Robin

Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

>> Batman 1950-1959

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Tödlicher Flieder

Milton Berle als Louie, the Lilac

Milton Berle als Louie, the Lilac

Titel: Louie the Lilac/Louie’s Lethal Lilac Time (dt. Louie Lilac schlägt zurück/Schon wieder Flieder)

Drehbuch: Dwight Taylor/Charles Hoffman

Erschienen: 1967/1968 (Batman S03E07/18)


Die Batman-TV-Serie der 60er hat zwar viele klassische Schurken erst klassisch gemacht, aber dafür auch einige Chancen verpasst. Einige Gegner wie Scarecrow kamen gar nicht vor, statt Two-Face gab es nur die Eintagsfliege False Face und statt Poison Ivy, die bereits 1966 eingeführt wurde, gab es nur Louie, the Lilac (Milton Berle).

Louie the Lilac

Louie verteilt Flieder unter Hippies.

Dieser Louie war ein Gangster mit einer Vorliebe für Blumen und andere Pflanzen, ganz besonders für Flieder. Er fährt sogar ein „Flower Mobile“. Bei seinem ersten Auftritt leert er die Blumenbestände von Gotham, womit er ein „Flower-Inn“ von Hippies sabotiert. Dann versucht er, mit einem hypnotisierenden Gas die Blumenkinder zu kontrollieren. Sein Ziel: die Weltherrschaft. Dazu entführt er die Anführerin der Hippies.

Hippies im Park

Hippie bei der Frauenbeschwörung

Barbara Gordon durchschaut die Masche als erste, aber ihr Vater nimmt sie leider nicht ernst. Als sie Batman und Robin kontaktiert, tappen sie wie immer in die offensichtliche Falle und landen zwischen den Ranken von fleischfressendem Flieder.

Jetzt ist wieder Batgirl gefragt. Aber als sie eintrifft, haben sich Batman und Robin schon selbst geholfen. Sie darf am Ende nur noch beim obligatorischen Prügeln mithelfen. Nachdem Louies Gang geschlagen ist, spritzt sie dem Anführer – völlig unnötig – ein Mehltau-Spray ins Gesicht, das ihm den Rest gibt.

Batgirl knockt Louie aus.

Batgirl knockt Louie aus.

Bei seinem zweiten Auftritt plant Louie the Lilac, in die Parfumbranche einzusteigen. Er stiehlt einen Batzen Walfett, den Dick Grayson mit seinen Freunden gefunden haben, entführt Dick und Bruce. Dann lässt er ein paar Bisons, Bieber und Bisamratten klauen und will Bruce dazu zwingen, den Tieren die Duftbeutel zu entfernen. (Die braucht Louie für sein Parfum, und Bruce ist offenbar ein passabler Hobby-Tier-Chirurg.) Bruce weigert sich, ruft per Signaluhr Alfred zur Hilfe, Alfred schickt Batgirl vorbei.

Gefangene im Parfum-Labor: Dick und Bruce.

Gefangene im Parfum-Labor: Dick und Bruce.

Schließlich willigt Bruce doch ein – aber das nur zum Schein, denn er hat einen Plan. Sein Trick: Er bittet für seine Tier-OP um zwei Gläser warmes Wasser. In die taucht er zwei Pillen und aus denen entfalten sich die Kostüme von Batman und Robin – genial!

Batman-Kostüm aus dem Glas.

Batman-Kostüm aus dem Glas.

Auch in dieser Folge versucht Batgirl, sich irgendwie nützlich zu machen, wird aber sofort ausgeknockt, sobald sie es versucht. Louie steckt sie in einen Tank, um mit kochendem Fett ihren Duft zu extrahieren, aber soweit kommt es nicht. Das Dynamische Duo schlägt wild um sich, Batgirl befreit sich auf wundersame Weise selbst (ohne dass man es sieht) und darf am Ende nur ein paar böse Buben treten. Immerhin: Sie versucht wenigstens, einen Zweck in dieser Serie zu erfüllen.

So endet Louies kurze Karriere, von der nicht viel in Erinnerung bleibt. Das Lustigste ist vielleicht noch die Tatsache, dass Batman und Robin ihr Batmobil mit dem Bild einer Blume bekleben. Batman als Ehrengast der Hippies? „Groovy.“

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Batman und sein Wingman

Batman 65 1951

DC Comics

Titel: A Partner For Batman!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #65), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Bei einem Einsatz bricht sich Robin das Bein. Für sechs Wochen kann er nicht mehr das Verbrechen bekämpfen. Doch Commissioner Gordon weiß Rat: Zusammen mit Batman castet er einen Stellvertreter aus Europa: Wingman heißt die rot-gelb kostümierte Gestalt. Ein Typ mit Flügeln und ohne Eigenschaften.

Robin sorgt sich, dass dieser Wingman ihn dauerhaft ersetzen könnte. Danach sieht es zunächst nicht aus, denn während seiner Ausbildung mit Batman erweist er sich Robin gegenüber als unterlegen. Doch als es dann gegen das Verbrechen geht, zeigt Wingman sein Talent – und schon ist die Rede davon, dass Robin überflüssig sein könnte.

Am Ende stellt sich alles nur als großes Missverständnis heraus. Eines, das Batman sogar selbst befördert hat, indem er mit Wingman die Kostüme getauscht hat. Davon hat sich selbst Robin täuschen lassen. Moral: Hätte er mal lieber Batman vertraut! Wer Wingman wirklich ist, bleibt allerdings offen. Ist auch egal. Am Ende diente das ganze Abenteuer nur dazu, dass sich Robin seiner Freundschaft zu Batman versichert.

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Riddler boxt, Sirene singt

Siren & Riddler

Siren & Riddler

Der Riddler stiehlt Wetteinsätze fürs Boxen, er gibt sich selbst als Boxer aus Südwestasien aus und tritt schließlich im Ring gegen Batman an. Batman macht das Spiel mit, weil er sich nicht gern feige nennen lässt. So viel Stolz muss sein. Der Riddler kämpft natürlich nicht ohne faule Tricks. Er lässt aus dem Boxhandschuh Metallspäne fallen und fixiert Batman mit einem Riesenmagneten, der sich unter dem Ring befindet. Dann kann ihn der Riddler nach Lust und Laune bearbeiten. Den Schiedsrichter scheint das nicht zu stören. Und die Runde nimmt auch kein Ende …

Batman und Riddler im Ring

Batman und Riddler im Ring

Da Robin und Alfred bloß nutzlos herumstehen, muss erst Batgirl einschreiten, um Batman zu befreien. Doch leider kommt der Held nicht dazu, den Schurken im Ring auszuknocken – das bleibt der obligatorischen Schlägerei am Ende vorbehalten, bei der auch Batgirl mitmischen darf.

Robin & Alfred (undercover)

Robin & Alfred (undercover)

Batgirl macht sich aber schon von Anfang an nützlich. Sie bringt ein Beweismittel vom ersten Tatort zur Polizei, Batman untersucht es. Glücklicher Zufall, dass Batgirl gerade in der Nähe gewesen sei, sagt er. „Yes. Luck is an important weapon to a woman crimefighter, Batman“, sagt Batgirl – und man kann nicht genau sagen, ob Ironie darin liegt. Aber sie hat noch einen anderen Trick auf Lager: Batgirl verschwindet plötzlich und spurlos, ohne dass es Batman oder Gordon mitkriegen – und damit macht sie in der Serie vor, was für Batman erst ab den 70ern in den Comics zum Standard-Abgang wird.

Batman & Batgirl

Batman & Batgirl untersuchen Riddlers Kiste.

Riddler hat in der Episode bereits eine zweite Helferin: Siren, eine Frau, die in einem silbernen Kleid im altgriechischen Stil steckt und so hohe Töne singt, dass sie damit Männer manipulieren kann. Beim Riddler hat sie nicht viel zu tun und es stellt sich die Frage, welche Funktion sie eigentlich erfüllt. Aber in der nächsten Folge bringt sie Commissioner Gordon unter ihre Kontrolle und er arrangiert für sie ein Treffen mit Batman an einem neutralen Ort. Wie wär’s mit dem Apartment meiner Tochter? Super Idee!

Siren singt zum Harfenspiel.

Siren singt zum Harfenspiel.

