Paul Dini

Riddler wird Privatdetektiv

DC Comics

Titel: E. Nigma, Consulting Detective/Honor Among Thieves

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2006/2007 (Detective Comics #822/837), Paperback 2015 (Batman Arkham: Riddler)


Ein Jahr lang lag der Riddler nach einer Kopfverletzung im Koma, jetzt ist er wieder da: Zurück im Bowler, grünem Jackett und mit Krawatte – und einer neuen Profession. Denn der neue Edward Nigma verspürt nicht mehr den Zwang, Verbrechen zu begehen und Rätsel als Hinweise zu hinterlassen, nein, er setzt sein Genie dafür ein, um Rätsel zu lösen, als Privatdetektiv. (Das größte Rätsel bleibt jedoch, warum er immer noch Fragezeichen auf dem Jacket trägt.)

Sein erster Fall ist ein Mord und er führt ihn zu Bruce Wayne. Zusammen mit James Gordon fragt er ihn nach dem Opfer, Karrie Bishop, aus, einer Frau, die Bruce nur flüchtig kannte. Jemand hat sich als Bruce ausgegeben. Batman und Riddler verbünden sich, um den Fall zu lösen.

Die Geschichte ist ein klassischer Whodunit, führt in Gothams Rotlicht- bzw. S/M-Szene. Der Riddler löst den Fall nur scheinbar, denn am Ende ist wie immer alles ganz anders als gedacht, wodurch es dann doch wieder ziemlich wie erwartet läuft.

Ein paar Detective-Ausgaben später spielt Batman kaum eine Rolle. Bruce Wayne gibt Edward Nigma den Auftrag, nach einer Angestellten zu suchen, die mit einem Kraft-Serum verschwunden ist. Edwards Recherche führt ihn nach Metropolis, wo er im „Athenian Women’s Help Shelter“, einer Art Amazonen-Camp, auf Harley Quinn trifft. Diese kapert dann die Story. Nach einer albernen Rückblende in Harleys jüngste Vergangenheit gibt es eine Prügelszene mit der Schurkin, bis Edward sie ausknockt.

Eine richtige Riddler-Story ist das nicht, eine Batman-Story noch weniger. Und von Paul Dini hat man auch schon Unterhaltsameres gelesen als diesen belanglosen Quark.

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Ein Omnibus für Paul Dini

DC Comics

Paul Dini ist einer der wichtigsten Batman-Autoren. Er hat nicht nur einige der besten Episoden für Batman: The Animated Series geschrieben und Harley Quinn erfunden, er hat in den Nuller-Jahren auch viele Comic-Storys verfasst, darunter Streets of Gotham, Heart of Hush und The Resurrection of Ra’s al Ghul (zusammen mit Grant Morrison). Mit Alex Ross schuf er The World’s Greatest Super-Heroes.

In diesem Jahr würdigt DC Comics Dini mit einem eigenen Omnibus. Laut Amazon erscheint der Band mit 1056 Seiten am 8. September 2020. Enthalten sind unter anderem auch seine vielen Kurzgeschichten aus der Serie Detective Comics, die später als Detective, Death and the City und Private Casebook gesammelt wurden. Hier die ganze Liste:

Nicht enthalten ist der Klassiker Mad Love sowie alles andere, was Dini für Batman Adventures geschrieben hat. Dafür wird Mad Love in der Anthologie Joker – 80 Years of the Clown Prince of Crime enthalten sein. Ebenfalls fehlt Dinis zweites Meisterwerk Dark Night: A True Batman Story. Damit dürfte der Band nur schwerlich den Namen „Omnibus“ verdienen – auch wenn er mit über 1000 Seiten üppig genug ausfällt.

Dinis Arbeit für die Comics zu den Arkham-Games (z.B. Arkham City) ist in The Arkham Saga Omnibus (2018) enthalten.

Weitere Hardcover-Highlights im September:

>> Neue Batman Comics 2020

Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Joker als One-Man-Show

Titel: Trust

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2007 (Detective Comics #833-834), Paperback 2007 (Batman: Death and the City), 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Nachdem bei einer Vorstellung des Illusionisten Ivar Loxias eine Assistentin stirbt und das Theater abbrennt, geht Batman dem Fall nach. Zuletzt ist nämlich bei Loxias einiges schiefgelaufen: ein Leopard hat eine Assistentin angegriffen, ein Techniker bekam einen Stromschlag, ein Freiwilliger verlor einen Arm durch eine Kreissäge.

Batman verbündet sich mit der Magierin Zatanna, denn sie kannte das letzte Opfer. Schnell finden sie heraus, dass es kein Unfall, sondern Mord war. Als sie Loxias stellen wollen, schießt er Zatanna in den Hals, setzt Batman auf einen elektrischen Stuhl und offenbart sich als – Joker.

