One-shot

Ein guter Tag für den Pinguin

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day – Penguin

Autor/Zeichner: John Ridley/Giuseppe Camuncoli

Erschienen: 2022 (One-shot)


Der Pinguin ist am Ende. Ein ehemaliger Handlanger, der ihm früher den Schirm gehalten hat und sich nun „Umbrella Man“ nennt, hat ihm sein Imperium abgeluchst. Oswald Cobblepot sitzt nun mittellos auf einer Parkbank und kauft sich von seinen letzten zwanzig Dollar eine Pistole – ohne Kugeln. Eine kriegt er dann gratis als Almosen hingeworfen. Doch das reicht, es ist ein Anfang, um sich von ganz unten wieder nach oben zu arbeiten.

Der Pinguin sucht alte Weggefährten auf, um sie zur Zusammenarbeit zu überreden. Aus einer Kugel werden schnell drei, hinzu kommen zehn Dollar und so weiter …

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Two-Face an einem schlechten Tag

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day – Two Face

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Javier Fernandez

Erschienen: 2022 (One-shot)


„I hate it when villains aren’t just villains.“ (Batgirl)

Es geht weiter in der Reihe der schlechten Tage nach dem Vorbild von The Killing Joke, nach dem Riddler ist diesmal Two-Face dran. Dieser bekommt zu Beginn eine zweite Chance. Zugegeben: Es ist nicht die erste zweite Chance und Bürgermeister Nakano glaubt nicht an zweite Chancen, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund gibt er dem Mann mit den zwei Hälften, dem Massenmörder mit der gespaltenen Persönlichkeit trotzdem eine und macht ihn wieder zum Bezirksstaatsanwalt – und das obwohl sich Harvey Dent nicht mal das Gesicht wiederherstellen lässt. Aber all das scheint Nakano (der Superschurken eigentlich hasst wie Superhelden) nichts auszumachen, vielleicht weil er (verzeiht den schlechten Scherz) auf einem Auge blind ist …

Wie dem auch sei: Kurz darauf erhält Two-Face einen Drohbrief. Sein Vater, Harvey Dent Senior, soll bei der Feier seines 88. Geburtstags sterben. Harvey Junior bittet Batman um Hilfe, der schaltet seine Batgirls ein, um das Schlimmste zu verhindern. Auch die Polizei beschützt die illustre Gesellschaft, zu der sogar Bruce Wayne eingeladen ist.

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Riddlers schlechter Tag

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day: The Riddler

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2022 (One-shot)


„Riddles are fun. But I’m not.“ (Riddler)

ACHTUNG: SPOILER!

Der Riddler erschießt einen beliebigen Mann, den er zufällig auf der Straße sieht. Ein Vater und Ehemann ermordet – einfach so. Scheinbar sinnlos. Batman sucht nach Antworten und findet keine. Derweil tötet der Riddler in Arkham weiter: einen Insassen (den „Film-Freak“) überredet er dazu, sich nach einer verlorenen Wette die Kehle durchzuschneiden, einem Wärter trennt er die Finger ab und dann entkommt er, indem er ein paar schwer bewaffneten Polizisten droht, ihre Kinder zu töten – sie erschießen sich gegenseitig.

In Rückblenden bekommen wir einen neuen Origin für den Riddler, der traditionsbewusst an die alten angelehnt ist: Edward Nygma heißt eigentlich Edward Tierney und ist der Sohn des Leiters einer Eliteschule. Edward ist ein hochbegabter Schüler, der bereits mit anderthalb Jahren lesen konnte und mit fünf bereits Altgriechisch und Latein beherrschte. Trotzdem kann er es seinem tyrannischen Vater nicht recht machen und wird von ihm (mit einer Shakespeare-Ausgabe) verprügelt.

