Justice League

Black Hammer trifft Justice League

Dark Horse/DC Comics

Jeff Lemire ist immer wieder für eine Überraschung gut, aber diesmal hat er etwas angekündigt, womit wohl niemand gerechnet hätte: Ein Crossover zwischen Black Hammer (Dark Horse) und der Justice League. Batman, Superman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern und Cyborg treffen in diesem Sommer auf die Superhelden aus dem von Lemire geschaffenen Universum. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit Starro. Lemire schreibt die fünfteilige Mini-Serie Hammer of Justice, Michael Walsh zeichnet sie. Die erste Ausgabe erscheint am 10. Juli 2019 in den USA. Es wird insgesamt sechs Cover geben, die von Michael Walsh, Andrea Sorrentino, Yanick Paquette, Yuko Shimizu und Jeff Lemire stammen.

Black Hammer hat 2017 zwei Eisner-Awards gewonnen und wird – völlig zurecht – mit Lob überhäuft. Die Serie handelt von Superhelden, die aus einem rätselhaften Grund auf einer Farm gestrandet sind. Das Universum expandiert mittlerweile in mehreren ebenfalls sehr lesenswerten Spin-offs. Neben der Hauptserie (Black Hammer: Age of Doom) gibt es auch Sherlock Frankenstein, Doctor Star, The Quantum Age und Black Hammer ’45. Lemire hat sich innerhalb von wenigen Jahren eine eigene Welt aufgebaut, die noch weiter trägt als seine anderen Serien wie Sweet Tooth und Descender.

Auf Deutsch erscheint Black Hammer im Splitter-Verlag. Einen Erscheinungs-Termin für Hammer of Justice in Deutschland gibt es noch nicht.

Neue Trailer zu Justice League und Doom Patrol

Der nächste DC-Animationsfilm, Justice League vs. The Fatal Five, erscheint am 30. März 2019 digital und am 16. April 2019 auf Blu-ray (zumindest in den USA). Der Trailer zeigt ein Team aus Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern (Jessica Cruz), das auf die Legion of the Superheroes aus der Zukunft trifft. Es wird der insgesamt achte Justice League-Zeichentrickfilm sein.

Batman wird wieder gesprochen von Kevin Conroy. Er hat bereits Batman in The Animated Series und anderen Zeichentrickfilmen seine Stimme geliehen und ist mit mittlerweile 27 Jahren der dienstälteste Batman-Darsteller.

Und da wir gerade bei Trailern sind: Hier ist noch eine ausführliche Vorschau zur Live-Action-Serie Doom Patrol, die in den USA gerade beim Streamingdienst DC Universe angelaufen ist und bereits viel Lob bekommen hat. Ob die Serie in Deutschland, wie auch Titans, auf Netflix erscheint, ist noch unklar. Der Trailer ist allerdings vielversprechend.

Abschied von Batfleck

Es ist offiziell: Ben Affleck ist nicht mehr Batman. In der Late-Night-Talk-Show Jimmy Kimmel Live! wurde er jetzt von der Rolle verabschiedet. In einer Zeremonie mit Robin wurde sein Cape an den Nachfolger übergeben – wer auch immer das sein mag. Mach’s gut, Batfleck!

Der Video-Podcast Full Fat Videos widmete Batfleck jüngst einen interessanten Rückblick und erklärte ihn zum „Best Batman That Never Was“ (das ganze Video unten). Es stellt heraus, dass Ben Affleck in Batman v Superman eine gute Figur gemacht hat, aber sein Potenzial für drei schlechte Filme (BvS, Suicide Squad und Justice League) verschwendet wurde. Da mag einiges dran sein. Affleck war sicher nicht der Grund für das Scheitern von Zack Snyders Vision.

Affleck sollte ursprünglich Regie beim nächsten Batman-Solo-Film führen, Deathstroke war bereits als Gegner angekündigt, aber da er mit dem Drehbuch mit überzeugen konnte (so seine eigene Version), hat Matt Reeves diese Doppelrolle übernommen. Sein The Batman soll am 25. Juni 2021 in die Kinos kommen. Reeves will die Hauptfigur stärker als Detektiv herausstellen. Alles andere ist noch nicht bekannt.

Zurück bleibt nur ein Sad Affleck.

