Batman 1966

Batman-TV-Serie von 1966 bis 1968 mit Adam West und Burt Ward. 1966 erschien ein Kinofilm. Ab 2013 wurde das Konzept als Comic-Serie fortgesetzt, 2016 und 2017 folgten zwei Animationsfilme.

Gehirnwäsche statt Kaviar

Batman 1966

Gehirnwäsche: Der Pinguin steckt Alfred in seine „Penguin Box“.

Titel: Fine Finny Fiends/Batman Makes the Scenes (dt. Der Pinguin schlägt zu)

Drehbuch: Sheldon Stark

Erschienen: 1966 (Batman S01E33-34)


Es steht mal wieder das Wohltätigkeitsdinner der Millionäre von Gotham an. Alfred geht schon mal einkaufen. Auf der Liste steht Kaviar – und das nicht zu knapp, ein Pfund pro Kopf muss schon drin sein. Auch wohltätige Millionäre wollen sich schließlich nicht lumpen lassen. Da ist es gut, dass ein neuer Fischladen aufgemacht hat und den edlen Störrogen wohlfeil anbietet. Doch kaum hat der Feinschmecker das Zeug gekostet, steckt er unter einem Regenschirm und wird mit Gas ausgeknockt.

Chief O’Hara schaltet scharf: Dahinter kann wohl nur der Pinguin stecken! Und er hat natürlich Recht, auch wenn er die Drecksarbeit – wie immer – lieber Batman überlässt. Der Schurke will von Alfred herausfinden, wo das Wohltätigkeitsdinner stattfinden wird, denn es wird jedes Jahr an einem anderen geheimen Ort abgehalten. Alfred weiß es aber noch gar nicht, weil es noch nicht entschieden wurde, und selbst wenn er es wüsste, würde er es nicht preisgeben.

Pinguin schreibt sogar mit Schirmen.

Für diese Probleme hat der Pinguin eine Lösung: Gehirnwäsche. Mittels Penguin-Box, einem Gerät, das aussieht wie eine Art Schwitzbad mit Leuchtgirlanden, macht er sich Alfred erstens gefügig und zweitens vergesslich. Nur ein nervöses Zucken bleibt bei dem treuen Butler zurück. So wird er wieder in die Freiheit entlassen.

Die Polizei hat natürlich keine Ahnung davon, wo der Pinguin stecken könnte. Batman und Robin kommen dahinter, weil sie als einzige auf die Idee kommen, den Zettel vom Boden des Fischgeschäfts aufzugeben. „Knott A. Fish“ nennt sich der Inhaber des Ladens, „not a fish“ – das kann nur Pinguin bedeuten, sagt Robin. Und später erweist sich der Hinweis als nützlich, weil der Schurke so dumm war, den bescheuerten Namen auch auf ein Schild am Hafen zu schreiben.

Batman und Robin – verloren im Schirmwald.

Doch als das Dynamische Duo eintrifft, findet es sich in einem Wald aus aufgespannten Regenschirmen wieder und landet nach der Prügelei an zwei übergroßen Angelhaken. Die Todesfalle: eine Vakuumkammer, aus der Pinguins Schergen mit einem Blasebalg Luft rauslassen. Um deutlich zu machen, wie brenzlig die Lage ist, werden Luftballons zum Platzen gebracht. Nur die Körper der Helden bleiben seltsamerweise intakt. Als die Luft aus dem Raum raus ist, dürften Batman und Robin erledigt sein, aber dann sind sie plötzlich frei. Warum? Zum Glück hat Batman etwas Sauerstoff im Bat-Gürtel dabei gehabt.

Tödliches Vakuum: Batman und Robin in der Todesfalle.

Natürlich ist Batman auch schlau genug, das falsche Spiel des Pinguins zu durchschauen: Er lässt ihm von Alfred eine Adresse geben, bei der auch er zugegen ist. (Allerdings trinkt er nur Milch. Ob er als Bruce Wayne zur Tarnung bloß Ginger Ale trinkt?) Das Dinner erweist sich als frivoles Spektakel: Als Höhepunkt springt eine schöne Frau aus einer Riesentorte, während die Millionäre sie mit Banknoten bewerfen. Diesmal aber steckt die Komplizin des Pinguins drin – ihr größter Wunsch ist es ohnehin, eine Misswahl zu gewinnen, jetzt ist ihr großer Auftritt. Auf ihrer Schärpe steht der Verwendungszweck der Spenden: Miss Natural Ressources. Dass sie zuvor einen Pelzmantel getragen hat, dürfte ein Scherz sein, dessen Ironie sich erst heutzutage erschließt.

