Scott Snyder

Absolute Batman Vol. 3: Devil’s Workshop

DC Comics

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Daniel Warren Johnson/Nick Dragotta, Jock u.a.

Erschienen: 2025-2026 (Absolute Batman 2025 Annual #1, Absolute Batman #15-18, Absolute Batman Ark M Special #1), Hardcover/Paperback 2026


Der absolute Berserker-Batman ist zurück – und dieses Mal endlich mit dem Joker. Eingeführt wurde er als unheimlicher Mann, der niemals lacht. Hier wird seine Vorgeschichte erzählt als Mann, der niemals stirbt. Jack Grimm lebt schon seit dem 19. Jahrhundert, hat bereits im Kindesalter als Clown angefangen und mit Lachgas experimentiert, später wurde er reich mit Filmen und Videospielen. Seine ewige Jugend verdankt er Kindern, deren Zellen er anzapft. In seiner Freizeit mutiert er zum Monster und frisst zum Spaß Menschen auf einsamen Inseln. Und er ist eine Art Anti-Bruce-Wayne, der einen Butler samt Höhle hat.

Maximale Grausamkeit ist das Rezept von Scott Snyders Absolute Batman und das wird mit jedem weiteren Band weiter getoppt. Jeder Schurke ist hier ein noch schrecklicheres Monster als der zuvor. Im Ark M Special erschießt eine Frau grundlos ihre eigenen Kinder, nachdem sie vom Tod ihres Mannes erfährt. In der Anstalt werden die Insassen von ihrem Kind bei lebendigem Leib verbrannt. Auch Poison Ivy erweist sich als Maximalmutant, einer Mischung aus Mensch und Pflanze, sondern auch aus Tieren, Insekten (als wären sie keine Tiere) und Bakterien – und sieht dadurch noch schrecklicher aus als je zuvor.

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Neue Batman-Comics 2027 – Vorschau

DC Comics

Das Jahr 2027 muss auch wieder ohne einen Batman-Film auskommen, The Batman: Part II soll erst im Februar 2028 erscheinen. Dafür kommt im Sommer Superman in die Kinos zurück: Man of Tomorrow von James Gunn, diesmal mit Lars Eidinger als Brainiac.

So müssen wir uns bis dahin mit dem Lesen vertrösten – aber Comics sind ohnehin das beste Medium für Batman und Co. Als Nächstes bekommen wir das neue Batman-Event Bad Seeds in drei Sammelbänden serviert, in dem es um Bürgermeisterin Pamela Isley alias Poison Ivy gehen wird. Dazu wird es auch Neues geben vom Absolute Batman, inklusive einer ersten Deluxe-Edition mit den ersten 14 Heften.

Für Nostalgiker gibt es im April den ersten Omnibus für das Batman-Werk von Autor Doug Moench aus den Jahren 1983 bis 1985. Seine Comics der Jahre 1985 bis 1986 sind als Paperback unter dem Titel Red Skies in der Reihe DC Finest erschienen. Zwischen beiden Bänden wird eine noch zu schließende Lücke von einigen Heften bleiben.

In derselben Reihe werden auch erstmals die Batman-Storys von 1972 bis 1975 gesammelt, einer Krisenzeit, in der einige starke Kurzgeschichten entstanden, unter anderem das titelgebende „Night of the Stalker“ (Detective Comics #439, 1974) von Steve Englehart.

DC Comics

Im Juni folgt endlich der erste Batman: Legends of the Dark Knight Omnibus. Diese wahrlich legendäre Serie wurde bislang nur verstreut in einzelnen Paperbacks gesammelt (z.B. Shaman, Gothic, Venom), nun bekommen die ersten 38 Ausgaben ein über 1100-Seiten-Hardcover. Enthalten ist auch das erste Annual, sowie Batman #474 und Detective Comics #641 (also der ganze Dreiteiler Destroyer).

