Catwoman

Catwomans Wiedergeburt

DC Comics

Titel: Catwoman: Her Sister’s Keeper

Autor/Zeichner: Mindy Newell/J.J. Birch

Erschienen: 1989 (Miniserie #1-4), Paperback 1991


In Batman: Year One bekam auch Catwoman eine neue Vorgeschichte: Selina Kyle war eine Prostituierte, die mit Bruce Wayne in einen Straßenkampf geriet, als er noch nicht Batman war. Später inspirierte sie Batman dazu, ein Katzenkostüm zu tragen. In der vierteiligen Serie Catwoman werden die Hintergründe näher beleuchtet.

Selina Kyle liegt bewusstlos in einer Gasse, zusammengeschlagen von ihrem Zuhälter Stan, als sie von einer Nonne aufgefunden wird. Ein Polizist bietet ihr Hilfe an, sie lehnt zunächst ab, kehrt zurück zu Stan, der ihr versichert, sie zu lieben, sie dann aber zum nächsten Kunden schickt – im Katzenkostüm, auch damit man ihre blauen Flecken nicht sieht. Selina ruft schließlich doch den Cop an, der sie zu Ted Grant schickt. Der ehemalige Superheld Wildcat bringt ihr bei, wie man sich verteidigt. Außerdem rät er ihr, sich die Haare kurz schneiden zu lassen und zeigt ihr später, wie man eine Peitsche benutzt. Im Katzenkostüm nimmt sie schließlich Rache an ihrem Peiniger, doch dann entführt Stan ihre Schwester Madgalene (Maggie) – eine Nonne. Hier kreuzen sich die Wege mit Batman.

DC Comics

Her Sister’s Keeper, wie der Titel des Paperbacks lautet, orientiert sich stark an Year One, die Sequenzen, die Catwoman betreffen, werden teilweise Panel für Panel nachgezeichnet. Gotham wird wie bei Frank Miller realistisch dargestellt als raues Pflaster, in dem ein Menschenleben nicht viel wert ist, erst recht wenn es sich um eine Prostituierte handelt. Angenehmerweise wird Catwoman nicht so stark sexualisiert aufgeladen wie später in den 90ern (oder auf dem Cover des Paperbacks).

Catwoman ist hier mehr als eine Rolle für Selina Kyle, sie wird zur zweiten Persönlichkeit, die ihr hilft, zu überleben. Zugleich hat sie aber auch Angst davor, weil die Katze eine Killerin ist. Am Ende geht es zwischen ihr und Batman um die Frage des Tötens: Selina gibt sich die Schuld für Stans Tod und ist danach bereit, einen Polizisten zu töten, der die minderjährige Prostituierte Holly Robinson misshandelt hat.

Trotz seiner Anlehnung an Year One kommt Her Sister’s Keeper nicht an das Meisterwerk heran. Trotz seiner Ausführlichkeit, wird anderes nur angedeutet, wie etwa Selinas Raubzüge, ohne zu erklären, wie sie zur Meisterdiebin wird. Viele Fragen zur Vorgeschichte, gerade was ihre Schwester betrifft, bleiben offen. Wenn sie zum Schluss Batman küsst und ihm danach den Krieg erklärt, wirkt es etwas forciert – so als müsste man noch schnell die Hassliebe als späteres Leitmotiv zwischen den beiden einführen. Aber wer sich für Catwomans Hintergründe interessiert, ist mit dieser Lektüre trotzdem gut bedient.

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80 Jahre Joker und Catwoman verschoben auf Juni

DC Comics

Sicher haben sich manche von euch schon gefragt, wo denn die Jubiläums-Specials zu Catwoman und Joker bleiben. Eigentlich sollten sie am 15. und 29. April erschienen sein – zum 80. Jahrestag von Batman #1 (1940), als die beiden ihre ersten Auftritte hatten. Aber die Coronakrise hat das Erscheinen dieser und auch anderer Comics verzögert.