Alles nur für den guten Zweck: Miss Natural Ressources im Geldregen.

Doch dann versprüht die Dame wieder Betäubungsgas und die Helden schlafen ein. Aber das scheint nur so. Denn kurz darauf springen sie aus dem Safe des Pinguins und bringen die Bande zur Strecke. Sie haben zuvor ein Gegengift genommen. Sie hätten das alles auch viel einfacher haben können. Auch der Pinguin hätte bloß Bruce Wayne zum Dinner folgen müssen, um die Kohle abzusahnen. Doch all das hätte nicht zwei Episoden mit herrlich schönem Quatsch gefüllt.

Mehr zum Thema

Batman mit acht Celli

Neil Heftis Main Theme der Batman-Serie mit Adam West ist so genial eingängig, dass sie schon in den 60ern oft gecovert wurde: von The Who, The Standells, Jan & Dean, The Ventures, The Markettes und Los Monjes. Aber hier kommt eine ganz andere Instrumentalversion: Samara Ginsberg spielt die Batman-Theme mit acht Celli.

Wie schon die Beatles übrigens bei Eleanor Rigby, nur dass die Beatles damals nicht an den Instrumenten saßen: Frau Ginsberg kriegt das Oktett hingegen ganz allein hin – und das nur mit zwei Händen. Und sie schafft es, zwischendrin noch, etwas zu lesen, zu trinken und mit dem Handy zu spielen. Beeindruckend.

Catwoman und Pussycat verführen Robin

Die Katzengang: Catwoman, Pussycat und Goons.

Titel: That Darn Catwoman/Scat! Darn Catwoman (dt. In den Fängen der Katze)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1967 (Batman S02E40-41)


„You know I’m violently opposed to police brutality.“ (Commissioner Gordon)

Wenn Batman einen Sidekick hat, warum nicht auch Catwoman? Aber was ist eigentlich die weibliche Form davon? Egal, jedenfalls hat Catwoman eine Auszubildende: Pussycat, gespielt von Lesley Gore. Ihr wisst schon, der Popstar der 60er, der „It’s My Party“ gesungen hat. Hier gibt sie ihren Hit „Californa Nights“ zum Besten, während Catwomans Handlanger andächtig lauschen und so gar nicht im Takt schunkeln. Keine besonders spannende Vorstellung, aber immerhin mal eine Pause zum Durchatmen.

Jedenfalls strebt Pussycat keine Karriere im Verbrechen an, sie wäre lieber Sängerin. Catwoman will davon nichts hören. Sie hat die junge Frau nur zu sich geholt, um an Robin ranzukommen. Nachdem der Wunderknabe eine Spießerrede vor Schülern gehalten hat, kratzt ihn Pussycat mit ihrer roten Kralle, die aus einem pinken Winterhandschuh herausragt, und verabreicht ihm ein Gift, das ihn alles Gute vergessen lässt: Robin wird zum Rüpel, der sich willig Catwomans Bande anschließt – und sich auch an Pussycat ranschmeißt.

Lesley Gore

„Nein heißt nein“ ist Rüpel Robin egal.

Pussycat ist zwar nicht abgeneigt, in der zweiten Folge singt sie sogar das Lied „Maybe Now“, während sie sein Bild anschmachtet, aber auch unter Verbrecher-Sidekicks gelten Sitte und Moral. Deshalb: Kein Kuss vor dem ersten gemeinsamen Ding. Robin aber will nicht begreifen, dass Nein gleich Nein bedeutet, und will ihr einen Kuss aufzwingen – da geht zum Glück die Polizei dazwischen und nimmt ihn fest.

Ganz anders Batman: Während er in der Todesfalle gefesselt liegt (einer übergroßen Mausefalle, Robin sägt am Seil) gibt ihm Catwoman die Wahl: Entweder er stirbt oder er schließt sich Catwoman an. Er entscheidet sich für letzteres, aber nur weil er nicht will, dass Robin schon in so jungem Alter ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Vorher schluckt er noch eine Bat-Pille, um gegen das Gift resistent zu sein – Catwoman, in dieser Folge nicht ganz so smart, – durchschaut das Manöver nicht.

Batman in der Klemme: Tod oder Verbrechen? Eine schwere Wahl.

