Robin

Die Rache des Schnitters

The Reaper

DC Comics

Titel: Night of the Reaper

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Bernie Wrightson, Harlan Ellison/Neal Adams

Erschienen: 1971 (Batman #237), Paperback 1999 (Batman in the Seventies), Hardcover 2013/2020 (Batman Illustrated by Neal Adams Vol. 3/Batman by Neal Adams: Book Three)


Dick Grayson ist an Halloween mit seinen Kumpels auf einer Superhelden-Parade, da wird die Gruppe von drei Fremden angefallen. Als Robin verkleidet findet Dick später einen Toten im Batman-Kostüm, dann geht plötzlich einer im Sensenmann-Kostüm auf ihn los. Robin fällt nach hinten in eine kleine Senke, Batman holt ihn später raus und bringt ins Haus eines Mannes namens Tom Fagan, der gerade eine Halloween-Party schmeißt. Dort wird Robin von Doctor Gruener behandelt, einem Holocaust-Überlebenden.

Gruener erzählt, er sei in einem Konzentrationslager inhaftiert gewesen, das von dem Nazi Colonel Kurt Schloss geführt worden sei, einem Sadisten und Mörder. Gruener hat herausgefunden, dass Schloss ebenfalls in den USA lebt. Die Männer, die Dick angegriffen haben, sollen Nazis sein, die hinter Schloss her sind, weil er sich mit ihrem Gold aus dem Staub gemacht hat (was immer noch nicht erklärt, warum sie auf die Gruppe losgegangen sind).

Ein weiterer Mann wird vom „Reaper“ (Sensenmann/Schnitter) getötet. Schloss wird von den Nazis in seinem Auto hochgejagt. Am Ende stellt sich heraus, dass Gruener selbst der Reaper ist. Der will sich an seinen ehemaligen Folterknechten rächen. Aber Batman kann keinen Mord durchgehen lassen. Am Ende bringt Gruener eine Kette mit Davidstern-Anhänger zur Vernunft. Er sieht ein, dass er selbst geworden ist, was er hasst – und fällt in sein Verderben.

Superhero-Parade in Batman #237 (1971)

DC trifft Marvel bei der Superhelden-Parade zu Halloween. (DC Comics)

Bei aller ernsten Geschichtsaufarbeitung gibt es in der Story auch einen netten kleinen Gag: Bei der Parade ist auch Captain America zu sehen, auf der Halloween-Party tummeln sich auch Gesichter aus dem Marvel-Universum. Wir sehen einen „Thor“ mit Zimmermannshammer und einen Spider-Man, der sich „Webslinger Lad“ nennt.

>> Batman 1970-1979

Vom Ikonoklasten zum Künstler

Death of a Mauve Bat

Jokers Meisterwerk: „Death of a Mauve Bat“.

Titel: Pop Goes the Joker/Flop Goes the Joker (Meister Joker)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S02E57-58)


Nein, Jack Nicholsons Joker war nicht der erste, der sich als Künstler betätigt hat, indem er andere Kunstwerke zerstörte. Lange vor ihm hat es Cesar Romero vorgemacht. Bereits in seiner ersten Episode hat er eine Büste und sogar eine Statue von sich angefertigt (The Joker is Wild). Jetzt aber betätigt er sich zunächst als Kunstkritiker. Oder vielmehr als Kritikaster. Empört stürmt er eine Ausstellung und zieht erst mit wüsten Beschimpfungen über die Werke her, dann mit zwei Farbpistolen.

Ikonoklasmus bei Batman

Clown-Ikonoklasmus: Joker beschmiert Kunstwerke.

Weil gerade zufällig Alfred in der Nähe ist, treffen bald darauf auch Batman und Robin ein. Doch zu ihrer Überraschung müssen sie feststellen, dass der Ikonoklasmus des Jokers das Wohlwollen eines Künstlers findet: Er sieht erst jetzt seine Werke zur wahren Kunst aufgewertet. Wider Willen hat der Joker einen großen Wurf gelandet – also schlägt er eine neue Karriere ein. Batman bekommt einen roten Fleck auf die Brust geschmiert, inklusive Signatur. Leider kann sich Alfred nicht um die Wäsche kümmern, weil er gerade die Batpoles neu streicht.

Signed, the Joker.

