Wonder Woman

Adam West trifft Lynda Carter

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DC Comics

Titel: Batman ’66 Meets Wonder Woman ’77

Autor/Zeichner: Marc Andreyko, Jeff Parker/David Hahn

Erschienen: 2016-2017 (Miniserie #1-6), Paperback 2017


Wenn man die beiden Intros der Batman-Serie der 60er mit der Wonder-Woman-Serie der 70er vergleicht, fallen große Parallelen auf: Beide haben einen eingängigen Titelsong, beide betonen den Bezug zu den Comics. Heute gelten beide Serien zugleich als Trash und Kult und beide haben Comic-Adaptionen nach sich gezogen – da lag es nahe, dass die Versionen der Figuren auch zusammentreffen: „Adam West“ und „Lynda Carter“ kämpfen gemeinsam gegen Ra’s al Ghul.

Die Geschichte beginnt mit Catwoman. Sie stiehlt das Buch Lost World of the Ancients für Talia al Ghul. Batman und Robin schnappen sich das Katzenweib, Talia entkommt, und Bruce erzählt, dass er die mysteriöse Frau kennt. Talia und ihr Vater Ra’s kamen in den 40ern zu einer Auktion der Wayne Foundation in Wayne Manor. Ra’s versucht dabei, das Buch (und ein weiteres mit gleichem Namen) zu ersteigern, doch es gewinnt ein anderer Büchersammler. (Warum er ihn nicht einfach überbietet, bleibt rätselhaft.) Dann wollen Nazis die Bücher rauben, bis die League of Assassins Ansprüche erhebt.

Zufällig ist auch Diana Prince mit Steve Trevor anwesend. Sie verwandelt sich mit einem Ballerina-Dreher in Wonder Woman, kämpft gegen die Nazis, rettet den kleinen Bruce und seine Familie vor ihnen. Nebenbei entdeckt Klein-Bruce durch einen Sturz die Batcave

22 Jahre später fliegt Batman mit Robin und Catwoman nach Themyscira, um Wonder Woman zu warnen und Ra’s davon abzuhalten, in eine Lazarusgrube zu steigen. Weitere zehn Jahre später kehrt Ra’s zurück. Bruce hat als Batman aufgehört, Dick Grayson ist Nightwing und Barbara Gordon Police Commissioner.

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Batmans neues Batmobil in den 70ern. (DC Comics)

Dafür, dass man etwas sehr Albernes erwartet, überrascht diese Story mit einer gar nicht mal so bescheuerten und sogar ziemlich einnehmenden Handlung. Sparsam mit Gags, aber trotzdem leichtfüßig kommt das alles daher, und erzählt eine nostalgische Geschichte über drei Jahrzehnte hinweg. Wir sehen, wie die Batman-TV-Serie aus ihrem Status quo herausentwickelt, sie bekommt eine Vorgeschichte und eine Fortsetzung in ferner Zukunft – inklusive eines neuen Batmobils. Es gibt Zitate aus den Comics dieser Zeit (z.B. Copperhead) wie auch aus der Popkultur (Disco und Kung-Fu).

Für riesige Plot Holes wird man mit Schauwerten wie Greifen, Zyklopen und sich in Rauch auflösenden Kämpfern entschädigt. Die schlichten Zeichnungen sind keine künstlerische Offenbarung, erfüllen aber ihren Zweck. Mit flottem Strich und knalligen Farben wirkt das Ganze, als würde man einen soliden und unterhaltsamen Zeichentrickfilm schauen.

Das Herz der Story bildet das Verhältnis zwischen Bruce und Diana. Sie ist es, die ihn erst zu Batman macht: „I wouldn’t be the man I am today without your inspiration“, sagt er zu ihr.  Und sie ist es, die ihn am Ende aus der Versenkung holt, sodass der Emeritus wieder ins Kostüm steigt. – Sehr schön.

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Wonder Woman hinterlässt verbrannte Erde

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DC Comics

Titel: Wonder Woman: Dead Earth

Autor/Zeichner: Daniel Warren Johnson

Erschienen: 2020 (Miniserie #1-4), Hardcover 2020, dt. Panini 2020-2021 (Vierteiler)


„You may have broken the world … but I know you’re the only one who can fix it.“ (Batman)

Die Erde ist verwüstet von einem Atomkrieg, nur noch wenige Menschen sind übrig, dafür viele riesige und furchtbare Monster. Und mittendrin erwacht eine Prinzessin aus ihrem Dornröschenschlaf – Diana von den Amazonen, ehemals Wonder Woman. Sie erwacht nicht irgendwo, sondern in der Batcave. Batman selbst ist längst tot. Sie kann sich nicht erinnern: Was ist denn hier passiert?

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Wonder Woman trifft Batman – auf Dead Earth. (DC Comics)

Diana stückelt sich wieder ein Wonder-Woman-Kostüm zusammen, zieht Batmans Gürtel an, befreit die Menschen aus der Oase Camp New Hope von ihrem Tyrannen und will sie nach Themyscira führen, denn die Insel dürfte immer noch das Paradies sein. Tja, falsch gedacht – es wird alles immer schlimmer.