Aber Catwoman hat es nicht nur auf einen Verbündeten auf Augenhöhe abgesehen. Sobald Batman scheinbar unter ihrem Einfluss steht, flirtet sie so heftig mit ihm, dass er sich schon sehr zusammenreißen muss, ihrem Reiz zu widerstehen. Spätestens hier müsste Catwoman merken, dass Batman immer noch der alte Spießer ist, aber wie gesagt: In dieser Folge ist die Katze einfach nicht in Form. Am Ende, als sie nicht mehr entkommen kann, bittet sie Batman, sie zu heiraten. Dann werde sie dem Verbrechen entsagen. Doch Batman kann sich nicht überwinden.

Eine Pussycat ist nicht genug: Robin schmeißt sich auch an Catwoman ran.

Es reicht ja schon, dass man sein ganzes Vermögen, seine ganze Freizeit und regelmäßig sein Leben riskiert, um Kriminelle zu bekämpfen. Eine Ehe mit Catwoman wäre wohl zu viel verlangt. Es gibt Opfer, die sind einfach zu groß.

Catwomans „Geheimversteck“ – eine Falle?

Und so bleibt der Schurkin nichts anderes übrig, als in den Tod zu stürzen. Batman macht sich gar nicht erst die Mühe, sie zu retten oder wenigstens nach ihrer Leiche zu suchen. Er zückt das Bat-Taschentuch und wischt sich die Bat-Tränen aus dem Bat-Gesicht.

Keine Sorge, Batman, es gilt das alte Grundgesetz: Ist keine Leiche zu sehen, gibt es auch keine Toten.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Seit 2014 bietet dieses Blog Orientierung rund um Batman. Mittlerweile sind über 1300 Beiträge und Seiten mit Übersichtslisten erschienen. Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, würde ich mich über einen kleinen Beitrag freuen, der mir hilft, die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Riddler als Regisseur

That’s why the Riddler is a Tramp …

Titel: Death in Slow Motion/The Riddler’s False Notion (dt. Das Stummfilmfestival)

Drehbuch: Richard Carr

Erschienen: 1966 (S01E31-32)


Bei einem Stummfilmfestival taucht der Riddler verkleidet als Charlie Chaplins Tramp auf und raubt die Einnahmen. Nur 200 Dollar – das ist aber nur der Anfang. Danach ist eine Bäckerei dran, dort werden Torten mit „sleeping cream“ geworfen. Und schließlich führt die Spur zu einer Bibliothek. Die ist leider wegen fehlender Mittel mittwochs geschlossen, aber zum Glück hat Batman den Batkey dabei, einen Generalschlüssel für jede Tür.

Passt überall: der Batkey.

Doch kaum betritt das Dynamische Duo die Bibliothek, fällt ein riesiges Buch über Stummfilme auf sie drauf – „Holy headache!“ – und offenbart ihnen zwei weitere Rätsel. Auf einer Party versetzt der Riddler eine Limonade mit einer Droge, die die Gäste aggressiv macht, eine Schlägerei bricht aus. Draußen wird Robin kein bisschen misstrauisch, als er eine seltsam gekleidete Schäferin trifft, die ihn daraufhin betäubt, um ihn zu entführen und entzwei zu sägen. Batman lässt sich dann merkürdigerweise sehr viel Zeit, um seinen Partner zu retten. Und tatsächlich wäre er zu spät gekommen, wenn der Riddler es sich nicht anders überlegt hätte, um den Wunderknaben anders zu erledigen.

Riddler als Stummfilm-Regisseur – samt Crew.

Doch was hat der Riddler vor? Er filmt das alles mit seiner Crew aus Handlangern und der obligatorischen Femme fatale. Dabei hat er offenbar eine Zauberkamera, die zwar immer nur aus einer Perspektive filmt, aber trotzdem alle möglichen Einstellungen einfängt. Am Ende entsteht der erste Batman-Stummfilm. Den will der Riddler für viel Geld einem Sammler verkaufen, doch das ist ihm noch zu wenig. Der Riddler wird zum räuberischen Cowboy …

Zu groß für jeden Couchtisch: Die Geschichte des Stummfilms.

In dieser Doppelfolge wird von Anfang an viel gelacht, obwohl eigentlich kaum etwas witzig ist. Frank Gorshins Auftritt als Tramp ist erschreckend einfallslos, sodass man sich fragt, ob die Umstehenden unter Joker-Gas stehen. Eine verschenkte Chance, denn das Thema Stummfilm hätte einiges an Potenzial gehabt. Hierfür wäre der Joker vielleicht auch die besser Wahl gewesen. Und tatsächlich: Ein Jahr zuvor erschien ein Comic, in dem der Joker sich wie Stummfilmstars verkleidete – angefangen mit dem Tramp (The Joker’s Comedy Capers, Detective Comics #341, 1965).

