Edmond Hamilton

Batman als Alien

Titel: The Alien Batman/The Eight Wonder of Space

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958/1961 (Detective Comics #251/Batman #140)


In Gotham wird eine nicht genehmigte Landung registriert. Commissioner Gordon und Vicki Vale fahren hin und was sie sehen, können sie nicht glauben: Zwei Aliens fliegen mit einem Ufo weg – und eines der Aliens trägt ein Batman-Kostüm! Jetzt könnte man sagen: Eines der Aliens ist ein Batman-Fan, fliegt zu einem Maskenball oder die ganze Sache ist ein Schwindel. Stattdessen schöpfen Gordon und Vale einen bösen Verdacht: Könnte Batman ein feindseliges Alien sein?

Gordon stellt das Dynamische Duo zur Rede. Batman streitet alles ab. Seine Maske ablegen kann er nicht, sonst würde er seine Identität preisgeben, aber eine Untersuchung beim Arzt ergibt, dass sein Blut tatsächlich nicht von dieser Welt stammt.

Daraufhin beginnen die Spekulationen. Seine einstigen Freunde sehen seine frühreren Heldentaten in einem anderen Licht: Wie konnte Batman einen Arbeiter vor Hochspannung retten? Hat er vielleicht übermenschliche Kräfte? Kann er Gedanken lesen? Hat er sogar telekinetische Kräfte? Ist er unverwundbar? Und waren seine hanebüchenen Erklärungen für all das vielleicht doch nur Lügen? Auch die Menschen von Gotham sind verunsichert. Die besorgten Bürger befürchten finstere Machenschaften.

Während Polizei, Presse und Pöbel mit wilden Spekulationen beschäftigt sind, versuchen Batman und Robin mit guter alter Detektivarbeit den Fall zu lösen. Und tatsächlich ist die ganze Sache nur ein Trick gewesen, um Batmans Ruf zu schaden. Batman revanchiert sich, indem er vor den Gaunern so tut, als wäre er tatsächlich ein Alien mit spitzen Ohren und Fühlern.

Batman als Fake-Alien

Die Episode hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Erstens weil sie zeigt, wie schnell das Vetrauen in Batman verloren gehen kann, zweitens, wie paranoid und fremdenfeindlich die Menschen sein können. Darin wirkt noch die McCarthy-Ära der 50er nach. Denn man kann sich fragen: Selbst wenn Batman ein Alien wäre – was wäre daran so schlimm? Superman ist auch eins, aber daran stört sich niemand. Wahrscheinlich, weil Superman wie ein Mensch aussieht …

Drei Jahre später werden Batman und Robin tatsächlich in Aliens verwandelt. Während sie mit ihrem Batplane durch die Gegend düsen, bringt sie ein außerirdischer Energiestrahl auf einen anderen Planeten, wo sie sich (wegen der Atmosphäre) in grüne Männchen mit langen grünen Gesichtern und Fühlern verwandeln.

Gordon glaubt den beiden mal wieder nicht: „You’re lying!“ Er und Batwoman halten die Aliens für Betrüger. Batman kann die beiden überzeugen, indem er etwas über sie sagt, was nur er wissen kann. Aber ihre Verwandlung hat auch etwas Gutes: Als Aliens können Batman und Robin mit ihren telekinetischen Kräften die Yellow Sweater Gang aufhalten.

Batman als Alien

Nur was machen sie als Bruce Wayne und Dick Grayson? Bruce ist mit Kathy verabredet … Da hat Bruce eine Idee: Sie gehen zu einem Maskenball und er tut so, als würde er sich als Alien-Batman verkleiden. Doch Kathy findet das gar nicht witzig und knallt ihm die Tür vor der Nase zu. (Natürlich kommt sie nicht auf den naheliegenden Schluss.) Bruce‘ Plan geht auf.

Auch als Alien-Crimefighters haben die beiden weniger Glück: Da sie ihre Kräfte noch nicht im Griff haben, lassen sie die Gangster entwischen, als sie sie aufspüren, lassen sie sich gefangennehmen. Und als dann auch noch ihr Alien-Erscheinung von selbst schwindet, drohen sie aufzufliegen. Aber natürlich geht in letzter Minute alles wieder gut.

