Robin

Neue Robin-Serien im November

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DC Comics

DC hat den November 2021 zum Robin-Monat erklärt. Am 9.11. startet zunächst der Dreiteiler Robin & Batman von Jeff Lemire (Joker: Killer Smile, Green Arrow) und Dustin Nguyen (Streets of Gotham). Die beiden haben bereits an ihren Science-Fiction Serien Descender/Ascender zusammengearbeitet. Nun erkunden sie den Beginn von Dick Graysons Karriere. Jede Ausgabe wird 40 Seiten umfassen.

Eine Woche später, am 16.11., startet die sechsteilige Miniserie Robins, in der Autor Tim Seeley und Zeichner Baldemar Rivas die bisherigen Namensträger zusammentrommeln: Dick Grayson, Jason Todd, Tim Drake, Stephanie Brown und Damian Wayne diskutieren miteinander, ob das mit Robin eine gute Idee war. Für die Action sorgt eine Angreiferin, die behauptet, die erste Robin gewesen zu sein.

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Batman verlässt die Bathöhle

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DC Comics

Titel: One Bullet Too Many

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #217)


Ende 1969 beginnt für Batman ein neues Zeitalter: das Bronze Age. Dick Grayson wird erwachsen, er zieht aus, geht aufs College. Das nimmt der wehmütige Bruce Wayne zum Anlass, ebenfalls von vorn anzufangen, denn er fühlt sich unzeitgemäß.

„We’re in grave danger of becoming — outmoded! Obsoluete Dodos of the mod world outside!“, sagt Bruce zu Alfred. „Our best chance is to — close up shop here! (…) The Batcave is destined to join all the caves of history housing the extinct past!“

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Das Penthouse auf dem Dach der Wayne Foundation (DC Comics)

Die Bathöhle ist damit als Geheimversteck erledigt. Bruce verlässt Wayne Manor, zieht in ein schickes Penthouse auf dem Dach der Wayne Foundation. Als Batman fängt er von vorn an, macht sein Unternehmen schlanker, beseitigt all den Ballast der Vergangenheit und kehrt zurück zu seinem Ursprung, um wieder Verbrecher das Fürchten zu lehren. Daher zieht er ins Stadtzentrum, um am Puls der Zeit zu sein.

Damit streift der Charakter alles ab, was sich in 30 Jahren an unnötigem Ballast angehäuft hat, vor allem aber sein albernes Image, das mit der TV-Serie mit Adam West ins kulturelle Gedächtnis eingegangen ist. Aber die Welt hat sich weitergedreht, die Jugend wird ernster und erwartet auch von Comics, ernst genommen zu werden. Die Konkurrenz von Marvel macht es seit Jahren vor, dass es anders geht. Einen ersten Ansatz in diese Richtung gab es für Batman bereits 1964 (Detective Comics #327), jetzt geht man diesen Weg wieder konsequent weiter.

Opfer als VIPs

Indem Bruce sich auf seine Ursprünge zurückbesinnt, fokussiert er sich auf das, was ihn antreibt. Deshalb will er den Opfern von Verbrechen helfen und gründet das Victims, Inc. Program, kurz V.I.P. – die Unschuldigen rücken in den Mittelpunkt. Als erstes klärt er den Mord an Dr. Jonah Fielding auf, der mit seiner Frau eine Praxis betrieben hat. Statt als Batman bei der Witwe Susan Fielding aufzutauchen, erscheint er als Bruce Wayne. Leider stellt er sich nicht sofort vor (und die Frau gibt ihm auch keine Gelegenheit dazu), daher fängt er sich zunächst eine Backpfeife ein. Dann aber besänftigt er die Frau mit einem zinslosen Kredit.

Der Täter scheint skrupellos vorgegangen zu sein: Er kam mit einer Schusswunde in die Praxis und tötete seinen Arzt. Bruce hat nur die Kugel, die Jonah Fielding zuvor aus dem Täter herausgeholt hat. Also setzt er Susan Fielding als Köder ein, indem er in der Stadt verbreitet, sie könne den Täter identifizieren. Es funktioniert. Ein Gauner mit Knarre taucht in der Praxis auf, doch statt ihn zu fangen, fängt sich Batman eine weitere Kugel ein – sie gleicht der ersten. So kann er zusammen mit der Polizei dem Täter auf die Spur kommen.

Auch damit kehrt Batman zu seinen Wurzeln zurück: als Detektiv. Und zwar ganz ohne die dämlichen Rätsel von Superschurken lösen zu müssen.

>> Batman 1960-1969

Die Abenteuer gehen weiter – im Halbformat

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DC Comics

Titel: Batman: The Adventures Continue

Autor/Zeichner: Alan Burnett, Paul Dini/Ty Templeton

Erschienen: 2020 (Batman: The Adventures Continue #1-8), Paperback 2021 (Season One)


Seien wir ehrlich: So maßgeblich und einflussreich Batman: The Animated Series auch war, sogar auf die DC-Hauptcontinuity (siehe Mr. Freeze, Harley Quinn), die Comic-Serie dazu, Batman Adventures (später Batman & Robin Adventures, Gotham Adventures), konnte da nicht mithalten. Bis auf das Special Mad Love, das eigene Maßstäbe setzte, indem es über die kindgerechte TV-Serie hinausging, blieb der Rest bloß Begleitmaterial – bestenfalls: nett.