Hier eine Übersicht über DCs bisher geplanten Batman-Neuerscheinungen 2027:

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Absolute Batman Vol. 2: Abomination

DC Comics

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Nick Dragotta, Marcos Martin, Clay Mann

Erschienen: 2025 (Absolute Batman #7-14), Hardcover/Paperback 2026; dt. Panini 2026


Bruce Wayne trifft Matches Malone! Wie das? Hier sind es zwei verschiedene Personen. Matches ist ein alter Freund, er hat Informationen über das mysteriöse „Ark M“ gesammelt und soll Bruce Arbeitspapiere verschaffen, um ihn auf der Baustelle einzuschleusen. Doch kaum sehen sich die beiden wieder, blutet Matches aus allen Poren und stirbt vor Bruces Augen. Eine Namensliste von Forschern bringt Bruce auf die Spur von Victor Fries. Bruce gibt sich als Elektriker aus und spioniert in Fries‘ Firma V-Core. Als Detektiv muss er jedoch noch viel lernen: Der Kryogeniker durchschaut die Masche sofort und stellt sich als eiskaltes Monster heraus, Mister Freeze nimmt Bruce im Eistank gefangen …

Zwar kann sich der Held aus der Kalamität befreien und – ungeachtet der Geheimidentität – als Batman triumphieren, doch damit gehen die Probleme erst los. Denn bald darauf steigt er in den Untergrund, nach Ark M, einer geheimen Stadt unter Gotham, und wird mit Bane konfrontiert, der hier zu einem gigantischen Hulk mutiert.

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Absolute Batman Vol. 1: The Zoo

Titel: Scott Snyder/Nick Dragotta

Erschienen: 2024 (Absolute Batman #1-6), Hardcover/Paperback 2025; dt. Panini 2025 (Band 1 enthält nur #1-3)


Kann man Batman nach über 80 Jahren noch neu erfinden? Alle paar Jahre wird es versucht, um die Figur interessant zu halten. Geoff Johns und Gary Frank gelang das 2012 mit Batman: Earth One, doch es erschienen nur drei Bände in neun Jahren. (Die anfangs ambitionierte Reihe hob nie wirklich ab, auch Superman und Wonder Woman bekamen nicht mehr Ausgaben.) Scott Snyder und Greg Capullo haben mit The New 52 Batman rebootet, ohne dass es sich je wirklich so anfühlte, auch wenn sie mit Zero Year allzu verkrampft versucht haben, ein neues Batman: Year One zu schaffen, aber sich zu sehr am Vorbild abgearbeitet haben.

Nun macht DC erneut den Versuch, ganz neu zu beginnen und zwar in einem neuen Universum, das nach eigenen Regeln funktioniert und diesmal jeden großen Superhelden neu definiert: das Absolute-Universe. Und bei Batman darf wieder Autor Scott Snyder dran. Diesmal stellt er alles auf den Kopf.

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Neue Batman-Comics im Herbst 2024

Batman: Full Moon / Two-Face #1 (DC Comics)

In diesem Herbst erwarten uns einige interessante Neuerscheinungen von bekannten und neuen Autoren und Künstlern.

Am 9. Oktober beginnt mit Batman: Full Moon eine vierteilige Miniserie bei DC Black Label. Rodney Barnes und Stevan Subic (The Riddler: Year One) erzählen eine Werwolf-Horrorstory. Mit dabei: Zatanna.

Am gleichen Tag erscheint auch Absolute Batman #1 von Scott Snyder (Last Knight on Earth) und Nick Dragotta mit einem frischen Ansatz: Der Dunkle Ritter hat hier weder Reichtum noch ein Anwesen noch einen Butler. Analog dazu erscheinen „Absolute“-Versionen von Wonder Woman (von Kelly Thompson und Hayden Sherman) sowie Superman (Jason Aaron und Rafa Sandoval).