Bei einem Malwettbewerb treten die größten Künstler der Welt gegeneinander an, um innerhalb von drei Minuten ein Meisterwerk zu pinseln. Ihre Namen erinnern an Picasso, Pollock, Leonardo und Van Gogh, ihre Werke zaubern sie mit Füßen und Affen, die Farbbomben werfen. Nur der Joker malt gar nichts. Die leere Leinwand nennt er „Death of a Mauve Bat“. Das einzige weibliche Jurymitglied, Baby Jane, sieht darin ein Symbol für die Leere des modernen Lebens und ruft den Joker zum Sieger aus.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Der Joker gründet seine eigene Kunstschule, in der er Millionären Unterricht gibt. Baby Jane darf mitmachen, aber auch Bruce Wayne. Natürlich wird da nur herumgestümpert. Der Joker geht hart mit Bruces Werk ins Gericht und erteilt ihm Nachhilfe in Wichtigtuerei. Dann offenbart der Schurke sein wahres Gesicht. Obwohl er einen leichten und legalen Weg gefunden hat, wie man Bonzen um ihr Geld erleichtern kann, kidnappt er alle TeilnerInnen und verlangt Reinaissance-Kunst als Lösegeld. Steckt doch ein Liebhaber und Kenner hinter der Clowns-Maske?

Jokers Mobile des Todes.

Jokers Mobile des Todes.

Robin kommt Bruce zur Hilfe, wird aber gefangen genommen und auf ein tödliches Mobile geschnallt. Hier stellt sich die Frage: Hatte der Joker das Ding bereits vorbereitet, für den Fall, dass Robin kommt, oder hat er es erst danach schnell zusammengezimmert? Wie auch immer, es ist ein immenser Aufwand, dafür, dass er nicht einmal zusehen will, wie Robin zum Hamburger verarbeitet wird.

Joker mit Muse Baby Jane.

Künstler kommen bei Frauen stets gut an: Joker mit Muse Baby Jane.

Aber halten wir uns nicht mit Dingen auf, die wir einfach gestrickten Köpfe nicht verstehen. Der Joker kommt auch mit seiner Entführung davon, weil seine Muse, völlig verblendet vom Charisma ihres Lieblingskünstlers, keine Anklage erhebt. Trotzdem versucht er noch einmal den illegalen Weg, indem er die Kunstwerke aus dem Museum gegen seine eigenen Farbschmierereien eintauscht.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Doch da ist ihm Batman zuvorgekommen: Er hat Alfred schnell ein paar Bilder pinseln lassen und die gegen die echte Kunst ausgetauscht. Als der Joker in Wayne Manor einfällt, kann Alfred ihn mit Leichtigkeit beim Fechten besiegen und sogar davon abhalten, die Bathöhle zu finden. Am Ende landen die kindischen Werke des Butlers sogar in der Galerie. Da soll mal einer den Kunstbetrieb verstehen – der ist sogar noch verrückter als der Joker selbst.

Alfred schenkt Chief O'Hara ein Gemälde.

Alfred schenkt Chief O’Hara ein Gemälde.

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Joker wird zum Dienstleister

batman #37 1946

DC Comics

Titel: The Joker Follows Suit

Autor/Zeichner: unbekannt/Jerry Robinson

Erschienen: 1946 (Batman #37), Paperback 2004 (Batman in the Forties)


Plötzlich erscheint ein Licht am Himmel über Gotham – doch statt einer Fledermaus ist das Gesicht des Jokers zu sehen. Was steckt dahinter? Der Joker hat ein Serviceunternehmen für Gauner gegründet und dafür Batmans Masche adaptiert: mit dem Jokersignal können Gauner um Hilfe rufen, wenn sie in der Klemme stecken und der Joker kommt dann mit dem Jokermobile oder dem Jokergyro vorbei, um ihnen zu helfen.

Als Batman und Robin einmal den Ganoven per Batplane folgen, hat der Joker einen fiesen Trick auf Lager: Er wirft Pakete ab, die sich um die Tragflächen schlingen und Fallschirme aufspannen, um das Flugzeug zu bremsen.

Später folgt das Dynamische Duo dem Joker in sein Geheimversteck. Er überwältigt sie mit einem starken Wasserstrahl, sperrt sie in einen Käfig und haut mit dem Batmobil ab. Batman und Robin befreien sich auf ziemlich geschickte Weise und folgen dem Schurken im Jokermobil.