Jetzt gibt es zwei neue Erscheinungstermine Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 soll am 2. Juni 2020 herauskommen, The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 am 9. Juni 2020. (UPDATE: Eine Vorschau auf Joker gibt’s bei DC.) Jedes Special enthält eine Reihe von neuen Kurzgeschichten rund um die beiden Schurken. Hier ein Vorgeschmack auf die Variant Cover der beiden Hefte:

Am 2. Juni soll auch die Anthologie The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime herauskommen.

Weitere Erscheinungstermine gibt es bei DC Comics. Hier eine Auswahl:

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Batman-Specials als Hardcover

Cover zu Batman Family 80 Years, Batman by Tom King & Lee Weeks, Batman: Knight Out (DC Comics)

Wer Robins 80. Geburtstag feiern und sich das dazugehörige Comicspecial besorgen will, der sollte noch etwas warten – denn Geduld zahlt sich aus. DC hat angekündigt, nicht nur die Jubiläums-Specials dieses Jahres (Catwoman, Joker), sondern auch die Storys aus Detective Comics #1000 (auch der Deluxe Edition) sowie aus Detective Comics: 80th Anniversary Giant #1 in einem Paperback zu versammeln: Batman Family 80th Anniversary Collection soll der Band (etwas irreführend) heißen und laut Amazon am 20. Oktober herauskommen und 396 Seiten umfassen. Der Inhalt als Liste:

  • Detective Comics #1000
  • Detective Comics #1000: The Deluxe Edition #1
  • Detective Comics: 80th Anniversary Giant #1
  • Robin 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1
  • Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1
  • The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1

Diese Publikation bietet eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen. Sonst müsste man nämlich mindestens zehn US-Dollar, bzw. Euro für jedes einzelne Special bezahlen.

Weitere Batman-Bände im Herbst 2020

Viel weniger Sinn ergibt der für den 17. November angekündigte Band Batman by Tom King & Lee Weeks Deluxe Edition. Hier werden einzelne Storys bzw. Storylines aus der Batman-Serie extrahiert, obwohl die gesamte Serie bereits in Paperbacks und Deluxe-Editions herauskommt. Darüber hinaus soll das Batman/Elmer Fudd Special darin enthalten sein. Keine Frage: Lee Weeks ist ein toller Zeichner, aber warum er einen eigenen Band verdient, ist schwer nachvollziehbar, zumal die Geschichten meist in einem größeren Zusammenhang stehen. Ich behaupte mal: Dieses Buch braucht kein Mensch.

Für Nostalgiker der 90er erschein am 29. September Batman: Knight Out, eine Sammlung von Storys von Chuck Dixon und Graham Nolan aus den Jahren 1996 bis 1998 (Detective Comics #703-715, #717, #718). Batman trifft in diesen Kurzgeschichten auf Riddler, Firefly, Deathstroke, Gearhead und den Martian Manhunter. Deutschen Lesern der Dino-Hefte aus den 90ern dürften diese Storys noch bekannt sein – das Highlight ist die Riddler-Story. Warum es aber ausgerechnet diese sind, warum nicht schon frühere Dixon-Nolan-Storys gesammelt werden, das erscheint etwas willkürlich und rätselhaft.

>> Batman-Comics 2020

Aus Hugo Strange wird keiner schlau

DC Comics

Titel: Gotham Knights: Transference

Autor/Zeichner: Devin Grayson/Dale Eaglesham, Paul Ryan

Erschienen: 2000-2001 (Gotham Knights #1-12), Paperback 2020


„I am a model of sanity.“ (Hugo Strange)

Nach dem Ende von No Man’s Land begann auch für Batman ein neues Jahrtausend. Gotham und Wayne Manor wurden neu aufgebaut. Die Serie Shadow of the Bat wurde beendet und durch Gotham Knights ersetzt. Und diesmal durfte erstmals eine Frau eine Batman-Serie schreiben: Devin Grayson.