So war die Botschaft, dass das Universum mit einer neuen Comicserie fortgesetzt wird, zwar eine erfreuliche, aber auch eine, von der man nicht zu viel erwarten sollte. Das Resultat, das nach seinem digitalen Ersterscheinen auch als Paperback erhältlich ist, bleibt aber sogar hinter niedrigen Erwartungen zurück.

Es beginnt mit Batman gegen Lex Luthor und einen Riesenroboter, dann werden neue Charaktere aus der Mainstream-Continuity eingeführt: Deathstroke, Azrael und sogar die Wonderland Gang, die es wirklich nicht gebraucht hätte. Azrael wird als alter Kampfgefährte eingeführt, der nur spontan in eine Art Bat-Rüstung umsteigt, um vor dem Pinguin einen guten Eindruck als Verbündeter zu machen (anscheinend ist so eine Rüstung schnell gemacht). Wirklich motiviert werden die ganzen neuen alten Figuren nicht, es wirkt eher so, als wollte man möglichst viele von ihnen in den Kurzgeschichten unterbringen, doch zusammen mit Bane, Clayface, Mr. Freeze, Catwoman und Joker wirken sie überfüllt.

Jason Todd im BTAS-Universum

Die Handlung ist episodenhaft, als roter Faden dient das Auftauchen von Red Hood, der im Schatten lauert. Das ist seltsam, denn weder im Zeichentrick noch im Comic gab es jemals einen Jason Todd, der vom Joker mit einer Brechstange traktiert wurde. Das hat man dann nachträglich hinzugedichtet, wenn auch stark verändert – und am Ende auch unglaubwürdig, da in dem Universum nie von solchen dramatischen Ereignissen die Rede war.

Jason Todd ist hier zunächst Mitglied einer Jugendbande namens Wolves, die zur Initiation ihre „Cubs“ als Rotkäppchen verkleidet losschicken. Nachdem Jasons Bruder dabei umkommt, rächt sich Jason und wird später von Batman aufgenommen. Der Rest ist typisch Jason Todd (post Crisis): ein Robin, der es mit der Gewalt übertreibt, bereit ist zu töten und nicht auf Batman hört. Er wird gefeuert und nimmt es daraufhin mit dem Joker auf. Der Joker nimmt ihn gefangen, bringt ihn fast um und als Batman auftaucht und alles in die Luft fliegt, rettet er den Joker, während Jason totgeglaubt endet. Jahre später kehrt diser als Red Hood wieder, um sich am Joker zu rächen. Es kommt zum dramatischen Finale, in der Batman eine schwierige Entscheidung treffen muss.

Viele Figuren, viel Action

Bis auf diesen dramatischen Dreiteiler, der vieles sogar besser macht als A Death in the Family und sogar Under the (Red) Hood, aber dennoch unnötig bleibt, sind die Geschichten kaum der Rede wert, sie bieten bloß Action am laufenden Band, ohne einmal durchzuschnaufen und zu reflektieren. Auch die Red-Hood-Story wirkt abgehetzt.

Auch visuell macht der Comic nicht viel her. Ty Templetons Zeichnungen beschwören nicht die Nostalgie des eleganten Animated-Stils herauf, sondern wirken naiv bis infantil. Kaum ein Panel, das Eindruck macht mit einer interessanten Perspektive oder auch nur Stimmung, es gibt kaum Schatten in diesem kunterbunten Spektakel, und weil alles zunächst aufs digitale Querformat angelegt war, bestehen die Heftseiten eigentlich aus zwei halben, sodass es nicht einmal dramatische Splash Pages gibt, ganz zu schweigen mit Spielereien mit dem Layout.

The Adventures Continue ist kein Comic für die, die in den 90ern oder Nullerjahren Kinder waren und die Serie geschaut haben und heute immer noch die Qualität schätzen, es ist ein Comic für Kinder, wobei selbst dafür der Anspruch extrem heruntergeschraubt ist. Sowohl die Zeichentrickserie als auch die Comicserien waren für Kinder – aber nicht so unterfordernd wie dieser Neuaufguss.

>> Batman 2020-2021

Robin in der Todesfalle

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DC Comics

Titel: Batman Adventures – Robin, The Boy Wonder

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson, Chuck Dixon/Rick Burchett, Joe Staton u.a.

Erschienen: 1998-2004 (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54; Batman Adventures #9), Paperback 2020


Batman und Robin hängen mal wieder in einem Schlamassel fest, einer Todesfalle. Aber nur die Ruhe, Batman hat schon Schlimmeres erlebt. Alligatorenwrestling mit Killer Croc, Maschinengewehrfeuer von Pinguin aus einem Flugzeug heraus, mit Jokergas aufgeblasene Clowns in einem Jokermobil, einen tödlichen Hut des verrückten Hutmachers – und Scarecrows Spukhaus fand Batman sogar ganz unterhaltsam. So kreativ …

Doch dann stellt Robin die alles entscheidende Frage, die jedem vernünftigen Leser aus der Seele sprechen dürfte: Wie kommen die Schurken zu den ganzen Todesfallen? Zuerst müssen sie das Geld heranschaffen, das klauen sie meistens, dann müssen sie die Kosten planen, die Falle bauen (lassen) und schließlich Batman hineinlocken, nur um dann wieder nach Arkham zurückgebracht zu werden. Ist das nicht ziemlich verrückt? – Klar, sagt Batman, es sind ja auch mental unausgeglichene Kriminelle. Und dann erzählt er noch ein paar Anekdoten.

