jim Aparo u.a.

Erschienen: 1987-1989 (Batman #417-425, 430-431, Batman Annual #12), Paperback 2018


Es war lange überfällig, dass man die Storyline Ten Nights of the Beast (Batman #417-420) wieder auflegte. Der Schurke KGBeast tauchte zuletzt in Scott Snyders All-Star Batman und in Tom Kings Cold Days auf, da bot es sich an, neue Leser entdecken zu lassen, wie alles begann. Das wurde mit Batman: The Caped Crusader Vol. 1 jetzt nachgeholt. Und es ist immer noch eine starke Erzählung mit überraschendem Ende.

Der Band setzt Second Chances fort und versammelt einige Batman-Storys der Post-Crisis 80er. Die meisten stammen von Jim Starlin. Die Geschichten sind oft kurz, handeln nicht von Superschurken, sondern von „normalen“ Verbrechern ohne Kostüme. Der Ton ist oft ernst, nachdenklich und von einer pessismistischen Sicht auf die Gesellschaft geprägt, in der nicht nur sinnlose Gewalt an der Tagesordnung ist, sondern auch Ungerechtigkeit, Armut und Suizid. Oft fehlen den Panels buchstäblich die Worte.

Erzählt wird die Fortsetzung der Dumbster Slasher-Story aus Batman #414 (hier: #421-422), bei der sich zwei Frauenfeinde als Mörder entpuppen. Im Annual muss Bruce Wayne einen Mordfall lösen, der sich während eines Krimi-Rollenspiels in einem Haus ereignet, in dem er selbst zu Gast ist. Leider lässt sich hier die Story kaum Zeit für einen Spannungsbogen, der den Namen auch verdient, und driftet in eine alberne Farce mit einem Dämon ab. (Außerdem sehen wir, wie sich Bruce Wayne innerhalb von Sekunden zu Batman umzieht.)

Aber das ist eine Ausnahme in einer Reihe ziemlich solider bis hin zu sehr sehr geschickt erzählter Geschichten, die nicht nur gut mit Worten und Stimmung spielen, sondern auch mit interessanten Layouts. Eine Sequenz fällt besonders heraus, die den Wayne-Mord der aktuellen Handlung gegenüberstellt. Auch wenn sie sich bei Frank Miller bedient, ist sie doch ein Beleg dafür, dass es sich hier um ambitioniertes Storytelling handelt.

Besonders interessant wird es mit Robin (Jason Todd). Der jagt einen Diplomatensohn, der sich an Frauen vergreift, und wird dann wahrscheinlich selbst zum Mörder. Batman klärt den Verdacht nicht auf, aber er fragt sich, wie er mit Jason weitermachen kann. Doch die Frage erledigt sich daraufhin von selbst.

Zwischen Batman #425 und #430 klafft eine Lücke. Danach ist Robin plötzlich weg – und Batman trauert um ihn. Aber wieso, das muss man leider woanders nachlesen, denn DC hat leider die Storyline A Death in the Family ausgelassen und nicht mal erklärt, was fehlt. Das ist ärgerlich, weil die Geschichte genau hier reingehört. Man könnte argumentieren, sie steckt nicht drin, weil sie einen eigenen Band hat, zusammen mit A Lonely Place of Dying, aber letztere ist in Batman: The Caped Crusader Vol. 2 enthalten. Daher wäre es nur naheliegend, im ersten Band auch die ganze Geschichte zu erzählen, auch weil sie die in Second Chances begonnenene Geschichte von Jason Todd fortsetzt.

DCs Veröffentlichungspolitik gibt leider immer wieder Grund zum Wundern. Der Verlag hat kein Interesse daran, Übersichtlichkeit zu schaffen, weil er vom Chaos profitiert. Wer alles haben will, muss alles kaufen – dabei könnte das viel einfacher sein.

>> Batman in den 80ern
>> Batman Paperbacks

Vier Variationen einer Geschichte

Titel: The Case of the Chemical Syndicate

Autor/Zeichner: Marv Wolfman, Alan Grant/Jim Aparo, Norm Breyfogle

Erschienen: 1991 (Detective Comics #627)


Zum 600. Auftritt von Batman in Detective Comics wurden nicht nur die ersten beiden Versionen der ersten Batman-Story nachgedruckt, Marv Wolfman und Alan Grant haben sich auch zwei neue Adaptionen einfallen lassen.