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Death Metal: Alle sind Batman

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Dark Knights: Death Metal #1, 4, 7 (DC Comics)

Titel: Dark Nights: Death Metal

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2020-2021 (Miniserie #1-7), Hardcover 2021


„It all matters.“

Eigentlich wollte ich keine DC-Events mehr lesen. Das sage ich mir jedes Mal, ignoriere sie und dann kaufe ich mir doch wieder eins. Das letzte war Dark Knights: Metal. Ich war überfordert, frustriert und ich dachte mir: Nein, ich bleibe bei Batman. Das Multiversum kann mich mal. Aber als ich dann die Fortsetzung, Dark Nights: Death Metal, sah, als Hardcover in der Deluxe Edition, kaufte ich es dann doch. Weil das Cover so schön glänzte. Aber auch weil ich eine Schwäche für Greg Capullos Kunst habe. Und weil ich fürchtete, ich könnte was Tolles verpassen.

Und dann bestätigte sich gleich zu Beginn meine schlimmste Befürchtung: Wieder war ich überfordert. Was zur Hölle ist hier los? Eins ist klar: Die Hölle ist los! The Batman Who Laughs hat die Welt besiegt und unterjocht, alles dient seiner Schreckensherrschaft. Die Schurken sind weggesperrt, über sie wachen die vertrauten Helden als Zerrbilder ihrer selbst. Alle tragen Fantasy-Kostüme im Gothic- oder Heavy-/Death-Metal-Stil. Wonder Woman schwingt eine wundersame Kettensäge, Batman läuft als Untoter im Ledermantel rum, Superman trägt wieder lange Haare und wird gefangen gehalten von einer Mischung aus Batman und Darkseid, weil hier alle Schurken irgendwie eine Form von Batman sind.

Der dunkelste aller Ritter

Warum? Ja, wenn ich das wüsste … Das liegt wohl an dem Phänomen des Dunklen Multiversums, dass Batmans schlimmste Befürchtungen wahr werden lässt. Aber wenn ich alles erklären müsste, dann würde das den Rahmen des Artikels sprengen. Es reicht jedenfalls nicht, nur alle Krisen davor, Dark Knights: Metal und alle anderen Batman-Who-Laughs-Titel gelesen zu haben, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, auch Doomsday Clock, die Serie Justice League und das Event Year of the Villain müssen präsent sein, denn sonst ist man auf die vielen Erklärungen angewiesen – und die könnten zu kurz kommen.

Um’s kurz zu machen: Es geht um Energie. Positive und Crisis-Energie. Und es geht um Perpetua, die Schöpferin des Multiversums, Mutter von Monitor und Anti-Monitor. Nachdem Wonder Woman den Batman, der lacht, tötet, wird dieser dank Dr. Manhattans Körper zum Darkest Knight und noch viel mächtiger. Er will Perpetua töten, weil sie das Multiversum zerstören will. Und eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber dieser Artikel ist jetzt schon viel zu lang und eigentlich ist es auch gar nicht so wichtig, denn wer will es schon so genau wissen?

Wonder Woman wird zur Hauptheldin

Dann passiert eine Menge gleichzeitig: Drei Flashes rennen vor dem Darkest Knight davon, Lobo sammelt Alfred-Boxen, Lex Luthor taucht auf, um der Handlung eine neue Richtung zu geben und schließlich steht nicht irgendeine Energie im Mittelpunkt, sondern die Wahrheit selbst – und das ist Wonder Womans Domäne, sodass Diana zur Hauptheldin der Story wird. Sie legt sich mit Superboy Prime an und kämpft (in vergoldeter Form) das letzte Duell gegen den Oberfiesling, während die anderen, Helden und Schurken vereint, sich in die obligatorische Megamassenschlacht stürzen.

Am Ende ist wieder alles eine einzige Prügelei. Durch Zeit und Raum und Weltraum und Parallelwelten und Multiversen, aber eben nur eine große Prügelei. Was dieser Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger fehlt, sind ein paar interessante Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Hier tauchen bloß immer nur neue Gestalten und Schurken in Batmangestalt auf, aber es kommt kein Mehrwert bei rum. Scott Snyders heillos überfrachtete Story hebt das Multiversum bloß in immer weitere Höhen, bis ein Omniversum entsteht, ein Infinite Frontier und am Ende (mal wieder) alles neu geordnet wird und eine „Elseworld“ neue Geschichten verspricht … Man sehnt sich nach Post-Crisis-Zeiten zurück.