Aber das ist noch längst nicht die letzte verrückte Verwandlung, die Batman in den 60ern erleben darf. Es kommt noch viel dicker …

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Halb Superman, halb Batman, ganzer Schurke

Titel: The Composite Superman/The Return of the Composite Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Cary Bates/Curt Swan

Erschienen: 1964/1967 (World’s Finest (#142/168)


Joe Meach will der Welt beweisen, was für ein toller Typ er ist und springt von einem Hochhaus in einen Wassertank. Zum Glück ist Superman in der Nähe, der sieht, dass der Tank ein Leck hat, und Meach das Leben rettet. Er gibt ihm einen Job als Hausmeister im Superman-Museum. Durch einen Blitzeinschlag in eine Statuen-Sammlung der Legion of Superheroes bekommt Meach ihre Kräfte verliehen.

Als Composite-Superman, ein Held mit zwei halben Kostümen, erpresst er Superman und Batman: Entweder darf er bei ihnen mitmachen oder er verpetzt ihre wahre Identitäten. Sie nehmen ihn auf lassensich von ihm demütigen. Denn der Composite-Superman ist ihnen immer einen Schritt voraus. Schließlich zwingt er sie zum Aufhören. Wenn sie noch einmal ihre Kostüme anziehen, lässt er sie auffliegen.

In der Zwischenzeit hat sich der Schurke einen Palast gebaut und plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Superman und Batman lassen es darauf ankommen. Der Composite-Superman schnappt sie sich, fesselt Superman mit einem Kryptonitring und will sie bloßstellen, aber da schwinden seine Kräfte … Und sein Kostüm. Und sein Gedächtnis. Er wird wieder Hausmeister. Und die Helden finden ihn auch nicht wieder.

Ein paar Jahre später kehrt Joe Meach zurück. Ein Alien, das sich für seinen toten Vater an Batman und Superman rächen will, macht den Hausmeister wieder zum Composite-Superman. Kurz darauf erinnert er sich wieder an alles und stürzt sich auf seine Vorbilder und Feinde. Diesmal ist auch Robin dabei. Der Schurke verdreifacht sich und überwältigt sie in der Batcave. Superman muss Batman retten, im Boden zu versinken.

Später, während Superman herausfindet, dass Meach seine Kräfte von den Legion-Statuen hat, muss Batman feststellen, dass ein falscher Robin in seinem Batmobil sitzt – der echte würde sich nämlich immer anschnallen. Batman und Robin werden vom Composite Superman gefangen genommen, dann bekommt Superman dessen Kräfte zu spüren: Der Schurke bläst sich zum Ballon auf, zum Riesen, wird Elastic Lad. Und gerade als er die beiden Helden gefangen genommen und sie zur Hälfte in Antimaterie verwandelt hat, verliert er seine Kräfte.

Der wahre Übeltäter taucht mit seinem Ufo auf und will die Sache selbst mit einem Todesstrahl beenden, da wird Joe Meach wieder gut, rettet beiden das Leben und stirbt den Heldentod. Dafür widmen ihm Batman und Superman sogar ein Denkmal.

Das Cover, auf dem Batman, Superman und Robin Bruce Wayne, Clark Kent und Dick Grayson verhauen, hat allerdings nichts mit der Geschichte zu tun.

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Batman in Ritterrüstung

DC Comics

Titel: The Armored Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #111)


Batman galt bereits seit 1940 als „Dark Knight“, später sogar als „Caped Crusader“, 1946 erlebte er ein Abenteuer am Hofe von King Arthur (Batman #36) und wurde zu Sir Hardi Le Noir, dem „Bold Black Knight“ geschlagen, allerdings noch ohne eine Rüstung zu tragen. 1950 tauchte dann „Knight“, ein gepanzerter Batman of England, auf. Aber erst 1957 stiegen Batman und Robin in Ritterrüstungen. Die Geschichte macht den Umstand nicht weniger kurioser.

Als in der Gotham City Hall of Fame eine Batman-Büste vorgestellt werden soll, droht ein Gauner namens Blair Graeme vor der Presse, es auf Batman abgesehen haben. Nachdem Batman davon erfährt, steigt er mit Robin in Ritterrüstungen. Reporterin Vicky Vale macht sich Sorgen, die Lage muss ernst sein, also versucht sie, Graeme zu finden, bevor er Batman erwischt.

