Weihnachten

Batman und die Mörderpuppen

DC Comics

Titel: The Hot Toys This Christmas

Autor/Zeichner: Mark Russell/Scott Koblisch

Erschienen: 2020 (Gotham Nights #22)


„A little on the nose, isn’t it? – Our research shows that subtlety is overrated.“

Weihnachten in Gotham bringt in Menschen das Beste hervor – und das Schlechteste. „It’s the time of year when we take a break from the craziness of the outside world and let the madness into our homes.“ So sieht es jedenfalls Batman und er bekommt auch allen Grund dazu. Toyman verkauft eine sprechende Puppe namens Benny, sie wird zum Besteller – und zum Mörder. Kurz vor Weihnachen wird eine vierköpfige Familie abgestochen. Dann greift Benny auch Batman an.

Obwohl die Polizei Beweise hat, dass die Puppe tödlich ist, wird seltsamerweise weder Toyman verhaftet noch die Produktion eingestellt. Man sieht lediglich Gordon an einer TV-Debatte seinen Verdacht äußern. Dabei muss er mitanhören, wie die Menschen die Gefahr, ermordet zu werden, in Kauf nehmen, um den Wunsch ihrer Kinder zu erfüllen. Damit wird der Konsumismus, der alle Jahre wieder ein neues Spielzeug zum Weihnachtsbestseller macht, auf eine absurde Spitze getrieben.

Batman Christmas Tree

Batman wünscht frohe Weihnachten (DC Comics)

Aber wozu das alles? Toyman will mit dem Puppenmassaker Chaos stiften, um die Polizei beschäftigt zu halten und seinen Vater aus dem Knast zu befreien. Batman tut das, was die Polizei aus rätselhaftem Grund versäumt: Er hält den Toyman auf und programmiert die Puppen so um, dass sie ihn und seine Sturmtruppen angreifen. Am Ende sehen sich Vater und Sohn im Knast wieder, die ganzen Bennys verteilen Suppe an die Obdachlosen und Alfred bekommt zwei Wochen Italienurlaub geschenkt.

Trotz aller Zeitkritik findet sich vom Coronavirus bei Batman keine Spur. Andererseits könnte man die Geschichte auch als Allegorie auf die Pandemie lesen: Die Leute feiern Weihnachten auf Teufel komm raus und holen sich damit den potenziellen Tod nach Hause. Lieber lässt man Menschen sterben, als sich an dem Tag einzuschränken. Weit hergeholt? Vielleicht. Aber auch in der realen Welt gilt: Weihnachten bringt das Beste in Menschen hervor – und das Schlechteste.

>> Batman zu Weihnachten

Batmans letztes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Batman’s Last Christmas

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #184)


Tut mir leid: Dieser Titel allein dürfte schon die Erinnerung an einen Weihnachts-Evergreen wecken und euch einen schrecklichen Ohrwurm verpassen. Aber keine Sorge, ich baue diesmal kein passendes Musikvideo ein – dieses Blog hat ja immer noch einen guten Ruf zu verlieren. Der Song würde hier auch gar nicht passen, schon das Cover verspricht großes Drama: „My parents deserved to die – and the Batman must die as well!“, schreit Batman am Grab seiner Eltern und reißt sich die Maske vom Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

Eigentlich ist Batman kurz vor Weihnachten damit beschäftigt, Santa Claus zu spielen, indem er Waisenkindern einen Sack voller Geschenke vorbeibringt. Dann bittet ihn Commissioner Gordon um Hilfe, um den Gangsterboss „Spurs“ Sanders zu fassen. Dessen Buchhalter wollte Beweismittel an die Polizei übergeben, aber die wurden abgefangen. Batman findet Sanders Handlanger, da dieser zum Glück ein auffälliges Kostüm trägt: als Weihnachtsmann. Eigentlich nichts ungewöhnliches so kurz vor Weihnachten, aber Batman erkennt ihn sofort auf der Straße, weil er nun mal Batman ist.

Kaum ist der Übeltäter überwältigt, schlägt Batman die Akte auf und liest, dass sein Vater, Thomas Wayne, Sanders Geld geliehen haben soll, damit dieser zum Boss aufsteigen kann. Als der falsche Weihnachtsmann Batman erschießen will, taucht aus dem Nichts Huntress auf und rettet ihm das Leben. Huntress ist Helena, die Tochter von Bruce und Selina von Erde 2. Da sie einsam ist, will sie Weihnachten mit ihrem Onkel von Erde 1 verbringen. Sie fragt sich, was für ein Geschenk sie ihm besorgen könnte, wenn er doch alles hat.

