Catwoman

Wer hat Batman getötet?

DC Comics

Titel: Where Were You On The Night Batman Was Killed?

Auto/Zeichner: David V. Reed/John Calnan

Erschienen: 1977 (Batman #291-294), Paperback 2009 (The Strange Deaths of Batman), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Batman ist tot. Doch wer hat ihn getötet? In Gotham machen Gerüchte die Runde, jeder Kleinganove reklamiert die Tat für sich, jede Geschichte klingt anders. Ein Gerichtsverfahren wird einberufen, kein offizielles, sondern eines der Schurken, in einem privaten Anwesen. Der Richter ist Ra’s al Ghul, der Ankläger ist Two-Face, die Jury besteht aus Poison Ivy, Scarecrow, Mad Hatter, Mr. Freeze, Spook und Signalman.

Nacheinander werden vier Zeugen vorgeladen, die behaupten, für Batmans Tod verantwortlich zu sein: Catwoman, Riddler, Lex Luthor und der Joker. Catwoman erzählt von einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Batman mit ihr in einen Fluss stürzt. Sie rettet sich mit der Beute und einem Jaguar auf einen schwimmenden Käfig, als Batman aus dem kalten Wasser auftaucht und sich auf den Käfig ziehen will, stößt ihn Catwoman zurück, weil sie sonst mit ihm versinken würde. Ihre Beute ist ihr wichtiger als ihr Geliebter. Aber kann Catwoman, die noch nie getötet hat, eine Mörderin sein?

Joker: Mörder wider Willen

Der Riddler behauptet, Batman gefangen genommen und in die Luft gesprengt zu haben. Lex Luthor erzählt, er habe Supermans Bewusstsein in Batmans Körper übertragen und ihn dann totgeschlagen. Aber Two-Face schafft es, alle drei Aussagen zu widerlegen. Selbst Superman lädt er dafür als Zeugen vor, der sich bester Gesundheit erfreut.

Schließlich ist der Joker dran. Er sagt, er habe Batman im Zweikampf in einem Pelzgeschäft eine Überdosis Joker-Gift verpasst, an der er gestorben sei. Joker offenbart: Er habe schon oft Gelegenheit gehabt, Batman zu töten, aber habe ihn überleben lassen, um sich seinen aufregendsten Gegner zu bewahren – „my partner in fun and games“! Nachdem es zufällig doch passiert ist, ist es ihm auch nicht schade drum: „I hadn’t meant it–but I didn’t shed any tears over it, either!“

Der Joker habe daraufhin Batmans Maske gelüftet, aber dessen Gesicht und seine Fingerabdrücke unkenntlich gemacht, damit die Polizei was zu tun hat. Als Beweis habe der Joker aber Fotos vom Gesicht gemacht. Two-Face bezweifelt das und fordert den Beweis.

ACHTUNG: SPOILER!

Kurz darauf offenbart sich Two-Face aber als Batman selbst. Der Batman, den Joker getötet haben will, war nur ein Nacheiferer, ein Fanboy, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Batman hat den Prozess inszeniert, um den Mörder zu finden. Der wahre Two-Face war die ganze Zeit über in Arkham Asylum. Am Ende wird die Nachricht verkündet: Batman lebt!

Allerdings: Es hätte auch gereicht, die Leiche auf die Todesursache hin zu untersuchen. Das Gift im Körper hätte nur einen Schluss zugelassen. Aber ja, dann gäbe es diese Geschichte nicht, die allein schon wegen der Fülle an Schurken ein historisches Ereignis ist.

Der Vierteiler inspirierte Paul Dini zu der Batman: The Animated Series-Episode „Almost Got ′Im„, in der Two-Face, Pinguin, Joker und Killer Croc sich erzählen, wie sie Batman einmal „fast erwischt“ hätten. 2009 schrieb Neil Gaiman eine Comic-Story, die noch näher dran war am Original: Whatever Happened to the Caped Crusader? Auch darin gilt Batman als tot und die Schurken erzählen sich bei einer Trauerfeier verschiedene Versionen davon, wie es dazu kam – allerdings mit einem ganz anderen, geradezu genialen Dreh.

