Devin Grayson

Neue Paperbacks: Batman Damned & Gotham Knights

Für September 2019 hat DC vier neue Sammelbände angekündigt: Zunächst ist da die Mini-Serie Batman Damned von Brian Azzarello und Lee Bermejo (ohne Batmans Penis). Sie erscheint als Hardcover mit 192 Seiten unter DCs Black Label. In Deutschland bringt Panini Band 1 bereits am 26. März heraus, Band 2 ist für den 11. Juni angekündigt, später soll ein dritter Band folgen.

Batman Eternal ist bisher nur in Form von drei Paperbacks erschienen. Ein Omnibus wird alle Ausgaben der Serie in einem über 1000-Seiten starken Hardcover versammeln. Eine Neuausgabe der Mini-Serie Gotham After Midnight feiert das zehnjährige Bestehen der grandiosen Mini-Serie von Steve Niles und Kelley Jones.

Schließlich soll auch der Anfang gemacht werden, die Hefte der Serie Gotham Knights neu aufzulegen. Unter dem Titel Transference (so heißt ein Vierteiler über Hugo Strange) erscheinen die ersten zwölf Ausgaben. Bis auf Hush Returns und Hefte, die Teil größerer Crossover sind, wurden weitgehend nur die Backup-Storys der Serie als Batman Black and White Vol. 2 und 3 als Paperback veröffentlicht.

Gotham Knights erschien von 2000 bis 2006 und brachte es auf 74 Ausgaben. Das letzte Drittel nimmt überwiegend die Rückkehr von Hush ein. Die Serie ist auch deswegen besonders, weil es die erste ist, die von einer Frau gestartet und zum großen Teil geschrieben wurde: Devin Grayson. 29 Ausgaben stammen von ihr. Darüber hinaus war sie für Year One: Batman/Ra’s al Ghul, Nightwing, The Titans und Catwoman verantwortlich.

Angesichts von 80 Jahren Comicgeschichte ist es sehr verwunderlich, dass es nur eine Frau gibt, die für längere Zeit Batman schreiben durfte. Es ist höchste Zeit, das zu ändern. Angesichts der mäßigen Qualität, die Tom King als Autor gerade abliefert, täte frischer Wind ohnehin mal gut. Immerhin hat DC 2017 mit Joëlle Jones auch eine Zeichnerin an die Batman-Serie gelassen.

Angriff der lebenden Toten

Titel: Year One: Batman/Ra’s al Ghul (dt. Batman/Ra’s al Ghul)

Autor/Zeichner: Devin Grayson/Paul Gulacy

Erschienen: 2005 (Mini-Serie #1-2), dt. Panini 2006 (Batman Sonderband 5)


„No one, nothing, will die.“ (Ra’s al Ghul)

Nachdem Batman alle Lazarus-Gruben vernichtet hat und Ra’s al Ghul vorerst gestorben ist (in Death and the Maidens, Mini-Serie 2003-2004), werden plötzlich die Toten wieder lebendig und laufen wie Zombies durch Gotham. Batman bekommt einen Brief von Ra’s, den er anscheinend vor seinem Ableben geschrieben hat und in dem er lang und breit erklärt, warum er mit seiner Misanthropie Recht hat und warum die Lazarusgruben wichtig sind für das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod auf der Welt. Parallel bekommen wir zwei Einblicke in Ra’s Frühzeit, sein Year One, als er noch dem Geheimnis des ewigen Lebens nachjagte, zum Beispiel in einem japanischen Pfirsichgarten. Dabei wird deutlich, dass er schon immer besessen und mörderisch war und ihn nicht erst die Gruben zu einem Psycho gemacht haben.

Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen. Die Rückblenden (eine ist der ersten Begegnung mit Ra’s gewidmet) haben keinen großen Mehrwert, die Story wird bestimmt von dem viel zu langen Brief einerseits und ein paar Action-Sequenzen andererseits. Batman kämpft sich durch Gotham, Batman kämpft gegen Ubu (zweimal), Batman löst das Rätsel der Lazarusgrube und erschafft eine neue in der Bathöhle. Der Zweiteiler ist zwar solide gezeichnet, aber die meisten Sequenzen wirken wie Seitenschinderei. Das Werk fühlt sich so leer und leblos an wie eine ausgetrocknete Lazarusgrube.

Die Geschichte um Ra’s al Ghul und seine Familie wird fortgesetzt in:

Außerdem empfohlen als Vorgeschichte: Son of the Demon.

Der Tod des Bruce Wayne

Titel: Bruce Wayne: Murderer?/Fugitive (dt. Bruce Wayne – Mörder/Auf der Flucht)

Autor/Zeichner: Ed Brubaker, Chuck Dixon, Devin Grayson, Kelley Puckett, Greg Rucka/Rick Burchett, Scott McDaniel u.a.

Erschienen: 2002 (alle Serien), Paperbacks 2014 (New Edition), dt. Panini 2003-2004 (2 Bände „Mörder“, 3 Bände „Auf der Flucht“)


„I know he’s a bit of a lady killer …“

„… killer’s don’t go free.“ (Batman)

„… I know that I’m not an easy person to know.“ (Bruce Wayne)

Irgendwann beim Comiclesen kam mir eine Idee: Wäre es nicht cool, wenn Batman mal selbst unter Mordverdacht stehen würde? Wenn er als Bruce Wayne unschuldig hinter Gitter käme, fliehen würde und dann – ganz nach Dr. Richard Kimble-Manier – versuchen würde, den wahren Täter auf der Flucht zu fassen? Doch bevor ich meine Fantasie ausleben konnte, stellte ich nach kurzer Recherche fest: die Idee hatten andere schon vor mir – und DC hat ihr eine ganze Storyline gewidmet, die über 1000 Seiten umfasst.

Sie liest sich so: Als Batman mit seinem Sidekick (und Bodyguard) Sasha Bordeaux von der Patrouille zurück nach Wayne Manor komm, findet er seine alte Freundin Vesper Fairchild tot auf – ermordet. Kurz darauf trifft die Polizei ein und nimmt Bruce Wayne und Sasha wegen Mordverdacht fest. Während Wayne im Knast sitzt und die Aussage verweigert, versucht der Rest der Bat-Familie herauszufinden, wer Bruce den Mord angehängt hat. Nachdem sie herausfinden, dass Vesper Batmans Geheimidentität gelüftet hat, kommen Zweifel auf, ob der Held, der niemals tötet, erstmals eine Ausnahme gemacht haben könnte. Doch kaum haben die Mühlen der Justiz angefangen zu mahlen, bricht Wayne aus dem Knast aus, fingiert für Wayne eine Flucht ins Ausland und erklärt seine zivile Identität für tot. Das macht vor allem Nightwing stinksauer, der Batman seine Meinung mit den Fäusten sagt.

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