Gefangen in der Traumwelt

Titel: Imaginary Stories/Elseworlds

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Oscar Jimenez

Erschienen: 1997 (JLA #8-9), dt. Dino Verlag 1997


Batman und Catwoman verheiratet? Superman als Green Lantern? Das gab es auch einmal in den 90ern, nämlich in Grant Morrisons legendärer JLA-Serie. Als der Schurke The Key die Liga auf einmal ausschaltet (was genau genommen bereits in Ausgabe 7 passiert), indem er sie in einen Schlaf versetzt, hält er sie in Traumwelten gefangen. Superman träumt, er würde zum Green Lantern von Krypton werden, der einer Spur zur Erde folgt. Wonder Woman muss ohne ihre Kräfte gegen Nazis kämpfen, Aquaman in einem versunkenen New York.

Batman träumt, bereits 21 Jahre mit Selina Kyle verheiratet zu sein, sie haben einen gemeinsamen Sohn. Bruce Wayne Jr. ist Robin, während Tim Drake Batman im Gotham der Zukunft ist. Aber auch der Joker lebt noch. Trotz seines hohen Alters nimmt er Robin als Geisel und schießt auf ihn, so lange er auf den alten Batman wartet. Bruce und Selina steigen wieder in ihre Kostüme, um ihren Sohn zu retten. Der Joker will eine Atombombe zünden, die er am Körper trägt, aber da kommt Green Lantern Kal-El zur Hilfe. Batman spürt aber bereits, dass er und die anderen einer Illusion anheimgefallen sind. Doch das Aufwachen könnte alles nur noch schlimmer machen …

Währenddessen, in der wahren Welt, bekämpft der neue Green Arrow (Connor Queen) den Key, indem er die Pfeile seines gestorbenen Vaters benutzt. Green Arrow soll JLA-Mitglied werden. Da er sich bewährt und die anderen rettet, wird der Aufnahmeritus verkürzt.

So unterhaltsam und fantasievoll die Geschichte auch ist, so bedauerlich scheint ihre Kürze. Denn die Szenarien sind so spannend, dass jedes einzelne eine ausführliche Behandlung verdient hätte.

Die Titel des Zweiteilers beziehen sich auf die früheren Heldenszenarien, die außerhalb der Continuity spielten: Imaginary Storys waren Was-wäre-wenn-Szenarien, in den 90ern übernahmen die Elseworlds-Storys diese Funktion.

>> Liste der Justice League-Comics

DC Nation #0: Vorschau auf Batman, Superman und „No Justice“

DC Comics

Drei Tage vor dem Free Comic Book Day, am 2. Mai, kommt DC Nation #0 heraus, ein 32-seitiges Comicheft, das eine Vorschau auf drei kommende Höhepunkte bietet: Batman #50, die Mini-Serie Man of Steel von Brian Michael Bendis und Scott Snyders vierteilige Miniserie Justice League: No Justice. Bei Batman kehrt der Joker zurück und macht seinem Erzfeind und Catwoman wieder das Leben schwer. Die Superman-Geschichte, die als Prequel zu Man of Steel dienen soll, von Bendis soll von José Luis García-López gezeichnet werden.

DC Nation #0 soll im US-Handel 25 Cent kosten, zum digitalen Download wird es kostenlos angeboten. Das Heft soll am 6. Juni als Promo-Magazin fortgeführt werden.

Justice League: Jetzt mal ehrlich

Die größten Superhelden in einem Film.? Das kann funktionieren, wie Joss Whedon mit den Avengers gezeigt hat. Bei Justice League durfte er lediglich einen weiteren Zack Snyder-Film vor einer Vollkatastrophe bewahren. Über DC-Filme wurde schon genug geschimpft und spekuliert, was schief gelaufen ist. Fans wollen einen „Snyder-Cut“, ohne zu wissen, ob der was taugt (wahrscheinlich nicht). Die Screen Junkies haben es dennoch geschafft, mal wieder amüsant zusammenzutragen, was bei Justice League daneben gegangen ist: im neuesten Honest Trailer. Vieles hat man selbst gemerkt, anderes ist überraschend gut beobachtet – und witzig auf den Punkt gebracht.

Götter als Alltagshelden

Titel: The World’s Greatest Super-Heroes (dt. DC Helden)

Autor/Zeichner: Paul Dini/Alex Ross

Erschienen: 1999-2004 (One-shots: Superman: Peace on Earth, Batman: War on Crime, Captain Marvel: Power of Hope, Wonder Woman: Spirit of Truth, JLA: Secret Origins, JLA: Liberty and Justice) Paperback 2005, Hardcover 2017 (Absolute Justice League); dt. Panini 2007 (DC Premium 50)


„I now see that taking on this responsibility was too ambitious for one man, even a Superman.“

Alex Ross ist der Michelangelo unter den Superhelden-Malern. In den 90ern hat er zuerst mit Marvels die Marvel-Helden zu Göttern gemacht, dann – mit Kingdom Come – die DC-Helden, wenn auch in einem Elseworlds-Szenario. Ende der 90er begann er zusammen mit Autor Paul Dini damit, den größten Charakteren einzelne Denkmäler zu setzen: Superman, Batman, Captain Marvel, Wonder Woman und der Justice League. Entstanden sind sechs Bände, in denen einerseits die Helden mit bildgewaltigen Auftritten zu Göttern stilisiert, anderersits ihre menschlichen Seiten gezeigt werden.

Die Helden kämpfen nicht gegen Superschurken, sondern gegen die realen Probleme der Welt: Superman versucht, den Welthunger zu besiegen – und scheitert an der Gier und der Borniertheit der Menschen. Batman (der sich fragt, wie sein Leben ohne Reichtum verlaufen wäre) versucht, das Verbrechen an der Wurzel anzugehen, um Menschen in Gotham ein besseres Leben zu ermöglichen, und erzielt immerhin Teilerfolge. Es ist interessant in der Gegenüberstellung, wie der Übermensch versagt und der Mensch gewinnt, aber in ihrer Grundhaltung sind beide Geschichten positiv.

So auch Captain Marvel (Shazam) und Wonder Woman: Während der eine behinderten Kindern Hoffnung gibt, indem er Zeit mit ihnen verbringt, beschützt die andere Unschuldige (Frauen) weltweit vor ihren Unterdrückern. Captain Marvel kann zwar auch den Vater eines Jungen davon abhalten, seinen Sohn zu misshandeln, aber Wonder Woman scheitert mit ihrer Naivität, als sie sich halbnackt in ihrem Kostüm unter vollverschleierte Muslima begibt – dafür fliegen Steine.

Jeweils über zwei Seiten werden die jeweiligen Entstehungsgeschichten der Helden nacherzählt, so auch die von Flash, Green Lantern, Aquaman, Martian Manhunter und anderen. Die umfangreichste Story ist der Justice League gewidmet. Das Team muss einen außerirdischen Virus in Zentralafrika bekämpfen, der zur Bedrohung für die Welt wird. Während die Helden versuchen, das Schlimmste zu verhindern, bricht weltweit Panik aus, die Helden müssen intervenieren und machen sich damit unbeliebt. Das Vertrauen wird erschüttert – und muss anschließend mühsam wieder aufgebaut werden.

Trotz der allzu weltlichen Probleme ist der Blick stets nach innen gekehrt, der Ton der Geschichten nachdenklich. Sprechblasen gibt es nicht (außer bei der JLA), die Captions sind aufgelöst in reine Textfelder, um der Kunst mehr Raum zu geben. Wichtiger als die äußere Handlung sind die inneren Vorgänge und Motivationen der Helden. So bekommen die Charaktere eine größere Tiefe als in den meisten Comics. Und manches Unerhörte offenbart neue Abgründe, wie z.B. dieser Gedanke von Batman:

„In my darkest moments, I’m taunted by the suspicion that my parent’s murder was the best thing that ever happened to me. Cynically, I tell myself it has given my life a destiny and the means to fulfill it.“

Die Superhelden zweifeln an sich, weil sie mit ihren scheinbar unendlichen Kräften an die Grenzen des Machbaren stoßen. Ganz alltägliche Probleme scheinen unüberwindbarer als eine Alien-Invasion. Man sieht, warum auch Superhelden nicht alles können – es sei denn, sie werden zu Tyrannen, was sie natürlich nicht wollen. Ihren größten Nutzen haben die Übermenschen, wenn sie sich bemühen, einfach nur gute Menschen zu sein. So besteht auch ihr Zweck für die reale Welt darin, anderen Menschen Hoffnung zu verleihen.

Alex Ross inszeniert die Protagonisten nicht nur überaus realistisch, sondern auch feinfühlig, mit einem treffenden Gespür für Ausdrücke und Nuancen schafft er es, jeden noch so geringen Statisten mit Leben zu füllen. Mit ungewöhnlichen Perspektiven und einer Vielzahl an romantisierenden Lichtstimmungen versetzt er auf jeder Seite seine Leser in Staunen. The World’s Greatest Super-Heroes wird seinem Titel mehr als gerecht, es ist ein Meisterwerk.

Jahrelang war das Buch vergriffen, jetzt hat DC es in einer prächtigen Absolute-Edition herausgebracht (UVP: 75 US-Dollar). Für jeden DC- und Alex Ross-Fan dürfte es das perfekte Weihnachtsgeschenk sein.