Die Wolfman-Variante beginnt mit einer Splash Page, die wie das erste Panel der Original-Geschichte Batman nur als Silhoutte zeigt – Batman wird mit dem Original-Text als Geheimnis eingeführt, auch wenn er in der Story längst bekannt ist. Nicht Gordon ermittelt hier, sondern Dana Hanrahan.

Der Mörder geht sehr publikumswirksam vor, ein typischer Batman-Schurke. Eine Frau im Schutzanzug spritzt unter dem Pseudonym Pesticyde eine Säure, die Menschen, Autos und Asphalt schmelzen lässt. Lambert verschmilzt mit seinem Taxi, daraufhin trifft sich Bruce Wayne mit dem Sohn, Ted Lambert. Wieder ist der Sohn der Umweltschützer mit einem Motiv: Bruce erfährt, dass Ted einen Streit mit seinem Vater hatte, der Gift ins Wasser kippen ließ.

Der Täter ist Prisilla, die Tochter von Stryker. Sie will sich dafür rächen, dass ihr Vater von Säure entstellt worden ist. Statt das letzte Opfer, Rogers, wie die anderen mit der Säure zu bespritzen, wird er mühsam über einem Tank drapiert, über dem ein Fass mit der Substanz schwebt. So kann Batman Rogers noch rechtzeitig retten. Die Täterin stirbt durch eigenes Verschulden, indem sie selbst in den Tank fällt – so weit, so traditionell. Aber wie es geschieht, ist äußerst albern, um nicht zu sagen dämlich, oder einfach: einfallslos. Sie spritzt ein Loch in den Boden, rennt darauf zu und fällt hinein – was soll das denn?

Alan Grants Variante legt den Schwerpunkt auf den Umweltaspekt. Gleich auf der ersten Seite sieht man einen Haufen Fässer mit giftigen Chemikalien. Lambert wird wieder mit einem Messer erstochen, sein Sohn Mel ist am Tatort, Batman entlastet ihn zunächst, aber er findet ein Päckchen Kokain bei ihm. Mel hat das Unternehmen seines Vaters missbraucht, um Drogen zu schmuggeln. Dafür setzt es was: Als der Kleine aufmuckt und die Pistole zückt, wirft ihm Batman das Koks ins Gesicht und verpasst ihm einen rechten Haken.

Der Rest der Handlung läuft etwas raffinierter als sonst ab: Crane wird von angeheurten Killern erledigt, die es wie einen Überfall aussehen lassen wollen. Batman kommt zu spät. Um sie zum Sprechen zu bringen, greift Batman zu einer drastischen Maßnahme: Er steckt einem der Mörder die eigene Pistole in den Mund.

Das dritte Opfer, Paul Rogers, erhängt sich scheinbar und hinterlässt ein Bekennerschreiben. Aber Batman lässt sich nicht täuschen: Er weiß, dass der Vierte im Bunde, Stryker, dahintersteckt. Beim Showdown im Chemiewerk fällt Stryker durch einen Unfall in den Säuretank. Und Batman sagt, wie schon 1939 den legendären Satz: „A fitting ending for his kind!

Gerahmt wird die Geschichte durch eine Handlung, in der man einen Obdachlosen durch die Stadt ziehen sieht, er wird von Schlägern bedroht und von Batman gerettet. Daraufhin gibt er Batman den entscheidenden Hinweis auf den Giftmüll, durch den seine Kumpel getötet wurden. Alan Grant wird auch hier seinem Ruf als Sozialkritiker gerecht.

Detective Comics #627, das daneben auch die Ausgaben #27 und #387 enthält, zollt nicht nur Batmans Ursprüngen Tribut. Hier kann man auch im Kleinen beobachten, was sich ständig im Großen bei Batman (und anderen Superhelden) vollzieht: Im Grunde wird immer dieselbe Geschichte neu erzählt, oder wenigstens ein gewisser Grundstock an archetypischen Geschichten, der immer wieder variiert wird. Es kommt dabei auf eine Gratwanderung zwischen Traditionsbewusstsein und Innovationsfreude an. Die Herausforderung besteht darin, auf dem Grund des Altbekannten eine interessante Variation herzustellen, die das Lesen lohnt. So erscheint auch viermal dieselbe Geschichte jedes Mal wie eine ganz neue.