Dieser hat sich nach seinen Eskapaden zu Weihnachten (Slayride, Detective Comics #826, 2007) von Loxias gesund pflegen lassen, ihn zum Dank dafür getötet und seine Rolle eingenommen. Auf der Bühne konnte er seiner Mordlust frönen. Aber da der Egomane nicht für sich selbst die Lorbeeren einheimsen kann, plant er jetzt seine letzte große Vorstellung.

Er verkleidet sich als Sensenmann, stellt sich auf einen Kirchturm und setzt sein Publikum mit Joker-Gas aus. Als die Leute fliehen wollen, rennen sie gegen ein Tor, das unter Strom steht. Zatanna verwandelt daraufhin die Menge in Vampirfledermäuse. Die fallen dann über den Joker her.

Auch wenn Paul Dini ein hervorragender Autor ist, erweist er sich in seiner Detective-Comics-Phase als Routinier, der allenfalls solide Kurzgeschichten schreibt. Trust ist eine weitere davon, aufgewertet wird sie durch die zwar braven, aber sehr majestätischen Zeichnungen von Don Kramer. Immerhin inszeniert Dini den Joker hier als eine andere Art von Showman. Er ist ein Sadist, der sein Publikum zuerst schockieren und dann töten will. Seine Show dient also nur ihm zum Vergnügen. Der Joker als One-Man-Show.

Übrigens: Der Joker trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem Smiley mit einer blutigen Einschusswunde. Ein Wink Richtung Comedian aus Watchmen? Vielleicht. Aber ohne tieferen Sinn.

>> Liste der Joker-Comics

Robin auf Abwegen

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol. 1

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Rick Burchett

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #1-10), Paperback 2016


Two-Face soll noch eine Chance bekommen: ein neues Gesicht, eine neue Partnerin. Bruce Wayne will ihm dabei helfen, doch als der Joker davon hört, tut er alles, um das Glück zu verhindern. Er erzählt Harvey, dass sich Bruce an dessen Frau ranschmeißt. Und als dann auch noch Harley Quinn eine Ente in die Zeitung setzt, dass die beiden verlobt seien, sind bei Harvey alle guten Absichten vergessen.

Mit dieser starken Story beginnen die Batman and Robin Adventures, die Nachfolgeserie der Batman Adventures, die wiederum auf The Animated Series basiert. Wie gewohnt liefert das Team von Paul Dini, Ty Templeton und Rick Burchett eine Sammlung von Kurzgeschichten vor, die der legendären Zeichentrickserie gerecht werden.

Naturgemäß spielt Robin eine große Rolle: Eine Falschmeldung, in der es heißt, Batman hätte Robin gefeuert, führt dazu, dass lauter Robin-Aspiranten in der Stadt unterwegs sind und das Dynamische Duo bei der Arbeit behindern. Harley Quinn und Poison Ivy machen Robin zu ihrem willenlosen Sklaven. Und der Joker bringt den Wunderknaben zum Lachen. Darüber hinaus haben auch Pinguin, Ra’s al Ghul und der Bauchredner starke Auftritte.

Auch wenn die Comics für ein jüngeres Publikum gedacht sind, können auch erwachsene Leser ihren Spaß daran haben, vor allem wenn sie Fans der ebenfalls sehr reifen Animationsserie sind. Die meisten Storys sind einfallsreich und unterhalten auch mit Humor. Vor allem die Zeichnungen von Rick Burchett reißen mit ihrer Schlichtheit und Dynamik mit. Das alles macht den Band zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

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Dämonen der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 4

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck

Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016


Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.

Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.

Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“

Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.

Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.

Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.

Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.

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Der falsche Batman

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 3

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce TImm, Mike Parobeck

Erschienen: 1994 (Batman Adventures #21-27, Annual #1), Paperback 2015


Bevor mit Roxy Rocket die frivolste Folge der Animated Series produziert wurde, hatte sie ihren ersten Auftritt im Batman Adventures Annual #1. Perfekt inszeniert, mit flottem Strich von Bruce Timm (dem besten Animated-Zeichner überhaupt) ist sie hier schon die sympathische Ganovin, aber sie hilft Batman dabei, die wahre Übeltäterin zu fassen, nämlich Catwoman.

In weiteren, von anderen Zeichnern inszenierten Episoden, rekapituliert Batman, inwiefern sich seine Gegner rehabilitieren lassen. Wir sehen kurze Geschichten mit dem Bauchredner und Scarface, Scarecrow und Harley Quinn. Zum Schluss sehen wir Joker bei einem ebenso sinnlosen wie brutalen Amoklauf durch die Stadt zu. Das ist eher etwas für Freunde des schwärzesten Humors.

Batman trifft in diesem Band auch erstmals auf Superman. In der Animated-Series kam dies nie vor, erst in der Superman-Serie wurde das nachgeholt. Hier kämpfen sie gegen Maxie Zeus. Auch wenn erstklassige Schurken wie Poison Ivy und Two-Face hier Auftritte haben, ist die interessanteste Story eine ohne Prominenz.

