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JLA: Earth 2

Titel: JLA: Earth 2 (dt. JLA: Erde 2)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Frank Quietly

Erschienen: 2000 (One-shot); dt. Dino 2000, Panini 2014


„No one tries too hard to make the world better. You can never shout too loudly in the name of freedom.“ (Batman)

Das Antimaterie-Universum ist eine Welt, in der stets das Böse triumphiert. Die Superwesen sind zumeist keine Helden, sondern Schurken. Es gibt Typen, die an Superman, Batman und Wonder Woman erinnern, aber sie bilden nicht die Justice League, sondern das Crime Syndicate. Von ihrer Mondstation aus beherrschen sie die Welt, die der Gewalt, dem Verbrechen und der Korruption anheim gefallen ist. In dieser Welt ist es Alexander Luthor, der in einer grün-violetten Rüstung allein gegen die Bösen antritt. Auf der Suche nach Verstärkung tritt er ins Materie-Universum ein und bittet die Justice League um Hilfe. Doch obwohl der Plan ausgeklügelt ist und zunächst funktioniert, hat der gute Luthor nicht damit gerechnet, dass er einen großen Haken übersehen hat …

Kurz und knackig erzählt Großmeister Morrison eine Story über eine Parallelwelt, die ihre eigenen Grundgesetze hat. Das zeigt sich vor allem in Gotham: Dort herrscht Boss Gordon, während Comissioner Thomas Wayne versucht, das Übel einzudämmen und sein Sohn als Owl Man einen auf kostümierter Superverbrecher macht. Nachdem Gotham befreit ist, errichtet Wayne einen Polizeistaat. In einer Welt des Bösen wird das Böse immer triumphieren. Die Geschichte hat zwei Schwächen: Abgesehen davon, dass sich die Justice League zu schnell auf das Abenteuer einlässt, ohne groß nachzufragen oder über ihre Taten zu reflektieren, nimmt sich Morrison zu wenig Zeit, um die Parallelwelt darzustellen. Stattdessen macht er es sich einfach, indem er ihre Verkommenheit nur behauptet und am drastischsten darin zeigt, dass ein Mann einen Hund tritt (der anschließend überfahren wird). Ansonsten ist Earth 2 ein netter, kurzweiliger Ausflug ins Was-wäre-wenn mit Rückfahrkarte.

Hinweis: Besonders empfehlenswert ist die Deluxe Edition (siehe Bild), in der auf vielen Extra-Seiten Frank Quietlys Skizzen und Grant Morrisons Skript dokumentiert werden.

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17 Kommentare

      1. Ja, genau, das sind alles Morrison/Quietly Team-Ups.

        „All-Star Superman“ ist der beste von allen und in zwei Trades abgeschlossen oder als Gesamtausgabe erhältlich.

        „WE3“ ist bei Vertigo erschienen und ein netter One-Shot, in dem Tiere Kampfanzüge steuern.

        Zu „Batman&Robin“ habe ich was Kurzes gebloggt: https://zwieklugscheisser.wordpress.com/2015/03/02/wochenendlese-003-batmanrobin-the-fade-out-criminal-zero-the-heart-of-the-beast/

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      2. Ja, viel zu viel. Und das waren ja nur die Morrison/Quietly-Arbeiten.

        Morrison hat ja auch noch viel mit anderen Zeichnern gemacht:
        Die Serien „Seven Soldiers“ (sehr konfus mit mehreren Erzählebenen) und „The Invisibles“ (anarchistisch-dystopische Satire) sowie den One-Shot „Mystery Play“ (kunstvoll mit Jon J. Muth) – alles bei Vertigo erschienen.

        Oder den Batman-One-Shot „Arkham Asylum“ (mit Dave McKean – von vielen kritisiert, aber ich liebe diese künstlerisch anspruchsvolle Parabel).

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      3. Ach so, „WE3“ hab‘ ich selbst wieder nach der Lektüre verkauft, weil es mir zu albern war, obwohl der One Shot allenortens hoch gelobt wird. Kann ich da also voll und ganz verstehen, wenn du den auslässt ;-D War aber nichtsdestotrotz ein Team-Up mit eben jenem Quietly (also für alle Komplettisten).

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