Die Welt ist im Wandel

Was haften bleibt, ist höchstens dieser lebensanschauliche Gedanke: Alles ist im Wandel. Die beste aller möglichen Welten ist keine perfekte Wunschwelt, sondern eine, in der wir lernen, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es erinnert an Herr der Ringe, und auch an Infinite Crisis … Aber immerhin ein kluger Gedanke.

Und so beschließe ich nach dieser anstregenden und wenig entlohnenden Lektüre ein für alle mal, diese verfluchten Krisenevents sein zu lassen, mich nie wieder von irgendeinem Metall oder metallisch glänzendem Cover zum Kauf, ja nicht einmal zum Lesen verführen zu lassen. Denn Lebenszeit, liebe Leute, ist etwas, das man niemals wiederkriegt. Deshalb: Seid gewarnt!

Hinweis: Zu Death Metal erscheinen drei Begleitbände: The Darkest Knight, The Multiverse Who Laughs und War of the Multiverses.

>> Liste der DC-Events

Zum tausendsten Mal Batman: Detective Comics #1027

Detective Comics #1027 von Andy Kubert (DC Comics)

Man muss nicht abergläubig sein, um zuzugeben, welche Macht Zahlen auf uns haben. Schlaue Marketing-Leute wissen das. Und so feiern wir nicht nur mittlerweile alle fünf Jahre ein Batman-Jubiläum, auch jede runde Heftnummer wird schon zu einer Jubiläumssonderausgabe aufgeblasen, auch wenn eine #50 heute nur noch halb so viel wert ist wie noch im 20. Jahrhundert, da Batman und Detective Comics immer noch zweiwöchentlich erscheinen, aber dafür hebt man sich dann „Batmans Hochzeit mit Catwoman“ auf. Batman #100 muss natürlich auch was Besonderes sein. Und Detective Comics #1000 fiel im vergangenen Jahr mit Batmans 80. Jahrestag zusammen. Und dieses Jahr ist sogar Nummer #1027 144-Seiten stark. Warum? Weil es Batmans 1000. Aufritt in der Serie ist (die Nummern 0 und 1.000.000, sowie 23.1-4, Annuals und Specials natürlich nicht mitgezählt).

Die Idee ist nicht neu: Bereits 1991 wurde Detective Comics #627 mit drei Nacherzählungen von The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27, 1939) gefeiert. Jetzt also zwölf ganz neue Kurzgeschichten von der Crème de la Crème der Branche, übliche Verdächtige wie King, Snyder, Tomasi und Tynion, Veteranen wie Bendis, Morrison, Wolfman, Jurgens und Rucka, aber auch Batman-Neulinge wie Matt Fraction sowie die beiden Autorinnen (!) Mariko Tamaki und Kelly Sue DeConnick dürfen je eine Story beitragen. (Ganz zu schweigen von den fähigen Zeichnern.)

Mal wieder Joker

Jeder Autor widmet sich einer anderen Facette des Dunklen Ritters: Brian Michael Bendis lässt Batman sich mit der Batman-Family als Detektiv betätigen, Greg Rucka lässt seine Gotham-Central-Zeit wiederaufleben, indem er den Werdegang einer jungen Polizistin in Gotham erzählt, die nicht nach den Regeln spielt – und (wie oft in der Serie) von Batman gerettet wird. In Ghost Story trifft Batman mit Robin auf Deadman, in einer anderen prügelt er sich mit Dr. Phosphorus (gezeichnet von Walter Simonson) und Marv Wolfmans Beitrag ist nicht mal eine Erwähnung wert.

Und was kommt von den Neulingen? Kelly Sue DeConnick zeigt, wie Bruce Wayne beim Golfspielen geschickt gegen Korruption vorgeht – auf jeden Fall eine der stärkeren Geschichten. Fraction erzählt, wie der Joker Batman jedes Jahr ein Geburtstagsgeschenk überreicht. Die Pointe: Joker selbst ist das Geschenk – in ewiger Verbundenheit. Diese Tatsache beweist auch die letzte Story in dem Heft, einem Tie-in von Mariko Tamaki zum Joker War. Ohne Joker geht es nicht mehr, wir erleben derzeit eine regelrechte Joker-Flut und nach meiner Meinung läuft es sich tot. Weniger Joker wäre mehr. Andere klassische Schurken hätten mehr Aufmerksamkeit nötig.