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Catwoman feiert 80 Jahre mit Comic-Special

DC Comics

In diesem Jahr werden nicht nur Robin und der Joker 80 Jahre alt, sondern auch Catwoman. Sie hatte (noch als „The Cat“) ihren ersten Auftritt in Batman #1. Für den 15. April hat DC nun ein Special zum Jubiläum angekündigt: Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1.

Es wird Kurzgeschichten von Ed Brubaker, Cameron Stewart, Paul Dini, Ann Nocenti, Adam Hughes, Tom King, Mikel Janín, Mindy Newell, Will Pfeifer und Emanuela Lupacchino enthalten, dazu Pinups von Steve Rude, Tula Lotay, Jim Balent und anderen. Das Cover stammt von Joëlle Jones, die auch die reguläre Catwoman-Serie schreibt und zeichnet.

Außerdem wird es acht Variant Cover geben, mit denen Zeichner wie Jim Lee und Adam Hughes je eine Dekade der 80 Jahre würdigen. Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

Bereits am 6. März wird ein 100-seitiges Robin-Special erscheinen.

UPDATE am 17.1.2020: DC hat auch ein Joker-Special angekündigt. Dazu wird es auch eine neue Anthologie geben: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime.

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Jokers kurze Solo-Karriere

DC Comics

Titel: The Joker – The Clown Prince of Crime

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Elliot S. Maggin, Martin Pasko/Irv Novick, Ernie Chan, José Luis García-López u.a.

Erschienen: 1975-1976 (Joker #1-9), Paperback 2013


Nach 35 Jahren war es so weit: Der Joker bekam seine eigene Serie. Damit war er der allererste Batman-Schurke, dem diese Ehre zuteil wurde. (Der zweite war Man-Bat, aber das hielt nicht lange.) Batman tritt hier nicht auf, der Joker ist der Held, oder besser gesagt: Anti-Held, denn natürlich ist er – wie Charlie Brown – zum Misserfolg verdammt.

Im ersten Abenteuer nimmt der Joker es mit Two-Face auf. Ein anderer Gauner bricht aus Arkham aus und nimmt statt den Joker Two-Face mit. Zusammen wollen sie wertvolle Dublonen stehlen. Der Joker ist sauer und will sich an beiden rächen. Es fliegen Säure-Torten. Doch Two-Face kommt davon und revanchiert sich später mit einer Todesfalle: Er will den Joker mit einer Kreissäge halbieren. Aber der Clown hat sich von seinem Erzfeind Batman einiges abgeschaut, um auch in einer aussichtslosen Lage zu triumphieren.

So geht es immer weiter. Im zweiten Teil verbündet er sich mit einem gewissen Willie the Weeper, der jeden seiner Coups versaut, indem er in Tränen ausbricht, weil ihn sein schlechtes Gewissen einholt. Im dritten legt sich der Joker mit dem Creeper an. Es folgen Begegnungen mit Green Arrow und Dinah Lance (die hier nicht als Black Canary agiert), der Royal Flush Gang und mit Catwoman. Einmal tauscht er die Persönlichkeit mit Lex Luthor, ein anderes Mal konkurriert er mit Scarecrow.

Es geht dabei sehr albern zu – und meistens völlig sinnfrei. Der Joker wird als total Verrückter dargestellt, der mehr am Spaß interessiert ist, als an der Bereicherung, weshalb man sich fragen muss, wie er seine Handlanger finanziert, die ihm trotz allem die Treue halten. Er hockt in einem Hauptquartier, das er „Ha-Hacienda“ nennt, fährt mit einem Wohnmobil namens „Ho-Home-on-Wheels“ oder mit dem Jokermobil, mit dem er im Grunde „verhaftet mich“ in die Welt hinausposaunt, was aber keinen zu kümmern scheint. Das Hauptproblem: Ein Joker ohne Batman macht nicht viel her. Vor allem taugt er weder als Held noch als Antiheld, wenn er kein klares Ziel hat.