Robin als Retter und Bedrohung

Diese schöne Grundsatzdebatte ist das Highlight des Robin-Sammelbandes der Gotham– und Batman Adventures. Wieder im Kleinformat für Kinder (wie schon Nightwing und Batgirl) und nur mit sechs Kurzgeschichten, nicht immer steht Robin (Tim Drake) im Mittelpunkt. In einer Story muss sich Batman allein mit einer Krimiautorin herumschlagen, in einer anderen rettet das Dynamische Duo Menschen aus brennenden Häusern, in einer dritten muss Robin einen vergifteten Batman retten und wendet sich dabei an Poison Ivy und Harley Quinn.

Das alles ist bestenfalls nett, schwächelt aber an der schwankenden Qualität der Zeichnungen. Da lobt man sich einen Veteranen wie Rick Burchett, der den Animated-Stil perfekt beherrscht: Bei einem Wiedersehen Dagger Dixon (siehe Dagger’s Tale) wird Robin zur Bedrohung, denn seinetweg fliegt beinahe Batmans Geheimidenität auf – der Pinguin wird hellhörig.

Und Tim Levins zeichnet sehr dynamisch eine weitere schräge Story: Robin ist frustriert von seiner Aufgabe und würde lieber kostümierte Schurken statt Waffennarren bekämpfen. Nightwing und Batgirl tun ihm dann den Gefallen, indem sie selbst in absurde Schurkenkostüme steigen. Doch Robin ist nicht so kindlich-naiv, wie er aussieht …

Das alles bietet keine Sensationen, ist aber als schöne Gutenachtlektüre für Junggebliebene zu empfehlen.

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Batman lernt fliegen

The Flying Batman: Detective Comics #257, Batman #120, Detective Comics #153 (DC Comics)

Wir haben uns alle daran gewöhnt, dass Batman so ist, wie er ist: ein Mann im Fledermauskostüm. Aber stimmt das? Nicht, wenn man genau hinsieht: Die kleinen spitzen Ohren erinnern mehr an Teufelshörner als an große Fledermauslauscher. Sein Kostüm hat mehr etwas von einem Strongman oder Ringer als von einer Fledermaus. Sein Cape soll an Flügel erinnern, aber fliegen kann er damit nicht. Es ist seltsam, dass ein Mann, der sich an einem fliegenden Tier orientiert, selbst nicht fliegen kann. Zumindest nicht aus eigener Kraft.

Mit Batman Beyond wurde das anders: Da fliegt der Held dank eines High-Tech-Anzugs mit Düsen in den Absätzen. Und in Filmen wie etwa Batman Begins kann Christian Bale das Cape zu einem Paraglider ausbreiten, sodass er sich zumindest vom Wind tragen lassen kann. Damit entspricht er einem seiner Ursprünge: Bob Kane hat sich bei Batman auch von einem Entwurf für ein Fluggerät von Leonardo da Vinci inspirieren lassen, daher wirkte Batmans Cape anfangs noch etwas steif. Aber meistens beschränkt sich Batmans „Flug“ darauf, sich mit einem Seil von Haus zu Haus zu schwingen. Manchmal sieht man ihn auch waghalsige Sprünge machen, die ihn zumindest für den Moment des Panels fliegen zu lassen scheinen.

Batgyro und Baterang
Batgyro und Baterang (Detective Comics #31, 1939)

Doch auch in den Comics gab es schon früh Versuche, Batman tatsächlich fliegen zu lassen. Das Batgyro von 1939 war sein erstes Fluggerät, das sogar einen Fledermauskopf hatte, bereits 1940 wurde daraus das Batplane und 1950 kam das Upgrade Batplane II (Batman #61). 1949 aber gab es erstmals einen richtigen „Flying Batman“.

Batman bekommt Fledermausflügel

In Detective Comics #153 besuchen Bruce Wayne und Dick Grayson einen Vortrag von Professor Carl Wilde. Der ist nicht nur Experte für Fledermäuse, er hat auch Fledermausflügel gebaut, mit denen Menschen fliegen können. Im Publikum sitzt auch der Gauner Slits Danton, der aus dem Knast ausgebrochen ist, um sich an Batman zu rächen. Kaum haben ihn Bruce und Dick vom Balkon aus im Saal erkannt, schlüpfen sie in ihre Kostüme und schwingen sich auf ihn zu. Da zerschießt Danton Batmans Seil, sodass dieser in die Tiefe stürzt. (Auf Batman zu zielen, wäre einfacher gewesen, aber egal.)

Batman fliegt als Fledermaus aus der Bathöhle. (DC Comics)

Nachdem der Held sich erholt hat, lässt er sich vom Professor die Flügel geben, damit ihm das nicht mehr passieren und er sich Danton schnappen kann. Doch er hätte das neue Gadget nicht in der Presse verkünden sollen, denn so kann sich der Schurke darauf einstellen: Er lässt drei Kondore auf ihn los, Batman muss sich mit ihnen in der Luft herumschlagen. Dann entführt Danton Robin und fesselt ihn in einer Scheune. Batman muss – wie eine echte Fledermaus – im Dunkeln durch ein Labyrinth aus Seilen navigieren, um Robin zu befreien, bevor eine Bombe hochgeht. Zum Glück hat er ein Ultraschallgerät am Gürtel. Wie er die Frequenzen hören kann, bzw. wann er gelernt hat, damit zu navigieren, bleibt ein Rätsel. Und erst recht muss man nicht verstehen, warum Danton nicht einfach die Bombe hochgehen lässt, als seine beiden Erzfeinde in der Scheune stecken – immerhin hatte er doch Rache geschworen …

Beim dritten Versuch geht Danton dann auch weniger subtil vor und versucht Batman mit schweren Geschützen vom Himmel zu ballern. Das gelingt auch, Batman stürzt vom Himmel – scheinbar. Denn es ist nur eine Puppe. Der echte Batman fliegt ins Bild, kreist Danton ein und wirft ihn ins Wasser. Doch dann erwacht Batman wieder im Saal beim Professor und es stellt sich heraus: Es war alles nur ein Traum! Die Flügel sind noch gar nicht betriebsbereit. Was für eine Enttäuschung, denkt sich Batman. Aber wer weiß, eines Tages vielleicht lernt er doch noch fliegen …

Flügel als Implantate

Und dieser Tag kommt fünf Jahre später tatsächlich. Wieder heißt die Story The Flying Batman (Batman #82, 1954). Ein engelgleich geflügelter Mann entführt das Dynamische Duo ins Lost Valley of the Bird-Men, einen Ort, in dem die Menschen dank des Alpha-Serums Flügel bekommen haben. Jedenfalls bis der böse Baron Gravio das Serum an sich gerissen hat, um für seine Familie ein Monopol und eine Schreckensherrschaft aufzubauen. Nun wurden Batman und Robin hergeholt, um die Bande aufzuhalten.

The Flying Batman (Batman #82, DC Comics)

Batman muss sich einer Operation unterziehen, um Fledermausflügel zu erhalten. Ohne zu zögern lässt er sich darauf ein und schwingt sich in die Schlacht. Mit Robin fängt er zwei geflügelte Gangster ein, dann schlägt er zweien die Köpfe zusammen, die versuchen, ihn mit einer Kanone vom Himmel zu schießen, und schließlich wirft er eine Rauchbombe in ein Haus. Hätte es dafür Flügel gebraucht? Oder einen Batman? Nein, nicht wirklich, aber dann gäbe es ja diese Geschichte nicht. Und zwischendrin auch keinen Batman und Robin im Riesenkäfig. Zum Schluss sind die beiden wieder in Gotham und fragen sich, ob nicht auch diese Episode nur ein Traum gewesen sei …

Die Erfindung der Whirly-Bats

Weitere vier Jahre später, in Batman’s Invincible Foe (Detective Comics #257, 1958), denkt sich Batman eine neue Flugmethode aus. Als Gotham vom zeitreisenden Dieb Karko aus der Zukunft heimgesucht wird und dieser das Batmobil mit seinem Ufo verschrottet, steigen Batman und Robin auf Whirly-Bats um, kleine Einsitz-Helikopter mit Rückenflosse. Karko folgt ihnen in einer fliegenden Blase in die Lüfte, sie wollen ihn mit einer Riesennadel pieksen, doch der Dieb verwandelt die Blase in Eisen und die Wirly-Bats zerschellen schon nach zwei Seiten.

Einige Monate später, als Batman sich die Beine bricht, steigt er wieder auf Whirly-Bats um und wird mit diesem fliegenden Rollstuhl zu The Airborne Batman (Batman #120, 1958). Diesmal hängen Vakuumschläuche daran, mit denen Batman Gauner ansaugen und durch die Luft ziehen kann.Die Whirly-Bats bleiben noch bis in die 80er im Einsatz.

Batman fliegt mit dem Bat-Wing – oder versucht es wenigstens. (DC Comics)

In derselben Ausgabe, in der Story The Curse of the Bat-Ring, unternimmt Batman beim „Batman Day“, der ihm zu Ehren veranstaltet wird, im Zirkus einen Gleitflug mit einem „Bat-Wing“, das geht aber leider schief: der Flügel bricht.

Fliegen mit Jetpack

Batman fliegt später auch mal einen Drachen oder Paraglider gegen Kite-Man. Ansonsten gibt es meist das Batplane und den Batwing aus dem Film von 1989, der auch in Batman: The Animated Series zum Einsatz kommt. Dieses Flugzeug kann auch ohne Propeller wie ein Helikopter in in der Luft stehen, damit vereint es die Eigenschaften des Bat-Gyro (nicht Gyros!).

Batman mit Jetpack

In der schönsten Flugfolge (und der frivolsten Episode überhaupt), The Ultimate Thrill, verfolgt Batman Roxy Rocket im Batwing, bis dieser in Brand gerät. Mit knapper Not schafft er es in die Bathöhle zurück, wo der Batwing aufgefangen wird von einer Reihe von Seilen. Beim zweiten Mal jagt dann Batman mit einem Jetpack hinter der Raketendame hinterher. Die Fledermausform ist nur angedeutet, Batman fliegt aber extrem schnell und agil. Am Ende, als alle Batwings nichts nützen, steigt Batman dann sogar selbst auf eine Rakete – aber das sollte man selbst gesehen haben. So schön hat man Batman wohl nie fliegen sehen …

Batman jagt Roxy Rocket.

Übrigens: Batman hat auch Leonardo Da Vinci selbst fliegen lassen. In Batman #46 (1948) reist er mit Robin ins Mailand des Jahres 1499 und hilft dem (angeblichen) Erfinder dabei, sein Fluggerät zu optimieren. Dann düst der alte Leonardo damit selbst durch die Lüfte und wird zum ersten Batman der Weltgeschichte. Im Jahr 1994 erzählte dann Doug Moench in Black Masterpiece eine Elseworlds-Story um Leonardos „Bat-Wing“, die mindestens genauso albern ist.