In den ersten sechs Ausgaben erzählt sie zunächst Kurzgeschichten, die sich über ein bis zwei Ausgaben erstrecken und jeweils andere Mitglieder der Batman-Family zum Schwerpunkt haben: Robin, Nightwing, Batgirl, Oracle. Der rote Faden ist die berechtigte Frage: Warum umgibt sich einer wie Batman mit Helfern? Batman müsste es nach seinem Schicksalsschlag besser wissen: „The risk of LOSS is always too GREAT.“ In den Captions reflektiert in jeder Ausgabe ein unbekannter Erzähler, der Bruce Waynes Geheimidentität kennt, über die einzelnen Mitglieder seiner „Familie“. Dabei geht es auch um die Frage, wie Batman damit klarkommt, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Die Storys handeln meist von gewöhnlichen Kriminellen, die Schurken der Rogue’s Gallery haben nur kleine Auftritte. Die Auflösungen überraschen und überzeugen mal mehr, mal weniger. In einer Ausgabe kämpft Batman gegen den Key, der zuletzt in JLA #8-9 aufgetreten ist. In einem Zweiteiler geht es um den Geist eines toten Jungen, der Tote temporär zu Zombies wiederaufstehen lässt.

Die Rückkehr des Hugo Strange

Die erste längere Story ist der Vierteiler Transference: Hugo Strange kehrt zurück. Und wieder trägt er ein Batman-Kostüm, weil er es einfach nicht lassen kann. Zunächst entführt er Catwoman und lässt sie entkommen. Dann führt er seinen neuesten Racheplan aus, der diesmal von bestechender Einfachheit ist: Er schleicht sich als Psychiater bei Wayne Enterprises ein und will Bruce Wayne bei einer Routineuntersuchung erschießen.

Aber weil er sich dabei viel Zeit mit Reden lässt und sich noch eine Zigarre anzündet, kann sich Bruce aus der misslichen Lage befreien und schnell ins Batman-Kostüm schlüpfen. Doch statt Strange zu entwaffnen und dingfest zu machen, schlägt er ihm nur die Waffe aus der Hand und rennt aufs Dach. Warum? Vielleicht weil Strange ihm später droht, sein Geheimnis zu verraten. Batman springt vom Dach ins Batmobil, das daraufhin explodiert. Strange dringt in Wayne Manor ein und gibt sich als Batman aus. Kurz darauf taucht Bruce auf und scheint völlig ahnungslos von Batman zu sein.

ACHTUNG SPOILER!

Am Ende stellt sich alles nur als große Show heraus, um Hugo Strange von der fixen Idee abzubringen, dass Bruce Wayne Batman ist. Es stellt sich die Frage: Was will er eigentlich? Batman töten oder Bruce Waynes Geheimnis verraten? Auf jeden Fall will er ihn ersetzen. Aber die Motivation scheint zu schwanken. Er sei ein Paradebeispiel geistiger Gesundheit, sagt Strange über sich, aber daran gibt es doch erheblichen Anlass zum Zweifel. Und diese planlose Besessenheit macht die Figur auch so eindimensional.

Aber auch Bruce Wayne benimmt sich hier sonderbar. Nicht nur wegen seiner plötzlichen Amnesie, sondern vor allem weil er sich beim Wiederaufbau von Wayne Manor und in seiner Firma bewusst wie ein Vollidiot verhält, der nicht mal weiß, wie man das Treppenhaus findet, wenn es brennt. Das ist so übertrieben, dass es nicht nur Lucius Fox zur Weißglut treibt.

Visuell bewegen sich die ersten zwölf Ausgaben Gotham Knights auf einem Durchschnittsniveau, wobei einige Zeichner mehr überzeugen als andere. In einer Ausgabe wirkt jede Figur, als hätte man ihre Muskeln bis zum Platzen aufgepumpt, in einer anderen entgleisen alle Gesichtszüge – sehr gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt ist das einer der vielen Batman-Bände, die man ohne große Vorkenntnisse lesen kann, aber nicht muss. Das Interessanteste spielt sich in den Captions ab: Es sind vor allem die Essays über Batman und Co., die die Geschichten lesenswert machen.

Wer sich nur für Hugo Strange interessiert: Transference (Gotham Knights #7-11) ist auch im Paperback Batman Arkham: Hugo Strange (2018) erschienen.

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Wer hat Batman getötet?

DC Comics

Titel: Where Were You On The Night Batman Was Killed?