>> Batman in den 90ern

Grundkurs Batman

Titel: The Untold Legend of the Batman

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, John Byrne

Erschienen: 1980 (Mini-Serie #1-3), Paperback 1992, Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein); dt.


Vor Year One und Zero Year, gab es bereits eine Mini-Serie über Batmans Origin, die 40 Jahre Batman-Geschichte in drei Ausgaben zusammenfasste: The Untold Legend of the Batman.

Batman bekommt Post: ein zerrissenes Fledermauskostüm, dazu eine Drohung. Das Kostüm hat einst Bruce Waynes Vater, Thomas Wayne, bei einem Ball getragen – und war so der erste Batman. Während des Balls wurde er vom Gangster Lew Moxon enführt, der ihn daraufhin zwingen wollte, ihm eine Kugel aus dem Körper zu holen. Doch Thomas leistete Widerstand, entkam und brachte mit seiner Aussage Moxon in den Knast. Kurz darauf wurde er mit seiner Frau vom Auftragskiller Joe Chill erschossen. Der junge Bruce Wayne versuchte zunächst als Robin sein Glück als Verbrechensbekämpfer, bevor er sich zum Detektiv ausbilden lässt und zu Batman wurde. Später fliegt das Batmobil in die Luft. Batman hat keine Ahnung, wer dahinterstecken könnte, bis er darauf kommt, dass es jemand aus seiner Nähe sein muss …

Die Geschichte, die in The Untold Legend of the Batman erzählt wird, ist zum größten Teil nicht neu. Vielmehr versammelt Autor Len Wein verschiedene, darunter auch zum Teil wenig bekannte Aspekte von Batmans Vor- und Frühgeschichte, die vor allem in den 50ern näher beleuchtet wurde. Für Neuleser wird die Mini-Serie zu einer Art Grundkurs: Neben den Ursprüngen von Batman bekommt der Leser einen Abriss von Robin, Alfred, Joker, Two-Face, Commissioner Gordon und Batgirl. Und man erfährt, wer das Batmobil gebaut hat. Da einiges davon durch die Crisis annulliert worden ist, dürfte einiges davon heutigen Lesern nicht mehr präsent sein. Aber das Meiste davon ist es schon und das alles (wieder) zu lesen, ist auf Dauer etwas ermüdend, da die Handlung ständig durch Rückblenden unterbrochen wird.

Interessant ist aber vor allem die Rahmenhandlung, besonders am Ende. Die Auflösung – ACHTUNG SPOILER: Bruce Wayne selbst will Batman auslöschen, weil dieser ihm um sein bürgerliches Leben gebracht hat. Durch einen Kopfstoß bei einer Explosion wurde Batman vorübergehend in zwei Persönlichkeiten gespalten und paranoid und sein Alter Ego kämpft gegen ihn an.

Nacherzählt werden unter anderem diese Geschichten aus dem Golden und Silver Age:

>> Batman 1980-1989


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Ra’s und Batman retten die Welt

DC Comics

Titel: Batman & Ra’s al Ghul: The Crystal Armageddon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #159)


Ein Wissenschaftler hat ein Mittel entwickelt, das alles in Kristall verwandelt. Nicht nur, dass es Menschen sofort tötet: Wenn es ins Meer geraten sollte, kann es alles Leben auf dem Planeten auslöschen. Die League of Assassins hat den Forscher entführt und erpresst ihn. Das gefällt nicht nur Batman nicht, sondern auch Ra’s al Ghul will das verhindern. Die beiden Erzfeinde verbünden sich also mal wieder, um die Welt zu retten.

Leider ist diese Story schneller vorbei als sie beginnt. Highlights: Ra’s stirbt, wird durch die Lazarusgrube wiederauferweckt und springt Batman an den Hals. Batman macht einen Sprung aus einem Flugzeug mit einem Batgleiter. Das schreibe ich allerdings nur, um der Story wenigstens etwas Gutes abzugewinnen. Der Rest ist öder Dialog und Prügelei. Das Problem löst sich fast von selbst. Eine Story, die man sich auch deshalb sparen kann, weil sie der Beziehung zwischen Ra’s, Batman und Talia nichts hinzufügt.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics