Batman tappt im Dunkeln

DC Comics

DC Comics

Titel: Broken City (dt. Kaputte Stadt)

Autor/Zeichner: Brian Azzarello/Eduardo Risso

Erschienen: 2003-2004 (Batman #620-625, Paperback 2004), dt. Panini 2012


„I wouldn’t fret over it too much, detective. After all, what makes four a better story than the one that got away?“ (Little Boy)

Batman sucht Angel Lupo, einen kleinen Fisch, der Autos geklaut hat. Er soll seine Schwester hat umbringen lassen. Von Killer Croc. Als Batman Lupo nahe kommt, haut dieser ab – und hinterlässt zwei weitere Leichen, nämlich die Eltern eines Jungen – auf offener Straße. Das kann Batman erst recht nicht auf sich beruhen lassen. Also mischt er die ganze Stadt auf, um den Täter zu kriegen. Schließlich ist auch die ganze Stadt – Unterwelt wie Polizei – hinter Lupo her.

Brian Azzarello und Eduardo Risso (100 Bullets) erzählen eine Batman-Story in bester, klassischer Noir-Manier. Die Nähe zu Frank Miller ist vor allem grafisch unverkennbar, zuweilen erinnert das Setting sehr an seinen Dark Knight oder Sin City. In gewisser Weise ist es das Gegenstück zu dem überbordenden Hush von Loeb und Lee: Auch hier trifft Batman auf eine Reihe der üblichen Verdächtigen (Croc, Pinguin, Scarface, Joker) sowie einige neue (Fatman und Little Boy), die er nach dem Verdächtigen befragt, aber anders als bei Hush ist hier alles düster und in gedeckten Farben gehalten und es geht auch nicht um das große Ganze, ein Riesenkomplott oder ähnliches.

Darin liegt der Reiz der Story: Batman kümmert sich um einen kleinen Fall, aber begeht dabei große Fehler – er tappt auch buchstäblich im Dunkeln, weil er sich von persönlichen Gefühlen in die Irre leiten lässt. Azzarello konzentriert sich ganz auf die Hauptfigur, es gibt keine Batman-Familie, nicht einmal einen Alfred. Bruce Wayne brät sich sein Steak sogar alleine – zur Entspannung. Wir erfahren, dass er Angst vor dem Träumen hat, weil er darin sein Kindheitstrauma immer wieder erleben muss, und wir sehen einige interessante Variationen des altbekannten Motivs.

Broken City mag optisch vielleicht zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber auf langer Strecke entfalten die Zeichnungen ihren Reiz. Azzarellos Worte hingegen machen es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Das ist hardboiled Batman, wie ihn die Fans von Frank Miller und Alan Moore lieben.

(Im Band Batman Noir: Eduardo Risso ist Broken City auch in einer Schwarz-Weiß-Fassung erschienen.)

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