Mehr zur Justice League:

Wie aus Bäumen Helden werden

DC Comics

Titel: The Origin of the Justice League

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Mike Sekowsky

Erschienen: 1962 (Justice League of America #9), Paperback 2016 (Justice League of America: The Silver Age Vol. 2); dt. Eaglemoss 2015 (JLA – Das erste Jahr Teil 1)


Nach elf Abenteuern der JLA fiel den Verantwortlichen bei DC ein, dass es vielleicht interessant wäre zu erzählen, wie alles mit dem Team begann. Denn die Justice League war bisher ohne Erklärungen eingeführt worden, was eigentlich ziemlich seltsam ist, wenn man bedenkt, dass es schon über 20 Jahre Superhelden gab, aber noch keiner auf die Gedanken gekommen war, die bekanntesten zusammenzubringen (abgesehen von Batman und Superman). Noch seltsamer ist dieser nervige Junge namens Snapper Carr, der aus unerfindlichen Gründen mit unser aller Lieblingshelden rumhängen darf. Der fragt bei einer Geburtstagsfeier der Liga, wie denn das damals gewesen sei und da erzählen sie es ihm. (Offenbar liest der Junge keine Zeitung und kriegt auch sonst nix mit.)

Es beginnt mal wieder mit einer Alien-Invasion: Ein Steinriese, ein Glasfisch, ein Quecksilberklecks und ein Riesenvogel verwandeln die Menschheit in Stein, Glas, Quecksilber und Vögel – und jedes einzelne Mitglied der JLA auch. Doch die können sich jeweils kurz vor knapp aus dem Bann befreien und die Gegner besiegen. Obwohl man das Prinzip spätestens nach dem zweiten Mal verstanden hat, wird es noch zweimal durchexerziert, bis jeder Held seinen Auftritt hatte. Am Ende machen alle nochmal das Gleiche durch, indem sie in Bäume verwandelt werden. Dann geht es zum Nordpol, wo Batman und Superman gegen den Endgegner kämpfen, der sie zu Diamanten macht. Superman erledigt ihn aber sehr schnell. Wie das? Nun ja, die Erklärung geht so: Superman kann bekanntlich Kohle zu Diamanten pressen – also funktioniert das auch umgekehrt, indem er Diamanten zu Kohle … äh … rubbelt …

Wie dem auch sei: Nach dem Kampf gegen die sieben Invasoren gründen die Glorreichen Sieben die Liga. Während die Aliens nur zur Erde gekommen sind, um sich zu beweisen, damit entschieden wird, wer von ihnen der nächste Herrscher ihres Planeten (Appellax) wird, konstituiert sich die Liga als Gruppe Gleichberechtigter und Gleichgesinnter. In der Liga, so erfahren wir, gibt es keinen festen Anführer. Der Chairman wechselt ständig. Allerdings, wenn es ums Putzen des Hauptquartiers geht, trägt Wonder Woman eine Schürze und hat das Sagen. Auch wenn alles ihrem Kommando folgt und kräftig mitanpackt – ich bin mir nicht sicher, ob das ganz im Sinne der Emanzipation ist …

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Die Justice League und der Seestern

DC Comics

Titel: Starro the Conqueror (Justice League of America)

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Mike Sekowsky

Erschienen: 1960 (The Brave and the Bold #28), Paperback 2016 (Justice League of America: The Silver Age Vol. 1)


Die Geschichte der Justice League (of America) beginnt nicht mit einem Teambuilding, sondern mit einem Riesenseestern namens Starro. Der kommt aus dem All hinab auf die Erde, rekrutiert drei kleine Seesterne, päppelt sie zu Riesen auf und will mit ihnen die Welt erobern. Aquaman, der Seesternexperte, alarmiert sein Team: Wonder Woman, Flash, Green Lantern und J’onn J’onzz – nur Superman und Batman haben gerade Besseres zu tun. (Superman zerkleinert immerhin Meteoriten im All, aber Batman jagt nur Ganoven im Gotham. Erst am Ende tauchen sie wieder kurz im Bild auf.)

Während Green Lantern dabei zusieht, wie ein Aushilfsseestern eine Atombombe zündet und sich an der Energie gütlich tut, müssen Wonder Woman und der Marsianer die besten Wissenschaftler des Landes vor dem Brain Drain durch einen anderen Seestern retten. Und dann gibt es noch Flash. Der gibt sich mit einem ziemlich unsympathischen Jungen namens Snapper ab, der die nervige Angewohnheit hat, nicht nur Stuss zu reden, sondern auch ständig mit den Fingern zu schnippen. Snapper sieht, wie seine Familie zu gedankenkontrollierten Zombies werden, während er selbst – weil offenbar zu dämlich, um von Nutzen zu sein – verschont bleibt. Flash kann auch den dritten Stern besiegen, indem er das tut, was er immer tut, nämlich rennen. So entstehen Wirbelwinde etc.