Dick Grayson ist zwar skeptisch, aber Bruce hält sich nicht lange mit Nachdenken auf: Als rechtmäßiger Gesetzeshüter ist Gordon sein direkter Vorgesetzter und: „A good crimefigher always obeys orders.“ Aus heutiger Sicht wirkt so viel blinder Gehorsam gruselig für einen Vigilanten, der ursprünglich das Gesetz in die eigenen Hände nahm.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

Gordon trifft Alfred in der Bathöhle …

Aber es kommt noch dicker: Gordon schmuggelt sich in den Kofferraum des Batmobils, um die wahre Identität des Dunklen Ritters herauszufinden. Als er in der Bathöhle aussteigt, zählt er endlich eins und eins zusammen: „Batman is Bruce Wayne!“ Wie gut, dass Alfred zufällig beim Abstauben ist und ihn mit einer Dosis „Bat-Sleep“ betäuben kann.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

… Alfred bleibt Herr der Lage.

Währenddessen hypnotisiert Siren auch Bruce Wayne (ohne zu wissen, dass er Batman ist) und lässt sich sein ganzes Vermögen überschreiben. Als sie ihn vom Dach eines Hochhauses stürzen lassen will, können Robin und Batgirl rechtzeitig einschreiten. Und was ist mit Gordon, der Batmans Geheimnis gelüftet hat? Glücklicherweise hat er alles vergessen, sobald er aus dem Schlaf erwacht ist. Puh, das war knapp …

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Batman trifft Fatman

Batman meets Fatman

Batman meets Fatman (Batman #113, DC Comics)

Titel: Batman Meets Fatman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Batman #113)


Er ist übergewichtig, tollpatschig, er schwingt einen übergroßen Batarang und trägt einen übergroßen Gürtel, in dem er allerlei überflüssiges Zeug aufbewahrt. Das ist Fatman. Keine billige Kopie von Batman, sondern ein Zirkusclown, der mit seinem Auftritt ein großes Publikum zum Lachen bringt.

Aber Fatman will mehr sein als ein Clown. Er will mehr sein wie sein Vorbild, er will Verbrechen bekämpfen und im Batmobil mitfahren. Na gut, Batman lässt ihn. Sie passen sogar mit Robin ins Auto. Doch kaum fahren sie los, treiben schon wieder Verbrecher ihr Unwesen. Batman und Robin legen sich mit ihnen an, sie werden überwältigt und festgenommen. (Wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie braucht?)

Da kommt Fatman ins Spiel. Er versucht, sie zu befreien, aber er stolpert, verheddert sich – und schließlich wirft er einen Hammer, mit dem er Batman und Robin befreit. Es war alles nur Show. Am Ende macht sich sogar sein dicker Bauch nützlich, um den letzten Gauner von der Flucht abzuhalten. Fatman hat, was er wollte: Einmal ein Held wie Batman …

Notiz am Rande: Regisseur und (Batman-)Autor Kevin Smith (Cacophony, The Widening Gyre) nennt seinen Podcast „Fatman on Batman“

>> Batman 1950-1959

Dämonen der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 4

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck

Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016


Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.

Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.

Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“

Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.

Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.

Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.

Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.

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Die schlummernde Katze

Batman 66: Catwoman & Sandman

Catwoman und Sandman stecken unter einer Decke.

Titel: The Sandman Cometh/The Catwoman Goeth (dt. Das Sandmännchen ist da)

Story/Drehbuch: Ellis St. Joseph, Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S02E33-34)


Kaum ist Catwoman mit dem Gesetz wieder im Reinen, sucht sie sich neue Verbündete für das nächste Ding. Zum einen hat sie jetzt weibliche Handlanger, zum anderen macht sie gemeinsame Sache mit Sandman. Nein, nicht dem Superhelden aus dem Golden Age und auch nicht Dream alias Morpheus, den Neil Gaiman erschaffen hat, sondern mit einem bis dato unbekannten Schurken aus Europa.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sein Name ist Programm: Sandman bringt seine Opfer zum Schlafen – und leider auch die Zuschauer, denn dieser Schurke hat kaum etwas Interessantes zu bieten. Aus keinem bestimmten Grund trägt der ältere Herr einen dicken Pelzmantel, in dem zwar einige bunte Eier hängen, die er aber nie wirft. Das einzige Werkzeug, das zum Einsatz kommt, ist ein Stethoskop, mit dem er Menschen betäubt.

Sandman betäubt Robin.

Sandman betäubt Robin.