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Poison Ivys Schattendasein

DC Comics

Titel: Batman & Poison Ivy: Cast Shadows

Autor/Zeichner: Ann Nocenti/John Van Fleet

Erschienen: 2004 (One-Shot)


„Ivy’s mind is as twisted as these vines. She’s got the logic of a pretzel.“ (Batman)

In Gotham baut sich ein reicher Schnösel ein Hochhaus, das alle überragt. Es ist so groß, dass sein Schatten sogar bis nach Arkham reicht (obwohl das bekanntlich außerhalb oder am Rand der Stadt liegt) und ausgerechnet auf das Zellenfenster von Poison Ivy fällt und so angeblich ihrer Pflanzenkultivierung abträglich ist. Auch wenn die Sonne bekanntlich die Eigenschaft hat, zu wandern und die Beeinträchtigung nur kurz dauern dürfte, ist Ivy stinksauer. Es braucht eben ein Motiv, um die Geschichte in Gang zu setzen – und sei es auch noch so banal.

Kurz darauf drehen ein paar Männer durch und bringen sich im Wahn in Gefahr. Batman greift ein, kommt nach Arkham und sieht Ivy im Gewahrsam Pflanzen züchten – angeblich ist sie fast geheilt. Batman holt sie raus, um mit ihr zu ermitteln, was es mit dem Gift auf sich hat, das die Männer durchdrehen lässt. Ist aber keine gute Idee, denn Ivy sucht das Weite.

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Harley und Ivy hecken was aus

DC Comics

Titel: Harley and Ivy: Love on the Lam (dt. Liebe macht Diebe)

Autor/Zeichner: Judd Winick/Joe Chiodo

Erschienen: 2001 (One-shot)


Harley Quinn wird mal wieder vom Joker rausgeworfen, nachdem sie sich ungefragt in einen Streit mit Two-Face eingemischt hat. Daraufhin beschließt sie, sich selbständig zu machen und eigene Beute zu machen: Sie will sich bei Branaco, der größten Telekommunikationsfirma, einhacken und ihr Vermögen stehlen. Dafür holt sie sich Poison Ivy als Helferin. Die weigert sich zunächst, wenn es nur darum gehen sollte, den Joker zu beeindrucken. Harley soll sich von ihm lossagen. Da fällt Harley ein, dass Branaco die Umwelt zerstört – und schon ist Ivy überzeugt.

Die Hälfte der Story ist damit rum, der Rest ist nicht weiter der Rede wert. Der Plan wird stümperhaft ausgeführt, geht schief, Batman und Robin kommen dazwischen. Batman kämpft gegen ein grünes Pflanzenwesen, am Ende wird alles in die Luft gejagt, ohne dass auch nur ein Mensch zu schaden kommt. Harley und Ivy kriegen alles, was sie wollen, nur nicht, was sie brauchen. Harley kehrt zum Joker zurück – und bekommt wieder einen Tritt in den Hintern verpasst …

Banal, mäßig witzig und cartoonhaft, aber ausdrucksarm gezeichnet.

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Superman trifft Spider-Man (Teil 1)

DC Comics/Marvel

Titel: Superman vs The Amazing Spider-Man: The Battle of the Century

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Ross Andru

Erschienen: 1976, Neuauflage 1995; dt. Dino 1999


Vor 60 Jahren erschien erstmals Spider-Man, in Amazing Fantasy #15. 16 Jahre später traf er auf Superman. Dieser 92-seitige „Battle of the Century“ war das erste offizielle Crossover zwischen zwei Superhelden von DC und Marvel, auf das noch viele folgen sollten.

Die Story verläuft formelhaft nach dem Schema: Zwei Schurken schließen sich zusammen, die Helden kämpfen zunächst gegeneinander, dann miteinander und besiegen die Schurken. Doch mehr haben die Fans von damals wohl nicht erwartet und Fans von heute können daran noch genauso ihren Spaß haben.

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Poison Ivys Vertreibung aus dem Paradies

DC Comics

Titel: Poison Ivy

Autor/Zeichner: John Francis Moore/Brian Apthorp

Erschienen: 1997 (Batman: Poison Ivy #1), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Poison Ivy hat ihre jüngste Flucht genutzt, um sich zurückzuziehen. Nun lebt sie in der Karibik, auf einer kleinen unbewohnten Insel östlich von Nicaragua, in ihrem privaten Paradies, leicht bekleidet unter Pflanzen-Tier-Hybriden. Als sie gerade Besuch von einer jungen Frau bekommt, kommt ein Schwarm Hubschrauber und jagt den Dschungel zur Hölle, die junge Frau verbrennt. Hier wurde ein neuer Kampfstoff namens Prometheus getestet, der stärker und schneller als Napalm brennt.