Ein kleines Highlight dieser Episode: Batman bringt neben Riddlers Handlangerin auch Commissioner Gordon in die Bathöhle, als Zeugen fürs Verhör, falls er sich nicht mehr beherrschen könnte, Gewalt anzuwenden. Gordon wird zur Anstandsdame und lässt sich bereitwillig von Batman ausknocken, bevor der ihn in die Höhle fährt. Dort probiert Batman eine Art chemischen Lügendetektor an der jungen Dame aus.

Zweites Highlight: Als der Riddler Robin von einem Hochhaus stürzt, wirft ihm Batman einen Batarang zu, den Robin mit den Zähnen auffängt. An diesem kann Batman ihm dann hochziehen. Also immer schön Zähne putzen, Kinder!

Und liebe Drehbuchautoren: Witzig ist es nicht, wenn die Figuren lachen, sondern wenn das Publikum lacht.

Mehr zum Thema:


Dein Beitrag zum Batman-Projekt

Dieses Blog in Zahlen: Seit 2014 online, über 1200 Beiträge, mehr als 50 Übersichtsseiten mit Listen, Tausende Stunden Arbeit und Kosten von 96 Euro jährlich - die Comics nicht mitgerechnet. Was ist dir das wert? Lass es mich wissen. Vielen Dank.

€1,00

Die Luftnummern des Puzzlers

Batman und Robin gefangen im Heißluftballon

Titel: The Puzzles Are Coming/The Duo is Slumming (Über den Wolken)

Drehbuch: Fred De Gorter

Erschienen: 1966 (Batman S02E31-32)


Gordon und O’Hara rätseln über ein Modellflugzeug

Ein kleines Modellflugzeug kommt in Commissioner Gordons Büro geflogen, darin ein Zettel mit einem Rätsel. Dahinter kann nur … der Puzzler stecken! Puzzler? Nie gehört. Das war mal ein Superman-Schurke, zuerst aufgetaucht in Action Comics #49, 1942. Aber was hat der mit Batman zu tun? Ganz einfach: Der Riddler war gerade nicht verfügbar, weil Frank Gorshin mehr Geld für seine Rolle wollte und solange die Verhandlungen liefen, machten die Autoren aus Riddler eben Puzzler. Leider.

Puzzler wünscht guten Flug.

Denn der Schurke ist so lahm wie die Handlung: Ein steifer älterer Herr mit Fliege, der mit Rätsel-Luftballons operiert, ein Flugzeug stehlen will und in jeder Szene Shakespeare zitiert – selbstverständlich inklusive Stellenangabe, so will es ein altes Filmgesetz (auch wenn die Bibel zitiert wird, kennen alle Kapitel und Verse auswendig). Seine Tricks sind lauter Luftnummern.

Gegen manche Gefahren gibt es kein Gegenmittel.

Batman und Robin werden durch einen Haufen Luftballons aufgehalten und sie lösen Rätsel, die keine sind, mit Lösungen, auf die niemand kommt. Es ist so weit hergeholt, dass man sich als Zuschauer veralbert fühlt. Es fehlen leider die zündenden Gags und absurden Einfälle. Man merkt: In der Serie läuft sich die Routine bereits tot.

Die Höhepunkte sind spärlich:

Highlight 1: Die Todesfalle. Batman und Robin werden vom Puzzler in einen Heißluftballon gesteckt. Wenn er bei 6000 Fuß Höhe angekommen ist, fallen sie herunter. Doch zum Glück hat einer von Puzzlers Handlangern seinen Kaugummi in den Korb geworfen. So kann Robin damit das Barometer verkleben. Und weil er zufällig noch Vogelgesang imitieren kann, lockt er einen Vogel herbei, der ein Loch in die Ballonhülle pickt und sie langsam sinken lässt. Und was machen Batman und Robin, als sie unten ankommen? Sie befreien sich gegenseitig von den Fesseln. Hätten sie das nicht sofort machen können?

Robin leidet unter einem schweren Gegner

Highlight 2: Ausnahmsweise sind die Actionszenen mal lustig choreografiert. Batman und Robin schlagen simultan zu und bilden dabei symmetrische Figuren. Leider muss der arme Robin ertragen, wie sich ein dicker Typ auf ihn draufsetzt, später wird er in eine Turbine gesteckt. Warum? Eines der vielen unlösbaren Rätsel dieser Folge …

Bat-Stethoskop: Wo hat Batman seine Ohren?