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Batman und Robin bauen Leonardos Gleitflieger. (DC Comics)

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Killer Croc ist nicht zu fassen

DC Comics

Wie Jason Todd auf Batman traf, habe ich bereits erzählt – in Second Chances. Doch die Geschichte von 1987 lief vier Jahre zuvor, in ihrer ersten Variante, noch ganz anders ab – und war eng verknüpft mit dem ersten Auftritt von Killer Croc.

Erster Auftritt ist vielleicht zu viel gesagt, denn Croc taucht in Detectice Comics #523 (1983) zunächst als graue Eminenz auf, ein Mann mit Trenchcoat und Hut, dessen Gesicht im Schatten liegt. Er ist der Chef einer kleinen Bande von Gaunern, die Solomon Grundy dafür benutzen, Pelze zu stehlen. Dafür dass Grundy Schaufenster einwirft, bekommt er die Puppen zum spielen. Batman betrachtet Grundy trotz seines Bewusstseins nicht als Lebewesen und lockt ihn in eine Falle, in der er verbrennt. Zwar hat Batman hinterher keine Gewissensbisse, hinterfragt aber immerhin sein Tun. (Wenn ihr mich fragt, ist es kaltblütiger Mord.)

Eine Ausgabe später, in Batman #357, arbeitet Croc für einen Gangsterboss, der sich The Squid nennt und einen Riesen-Kalmar als Haustier hat, den er mit unliebsamen Menschen füttert. Squid lässt den Sloan-Zirkus um Schutzgeld erpressen (10.000 Dollar pro Tag würde jeden in den Ruin treiben). In diesem Zirkus arbeiten auch die Flying Todds mit Jason als Trapezkünstler – wie damals auch die Flying Graysons. Die Geschichte von Dick Grayson scheint sich zu wiederholen. Dick lernt die Todds kennen.

Batman kommt Squid auf die Spur, landet aber im Wassertank als Kalmar-Futter (Detective Comics #524). Nachdem er entkommt, verlässt Croc seinen Chef und nennt ihn einen Loser. Als Squid ihn daraufhin packt, fällt Croc der Hut vom Kopf und wir sehen zum ersten Mal seine schuppige Haut. Beim zweiten Kampf zwischen Batman und Squid erschießt Croc seinen ehemaligen Boss aus der Ferne. Batman jagt dann den mysteriösen Killer.

Killer Crocs Vorgeschichte

Croc macht sich weiterhin in der Unterwelt einen Namen als Dieb. Schließlich findet er in seinem geheimen Apartment Batman – und ist ganz und gar nicht erfreut. Nachdem er Batman niedergeschlagen hat, sprengt Croc alles in die Luft, weil der Eindringling seine Privatsphäre ruiniert hat. (Jeder, bei dem schon mal eingebrochen wurde, kennt sicher das Gefühl.) Bei der nächsten Konfrontation in der Kanalisation kann Croc wieder entwischen. Hier erfahren wir, dass er einst ein Zirkusfreak in Florida war, wo er mit Alligatoren gerungen hat. Noch später kommt die typische Vorgeschichte einer traurigen Jugend, die im Knast endete.

Nach dem jüngsten Kampf mit Batman denkt Croc, er habe ihn getötet. Also versammelt er Gothams Unterwelt im Reptilienhaus des Zoos und ruft sich als neuer Oberboss von Gotham aus (Batman #359). Weil aber die anderen ihn daran erinnern, es gäbe da noch Tony Falco, der zwar im Knast sitzt, aber immer noch das Sagen hat. Croc bricht ins Gefängnis ein und metzelt Falco dahin. Wieder taucht Batman auf, wieder scheitert er gegen ihn. Croc scheint übermächtig zu sein.

Alle Schurken gegen Batman

In der Zwischenzeit zieht Dick Grayson die Eltern von Jason Todd in seine Suche nach Croc hinein. Sie finden ihn, werden von ihm ermordet und den Krokodilen im Zoo zum Fraß vorgeworfen. Das geschieht in Detective Comics #526, die deshalb eine extragroße Jubiläumsausgabe ist, weil Batman hier seinen 500. Auftritt in der Serie feiert. (2020 feierte man in Detective Comics #1027 den 1000. Auftritt.) In der Story All My Enemies Against Me versammelt Croc alle bekannten und einige unbekannte Schurken, um gemeinsam endlich Batman zu erledigen.

Alle gegen einen: Detective Comics #526 (DC Comics)

Catwoman und Talia al Ghul sind nicht so begeistert von der Idee. Sie büchsen aus, um ihren Geliebten zu warnen und helfen ihm gemeinsam, die Gefahr abzuwehren. Doch einen richtigen Plan scheint die Schurkenriege nicht zu haben. Riddler, Cavalier und Scarecrow sind schnell besiegt, der Mad Hatter fällt vor einen Zug und stirbt. Ähnlich geht es später weiter: Die Schurken werden jeweils in leicht verdaulichen Kleingruppen zusammengeschlagen. Am Ende bleibt nur der Joker übrig.

Jason Todd entdeckt die Bathöhle. (DC Comics)

Dick Grayson bringt den um seine Eltern besorgten Jason nach Wayne Manor, wo dieser die Bathöhle entdeckt und sich ein alternatives Robin-Kostüm anzieht. Der noch amtierende Robin und Batgirl entdecken derweil, was Croc den Todds angetan hat – Jason ahnt nichts davon. Erst am Ende, als Batman in einer Brauerei gegen Croc kämpft, erfährt er die grauenhafte Wahrheit und kann dabei helfen, den Schurken bewusstlos zu schlagen. (Zuvor rettet er auch Catwoman und Talia, die mit Batman gefangen genommen wurden.)

