Sheldon Moldoff

Batman in Ritterrüstung

DC Comics

Titel: The Armored Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #111)


Batman galt bereits seit 1940 als „Dark Knight“, später sogar als „Caped Crusader“, 1946 erlebte er ein Abenteuer am Hofe von King Arthur (Batman #36) und wurde zu Sir Hardi Le Noir, dem „Bold Black Knight“ geschlagen, allerdings noch ohne eine Rüstung zu tragen. 1950 tauchte dann „Knight“, ein gepanzerter Batman of England, auf. Aber erst 1957 stiegen Batman und Robin in Ritterrüstungen. Die Geschichte macht den Umstand nicht weniger kurioser.

Als in der Gotham City Hall of Fame eine Batman-Büste vorgestellt werden soll, droht ein Gauner namens Blair Graeme vor der Presse, es auf Batman abgesehen haben. Nachdem Batman davon erfährt, steigt er mit Robin in Ritterrüstungen. Reporterin Vicky Vale macht sich Sorgen, die Lage muss ernst sein, also versucht sie, Graeme zu finden, bevor er Batman erwischt.

So eine Rüstung hat natürlich ihre Vorteile. Wenn Löwen aus dem Zoo ausbrechen, können sie Batman nichts anhaben. Aber es gibt auch Nachteile. Weil der Panzer so schwer ist, muss Batman einen Bauarbeiter retten, indem er sich an einer Kette zu ihm schwingt – ein normales Seil reicht nicht mehr aus. Und als ihr Boot von den Bösen versenkt wird, sinken sie auf den Grund des Flusses.

Batman und Robin haben aber andere Sorgen als ein Attentat: Gangster haben einen atomaren Treibstoff gestohlen. Als sie im Geheimversteck eintreffen, schlüpfen sie aus ihren Ritterrüstungen und es zeigt sich, dass sie darunter Strahlenschutzanzüge tragen. Darin können sie unbeschadet gegen die Gauner vorgehen. Der ganze Aufwand mit den Rüstungen diente nur der Ablenkung. Graeme gibt es nicht – das war nur Batman.

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Batman am Ende des Regenbogens

DC Comics

Titel: The Rainbow Creature

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #134), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Drei Jahre nachdem Batman in sein Regenbogen-Kostüm gestiegen ist, muss er es mit einem Regenbogen-Monster aufnehmen, und das kommt so: Batman und Robin sind in einem unbenannten südamerikanischen Land eingeladen, wo sie geholfen haben, die Armee um den Rebellen Diaz in die Flucht zu schlagen. Batman nennt ihn einen Gangster und einen Möchtegern-Diktator. Ohne Erklärung ist der Held plötzlich politisch im Ausland aktiv.

Kurz darauf verwüstet ein vierfarbiges Monster die Gegend. Leuchtet seine rote Farbe, brennt es sich durch Häuser, leuchtet die blaue, lässt es Kugeln und Brücken vor Kälte zerspringen, bei Gelb verwandelt es Objekte in Nebel, bei Grün werden Batman und Robin vorübergehend zu zweidimensionalen Wesen gepresst. Anschließend muss das Monster seine Farben (= Kräfte) wieder neu aufladen.

Dann greift auch noch Rebell Diaz wieder an. Seltsamerweise trägt er einen Konquistadoren-Helm, während seine Leute Sombreros auf ihren Köpfen haben. Er behauptet, selbst für das Monster verantwortlich zu sein. Batman bezweifelt das und verjagt sie, indem er mit einem Prisma einen Angriff der Regenbogen-Kreatur vortäuscht. Doch wie hält er das Monster selbst auf, das nur ein „freak of nature“ ist? Ganz einfach: Er lässt es alle seine Kräfte auf einmal verbrauchen, dann kann er es zerschlagen.

Die Geschichte hat eine interessante Meta-Ebene: Farben sind die Kräfte der Comicfigur, farblos ist sie also machtlos, die größte Bedrohung für die Helden ist, dass sie zweidimensional werden und sich vom Wind wegtreiben lassen. Während das Monster an Farben verliert, verlieren Batman und Robin ihre Form. Im Wesentlichen wird hier also die Funktion des Mediums Comic selbst bedroht.

Man kann das auch als verschlüsselte Anspielung darauf sehen, wie sehr sich Batman von seinen Ursprüngen entfernt und in Sachen Science Fiction seinen Höhepunkt überschritten hat. Dazu würde auch dieser befremdliche politische Einsatz in Südamerika passen.