Highlight 3: Batman horcht einen Käfig mit dem Bat-Stethoskop ab und man fragt sich, wo Batman seine Ohren hat.

Bat-Family mit Luftballons

Highlight 4: Am Ende pustet die ganze Batman-Familie Luftballons auf.

Batman, Robin & Santa Claus

Lowlight: Beim Fassadenklettern begegnen Batman und Robin Santa Claus. Er und Batman wünschen allen frohe Weihnachten. Doch sonst kommt während der Folge keine Stimmung auf, weil auch niemand ein Wort über das anstehende Fest verliert. In diesem Gotham herrscht ewiger Sommer.

Vom Ikonoklasten zum Künstler

Death of a Mauve Bat

Jokers Meisterwerk: „Death of a Mauve Bat“.

Titel: Pop Goes the Joker/Flop Goes the Joker (Meister Joker)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S02E57-58)


Nein, Jack Nicholsons Joker war nicht der erste, der sich als Künstler betätigt hat, indem er andere Kunstwerke zerstörte. Lange vor ihm hat es Cesar Romero vorgemacht. Bereits in seiner ersten Episode hat er eine Büste und sogar eine Statue von sich angefertigt (The Joker is Wild). Jetzt aber betätigt er sich zunächst als Kunstkritiker. Oder vielmehr als Kritikaster. Empört stürmt er eine Ausstellung und zieht erst mit wüsten Beschimpfungen über die Werke her, dann mit zwei Farbpistolen.

Ikonoklasmus bei Batman

Clown-Ikonoklasmus: Joker beschmiert Kunstwerke.

Weil gerade zufällig Alfred in der Nähe ist, treffen bald darauf auch Batman und Robin ein. Doch zu ihrer Überraschung müssen sie feststellen, dass der Ikonoklasmus des Jokers das Wohlwollen eines Künstlers findet: Er sieht erst jetzt seine Werke zur wahren Kunst aufgewertet. Wider Willen hat der Joker einen großen Wurf gelandet – also schlägt er eine neue Karriere ein. Batman bekommt einen roten Fleck auf die Brust geschmiert, inklusive Signatur. Leider kann sich Alfred nicht um die Wäsche kümmern, weil er gerade die Batpoles neu streicht.

Signed, the Joker.

Bei einem Malwettbewerb treten die größten Künstler der Welt gegeneinander an, um innerhalb von drei Minuten ein Meisterwerk zu pinseln. Ihre Namen erinnern an Picasso, Pollock, Leonardo und Van Gogh, ihre Werke zaubern sie mit Füßen und Affen, die Farbbomben werfen. Nur der Joker malt gar nichts. Die leere Leinwand nennt er „Death of a Mauve Bat“. Das einzige weibliche Jurymitglied, Baby Jane, sieht darin ein Symbol für die Leere des modernen Lebens und ruft den Joker zum Sieger aus.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Der Joker gründet seine eigene Kunstschule, in der er Millionären Unterricht gibt. Baby Jane darf mitmachen, aber auch Bruce Wayne. Natürlich wird da nur herumgestümpert. Der Joker geht hart mit Bruces Werk ins Gericht und erteilt ihm Nachhilfe in Wichtigtuerei. Dann offenbart der Schurke sein wahres Gesicht. Obwohl er einen leichten und legalen Weg gefunden hat, wie man Bonzen um ihr Geld erleichtern kann, kidnappt er alle TeilnerInnen und verlangt Reinaissance-Kunst als Lösegeld. Steckt doch ein Liebhaber und Kenner hinter der Clowns-Maske?

Jokers Mobile des Todes.

Jokers Mobile des Todes.

Robin kommt Bruce zur Hilfe, wird aber gefangen genommen und auf ein tödliches Mobile geschnallt. Hier stellt sich die Frage: Hatte der Joker das Ding bereits vorbereitet, für den Fall, dass Robin kommt, oder hat er es erst danach schnell zusammengezimmert? Wie auch immer, es ist ein immenser Aufwand, dafür, dass er nicht einmal zusehen will, wie Robin zum Hamburger verarbeitet wird.

Joker mit Muse Baby Jane.

Künstler kommen bei Frauen stets gut an: Joker mit Muse Baby Jane.