Doch Bruce hat andere Sorgen: Sein Vater war anscheinend ein Krimineller. Was tun? Da bringt ihn Helena auf eine brilliante Idee: Du bist Detektiv, finde es heraus! Stimmt, sagt Bruce, so mach ich’s. Erste Station: der ehemalige Buchhalter seines Vaters. Dessen Aufzeichnungen bestätigen, dass Thomas regelmäßig 10.000 Dollar abgehoben hat, ohne sie zu erwähnen. Spurs soll das Geld erhalten haben. Zweite Station: ein Besuch bei Spurs, der beweist die Affäre mit einem Tonband, auf dem Thomas zu hören ist.

Bruce hat dann genug: Er verdammt den eigenen Vater, er sei nicht besser als die schlimmsten Verbrecher, dann schmeißt er als Batman hin, weil er sonst ein ebenso großer Heuchler wäre. Bruce zieht sich also zurück in die High Society, wo er umgarnt von schönen Frauen schmollt und einsam bleibt. Ein Leben ohne Batman ist möglich, aber sinnlos.

Als dann der falsche Weihnachtsmann vom Anfang fast ermordet wird, rettet Huntress ihm das Leben, Bruce sieht es und erkennt: Er ist Batman nicht seinem Vater zuliebe, sondern um Menschenleben zu retten und andere vor seinem Schicksal zu bewahren. Dann erinnert er sich ein sein letztes Weihnachten mit den Eltern und erkennt, dass der Buchhalter der Schurke ist, der den Namen Wayne in den Schmutz gezogen hat.

Und so hat Helena doch ein Geschenk für den Onkel: Sie hat Batman seinen Glauben und seine Bestimmung wiedergegeben. Batman erneuert seinen Schwur am Grab der Eltern.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Batman und Plastic Man bringen Weihnachten zurück

DC Comics

Titel: The Night the Mob Stole X-Mas!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Joe Staton, Jim Aparo

Erschienen: 1979 (The Brave and the Bold #148)


Weihnachten klauen? Wer die Geschichte vom Grinch kennt, der weiß, das geht doch gar nicht. Aber bei Batman geht bekanntlich alles, oder zumindest soweit, dass er es verhindern kann. Doch zunächst werden Zigaratten geklaut. Ein Laster voller illegal geschmuggelter Kippen wird leergeräumt, der Fahrer getötet – das Werk sogenannter Buttlegger.

Doch dann wird auch noch die berühmte Weihnachtsauslage des Lacey Department Store gestohlen. „What would the holiday be without it?? Beautiful!“, denkt sich Batman beim Vorbeifahren mit dem Batmobil. Tja, und dann ist die ganze Deko kurz darauf plötzlich weg – gestohlen! Und dabei wurde noch Plastic Man entführt, der als Weihnachtsmann verkleidet Spenden gesammelt hat. Doch dann gelang es ihm, trotz eines Schlages auf den Hinterkopf, noch eine Botschaft für Batman in den Schnee zu schreiben.

Fein rausgeputzt zu Weihnachten: Plastic Man und Batman in der Autowaschanlage. (DC Comics)

Batman folgt dem Laster der Diebe mit dem Whirlybat, an der nächsten Tankstelle versucht er, die Gauner zu überwältigen, aber dann landet er in einem Becken voller Diesel – Plastic Man muss ihn retten. Einen Besuch in der Autowaschanlage später folgen die beiden Helden der Spur nach Florida, wo die Bande (die zufällig auch hinter dem Buttlegging steckt) die Weihnachtsdeko aus Gotham aufgestellt hat, um eine andere Bande damit zu beeindrucken – damit will Gangster Big Jake Doyle kurz vor seinem Tod Frieden mit der Konkurrenz schließen. (Plastic Man soll Weihnachtsmann spielen.)

Batman und Plastic Man als Weihnachtsdeko für Gauner. (DC Comics)

Doch die Sache ist nur ein Trick, um die Konkurrenz auszuschalten. Kaum sind die Gäste da, werden sie mit Kugeln durchlöchert. So zumindest der Plan. Denn zum Glück lassen sich Batman und Plastic Man vorher von den Gaunern (scheinbar) gefangen nehmen. Dadurch können sie das Schlimmste verhindern. Plastik Man bläst sich zu einem Riesenkissen auf, dann wird er zur Schneekanone. Schließlich zwingen die Helden die Gauner dazu, Gotham seine Weihnachtsdeko zurückzubringen.