Batmans Vorläufer und Vorbilder

Peter J. Tomasi macht es so, wie es nicht sein sollte: Seine Story von Batman in einer Todesfalle dient nur zum Anlass, seitenweise Pin-ups von Batmans Rogue-Gallery aneinanderzureihen. Damit werden die Figuren wie so oft in letzter Zeit zu bloßen Statisten degradiert. Ähnlich ist es mit Scott Snyders As Always, wo es darum geht – aufgehängt am Symbol des Bat-Signals – Batmans Rolle als kosmischen Kämpfer an der Seite der Justice League darzustellen. Hauptsache, es kommen alle anderen auch mal vor. Dan Jurgens deutet mit Generations: Fractured das nächste Event an, in dem die Zeit (schon wieder) aus den Fugen gerät und Batman in sein Ur-Kostüm von 1939 schlüpfen lässt. Die Welle der Nostalgie rollt immer weiter, in ewiger Retro-Schleife … (siehe auch Zero Year)

All diese Häppchen lesen sich schnell weg und sind ebenso schnell wieder vergessen. Was bleibt aber hängen? Vielleicht höchstens Grant Morrisons Detective #26, eine schöne Hommage an Batmans Vorbilder (bzw. Vorläufer): Ein Mann in Gotham beschließt, in Anlehnung an den Crimson Avenger und The Shadow, zum maskierten Rächer Silver Ghost zu werden – bis ihm dann ein Kerl in Fledermauskostüm zuvorkommt. Damit greift Morrison geschickt die Prämisse von der Batman TAS-Episode Beware of the Gray Ghost (Das graue Phantom) wieder auf, indem er darstellt, dass Batman selbst nur zusammengesetzt ist aus verschiedenen Versatzstücken – von Zorro bis Sherlock Holmes, von Leonardo bis The Bat Whispers.

Detective Comics #1027 bietet also viele Seiten fürs Geld, darunter auch viele prächtig gezeichnete, mit einer Reihe wunderbarer Pin-ups (Lee Bermejo ehrt die ersten Batman-Serials!), aber am Ende ist es doch nur eine weitere aufgeblasene Jubiläumsausgabe, die bloß viel Luft bietet – besonders nach oben.

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Der rätselhafte Edward Nigma

DC Comics

Seien wir ehrlich: Warum eigentlich halten wir den Riddler für einen coolen Schurken? Wenn man sich die Figur bis zum Jahr 1990 ansieht, ist daran gar nichts cool. Potenzial hat er ja, mit seinen Rätseln, aber meistens ist die Figur lächerlich, die Rätsel sind belanglos und die Auflösungen lachhaft weit hergeholt. Zwar gab es mit Dark Night, Dark City den Versuch, das zu ändern, aber dann fiel man doch wieder ins alte Schema zurück. (Ganz zu schweigen von Jim Carrey in Batman Forever …)

Erst in den 2010er-Jahren wird der Riddler wieder dauerhaft zu einem ernstzunehmenden Schurken umgeschrieben. Das alte Spandex-Kostüm ist vergessen. Man trägt den grünen Anzug samt passendem Bowler. Nach dem Reboot von The New 52 wird er in Zero Year (Jahr Null) zu Batmans erstem großen Gegner (nach dem Anführer der Red Hood Gang), in Earth One Vol. 2 wird er zum Terroristen, der sogar ohne Kostüm auskommt. Der Riddler schöpft in beiden Geschichten sein Potenzial aus und tritt endlich als das Mastermind auf, für das er sich bisher nur gehalten hat. (Später führt er sogar einen Krieg gegen den Joker.)