Die Schuldigen kümmern die Verluste wenig. Ivy rächt sich sofort, dann kehrt sie nach Gotham zurück, um die Hintermänner zu bestrafen. Einer davon ist der Chemiker Milo Frommer, der andere der Parfumhersteller Christopher DeJardin.

Comic zum Film

Diese Story erschien 1997, nicht zufällig in jenem unheilvollen Jahr wie der Kinofilm Batman & Robin, in dem Poison Ivy (gespielt von Uma Thurman) ihr Leinwanddebüt hatte (parallel zu Batman: Mr. Freeze). Daher wird hier nicht nur einfach irgendeine Ivy-Story erzählt, sondern auch erneut ihr Origin, allerdings ohne Überraschungen: Pamela Isley studierte Botanik, wurde zum Opfer von Woodrues Experimenten, verströmt seither tödliches Gift und kann Männer becircen, hat es vor allem auf Batman abgesehen.

Etwas seltsam erscheint ihre Motivation für ihre Raubzüge: Alles, was sie wollte, war es, allein mit ihren Pflanzen zu sein, doch Privatsphäre sei nicht billig, heißt es. Ein Spaziergang im Park oder Wald hätte es auch getan, könnte man dagegen halten. Und später scheint es ihr sogar gelungen zu sein, in die Karibik auszuwandern – aber egal. Hauptsache, man hat einmal alle Aspekte der Figur auf zwei Seiten untergebracht.

Kann Ivy lieben?

Batman trifft auf der Suche nach ihr auf Killer Croc, dann hindert er sie daran, drei weitere Männer zu töten. Wie? Ziemlich einfach, denn Batman hat gegen alles sofort das richtige Rezept. Mit einem Gegengift ist er längst immun gegen sie, den Rest erledigt sein Umhang. Dann rettet er sie noch vor einer Kugel, die er selbst abfängt. Das muss Liebe sein, denkt sich Ivy, doch Batman findet, sie wisse gar nicht, was Liebe sei. Das bleibt unwidersprochen.

Doch zumindest scheint sie Nächstenliebe zu kennen: Denn anders als sonst lässt Ivy Gnade mit dem Schurken DeJardin walten: Statt ihn zu töten ruiniert sie ihn, indem sie ihn mit ihrem Gift zu einem Geständnis zwingt. Auch dank der filigranen Zeichnungen und einer schönen psychdelischen Sequenz steht die Story damit über dem Durchschnitt.

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Fanboy wird Batman

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DC Comics

Titel: Realworlds: Batman

Autor/Zeichner: Christopher Golden, Tom Sniegoski/Marshall Rogers

Erschienen: 2000 (One-shot)


Charlie ist nicht nur ein Batman-Fan, er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Fanboy: 28 Jahre alt und noch immer begeistert er sich so sehr für Batman – besonders den der 60er-Jahre-Serie -, dass er Batman geradezu lebt. Er trägt oft ein passendes Kostüm, fährt ein Bat-Bike, singt ständig die Titelmelodie und sieht überall nur Schurken und Verbündete. Charlie ist kein normaler Erwachsener. Er ist in seiner Entwicklung stehengeblieben. „Retarded“ würden böse englische Zungen sagen, was man aber nicht mehr sagt, außer man ist Frank Millers All-Star Batman – und dann passt es wieder (sieht man einmal vom Anachronismus ab). Das ist natürlich kein Problem, denn Charlie lebt ein sorgloses Leben. Doch dann taucht eine alte Jugendfreundin auf, die früher mit ihm Batman und Robin gespielt hat. Heute ist sie ein Junkie in einer doppelt toxischen Beziehung mit ihrem Dealer. Charlie sieht seinen einstigen Robin in den Fängen des Jokers und beschließt, sie zu befreien …