Worum es in Gotham zu Weihnachten geht. (DC Comics)

„Batman, it’s a miracle!“, sagt der Bürgermeister. „You cracked the buttlegging ring and saved the city’s holiday!“ Na ja, eigentlich sollte die Botschaft einer solchen Geschichte lauten: Weihnachten braucht den ganzen Klimbim nicht, es geht bei dem Fest doch um menschliche Werte. Aber nein, hier dient Batman bloß als Wiederbeschaffer von Werbung für ein Konsumunternehmen. Anders als beim Grinch lautet die Moral also: Weihnachten kann man nicht klauen – solange es einen Batman gibt.

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Zwei Retter an Heiligabend

DC Comics

Titel: Have Yourself a Deadly Little Christmas

Autor/Zeichner: Len Wein/John Calnan

Erschienen: 1979 (Batman #309), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein)


Am Weihnachtsabend rauben drei Jungs einer jungen Frau die Handtasche. Es sind zwar nur fünf Dollar drin, aber es ist ihr letztes Geld. Dann taucht aus dem Nichts Blockbuster auf, ein starker, stummer Riese, vermöbelt die drei und macht sich auf, der Frau die Handtasche wiederzubringen. Doch kaum ist die zu Hause, versucht sie sich mit Schlaftabletten umzubringen. Einst ist sie mit großen Hoffnungen in die Großstadt gekommen, aber ihre Träume sind geplatzt, sie sieht sich gescheitert und will nicht mehr leben.

Vorher ruft sie aber noch bei der Polizei an, um sich zu verabschieden – sie hat sonst niemanden, den sie anrufen könnte. (Geht es noch trauriger?) Zum Glück ist gerade Batman da, der Commissioner Gordon sein alljährliches Weihnachtsgeschenk vorbeibringt: Pfeifentabak. (Heute wäre ein solches Geschenk undenkbar.) Kaum fragt Batman die Selbstmörderin, was los ist, legt sie auch schon auf. Zum Glück kann der Anruf zurückverfolgt werden.

Der planlose Helfer

Doch Blockbuster kommt Batman zuvor, findet die Frau, als sie gerade in Ohnmacht fällt und bringt sie weg. Leider kann man sich keinen ungeeigneteren Retter in der Not vorstellen. Denn kaum trifft der tumbe Riese beim Krankenhaus ein, überlegt er es sich anders – zu schlecht sind seine Erinnerungen an Ärzte. Als Batman ihn findet, zeigt sich: Zwei Retter sind eindeutig einer zu viel. Vor allem weil Batman sich nicht gerade auf gewaltfreie Kommunikation versteht. Im Kampf zieht er den Kürzeren. Blockbuster geht mit der Jungfer in Not weiter, bittet einen Weihnachtsmann um Hilfe. Doch kaum sagt der was von Krankenhaus, nimmt der Retter die Frau wieder mit. Einen richtigen Plan für eine Alternative scheint er nicht zu haben.

Erstaunlich, dass die Frau immer noch lebt und bei Schnee und Kälte nicht längst erfroren ist. Zwischendrin wacht sie sogar auf, nur um kurz darauf wieder in Ohnmacht zu fallen. Auf dem gefrorenen Gotham River kommt es zur finalen Prügelei mit Batman. Eisschollen brechen, die Jungfer erwacht wieder und gerät erneut in Not – sie droht, ins kalte Wasser zu fallen. Wieder rettet Blockbuster sie: Er springt auf die Eisscholle, wirft sie Batman zu und fällt selbst ins Wasser, ohne dass sich jemand um seine Rettung schert.

Am Ende findet die junge Frau ihren Lebenswillen wieder. Doch als sie fragt, wie ihr verunglückter Retter geheißen hat, verweigert Batman ihr die Auskunft: „Is it important? Why not just call him the spirit of Christmases yet-to-be!“ Der arme Tölpel bekommt nicht einmal das Mindestmaß an Ehre, das ihm zusteht.

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Wen Depressionen oder Suizidgedanken plagen, kann sich Hilfe holen: Die TelefonSeelsorge in Deutschland ist rund um die Uhr unter den Nummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 zu erreichen (gebührenfrei).