Aber halten wir uns nicht mit Dingen auf, die wir einfach gestrickten Köpfe nicht verstehen. Der Joker kommt auch mit seiner Entführung davon, weil seine Muse, völlig verblendet vom Charisma ihres Lieblingskünstlers, keine Anklage erhebt. Trotzdem versucht er noch einmal den illegalen Weg, indem er die Kunstwerke aus dem Museum gegen seine eigenen Farbschmierereien eintauscht.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Doch da ist ihm Batman zuvorgekommen: Er hat Alfred schnell ein paar Bilder pinseln lassen und die gegen die echte Kunst ausgetauscht. Als der Joker in Wayne Manor einfällt, kann Alfred ihn mit Leichtigkeit beim Fechten besiegen und sogar davon abhalten, die Bathöhle zu finden. Am Ende landen die kindischen Werke des Butlers sogar in der Galerie. Da soll mal einer den Kunstbetrieb verstehen – der ist sogar noch verrückter als der Joker selbst.

Alfred schenkt Chief O'Hara ein Gemälde.

Alfred schenkt Chief O’Hara ein Gemälde.

Mehr zum Thema:

Honest Trailer zu Batman: The Movie (1966)

Kurz vor dem Kinostart des Joker-Films rekapitulieren die Screen Junkies noch einmal den ersten Leinwandauftritt des Schurken in Batman: The Movie von 1966, der bei uns unter dem klangvollen Titel Batman hält die Welt in Atem bekannt ist.

Es ist kein Geheimnis, dass Cesar Romero der erste Darsteller eines DC-Charakters war, der versuchte, einen Schnurrbart zu kaschieren. Auch Batmans Wampe ist deutlich zu erkennen. Aber der Honest Trailer offenbart diesen allseits gutbekannten und viel zitierten Film von einigen neuen Seiten, die ihn noch merkwürdiger erscheinen lassen, als er ohnehin schon ist.

Zum Beispiel wie aggressiv Bruce Wayne reagiert, als man scheinbar seine Freundin entführt. Geradezu blutrünstig droht er mit Mord. Und Robin äußert sich sehr bedenklich, als er den Tod dem Trinken vorzieht und und sich als Befürworter der Eugenik outet. Überhaupt kann Robin mit seinem ständigen „Holy …“ auf die Nerven gehen.

Oder könnte – wenn das alles denn ernst gemeint wäre. Aber an diesem Video zeigt sich, wie schwer es ist, sich über klamaukige Komödie lustig zu machen. Einem Witz kann man eben nur wenig hinzufügen.

Mehr zum Thema:

Vom Wachs zum Buch zum Schatz

Riddlers Wachsfigur spritzt Ketchup.

Riddlers Wachsfigur

Titel: The Ring of Wax/Give Em the Axe (dt. Der Ring aus Wachs)

Drehbuch: Jack Paritz & Bob Rodgers

Erschienen: 1966 (Batman S01E23-24)


Eigentlich soll im Wachsfigurenkabinett von Madame Soleil eine Batman-Statue präsentiert werden, stattdessen bekommen die Besucher einen Riddler, der rote Farbe spritzt und ein Rätsel hinterlässt. Die Statue hat der echte Riddler gestohlen, um mit dem Wachs einen Safe der Bibliothek zu knacken. Dort stiehlt er ein Buch über einen verlorenen Inka-Schatz – eigentlich ein Fall für den Bookworm, aber der ist noch nicht eingeführt.

Riddler zündet eine Kerze an

Riddler und seine Bande schrecken vor nichts zurück: Feuer in der Bibliothek!

Wieder stellt sich die Frage: Wofür der Aufwand? Ganz einfach: In einer Bibliothek muss man leise sein, daher würde eine normale Explosion auffallen. Dass deshalb Einbrecher meistens nachts operieren, darauf ist das kriminellen Mastermind nicht gekommen. Egal: Er holt sich das Buch und will dann an die Juwelen, die zufällig später auch in Gotham ausgestellt werden sollen.

Batman Riddler

Gesucht, gefunden: Das Buch mit dem Schatz der Inkas.

Die Todesfalle: Batman und Robin sollen in einen Tank aus heißem Wachs getaucht werden. Langsam, ganz langsam. So langsam, dass sie alle Zeit der Welt haben, sich dabei ausführlich zu unterhalten und sich eine Lösung zu überlegen. Batman kommt auf einen Trick, der noch mehr an den Haaren herbeigezogen ist als sonst: Mit seiner Gürtelschnalle reflektiert er Sonnenlicht, um damit ein Fass mit einer explosiven Chemikalie zu entzünden und dann … ja, was dann? Dann fliegt alles in die Luft, Batman und Robin liegen am Boden und der Riddler glaubt sie tot.