Der Regenbogen ist gleichzeitig Symbol der Bedrohung. War Batman vor drei Jahen noch selbst in ein buntes Kostüm gestiegen, so sind die Farben nun Warnsignale, dass es zu bunt getrieben wird und sich der Effekt der ständigen Selbstüberbietung verbraucht – bis hin zur platten Formlosigkeit ohne Gewicht. Mit anderen Worten: Batman kommt am Ende des Regenbogens an.

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Regenbogen schützt vor Outing

DC Comics

Titel: The Rainbow Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #241), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„They’ll find no pot of gold at the end of this rainbow … only prison!“ (Batman)

Batman war im Silver Age keine düstere Figur, keine Gestalt der Nacht. Im Silver Age ging es eskapistisch und bunt zu. Diese Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür: Batman wird zu einem Paradiesvogel. Manche mögen ihn sogar als Schwulen-Ikone deuten.

Als Dick Grayson ein Mädchen vor einem Fluchtwagen rettet, verletzt er sich den Arm. Im Wagen saßen Diebe, die eine wertvolle Fernsehkamera gestohlen haben. Batman stürzt sich in den Fall – mit vollem Einsatz. Weil er nicht weiß, wo sie als nächstes zuschlagen werden, besucht er mit Robin Veranstaltungen, die im Fernsehen übertragen werden. Doch Batman trägt einmal ein rotes Kostüm, dann ein blaues, ein gelbes, ein grünes, dann sogar ein weißes mit einer Zielscheibe auf der Brust und am Ende läuft er rum wie ein Regenbogen.

Was soll das Theater? Ihm sei sein altes Kostüm langweilig geworden, sagt er. Naja, seien wir ehrlich: Da er meist nur bei Tag herumläuft, ist die Farbe seines Fledermauskostüms auch egal. Batman trägt längst kein Schwarz mehr, sondern ein freundliches Blau. Aber der wahre Grund ist dieser: Batman wollte bloß die Aufmerksamkeit auf sich lenken, damit niemand bemerkt, dass Robin einen verletzten Arm hat und damit als Dick Grayson auffliegt. (Robin zu Hause zu lassen war keine Option, weil er ihn als Zeugen brauchte.) Fredric Wertham, der Batman und Robin als Schwulen-WG deutete, würde vielleicht sagen: Der Regenbogen-Batman will nicht, dass sich sein Gefährte in der Öffentlichkeit outet. Aber das ist vielleicht etwas überinterpretiert …

Die Geschichte wurde adaptiert in Batman: The Brave and The Bold (S02E19 „Emperor Joker“, 2010). Da kämpfen Batman und Robin gegen Firefly, der verschiedenfarbige Strahlen abfeuert – Batmans Kostüm soll ihn davor schützen. Außerdem kommt darin die Rainbow Creature aus Batman #134 (1960) vor, die die Helden in zweidimensionale Wesen verwandelt.

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Batmen aller Länder, vereinigt euch!

Titel: The Batman of England/The Batmen of All Nations/The Club of Heroes

Autor/Zeichner: Bill Finger, Edmond Hamilton/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950, 1955, 1957 (Batman #62, Detective Comics #215, World’s Finest #89)


Batman macht Schule. Bereits 1950 lernen die Leser, dass es auch in England einen Batman gibt – oder zumindest zwei andere kostümierte Helden, der sich Batman und Robin zum Vorbild genommen haben. The Knight & the Squire kleiden sich wie Ritter aus dem Mittelalter: In Rüstung und mit Umhängen, fahren sie auf Motorrädern, die aussehen wie Pferde, und dabei tragen sie Lanzen. Offenbar entsprach das dem Bild von Europa, das man damals in den USA hatte …

Dahinter stecken Lord Wordenshire und sein Sohn Cyril, die zusammen in einer alten Burg in der Nähe eines Dorfes wohnen. In London hätten die beiden zwar mehr zu tun, aber aufregend genug wird es trotzdem noch.  Zwei Pub-Räuber überwältigen sie, indem sie den Tank im Fluchtauto durchstechen.