David Warren Johnson zeichnet diese Post-Apokalypse mit unruhigem, schroffen, aber ungemein dynamischen Strich. Er hat ein gutes Gespür für Dramatik und einige starke Einfälle, die altbekannte Figuren wieder interessant erscheinen lassen, wie etwa bei einem Gladiatorenkampf gegen eine mutierte Cheetah. Und was die Heldin mit Superman macht, ist zu herrlich, als dass ich es hier spoilern wollte.

Diese Wonder Woman ist keine Idealschönheit nach klassichen US-Maßstäben, sondern erscheint als normale Frau, die trotzdem unfassbare Kräfte in sich vereint – Kräfte von Göttern, die erst einmal gebändigt werden müssen und zum Schluss entfesselt werden. Die Amazone vereint damit zwei Extreme, die größte Gefahr und die größte Hoffnung der Menschheit zu sein. Und das Beste: Sie kommt ganz ohne Superman, Batman und andere Superhelden aus, auch wenn sie am Rande als Echo der Vergangenheit vorkommen. Dafür steht ihr Verhältnis zu den Menschen und den Amazonen im Vordergrund.

Damit ist Dead Earth ein spannendes, blutiges, kurzweiliges und bildgewaltiges Vergnügen für alle Fans (und Nichtfans) von Wonder Woman, Endzeitszenarien, epischen Schlachten und Mainstreamcomics jenseits des Mainstreams.

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Wonder Woman gegen Superman – und die Atombombe

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DC Comics

Titel: Superman vs. Wonder Woman

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Jose Luis Garcia-Lopez

Erschienen: 1978 (All-New Collectors‘ Edition #C-54), Reprint 2020; dt. Panini 2021


„I don’t believe it! Wonder Woman hit me! She actually hit me! Even if she is a woman — no one treats me that way–And I mean no one!“ (Superman)

Das Jahr 1942. Superman kämpft an der Front gegen Japan mit. Er wirft mit feindlichen Flugzeugen um sich, aber keine Sorge: Die fliegen automatisch, daher muss der Strahlemann niemanden töten. Superman versenkt ein japanisches U-Boot und erfährt vom Kapitän, dass ein japanischer Agent nach Mexiko gereist ist, um mit einem Nazi etwas zu verhindern, das sich „Manhattan Project“ nennt. Superman weiß noch nicht, dass es sich dabei um den Bau der Atombombe handelt.

Das findet Wonder Woman heraus, die in Washington D.C. Nazis jagt. Die sind leicht zu erkennen an ihren Glatzen und den riesigen Hakenkreuzen auf Brust und Rücken (die fehlen in der deutschen Fassung). Nachdem sie zufällig Albert Einstein rettet und ihr eigenes Land ausspioniert, wird ihr klar, was sich hinter Project Manhattan verbirgt – und ist entsetzt. Weil sie befürchtet, die Bombe könnte die nächste Büchse der Pandora sein, will sie verhindern, dass sie eingesetzt wird.

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Superman vs. Wonder Woman (DC Comics)

Also fängt Wonder Woman an, in Chicago mit einer Straßenlaterne zu randalieren, um einen Kernreaktor zu zerstören. Das erregt Supermans Aufmerksamkeit und die beiden prügeln sich die Seelen aus dem Leib. Wonder Woman versucht zwar, ihm ihren Grund zu erklären, aber Superman beharrt auf seinem Patriotismus: „I’ve lived in America, and I trust my adopted country.“ Als ob Vertrauen in die Heimat Massenmord und Massenvernichtung rechtfertigen würde – Superman ist hier nicht gerade ein Superbrain.

Da man mit Argumenten nicht weiterkommt, kloppt man sich weiter dort, wo niemand verletzt werden kann, nämlich auf dem Mond. Doch auch als die beiden dort Ruinen einer vergangenen Zivilisation entdecken und Wonder Woman herausfindet, dass die sich mit Atomwaffen ausgelöscht hat, ist das Superman herzlich egal.

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Wonder Woman teilt gegen Superman aus. (DC Comics)

In der Zwischenzeit verbündet sich Baron Blitzkrieg mit Sumo, dem Samurai, um die Atombombe zu stehlen. Klingt bescheuert, ist aber so. (Das kann nur getoppt werden von „Captain Nazi“ – den gibt’s bereits seit 1941 …) Der Baron trägt ein knallgelbes Kostüm mit eiserner Maske (wie Doctor Doom) und sechs Hakenkreuzen, damit es keine Missverständnisse ob seiner Geisteshaltung gibt (auch hier nur im Original zu sehen). Erst ein SOS-Ruf per Blinklicht von der Erde kann die beiden Helden zurückholen, um gegen die wahren Feinde zu kämpfen.