So eine Rüstung hat natürlich ihre Vorteile. Wenn Löwen aus dem Zoo ausbrechen, können sie Batman nichts anhaben. Aber es gibt auch Nachteile. Weil der Panzer so schwer ist, muss Batman einen Bauarbeiter retten, indem er sich an einer Kette zu ihm schwingt – ein normales Seil reicht nicht mehr aus. Und als ihr Boot von den Bösen versenkt wird, sinken sie auf den Grund des Flusses.

Batman und Robin haben aber andere Sorgen als ein Attentat: Gangster haben einen atomaren Treibstoff gestohlen. Als sie im Geheimversteck eintreffen, schlüpfen sie aus ihren Ritterrüstungen und es zeigt sich, dass sie darunter Strahlenschutzanzüge tragen. Darin können sie unbeschadet gegen die Gauner vorgehen. Der ganze Aufwand mit den Rüstungen diente nur der Ablenkung. Graeme gibt es nicht – das war nur Batman.

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Batman und Superman: Wie alles begann

Titel: The Origin of the Superman-Batman-Team

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1958 (World’s Finest #94)


Wie Batman und Superman das erste Mal aufeinandertrafen, ist eigentlich seit 1952 (Superman #76) bekannt: Sie begegneten sich auf einer Kreuzfahrt. Das war lustig. Doch sechs Jahre später will Batman uns weismachen, dass alles ganz anders war, bzw. dass es ein Treffen vor dem ersten Treffen gegeben hat.

Anlass für die Rückblende ist, dass Luthors wieder mal aus dem Gefägngnis ausbricht und damit prahlt, sich eines Tages an Superman und Metropolis zu rächen. Kaum hören Bruce und Dick die Nachricht, ziehen sie sich um und eilen nach Metropolis, weil sie glauben, sie könnten Superman helfen, falls Luthor Kryptonit benutzt. Schon das ist seltsam, denn dann müssten sie jedes Mal nach Metropolis fahren, aber sei’s drum.

Doch Superman lehnt ihre Hilfe ab. Bei ihrem Treffen hat er einen neuen Helfer dabei: Powerman, einen maskierten Helden, der nicht fliegen kann. Trotzdem folgt ihnen das Dynamische Duo und Batman erinnert sich an ihr erstes Treffen: Als die beiden einst beinen Schmuggler-Ring ausgehoben haben, hörten sie die Ganoven von Kryptonit sprechen. Daraufhin flogen sie nach Metropolis, um Superman zu warnen. Und das war auch gut so: Denn als Superman von Gangstern mit flüssigem Kryptonit bespritzt wurde und vom Himmel fiel, konnten sie ihm mit dem Bat-Plane das Leben retten.

Als sie es dann mit den Gangstern aufnahmen, verkleidete sich Batman als Superman, weil er immun gegen Kryptonit war. Dabei riskierte er aber trotzdem sein Leben, denn die Schurken wollten es daraufhin mit Blei versuchen, aber da war Superman schon zur Stelle. Der Beginn einer langen Freundschaft. Der Rollentausch erinnert an ihren zweiten gemeinsamen Auftritt in World’s Finest Comics #71 (1954) – seitdem eine Tradition.

Und ähnlich läuft es auch in der Gegenwart: Batman findet heraus, wie er Luthors Todesstrahlen von sich fernhalten kann, dann nimmt er ihm sein Kryptonit weg und rettet Superman das Leben. Und wer ist dieser Powerman? Es ist ein Roboter, den Superman gegen das Kryptonit einsetzen wollte, um nicht das Dynamische Duo zu gefährden. Na dann ist ja alles wieder gut …

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Regenbogen schützt vor Outing

DC Comics

Titel: The Rainbow Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #241), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„They’ll find no pot of gold at the end of this rainbow … only prison!“ (Batman)

Batman war im Silver Age keine düstere Figur, keine Gestalt der Nacht. Im Silver Age ging es eskapistisch und bunt zu. Diese Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür: Batman wird zu einem Paradiesvogel. Manche mögen ihn sogar als Schwulen-Ikone deuten.

Als Dick Grayson ein Mädchen vor einem Fluchtwagen rettet, verletzt er sich den Arm. Im Wagen saßen Diebe, die eine wertvolle Fernsehkamera gestohlen haben. Batman stürzt sich in den Fall – mit vollem Einsatz. Weil er nicht weiß, wo sie als nächstes zuschlagen werden, besucht er mit Robin Veranstaltungen, die im Fernsehen übertragen werden. Doch Batman trägt einmal ein rotes Kostüm, dann ein blaues, ein gelbes, ein grünes, dann sogar ein weißes mit einer Zielscheibe auf der Brust und am Ende läuft er rum wie ein Regenbogen.