Am Ende bewirft die Justice League den bösen Oberseestern mit Kalk und die Sache ist erledigt. Snapper sei dank, der unfreiwillig den entscheidenden Impuls dazu gibt. Dafür gibt es eine Ehrenmitgliedschaft in der Liga, samt Medaille. (Okay, Junge, du hattest deine 15 Minuten Ruhm. Und jetzt bitte: lass das dumme Grinsen, verzieh dich – und hör mit dem verdammten Schnippen auf!)

Die Story von Starro wurde 1998 (in JLA: Secret Files and Origins #1) von Grant Morrison und Howard Porter neu erzählt. Der Riesenseestern (der jetzt grün ist statt grau) besetzt ein Gebäude in Blue Valley und lässt viele kleine einäugige Sterne auf die Gesichter von Menschen fliegen (Facehugger, eine freundliche Leihgabe der Alien-Filme) und sie zu Zombies werden, darunter auch Flash. Die Justice League will eingreifen, da taucht The Spectre auf und verbietet es, weil sie sonst ebenso zu Zombies und damit mächtigen Verbündeten des Eroberers werden, um die Menschheit zu versklaven. Die JLA lässt sich also die Kräfte nehmen, um keine Gefahr mehr darzustellen, wird vom bösen Flash ausgeknockt. In der Zwischenzeit dringt Batman in die Zentrale ein und besiegt Flash, indem er die Klimaanlage sabotiert. Denn Kälte verträgt der Seestern nicht so gut (fragt sich nur, wie er es durchs Weltall geschafft hat). Flash wird den Parasiten los, zerstört alles und die JLA kriegt ihre Kräfte zurück.

Doch das war nur die Vorhut. In JLA #22-23 (1998) kommt Starro als der eigentliche Eroberer zur Erde. Diesmal im Traum. Die ganze Menschenheit (bis auf die Einwohner Blue Valleys) ist plötzlich in Tiefschlaf versetzt und gefangen in einer Traumwelt, in der Starro herrscht und es weder Superhelden noch Erinnerungen an sie gibt. Nur ein kleiner Junge erinnert sich noch an sie und leistet Widerstand. Wieder wird die JLA von einem Metawesen aufgesucht, diesmal dem Sandman, und indem sie sich von ihm in die Traumwelt versetzen lässt, verlieren die Helden wieder ihre Kräfte. Bei der Suche nach dem Hoffnungsträger müssen sie sich beeilen, denn nach und nach bekommen alle Seesternfratzen angeheftet und parallel dazu kommen weitere Riesenseesterne zur Erde …

Die Neuauflage des alten Motivs macht aus dem albernen und beliebigen Schurken einen ernstzunehmenden Gegner. Die drei Hefte gehören nicht nur zu den unheimlichsten JLA-Storys, sondern sind auch grafisch beeindruckend von Howard Porter umgesetzt, sodass eine beklemmende postapokalyptische Atmosphäre entsteht. Dieses starre rote Auge auf den Gesichtern der Menschen hat exquisite Horrorqualitäten.

Hinweis: Die neueren JLA-Storys sind in JLA Sonderband 4 und JLA 22-23 (Dino Verlag) auf deutsch erschienen. Starro hatte auch einen Auftritt in der Zeichentrickserie Batman Beyond.

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Noch ein Trailer zu Justice League

„We can be heroes, just for one day …“ Im neuen Justice League-Trailer wird David Bowie gecovert. Superman steht im Maisfeld, Aquaman im Wasser, Batman ballert sich seinen Weg durch eine Schlacht. Pathos, Action, Explosionen. Nach den ganzen Trailern könnte der Eindruck entstehen, den ganzen Film schon gesehen zu haben – oder wenigstens die Höhepunkte. Das nimmt viel vorweg, verdirbt die Überraschung. Im besten Fall wird der Film dem Trailer gerecht, dann bekommt man, was man erwartet hat – ein langweiliges Resultat. Im schlimmsten Fall wird man enttäuscht. Dass ein Film besser ist als der Trailer, das ist leider selten.

Justice League startet am 16. November 2017 in deutschen Kinos. (Zum SDCC-Trailer)