Batmans fast verlorenes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Mystery of Christmas Lost

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Romeo Tanghal, Frank Springer

Erschienen: 1977 (Batman #285)


Batman im Bann des Weihnachtsbaums, ein Schurke mit Umhang wirft einen Dolch auf ihn – was ist denn hier los? Der Schurke ist Dr. Tzin-Tzin, Diabolist und Zauberer. Batman hatte schon mit ihm zu tun, jetzt sitzt der schwarze Magier im Knast von Gotham und entkommt, indem er goldene Ameisen mit Gedankenkraft manipuliert. Allerdings hinterlässt er noch einen Hinweis: „Merry Christmas to the Batman and Gotham City“. Eigentlich ganz nett von ihm – würde sich die Botschaft (geformt von den Ameisen) nicht in ein Fragezeichen verwandeln. Für Batman ist es klar: Tzin-Tzin hat Böses vor an Weihnachten. Nur was?

Das findet er schon bald heraus: Auf dem Rathausplatz steht angeblich der große Weihnachtsbaum in Flammen. Doch als Batman auftaucht, springt ihn bloß ein riesiger Bär an. Kaum nimmt er es mit ihm auf, fesseln ihn die Zweige des Baumes und aus dem Schlund des Bären erscheint Tzin-Tzin. Es ist alles bloß ein böser Zauber. Schließlich beraubt der Schurke Gotham einer Sache, die selbst Batman nicht wiederherstellen kann. Nur Batman wird verschont. (Dazu dient der Dolch.)

Batman in den Fängen eines Weihnachtsbaums – und eines Bären. (DC Comics)

Was die Bürger von Gotham verlieren, ist ihr Bewusstsein für Weihnachten wie überhaupt ihr Gedächtnis: Dick Grayson und Alfred wissen kaum noch, was sie vor einer Minute wollten. Die Menschen können sich kaum noch konzentrieren und wirken planlos. An Heiligabend sind alle unterwegs auf der Straße, als ob es ein normaler Wintertag wäre.

Batman folgt seltsamen Dämpfen in die Kanalisation, auf de Gelände der Gotham Steam Company trifft er den Schurken mit seinen herbeigezauberten, schwertschwingenden Kriegern. Batman schnappt sich eines der Schwerter, zerschlägt ein Ventil, lässt alles in Dampf aufgehen und der Spuk ist vorbei. Was lernen wir aus dieser seltsamen Geschichte? Irgendwie gehört Weihnachten dazu, selbst für Nichtchristen, sonst wirkt das dunkle und kalte Jahresende bloß trist und deprimierend.

Am Ende schmücken Bruce, Dick und Alfred den Weihnachtsbaum und er wird der schönste überhaupt. Leider hat Dick aber kein Geschenk für seine Freundin Lori besorgt. Da holt Bruce einfach eine Perlenkette aus seinem Notfall-Geschenke-Fundus. Merkt euch das: Jeder sollte einen haben. Von Batman lernen, heißt vorbereitet sein.

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Wenn zu Weihnachten die Chemie nicht stimmt

DC Comics

Titel: Merry Christmas/And a Deadly New Year

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Irv Novick, Dick Giordano

Erschienen: 1973 (Batman #247)


Eine dreiköpfige Familie kämpft sich durch den Schnee bei Nacht, kommt zu einem Haus, bittet um Einlass: der Wagen ist auf dem Highway liegen geblieben, jetzt drohen sie zu erfrieren. Aber der Hausherr weist sie ab. Da bittet sie ein anderer Mann herein, aber der ist alles andere als nett, denn es ist Chimp Manners, ein gesuchter Dieb, der eine Dosis Nervengas von der Armee gestohlen hat und sich jetzt vor dem Gesetz versteckt. Da er Zeugen nicht gebrauchen kann, will er die Familie umlegen. (Stellt sich die Frage, warum er sie überhaupt hereingebeten hat.)

Doch das Gesetz hat ihn bereits gefunden: Plötzlich steht Batman in der Tür und will Manners ein paar Manieren beibringen. Als er aber den Flakon mit den Nervengas hochhält, das ausreicht, um eine Stadt auszulöschen, gehorcht auch Batman. Manners bittet sie hinaus, weil er keine Lust auf Leichen im Haus hat. Da erscheint ein helles Licht am Himmel, Manners schießt, verfehlt und Batman knockt ihn aus. Was ist geschehen? Ein Stern, weiß der Hausbewohner, der zufällig Astronom ist, er kennt sich aus. Batman ist überzeugt: Merry Christmas.