Was soll das Theater? Ihm sei sein altes Kostüm langweilig geworden, sagt er. Naja, seien wir ehrlich: Da er meist nur bei Tag herumläuft, ist die Farbe seines Fledermauskostüms auch egal. Batman trägt längst kein Schwarz mehr, sondern ein freundliches Blau. Aber der wahre Grund ist dieser: Batman wollte bloß die Aufmerksamkeit auf sich lenken, damit niemand bemerkt, dass Robin einen verletzten Arm hat und damit als Dick Grayson auffliegt. (Robin zu Hause zu lassen war keine Option, weil er ihn als Zeugen brauchte.) Fredric Wertham, der Batman und Robin als Schwulen-WG deutete, würde vielleicht sagen: Der Regenbogen-Batman will nicht, dass sich sein Gefährte in der Öffentlichkeit outet. Aber das ist vielleicht etwas überinterpretiert …

Die Geschichte wurde adaptiert in Batman: The Brave and The Bold (S02E19 „Emperor Joker“, 2010). Da kämpfen Batman und Robin gegen Firefly, der verschiedenfarbige Strahlen abfeuert – Batmans Kostüm soll ihn davor schützen. Außerdem kommt darin die Rainbow Creature aus Batman #134 (1960) vor, die die Helden in zweidimensionale Wesen verwandelt.

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Batmen aller Länder, vereinigt euch!

Titel: The Batman of England/The Batmen of All Nations/The Club of Heroes

Autor/Zeichner: Bill Finger, Edmond Hamilton/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950, 1955, 1957 (Batman #62, Detective Comics #215, World’s Finest #89)


Batman macht Schule. Bereits 1950 lernen die Leser, dass es auch in England einen Batman gibt – oder zumindest zwei andere kostümierte Helden, der sich Batman und Robin zum Vorbild genommen haben. The Knight & the Squire kleiden sich wie Ritter aus dem Mittelalter: In Rüstung und mit Umhängen, fahren sie auf Motorrädern, die aussehen wie Pferde, und dabei tragen sie Lanzen. Offenbar entsprach das dem Bild von Europa, das man damals in den USA hatte …

Dahinter stecken Lord Wordenshire und sein Sohn Cyril, die zusammen in einer alten Burg in der Nähe eines Dorfes wohnen. In London hätten die beiden zwar mehr zu tun, aber aufregend genug wird es trotzdem noch.  Zwei Pub-Räuber überwältigen sie, indem sie den Tank im Fluchtauto durchstechen.

Als dann Batman und Robin einer Gang folgen, die einen alten Nazi-Schatz in England ausbuddeln will, treffen sie zufällig auf Knight & Squire, aber die beiden stellen sich mit ihren Lanzen so unbeholfen an, dass sie die Gauner entkommen lassen. Die beiden müssen noch viel lernen, sagt Batman, also teilt man sich zur Nachhilfestunde in Zweiergruppen auf: Batman und Squire ziehen nach Stonehenge, Robin und Knight folgen der Spur in ein historisches Museum. Aber auch später verpatzen die beiden Stümper ihre Einsätze. Zwar machen die Engländer beim Finale auf der Burg alles wieder gut, aber dann muss ihnen das Dynamische Duo mit einer Maskerade dabei helfen, ihre Geheimidentitäten nicht preiszugeben.

Am Ende versichert der Earl, es gebe nur einen wahren Batman und Robin. Fünf Jahre später tauchen vier andere Nachahmer auf: der Musketeer aus Frankreich, der Legionary aus Italien, der Gaucho in Argentinien und der Ranger aus Australien. Batman lädt sie alle nach Gotham ein, um ihnen Nachhilfe zu geben. Dabei sehen wir auch Knight & Squire wieder, die sich mittlerweile praktischere Kostüme zugelegt haben, verschwunden sind die klobigen Rüstungen, die Gesichter liegen frei, leider aber hantieren sie immer noch mit Lanzen und fahren auf motorisierten Pferden, während Gaucho und Ranger tatsächlich reiten.