Batram am Batmobile

Batram am Batmobile

Sind sie aber nicht. Am Ende benutzt Batman einen ins Batmobil integrierten Rammbock, um Robin zu retten. Die Polizei erweist sich als unfähig, eine Adresse zu finden und trifft erneut erst am Tatort ein, als alles schon erledigt ist. Aber was soll man auch von einer Truppe erwarten, die sofort lieber erst Batman ruft, noch bevor sie es überhaupt versucht, zu ermitteln, zu fahnden oder sonstwas zu unternehmen, für das die guten Bürger von Gotham ihre Steuern zahlen? Schlimme Zustände in dieser Stadt …

Batman lässt das Cape flattern.

Batman lässt das Cape flattern.

>> Liste der Batman-Episoden
>> Liste der Riddler-Comics

Tödlicher Flieder

Milton Berle als Louie, the Lilac

Milton Berle als Louie, the Lilac

Titel: Louie the Lilac/Louie’s Lethal Lilac Time (dt. Louie Lilac schlägt zurück/Schon wieder Flieder)

Drehbuch: Dwight Taylor/Charles Hoffman

Erschienen: 1967/1968 (Batman S03E07/18)


Die Batman-TV-Serie der 60er hat zwar viele klassische Schurken erst klassisch gemacht, aber dafür auch einige Chancen verpasst. Einige Gegner wie Scarecrow kamen gar nicht vor, statt Two-Face gab es nur die Eintagsfliege False Face und statt Poison Ivy, die bereits 1966 eingeführt wurde, gab es nur Louie, the Lilac (Milton Berle).

Louie the Lilac

Louie verteilt Flieder unter Hippies.

Dieser Louie war ein Gangster mit einer Vorliebe für Blumen und andere Pflanzen, ganz besonders für Flieder. Er fährt sogar ein „Flower Mobile“. Bei seinem ersten Auftritt leert er die Blumenbestände von Gotham, womit er ein „Flower-Inn“ von Hippies sabotiert. Dann versucht er, mit einem hypnotisierenden Gas die Blumenkinder zu kontrollieren. Sein Ziel: die Weltherrschaft. Dazu entführt er die Anführerin der Hippies.

Hippies im Park

Hippie bei der Frauenbeschwörung

Barbara Gordon durchschaut die Masche als erste, aber ihr Vater nimmt sie leider nicht ernst. Als sie Batman und Robin kontaktiert, tappen sie wie immer in die offensichtliche Falle und landen zwischen den Ranken von fleischfressendem Flieder.

Jetzt ist wieder Batgirl gefragt. Aber als sie eintrifft, haben sich Batman und Robin schon selbst geholfen. Sie darf am Ende nur noch beim obligatorischen Prügeln mithelfen. Nachdem Louies Gang geschlagen ist, spritzt sie dem Anführer – völlig unnötig – ein Mehltau-Spray ins Gesicht, das ihm den Rest gibt.

Batgirl knockt Louie aus.

Batgirl knockt Louie aus.

Bei seinem zweiten Auftritt plant Louie the Lilac, in die Parfumbranche einzusteigen. Er stiehlt einen Batzen Walfett, den Dick Grayson mit seinen Freunden gefunden haben, entführt Dick und Bruce. Dann lässt er ein paar Bisons, Bieber und Bisamratten klauen und will Bruce dazu zwingen, den Tieren die Duftbeutel zu entfernen. (Die braucht Louie für sein Parfum, und Bruce ist offenbar ein passabler Hobby-Tier-Chirurg.) Bruce weigert sich, ruft per Signaluhr Alfred zur Hilfe, Alfred schickt Batgirl vorbei.

Gefangene im Parfum-Labor: Dick und Bruce.

Gefangene im Parfum-Labor: Dick und Bruce.

Schließlich willigt Bruce doch ein – aber das nur zum Schein, denn er hat einen Plan. Sein Trick: Er bittet für seine Tier-OP um zwei Gläser warmes Wasser. In die taucht er zwei Pillen und aus denen entfalten sich die Kostüme von Batman und Robin – genial!

Batman-Kostüm aus dem Glas.

Batman-Kostüm aus dem Glas.

Auch in dieser Folge versucht Batgirl, sich irgendwie nützlich zu machen, wird aber sofort ausgeknockt, sobald sie es versucht. Louie steckt sie in einen Tank, um mit kochendem Fett ihren Duft zu extrahieren, aber soweit kommt es nicht. Das Dynamische Duo schlägt wild um sich, Batgirl befreit sich auf wundersame Weise selbst (ohne dass man es sieht) und darf am Ende nur ein paar böse Buben treten. Immerhin: Sie versucht wenigstens, einen Zweck in dieser Serie zu erfüllen.