Zusammen mit Catwoman will er die alte Nudelherstellerin J. Pauline Spaghetti um ihre Milliarden bringen. Da sie unter Schlaflosigkeit leidet, gibt sich Sandman als Dr. Somnambula aus, der ihr Heilung verspricht. Catwoman macht für ihn Werbung, indem sie sich als falsches Dornröschen aus dem Schaufenster eines Matratzenladens entführen lässt. Aber natürlich wollen beide Schurken nur den jeweils anderen benutzen, um das Geld allein zu kassieren. Als Sandman Catwoman zuvorkommt und Spaghetti heiratet, muss sie mit Batman gemeinsame Sache machen, um sich zu rächen.

Catwoman als Sleeping Beauty

Catwoman als Sleeping Beauty

Die Todesfalle: Nach einer Kissen- und Matratzenschlacht wird wird an eine Matratze gefesselt und soll von einer Maschine, die Knöpfe annäht, getötet werden, aber er hilft sich selbst, indem er mit dem Bat-Gürtel den Schalter umlegt. In der Zwischenzeit schickt Catowman Robin mit einer Undercover-Polizistin durch ein sinnloses Labyrinth mit Hochspannungszäunen.

Batman auf der Matratze des Todes

Batman auf der Matratze des Todes

Interessant an dieser Folge sind nur die Details, die die Routine durcheinander bringen. Zunächst ist es mal wieder eine Episode, in der Batman nicht sofort erreichbar ist, als Gordon zum roten Telefon greift. Er ist als Bruce Wayne mit Dick Grayson und ein paar anderen Jungs beim Wandern im Wald. Allerdings verzögert das die Handlung nur kurz. Die Polizei setzt mal wieder das Bat-Signal ein, um Batman zu rufen.

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Dann sind da einige witzige Dialogzeilen und Situationen: Tante Harriett wundert sich endlich mal über das wiederkehrende Piepen aus Bruces Bibliothek. Offenbar ist ihr der Zutritt verboten, weshalb sie das rote Telefon noch nie gesehen hat. Alfred kann ihr ein Märchen auftischen von einer Hi-Fi-Anlage, die gewartet werden müsse. Als besonderes High-Tech-Gerät erweist sich mal wieder der Batcomputer, der als Antwort lange rote Fäden ausspuckt und dem Dynamischen Duo auf die Fährte von Ms. Spaghetti bringt.

Catwoman (Julie Newmar)

Catwoman schaut auf ihre Opfer herab.

Batman wird mal wieder das Batmobil gestohlen. Um aus der Stadt zur Bathöhle zu gelangen nimmt er die U-Bahn, denn Gothams öffentliche Verkehrsmittel sind die schnellsten, und unternimmt die letzten Meter im Bat-Walk, der etwas seltsam aussieht. Kaum ist er da, bringt ihn Alfred mit seinem Alf-Cycle wieder zurück dorthin, weil da das Batmobil steht. Ein kurzer Anruf hätte Batman wahrscheinlich Weg und Zeit erspart, aber – wie so oft – dann gäbe es die Szene nicht, Batman würde dann nicht beinahe einen Strafzettel ausgestellt kriegen und die Folge hätte noch weniger Spaß zu bieten.

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Batman zweifelt an seinem Verstand

Titel: Am I Really Batman?

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #112), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman wacht in einer Gummizelle auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er reingekommen ist. Als er dem Pfleger sagt, er sei Batman, lacht der ihn nur aus – er sei einer von vielen Verrückten, die sich für jemand anderes halten. Aber Batman ist sich seiner sicher. Da zeigt ihm ein Arzt den echten Batman im Fernsehen. Batman hält das für Schwindel, er haut ab, flieht vor der Polizei.

Als er in Wayne Manor ankommt, begrüßt ihn ein verwirrter Alfred. Dick Grayson erkennt ihn nicht mehr, die Bathöhle ist verschwunden. Niemand scheint zu verstehen, wovon er redet. Da taucht auch noch ein Bruce Wayne auf, der sich ebenfalls für das Original, aber nicht für Batman hält.

Batman haut ab, versteckt sich, er ist voller Selbstzweifel: Verliert er wirklich den Verstand? Um sich seiner selbst zu versichern, nimmt er ein paar Einbrecher fest. Dann sieht er Batman und Robin, versteckt sich im Kofferraum des Batmobils und lässt sich in die Bathöhle bringen. Da stellt er fest, dass in Wayne Manor alles nur Show war.