Dieser Battle Royale folgt also dem klassischen Muster, das die Menschheit bereits seit dem Gilgamesch-Epos kennt und das besonders beliebt in Superheldencomics ist: Zuerst misst man miteinander die Kräfte, um einzusehen, dass der Feind ein anderer und man zusammen am stärksten ist. Das ist etwas blöd, aber es erfüllt seinen Zweck. Was an dem Kampf auffällt: Wonder Woman schlägt als erste zu – und sie teilt auch am meisten aus. Tatsächlich sieht man Superman nur einmal zuschlagen und er hadert mit sich, einer Frau Gewalt anzutun. Klar, Frauen zu schlagen steht niemandem gut, erst recht nicht einem Superman.

ACHTUNG SPOILER: Die beiden kloppen sich also gegen die Schurken und die Bombe geht trotzdem hoch.

Am Ende verspricht Präsident Roosevelt, er werde die Bombe niemals einsetzen, solange er Präsident sei. Geschickt, denn das übernimmt dann sein Nachfolger Harry S. Truman mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945, bei dem insgesamt über 100.000 Menschen sofort sterben und noch einmal etwa  130.000 an den Folgeschäden bis Ende des Jahres.

Wonder Woman erweist sich im Epilog als hellsichtig. Sie weiß, dass früher oder später jemand die Büchse der Pandora öffnen wird. „And once the demons escape, they can never be recaptured … not if we try and try … till the end of time.“ Sehr weise. Nur leider schweigt Superman dazu – und wirkt dadurch nicht klüger als zuvor.

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80 Jahre Wonder Woman

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Sensation Comics #1 & Wonder Woman #1 (DC Comics)

Als Wonder Woman ihren ersten Auftritt in All-Star Comics #8 (1941) hat, ist auf dem Cover noch kein Platz für sie. Dort sind nur ein paar Typen zu sehen, die Justice Society, die das Heft seit Ausgabe 3 beherrscht. Wonder Woman wird nicht einmal erwähnt. Umso selbstsicherer wird sie in ihrer ersten Geschichte eingeführt.

In einer Welt, die vom Hass und Krieg der Männer zerrissen wird, erscheint eine Frau, für die diese Probleme ein Kinderspiel sind. Liebenswert wie Aphrodite, weise wie Athene, schnell wie Merkur und stark wie Herkules. Aber noch keiner weiß, wer sie ist. Wir sehen eine Frau mit blauem Sternenrock, roter Korsage mit goldenem Adler auf der Brust und roten Stiefeln ins Bild springen – eine US-Ikone, die auch die Farben von Superman spiegelt. Das Bild wird später für das zweite Abenteuer in Sensation Comics #1 wiederverwendet.

Die Geschichte beginnt mit einem Mann. US-Pilot Steve Trevor stürzt auf Paradise Island ab, wo unsterbliche Amazonen seit der Antike in einem Matriarchat leben. Die Prinzessin (die noch nicht benannt wird) findet Trevor, bringt ihn ins Krankenhaus, doch die Königin Hippolyte besteht darauf, dass er schnell wieder von der Insel verschwindet, sobald er genesen ist, denn Männer seien nicht erlaubt. Einst wurden die Amazonen von Herkules besiegt und versklavt, bevor sie sich selbst befreien konnten. Mit Aphrodites Hilfe gründeten sie eine Gesellschaft abseits der Männerwelt, denn Männer bedeuten Ärger, sie stören die friedliche Ordnung.

Doch die Prinzessin verliebt sich in Steve. Sie findet heraus, dass er einem Ring von Nazi-Spionen auf der Spur war, und will ihn zurückbringen. Hippolyte will daraufhin in einem Wettbewerb die Frau küren, die ihn begleiten soll. Die Prinzessin darf nicht teilnehmen, aber maskiert sich und macht trotzdem mit. Nachdem sie den Wettlauf gegen eine Hirschkuh besteht und ein paar Kugeln mit ihren Armbändern abwehrt, gewinnt sie. Hippolyta verleiht ihr den Namen Diana (nach der Mondgöttin) und ein buntes Kostüm. Diana bringt Steve in ihrem unsichtbaren Flugzeug in die USA zurück (Sensation Comics #1).

Von Princess Diana zu Diana Prince

Der Nachteil: Diana gibt damit ihre Erbrechte und ihre Unsterblichkeit auf. Glücklicherweise verliebt sich Steve sofort in sie, sobald er aufwacht. Die Prinzessin findet sich in der Männerwelt ein: Sie besiegt ein paar Räuber, leistet sich ein Wettrennen mit einem Autofahrer, lässt sich für eine Bühnenshow einspannen, wo sie mit ihren Armbändern Kugeln abwehrt, und wird schließlich Krankenschwester. Sie übernimmt die Identität der Krankenschwester Diana Prince, der sie zufällig ähnlich sieht. Diana bekommt eine Abfindung, die Prinzessin ihre Brille und wird sofort unkenntlich – wie Clark Kent.