Im Finale kommt es zur Verfolgungsjagd. Der Joker versucht, auf einer Straßenbahn abzuhauen, aber Batman kann seine eigene Waffe gegen ihn verwenden. Der Joker fällt zu Boden – und macht sich zum Clown. Batman und Robin lachen ihn aus. Am Ende leuchtet das Joker-Signal durch Oberleitungen und das Bild wirkt, als säße der Joker bereits hinter Gittern.

Eine wirklich fantasievolle Geschichte, herausragend inszeniert vom Joker-(Mit-)Erfinder Jerry Robinson, nur wissen wir nicht, wer sie geschrieben hat. Leider ist diese Story bisher in keiner Joker-Anthologie erschienen.

Später wird der Joker noch einmal versuchen, Batman nachzuahmen: zuerst seine Kostüme, dann seinen Gürtel.

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Kampf um Batmans Gürtel

Titel: The Secrets of Batmans Utility Belt/The Joker’s Utility Belt

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Detective Comics #185, Batman #73), Paperback 1988/2008 (The Greatest Joker Stories Ever Told/Joker: The Greatest Stories Ever Told (nur Batman #73))


Was wäre Batman ohne seinen Gürtel? Diese Sammlung an Werkzeugen und Wundermitteln lässt ihn – wie einen guten Pfadfinder – allzeit bereit für jede Lebenslage sein. Im Jahr 1952 war Gürtel ein großes Thema. Gleich zwei Geschichten widmete Autor David Vern Reed dieser Utensiliensammlung. Die erste hebt hervor, wie wichtig sie für Batman ist.

Bei einem Einsatz geht der Gürtel verloren, ein Junge findet ihn und stopft ihn mit Nüssen voll und steckt ein Chamäleon hinein. Na und? Dann soll sich Batman eben einen neuen machen. Geld genug hat er ja. Aber das ist nicht so einfach: Denn der Gürtel enthält eine kleine Scheibe, die Batmans Geheimidentität als Bruce Wayne preisgibt. Batman hat sie dort untergebracht, damit im Falle seines Todes die Polizei weiß, wenn ein Betrüger sich als Dunkler Ritter ausgeben sollte. Also macht sich das Dynamische Duo auf die Suche nach dem Gürtel.

In der Zwischenzeit macht der sich nützlich: Das Seil darin rettet einem Jungen das Leben, der im Eis einbricht, weitere Utensilien helfen einem Obdachlosen und einem Bauarbeiter. Aber immer wenn Batman und Robin das Ding finden, entwischt es ihnen und wechselt den Besitzer. Zum Schluss landet das Ding bei einem Ledersammler und Gauner knöpfen es ihm ab.

Sie finden die Geheimidentität von Batman heraus, aber da täuschen sie sich, denn Batman hat zuvor im Handgemenge die Gürtel ausgetauscht und ihnen eine falsche Plakette zugespielt. Am Ende machen sich sogar die blöden Nüsse nützlich, um die Gauner zu fassen. Kurz gesagt: Im Grunde ist alles wertvoll, wenn es nur in Batmans Gürtel steckt.

Jokers Werkzeuggürtel

Voll mit Scherzartikeln: Jokers Werkzeuggürtel.

Und dann, in Story Nummer zwei, kommen die Gadgets gegen den Joker zum Einsatz. Das bringt den „Harlequin of Hate“ auf eine Idee: Er macht sich selbst einen Gürtel – allerdings voller Scherzartikel. Explodierende Zigaretten, Juckpulver, Niespulver, ein Handbuzzer, Pillen, die sich in falsche Schlangen verwandeln usw. Alles kommt zum Einsatz und der Joker kommt immer wieder davon.

Als Batman ihn in einer Maskenausstellung konfrontiert, stellt er fest, dass sein eigener Gürtel spinnt: Statt Gas kommen aus seinen Kapseln Riesenblumen, statt Rauch platzen Fahnen heraus, die ihn verspotten. Der Joker hat ihm seinen Scherz-Gürtel angelegt. Später fällt Batman aber nicht auf den Fake-Korken in der Champagner-Flasche herein, als er ein Schiff taufen soll.