Bruce Wayne war in Wahrheit nur Alfred in Maske und Verkleidung, Dick hat nur so getan, als ob er Batman nicht erkenne – aber alles nur zu Batmans Bestem. Der Schurke Professor Milo hat Batman einem Gas ausgesetzt, das einem den Lebenstrieb nimmt, bis man stirbt. Um dem zu entgehen, haben sich Robin, Alfred und Gordon eine Strategie überlegt, wie sie Batmans Lebenstrieb erhalten können. Daher die ganze Inszenierung …

Die Geschichte hat einige spätere Autoren beeinflusst: In ähnlicher Form wird die Idee 1991 in der Story „Identity Crisis“ aufgegriffen und ein Jahr später in der Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream“ adaptiert. Batman in der Nervenheilanstalt ist auch ein Motiv in „The Last Arkham“ und der BTAS-Episode „Dreams in Darkness„.

Der wildgewordene Mister Freeze

Otto Preminger als Mister Freeze

Otto Preminger als Mister Freeze

Titel: Green Ice/Deep Freeze (dt. Grünes Eis), Ice Spy/The Duo Defy (dt. Spion im Eis)

Drehbuch: Max Hodge/Charles Hoffman

Erschienen: 1966, 1967 (Batman S02E19/20, S02E59-60)


Mister Freeze entführt einer einer Miss-Wahl „Miss Island“, er sperrt sie in einem Gefrierschrank ein, damit sie so kältebedürftig wird wie er und ihn dadurch lieben lernt. Der Plan geht aus nachvollziehbaren Gründen nicht ganz auf, aber eigenartigerweise erfriert die Miss selbst bei unter Null nicht.

Gordon: Call for Help

Unter Frostbeschuss: Gordon ruft Batman um Hilfe.

Ganz anders verhält es sich, als Mister Freeze Commissioner Gordon in seinem Büro vereist, sodass er fast erfriert. Gerade noch so kann er Batman um Hilfe rufen. Die nutzlose Polizei steht ratlos vor der Tür und wartet bis Batman eintrifft, damit er die Tür freisprengt und Gordon rettet. Aber das ist nur ein kleiner Spaß zwischendurch, genauso wie die Eislieferung, in der Freeze Batman Geld schickt, damit die Presse es sieht und davon ausgeht, er stecke mit dem Schurken unter einer Decke. Natürlich stürzt sich die Presse sofort darauf.

Batman, Robin und grünes Eis

Eis mit Geldeinlage

Bei einem Empfang in Wayne Manor raubt Freeze die Gesellschaft aus, lässt sie in den Pool steigen und friert ihn zu. Dann lässt er zwei seiner Leute Batman und Robin spielen, die sich im Kampf schwertun und schließlich auch scheitern. Die öffentliche Meinung von Batman sinkt so schnell wie das Thermometer im Eisschrank. Aber auch das echte Dynamische Duo stellt sich nicht geschickter an. Weil sie Freezes‘ Eiskanone nicht schnell genug ausweichen (können), landen sie in zwei übergroßen „Frostie Freezies“ (Slushs).

Batman & Robin in Frostie Freezies

Batman und Robin in einer eiskalten Todesfalle

Schließlich erpresst Freeze die Stadt: Er will eine Milliarde Dollar, sonst lässt er in Gotham die Eiszeit ausbrechen – mitten im August.

Frozen Gotham

So malt sich Mister Freeze eine neue Eiszeit aus.

Mister Freeze hat hier seine Haare verloren, denn er wird gespielt von Otto Preminger, dem österreichischen Regisseur von Klassikern wie Laura, Anatomie eines Mordes und Exodus. Der wurde allerdings wohl weniger wegen seiner schauspielerischen Qualitäten ausgewählt als wegen seines miesen Charakters. Der war auch der Grund dafür, dass die Rolle danach wieder neu besetzt wurde. Laut Adam West benahm sich Preminger am Set unmöglich. Aber auch seine Figur nervt, wenn sie etwa ein Dutzend Mal „Wild!“ ausruft und sich dauernd die buschigen Augenbrauen reibt.

Bemerkenswert ist der Einsatz seiner Handlanger: Eigentlich hat er nur zwei, aber wenn es zur Schlägerei mit Batman und Robin kommt, tauchen plötzlich zwei weitere zur Verstärkung auf.

