Verloren im Virtuellen

„It’s all part of the game.“ (Poison Ivy)

Lange bevor es die Batman: Arkham-Spiele gab, waren die Anfänge der Games bescheiden: Mitte der 90er wurde ein Konsolenspiel herausgebracht, das auf der meisterhaften und bis heute maßgeblichen Batman Zeichentrick-Serie basierte. In der Sega-CD-Version waren die Spielsequenzen eingebettet in eine Handlung, die in animierten Szenen erzählt wurde. Batman trifft zunächst auf Poison Ivy, Riddler und Joker, bevor er im Finale mit Robin gegen Rupert Thorne bzw. Clayface antritt. Diese Szenen ergeben insgesamt 16 Minuten Film, weshalb sie auch als „Lost Episode“, die verlorene Episode der Serie gelten. Allerdings sind die Handlungslücken so eklatant, dass man nur schwerlich in den Genuss einer flüssigen Dramaturgie kommt. Leider ist auch die Musik nicht mit einem Orchester eingespielt, sondern klingt nach kaltem 90er-Computer-Sound.

Dennoch sind die Szenen in bewährter Qualität der Serie animiert. Bemerkenswert ist die Sequenz, in der Batman mit einer Axt auf Poison Ivys Pflanzenmonster mit einer Axt losgeht und das Ding äußerst brutal nach Holzfällermanier niedermetzelt. Über die Riddler-Szene kann man schmunzeln: darin ist von der Zukunft der Virtual Reality die Rede. Die Prophezeiung der 90er hat sich bis heute nicht bewahrheitet. (Diese Idee wurde bereits in der Folge „What Is Reality?“, S01E48, von 1992 verwendet.) Aber für die Pixel-Welt dieses Konsolenspiels spricht daraus wohl die Sehnsucht nach besserer Grafik. Heute dürfte diese Oldschool-Ästhetik im Zuge der Retro-Welle wieder ihren Reiz haben.

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