Der Joker wirft die Flasche selbst, es entsteht eine Rauchwolke und der Schurke entführt das Dynamische Duo. Auf einem Laufband, das in einen Ofen führt, lässt er Robin laufen, da greift sich Batman Jokers Gürtel und wendet dessen eigene Waffen gegen ihn – und zwar so ziemlich alle. Commissioner Gordon macht den Joker im Knast zum Vorarbeiter in der Gürtelfabrik. Er habe ja bereits Erfahrung …

14 Jahre später diente die Story als Vorlage für die ersten Joker-Episoden der Batman-TV-Serie: „The Joker is Wild“/“Batman Is Riled“ (dt. Die Demaskierung).

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Jokers größte Reinfälle

Batman #66 (Joker)

DC Comics

Titel: The Joker’s Comedy of Errors

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #66), Paperback 2008 (The Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Der Joker bricht in einem Elektrizitätswerk ein. Vorher lässt er den Strom abschalten. So weit, so genial. Nur dass er den Fluchtweg über den Aufzug geplant hat, erweist sich als keine so gute Idee – denn der braucht ja Strom … Als Joker und seine Bande die Treppe nehmen, treffen sie auf Batman und Robin. Nur mit Not können sie entkommen. Die Beute bleibt zurück.

Die Blamage ist groß, als die Geschichte am Tag darauf auf der Titelseite der Zeitung steht. Aber der Joker lässt sich nicht entmutigen, sondern will aus der Not eine Tugend machen. Er will sich die größten Fehlschläge der Geschichte zum Vorbild für seinen nächsten Raubfeldzug machen. Es beginnen die „Boner-Crimes“. (Hier ganz unschuldig ohne die obszöne Bedeutung, auch wenn das Cover dadurch eine interessane Zweideutigkeit bekommt …)

Zunächst raubt er einen Ozeandampfer aus, der auf Grund läuft, dann macht er sich über ein Schloss her, indem er einen Turm schräg stellt wie den schiefen Turm von Pisa. Spätestens hier fragt man sich, ob mal wieder nicht der Aufwand den Nutzen übersteigt … Der Joker lässt einen Komplizen aus dem Knast ausbüchsen, indem er eine Holz-Pistole einschmuggelt und einen Wärter damit narrt. Dann guckt sich der Joker den ältesten Trick der Welt ab, indem er sich in einem Trojanischen Pferd versteckt.

Aber der große Triumph ist erst vollzogen, wenn sein Erzfeind blamiert ist. Also verwirrt der Joker die Navigation des Batplanes und lässt Batman und Robin nach England fliegen statt nach Kalifornien. Die Geschichte macht die Runde, der Joker freut sich, dass Batmans Ruf dahin ist. Doch dann ist alles ganz anders als gedacht: Batman hat alles längst durchschaut – vor allem, wo Jokers Versteck ist. Tja, das war dann wohl ein Reinfall. Nicht der erste. Und auch nicht der letzte.

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Jokers kleine Literaturgeschichte

Joker in Batman #63 (1951)

DC Comics

Titel: The Joker’s Crime Costumes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Dick Sprang

Erschienen: 1951 (Batman #63), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told)


Kein Wunder, dass Batman immer gewinnt. Er hat ja nicht nur einen Werkzeuggürtel voller nützlicher Hilfsmittel, sondern auch eine Garderobe mit lauter schicken Bat-Kostümen für jede Gelegenheit. Als der Joker das neidvoll bei einer Ausstellung bemerkt, beschließt er, es seinem Erzfeind gleich zu tun.

Also steigt der Joker für seine nächsten Raubzüge in die Kostüme verschiedener Witzfiguren aus der englischsprachigen Literaturgeschichte: Falstaff (Shakespeare), Mr. Pickwick (Charles Dickens), the Conneticut Yankee (Mark Twain), Old King Cole (ein Kindergedicht), Mr. Micawber (aus Dickens‘ David Copperfield) und Simple Simon (noch ein Kindergedicht).

Entdecke den Fehler … Denn während Batman seine Funktionskostüme anzieht, um sich seiner Umwelt anzupassen, sind die Verkleidungen des Jokers bloß eine Masche, um eine Show abzuziehen. Als Falstaff macht er eine Hamlet-Aufführung zunichte, macht Beute unter den Zuschauern, dann bläst er sein Kostüm mit Helium auf und fliegt davon. Als King Cole lässt er Seifenblasen fliegen, die seine Opfer benebeln; Batman und Robin geraten in zwei klebrige Riesenblasen.

