Titel: The Millionaire Contract/The Haunting of „Boss“ Thorne/Showdown
Autor/Zeichner: Gerry Conway, Paul Levitz/Don Newton
Erschienen: 1982 (Detective Comics #518, 520, Batman #354), Hardcover 2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3)
Rupert Thorne hat den Fotobeweis: Bruce Wayne ist Batman! Deshalb beauftragt er den Profikiller Deadshot, um seinen Gegner umzulegen. Floyd Lawton war zwar zuletzt nicht sehr erfolgreich damit (Detective Comics #474, 1977), aber jeder verdient eine zweite Chance. Thorne wird übrigens immer noch von Hugo Stranges Geist verfolgt, den er einst umbringen ließ (Detective Comics #471-472, 1977). Und der ehemalige Commissioner James Gordon, der nun als Privatdetektiv arbeitet, wird von Polizisten auf der Straße zusammengeschlagen. Ganz schön viel Ärger!
Bruce Wayne ist mal wieder bei einem Date mit Vicki Vale, jener Fotografin, die den ganzen Ärger losgetreten hat, als Deadshot auf ihn schießen will. Doch da kommt ihm im letzten Augenblick Batman in dei Quere. Wie das?! Keine Zeit für Fragen: Ein Querschläger löst sich, trifft zufällig die Kette eines Kronleuchters und lässt ihn zufällig auf Bruces und Vickis Tisch krachen. Nach einem Gerangel in der Luft bekommt Deadshot eine zweite Chance, den Auftrag zu erledigen. Doch statt zu schießen, zielt er nur und quatscht rum, droht mit dem Tod, aber drückt einfach nicht ab. Batman hat alle Zeit der Welt, ihn zu verwirren und bei der Gelegenheit auch Vicki zu demonstrieren, dass er unmöglich Bruce sein kann. Derweil verstopft „Bruce“ mit einem geschickten Wurf Deadshot den Lauf seines Armbandes und lässt die Waffe explodieren. Denn Bruce ist in Wahrheit der Verbündete Christopher Chance alias Human Target. Auch Thorne ist hinterher überzeugt, dass er sich geirrt hat, und vernichtet die Beweisfotos.
Neuer Autor, neues Glück – und das bedeutet diesmal auch eine Rückkehr zum Alten: Batman trägt wieder ein blaues Kostüm, diesmal sogar mit blauem Symbol auf der Brust. Und er verlässt sich wieder mehr auf Gadgets, sprich technischen Schnickschnack á la Adam West, der für uns Leser sogar in kleinen Captions erklärt wird. Auch eine Art Deus ex machina: Für jedes Problem hat Batman einen Ass im Ärmel – oder im Gürtel oder sonstwo: Spectrolens, Bat-Wing, Bat-Gauntlets, Batbang, Batboot, Batspikes, Stealth Suit, Seditax, Bathook, Batsnare, Bat-Reel, Bat-Blades usw.
Die größte Neuerung besteht aber darin, wie man mit Alfreds todesbedingter Abwesenheit umgeht. Bruce bildet sich ihn als eine Art Geist ein und führt mit ihm Selbstgespräche, die Einsicht in seine Gedanken geben.
Erschienen: 1978 (Detective Comics #475-476), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)
Batman steigt bei Silver St. Cloud durchs Fenster und fragt erst dann, ob er eintreten darf. Dass sie nur mit einem Handtuch bekleidet ist, stört ihn nicht. Silver wirkt so perplex, dass sie gar nicht erst antwortet. Batman fragt, ob sie ihm was zu sagen habe, doch das Gespräch führt zu nichts. Silver tut so, als ob sie nicht wüsste, dass er Bruce ist (Detective Comics #474). Dabei weiß er, dass sie es weiß, nur sie weiß nicht, dass er es weiß – was für ein Melodrama! Nach dieser creepy Stalker-Aktion ruft er sie als Bruce Wayne an und tut so, als wäre nichts gewesen. Silver sagt ihr Date unter einem Vorwand ab. Noch mehr Melodrama!
Hausfriedensbruch: Batman bei Silver St. Cloud. (DC Comics)
Da wir hier nicht weiterkommen, wenden wir uns daher lieber dem Kerngeschäft zu: Die Fische im Hafen von Gotham tragen alle ein böses Grinsen im Gesicht. Dahinter kann nur einer stecken – und tatsächlich taucht kurz darauf der Joker im Patentamt auf und verlangt, sich seine Jokerfische patentieren zu lassen, er wittert das große Geschäft. Das gehe nicht, sagt der Beamte. Fische seien Gemeingut. Der Joker droht ihm, er habe Zeit bis Mitternacht, seine Meinung zu ändern.