Auto/Zeichner: David V. Reed/John Calnan

Erschienen: 1977 (Batman #291-294), Paperback 2009 (The Strange Deaths of Batman), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Batman ist tot. Doch wer hat ihn getötet? In Gotham machen Gerüchte die Runde, jeder Kleinganove reklamiert die Tat für sich, jede Geschichte klingt anders. Ein Gerichtsverfahren wird einberufen, kein offizielles, sondern eines der Schurken, in einem privaten Anwesen. Der Richter ist Ra’s al Ghul, der Ankläger ist Two-Face, die Jury besteht aus Poison Ivy, Scarecrow, Mad Hatter, Mr. Freeze, Spook und Signalman.

Nacheinander werden vier Zeugen vorgeladen, die behaupten, für Batmans Tod verantwortlich zu sein: Catwoman, Riddler, Lex Luthor und der Joker. Catwoman erzählt von einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Batman mit ihr in einen Fluss stürzt. Sie rettet sich mit der Beute und einem Jaguar auf einen schwimmenden Käfig, als Batman aus dem kalten Wasser auftaucht und sich auf den Käfig ziehen will, stößt ihn Catwoman zurück, weil sie sonst mit ihm versinken würde. Ihre Beute ist ihr wichtiger als ihr Geliebter. Aber kann Catwoman, die noch nie getötet hat, eine Mörderin sein?

Joker: Mörder wider Willen

Der Riddler behauptet, Batman gefangen genommen und in die Luft gesprengt zu haben. Lex Luthor erzählt, er habe Supermans Bewusstsein in Batmans Körper übertragen und ihn dann totgeschlagen. Aber Two-Face schafft es, alle drei Aussagen zu widerlegen. Selbst Superman lädt er dafür als Zeugen vor, der sich bester Gesundheit erfreut.

Schließlich ist der Joker dran. Er sagt, er habe Batman im Zweikampf in einem Pelzgeschäft eine Überdosis Joker-Gift verpasst, an der er gestorben sei. Joker offenbart: Er habe schon oft Gelegenheit gehabt, Batman zu töten, aber habe ihn überleben lassen, um sich seinen aufregendsten Gegner zu bewahren – „my partner in fun and games“! Nachdem es zufällig doch passiert ist, ist es ihm auch nicht schade drum: „I hadn’t meant it–but I didn’t shed any tears over it, either!“

Der Joker habe daraufhin Batmans Maske gelüftet, aber dessen Gesicht und seine Fingerabdrücke unkenntlich gemacht, damit die Polizei was zu tun hat. Als Beweis habe der Joker aber Fotos vom Gesicht gemacht. Two-Face bezweifelt das und fordert den Beweis.

ACHTUNG: SPOILER!

Kurz darauf offenbart sich Two-Face aber als Batman selbst. Der Batman, den Joker getötet haben will, war nur ein Nacheiferer, ein Fanboy, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Batman hat den Prozess inszeniert, um den Mörder zu finden. Der wahre Two-Face war die ganze Zeit über in Arkham Asylum. Am Ende wird die Nachricht verkündet: Batman lebt!

Allerdings: Es hätte auch gereicht, die Leiche auf die Todesursache hin zu untersuchen. Das Gift im Körper hätte nur einen Schluss zugelassen. Aber ja, dann gäbe es diese Geschichte nicht, die allein schon wegen der Fülle an Schurken ein historisches Ereignis ist.

Der Vierteiler inspirierte Paul Dini zu der Batman: The Animated Series-Episode „Almost Got ′Im„, in der Two-Face, Pinguin, Joker und Killer Croc sich erzählen, wie sie Batman einmal „fast erwischt“ hätten. 2009 schrieb Neil Gaiman eine Comic-Story, die noch näher dran war am Original: Whatever Happened to the Caped Crusader? Auch darin gilt Batman als tot und die Schurken erzählen sich bei einer Trauerfeier verschiedene Versionen davon, wie es dazu kam – allerdings mit einem ganz anderen, geradezu genialen Dreh.

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Catwoman feiert 80 Jahre mit Comic-Special

DC Comics

In diesem Jahr werden nicht nur Robin und der Joker 80 Jahre alt, sondern auch Catwoman. Sie hatte (noch als „The Cat“) ihren ersten Auftritt in Batman #1. Für den 15. April hat DC nun ein Special zum Jubiläum angekündigt: Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1.