Der Joker legt auch eine falsche Fährte. Einmal vermutet das Dynamische Duo ihn auf einer Opernbühne als Pagliacci, aber in Wahrheit tritt er als Simple Simon bei einer Bäcker-Messe auf. Dort gibt es natürlich lauter Riesentorten, weil in den Comics des Golden Age nun mal alles „larger than life“ sein muss.

In einer Ausstellungshalle stehen lauter Holiday Pies zusammen. Auf dem Kuchen zu „Lincoln’s Birthday“ steht sonderbarerweise ein Riesenpenny wie in der Bathöhle. Der Joker lässt ihn rollen. Batman und Robin verkleiden sich als Santa Claus und Little Jack Horner (noch ein Kindergedicht), bewerfen den Joker mit Pflaumen und er fällt in den „April Fool’s Pie“, der voller Fledermäuse steckt.

Kurz gesagt: Jokers Kostüm-Masche richtet sich gegen ihn. Er wird zum Opfer seiner Farce. Der Witz geht auf seine Kosten. Am Ende wird er auch noch in einem übergroßen Clownsgesicht eingesperrt. Demütigender geht’s nicht. Vielleicht wird er deshalb später zum Massenmörder – als Rache für unzählige Rückschläge.

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Jokers Schnitzeljagd durch die Staaten

batman #8 1941

DC Comics

Titel: The Cross Country Crimes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1941 (Batman #8), Paperback 2017 (Batman: The Golden Age Vol. 3), 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Als es noch kein Batsignal gab, mussten Batman und Robin per Radio von den Behörden kontaktiert werden. Diesmal kommt eine Einladung aus Washington D.C.: Der Chef des FBI, G. Henry Mover (wer gemeint ist, dürfte klar sein), will das Dynamische Duo ehren – eine Anordnung des Präsident höchstselbst. Da die beiden gerade keine bösen Buben jagen, ziehen sie sich um und fahren los. In der Hauptstadt werden sie mit einer Parade begrüßt.

Doch kaum haben sie Mover die Hand geschüttelt, wird er angeschossen vom Joker. Das ganze Land ist in Aufruhr. 100.000 US-Dollar Belohnung für jeden, der ihn fasst – tot oder lebendig. Dann fordert der Joker Batman und Robin mit einer Radiodurchsage heraus. Als die beiden beim Sender eintreffen, finden sie eine Joker-Karte: „Guess where I am going now, Batman“, steht darauf. Es ist nicht schwer zu erraten, denn der Joker hat New Jersey darunter geschrieben und noch die Umrisse des Bundesstaates eingezeichnet. Allerdings ist das „New“ durchgestrichen …

Und so beginnt eine Schnitzeljagd. Das Dumme ist nur: New Jersey ist groß. Also wo anfangen? Bruce und Dick entspannen erstmal im Theater. Doch dann raubt der Joker auf der Bühne Juwelen. Er hat es nicht eilig, wartet sogar ab, bis Bruce und Dick sich umziehen und auf die Bühne schwingen. Aber er entkommt. Wieder lässt er eine Karte da: diesmal steht Ohio drauf. Dann geht die Reise nach Kansas und Delaware, wobei das D darin wieder durchgestrichen ist.

Batman erkennt des Rätsels Lösung: Zusammen bilden die Anfangsbuchstaben den Namen Joker – falls man am Ende Rhode Island hinzufügt. Und das ist auch der nächste Aufenthaltsort des Clowns.

Der Joker ist hier noch ein skrupelloser und gewiefter Schurke. Andere Gauner schaltet er mit vergifteten Zigarren aus, einen Bus lässt er mit einer falschen Straßenmarkierung in den Abgrund fahren. Es kommt zu spektakulären Verfolgungsjagden in den Gondeln einer Seilbahn und auch auf den Dächern fahrenden Autos. Der Joker narrt Batman und Robin mit einem Dummy, der ihm täuschend ähnlich sieht und unter Strom steht.

Das waren noch Zeiten, als der Joker noch ein ernstzunehmender Gegner war. In den 50ern sollte sich das ändern. Aber nach dem tieferen Sinn dieser Schnitzeljagd sollte man lieber nicht fragen. Und wie geht es eigentlich dem FBI-Chef? War wohl nur halb so wild …

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Vom Wachs zum Buch zum Schatz

Riddlers Wachsfigur spritzt Ketchup.