Wie dem auch sei: Während alle neue Tricks vom Original lernen, nutzt die Bande um den Gangster Cardine die Chance, um Verbrechen zu begehen. Diesmal ist es Batman, der sich nicht sehr geschickt anstellt. Während des Einsatzes stirbt er sogar bei einer Explosion. Als aber die restlichen „Batmen“ Cardine hinterherjagen, erweist sich der Legionary als Schurke – und Batman springt im rechten Augenblick quicklebendig hervor, um den Fall aufzuklären. Und wieder herrscht die Einsicht: Es gibt nur einen echten Batman.

In World’s Finest treffen die Batmen aller Länder wieder auf ihr Vorbild – und auf Superman. John Mayhew lässt sie alle nach Metropolis rufen. Der reiche Philanthrop hat den Helden zu Ehren für viel Geld einen Club of Heroes errichtet, samt aufwendiger Innendekoration. Jetzt muss nur noch ein Vorsitzender gewählt werden – der, der die größte Heldentat vollbringt. Aber keiner hat so richtig Lust auf den Job: Superman schlägt Batman vor, Batman schlägt Superman vor, die anderen sind für einen der beiden (und sie spielen hier auch kaum eine Rolle).

Doch Superman kommt nicht zum Zuge. Er bekommt unerklärte Schwächeanfälle, die ihn ohnmächtig werden lassen. Dann taucht ein neuer Held namens Lightning-Man auf, um das Schlimmste zu verhindern. Am Ende stellt sich heraus: Ein Brocken Kryptonit in der Erdumlaufbahn hat Superman ausgeknockt und ihn in Momenten geistiger Umnachtung die Identität von Lightning Man annehmen lassen. In ebendiesem Zustand war Superman in der Lage, sich aus einer Gardine ein neues Kostüm zu schneidern – und so wird Superman dank seiner Taten zum Vorsitzenden des Clubs.

Was dieser Club eigentlich soll, um den niemand gebeten hat, und wer dieser Mayhew ist und was er will, danach fragt niemand. Außer Grant Morrison. 50 Jahre später hat sich der Autor von diesen Geschichten zu seinen Storylines The Black Glove und Batman Incorporated inspirieren lassen. Die neuen Versionen von Knight and Squire bekamen 2010 ihre eigene sechsteilige Mini-Serie.

DC Comics

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Als Bruce Wayne zu Robin wurde

DC Comics

Titel: When Batman Was Robin

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1955 (Detective Comics #226)


Jeder hat mal klein angefangen. Batman sogar sehr klein: als Robin. Ja, tatsächlich, Bruce Wayne war der erste Robin, lange bevor er Batman wurde. Wir erfahren es zusammen mit Dick Grayson, als Batman ein Paket mit seinem alten Kostüm geschickt bekommt.

Seine Geschichte geht so: Als Kind bewunderte Bruce den Police Detective Harvey Harris, der es mit seinen gelösten Fällen sogar auf die Titelseiten schaffte. Bruce, der damals noch beide Eltern hat, will bei ihm in die Lehre gehen, aber er befürchtet, abgewiesen zu werden. Und weil er davon ausgeht, dass Harris ein verantwortungsvoller Erwachsener ist, der denkt, dass Kinder sich nicht mit Verbrechern anlegen sollten, beschließt Bruce, seine Identität zu verstecken.

Eine Maske hätte zwar gereicht, aber Bruce schneidert sich ein rot-grün-gelbes Kostüm mit einem R auf der Brust. Warum? Das wird leider nicht erklärt. Bruce wird zum Stalker, indem er Harris verfolgt, um ihn zu beeindrucken. Er hilft ihm sogar, einen Verdächtigen zu fassen. Weil Harris ihn für so brillant wie ein Rotkehlchen hält (wer hätte gedacht, dass diese Vögel so schlau sind?), nennt er ihn Robin und nimmt ihn als Schüler auf.

Erste Lektion: absoluter Gehorsam! Jawohl, Sir! Zweite Lektion: keine. Denn Streber-Robin weiß bereits alles aus Kriminologie-Büchern. Selbst Boxen hat er schon gelernt. Also darf Robin seinem Lehrer dabei helfen, Gauner dranzukriegen, die Sammler erpressen, sich versichern zu lassen. Zuerst geht es um Modellschiffe, dann um Uhren und schließlich um historische Fahrzeuge. Robin gibt sein bestes, aber er macht Fehler und am Ende lernt er die dritte Lektion: Er muss noch viel lernen.