Es wird Kurzgeschichten von Ed Brubaker, Cameron Stewart, Paul Dini, Ann Nocenti, Adam Hughes, Tom King, Mikel Janín, Mindy Newell, Will Pfeifer und Emanuela Lupacchino enthalten, dazu Pinups von Steve Rude, Tula Lotay, Jim Balent und anderen. Das Cover stammt von Joëlle Jones, die auch die reguläre Catwoman-Serie schreibt und zeichnet.

Außerdem wird es acht Variant Cover geben, mit denen Zeichner wie Jim Lee und Adam Hughes je eine Dekade der 80 Jahre würdigen. Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

Bereits am 6. März wird ein 100-seitiges Robin-Special erscheinen.

UPDATE am 17.1.2020: DC hat auch ein Joker-Special angekündigt. Dazu wird es auch eine neue Anthologie geben: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime.

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Jokers kurze Solo-Karriere

DC Comics

Titel: The Joker – The Clown Prince of Crime

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Elliot S. Maggin, Martin Pasko/Irv Novick, Ernie Chan, José Luis García-López u.a.

Erschienen: 1975-1976 (Joker #1-9), Paperback 2013


Nach 35 Jahren war es so weit: Der Joker bekam seine eigene Serie. Damit war er der allererste Batman-Schurke, dem diese Ehre zuteil wurde. (Der zweite war Man-Bat, aber das hielt nicht lange.) Batman tritt hier nicht auf, der Joker ist der Held, oder besser gesagt: Anti-Held, denn natürlich ist er – wie Charlie Brown – zum Misserfolg verdammt.

Im ersten Abenteuer nimmt der Joker es mit Two-Face auf. Ein anderer Gauner bricht aus Arkham aus und nimmt statt den Joker Two-Face mit. Zusammen wollen sie wertvolle Dublonen stehlen. Der Joker ist sauer und will sich an beiden rächen. Es fliegen Säure-Torten. Doch Two-Face kommt davon und revanchiert sich später mit einer Todesfalle: Er will den Joker mit einer Kreissäge halbieren. Aber der Clown hat sich von seinem Erzfeind Batman einiges abgeschaut, um auch in einer aussichtslosen Lage zu triumphieren.

So geht es immer weiter. Im zweiten Teil verbündet er sich mit einem gewissen Willie the Weeper, der jeden seiner Coups versaut, indem er in Tränen ausbricht, weil ihn sein schlechtes Gewissen einholt. Im dritten legt sich der Joker mit dem Creeper an. Es folgen Begegnungen mit Green Arrow und Dinah Lance (die hier nicht als Black Canary agiert), der Royal Flush Gang und mit Catwoman. Einmal tauscht er die Persönlichkeit mit Lex Luthor, ein anderes Mal konkurriert er mit Scarecrow.

Es geht dabei sehr albern zu – und meistens völlig sinnfrei. Der Joker wird als total Verrückter dargestellt, der mehr am Spaß interessiert ist, als an der Bereicherung, weshalb man sich fragen muss, wie er seine Handlanger finanziert, die ihm trotz allem die Treue halten. Er hockt in einem Hauptquartier, das er „Ha-Hacienda“ nennt, fährt mit einem Wohnmobil namens „Ho-Home-on-Wheels“ oder mit dem Jokermobil, mit dem er im Grunde „verhaftet mich“ in die Welt hinausposaunt, was aber keinen zu kümmern scheint. Das Hauptproblem: Ein Joker ohne Batman macht nicht viel her. Vor allem taugt er weder als Held noch als Antiheld, wenn er kein klares Ziel hat.

Die dämlichste Geschichte handelt von Sherlock Holmes. Natürlich begegnet der Joker nicht wirklich dem Meisterdetektiv, sondern nur einem Schauspieler, der sich nach einem Kopfstoß dafür hält. Der Joker verübt Gaunereien, die irgendwie thematisch zu Holmes-Storys passen, aber nichts bringen, während Holmes immer wieder zufällig auf ihn trifft und ihn schließlich zur Strecke bringt. Das ist so bemüht und weit hergeholt, dass man sich als Leser für dumm verkauft fühlen kann – es sei denn man kann über dieses Gaga-Niveau lachen.