Jason Todd probiert sein erstes Robin-Kostüm an. (DC Comics)

Dick Grayson gibt sich die Mitschuld am Tod der Todds und will Jason adoptieren. Bruce Wayne bietet dem Waisen Trost wie einst auch Dick.

Erst in Batman #366  wird Jason Todd erstmals offiziell, wenn auch noch nicht mit dem Segen von Batman, zu Robin. Nach dem Reboot verliert er seinen Zirkus-Bezug und wird zu einem Kleinkriminellen, der nach kurzer Zeit als Robin vom Joker getötet wird (A Death in the Family). Schließlich feiert Jason seine Wiederauferstehung als Red Hood.

Hinweis: Die Geschichte von Killer Croc und Jason Todd ist nachzulesen in Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3 (2019).

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Neue Batman-Comics von Februar bis April 2021

DC Comics

DCs derzeitiges Event Future State wird um eine weitere Batman-Miniserie erweitert: In The Next Batman: Second Son erzählt John Ridley die Vorgeschichte von Tim Fox, dem Sohn von Luke Fox, der zum neuen Batman wird. Die Serie erscheint zunächst vom 23. Februar an wöchentlich, die ersten drei Kapitel werden im ersten Print-Heft erscheinen, das für den 6. April geplant ist.

DC Comics

Am 2. Februar soll endlich die Miniserie Man-Bat beginnen. Angekündigt war sie bereits für vergangenes Jahr. Der Fünfteiler stammt von Dave Wielgosz und Sumit Kumar. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Im dritten Monat des Jahres wird viel los sein: Am 2. März erscheinen der bereits angekündigte One-Shot Infinite Frontier sowie die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker. Eine neue Anthologie-Serie startet DC am 16. März mit Batman: Urban Legends.

Im März gibt es ein ungewöhnliches Crossover: Batman & Scooby-Doo Mysteries ist eine Serie, die sich an Kinder richtet. Sie soll zuerst digital in 24 Kapiteln erscheinen, dann gedruckt in zwölf Heften. Start ist am 27. März. Die Idee ist nicht ganz neu: Bereits 2018 gab es einen Zeichentrickfilm mit dem Titel Scooby-Doo & Batman: The Brave and the Bold, den ich ignoriert habe.

Im April startet eine neue Robin-Solo-Serie mit Damian Wayne. Autor ist Joshua Williamson (The Flash, Future State: Justice League, Infinite Frontier) und Zeichner Gleb Melnikov (Wonder Woman, Batman/Superman Annual). Ein zweiteiliges Prequel gibt es in einer Backstory in Batman #106 und Detective Comics #1034. Robin #1 soll am 27. April erscheinen.

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Scarecrow lehrt Batman das Fürchten

DC Comics

Titel: The Man Who Radiated Fear

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Batman #200)


Scarecrow mag wie eine Vogelscheuche aussehen, aber furchteinflößend ist er nicht gerade. Das ändert sich Ende der 60er, im Jubiläumsheft Batman #200. Jonathan Crane hat eine Angstpille entwickelt, die andere lehrt, ihn zu fürchten. Ziel sind natürlich Batman und Robin. Vorher aber probiert er das Mittel selbst aus, indem er es einen Handlanger schlucken und sich als Batman verkleiden lässt. Das Ganze passiert im Geheimversteck, dem Haystack, einer als Heuhaufen getarnten Scheune. Auch wenn Heu nicht gleicht Stroh ist: Stroh bleibt das Markenzeichen.

Als es zur ersten Begegnung mit dem Dynamischen Duo kommt, ist das vor Angst paralysiert. Doch töten will Scarecrow die beiden nicht, denn er genießt zu sehr, von ihnen gefürchtet zu werden. Zurück in der Bathöhle sagen sie Alfred, dass dieser Zustand ihr Ende sein könnte. Da erzählt ihnen der treue Butler noch einmal ihre Leidensgeschichten: Wie Bruce Wayne zu Batman wurde und Dick Grayson zu Robin. Daraufhin sind beide wieder hochmotiviert. Sie mussten sich bloß wieder auf ihre alten Traumata besinnen. „We may become afraid — again — but that won’t stop us now!“, sagt Robin. Das war wohl die schnellste Angsttherapie in der Geschichte der Menschheit.

Nach einem gemeinsamen Training starten die beiden wieder hochmotiviert durch: Sie schnappen den Joker, Killer Moth und den Pinguin. Dabei finden sie an den Schurken immer wieder Strohhalme: zwei rote, vier weiße, fünf blaue. Nach ein bisschen Grübelei, was Scarecrow ihnen damit sagen wollen könnte, finden sie ihn samt Bande beim Pelzeklauen. Angst haben sie keine mehr – bis Scarecrow ihnen in einem Spiegelkabinett versechsfacht erscheint. Batman und Robin werden wieder rückfällig.

Dann stecken die Gauner sie in eine perfide Todesfalle: Sie setzen die beiden auf Stühle und richten vier Pistolen auf sie, Fäden sind zwischen ihren Handgelenken und den Abzügen gespannt. Nur eine Bewegung und die Waffen schießen. (Außerdem erinnern Waffen und Fäden die beiden an ihre Traumata.) Die Lösung ist einfach: ducken. Dann wird geprügelt und Batman jagt plötzlich Scarecrow Angst ein, weil er ihn mit seinen Worten an den Selbstversuch vom Anfang erinnert. Dagegen hilft nicht mal ein Gegenmittel.