Der verliebte Riddler

Doch auch in drei Kurzgeschichten aus diesem Jahrzehnt schafft er es, immer wieder zu überraschen: Zum einen, weil er mehr Menschlichkeit bekommt. In „The House the Cards Built“ (Joker’s Asylum: The Riddler #1, 2010) verliebt sich Edward Nigma erstmals. Bei einem Raub lernt er eine Kunststudentin kennen. Er entkommt einer Begegnung mit Batman und schickt ihr daraufhin Blumen und Geschenke – doch sie schickt alles wieder zurück. Dann zahlt er ihren Studienkredit ab – doch sie kann man nicht kaufen. Schließlich bietet ihm ein Schurke Hilfe an und Edward setzt alles an, um das größte Rätsel seiner Laufbahn zu lösen. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Sache geht natürlich nicht gut aus. Für den Leser aber endet es überraschend und mit einer offenen Frage …

In „Solitaire“ (Batman #23.2: The Riddler, 2013) bricht der Riddler in das Wayne Enterprises Tower ein. Mühelos dringt er durch die Sicherheitsvorkehrungen, überwältigt das Personal – und wozu? Alles nur, um eine Kleinigkeit zu rächen, die lange her ist. Edward Nigma ist ein Mann, dem neben seinem Ego auch Details wichtig sind.

Der Riddler bleibt sich treu

Rätselhaft verhält sich der Schurke ebenfalls lange in „Riddler in the Dark“ (Legends of the Dark Knight 100-Page Super Spectacular #2, 2014). Gleich zu Beginn lässt er sich von der Polizei festnehmen, bevor er sie auf ein Rätsel aufmerksam macht. Batman zieht los und findet einen geheimen Server in einem Zug – und stößt auf Black Mask … Wieder mal stellt sich die Frage: Hätte man das, was der Riddler will, nicht einfacher haben können?

„You know, Riddler, there are easier ways“, sagt Batman. „It doesn’t always have to be a riddle.“ Und der Riddler antwortet knapp: „For you, perhabps. Not me.“ Also finden wir uns damit ab: Ein Detektiv braucht Rätsel, die er löst. Und er braucht jemanden, der sie aufgibt. Der Riddler ist die Verkörperung dieses Prinzips. Mal albern und harmlos, mal tödlich ernst. Aber Hauptsache er bringt mit seinem erfrischenden Grün Farbe in das allzu schwarze Gotham. Grün wie die Hoffnung, dass sich jedes noch so knifflige Rätsel auch lösen lässt.

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Von Arkham bis ans Ende der Welt

DC Comics

Titel: Batman – Last Knight on Earth

Autor/Zeichner: Zack Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2019 (#1-3), Hardcover 2020


Es beginnt mit einem seltsamen Fall für Batman: Jemand zeichnet in ganz Gotham eine Kreidelinie auf die Straße, die Batmans Silhouette bildet, wie bei einer Leiche an einem Tatort. Batman folgt der Spur zur Crime Alley, wo er einen halbverwesten Jungen findet, der auf ihn schießt.

DC Comics

Plötzlich findet sich Bruce Wayne als Patient in Arkham Asylum wieder, wo ihm ein Arzt, der aussieht wie der Joker, erklärt, er habe sich die Sache mit Batman nur eingebildet und sei jetzt auf dem Weg der Besserung (vgl. Mask). Alfred taucht auf und bestätigt das. Doch als Bruce sich wehrt und ausbrechen will, klärt ihn Alfred auf, dass die ganze Show nur inszeniert wurde, um ihn vor der bitteren Wahrheit zu schützen: Gotham und der Rest der Welt sind nicht mehr. Das Böse hat gesiegt.

Dann wacht Bruce in einer Wüste auf und findet den sprechenden Kopf des Jokers in einem Glas. Gemeinsam laufen sie durch eine post-apokalyptische Welt, in der ein neuer Schurke namens Omega alles beherrscht, während nur noch wenige Helden im Untergrund Widerstand leisten.