Wie Superman ständig seine Lois Lane rettet, so rettet Wonder Woman Steve Trevors Leben. Allerdings hilft Steve ihr auch oft aus der Klemme, die beiden bilden also ein Paar auf Augenhöhe. Gemeinsam schalten sie zunächst Nazi-Spione aus, die planen, Armee-Camps mit Giftgas zu bombardieren. Und so wie Lois Lane mehr auf Superman als auf Clark Kent steht, so kann Steve Trevor mit Diana nicht viel anfangen. An Wonder Woman komme sie nicht heran, findet er.

Pazifistische Kriegsführung

In Sensation Comics #2 geht es wieder um Nazis und Nervengift. Diesmal ist Dr. Poison der Schurke, bzw. die Schurkin. Trevor wird mit Diana entführt. Ein Wahrheitsserum soll ihn zum Sprechen bringen – das Lasso der Wahrheit ist noch nicht erfunden. Dafür wird gefesselt. Zweimal muss sich Wonder Woman befreien, bevor dann die Männer selbst gefesselt werden – von den Frauen.

Statt mit Waffen auf die Feinde loszuziehen, rekrutiert die Heldin in einem Frauencollege eine Parade von Frauen (angeleitet von der übergewichtigen Etta Candy), die die Soldaten mit einer Aufforderung zum Tanz entwaffnen. Die Schurken fallen drauf rein und enden in Handschellen. Die Waffe der Frauen ist ihr Grips. Da sie unterschätzt werden, können sie sich das zum Vorteil machen.

Damit hat Charles Moulton eine moderne und emanzipierte Frauenfigur erschaffen. Moulton, der eigentlich William Moulton Marston heißt, war Psychologe und hat den Lügendetektor miterfunden. Er erkannte das erzieherische Potenzial in Comics und erfand daraufhin Wonder Woman. Marston war Feminist, lebte er in einer polyamourösen Beziehung und liebte Fesselspiele, was sich als Motiv immer wieder durch seine Comics zieht.

Besonders deutlich wird das in Sensation Comics #6. Darin bekommt Wonder Woman ihr goldenes Lasso. Es ist unverwüstlich und wer damit gefesselt wird, muss ihr gehorchen. Es wird zu ihrem Markenzeichen: eine Waffe, die weder tötet noch foltert. Als Pazifistin geht Wonder Woman stets den sanften Weg. Ihre Botschaft ist die Liebe.

Nachdem es immer nur um Nazi-Spione im eigenen Land geht, widmet sich die Heldin auch internen Feinden und sozialen Problemen. In Sensation Comics #7 geht sie gegen Betrüger vor, die die Milchpreise hochtreiben, sodass Mütter ihre Kinder nicht mehr ernähren können. Auch dahinter stecken zwar am Ende Nazis, aber zum ersten Mal sind die Schwächsten der Gesellschaft die Opfer. In der nächsten Ausgabe setzt sich Wonder Woman für bessere Arbeitsbedingungen von Verkäuferinnen in einem Kaufhaus ein.

Schneller als Superman und Batman bekam Wonder Woman ihr eigenes Heft. In Wonder Woman #1 (1942) wird die Vorgeschichte noch einmal ausführlicher nacherzählt. Diesmal formt Hippolyta, angeleitet von Athene, Diana aus Lehm. Der Kriegsgott Mars wird als klassischer Gegenspieler eingeführt.

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All-Star Comics #12 und Comic Cavalcade #1 (DC Comics)

Der Erfolg hielt an. 1942 kehrte Wonder Woman zu All-Star Comics zurück, diesmal aber als Mitglied der Justice Society of America, zusammen mit Hawkman, Starman, Atom und Co. Als Ehrenmitglied und als Sekretärin durfte sie auch beim Kampf gegen die Achsenmächte helfen. Etwas später im selben Jahr bekam Wonder Woman Abenteuer in der neuen Anthologieserie Comic Cavalcade, sie teilte sich das Cover mit Flash und Green Lantern. Mit vier Serien hatte sie damit zweitweilig sogar eine mehr als Superman und Batman.

Doch Wonder Womans Golden Age währte nicht lange. Marston starb bereits 1947 an Krebs. Er wurde nur 53 Jahre alt. Danach verflachten die Abenteuer der Superheldin, das Interesse an ihr ließ nach, wie ohnehin an Superhelden nach dem Krieg. Die Amazone verschwand 1948 aus Comic Cavalcade, drei Jahre später auch aus Sensation Comics, kurz zuvor wurde All-Star Comics eingestellt. 1958 starb Stammzeichner Harry G. Peter.

Trotzdem verkaufte sich die Serie Wonder Woman kontinuierlich. Derzeit erscheint das Heft sogar alle zwei Wochen, sodass im kommenden Jahr voraussichtlich die 800. Ausgabe herauskommen wird.

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Catwomans Stunde der Wahrheit

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DC Comics

Titel: Batman Adventures: Cat Got Your Tongue?