Chemieangriff zu Silvester

Diese Weihnachtsgeschichte ist allerdings nur das Vorspiel: Batman kettet Manners an sein Handgelenk und will ihn zu Gordon bringen, da wird das Auto auf der Straße abgedrängt und eine Bande befreit Manners und knockt Batman aus (na klar: ein Schlag auf den Hinterkopf …), aber man lässt ihn am Leben, wahrscheinlich wirkt auch hier der Geist der Weihnacht.

Kurz darauf trifft eine Drohung ein: Ein gewisser Boss Halstrom soll bis nächste Woche aus dem Gefängnis entlassen werden, sonst stirbt Gotham. Warum nächste Woche? Weil man dann das Nervengas zum Neujahrswechsel entlassen kann, das ist viel effektvoller. Eine Woche braucht auch Batman, um den Fall zu lösen: Er hört sich bei einem Chemiker um, zieht als Matches Malone los, Robin verkleidet sich als Polizeikadett und sogar Alfred macht sich nützlich.

Alles läuft auf ein Finale in der Silvesternacht hinaus. Batman findet bei einem Empfang den Schuldigen mit einem Trick, stürzt sich auf die „Happy New Year“-Kugel, an der das Nervengas hängt, und sorgt dafür, dass es ein neues Jahr überhaupt gibt.

Bleibt nur noch die Frage, warum die US-Army überhaupt Nervengas besitzt und sich in dieser Geschichte niemand daran stört. Historischer Hintergrund: Chemische Waffen sind seit der Genfer Protokoll von 1925 international geächtet, allerdings haben die USA dieses erst 1975 ratifiziert. 1997 trat das Chemiewaffenübereinkommen in Kraft: Herstellung, Entwicklung und Lagerung sind seitdem verboten, auch für die Vereinigten Staaten. Seit den 80ern vernichten die USA ihre riesigen Bestände – eine Aufgabe, die voraussichtlich erst im Jahr 2023 abgeschlossen sein wird.

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Batman erlebt sein Weihnachtswunder

Batman #239 (1972)

DC Comics

Titel: Silent Night, Deadly Night

Autor/Zeichner: Dennis O’Neill/Irv Novick

Erschienen: 1972 (Batman #239)


Nein, Batman trägt in dieser Geschichte keinen Rauschebart und verteilt auch keine Geschenke, wie es auf dem Cover gezeigt wird. Der Weihnachtsmann ist ein anderer und jemand hat ihn ausgeknockt und ausgeraubt. Einer dieser Weihnachtsmänner, die auf der Straße Spenden für wohltätige Zwecke sammeln. Und nicht nur einer: Schon einige wurden an diesem Tag ausgeraubt.

Batman folgt den Spuren im Schnee zu einem Weihnachtsbaumverkäufer, bekommt einen Baum übergebraten und wird mit einer Lichterkette gewürgt. Als Batman den Angreifer ausknockt, erklärt dieser, er habe die Spenden nicht für sich geraubt, sondern um seiner Nichte ein Weihnachtsfest zu ermöglichen. Der Mann hat nämlich seinen Job in einer Spielzeugfabrik verloren.

Doch kaum hat er seine rührselige Geschichte erzählt, brät er Batman eins von hinten über und fesselt ihn an einen Heizkörper. Denn der Kerl hat noch etwas vor: Er will sich an dem Fabrikbesitzer, der ihn entlassen hat, rächen. Batman befreit sich, nimmt das Kind mit und will hinterherfahren, aber sein Auto bleibt im Schnee stecken. Da sieht er plötzlich ein herrenloses Pferd, das einen Schlitten zieht. Und wie durch geheime Kräfte geleitet, bringt es Batman und das Kind zum Tatort.

Dort ist alles anders gelaufen als geplant: Der alte Spielzeugfabrikant ist krank. Man bringt ihn ins Krankenhaus, der Alte wird wieder gesund und Batman lässt seinen Angreifer noch mal davonkommen. Am Ende ist ist das Pferd mit dem Schlitten plötzlich verschwunden – und Batman outet sich, dass er noch immer an den Weihnachtsmann glaubt.