Altmeister Marshall Rogers

In dieser Realworlds-Geschichte versucht DC, seinen Comichelden in der sogenannten Realität zu verankern: Was wäre, wenn jemand Batman zu ernst nähme? Doch eigentlich geht es hier nicht darum, sondern um einen geistig eingeschränkten Menschen, der die Welt durch die naive Brille der Fiktion betrachtet. Diese Sicht ist auf tragische Weise statisch – eine Entwicklung ist nicht zu erwarten. Doch sie findet trotzdem statt, als Charlie zunehmend erkennt, dass seine Adam-West-Methoden nicht wirken und er sich mehr von Michael Keatons (bzw. Tim Burtons) Interpretation angesprochen fühlt: Aus dem harmlosen Batman-Spiel wird plötzlich Ernst und damit auch Gefahr.

Eine etwas andere Batman-Story kriegt man hier geboten, gezeichnet von Altmeister Marshall Rogers (Strange Apparitions, Dark Detective), in der man auch als „normaler“ Batman-Fan einen Spiegel vorgehalten bekommt.

>> Batman 2000-2011


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Batman und Green Arrow verhindern eine Pandemie

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DC Comics

Titel: Batman/Green Arrow: The Poison Tomorrow

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Michael Netzer

Erschienen: 1992 (One-shot)


Batman hält den Mediziner Dr. Parsons vom Randalieren ab. Da taucht Green Arrow auf und teilt ihm mit, dass vor zwei Tagen dieser Irre seine Freundin Dinah (Black Canary) gebissen hat. Parsons hat eine ansteckende Krankheit, die Ausschlag verursacht und tödlich enden kann – und angeblich auch das Gegenmittel dafür.

Die Krankheit hat ihm Poison Ivy eingebrockt, die ein laufender Giftcocktail ist. Ein Pharmaunternehmer namens Fenn hat sich mit ihr verbündet, um die ganze Welt zu infizieren und dann mit dem Impfstoff noch reicher zu werden, weil 500 Millionen Dollar offenbar zum Leben nicht genügen. Doch Ivy hat ihre eigene Agenda …

Poison Ivy als böse Verführerin

Zugegeben: Beim ersten Lesen vor ein paar Jahren war ich nicht angetan von dieser Geschichte. Ich habe sie nicht mal für besprechenswert gehalten. Und ein Meisterwerk ist sie sicher nicht. Aber beim zweiten Lesen (und geringen Erwartungen) hatte ich meinen Spaß an den kleinen Seitenhieben von Green Arrow gegen Batman (etwa ob er nie seine Maske auszieht oder nicht den Fahrstuhl benutzt), an den dynamischen Zeichnungen sowie an Batmans Teufelshörnern und seinem eigenwilligen Cape, das an William-Blake-Gemälde erinnert.

Außerdem gibt es noch Anzüglichkeiten, die so eindeutig zweideutig sind, dass sie nichts mehr der Phantasie überlassen, wie man hier sehen kann:

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Poison Ivy in eindeutiger Position. (DC Comics)

Wer hier Sexismus schreit, verkennt, dass hier die Grenzen des Comics Codes ausgereizt wurden, der damals immer noch galt. The Poison Tomorrow ist ein Comic für Erwachsene. Poison Ivy erscheint hier als besonders böse Verfüherin, die sich als neue Eva eines neuen Garten Eden erträumt, sobald sie die zerstörerischen Menschen beseitigt hat – oder dafür gesorgt hat, dass sie sich gegenseitig auslöschen. Sie macht selbst vor Kindern nicht Halt.

Auch wenn die Realität natürlich weit entfernt ist von dieser überzogenen Fiktion, passt diese Geschichte gut in die Gegenwart, in der Pharmakonzerne verhindern, dass Impfdosen an arme Länder verschenkt werden, um ihre Profite zu steigern.