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2021 (Adventures in the DC Universe #2, #19; Batman: Gotham Adventures #4, #24, #50; Batman Adventures #10)


Catwoman klaut Wonder Woman das Lasso der Wahrheit. Nicht für sich selbst, sondern für einen Schurken, der damit einen Wissenschaftler befragen will, wie er zu einem Katzengott wird. Doch als das Schlimmste eintrifft, bereut Catwoman ihre Auftragsarbeit, denn der Katzengott randaliert in der Stadt. Aber da eilt auch schon Wonder Woman zur Hilfe, um gemeinsam mit Catwoman wieder für Ordnung zu sorgen. Moral: In jedem Größenwahnsinnigen steckt ein kleiner, armseliger Mann.

Ansonsten geht es im Catwoman-Bändchen der neuen Batman-Adventures-Reihe für Kinder vor allem um ihre Beziehung zu Batman. In Claws setzt sich Catwoman gegen Tierversuche an streunenden Katzen ein. Als sie die Verantwortliche (eine Herstellerin von Kosmetikprodukten) zur Rede stellt und die sich nicht einsichtig zeigt, fährt ihr Catwoman mit den Krallen durchs Gesicht, sodass sie für immer entstellt ist. Das wiederum belastet ihr Verhältnis zu Batman.

Missverständnisse und Vertrauensprobleme

Doch eine Aussprache findet nicht statt. Also lockt Catwoman Batman in eine Falle, um mit ihm zu reden. Leider erwischt sie aber zunächst alle anderen: Robin, NightwingBatgirl und Killer Croc. Als sie schließlich Batman bekommt, läuft das Gespräch auf ein einziges Missverständnis hinaus. Sie sagt nicht, was sie will, und er hat nichts zu sagen, außer dass er sie festnehmen will. Catwoman haut ab.

Das Problem, wie sich später zeigt: Batman traut Catwoman nicht. Als er sie bei einem Einbruch erwischt und sie ihn vor einer Bombe bewahrt (und dabei selbst fast draufgeht) ermittelt er so lange, bis er ihre Unschuld beweist. Warum ist Batman so viel härter zu ihr als zu anderen?, fragt Nightwing. Weil er mehr von ihr erwarte, sagt Batman. Das ist fast schon keine richtige Antwort.

Zum Schluss hat Batman wieder allen Grund, Catwoman zu misstrauen. Zunächst lässt sie eine Farbbombe hochgehen, die die wertvollen Gemälde in einem Club beschmiert. Dann wird sie zusammen mit Batman von der Polizei gejagt (denn der Pinguin ist Bürgermeister). Doch selbst als sie ihm aus der Patsche hilft, traut er ihr nicht. Zu Recht, wie sich am Ende herausstellt: Catwoman hat die Bilder vorher ausgetauscht und die Originale gestohlen. Doch statt die Diebin auszuliefern, stiehlt Batman einfach die Bilder zurück.

Die Beziehung bleibt ein kompliziertes Hin und Her. Ganz zum Schluss (im kurzen Epilog des Bandes) bricht dann Catwoman nur deshalb in Wayne Manor ein, um im Safe eine Nachricht zu hinterlassen: ihren Neujahrsvorsatz, brav zu sein. Plötzlich gibt sich Bruce Wayne freundlich: „After all, I’m a strong believer in the power of a simple vow.“

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Batman als Gott der Furcht

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DC Comics

Titel: Wonder Woman: Gods of Gotham

Autor/Zeichner: Phil Jimenez

Erschienen: 2001 (Wonder Woman #164-167), Paperback (Paradise Lost)


„Life has no meaning. Except for what we bring to it.“ (Batman)

Drei griechische Götter suchen eine Kirche in Gotham heim: die Ares-Kinder Phobos, Deimos und Eris (Furcht, Schrecken, Zwietracht). Weil sie nicht direkt auf Erden wirken dürfen, haben sie die Körper von Joker, Scarecrow und Poison Ivy übernommen. So wollen sie Kriegsgott Ares heraufbeschwören. Das ganze schreit nach Wonder Woman, aber Batman lehnt – wie üblich – zunächst ihre Hilfe ab, bis er sie dann doch annimmt. Mit dabei ist die ganze Mischpoke: Nightwing, Donna Troy, Huntress, Artemis, Oracle, Robin und Wonder Girl.

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Phobos-Batman gegen Wonder Woman. (DC Comics)

Überfrachtet ist der Vierteiler nicht nur mit Personal, sondern auch mit Worten. Viel wird geredet, erklärt und geschwafelt. Aber die Handlung tritt meist auf der Stelle – bis dann Phobos von Batman Besitz ergreift und dieser zum ultimativen Gott der Furcht mutiert. Doch dann wird wieder vor allem mit Worten gekämpft. Wonder Woman hält eine Ansprache vor Ares, dann vor Phobos-Batman: „You’re more than a dark knight of fear.“ Er glaube an Mitgefühl, Respekt und ehrliche Kameradschaft. Furcht sei nicht alles, sie sei nur ein Werkzeug.