Die dämlichste Geschichte handelt von Sherlock Holmes. Natürlich begegnet der Joker nicht wirklich dem Meisterdetektiv, sondern nur einem Schauspieler, der sich nach einem Kopfstoß dafür hält. Der Joker verübt Gaunereien, die irgendwie thematisch zu Holmes-Storys passen, aber nichts bringen, während Holmes immer wieder zufällig auf ihn trifft und ihn schließlich zur Strecke bringt. Das ist so bemüht und weit hergeholt, dass man sich als Leser für dumm verkauft fühlen kann – es sei denn man kann über dieses Gaga-Niveau lachen.

Von daher ist es kein Verlust, dass die Serie nach neun Ausgaben eingestellt wurde. Eigentlich ist es sogar ein Wunder, dass sie so lange durchhielt. Die geplante, aber damals nicht veröffentlichte zehnte Ausgabe ist 2019 im Sammelband The Joker: The Bronze Age Omnibus erschienen.

>> Liste der Joker-Comics

Misere in Serie

DC Comics

Titel: Knightmares

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Mitch Gerads, Amanda Conner, Lee Weeks

Erschienen: 2019 (Batman #61-63, 66-69), Paperback 2019 (Batman Vol. 10)


Was bisher geschah: Catwoman hat die geplante Hochzeit mit Batman platzen lassen. KGBeast hat einen Anschlag auf Nightwing verübt. Batman ist daraufhin Amok gelaufen. Bane hat Arkham Asylum übernommen und sich mit dem bösen Flashpoint-Batman (Thomas Wayne) gegen Batman verbündet, der wiederum Alfred angegriffen hat.

Was jetzt geschieht: Nix. Absolut nix. Batman steht unter dem Einfluss eines neuen Scarecrow-Angstgases und erlebt einen Traum oder Albtraum nach dem anderen. Aber sonst geschieht nichts. Wir sehen zunächst eine Horror-Variante von Bruce Waynes Werdegang, der als Junge zum Kindermörder wird. Dann einen Kampf gegen Professor Pyg alias Damian Wayne. Und eine weitgehend wortlose, aber ziemlich spektakuläre Hetzjagd mit den Joker durch Gotham.

Vor allem aber wird noch mal Batmans Beziehung zu Catwoman rekapituliert – und zwar die ganze. Von den ersten Treffen bis zum Sitzenlassen auf dem Dach, als wäre das nicht schon im Hochzeitsband zu Genüge geschehen. Mit dabei sind John Constantine und the Question, die aber natürlich nicht sie selbst sind, sondern auch nur Traumbilder, und hier bloß reine Funktionsträger. Batman zergeht in Selbstmitleid und fragt immer wieder, warum er sitzengelassen wurde – allerdings ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen (wie auch, im Selbstgespräch?) und so fällt die Antwort gleich aus. Gleich unbefriedigend.

Ansonsten sehen wir noch mal einen Junggesellenabschied: Lois Lane und Selina Kyle vergnügen sich in der Festung der Einsamkeit, während Bruce und Clark sich beim Schach in Wayne Manor langweilen. Aber auch das – nur ein belangloser Traum. Ach ja: Und wir sehen auch Bane und Thomas Wayne beim Sparring. Bane ist nackt.

Fazit: Seit fast 70 Ausgaben verfolge ich Tom Kings Batman-Serie und meine Geduld ist längst am Ende. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass endlich etwas Relevantes und Mitreißendes passiert. Stattdessen ergehen sich die Figuren bloß in Selbstreflexion und -analysen, sentimentalem Geschwafel, aufgeblasene Banalitäten und vor allem: endlosen Wiederholungen. Die Handlung – sofern vorhanden -, die nur langsam voranschreitet, tritt hier völlig auf der Stelle. Die Träume bzw. Albträume wirken beliebig und das Konzept ermüdet.

Dieser Band wäre reine Geld- und Zeitverschwendung, wären da nicht die wirklich herausragenden Arbeiten der Zeichner: Mikel Janin, Mitch Gerads, Lee Weeks und auch die anderen leisten Großes. Leider sind diese Bilder völlig an Tom Kings erzählerischen Leerlauf verschwendet. Das hier ist ein reines Hinhalten seiner Leser, ohne das erkennbar wäre, für was. Ich kann es kaum erwarten, dass diese Misere mit Ausgabe 85 endlich endet. Egal wie.