Als dann Batman und Robin einer Gang folgen, die einen alten Nazi-Schatz in England ausbuddeln will, treffen sie zufällig auf Knight & Squire, aber die beiden stellen sich mit ihren Lanzen so unbeholfen an, dass sie die Gauner entkommen lassen. Die beiden müssen noch viel lernen, sagt Batman, also teilt man sich zur Nachhilfestunde in Zweiergruppen auf: Batman und Squire ziehen nach Stonehenge, Robin und Knight folgen der Spur in ein historisches Museum. Aber auch später verpatzen die beiden Stümper ihre Einsätze. Zwar machen die Engländer beim Finale auf der Burg alles wieder gut, aber dann muss ihnen das Dynamische Duo mit einer Maskerade dabei helfen, ihre Geheimidentitäten nicht preiszugeben.

Am Ende versichert der Earl, es gebe nur einen wahren Batman und Robin. Fünf Jahre später tauchen vier andere Nachahmer auf: der Musketeer aus Frankreich, der Legionary aus Italien, der Gaucho in Argentinien und der Ranger aus Australien. Batman lädt sie alle nach Gotham ein, um ihnen Nachhilfe zu geben. Dabei sehen wir auch Knight & Squire wieder, die sich mittlerweile praktischere Kostüme zugelegt haben, verschwunden sind die klobigen Rüstungen, die Gesichter liegen frei, leider aber hantieren sie immer noch mit Lanzen und fahren auf motorisierten Pferden, während Gaucho und Ranger tatsächlich reiten.

Wie dem auch sei: Während alle neue Tricks vom Original lernen, nutzt die Bande um den Gangster Cardine die Chance, um Verbrechen zu begehen. Diesmal ist es Batman, der sich nicht sehr geschickt anstellt. Während des Einsatzes stirbt er sogar bei einer Explosion. Als aber die restlichen „Batmen“ Cardine hinterherjagen, erweist sich der Legionary als Schurke – und Batman springt im rechten Augenblick quicklebendig hervor, um den Fall aufzuklären. Und wieder herrscht die Einsicht: Es gibt nur einen echten Batman.

In World’s Finest treffen die Batmen aller Länder wieder auf ihr Vorbild – und auf Superman. John Mayhew lässt sie alle nach Metropolis rufen. Der reiche Philanthrop hat den Helden zu Ehren für viel Geld einen Club of Heroes errichtet, samt aufwendiger Innendekoration. Jetzt muss nur noch ein Vorsitzender gewählt werden – der, der die größte Heldentat vollbringt. Aber keiner hat so richtig Lust auf den Job: Superman schlägt Batman vor, Batman schlägt Superman vor, die anderen sind für einen der beiden (und sie spielen hier auch kaum eine Rolle).

Doch Superman kommt nicht zum Zuge. Er bekommt unerklärte Schwächeanfälle, die ihn ohnmächtig werden lassen. Dann taucht ein neuer Held namens Lightning-Man auf, um das Schlimmste zu verhindern. Am Ende stellt sich heraus: Ein Brocken Kryptonit in der Erdumlaufbahn hat Superman ausgeknockt und ihn in Momenten geistiger Umnachtung die Identität von Lightning Man annehmen lassen. In ebendiesem Zustand war Superman in der Lage, sich aus einer Gardine ein neues Kostüm zu schneidern – und so wird Superman dank seiner Taten zum Vorsitzenden des Clubs.

Was dieser Club eigentlich soll, um den niemand gebeten hat, und wer dieser Mayhew ist und was er will, danach fragt niemand. Außer Grant Morrison. 50 Jahre später hat sich der Autor von diesen Geschichten zu seinen Storylines The Black Glove und Batman Incorporated inspirieren lassen. Die neuen Versionen von Knight and Squire bekamen 2010 ihre eigene sechsteilige Mini-Serie.

DC Comics

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Batman als Aushilfs-Indianer

DC Comics

Titel: Batman – Indian Chief!

Autor/Zeichner: Ed Herron/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #86), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman und Robin fliegen gerade von einem Außeneinsatz zurück, da sehen sie ein Bat-Signal aus Rauch aufsteigen. Und durch ein Fernglas erspäht Robin einen Doppelgänger von sich – nur eben mit Feder am Kopf. Nachdem sie gelandet sind, stellen sie fest, wer dahintersteckt: ein Sioux-Indianer namens Great Eagle spielt Batman als Chief Man-of-the-Bats, zusammen mit seinem Sohn Little Raven. Sie haben eine Bathöhle, ein Batkanu und eine Bat-Trommel. Sie kämpfen gegen den bösen Indianer Black Elk.

Weil Great Eagle aber befürchtet, wegen einer Schulterverletzung als Man-of-the-Bats aufzufliegen, bittet er Batman und Robin, die Rollen zu übernehmen. Sie kriegen Federkopfschmuck verpasst und rote Farbe ins Gesicht geschmiert und schon ziehen sie gegen die Schurken los.

Das Setting wirkt seltsam anachronistisch. Im Jahr 1954 ist die Zeit des Wilden Westens längst vorbei und trotzdem reiten halbnackte Klischee-Indianer auf Pferden durch die Gegend, nur dass sie diesmal gepanzerte Wagen mit brennenden Pfeilen überfallen. Batman und Robin beweisen sich als gute Fährtenleser und tricksen Black Elk mit ihrer Maskerade aus, als Great Eagle zur Hilfe eilt. Fragt sich am Ende, warum Great Eagle nicht gleich als er selbst gegen seinen Feind angetreten ist. Und wozu überhaupt diese ganze Maskerade als Pseudo-Batman? Welchen Sinn hat das bei so kleinen Stämmen? Warum beschwert sich Batman nicht über das Plagiat? Und wie kam der Indianer darauf, dass Batman sein Rauchzeichen sehen würde? Und wie formt man überhaupt eine Fledermaus aus Rauch?

Fragen über Fragen, auf die es wohl nur eine Antwort gibt: „The great mystery has sent you!“

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Eingeholt von der Zeit: Batmans allererster Einsatz

Titel: Batman’s First Case

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Detective Comics #265)


„Easy Robin — I’ve killed time before — but I’m not going to let time kill me!“

Im Gotham City Park wird eine neue Uhr eingeweiht, getragen von einer Batman-Statue in Übergröße. Doch kaum ist das Tuch gelüftet, ist auf dem Ziffernblatt eine Drohung zu lesen: Um 3 Uhr soll Batman zerstört werden. Kurz darauf zerbricht die Statue und der Übeltäter offenbart sich: The Clock – ein alter Bekannter.

The Clock zerstört Batmans Uhrenstatue

Batman erinnert sich an seinen allerersten Fall: Als er sich gerade das Kostüm angezogen hatte, verfolgte er einen Dieb namens Kyle, ließ sich zweimal von ihm übertölpeln, bevor er ihn in einem Glaswerk mit einem Spiegel austrickste und zur Strecke brachte. Nun holt Batman die Vergangenheit ein, denn Kyle will sich als The Clock an ihm rächen. „Because Batman made me do time in prison!“

Die Verfolgung beginnt thematisch passend in einer Uhren-Manufaktur. Dort erweist sich The Clock als besonders perfide: Weil er weiß, dass Uhrwerke empfindlich auf Säure reagieren, bewirft er sie mit – Orangenschalen. Und dann klaut dieser Unmensch noch einen Sack voll Schrauben, bevor er abhaut. Auf Profit kommt es ihm offenbar nicht wirklich an.

Als Indiz lässt er seine Armbanduhr zurück. Batman untersucht das Ding unterm Mikroskop, entdeckt Mehlspuren und Robin zieht den richtigen Schluss, dass der Gauner sich in einer alten Mühle versteckt. (Naheliegender wäre, dass Kyle vorher Kuchen gebacken hat, aber sei’s drum. Es gehört nun mal dazu, dass irgendwelche Spuren von irgendwas immer eindeutig zum Geheimversteck des Schurken führen.)

In der Mühle knockt The Clock Batman und Robin mit Mehlsäcken aus und fesselt sie unter einer Zeitbombe. Sie befreien sich (dank dem gesprungenen Glas einer Uhr) und es kommt zum Showdown auf einem Riesenuhrwerk – ganz im Stil des Zeitgeistes.

Der Uhren-Schurke wird für Batman Anlass zu einer Zeitreise: Denn in dieser Ausgabe wird auf einer Seite erneut Batmans Entstehungsgeschichte nacherzählt. Danach wird Batman als Anfänger dargestellt, der zwar Fehler macht, aber schon die nötigen Fähigkeiten hat, um den gewieften Dieb zu fassen. So eskapistisch das Silver Age scheint, geschichtsvergessen ist es nicht, denn gerade in den 50ern erfahren wir immer mehr über Batmans Vergangenheit (z.B. dass sein Vater, Thomas Wayne, der erste Batman war und Bruce als Robin anfing).

Ein ähnlicher Schurke, der Clock King, taucht auch in der Batman ’66-Serie auf (S02E11-12), unter dem gleichen Namen gibt es auch einen in Batman: The Animated Series (S01E25), allerdings sind das ganz andere Geschichten, die ich bei anderer Gelegenheit erzählen will.

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Wie der Vater, so der Sohn

DC Comics

Titel: The First Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Detective Comics #235), Paperback 2009 (The Black Casebook)


„I wanted to take him alive … to stand trial for his crimes … but his own guilt convicted him!“ (Batman)

Warum ist Bruce Wayne zu Batman geworden? Klar: Wegen der Fledermaus, die durchs Fenster flog. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, dass Bruce Waynes Vater Thomas bereits ein Fledermauskostüm getragen hat. Bei einem Maskenball, der unter dem Motto „Flying Creatures“ stattfand. Dick Grayson findet das Kostüm zufällig, dazu passend einen Film und ein Tagebuch.

Während sich die beiden die Dokumente ansehen, entfaltet sich die Rückblende: Während der Party wird Thomas entführt, um dem Gangster Lew Moxon eine Kugel aus dem Leib zu holen. Weil Wayne befürchtet, danach selbst eine Kugel verpasst zu bekommen, wehrt er sich und als Moxon vor Gericht kommt, sagt Wayne gegen ihn aus. Moxon rächt sich, indem er die Waynes von Joey Chill (!) erschießen lässt. Bruce wird verschont, damit er gegen Chill aussagt und nicht gegen Moxon.

Batman und Robin versuchen, das Unrecht wieder gut zu machen, indem sie Moxon mit dem Vorwurf konfrontieren, aber der stellt sich dumm. Am Ende tritt Batman im Kostüm seines Vaters vor Moxon, der kriegt einen Schreck, gesteht und läuft auf die Straße – und wird von einem Lkw erfasst. Glückliche Fügung für Batman: Er konnte erneut, wie schon bei Joe Chill, seine Eltern rächen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Die Geschichte hat fünf Jahrzehnte später Grant Morrison zu seinem Batman R.I.P. inspiriert …

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Pinguins spektakuläre Rückkehr – in den Knast

Batman #155

DC Comics

Titel: The Return of the Penguin

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #155)


Sieben Jahre war der Pinguin von der Bildfläche verschwunden – wie Catwoman und Two-Face endete seine Karriere mit dem Golden Age. Als er wieder auftaucht, erfährt man, dass er sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Aber als er hörte, dass er in der Unterwelt nur als Eintagsfliege bekannt ist, beschloss er, seinen Ruf wiederherzustellen und zu beweisen, dass Batman der Versager ist.

Zunächst lockt er Batman und Robin mit einem chinesischen Bat-Signal nach Chinatown, wo er eine Drachenstatue Feuer speien lässt, dann jagt er ein paar Adler auf sie und entkommt auf einem Strauß. Doch das ist nur das Vorspiel; danach fährt er schwerere Geschütze auf: Ein Pinguin-Luftschiff und mechanische Riesenvögel. Der Pinguin trickst Batman aus, indem er ein Ballon-Double von sich schweben lässt. Bruce Wayne und andere Freunde von in Gotham bekommen Pinguine geschickt und am Ende springt der Pinguin aus einem riesigen Kuchen, begleitet von einem Schwarm Krähen.

Der Pinguin versucht, wertvolle Vogelbilder zu stehlen, aber am Ende trickst ihn Robin mit einem Batman-Cape an einem Kleiderhaken aus, jagt ihm Angst ein, treibt ihn in die Enge. Pinguins Rückkehr endet leider sehr schnell wieder im Knast …

>> Liste der Pinguin-Comics

Selina Kyle wird Schönheitskönigin

Catwoman im Golden Age (Teil 17)

DC Comics

Titel: The Sleeping Beauties of Gotham City

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #84)


„And don’t underestimate her, just because she’s a woman!“ (Robin)

Ein Nachtrag: In 16 Folgen habe ich bisher die Abenteuer von Catwoman im Golden Age vorgestellt, eine Folge habe ich mir für Weihnachten aufgespart, aber eine habe ich übersehen. Sorry, das möchte ich hier nachholen. (Falls einem noch eine einfällt, bitte schreibt mir!)

Nach ihrer Rückkehr zum Verbrechen ist Catwoman wieder da. Diesmal kündigt sie sich doppelt an: Als Catwoman lässt sie Katzen-Scherenschnitte vom Himmel fallen, als Selina Kyle kandidiert sie als Schönheitskönigin von Gotham. Und sie hat auch ihre Tierhandlung wieder eröffnet. Warum nehmen Batman und Robin sie nicht fest? Angeblich, weil sie ihr nicht beweisen können, dass sie Catwoman ist. Die Erklärung überzeugt nicht ganz, aber sei’s drum …

Es geht das übliche Katz- und Fledermaus-Spiel los. Diesmal führt es zunächst ins Musik-Museum, wo (wie immer) riesige Musikinstrumente aufgebaut sind, die natürlich voll funktionstüchtig sind, obwohl niemand auf ihnen spielen kann – außer man ist ein Superheld auf Verfolgungsjagd. Man läuft ein bisschen über die Tasten eines Klaviers (wie Katzen es gerne tun), man tritt auf ein Pedal, um Catwoman in der Hi-Hat eines Schlagzeugs einzuklemmen (ohne Schäden) und sie lässt eine Riesenharfe auf Batman fallen.

Später fällt Selina Kyle einer mysteriösen Schlafkrankheit zum Opfer und präsentiert sich wie Schneewittchen in einer Glasvitrine in ihrer Tierhandlung. Kurz darauf fallen auch die anderen Kandidatinnen des Wettbewerbs in Tiefschlaf. Als Batman der Schurkin auf die Schliche kommt, denkt sie sich eine besonders kreative Todesfalle für ihn aus: eine Riesensaftpresse.

Batman mit Saftpresse und Panthern. (DC Comics)

Kein Witz. In einer Messe für Haushaltswaren stellt sie Batman auf eine Riesensaftpresse und setzt drei Panther darunter. Sie können nicht rauf, er kann nicht runter. Was tun? Batman tritt die Presse aus Glas mit seinem Stiefel ein und flieht durch das Loch.

Am Ende wacht Selina auf, wird als einzige Kandidatin zur Schönheitskönigin gekürt – und warum? Der ganze Aufwand nur, um Diamanten zu schmuggeln. Und wie konnte sie zeitgleich in der Vitrine liegen und Catwoman sein? Ganz klar: Mittels 3-D-Projektion. Diese Idee würde man den Autoren selbst heute nicht abkaufen.

>> Liste der Catwoman Comics

Clayface Nummer Zwei

DC Comics

Titel: The Challenge of Clay-Face

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1961 (Detective Comics #298), Paperback 2017 (Batman Arkham: Clayface)


Clayface, das war in den 40ern Basil Karlo, ein frustrierter Schauspieler, der Rache üben wollte. Er trug eine Maske, einen violetten Hut und Mantel. 20 Jahre später ist der Mann mit dem Hut und Mantel wieder da, aber es ist kein Schauspieler, sondern Matt Hagen, ein Mann, der nicht gerne arbeiten geht.

Als Taucher sucht er nach verborgenen Schätzen. Eines Tages findet er eine geheime Grotte mit einem Becken einer fremden Flüssigkeit. Sie macht ihn zu einem Mann aus Lehm, aber Hagen stellt fest, dass er seine Form mittels Gedankenkraft ändern kann: zurück zur alten Form – oder zu jeder beliebigen. Für ihn ist das eine Gelegenheit, leichtes Geld zu machen.

Bei seinem ersten Job stiehlt er ausgerechnet Spendengeld, das Batman für Polizisten entgegennimmt. Clayface taucht zunächst in Hut und Mantel auf, verwandelt sich in eine Schlange und schließlich in einen Vogel. So macht er sich mit dem Geld davon.

Jetzt ist Hagen reich. Und was machen reiche Leute als erstes? Genau: Eine Kunstsammlung anlegen. Obwohl Hagen das Geld hat, will er keines dafür ausgeben, er bedient sich einfach als Clayface. Zufällig sind Batman und Robin da, als er ein Bild aus einer Galerie stiehlt, Clayface entkommt aber zunächst durchs Schlüsselloch und dann, indem er sich als Galeriebesitzer ausgibt.

Doch Hagens Masche hat einen Haken: Die Wirkung seines Wundermittels hält nicht lange an. Und so kommt es, dass er beim Kampf mit Robin zwar die wunderliche Form eines Löwen-Dinosaurier-Einhorns annimmt, aber sich am Ende wieder in seine menschliche Form zurückverwandelt. Hagen hat am Ende nichts daraus gelernt. Im Knast verspricht er, wiederzukommen.

Das waren noch Zeiten, als Clayfaces Kräfte kein unumkehrbarer Fluch waren …

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