Wachablösung

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Titel: Rebirth (Part 1 & 2)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Alan Burnett, Paul Dini, Stan Berkowitz

Erschienen: 1999 (Batman Beyond, S01E01-02, dt. Batman of the Future)


„Das war’s. Nie wieder.“ (Bruce Wayne)

Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Aber für jemanden, der so besessen von seiner selbstgewählten Aufgabe ist wie Batman, gilt diese Weisheit nicht. Ein gealterter Bruce Wayne in einem hochtechnisierten Kostüm vergeigt einen Routineeinsatz, bekommt einen Herzinfarkt und greift in seiner Not zu einer Schusswaffe. Obwohl er nicht abdrückt, nimmt er die Verzweiflungstat zum Anlass, sich zur Ruhe zu setzen.

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20 Jahre später trifft Bruce Wayne auf den jungen Terry McGinnis, als dieser vor Wayne Manor gerade von einer Bande Jokerz angegriffen wird. Der Alte vermöbelt die Taugenichtse und überanstrengt sich dabei, Terry hilft ihm nach Hause. Dabei entdeckt der Junge die Bathöhle inklusive der Anzüge der Bat-Familie. Nachdem er von Wayne vertrieben wird, muss Terry feststellen, dass sein Vater auf Befehl des Industriellen Derek Powers ermordet wurde. Damit soll verdeckt werden, dass der Konzern Wayne/Powers Nervengas als Waffe herstellt und an Menschen testet. Terry ersucht Wayne um Hilfe, doch der weigert sich, den alten Anzug wieder anzuziehen. Als Terry sich dann selbst bedient, wird Wayne sauer und sabotiert zunächst den Anzug per Fernsteuerung, doch schließlich kann der neue Batman seine erste Aufgabe meistern und bekommt sogar eine Festanstellung bei Wayne …

Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Denn wenn Batman Beyond (oder im Deutschen Batman of the Future) von etwas lebt, dann ist es das Verhältnis zwischen dem alten Wayne und dem jungen Heißsporn McGinnis. Der Alte drillt den Jungen mit der gleichen Härte, mit der er sich selbst seine Berufung aufgebürdet hat, und untergräbt dessen Moral mit sarkastischen Bemerkungen. McGinnis lässt sich aber nichts gefallen und feuert ebenso scharf zurück. Mit dem jugendlichen Helden machen die Autoren nicht nur eine traditionelle Sidekick-Figur zum Helden (wie schon Spider-Man) und den eigentlichen Helden zur grauen Eminenz, sondern schaffen auch ein High-School-Setting, das zudem auch für soziale Probleme sorgt: Terry vernachlässigt Schule, Freundin und Familie (also Mutter und Bruder). Was Bruce Wayne angeht, so wiederholt er den Fehler, den er mit den beiden bisherigen Robins gemacht hat, indem er einen jungen Mann für seinen Rachefeldzug verheizt.

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Die Serie führt die Kontinuität der klassischen Batman-Animationsserie der 90er fort – auch in Sachen Qualität. Wenn auch nicht ganz im Stil: Im Gegensatz zur alten Serie ist hier strikt Futurismus statt noiresker Retro-Look angesagt. Der Bruch mit der Tradition wird schon im Vorspann deutlich: der hat einen starken, basslastigen Industrial Rock-Soundtrack und eine Reihe schicker, teils computeranimierter Bilder, aber mit seiner schieren Überfülle kommt er nicht an die minimalistische Klasse des alten Vorspanns heran. Leider ist Batman Beyond auch weniger düster. Während im alten Gotham immer Nacht zu sein schien, wirkt im neuen alles taghell. Batman wird nicht als mysteriöse Gestalt inszeniert, die plötzlich aus dem Schatten auftaucht, sondern als großmäuliger Helfer in der Not. Coolness ist den Machern wichtiger als die Pflege der Legende vom wortkargen einsamen Rächer. Entschädigt wird man durch Schauwerte. Der minimalistische und schlanke Batman-Anzug in Schwarz mit rotem Fledermaussymbol auf der Brust ist eine Augenweide; er entspricht noch mehr einem Schweizer Taschenmesser als alle Anzüge vor ihm, mit ihm kann man zum Beispiel fliegen und sich unsichtbar machen.

Die Serie funktioniert sehr gut, nicht nur weil sie Batman einen neuen Schub gibt, sondern weil sie mit dem alten Bruce und dem jungen Terry das Beste zweier Welten verbindet und damit auch zwei Generationen von Zuschauern. Zugleich schafft sie auch mit Anleihen bei alten Schurken genug Wiedererkennungswert: Es gibt etwa eine Jugendbande namens Jokerz, allerdings bis auf die Kostüme ohne Bezug zum Joker, denn der ist schon lange tot (oder doch nicht?), und auch Mr. Freeze und Bane dürfen wiederkehren. Barbara Gordon, das ehemalige Batgirl, hat sich als Polizeichefin zu einer toughen Lady gemausert. Die neuen Schurken haben Wiedererkennungswert: dazu gehören der Illusionist Spellbinder, die Gestaltwandlerin Inque, der Schallterrorist Shriek und der radioaktive Strahlemann Blight alias Derek Powers.

Die Serie hat nicht nur einen eigenen respektablen Direct-to-Video-Film bekommen (Return of the Joker, Besprechung folgt), sondern auch einige Comicserien. Batman Beyond wurde sogar für wert befunden, in die reguläre DC-Kontinuität aufgenommen zu werden. Und das zu Recht, denn die Ideen, mit denen die Serienmacher die klassische Serie fortsetzen, sind der Stoff für einen modernen Klassiker.

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