Erschienen: 1977 (Detective Comics #471-472), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)
„The Batman is also a genius at his art!“ (Hugo Strange)
Batman muss weg! So beschließt es jedenfalls Gothams Stadtrat, geführt von „Boss“ Rupert Thorne. Obwohl Doctor Phosphorus der Stadt nicht mehr mit Rache droht, wenn Batman nicht verschwindet, bleibt der Plan bestehen. Gotham muss mit harter Hand regiert werden, da passt ein Vigilant nicht rein. Zwar kommen seinetwegen Touristen nach Gotham und man befürchtet, alles nur noch schlimmer zu machen, aber der korrupte Boss lässt die Bedenkenträger einknicken.
Autor/Zeichner: Dennis McNicholas/Anthony Marques, J. Bone u.a.
Erschienen: 2021-2023 (Batman: The Audio Adventures Special, Batman: The Audio Adventures #1-7), Paperback 2023
Es bleibt nach wie vor etwas schräg, wenn nicht gar unfreiwillig komisch, einen Comic „Audio Adventures“ zu nennen, denn zu hören gibt es hier beim besten Willen nichts, da kann man die Sprechblasen und Interjektionen noch so groß machen, wie man will. Aber in Zeiten crossmedialer Vermarktung muss es auch zu Batmans Podcast einen begleitenden Comic geben, damit die Hörer zum Lesen und die Leser zum Hören gebracht werden.
Bei aller Ironie: Beim Special von 2021 hat das wunderbar funktioniert, die Storys hatten einen erfrischenden Stil, cartoonhaft und witzig, ohne zu albern zu sein. Etwas für jedes Alter. Nun hat DC eine siebenteilige Miniserie daraus gemacht, als „Interlude“ zwischen Staffel eins und zwei.
Nach dem Ende von No Man’s Land begann auch für Batman ein neues Jahrtausend. Gotham und Wayne Manor wurden neu aufgebaut. Die Serie Shadow of the Bat wurde beendet und durch Gotham Knights ersetzt. Und diesmal durfte erstmals eine Frau eine Batman-Serie schreiben: Devin Grayson.
In den ersten sechs Ausgaben erzählt sie zunächst Kurzgeschichten, die sich über ein bis zwei Ausgaben erstrecken und jeweils andere Mitglieder der Batman-Family zum Schwerpunkt haben: Robin, Nightwing, Batgirl, Oracle. Der rote Faden ist die berechtigte Frage: Warum umgibt sich einer wie Batman mit Helfern? Batman müsste es nach seinem Schicksalsschlag besser wissen: „The risk of LOSS is always too GREAT.“ In den Captions reflektiert in jeder Ausgabe ein unbekannter Erzähler, der Bruce Waynes Geheimidentität kennt, über die einzelnen Mitglieder seiner „Familie“. Dabei geht es auch um die Frage, wie Batman damit klarkommt, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.
Die Storys handeln meist von gewöhnlichen Kriminellen, die Schurken der Rogue’s Gallery haben nur kleine Auftritte. Die Auflösungen überraschen und überzeugen mal mehr, mal weniger. In einer Ausgabe kämpft Batman gegen den Key, der zuletzt in JLA #8-9 aufgetreten ist. In einem Zweiteiler geht es um den Geist eines toten Jungen, der Tote temporär zu Zombies wiederaufstehen lässt.
Die Rückkehr des Hugo Strange
Die erste längere Story ist der Vierteiler Transference: Hugo Strange kehrt zurück. Und wieder trägt er ein Batman-Kostüm, weil er es einfach nicht lassen kann. Zunächst entführt er Catwoman und lässt sie entkommen. Dann führt er seinen neuesten Racheplan aus, der diesmal von bestechender Einfachheit ist: Er schleicht sich als Psychiater bei Wayne Enterprises ein und will Bruce Wayne bei einer Routineuntersuchung erschießen.
Aber weil er sich dabei viel Zeit mit Reden lässt und sich noch eine Zigarre anzündet, kann sich Bruce aus der misslichen Lage befreien und schnell ins Batman-Kostüm schlüpfen. Doch statt Strange zu entwaffnen und dingfest zu machen, schlägt er ihm nur die Waffe aus der Hand und rennt aufs Dach. Warum? Vielleicht weil Strange ihm später droht, sein Geheimnis zu verraten. Batman springt vom Dach ins Batmobil, das daraufhin explodiert. Strange dringt in Wayne Manor ein und gibt sich als Batman aus. Kurz darauf taucht Bruce auf und scheint völlig ahnungslos von Batman zu sein.
ACHTUNG SPOILER!
Am Ende stellt sich alles nur als große Show heraus, um Hugo Strange von der fixen Idee abzubringen, dass Bruce Wayne Batman ist. Es stellt sich die Frage: Was will er eigentlich? Batman töten oder Bruce Waynes Geheimnis verraten? Auf jeden Fall will er ihn ersetzen. Aber die Motivation scheint zu schwanken. Er sei ein Paradebeispiel geistiger Gesundheit, sagt Strange über sich, aber daran gibt es doch erheblichen Anlass zum Zweifel. Und diese planlose Besessenheit macht die Figur auch so eindimensional.
Aber auch Bruce Wayne benimmt sich hier sonderbar. Nicht nur wegen seiner plötzlichen Amnesie, sondern vor allem weil er sich beim Wiederaufbau von Wayne Manor und in seiner Firma bewusst wie ein Vollidiot verhält, der nicht mal weiß, wie man das Treppenhaus findet, wenn es brennt. Das ist so übertrieben, dass es nicht nur Lucius Fox zur Weißglut treibt.
Visuell bewegen sich die ersten zwölf Ausgaben Gotham Knights auf einem Durchschnittsniveau, wobei einige Zeichner mehr überzeugen als andere. In einer Ausgabe wirkt jede Figur, als hätte man ihre Muskeln bis zum Platzen aufgepumpt, in einer anderen entgleisen alle Gesichtszüge – sehr gewöhnungsbedürftig.
Insgesamt ist das einer der vielen Batman-Bände, die man ohne große Vorkenntnisse lesen kann, aber nicht muss. Das Interessanteste spielt sich in den Captions ab: Es sind vor allem die Essays über Batman und Co., die die Geschichten lesenswert machen.
Wer sich nur für Hugo Strange interessiert: Transference (Gotham Knights #7-11) ist auch im Paperback Batman Arkham: Hugo Strange (2018) erschienen.
Bruce Wayne ist pleite. Ganz plötzlich haben Anteilseigner der Wayne Foundation ihre Anteile verkauft, nachdem sie bedroht worden sind. Lucius Fox hat nicht aufgepasst, weil er mit Wahlkampf beschäftigt war (er will Bürgermeister werden). Aber Bruce gibt sich selbst die Schuld. Jedenfalls gehört die Stiftung nicht mehr Wayne, Lucius fliegt raus, Bruce hat kein Geld mehr, er verliert sogar Wayne Manor.
Als könnte es nicht mehr schlimmer kommen, erleidet Alfred nach dem Besuch eines Fremden plötzlich einen Herzinfarkt und Bruce verliert das Sorgerecht für Jason Todd. Bruce bleiben nur noch 37 Dollar und sein Batman-Kostüm. Zum ersten Mal muss er selbst Lebensmittel kaufen, das Meiste geht für eine Heizplatte drauf, mit der er sich in einem Glockenturm Dosen warmmacht. „Why doesn’t my utility belt have a spoon?“ Er hat nicht mal Kleingeld zum Telefonieren.
Und es kommt noch schlimmer: Ein Unbekannter gibt sich als Batman aus und begeht Diebstähle. Der wahre Batman ermittelt und erkennt einen Zusammenhang. Es muss also jemand sein, der seine Geheimidentität kennt. Da kommen nur zwei in Frage und weil es schon auf dem Cover verraten wird, wollen wir es nicht zu spannend machen: Hugo Strange.
Überleben dank Mandroids
Ist der nicht tot? Ja, das haben wir uns schon beim letzten Mal gefragt. Und nein: Er ist es auch diesmal nicht. Denn der Hugo Strange, der einen Wayne-Manor-Nachbau auf sich einstürzen ließ (Batman #356, 1983) war kein echter Hugo Strange, sondern nur ein Roboter. Diese Erklärung ergibt nicht wirklich Sinn, wo es ihm doch beim letzten Mal sehr darauf ankam, Batman im Zweikampf zu besiegen. Aber sei’s drum: Der verrückte Professor hat Bruce ruiniert und will jetzt auch Batmans Ruf folgen lassen.
Batman und Robin sprengen sich ihren Weg nach Wayne Manor, müssen mit Batman- und Strange- und Robin-Robotern („Mandroids“) fertig werden. Nach einer Prügelei in der Bathöhle, kommt es zum Showdown mit Helikopter und Batmobile. Strange landet im Knast. Aber ist es auch diesmal der echte? Ja, alle möglichen Tests beweisen es. Strange ist derweil verwirrt, ob er wirklich weiß, dass Batman Bruce Wayne ist, oder ob Batman ihn das nur glauben lassen will.
Und als Bruce, Jason und Alfred am Ende vor den Trümmern von Wayne Manor stehen, bleibt am Ende die Erkenntnis, dass aller Luxus bloß wertloses Zeug ist. „Home is where the heart is.“ Zurück zum Status quo. Bis dahin war es aber ein Vergnügen, Bruce und Batman zumindest kurz ganz am Boden zu sehen.
Erschienen: 1983 (Batman #356), Paperback 2018 (Batman Arkham: Hugo Strange), Hardcover 2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3)
Hugo Strange hat ein neues Hobby gefunden: sich wie Batman verkleiden. Diesmal hat er einen neuen finsteren Plan. Als Bruce Wayne von einem Date mit Vicky Vale zurückkehrt, wird er von einem Gas betäubt. Er kommt wieder zu sich und ist plötzlich in Wayne Manor. Alfred begrüßt ihn mit Tee, dann mit einem Messer. Bruce knockt ihn aus, Alfred verschwindet und taucht plötzlich wieder, als wäre nichts gewesen, mit Tee auf.
Hugo Strange beobachtet das Szenario über eine Kamera und freut sich. Denn das Ganze ist ein böses Spiel. Im echten Wayne Manor fragen sich Alfred, Dick und Vicky, wo Bruce bleiben mag. Bruce steigt im falschen Zuhause unter die Dusche, da versucht Robin, ihn zu erwürgen. Bruce kann es noch verhindern, Robin verschwindet und taucht als ahnungsloser Dick wieder auf. Dann wird auch Bruce klar: Es sind alles Roboter.
Er steigt in die Batcave, da erwartet ihn schon Hugo Strange, rasiert und im Batman-Kostüm. Er ist so nett, für den anstehenden Zweikampf Bruce ein weiteres zu reichen. Während der sich umzieht, erklärt Strange, wie er Thornes Mordversuch überlebt hat (siehe Strange Apparitions, Detective Comics #472, 1977). Man prügelt sich, als Robin dazukommt, sieht sich Strange plötzlich besiegt und jagt seinen Wayne-Manor-Nachbau in die Luft. Am Ende rettet Batman noch Alfred vor einem Bruce-Wayne-Roboter, der ihn zu erschießen versucht.
Aber wozu der ganze Aufwand mit Kostümen, Robotern und Nachbau? „Because you’re the best, Batman! I built this house–this cave–my mandroids–not only to confuse you–but also to test myself–so I’d be ready to assume your fallen mantle.“ Hugo Strange hält sich selbst für einen besseren Batman, weil er keine Schwächen hat: Er ist skrupelloser.
Auf Earth 2 bricht über Gotham City ein ungewöhnlich heftiger elektrischer Sturm ein. Dick Grayson sucht Ted Knight auf und zusammen gehen sie als Robin und Starman der Sache auf den Grund. Starman verliert seinen kosmischen Stab, da erscheint Hugo Stranges Gesicht am Himmel, der verkündet, Gotham mit dem Stab zerstören zu wollen.
Kurz darauf bringt ein Blitz den Batman von Earth 1 nach Earth 2, wo sein Gegenstück bereits tot ist, genauso wie dessen Frau Selina Wayne. Zusammen mit Robin versucht er, Strange aufzuhalten. Der Schurke legt derweil mit seinem Zerstörungswerk los. Als erstes jagt er per Fernsteuerung Catwomans alten Pantherjet auf die Menschen, dann einen Riesenkreisel (eine alte Waffe des Spinners), dann das alte Batmobil.
Der T-Rex in der Batcave erwacht zum Leben.
Zusammen mit Batwoman (die auf Batmans Welt tot ist) fliegen sie auf Whirlybats zur Bathöhle, wo der Dinosaurier zum Leben erwacht. Schließlich muss Batman gegen einen alten Batman-Roboter kämpfen. Am Ende taucht ein missgestalteter Hugo Strange auf, der nach seinem letzten Sturz mit einem Zeug behandelt wurde, mit dem er einst die Monster Men erschuf. Leider ging das schief, weshalb der Professor nur noch eine bemitleidenswerte Erscheinung ist.
Hugo Strange in der Bathöhle.
Batman überzeugt ihn davon, nicht von Rachegelüsten, sondern bloß von einem Todeswunsch getrieben zu sein. Strange sieht es ein und löst sich selbst zu Staub auf. Zurück bleibt der bittere Nachgeschmack von Euthanasie …
Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck
Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016
Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.
Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.
Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“
Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.
Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.
Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.
Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.