Nachdem sie damit Erfolg hat, hält Ares eine lange Ansprache, dann revanchiert sich Wonder Woman mit einer weiteren Ansprache. Und zum Schluss, wenn alle Zweifel beseitigt sind und sich auch die Nebenhandlungen aufgelöst haben, versichern Batman und Wonder Woman einander noch einmal wortreich, dass sie sich positiv beeinflussen und einander brauchen. „It’s your faith in your dream that makes you Wonder Woman.“

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Wiedersehen für Batman und Wonder Woman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Yesterday Never Dies

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #158)


Furchterregender als Scarecrow! Gefährlicher als der Joker! – Das soll der neue Schurke sein, der Batman und Wonder Woman hier erwartet, heißt es jedenfalls auf dem Cover. Aber kann die Story das halten? Schauen wir doch mal rein.

Drei maskierte Gauner versuchen, eine Diplomatenparty in New York auszurauben. Zufällig ist Bruce Wayne da, der immer sein Batman-Kostüm dabei hat und dessen eigentliche Superkraft darin besteht, sich in Windeseile umziehen zu können. Nach ein paar Schüssen, die danebengehen und einigen Faustschlägen, die ihr Ziel treffen, ist die Sache erledigt.

„Deja vu“ und Flashback

Batman zieht sich wieder seinen Smoking an und wen sieht er da wieder? Diana Prince, die mittlerweile sein Geheimnis kennt. Doch da taucht ein weiterer Maskierter auf: ein neuer Schurke mit einer Blasenpistole. Diesmal zieht sich Diana um. Kaum platzen die Blasen, sieht Wonder Woman aber ihren Geliebten Steve Trevor sterben – schon wieder. (Das ist bereits in WW #180 passiert.)

Der Schurke hat es eigentlich auf einen französischen Botschafter abgesehen, der sich wegen eines Deals mit Bruce Wayne trifft. Er traumatisiert den Mann und droht, es dürfe keine Deals zwischen den USA und Frankreich geben. Dann droht er noch, die geplante Konferenz in Paris dürfe nicht stattfinden. Gezeichnet: „Deja vu!“

Der Mann stammt übrigens selbst aus Frankreich, was etwas verwundert, denn ein Franzose würde eher „Déjà-vu“ schreiben, mit Strichen nach rechts und links und einem dazwischen, aber anscheinend hat er eine Rechtschreibschwäche oder er passt sich dem Niveau der US-Leserschaft an (wobei auch Amerikaner das eigentlich richtig schreiben). Jedenfalls ist es unseren Helden egal, die nennen ihn einfach „Flashback“.

Im Finale: Faust ins Gesicht

Und fliegen trotzdem nach Paris. Während Bruce Wayne konferiert, untersucht Wonder Woman eine Chemiefabrik, zu der sie das Gas zurückverfolgt. Dort trifft sie den Schurken wieder, aber ohne ihn fassen zu können. Erst später treffen die Helden wieder auf „Flashback“, diesmal bringt er Batmans altbekanntes Trauma zurück, den Tod seiner Eltern, allerdings mit einem Clou: Batman gibt Wonder Woman die Schuld – und dafür setzt es Keile. Mit knapper Not kann sie ihn mit ihrem Lasso zurück zur Wahrheit bringen.

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Batman schlägt Wonder Woman. (DC Comics)

Derweil bringt unser Schurke weiterhin seine unerwünschten Bonbons unter die Leute. Wonder Woman wirbelt mit dem Lasse das Gas weg, der Schurke ist eingenebelt und kann nichts sehen, da verpasst ihm Batman eine und knockt ihn so aus. Darin besteht hier das wahre Déjà-vu für die Leser, hunderte Male haben wir es schon gesehen: Meistens endet eine Geschichte damit, dass Batman einem ins Gesicht schlägt. Aber dazu besteht oft gar kein Anlass. Monsieur Flashback ist wehrlos, sogar orientierungslos. So jemanden schlägt man nicht einfach, sondern fesselt ihn und führt ihn ab. So würde es jedenfalls die Polizei machen. Alles andere wäre unrechtmäßige Polizeigewalt. Aber Batman ist eben Batman. Batman schlägt gern Leute. Er darf das. Er muss es sogar tun, sonst wär’s ja öde.

Und so ist die Standpauke, die ihm Diana am Ende hält, keine Rüge, sondern eine Motivationsrede: Wie der Schurke sei zwar auch er von Hass auf Kriminelle getrieben, aber er (Bruce) rettet immerhin Leben. Oft gehört, aber Bruce ist dankbar für die Erinnerung. Déjà-vus haben also auch ihren Wert. Na dann bis zum nächsten Wiedersehen!

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Batman und Wonder Woman mit Gorillas im Zirkus

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Dastardly Events Aboard The Hellship!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1978 (The Brave and the Bold #140)


Batman und Wonder Woman in einer Zirkusmanege, ein Dompteur mit Peitsche befielt ihnen zu brüllen und zu schnurren wie Löwen und Tiger – und die beiden Helden gehorchen aufs Wort. Dann springen sie durch brennende Reifen. Was ist denn hier los? Hat etwa die letzte Begegnung mit Catwoman (The Brave and the Bold #131) so tiefen Eindruck hinterlassen?