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Stille Nacht, Batman singt

Batman #219 (1970)

DC Comics

Titel: The Silent Night of the Batman

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Neal Adams

Erschienen: 1970 (Batman #219)


An Heiligabend ruft Commissioner Gordon Batman herbei. Als Batman kommt, klärt Gordon ihn darüber auf, dass es nichts zu tun gebe. Außer, ein paar tiefe Töne beim Weihnachtsliedersingen der Polizei beizutragen. Batman zögert. Immerhin könnte in Gotham jederzeit ein Verbrechen passieren, er könnte gebraucht werden. Aber Gordon beruhigt ihn: Bis dahin könne man ja singen.

The Silent Night of the Batman

Batman singt mit der Polizei „We Three Kings“ (DC Comics)

Und so singt Batman zusammen mit der Polizei Weihnachtslieder. Und während man so fröhlich singt, entreißt auf einer Straße ein Junge einer Frau ihr Weihnachtspaket. Als er es in einer Gasse öffnet, schaut ihm eine Batman-Puppe entgegen. Reumütig gibt er der Frau die Puppe zurück.

Kurz darauf will ein Mann einen anderen ausrauben. Doch der ist als Batman-Weihnachtsmann verkleidet. Der Räuber bereut und wirft seine Waffe weg. Und als eine Frau um ihren Geliebten trauert, taucht dieser plötzlich hinter ihr auf …

Batman singt "Stille Nacht"

Batman singt „Stille Nacht“ (DC Comics)

So geht die stille Nacht zu Ende und Batman hat bei der ganzen Singerei die Zeit vergessen. Es ist sechs Uhr morgens. Jeder normale Mensch wäre heiser oder todmüde, aber nicht Batman. Gordon meldet, dass niemand angerufen habe. Der Geist von Weihnachten hat Gotham eine  Nacht Ruhe gegönnt – und einmal glaubt Batman sogar, ihn vor Augen zu sehen …

26 Jahre später wird die Idee für die Weihnachts-Story „A Day Without Sirens“ recycelt – allerdings mit einer etwas anderen Pointe.

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Frohe Weihnachten mit Batman

Bei DC gibt es eine kleine Tradition: Zu Weihnachten erscheinen die DC Holiday Specials. Nicht immer unter diesem Namen (z.B. auch als DC Rebirth Holiday Special) und auch nicht jedes Jahr, aber zuletzt ganze dreimal hintereinander. Das Prinzip ist simpel: Mehrere Figuren aus dem DC-Universum bekommen Kurzgeschichten rund um Weihnachten gewidmet. Das Ergebnis ist nicht immer der Rede wert. In diesem Jahr ist es allerdings etwas anders als sonst.

Das DC Nuclear Winter Special versetzt die Superhelden in dystopische Szenarien. Unter anderem sehen wir „Batman 666“, also Damian Wayne als Batman der Zukunft (siehe Batman #666 in Batman and Son). Er hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, unterblich zu sein und dafür für immer den Mantel seines Vaters tragen zu können. (Der Teufel scheint übrigens The Batman Who Laughs zu sein.) Dazu gehören offenbar auch Man-Bat-Flügel. In einem wüsten, verschneiten Gotham trifft Damian auf seinen Großvater, Ra’s al Ghul, und duelliert sich mit ihm.

Batman 666 gegen Ra’s al Ghul (DC Comics)

Dabei zeigt sich Damian von einer reifen Seite: Er hat nicht nur den Mantel seines Vaters, sondern auch dessen Überzeugungen geerbt. Die Geschichte ist sowohl grafisch als auch emotional ein Höhepunkt des Specials. Catwoman hingegen stiehlt in ihrer Story zur Abwechslung mal nicht für sich, sondern für Bedürftige. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Superman der Zukunft aus One Million.

Ähnliche Specials gab es bereits in den 80ern (Christmas With the Superheroes) und in den 90ern (DCU Holiday Bash), ich gehe hier der Kürze halber nur auf die DC Holiday Specials der Nuller Jahre ein. Nach dem DCU Infinite Holiday Special (2006), in dem Superman Batman einen Haken verpasst hat, kam zwei Jahre später eines mit anderthalb Batman-Storys heraus.

In A Day Without Sirens initiiert die Polizei von Gotham eine Kampagne, in der sie vor Weihnachten alle Bürger der Stadt dazu aufruft, einen Tag lang keine Verbrechen zu begehen. Die Geschichte handelt davon, wie James Gordon und seine Beamten am Telefon warten und sowohl bangen als auch hoffen, dass jederzeit jemand anrufen könnte. Die Story hält sogar drei Überraschungen bereit, die ich hier nicht verraten will.