Leider muss ich sagen: Ich halte diesen Batman für eine Zumutung. Er ärgert mich sehr. Gäbe es dieses Blog nicht, hätte ich längst aufgehört, diese Serie zu lesen. Ich will keine Dankbarkeit, denn immerhin mache ich dieses Projekt freiwillig, aber es ist Arbeit. In diesem Fall harte Arbeit. Und ich finde, DC Comics müsste mich dafür bezahlen, dass ich mich durch diesen Batman-Bullshit quäle.

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Der falsche Hush

Hush hält Joker gefangen. (Warner Bros.)

Titel: Batman: Hush

Regie/Drehbuch: Justin Copeland/Ernie Altbacker

Erschienen: 2019 (Direct-to-Video)


ACHTUNG: SPOILER!!!

Man nehme alle großen Schurken, verstricke sie in eine Verschwörung gegen Batman, packe eine Liebelei mit Catwoman hinein und würze das Ganze mit Superman und einem alten Freund aus Bruce Waynes Jugend. Richtig gemixt kommt Hush heraus – eine der besten Batman-Storylines des 21. Jahrhunderts.

Von daher müsste es ein Leichtes sein, den Comic von Jeph Loeb und Jim Lee zu verfilmen. Theoretisch. Denn wie Animationsversuche von The Killing Joke zeigen, stellt ein Klassiker als Vorlage noch längst keine Garantie für einen guten Film dar. Und so ist es leider auch hier.

Ivy küsst Catwoman …

Batman: Hush ändert zunächst den ersten Gegner: Statt Killer Croc tritt Bane auf. Die Änderung leuchtet nicht ein, wahrscheinlich hat man einfach nur auf den bekannteren Namen gesetzt, auch wenn Bane deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt – was übrigens auch im Film bemerkt wird. Auch wenn es interessant wäre, nicht immer nur die üblichen Verdächtigen zu zeigen, ist diese Änderung noch zu verschmerzen.

Ivy küsst Superman.

Am Ende fehlt die Jason-Todd-Szene, was verständlich ist, denn Red Hood ist in den Filmen längst etabliert und die Szene hätte keinen Effekt mehr. (Der Film spielt auch unmittelbar nach Death of Superman.) Auch andere kleinere Änderungen (Batgirl statt Huntress, Catwoman stürzt Lois vom Dach) sind akzeptabel.

Doch im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass sogar das Herzstück des Comics fehlt: Die Rückblenden in Bruce Waynes Jugend mit Thomas Elliot, im Comic wunderbar von Jim Lee inszeniert, existieren nicht. Dadurch wird Thomas zu einem sehr oberflächlichen Charakter reduziert. Und das hat einen Grund …

JETZT KOMMT DER SPOILER!

Denn Thomas ist gar nicht Hush, sondern Riddler. Im Comic stellt sich dieser zwar als graue Eminenz heraus, aber hier bleibt Thomas Elliot tot und der Riddler ist der wahre Bösewicht. Entweder wollte man es sich leicht machen, um Zeit zu sparen, oder man wollte auch den Comiclesern eine Überraschung bieten.

So ehrenwert der Trend erscheinen mag, dem Riddler zu mehr Ernsthaftigkeit zu verhelfen: Gelungen ist der Versuch nicht. Denn dadurch wird Hush nur zu einem billigen Gimmick einer typischen Schurken-Aktion. Ohne persönliche Vendetta wirkt die Verschwörung hohl. Und dementsprechend langatmig wirkt die scheinbar nicht enden wollende Prügelei im Finale. Nicht mal Batman nimmt den Riddler ernst.

Batman küsst Catwoman – und zwar oft …

Ansonsten wird in dem Film nicht nur geprügelt, sondern auch viel geküsst. Das liegt natürlich vor allem an der Liebesgeschichte. Batman offenbart sich Catwoman, aber am Ende scheitert die Beziehung. Batman will Riddler vor dem Feuer retten, Catwoman hindert ihn daran, der Riddler stürzt in den Tod. Erst dadurch wird deutlich, dass die beiden zu verschieden sind, um ein Paar zu sein. Das wiederum ist ein viel stärkeres Ende als im Comic, wo es bloß um Batmans mangelndes Vertrauen geht.