Riddlers Wachsfigur

Titel: The Ring of Wax/Give Em the Axe (dt. Der Ring aus Wachs)

Drehbuch: Jack Paritz & Bob Rodgers

Erschienen: 1966 (Batman S01E23-24)


Eigentlich soll im Wachsfigurenkabinett von Madame Soleil eine Batman-Statue präsentiert werden, stattdessen bekommen die Besucher einen Riddler, der rote Farbe spritzt und ein Rätsel hinterlässt. Die Statue hat der echte Riddler gestohlen, um mit dem Wachs einen Safe der Bibliothek zu knacken. Dort stiehlt er ein Buch über einen verlorenen Inka-Schatz – eigentlich ein Fall für den Bookworm, aber der ist noch nicht eingeführt.

Riddler zündet eine Kerze an

Riddler und seine Bande schrecken vor nichts zurück: Feuer in der Bibliothek!

Wieder stellt sich die Frage: Wofür der Aufwand? Ganz einfach: In einer Bibliothek muss man leise sein, daher würde eine normale Explosion auffallen. Dass deshalb Einbrecher meistens nachts operieren, darauf ist das kriminellen Mastermind nicht gekommen. Egal: Er holt sich das Buch und will dann an die Juwelen, die zufällig später auch in Gotham ausgestellt werden sollen.

Batman Riddler

Gesucht, gefunden: Das Buch mit dem Schatz der Inkas.

Die Todesfalle: Batman und Robin sollen in einen Tank aus heißem Wachs getaucht werden. Langsam, ganz langsam. So langsam, dass sie alle Zeit der Welt haben, sich dabei ausführlich zu unterhalten und sich eine Lösung zu überlegen. Batman kommt auf einen Trick, der noch mehr an den Haaren herbeigezogen ist als sonst: Mit seiner Gürtelschnalle reflektiert er Sonnenlicht, um damit ein Fass mit einer explosiven Chemikalie zu entzünden und dann … ja, was dann? Dann fliegt alles in die Luft, Batman und Robin liegen am Boden und der Riddler glaubt sie tot.

Batram am Batmobile

Batram am Batmobile

Sind sie aber nicht. Am Ende benutzt Batman einen ins Batmobil integrierten Rammbock, um Robin zu retten. Die Polizei erweist sich als unfähig, eine Adresse zu finden und trifft erneut erst am Tatort ein, als alles schon erledigt ist. Aber was soll man auch von einer Truppe erwarten, die sofort lieber erst Batman ruft, noch bevor sie es überhaupt versucht, zu ermitteln, zu fahnden oder sonstwas zu unternehmen, für das die guten Bürger von Gotham ihre Steuern zahlen? Schlimme Zustände in dieser Stadt …

Batman lässt das Cape flattern.

Batman lässt das Cape flattern.

>> Liste der Batman-Episoden
>> Liste der Riddler-Comics

Robin auf Abwegen

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol. 1

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Rick Burchett

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #1-10), Paperback 2016


Two-Face soll noch eine Chance bekommen: ein neues Gesicht, eine neue Partnerin. Bruce Wayne will ihm dabei helfen, doch als der Joker davon hört, tut er alles, um das Glück zu verhindern. Er erzählt Harvey, dass sich Bruce an dessen Frau ranschmeißt. Und als dann auch noch Harley Quinn eine Ente in die Zeitung setzt, dass die beiden verlobt seien, sind bei Harvey alle guten Absichten vergessen.

Mit dieser starken Story beginnen die Batman and Robin Adventures, die Nachfolgeserie der Batman Adventures, die wiederum auf The Animated Series basiert. Wie gewohnt liefert das Team von Paul Dini, Ty Templeton und Rick Burchett eine Sammlung von Kurzgeschichten vor, die der legendären Zeichentrickserie gerecht werden.

Naturgemäß spielt Robin eine große Rolle: Eine Falschmeldung, in der es heißt, Batman hätte Robin gefeuert, führt dazu, dass lauter Robin-Aspiranten in der Stadt unterwegs sind und das Dynamische Duo bei der Arbeit behindern. Harley Quinn und Poison Ivy machen Robin zu ihrem willenlosen Sklaven. Und der Joker bringt den Wunderknaben zum Lachen. Darüber hinaus haben auch Pinguin, Ra’s al Ghul und der Bauchredner starke Auftritte.