Nein, dieser Dompteur namens Dimitrios ist ein Schurke, der die beiden beherrscht. Batman sollte ihn für einen Industriellen finden, um dessen entführte Tochter zurückzuholen. Dimitrios ist ein Pirat, der mit Industriespionage reich geworden ist. Tochter Esmeralda soll das Geheimnis einer Solarzelle kennen, die einmal die Energiekrise lösen soll (schön wär’s!). Dimitrios will ihr das Geheimnis entlocken – mit Folter. Batman nimmt den Auftrag an, auch weil es  zur Motivation zehn Millionen Dollar Belohnung gibt, nicht für Batman sondern für eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl.

Wendungsreicher Plot

Parallel nimmt Wonder Woman die Aufgabe an, Dimitrios zu fassen. Sie arbeitet als Diana Prince jetzt für die Vereinten Nationen. Sie geht an Bord des Piratenschiffes, als zufällig gerade Batman dort in eine Falle gerät: ein Haifischbecken mit Orcas und Riesentintenfischen. WW kann ihn retten. Dann kriegen es die beiden mit dressierten Gorillas zu tun und werden mit Gas betäubt. So landen sie in der Manege des Schurken, der mit ihnen sein krankes Machtspiel treibt.

Dann folgt eine Reihe von Wendungen. Als erstes stellt sich heraus: Esmeralda und Dimitrios sind ein Paar! Sie sei freiwillig zu ihm gekommen und gedenke nicht, ihn zu verlassen, sagt sie. Aus irgendeinem Grund wirft der Schurke Batman dann die kleine Solarzelle hin, die der Held aus einem anderen unerfindlichen Grund schluckt und abhaut. Dann stellt sich heraus: Die Solarzelle ist gefälscht, Dimitrios hat den Erfinder entführt. Dann stellt sich heraus: Batman hat die Solarzelle gar nicht geschluckt, sondern nur so getan! Und überhaupt hat die Zelle nie Esmeraldas Vater gehört.

Diana als Detektivin

Batman wird wieder gefangen genommen und soll von Gorillas aufgeschlitzt werden, um die Zelle aus ihm herauszuholen. Wonder Woman befreit ihn (schon wieder). Warum aber begibt sich Batman in Gefahr, wenn doch die falsche Solarzelle in der Tasche des Erfinders steckt? Damit WW was zu tun kriegt, gibt er zu. Diana bedankt sich fürs Vertrauen. Nach einigem Hin und Her schwingt die Heldin ihr Lasso und es stellt sich heraus (Wendung Nr. 4 oder 5): Esmeralda liebt Dimitrios gar nicht! Sie hat ihn nur benutzt, um die Solarzelle zu ihrem Vater zu bringen, der wiederum alles nur inszeniert hat, um Dimitrios zu täuschen … Puh, da komme noch einer mit …

Jedenfalls wirft dann der Schurke eine Brandbombe („greek roman candle“ nennt er das) und versucht, per Helikopter zu fliehen, aber da bringt ihn Wonder Womans unsichtbares Flugzeug zum Absturz – allerdings nicht zu doll, denn der Böse muss ja noch vor Gericht gestellt werden.

Zum Schluss gibt’s Lob von Batman: „You’re quiet a detective, Diana!“ Sehr schön. Und das ganz ohne Sexismus.

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Wonder Woman trifft „Bat Hombre“

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: Play Now … Die Later

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1973 (The Brave and the Bold #105)


Wonder Woman trägt immer noch Weiß wie die Unschuld und auf dem Cover liegt sie ohnmächtig in Batmans Armen, der sie vor einer Harpune rettet – mit der Handlung der Geschichte hat es aber nichts zu tun.

Bruce Wayne amüsiert sich in einem spanischen Lokal in Gotham City, wo gerne Menschen aus dem Kriegsland San Sebastian verkehren. Dort trifft er die schöne Conchita und ihre Matrone. Auf der Straße werden die Frauen angegriffen, Bruce Wayne und Alfred bringen sie in Sicherheit, plötzlich ist eine Schießerei im Gange und Batman interveniert, um einen Jungen zu retten.

Entführung als Betrug?

Ein Mann namens Raoul Vasquez wird festgenommen. Er ist Revolutionär und stellt sich später als Bruder von Conchita heraus. Sie erzählen Bruce, ihr Vater sei entführt worden und sie können ihn nur gegen Lösegeld freibekommen. Bruce will das Geld auftreiben. Aber er durchschaut das falsche Spiel: Die beiden seien Betrüger, die das „spanish prisoner game“ spielen. Es gehe bloß darum, ihn abzuzocken.

Um sie zu entlarven, holt Batman Wonder Woman dazu. Sie gibt sich als neue Matrone für Conchita aus, begleitet sie zur Geldübergabe, aber die ganze Show scheint sehr überzeugend inszeniert zu sein, besonders als der Mann, der das Lösegeld entgegennimmt, erschossen wird. Nein, es ist kein Betrug, die Sache ist ernst.