Am Ende muss Robin Harris versprechen, erst wieder Verbrechen zu bekämpfen, wenn er voll ausgebildet ist. Robin verspricht es und schickt ihm als Versicherung sein Kostüm. Als Bruce erwachsen ist, bekommt er es per Post zurück – denn Harris hat längst herausgefunden, wer Robin wirklich war. „He was a greater detective than I!“, sagt Batman am Ende.

Was er nicht sagt: Dass Harris auch der bessere Erzieher war. Denn statt dass Bruce Wayne sein Mündel Dick Grayson nachts ausschlafen lässt, damit er fit für die Schule ist, gefährdet er Nacht für Nacht dessen Leben mit gefährlichen Abenteuern, bei denen er regelmäßig fast draufgeht. Diese Vorgeschichte soll zwar den Robin-Mythos erklären, lässt ihn aber noch viel fragwürdiger erscheinen, denn die Moral, die hier den jungen Lesern mitgegeben wird, widerspricht Batmans eigener Praxis.

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Zwei glorreiche Halunken

DC Comics

Titel: The Team of Luthor and Brainiac

Autor/Zeichner: Cary Bates, Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1964 (Superman #167)


Es war nur eine Frage der Zeit. Wenn Lex Luthor es alleine nicht schafft, Superman zu besiegen, würde er sich früher oder später einen Verbündeten suchen. Nach seinem erneuten Knastausbruch (und einem gescheiterten Mordanschlag) braucht er einen Gedankenübertragungshelm, um den richtigen Partner zu finden. Da der Helm ins All und in die Vergangenheit schauen kann, erfährt Luthor die Entstehungsgeschichte von Brainiac.

Der ist nämlich nicht nur ein Außerirdischer, sondern auch eine Maschine, die von anderen (tyrannischen) Maschinen geschaffen wurde. Doch Brainiac ist seit seiner jüngsten Begegnung mit Superman im Knast. Allerdings ein Knast mit einer entscheidenden Schwachstelle: Wenn’s brennt, geht die Tür auf. Da musste erst Luthor drauf kommen. Kaum ist der Schurke draußen, schraubt Luthor ihm am Gehirn herum, um ihn nicht nur klüger, sondern auch gefügig zu machen. (Dafür wird Brainiac sich später revanchieren.)

Zusammen locken sie Superman in eine Falle: Sie berauben ihn seiner Kräfte, verkleinern ihn und sperren ihn in einen Käfig. Allerdings gehen sie dabei noch schlampiger vor als Superman mit seinem Knast: Sie sperren nicht einmal die Tür zu. Superman haut ab, startet eine von Luthors Raketen und ruft so Hilfe aus der Flaschenstadt Kandor herbei. Brainiac versetzt ihn dafür ins Koma, kann jedoch nicht verhindern, dass eine Horde kleiner Supermänner die Schurken überwältigt, sie verkleinert und sie in Kandor vor Gericht stellt.

Doch weil Superman in einem Koma steckt, aus dem ihm nur Brainiac befreien kann, werden die Schurken begnadigt, wenn er Superman wieder befreit. So geschieht es auch – und Superman muss die beiden Erzfeinde von dannen ziehen lassen. Na ja, dann bis zum nächsten Mal …

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Duell unter roter Sonne

DC Comics

Titel: The Showdown Between Luthor and Superman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1963 (Superman #164)


Lex Luthor hat die Schnauze voll. Während er im Knast sitzt, fliegt Superman frei herum. Und warum? Nur weil Superman eifersüchtig ist auf das Genie! Es muss keinen großen Sinn ergeben, jedenfalls bricht Lex mal wieder aus (indem er eine Maschine zu einem Panzer umbaut). Und dann fordert er Superman zu einem Kampf heraus, bei dem beide die gleichen Chancen haben – ohne Superkräfte.

Man könnte argumentieren, was Lex an Kräften fehlt, hat er im Kopf. Man könnte sagen: Er ist schon so oft gegen Superman gescheitert, dass sich jeglicher weitere Zweikampf erübrigt. Superman muss also keinem noch etwas beweisen, Lex ist in der Bringschuld. Trotzdem willigt Superman ein. Warum eigentlich? Wegen seines Rufs. Superman fürchtet, für einen Feigling gehalten zu werden, wenn er die Herausforderung nicht annimmt. Die naheliegendste Lösung wäre, den flüchtigen Verbrecher wieder zu verknacken. Aber dann gäbe es die folgende Story nicht … Und so bleibt keine andere Erklärung als: Es geht ums Ego.