Von daher ist es kein Verlust, dass die Serie nach neun Ausgaben eingestellt wurde. Eigentlich ist es sogar ein Wunder, dass sie so lange durchhielt. Die geplante, aber damals nicht veröffentlichte zehnte Ausgabe ist 2019 im Sammelband The Joker: The Bronze Age Omnibus erschienen.

>> Liste der Joker-Comics

Misere in Serie

DC Comics

Titel: Knightmares

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Mitch Gerads, Amanda Conner, Lee Weeks

Erschienen: 2019 (Batman #61-63, 66-69), Paperback 2019 (Batman Vol. 10)


Was bisher geschah: Catwoman hat die geplante Hochzeit mit Batman platzen lassen. KGBeast hat einen Anschlag auf Nightwing verübt. Batman ist daraufhin Amok gelaufen. Bane hat Arkham Asylum übernommen und sich mit dem bösen Flashpoint-Batman (Thomas Wayne) gegen Batman verbündet, der wiederum Alfred angegriffen hat.

Was jetzt geschieht: Nix. Absolut nix. Batman steht unter dem Einfluss eines neuen Scarecrow-Angstgases und erlebt einen Traum oder Albtraum nach dem anderen. Aber sonst geschieht nichts. Wir sehen zunächst eine Horror-Variante von Bruce Waynes Werdegang, der als Junge zum Kindermörder wird. Dann einen Kampf gegen Professor Pyg alias Damian Wayne. Und eine weitgehend wortlose, aber ziemlich spektakuläre Hetzjagd mit den Joker durch Gotham.

Vor allem aber wird noch mal Batmans Beziehung zu Catwoman rekapituliert – und zwar die ganze. Von den ersten Treffen bis zum Sitzenlassen auf dem Dach, als wäre das nicht schon im Hochzeitsband zu Genüge geschehen. Mit dabei sind John Constantine und the Question, die aber natürlich nicht sie selbst sind, sondern auch nur Traumbilder, und hier bloß reine Funktionsträger. Batman zergeht in Selbstmitleid und fragt immer wieder, warum er sitzengelassen wurde – allerdings ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen (wie auch, im Selbstgespräch?) und so fällt die Antwort gleich aus. Gleich unbefriedigend.

Ansonsten sehen wir noch mal einen Junggesellenabschied: Lois Lane und Selina Kyle vergnügen sich in der Festung der Einsamkeit, während Bruce und Clark sich beim Schach in Wayne Manor langweilen. Aber auch das – nur ein belangloser Traum. Ach ja: Und wir sehen auch Bane und Thomas Wayne beim Sparring. Bane ist nackt.

Fazit: Seit fast 70 Ausgaben verfolge ich Tom Kings Batman-Serie und meine Geduld ist längst am Ende. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass endlich etwas Relevantes und Mitreißendes passiert. Stattdessen ergehen sich die Figuren bloß in Selbstreflexion und -analysen, sentimentalem Geschwafel, aufgeblasene Banalitäten und vor allem: endlosen Wiederholungen. Die Handlung – sofern vorhanden -, die nur langsam voranschreitet, tritt hier völlig auf der Stelle. Die Träume bzw. Albträume wirken beliebig und das Konzept ermüdet.

Dieser Band wäre reine Geld- und Zeitverschwendung, wären da nicht die wirklich herausragenden Arbeiten der Zeichner: Mikel Janin, Mitch Gerads, Lee Weeks und auch die anderen leisten Großes. Leider sind diese Bilder völlig an Tom Kings erzählerischen Leerlauf verschwendet. Das hier ist ein reines Hinhalten seiner Leser, ohne das erkennbar wäre, für was. Ich kann es kaum erwarten, dass diese Misere mit Ausgabe 85 endlich endet. Egal wie.