Ach so, was hatte es eigentlich mit den farbigen Strohhalmen auf sich? Das wird erst am Ende erklärt. Wollt ihr das wirklich wissen? Hab ich mir gedacht …

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Gehirnwäsche statt Kaviar

Batman 1966

Gehirnwäsche: Der Pinguin steckt Alfred in seine „Penguin Box“.

Titel: Fine Finny Fiends/Batman Makes the Scenes (dt. Der Pinguin schlägt zu)

Drehbuch: Sheldon Stark

Erschienen: 1966 (Batman S01E33-34)


Es steht mal wieder das Wohltätigkeitsdinner der Millionäre von Gotham an. Alfred geht schon mal einkaufen. Auf der Liste steht Kaviar – und das nicht zu knapp, ein Pfund pro Kopf muss schon drin sein. Auch wohltätige Millionäre wollen sich schließlich nicht lumpen lassen. Da ist es gut, dass ein neuer Fischladen aufgemacht hat und den edlen Störrogen wohlfeil anbietet. Doch kaum hat der Feinschmecker das Zeug gekostet, steckt er unter einem Regenschirm und wird mit Gas ausgeknockt.

Chief O’Hara schaltet scharf: Dahinter kann wohl nur der Pinguin stecken! Und er hat natürlich Recht, auch wenn er die Drecksarbeit – wie immer – lieber Batman überlässt. Der Schurke will von Alfred herausfinden, wo das Wohltätigkeitsdinner stattfinden wird, denn es wird jedes Jahr an einem anderen geheimen Ort abgehalten. Alfred weiß es aber noch gar nicht, weil es noch nicht entschieden wurde, und selbst wenn er es wüsste, würde er es nicht preisgeben.

Pinguin schreibt sogar mit Schirmen.

Für diese Probleme hat der Pinguin eine Lösung: Gehirnwäsche. Mittels Penguin-Box, einem Gerät, das aussieht wie eine Art Schwitzbad mit Leuchtgirlanden, macht er sich Alfred erstens gefügig und zweitens vergesslich. Nur ein nervöses Zucken bleibt bei dem treuen Butler zurück. So wird er wieder in die Freiheit entlassen.

Die Polizei hat natürlich keine Ahnung davon, wo der Pinguin stecken könnte. Batman und Robin kommen dahinter, weil sie als einzige auf die Idee kommen, den Zettel vom Boden des Fischgeschäfts aufzugeben. „Knott A. Fish“ nennt sich der Inhaber des Ladens, „not a fish“ – das kann nur Pinguin bedeuten, sagt Robin. Und später erweist sich der Hinweis als nützlich, weil der Schurke so dumm war, den bescheuerten Namen auch auf ein Schild am Hafen zu schreiben.

Batman und Robin – verloren im Schirmwald.

Doch als das Dynamische Duo eintrifft, findet es sich in einem Wald aus aufgespannten Regenschirmen wieder und landet nach der Prügelei an zwei übergroßen Angelhaken. Die Todesfalle: eine Vakuumkammer, aus der Pinguins Schergen mit einem Blasebalg Luft rauslassen. Um deutlich zu machen, wie brenzlig die Lage ist, werden Luftballons zum Platzen gebracht. Nur die Körper der Helden bleiben seltsamerweise intakt. Als die Luft aus dem Raum raus ist, dürften Batman und Robin erledigt sein, aber dann sind sie plötzlich frei. Warum? Zum Glück hat Batman etwas Sauerstoff im Bat-Gürtel dabei gehabt.

Tödliches Vakuum: Batman und Robin in der Todesfalle.

Natürlich ist Batman auch schlau genug, das falsche Spiel des Pinguins zu durchschauen: Er lässt ihm von Alfred eine Adresse geben, bei der auch er zugegen ist. (Allerdings trinkt er nur Milch. Ob er als Bruce Wayne zur Tarnung bloß Ginger Ale trinkt?) Das Dinner erweist sich als frivoles Spektakel: Als Höhepunkt springt eine schöne Frau aus einer Riesentorte, während die Millionäre sie mit Banknoten bewerfen. Diesmal aber steckt die Komplizin des Pinguins drin – ihr größter Wunsch ist es ohnehin, eine Misswahl zu gewinnen, jetzt ist ihr großer Auftritt. Auf ihrer Schärpe steht der Verwendungszweck der Spenden: Miss Natural Ressources. Dass sie zuvor einen Pelzmantel getragen hat, dürfte ein Scherz sein, dessen Ironie sich erst heutzutage erschließt.

Alles nur für den guten Zweck: Miss Natural Ressources im Geldregen.

Doch dann versprüht die Dame wieder Betäubungsgas und die Helden schlafen ein. Aber das scheint nur so. Denn kurz darauf springen sie aus dem Safe des Pinguins und bringen die Bande zur Strecke. Sie haben zuvor ein Gegengift genommen. Sie hätten das alles auch viel einfacher haben können. Auch der Pinguin hätte bloß Bruce Wayne zum Dinner folgen müssen, um die Kohle abzusahnen. Doch all das hätte nicht zwei Episoden mit herrlich schönem Quatsch gefüllt.

