Bruce Wayne adoptiert Dick Grayson

Titel: Gotham Knights – Contested

Autor/Zeichner: Devin Grayson/Roger Robinson u.a.

Erschienen: 2001 (Gotham Knights #14-24, 32), Paperback 2021


Darf ich vorstellen: Matatoa. Ein Verfluchter mit Maori-Tattoos, der nicht sterben kann, dafür aber ständig „reine Seelen“ umbringen muss – und darunter leidet. Auf die Idee, sich von seinem Fluch zu erlösen, indem er einfach vom Leben ablässt, kommt er nicht. Er hat eine andere. Weil er jeweils die Eigenschaften der Getöteten übernimmt, bietet er Batman an, ihn zu töten und dafür bis in alle Ewigkeit dessen Mission fortzusetzen. Die Hand am Kinn lässt Batman zumindest so aussehen, als würde er das dämliche Angebot tatsächlich kurz in Erwägung ziehen.

Und dann will Bruce Wayne endlich Dick Grayson adoptieren. Ganz offiziell. Dick (Nightwing) ist zwar schon erwachsen, aber um ihn – im Falle seines Todes – zum Alleinerben zu erklären, ist das wohl die sichere Vorgehensweise. Dann taucht aber ein alter Mann auf, der behauptet, Dicks Großvater zu sein. Das Dumme ist nur: Weder Bruce noch Dick wussten je etwas von ihm.

Die Erklärung ernüchtert: Es stimmt nicht, dahinter steckt Ra’s al Ghul. Aber warum? Das habe ich nicht verstanden. Nicht, weil es so kompliziert ist, sondern so sinnlos bzw. weit hergeholt. Klingt alles sehr nach: Wir überlegen uns eine interessante Prämisse und beenden das Ganze mit einer unerwarteten Wendung, egal wie … Dass anfangs Superman in der Geschichte vorkommt, scheint bloß eine Rechtfertigung für das Cover zu sein, das den Kaufanreiz bieten soll.

Bruce Wayne kauft eine Waffe

Und so ist auch der zweite Band von Gotham Knights eine weitgehend verzichtbare Sammlung von Anekdoten und Anekdötchen von Batman und seiner Familie: Poison Ivy rächt sich an den Reichen, die Spenden zum Erhalt des Regenwaldes sammeln (gähn), der Joker lässt einen Mann aus Kakerlaken sein Unwesen treiben (ein Tie-in zu Last Laugh), dazu noch ein paar Gestalten, die wir nie wiedersehen. Eine Story zeigt einen ganzen Tag im Leben von Bruce Wayne und Batman, doch statt Handlung und Drama sehen wir bloß, wie sich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen und Gotham wie bei R. Kelly als „city of justice, love & peace“ erscheint – kann man mal machen, ist aber stinklangweilig.

Doch auch in diesem Band gibt es kleine Perlen: In einer Kurzgeschichte erweisen sich ein paar Ganoven als feige und abergläubisch, indem sie vor einem Phantom davonrennen, das sie für Batman halten. Manches davon ist zwar etwas bemüht und der Gag verbraucht sich schnell, aber als Idee ganz amüsant umgesetzt. In einer anderen Story bekommt Batman mal wieder mit Scarecrows Angstgas zu tun (das Wie ist ziemlich unglaubwürdig), aber dann werden seine Ängste durchgespielt, indem ein und dieselbe Dialog-Sequenz in verschiedenen Varianten gezeigt wird. Das aber bietet nur die Vorlage für die nächste Episode, in der Bruce Wayne eine Waffe kauft, ohne es zu wissen, weil Batman sie für ihn bestellt hat. Warum?, fragt Bruce sein Alter Ego im Selbstgespräch. Damit er seine Angst vor ihnen bekämpft. Auch wenn die Prämisse etwas an Darwyn Cookes Ego erinnert, überzeugt sie vor allem visuell.

Mein persönliches Highlight bildet die Geschichte mit Aquaman. Batman bittet Arthur, den Riesenpenny aus dem Wasser zu holen, der ihm beim Beben aus der Höhle gepurzelt ist – doch in Wahrheit ist Batman nur einsam und braucht ein bisschen Gesellschaft. Eine weitgehend wortlose und sensibel erzählte Story, von denen man sich mehr wünscht.

>> Batman: Gotham Knights


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