Leider muss ich sagen: Ich halte diesen Batman für eine Zumutung. Er ärgert mich sehr. Gäbe es dieses Blog nicht, hätte ich längst aufgehört, diese Serie zu lesen. Ich will keine Dankbarkeit, denn immerhin mache ich dieses Projekt freiwillig, aber es ist Arbeit. In diesem Fall harte Arbeit. Und ich finde, DC Comics müsste mich dafür bezahlen, dass ich mich durch diesen Batman-Bullshit quäle.

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Der falsche Hush

Hush hält Joker gefangen. (Warner Bros.)

Titel: Batman: Hush

Regie/Drehbuch: Justin Copeland/Ernie Altbacker

Erschienen: 2019 (Direct-to-Video)


ACHTUNG: SPOILER!!!

Man nehme alle großen Schurken, verstricke sie in eine Verschwörung gegen Batman, packe eine Liebelei mit Catwoman hinein und würze das Ganze mit Superman und einem alten Freund aus Bruce Waynes Jugend. Richtig gemixt kommt Hush heraus – eine der besten Batman-Storylines des 21. Jahrhunderts.

Von daher müsste es ein Leichtes sein, den Comic von Jeph Loeb und Jim Lee zu verfilmen. Theoretisch. Denn wie Animationsversuche von The Killing Joke zeigen, stellt ein Klassiker als Vorlage noch längst keine Garantie für einen guten Film dar. Und so ist es leider auch hier.

Ivy küsst Catwoman …

Batman: Hush ändert zunächst den ersten Gegner: Statt Killer Croc tritt Bane auf. Die Änderung leuchtet nicht ein, wahrscheinlich hat man einfach nur auf den bekannteren Namen gesetzt, auch wenn Bane deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt – was übrigens auch im Film bemerkt wird. Auch wenn es interessant wäre, nicht immer nur die üblichen Verdächtigen zu zeigen, ist diese Änderung noch zu verschmerzen.

Ivy küsst Superman.

Am Ende fehlt die Jason-Todd-Szene, was verständlich ist, denn Red Hood ist in den Filmen längst etabliert und die Szene hätte keinen Effekt mehr. (Der Film spielt auch unmittelbar nach Death of Superman.) Auch andere kleinere Änderungen (Batgirl statt Huntress, Catwoman stürzt Lois vom Dach) sind akzeptabel.

Doch im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass sogar das Herzstück des Comics fehlt: Die Rückblenden in Bruce Waynes Jugend mit Thomas Elliot, im Comic wunderbar von Jim Lee inszeniert, existieren nicht. Dadurch wird Thomas zu einem sehr oberflächlichen Charakter reduziert. Und das hat einen Grund …

JETZT KOMMT DER SPOILER!

Denn Thomas ist gar nicht Hush, sondern Riddler. Im Comic stellt sich dieser zwar als graue Eminenz heraus, aber hier bleibt Thomas Elliot tot und der Riddler ist der wahre Bösewicht. Entweder wollte man es sich leicht machen, um Zeit zu sparen, oder man wollte auch den Comiclesern eine Überraschung bieten.

So ehrenwert der Trend erscheinen mag, dem Riddler zu mehr Ernsthaftigkeit zu verhelfen: Gelungen ist der Versuch nicht. Denn dadurch wird Hush nur zu einem billigen Gimmick einer typischen Schurken-Aktion. Ohne persönliche Vendetta wirkt die Verschwörung hohl. Und dementsprechend langatmig wirkt die scheinbar nicht enden wollende Prügelei im Finale. Nicht mal Batman nimmt den Riddler ernst.

Batman küsst Catwoman – und zwar oft …

Ansonsten wird in dem Film nicht nur geprügelt, sondern auch viel geküsst. Das liegt natürlich vor allem an der Liebesgeschichte. Batman offenbart sich Catwoman, aber am Ende scheitert die Beziehung. Batman will Riddler vor dem Feuer retten, Catwoman hindert ihn daran, der Riddler stürzt in den Tod. Erst dadurch wird deutlich, dass die beiden zu verschieden sind, um ein Paar zu sein. Das wiederum ist ein viel stärkeres Ende als im Comic, wo es bloß um Batmans mangelndes Vertrauen geht.

Trotzdem gilt: Hush sollte lieber gelesen werden. Den Film kann man sich sparen.

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman: Hush (Warner Bros.)

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