Um zu einem Planeten mit roter Sonne zu fliegen, baut Superman sogar eine Rakete. Sie fliegen auf einen Wüstenplaneten, bauen sich einen Ring, ziehen ihre Hemden aus und prügeln sich. Superman gewinnt, Lex liegt am Boden. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein.

Doch als Superman Wasser holt, um Lex aus dem K.O. zu holen, lässt dieser einen Kakteenwald wachsen, sodass sie Superman zu erdrücken drohen. Dann rollt er noch einen Felsen auf ihn. Superman kann die Gefahren zwar abwenden, aber als ein Sandsturm ausbricht, verdurstet er fast in der Wüste.

Lex findet eine Stadt mit Menschen, macht sich beliebt, indem er böse Vögel verjagt und verspricht ihnen, mehr Wasser zu besorgen. Obwohl er alte Maschinen wieder instand setzt und fleißig gräbt, scheitert er. Am Ende findet ihn Superman, sie kämpfen noch einmal in einem Ring, Lex schickt einen Tornado und einen Roboterhund auf ihn los, aber Superman wird mit allem fertig, auch im Zweikampf mit Lex.

Doch der lässt sich absichtlich besiegen, damit er mit Superman zu einem Eisplaneten fliegen und den Menschen auf dem Wüstenplaneten Wasser verschaffen kann. Offenbar ist er nicht so ein Mistkerl, wie er gerne wäre. Aber das verrät er Superman natürlich nicht – so viel Ego muss sein.

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Catwomans letzter Wurf

Catwoman im Golden Age (Teil 16)

Titel: The Jungle Cat Queen

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1954 (Detective Comics #211)


Wieder sehen wir Catwoman auf Seite eins auf einer Katze reiten, einem Tiger, doch diesmal ist es nicht nur eine Metapher, diesmal wird es wirklich. Und das kommt so: Catwoman stiehlt Juwelen und fliegt mit ihrem neuesten Gefährt, dem Cat-Plane davon. Dieses Flugzeug hat sogar ausfahrbare Krallen … Batman und Robin haben keine Ahnung, wohin sie geflogen sein könnte, folgen ihr aber trotzdem auf die richtige Südsee-Insel, wo sie gemeinsame Sache mit Juwelendieben macht.

Catwoman im Cat-Plane

Batman und Robin werden gefangengenommen, in Tarzan-Uniformen gesteckt und von einem Löwen, einem Leoparden und einem Panther gejagt. An einem Katzentempel entdecken sie noch mehr Tiere, die aus einem Zirkus stammen, bringen die Großkatzen in ihre Käfige. Doch dann wird es noch wilder: Robin wird von einem Gorilla mit King Kong-Ausmaßen angegriffen und nimmt es mit einem Löwen auf, Batman wird wieder in sein Kostüm gesteckt und gefesselt einen Wasserfall hinabgeworfen. Catwoman sagt, sie hätte alle Hilfsmittel aus seinem Gürtel entfernt. Hat sie aber nicht.

Batman und Robin gegen King Kong

Batman überlebt dank Klinge und Seil, fesselt Catwoman und nimmt die Diamantenbande hoch. Doch Catwoman kommt frei und reitet auf einem Tiger davon. Robin fragt sich, ob es Nachlässigkeit war, dass sie die Klinge und das Seil im Gürtel gelassen hat, Batman glaubt das nicht. „Murder isn’t in the Catwoman’s heart. Sentiment is her weakness — and that’s why we’ll catch her next time!“

Catwoman flieht auf einem Tiger.

Aber das nächste Mal wird erst in zwölf Jahren sein. So lange wird es dauern, bis Catwoman wiederkehrt. Die Schurkin fällt nämlich dem vorauseilenden Gehorsam des Comics Code zum Opfer. Was einerseits seltsam ist, weil sie Batman vom Verdacht befreien konnte, schwul zu sein. Andererseits ist eine Verbrecherin auch kein guter Umgang für einen Helden – und daher auch kein Vorbild für die Jugend.

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