Eli Wallach als Mister Freeze

Eli Wallach als Mister Freeze

Eli Wallach (Die glorreichen Sieben, Zwei glorreiche Halunken) gibt als Mister Freeze eine deutlich lebhaftere Figur, mit ausdrucksstarker Mimik und ohne nervige Eigenschaften. Am Ende der zweiten Staffel schafft er es tatsächlich, Gotham zumindest für eine Weile einzufrieren. Alles vereist, sogar der Bat-Computer. Mit einem Eis-Magneten zieht er sogar Eisberge in den Hafen von Gotham an. Und auch mit den Frauen klappt es besser: Er muss niemanden mehr entführen, er hat eine hübsche Eiskunstläuferin als Komplizin.

Mister Freeze mit Komplizin Glacia Glaze

Mister Freeze mit Komplizin Glacia Glaze

Dafür schickt er wieder einen Isländer in eine Eiskammer, um zu bekommen, was er will. Auch Batman und Robin sollen tiefgefroren und anschließend verdampft werden, aber dank eines Geheimausgangs können sie entkommen. Absoluter Höhepunkt ist aber eine ganz andere, viel kniffligere Situation: Als Gordon mit Batman spricht, ruft zeitgleich O’Hara bei Bruce Wayne an. Man verbindet die beiden Telefonhörer, damit sich die beiden absprechen können, und dann muss der arme Bruce zwei Rollen gleichzeitig spielen und es gelingt ihm meisterhaft, ein Selbstgespräch so wirken zu lassen, als wäre es ein Dialog zwei unterschiedlicher Personen. – Ein Brüller!

Diese Szene bleibt aber eine Ausnahme. Denn auch gute Darsteller wie Eli Wallach können nicht viel gegen ein schwaches Drehbuch ausrichten. Beide Freeze-Doppelfolgen der zweiten Staffel bleiben in der üblichen Routine hängen und lassen es an Fantasie vermissen. Ermüdungserscheinungen haben sich schon früher eingestellt, aber nach über 90 Folgen scheint sich der Witz verbraucht zu haben.

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Batman wird Starman

Titel: The Man Who Ended Batman’s Career

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #247), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Über dem Polizeihauptquartier leuchtet ein neues Zeichen am Nachthimmel: ein Stern statt einer Fledermaus! Kurz darauf kommt ein sternförmiges Flugzeug hergeflogen und es springen Robin und Starman heraus, um ein paar Gauner dingfest zu machen. Starman trägt ein gelb-rotes Kostüm und wirft Star-Darts. Aber wer ist das? Jedenfalls nicht der Starman aus dem Golden Age (Ted Knight). Und was ist mit Batman?

Der hat seine Karriere aufgegeben. Der böse Wissenschaftler Professor Milo hat Batman mit einer künstlichen Angst vor Fledermäusen infiziert, um ihn auszuschalten. Seitdem fürchtet sich Bruce Wayne vor allem, was die Form von Fledermäusen hat. Er traut sich nicht mal, ins Batmobil zu steigen und kann keine Batarangs mehr werfen. Einmal erschreckt ihn ein Gauner mit einer echten Fledermaus so sehr, dass er vom Dach fällt und von Robin gerettet werden muss.

Also wird Batman kurzerhand zu Starman. Offenbar ist es weniger ein Problem, in kürzester Zeit einen fliegenden Stern zu bauen, als sich von der Krankheit heilen zu lassen. Doch da früher oder später auffliegen wird, dass Starman bloß Batman ist, fesselt Robin Bruce an einem Stuhl und zeigt ihm anhand seiner Taten als Batman, dass er nichts zu befürchten habe – die Fledermaus hilft ihm sogar.

So geheilt täuscht Bruce als Starman die Gauner, die einen fliegenden Bat-Ballon auf ihn losschicken und auch Professor Milo kann mit dem Fledermaus-Symbol nichts mehr gegen ihn ausrichten. Als er es ihm hinhält, schlägt der Held die Faust hindurch und ihm ins Gesicht. Batman hat die Fledermaus wieder. Bemerkenswert ist, dass die Fledermaus ursprünglich die Schurken das Fürchten lehren sollte, hier aber gegen Batman gewendet wird.

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