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Das Lange Halloween geht in die Verlängerung

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DC Comics

Titel: Batman: The Long Halloween Special („Nightmares“)

Autor/Zeichner: Jeph Loeb/Tim Sale

Erschienen: 2021 (One-shot)


Lange Zeit gehörte Calendar Man (Julian Day) zu den schrägsten Schurken in Batmans Kuriositätenkabinett. Im Laufe der Zeit nahm er verschiedene Formen an, je nach seinem Schema: Jahreszeiten, Wochentage, Feiertage. Als im Klassiker The Long Halloween von Jeph Loeb und Tim Sale der Holiday-Killer ebenfalls an Feiertagen mordet, ist der Calendar Man unschuldig, da er in Arkham einsitzt.

Batman und Gordon suchen ihn auf, um ihnen bei dem Fall zu helfen – ähnlich wie bei Hannibal Lecter. Ähnlich gruselig ist seine neue Erscheinung: ein dicker, kahler Mann in einem langen weißen Kittel, der Boden seiner gläsernen Zelle voller Kalenderblätter. Seine Antworten fallen ähnlich kryptisch aus: Mal spricht er von einer Sie, mal von einem Er als Mörder. Dann zählt er eine Reihe von Feiertagen auf – in Vorausahnung, was noch kommen mag. In der Fortsetzung Dark Victory rächt er sich an Alberto Falcone aus Eitelkeit: „The Calendar Man is being forgotten. And that is unacceptable.“ Dabei wird er dann selbst fast umgebracht.

Calendar Man rekrutiert Two-Face

25 Jahre nach dem Beginn von The Long Halloween haben Loeb und Sale eine weitere Fortsetzung gemacht – und diesmal steht der Calendar Man im Vordergrund. Er hat eine Bande von Jüngern nach seinem Bilde geschaffen, die Einbrüche für ihn begehen. Jeder hat einen anderen Monat auf den Kopf geschrieben. Sie versammeln sich in einer Kirche, wo sie den Kalender verehren. Und sie stehlen Edelsteine – denn jeder steht für einen Monat.

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Kalender-Kult: Calendar Man in seiner Kirche (DC Comics)

Dann entführt der Calendar Man Gilda Dent, Ehefrau von Harvey Dent alias Two-Face. Er will, dass sich Two-Face ihm anschließt und die Doppelrolle von Mai und Juni übernimmt (zwei Handlanger, die er vorher erschossen hat). Tatsächlich ist der Schurke immer noch sauer, dass ihm jemand seine Masche gestohlen hat. Two-Face bittet dann Batman um Hilfe.

Die traurige Geschichte des Julian Day

Nach wenigen Seiten ist dieser Spaß vorbei. Ist das alles unsere Aufmerksamkeit (und unser Geld) wert? Ja und Nein. Fans der Vorgeschichten werden sich am bloßen Wiedererkennungswert erfreuen: Tim Sale erzählt das Ganze in bester Noir-Atmosphäre, als wären nicht zwei Jahrzehnte vergangen. Er ist immer noch ein bildgewaltiger Meister. Als Schauwert sehen wir ein halb zerschlagenes Bat-Signal, das entgegen jeder Physik nur auf einer Seite leuchtet (überpinseln wäre besser gewesen) und als Highlight: Robin und Batgirl gehen zum Trick-or-Treat an Halloween (obwohl es da noch kein Batgirl gibt, aber egal).

Darüber hinaus enttäuscht das allzu schnell und einfach erledigte Finale. Nach der langen Einführung hätte man sich dafür mehr Zeit lassen können. Immerhin bekommt Julian Day ein wenig Hintergrundgeschichte: Er war ein Waisenkind, das ohne Geburtstage oder Feiertage aufwachsen musste – daher der Nachholbedarf. „There were times I didn’t even know what day it was. Until I found crime. Then every day could be a holiday.“

Batmans empathische Antwort darauf: Prügel. Viele Prügel. So viele, dass die Handschuhe vor Blut nur so triefen. Moral: Eine schlimme Kindheit gibt einem nicht das Recht zu morden. Aber gibt es ihm das Recht, einen Mörder so schwer zu misshandeln? Diese Frage stellt leider niemand. Am Ende interessiert sich Batman mehr für die Dents. Er kennt jetzt ihr verstörendes Geheimnis.

Mehr von Jeph Loeb und Tim Sale:


 

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