So endet Louies kurze Karriere, von der nicht viel in Erinnerung bleibt. Das Lustigste ist vielleicht noch die Tatsache, dass Batman und Robin ihr Batmobil mit dem Bild einer Blume bekleben. Batman als Ehrengast der Hippies? „Groovy.“

Mehr zum Thema:

Riddler boxt, Sirene singt

Siren & Riddler

Siren & Riddler

Der Riddler stiehlt Wetteinsätze fürs Boxen, er gibt sich selbst als Boxer aus Südwestasien aus und tritt schließlich im Ring gegen Batman an. Batman macht das Spiel mit, weil er sich nicht gern feige nennen lässt. So viel Stolz muss sein. Der Riddler kämpft natürlich nicht ohne faule Tricks. Er lässt aus dem Boxhandschuh Metallspäne fallen und fixiert Batman mit einem Riesenmagneten, der sich unter dem Ring befindet. Dann kann ihn der Riddler nach Lust und Laune bearbeiten. Den Schiedsrichter scheint das nicht zu stören. Und die Runde nimmt auch kein Ende …

Batman und Riddler im Ring

Batman und Riddler im Ring

Da Robin und Alfred bloß nutzlos herumstehen, muss erst Batgirl einschreiten, um Batman zu befreien. Doch leider kommt der Held nicht dazu, den Schurken im Ring auszuknocken – das bleibt der obligatorischen Schlägerei am Ende vorbehalten, bei der auch Batgirl mitmischen darf.

Robin & Alfred (undercover)

Robin & Alfred (undercover)

Batgirl macht sich aber schon von Anfang an nützlich. Sie bringt ein Beweismittel vom ersten Tatort zur Polizei, Batman untersucht es. Glücklicher Zufall, dass Batgirl gerade in der Nähe gewesen sei, sagt er. „Yes. Luck is an important weapon to a woman crimefighter, Batman“, sagt Batgirl – und man kann nicht genau sagen, ob Ironie darin liegt. Aber sie hat noch einen anderen Trick auf Lager: Batgirl verschwindet plötzlich und spurlos, ohne dass es Batman oder Gordon mitkriegen – und damit macht sie in der Serie vor, was für Batman erst ab den 70ern in den Comics zum Standard-Abgang wird.

Batman & Batgirl

Batman & Batgirl untersuchen Riddlers Kiste.

Riddler hat in der Episode bereits eine zweite Helferin: Siren, eine Frau, die in einem silbernen Kleid im altgriechischen Stil steckt und so hohe Töne singt, dass sie damit Männer manipulieren kann. Beim Riddler hat sie nicht viel zu tun und es stellt sich die Frage, welche Funktion sie eigentlich erfüllt. Aber in der nächsten Folge bringt sie Commissioner Gordon unter ihre Kontrolle und er arrangiert für sie ein Treffen mit Batman an einem neutralen Ort. Wie wär’s mit dem Apartment meiner Tochter? Super Idee!

Siren singt zum Harfenspiel.

Siren singt zum Harfenspiel.

Dick Grayson ist zwar skeptisch, aber Bruce hält sich nicht lange mit Nachdenken auf: Als rechtmäßiger Gesetzeshüter ist Gordon sein direkter Vorgesetzter und: „A good crimefigher always obeys orders.“ Aus heutiger Sicht wirkt so viel blinder Gehorsam gruselig für einen Vigilanten, der ursprünglich das Gesetz in die eigenen Hände nahm.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

Gordon trifft Alfred in der Bathöhle …

Aber es kommt noch dicker: Gordon schmuggelt sich in den Kofferraum des Batmobils, um die wahre Identität des Dunklen Ritters herauszufinden. Als er in der Bathöhle aussteigt, zählt er endlich eins und eins zusammen: „Batman is Bruce Wayne!“ Wie gut, dass Alfred zufällig beim Abstauben ist und ihn mit einer Dosis „Bat-Sleep“ betäuben kann.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

… Alfred bleibt Herr der Lage.

Währenddessen hypnotisiert Siren auch Bruce Wayne (ohne zu wissen, dass er Batman ist) und lässt sich sein ganzes Vermögen überschreiben. Als sie ihn vom Dach eines Hochhauses stürzen lassen will, können Robin und Batgirl rechtzeitig einschreiten. Und was ist mit Gordon, der Batmans Geheimnis gelüftet hat? Glücklicherweise hat er alles vergessen, sobald er aus dem Schlaf erwacht ist. Puh, das war knapp …

Mehr zum Thema: