Batman Rebirth: Neues Kostüm, neuer Sidekick, neue Hoffnung

Batman Rebirth #1

DC Comics

Titel: Batman Rebirth #1

Autor/Zeichner: Tom King, Scott Snyder/Mikel Janin

Erschienen: Juni 2016 (One-shot)


„I’ve never much been one for tradition.“ (Bruce Wayne)

„I’m trying something new.“ (Batman)

Batmans Wiedergeburt vollzieht sich mit dem Calendar Man, einen bekannten Schurken, der mit den Jahreszeiten altert und sich nach einem Jahr häutet, um jünger wieder aufzuerstehen. Auch Batman macht eine Erneuerung durch. Nachdem Batman vier Robins verheizt hat, will er mal was Neues versuchen: Er rekrutiert Duke Thomas, ein Mitglied der Teenager-Vigilanten-Armee „We Are Robin“. Doch er steckt ihn nicht in ein Robin-Kostüm, sondern in einen gelb-schwarzen Anzug mit Batman-Emblemen auf Maske und Brust. Gemeinsam retten Batman und sein noch namenloser Sidekick die Welt vor Calendar Mans tödlichen Sporen (Batman geht mal wieder bei einer tollkühnen Aktion fast drauf), dann sieht man sie beim Training auf einen Baum eintreten. Symbolträchtig wirft Alfred am Ende eine geteilte Avocado in die Bathöhle … (Was auch immer das bedeutet.)

Duke Thomas? Wer war das nochmal? Zum ersten Mal erscheint er in Batman #21, als der Riddler Gotham ins Zero Year (dt. Jahr Null) befördert. Beim Endgame werden seine Eltern vom Joker-Virus befallen. Später wird er in We Are Robin wird er, wie gesagt, Teil der neuen Superheldengruppe. Das muss man wissen, sonst kann man mit der Story nichts anfangen. Insofern eignet sich auch Batman Rebirth #1 nicht als Einstieg für neue Leser. Ohne Erklärungen wird man ziemlich allein gelassen.

Bruce erklärt Duke, dass man sich entwickeln müsse, um mit dem Calendar Man mitzuhalten. Das ist der zentrale Satz des Heftes, der für Superheldencomics überhaupt steht. Batmans Entwicklung ist gering, außer dass sich sein Kostüm ein wenig ändert: das Symbol auf seiner Brust ist gelb umrandet, eine kleine Reminiszenz an das gelbe Oval seit den 60ern, der Gürtel wirkt etwas steif und unpraktisch, aber das ist kaum die Aufregung wert.

Verrückter Optimist

Ansonsten sehen wir Bruce Wayne, wie er im Gespräch mit Lucius Fox seine Klimmzüge auf dem Hubschrauberlandeplatz seines Hochhauses macht – natürlich ungesichert und einarmig. Lucius erzählt von Thomas Wayne, der sein Arztdasein als Sisyphusarbeit so erklärt hat: „… the sick need someone crazy enough to believe they can be better.“ Das ist natürlich auch das Motto des Sohnes, der sich einer noch verrückteren Profession verschrieben hat.

Batman Rebirth #1 erzählt sprunghaft in vier Episoden (je eine pro Jahreszeit) eine sehr kurze und unaufgeregte Geschichte, die eher ein leiser, ziemlich optimistischer Auftakt für das neue Dynamische Duo ist als der Beginn einer großen Storyline. Bezüge zu DC Universe Rebirth #1 gibt es nicht. Die Handlung wird in der Batman-Serie fortgesetzt, die ab Juni im Zwei-Wochen-Rhythmus erscheint, ebenso wie Detective Comics und andere. (Scott Snyders All-Star Batman, das im August beginnt, wird monatlich erscheinen.)

Gelber Batboy

DC will offenbar mit seiner Rebirth-Aktion mehr Leichtigkeit in seine Comics bringen. Bei Batman ist das eigentlich nicht nötig; Scott Snyder hat das bereits geschafft, etwa mit seinem Zero Year oder Superheavy, und trotzdem auch immer wieder starke Horror-Elemente hineingebracht. Dass jetzt ein gelber Batboy an Batmans Seite kämpft, muss man wohl als Zugeständnis an junge Leser hinnehmen. Erklärt wird Batmans Entscheidung nämlich nicht. Ich finde diese ständige Erneuerung von Robin in all seinen Formen ermüdend. Nein, eigentlich mag ich gar keine Sidekicks. Aber vor allem: Batman braucht keine Wiedergeburt. Er ist gut so, wie er ist. Aber Erneuerungen sind bei endlosen, zyklischen Serien wohl unerlässlich.

Ziemlich ernüchternd an dem Heft ist, dass es mehr (Eigen-)Werbung als Story (20 Seiten) enthält. Im Gegensatz zu DC Universe Rebirth #1 sind die 2,99 Dollar/Euro kein allzu großzügiges Angebot. Daher warten wir lieber die Paperback-Ausgaben ab, um den Fortgang der Ereignisse zu verfolgen.

Eine Preview von Batman Rebirth #1 gibt es hier.

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