Trotzdem gilt: Hush sollte lieber gelesen werden. Den Film kann man sich sparen.

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman: Hush (Warner Bros.)

>> Liste der Batman-Filme

Honest Trailer zu Batman Returns

Es ist noch etwas früh für Batman Returns – eigentlich ist es ein Weihnachtsfilm. Aber die Screen Junkies haben mit diesem „Honest Trailer“ immerhin die Reihe der ersten Batman-Filme abgehakt. Jetzt fehlt nur noch Adam Wests Batman hält die Welt in Atem.

Doch auch wenn man sich Tim Burtons zweites Batman-Werk ansieht, gibt es einiges daran auszusetzen: Einerseits richtet sich der Film zwar mit seinen sexuellen Anspielungen und Ekelmomenten deutlich an ein erwachsenes Publikum, Danny DeVito und Michelle Pfeiffer liefern denkwürdige Vorstellungen als Pinguin und Catwoman ab. Andererseits ist es der Batman-Film mit dem geringsten Batman-Anteil, es gibt darin viele Albernheiten wie die Pinguin-Armee und es stellt sich die Frage, warum der Pinguin Clowns als Handlanger beschäftigt, während der Joker im ersten Teil mit ganz normalen Ganoven auskommen musste.

Wenn man den „Honest Trailer“ sieht, kann man sich zu recht fragen, ob Joel Schumachers Batman Returns und Batman & Robin wirklich so viel schlechter waren. Jedenfalls ersparen einem diese fünf Minuten den ganzen Film.

Dämonen der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 4

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck

Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016


Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.

Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.

Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“

Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.

Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.

Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.

Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.

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Die schlummernde Katze

Batman 66: Catwoman & Sandman

Catwoman und Sandman stecken unter einer Decke.

Titel: The Sandman Cometh/The Catwoman Goeth (dt. Das Sandmännchen ist da)

Story/Drehbuch: Ellis St. Joseph, Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S02E33-34)


Kaum ist Catwoman mit dem Gesetz wieder im Reinen, sucht sie sich neue Verbündete für das nächste Ding. Zum einen hat sie jetzt weibliche Handlanger, zum anderen macht sie gemeinsame Sache mit Sandman. Nein, nicht dem Superhelden aus dem Golden Age und auch nicht Dream alias Morpheus, den Neil Gaiman erschaffen hat, sondern mit einem bis dato unbekannten Schurken aus Europa.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sein Name ist Programm: Sandman bringt seine Opfer zum Schlafen – und leider auch die Zuschauer, denn dieser Schurke hat kaum etwas Interessantes zu bieten. Aus keinem bestimmten Grund trägt der ältere Herr einen dicken Pelzmantel, in dem zwar einige bunte Eier hängen, die er aber nie wirft. Das einzige Werkzeug, das zum Einsatz kommt, ist ein Stethoskop, mit dem er Menschen betäubt.

Sandman betäubt Robin.

Sandman betäubt Robin.

Zusammen mit Catwoman will er die alte Nudelherstellerin J. Pauline Spaghetti um ihre Milliarden bringen. Da sie unter Schlaflosigkeit leidet, gibt sich Sandman als Dr. Somnambula aus, der ihr Heilung verspricht. Catwoman macht für ihn Werbung, indem sie sich als falsches Dornröschen aus dem Schaufenster eines Matratzenladens entführen lässt. Aber natürlich wollen beide Schurken nur den jeweils anderen benutzen, um das Geld allein zu kassieren. Als Sandman Catwoman zuvorkommt und Spaghetti heiratet, muss sie mit Batman gemeinsame Sache machen, um sich zu rächen.

Catwoman als Sleeping Beauty

Catwoman als Sleeping Beauty

Die Todesfalle: Nach einer Kissen- und Matratzenschlacht wird wird an eine Matratze gefesselt und soll von einer Maschine, die Knöpfe annäht, getötet werden, aber er hilft sich selbst, indem er mit dem Bat-Gürtel den Schalter umlegt. In der Zwischenzeit schickt Catowman Robin mit einer Undercover-Polizistin durch ein sinnloses Labyrinth mit Hochspannungszäunen.