Diana wird niedergeschlagen, Batman auch. Diana wird von ihrem Amazonenschutzengel gerettet (!?) und befreit dann auch Batman. Und um’s kurz zu machen: Gemeinsam befreien sie den entführten Vater von einem Schiff, Wonder Woman springt dabei durch ein Bullauge zur Rettung – und das nur, weil sie sich so schlank hält. Zum Schluss gibt es von Conchita einen Dankeskuss für „Bat Hombre“.

Habt ihr euch gerade beim Lesen gelangweilt? Ja, mir ging es ganz ähnlich …

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Batman und Wonder Woman beim Autorennen

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman: The Widow-Maker

Autor/Zeichner: Mike Sekowsky

Erschienen: 1970 (The Brave and the Bold #87), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Batman beim Autorennen? Mit Bat-Helm samt Logo und Ohren, mit flatterndem Cape im Rennauto, auf dem der Name WAYNE prangt? Und Diana Prince alias Wonder Woman jagt im Auto nebenher? So einiges mutet in dieser Geschichte sehr verkehrt an. Aber der Reihe nach.

Im Jahr 1969 verlor Wonder Woman ihre Kräfte und ihr Kostüm und bekämpfte als Diana Prince in Weiß das Verbrechen, während sie nebenher eine Modeboutique betrieb. Ihr Mentor wurde I Ching, ein blinder Chinese, der sie auch hier begleitet, als sie sich bei einem Autorennen in Frankreich eine Modenschau ansieht.

Bruce Wayne flirtet mit Diana Prince

Zufällig ist auch Bruce Wayne da, weil er gerade selbst beim Rennen mitfährt. Er weiß, dass Diana Wonder Woman, sie aber nicht, dass er Batman ist. Bruce will trotzdem mal Hallo sagen. Nicht nur weil Amerikaner im Ausland zusammenhalten müssen (!), sondern auch, weil sie „very, very pretty“ ist (!!). Also baggert Playboy Bruce drauflos, auch wenn er gar kein Playboy mehr sein will.

Zufällig findet Diana heraus, dass ein deutscher Rennfahrer namens Willi van Dort, der den „Widow Macher“ fährt, jeden umlegt, der seinen Sieg gefährdet – in dem Fall Bruce. Der nimmt es zunächst mit Willis Handlangern selbst auf, als sie nachts in seine Werkstatt einbrechen, um sein Auto zu sabotieren. Als er Diana und Ching sieht, lässt er sich helfen, damit die anderen nicht hinter sein Geheimnis kommen. Dabei leidet das Ego: „I can’t let a woman and a blind man rescue me — My male ego won’t let me!“ Man sieht: Macho Batman ist noch nicht wirklich in der Moderne angekommen.

Warum Diana kein Rennen fahren darf

Bruce bekommt einen Schlag auf den Kopf und darf auf ärztliche Anweisung hin nicht mehr Rennen fahren. Diana will für ihn übernehmen, doch Bruce weist sie ab mit den Worten: „You don’t have a racing licence, among other things!“ Was diese „anderen Dinge“ sein sollen, bleibt offen, aber man kann es sich denken: Diana ist eben kein Mann. Und der einzige Mann, der mit Bruce Wayne mithalten kann, ist Batman – daher lässt er lieber ihn für sich antreten. Er tut so, als würde er dafür James Gordon anrufen. Zum Glück tut er nur so, denn der Polizeichef hat sicher Besseres zu tun. Batman aber anscheinend nicht, denn er stürzt sich samt Publicitymeute ins Rampenlicht und setzt sich in ein Auto, auf dem WAYNE steht, ohne dass auch nur jemand Verdacht schöpft.

Leider ist Willi auch nicht gut auf Batman zu sprechen, der der Held einst den Vater, einen größenwahnsinnigen Schurken, hochgenommen hat. Während Batman also das Rennen fährt, versucht Willi mit allerlei schmutzigen Tricks, ihn auszuschalten. Seltsamerweise merkt das sonst niemand. Um ganz sicher zu gehen, hat Willi rund um die Rennstrecke seine Leute aufgestellt, die Batmans Reifen zerschießen sollen. Diana fährt also herum und schaltet die Attentäter aus, während Batman sich gegen Klingen, Blendattacken und Ölspuren wehren muss.

Den Platten kriegt dann Diana, doch alle Probleme lösen sich von selbst, denn Willi wird unabsichtlich von seinem eigenen Lakaien ins Jenseits befördert. Egal, denn Hauptsache Batman siegt. Und ohne eine Träne für den Toten zu vergießen fragt für Bruce, ob Diana mit ihm essen will. Ja, sagt sie, aber nur wenn er die Kaution für sie zahlt, denn sie ist wegen Autodiebstahl dran …

Auch abgesehen vom Chauvinismus: eine selten dämliche Story.

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