Eine völlig neue Welt

Keine Sorge, nichts gespoilert, das war nur der erste von drei Teilen. Was danach folgt, ist eine Reise durch die zerstörte Welt, bei der Batman herauszufinden versucht, was genau passiert ist. Autor Scott Snyder und Zeichner Greg Capullo, die bereits zehn Bände Batman und das Event Dark Nights: Metal miteinander gemacht haben, tischen für ihr angeblich allerletztes Batman-Abenteuer einen Haufen skurriler Ideen auf, mit der sie ihrer Dystopie anreichern. Es liest sich zuweilen wie ein Remix einiger Elseworlds-Storys.

Wie so oft gibt es einige überraschende Wendungen, zum Schluss sogar eine sehr überraschende, aber vor dem Hintergrund der Batman-Comics der vergangenen Jahre durchaus nachvollziehbare – allerdings nur, wenn man die Bezüge und Anspielungen versteht. (Angefangen von Court of Owls bis Bloom.)

DC Comics

Damit ist Last Knight On Earth (wie schon Metal und The Batman Who Laughs) ziemlich voraussetzungssreich, wodurch sich viele unbedarfte Leser hier abgehängt fühlen könnten. Aber auch Fans, die die ganze Vorgeschichte kennen, müssen sich in dieser völlig neuen Zukunftswelt mit ihren ganz eigenen Regeln zurechtfinden – so wie der Held. (Ich muss zugeben: Ich habe selbst nicht alles verstanden.)

Wenn ein Meister wie Greg Capullo am Werk ist, lässt man sich gerne auf dieses Spiel ein. Und dankenswerterweise ist die Story trotz ihrer Fülle kurzweiliger als das, was zuletzt von Snyder kam.

Ach ja, das Ende ist das übrigens noch lange nicht: Im Mai beginnt das Event Dark Nights: Death Metal – ebenfalls von Snyder und Capullo, und ebenfalls mit Batman.

>> Batman 2011-2019


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Der unheilige Batman

Tales from the DC Dark Multiverse: Knightfall

DC Comics

Titel: Tales from the DC Dark Multiverse – Knightfall

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Kyle Higgins/Javi Fernandez

Erschienen: 2019 (One-shot)


„Some wounds don’t heal. What’s broken cannot always be fixed.“

Was wäre wenn … Jean-Paul Valley Bruce Wayne nach dem Knightfall besiegt hätte? Dieses Szenario spielt der One-shot Tales from the DC Dark Multiverse: Knightfall durch. Die Antwort: Jean-Paul übernimmt als Saint Batman eine Schreckensherrschaft in Gotham, schart eine Bande von St.-Dumas-Anhängern um sich, die Schurken wie den Pinguin auf offener Straße exekutieren. Bruce Wayne lebt nur noch in Gefangenschaft weiter, als Kopf und Torso – Saint Batman hat ihm seine Gliedmaßen amputiert.

Da gehen plötzlich in der Stadt mehrere Bomben hoch und es erscheint ein neuer Held: Tourne, der Sohn von Bane. Venom fließt durch seinen Körper. Er befreit Bruce, macht ihn zu einem noch mächtigeren Batman, der mittels Nano-Fledermäusen fliegen und alles zerfetzen kann, das sich ihm in den Weg stellt und zusammen mit Lady Shiva (die Bruce einst trainiert hat) stellen sie sich Saint Batman …

Diese Kurzgeschichte im Elseworlds-Stil setzt auch die Tradition fort, dass ein interessanter Ansatz viel zu schnell abgehandelt wird. Zu dieser Tradition gehört es, dass am Ende auch der alte Status quo wieder hergestellt wird, aber hier bekommt die Geschichte eine unerwartete, tragische Wendung. Ausdrucksstark und präzise gezeichnet bietet diese alternative Batman-Story eine gelungene Variation eines bekannten Themas, nach der zwar niemand gefragt hat, die aber den Wunsch nach mehr zurücklässt.

Die Rahmenhandlung deutet an, dass das kommen könnte – ein Reisender durchs Multiversum mit dem bescheuerten Namen Tempus Fuginaut (vgl. Temple Fugate) weist auf eine kommende Krise hin, die noch größer ist, als alle Krisen zuvor … Wie oft wir das schon gelesen haben …

>> Batman 2011-2019