Batman auf der Matratze des Todes

Batman auf der Matratze des Todes

Interessant an dieser Folge sind nur die Details, die die Routine durcheinander bringen. Zunächst ist es mal wieder eine Episode, in der Batman nicht sofort erreichbar ist, als Gordon zum roten Telefon greift. Er ist als Bruce Wayne mit Dick Grayson und ein paar anderen Jungs beim Wandern im Wald. Allerdings verzögert das die Handlung nur kurz. Die Polizei setzt mal wieder das Bat-Signal ein, um Batman zu rufen.

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Dann sind da einige witzige Dialogzeilen und Situationen: Tante Harriett wundert sich endlich mal über das wiederkehrende Piepen aus Bruces Bibliothek. Offenbar ist ihr der Zutritt verboten, weshalb sie das rote Telefon noch nie gesehen hat. Alfred kann ihr ein Märchen auftischen von einer Hi-Fi-Anlage, die gewartet werden müsse. Als besonderes High-Tech-Gerät erweist sich mal wieder der Batcomputer, der als Antwort lange rote Fäden ausspuckt und dem Dynamischen Duo auf die Fährte von Ms. Spaghetti bringt.

Catwoman (Julie Newmar)

Catwoman schaut auf ihre Opfer herab.

Batman wird mal wieder das Batmobil gestohlen. Um aus der Stadt zur Bathöhle zu gelangen nimmt er die U-Bahn, denn Gothams öffentliche Verkehrsmittel sind die schnellsten, und unternimmt die letzten Meter im Bat-Walk, der etwas seltsam aussieht. Kaum ist er da, bringt ihn Alfred mit seinem Alf-Cycle wieder zurück dorthin, weil da das Batmobil steht. Ein kurzer Anruf hätte Batman wahrscheinlich Weg und Zeit erspart, aber – wie so oft – dann gäbe es die Szene nicht, Batman würde dann nicht beinahe einen Strafzettel ausgestellt kriegen und die Folge hätte noch weniger Spaß zu bieten.

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Der falsche Batman

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 3

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce TImm, Mike Parobeck

Erschienen: 1994 (Batman Adventures #21-27, Annual #1), Paperback 2015


Bevor mit Roxy Rocket die frivolste Folge der Animated Series produziert wurde, hatte sie ihren ersten Auftritt im Batman Adventures Annual #1. Perfekt inszeniert, mit flottem Strich von Bruce Timm (dem besten Animated-Zeichner überhaupt) ist sie hier schon die sympathische Ganovin, aber sie hilft Batman dabei, die wahre Übeltäterin zu fassen, nämlich Catwoman.

In weiteren, von anderen Zeichnern inszenierten Episoden, rekapituliert Batman, inwiefern sich seine Gegner rehabilitieren lassen. Wir sehen kurze Geschichten mit dem Bauchredner und Scarface, Scarecrow und Harley Quinn. Zum Schluss sehen wir Joker bei einem ebenso sinnlosen wie brutalen Amoklauf durch die Stadt zu. Das ist eher etwas für Freunde des schwärzesten Humors.

Batman trifft in diesem Band auch erstmals auf Superman. In der Animated-Series kam dies nie vor, erst in der Superman-Serie wurde das nachgeholt. Hier kämpfen sie gegen Maxie Zeus. Auch wenn erstklassige Schurken wie Poison Ivy und Two-Face hier Auftritte haben, ist die interessanteste Story eine ohne Prominenz.

In „Survivor Syndrome“ hat Batman einen Nachahmer, einen Sportler, der Rache nehmen will für seine ermordete Freundin. Als dieser Möchtegern-Batman angeschossen wird, rettet das Vorbild ihm nicht nur das Leben, sondern hilft ihm auch, wieder auf die Beine zu kommen. Er trainiert ihn. Am Ende muss sich der junge Mann aber als der moralisch überlegenere beweisen. Die Geschichte ist eine der stärksten in diesem Paperback, das eher eine Lektüre für nostalgische Momente zwischendrin ist.