Auch wenn die Comics für ein jüngeres Publikum gedacht sind, können auch erwachsene Leser ihren Spaß daran haben, vor allem wenn sie Fans der ebenfalls sehr reifen Animationsserie sind. Die meisten Storys sind einfallsreich und unterhalten auch mit Humor. Vor allem die Zeichnungen von Rick Burchett reißen mit ihrer Schlichtheit und Dynamik mit. Das alles macht den Band zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

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Batman gegen Thor

Titel: The Hammer of Thor/The Second Life of Batman/Batman’s Super-Partner

Autor/Zeichner: Bill Finger, Jerry Coleman/Sheldon Moldoff, Dick Sprang

Erschienen: 1959 (Batman #127)


Die Batman-Hefte der 50er waren wahre Wundertüten: Sie enthielten drei Geschichten und manchmal waren sogar alle ganz interessant. So wie in Ausgabe 127, denn darin trifft Batman auf den nordischen Donnergott Thor – und zwar drei Jahre bevor Jack Kirby diese Figur für Marvel Comics erschafft (allerdings hat Kirby bereits 1957 eine Thor-Version bereits für DC geschrieben, in Tales of the Unexpected #16, aber das nur am Rande).

Als es in Gotham gewittert, stoßen Batman und Robin auf einen Typen mit geflügeltem Helm, der mit einem bumerangartigen Hammer eine Bank aufbricht. Das Dynamische Duo will ihn aufhalten, aber kommt nicht gegen ihn an. Thor verschwindet mit der Beute. Batman und Robin treffen auf Henry Meke, den Betreiber eines privaten Kuriositätenmuseums, dem kürzlich eine Nachbildung von Thors Hammer gestohlen wurde.

Kurz darauf schlägt Thor wieder zu, hält zwei Bankräuber auf, um selbst fette Beute zu machen – mit dem Geld will er Vater Odin einen Tempel bauen. Wieder besiegt sie der Gott mit seinem Hammer. Danach erinnert sich Meke plötzlich: Eines Tages hat ein Meteorit den Hammer getroffen und ihn in Thor verwandelt. Als er beim nächsten Gewitter wieder zum Gott mutiert, wirft er den Hammer nach Batman, der duckt sich weg, der Hammer trifft einen Stromkasten, verliert seine Macht und Meke wird wieder normal.

In der zweiten Story, „The Second Life of Batman“, geht Bruce Wayne der Frage nach: Was wäre, wenn seine Eltern nicht ermordet worden wären? Dazu lässt er sich von einem Wissenschaftler eine alternative Welt simulieren, in der er zwar ein guter Athlet ist, aber sonst nur sein Leben genießt. Bei einem Kostümfeier mit dem Thema „Flying Creatures“ (die in Wahrheit Thomas Wayne abgehalten hat), taucht Bruce als Superman auf. Doch ein ungebetener Gast verkleidet sich als „Blue Bat“ (der aussieht wie Batman) und verlangt alles Geld von den Gästen. Zum Glück taucht der echte Superman auf und auch Bruce macht sich nützlich so gut er kann, um die Gauner aufzuahlten.

Doch Blue Bat entkommt, schlägt später Bruce und droht ihm mit noch mehr Prügeln, sollte Bruce nicht von ihm ablassen. Aber Bruce denkt nicht dran. Mit guter alter Detektivarbeit spürt er Blue Bats Geheimversteck auf, zieht dessen Ersatzkostüm an, lockt die Polizei zum nächsten Tatort und überwältigt den Schurken.

Kurz darauf ist der Entschluss gefasst: Er widmet sein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen. Das Kostüm behält er, um es zu einem Symbol für Gerechtigkeit umzuwidmen. Nachdem die Simulation beendet ist, kommt Bruce zu dem Schluss, dass er auch unter anderen Umständen dasselbe Leben für sich gewählt hätte. „There’d always be a Batman!“

In der dritten Story bekommen Batman und Robin beim Kampf gegen den Joker Unterstützung von einem neuen Helden: the Eagle, einem Unbekannten in einem Adlerkostüm. Dahinter verbirgt sich Alfred, der durch Zufall Superkräfte bekommen hat. Aber zum Glück nur vorübergehend, denn als Alfred helfen will, geht eigentlich alles nur schief …

>> Batman 1950-1959