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Robin allein gegen den Joker

DC Comics

Titel: Robin Vol. 2: Triumphant

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Tom Lyle, Bob Smith

Erschienen: 1991-1993 (Batman #465, 467-469, Robin II: The Joker is Wild #1-4, Robin III: Cry of the Huntress #1-6), Paperback 2016


Tim Drakes Bewährungsprobe geht weiter. Diesmal darf er Batman dabei helfen, einen Bandenkrieg aufzuhalten. Oder vielmehr: Er darf nicht. Denn nachdem ein Junge, der als Robin kostümiert wurde, tot aufgefunden wird, will Batman Tim raushalten, um ihn nicht zu gefährden. Dass er ihn auch dann jedes Mal gefährdet, wenn er mit ihm Verbrecher zusammenschlägt, scheint ihn sonst wenig zu kümmern. Egal. Hinter der Rachedrohung steckt der Schurke King Snake (Sir Edmund Dorrance), der in der ersten Robin-Miniserie (siehe Robin Vol. 1) in Hong Kong die Pest ausbrechen lassen wollte, aber von Robin und Shiva aufgehalten wurde. Eigentlich ist der Mann mit dem Schlanentattoo gestorben, hat sich aber von dieser kleinen Misslichkeit schnell wieder erholt. Jetzt führt er in Gotham die Ghost Dragons an.

Es wird mit großen Waffen geschossen. Am Ende ist auch Batman im Kreuzfeuer. Robin rettet ihn, weil er sich – ganz in der Tradition – dem Hausarrest wiedersetzt. Trotzdem gibt es Schelte. Batmans Leben retten hin oder her: Befehl ist Befehl.

Tim Drake trifft den Joker

Im zweiten Teil des Bandes, der zweiten Robin-Miniserie, tritt Tim gegen den Joker an – und zwar allein, weil Batman sich irgendwo auf der Südhalbkugel herumtreibt. Na ja, nicht ganz allein: Zum Glück hat er noch Alfred und Gordon. Der Joker büchst mal wieder aus Arkham aus, als er Besuch von seiner „Mutter“ bekommt und keiner der schwerbewaffneten Polizisten und Sicherheitsleute auf die Idee kommt, die Frau gründlich zu überprüfen oder wenigstens nachzuschauen, ob es sich um eine Frau handelt.

Dann entführt der Joker einen Computer-Spezialisten und lässt ihn mit einem Virus Chaos in Gotham verbreiten: Strom fällt aus, Beamte bekommen keinen Lohn. Seine Forderung: eine Milliarde Dollar, überbracht von Batman persönlich. Aber der ist bekanntlich nicht verfügbar, also muss sich Robin etwas einfallen lassen.

Eine vierteilige Joker-Story hört sich schon dem Namen nach wie das Herzstück dieses Bandes an, aber warum eigentlich? Doch nur wegen des Promi-Faktors. Der Joker ist hier der typische Chaosstifter, der schlechte Witze reißt. Sein Erstaunen darüber, dass Robin immer noch oder wieder lebt, nachdem er ihn umgebracht hat (Death in the Family), bleibt leider folgenlos. Und dann gibt es noch die üblichen Löcher im Plot, wenn der Joker etwa mit einem Schneepflug abhaut und Robin nicht einmal daran denkt, ihn zu verfolgen oder wenigstens von der Polizei verfolgen zu lassen – man müsste doch nur der Schneespur folgen.

Robin trifft Huntress

In der längsten Geschichte des Bandes, Robin III: Cry of the Huntress, trifft Robin auf – ihr ahnt es – Huntress. Gemeinsam kämpften sie gegen KGBeast und (schon wieder) King Snake. KGBeast arbeitet für eine Art russische Mafia, die Falschgeld drucken will – „Eurodollar“, was aber anscheinend nicht echte Eurodollars meint, sondern eher etwas wie den Euro – die Währung der Zukunft, angeblich die stabilste der Welt.

Das muss uns auch gar nicht sehr kümmern, denn das Wichtigste ist der emotionale Kern: Tim Drake wird auf das alles aufmerksam, als eine hübsche junge Frau in die Fänge der Bande gerät, ihr Vater getötet wird und dann auch (augenscheinlich) sie. Robin ist also dank der Liebe hochmotiviert, den Fall zu lösen. Ohne Batman. Dafür mit Huntress. Was Batman gar nicht gut fände, aber zum Glück hält Alfred dicht.

Und dann hat Robin noch Ärger in der Schule. Nicht nur, dass die ganzen Nachtschichten aufs Gemüt drücken, auch die Verletzungen geben Anlass zur Sorge. Eine Vertrauenslehrerin verdächtigt Bruce Wayne, Tim zu misshandeln. Vater Drake, der sich in seiner Rolle zurückgesetzt fühlt, will Tim wieder zurück auf ein Internat schicken – in Metropolis.

Huntress hat dagegen mit Sexismus zu kämpfen. Jedenfalls macht sie ständig feministische Bemerkungen, was unfreiwillig komisch wirkt, weil sie selbst in einem tief ausgeschnittenen Badeanzug herumläuft. Der praktische Nutzen der nackten Haut bleibt fraglich – besonders in der Kälte, die hier offenbar herrscht. Erst recht fragt man sich, wie sie es hinbekommt, dass ihr Umhang so weit von ihrem Schultern absteht – und wozu.

Und so bleibt auch der zweite Robin-Band zu Tim Drake ein solides Stück 90er-Jahre Nostalgie auf einem mittelmäßigem Niveau von leichter Unterhaltung.

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