Batman als Good King Wenceslas (DC Comics)

In Good King Wenceslas übertragen Paul Dini und Dustin Nguyen (Streets of Gotham) das englische Weihnachtslied auf Batman und Robin. Zu dem Originaltext sieht man zwei Figuren durch den Schnee stapfen, deren Aussehen an das Dynamische Duo angelehnt ist. Immerhin ein grafisches Kleinod.

Das Special von 2009 enthält mit Silent Knight einen wortlosen Batman-Comic, in dem Batman einen verbrecherischen Weihnachtsmann jagt. Die Ausgabe kann man sich derzeit kostenlos bei Comixology herunterladen.

In den vergangenen beiden Jahren war die Ausbeute an Batman-Weihnachtsgeschichten in den Specials mager: Twas the Night Before Christmas erzählt, wie eine alte Frau mit ihrem Enkel kein Obdach erhält, daraufhin stirbt und Jahre später ihrem Enkel als Geist erscheint und ihn auffordert, sich an der Familie des Schuldigen zu rächen. Batman verhindert das natürlich. Aber auch wenn diese Story von Dennis O’Neil stammt, kränkelt sie an einer unüberzeugenden, weil zu weit hergeholten Prämisse. Allerdings holen die Zeichnungen von Steven Epting einiges rausholen, wie man hier sehen kann.

Batman in „Twas the Night Before Christmas“ (DC Comics)

In Solstice feiern Batman und Wonder Woman gemeinsam Wintersonnenwende, indem sie in zivil gemeinsam ein Feuer im verschneiten Wald anzünden. Warum gerade mit Batman und nicht mit Superman? Weil Superman genug Licht im Leben hat und Batman es nötiger hat, daran erinner zu werden, dass das Licht immer zurückkehrt. Bis es so weit ist, sieht man die beiden Helden parallel bei der Arbeit: Batman rettet Mutter und Tochter vor einem Straßenräuber, Wonder Woman bringt Wasser in ein Flüchtlingscamp.

Die Kurzgeschichten der Holiday Specials sind keine typischen Superhelden-Storys. Alles geht sentimentaler, aber auch ruhiger zu – eben passend zur Weihnachtszeit. Im besten Fall ist es leichte Kost für die Feiertage, im schlechtesten einfach eine Reihe von Banalitäten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Fest!

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Was der Joker Batman zu Weihnachten schenkt

Titel: Christmas with the Joker (dt. Weihnachten mit dem Joker)

Drehbuch: Eddie Gorodetsky

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E02)


„Jingle bells, Batman smells, Robin laid an egg, the Batmobile lost a wheel, and the Joker got away!“ (Joker)

An Heiligabend bricht der Joker aus Arkham aus – mit einem fliegenden Weihnachtsbaum. Eigentlich wollen sich Bruce Wayne und Dick Grayson einen schönen Abend machen und „Ist das Leben nicht schön?“ gucken (ein Film, den Bruce nie gesehen hat, weil er nie über den Titel hinausgekommen ist), doch dann ist plötzlich der Joker auf Sendung: er hat James Gordon, Harvey Bullock und die Reporterin Summer Gleeson gefangen genommen. Jokers-Ersatzfamilie sozusagen. Batman und Robin haben Zeit bis Mitternacht, um sie zu finden, sonst werden es tödliche Weihnachten. „It’s never easy with the Joker“, stellt Batman fest.

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Unsere Helden müssen einen Zug davor bewahren, eine gesprengte Brücke hinabzustürzen, dann treten sie gegen schießende Joker-Roboter an, beim Finale wehren sie tödliches Spielzeug ab – unter anderem mit einem Baseball-Schläger. Hier funktioniert Robins Kalauer vom „Bat-Man“ nur im Original. Aber auch sonst ist die deutsche Fassung ziemlich daneben, wenn sie den Filmtitel „It’s a Wonderful Life“ wörtlich mit „Das Leben ist wundervoll“ übersetzt, obwohl der deutsche Titel offiziell „Ist das Leben nicht schön?“ lautet.

Ansonsten ist Weihnachten mit dem Joker eine schön irre Episode, die ihre lustigsten Momente in den Dialogen zwischen Batman und Robin hat. Und was in Jokers Päckchen für Batman steckt, diese Überraschung will ich euch nicht verderben.

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