In „Survivor Syndrome“ hat Batman einen Nachahmer, einen Sportler, der Rache nehmen will für seine ermordete Freundin. Als dieser Möchtegern-Batman angeschossen wird, rettet das Vorbild ihm nicht nur das Leben, sondern hilft ihm auch, wieder auf die Beine zu kommen. Er trainiert ihn. Am Ende muss sich der junge Mann aber als der moralisch überlegenere beweisen. Die Geschichte ist eine der stärksten in diesem Paperback, das eher eine Lektüre für nostalgische Momente zwischendrin ist.

Die halbe Geschichte einer geteilten Stadt

Arkham City

DC Comics

Titel: Arkham City

Autor/Zeichner: Paul Dini, Derek Fridolfs/Carlos D’Anda u.a.

Erschienen: 2012/2014 (Batman: Arkham City #1-5, Digital Chapters #1-5)


So gut die Arkham-Games auch gemacht sein können: Ich bin kein Spieler. Ich lese lieber. Das Problem ist: Zu Arkham Asylum gibt es keine Comic-Adaption, nur ein 16-seitiges Prequel. Erst die Ereignisse danach wurden in einer fünfteiligen Miniserie und fünf digitalen Comics erzählt, die zu dem Nachfolger-Spiel Arkham City überleiten. Daher wirkt der Einstieg etwas unvermittelt.

Der Joker ist zu Beginn ein zu einem Bane-artigen Mutanten aufgeblähtes Monstrum. Batman besiegt ihn dank Handschuhen, die bei jedem Schlag explodieren. Daraufhin ruft Bürgermeister Sharp Arkham City aus, ein Teil der Stadt wird zum Gefängnis erklärt, in dem sich die Insassen von Arkham Asylum und Blackgate aufhalten dürfen, bis sie von dort entlassen werden. Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn dieser Idee nicht, denn die Folgen sind absehbar: Die größten Schurken kämpfen um die Vorherrschaft, allen voran Joker und Pinguin. Aber vielleicht muss man es nicht verstehen, sondern es reicht zu erkennen, dass dahinter Hugo Stranges sinistrer Plan steckt, Batman zu vernichten …

Das Szenario erinnert an die Storyline No Man’s Land, nur mit dem Unterschied, dass hier die große Geschichte nicht erzählt, sondern nur vorbereitet wird. Wir sehen, wie Batman sich undercover zuerst in Jokers Gang, dann in Pinguins Gang einschleust und verhindert, dass sich die beiden mit Waffen versorgen. Wir sehen Catwoman und Poison Ivy zusammenarbeiten. Mit ausdrucksstarken Zeichnungen und knalligen Farben wird ein schönes, kurzweiliges Actionspektakel geboten, das Lust auf mehr macht.

Aber „mehr“ bedeutet in diesem Fall nur fünf kleine Kapitelchen mit Hintergrundmaterial und vor allem: das eigentliche Spiel Arkham City. Wer sich nicht in diesem Universum bewegt, ist in diesem Comic verloren. Schade eigentlich, denn während es zu Batman-Filmen stets Comicadaptionen gab, sind die Comics zum Spiel nur Beiwerk. Damit erzählt dieser Band bestenfalls nur eine halbe Geschichte.

Weihnachten mit dem Riddler

DC Comics

Titel: A Christmas Riddle (dt. Ein Weihnachtsrätsel)

Autor/Zeichner: Paul Dini/Ty Templeton

Erschienen: 1996 (Batman and Robin Adventures #3), dt. Dino 1997 (Batman Adventures #19)


„Eventually I realized I’m just not the club-joining-type.“ (Bruce Wayne)

Bei der traditionellen Weihnachtsfeier des Peregrinator Clubs, einem Bonzen-Verein, dem auch mal Thomas Wayne angehört hat, gibt es eine böse Überraschung: Santa Claus entpuppt sich als Riddler. Während seine zwei Helferinnen die Menge mit Maschinengewehren in Schach halten, kündigt er an, die Identitäten von Batman und Robin preiszugeben.

Dabei geht er so vor, wie selten jemand im Comic: indem er kurz nachdenkt. Was man über Batman weiß: Er ist relativ jung, ein Mann zwischen 28 und 40, und er hat viel Geld oder einen reichen Sponsor, um sich Batmobile leisten zu können. Da diese Beschreibung auf einige in dem Club zutreffen, verdächtigt der Riddler einige Unschuldige.

Doch als Batman und Robin eintreffen, erkennen sie, dass sich andere Gauner am Safe zuschaffen machen. Die ganze Show, die der Riddler auch im Fernsehen übertragen lässt, ist nichts als Ablenkung. Doch der wahre Horror beginnt, als plötzlich alle Weihnachtsbäume im Saal anfangen zu brennen.

Der Riddler vernichtet also beinahe Weihnachten, um sich selbst zu beschenken. Was hat er stattdessen zu bieten? Verkleidungen, Täuschungen, Ablenkung, ein paar flotte Sprüche. Aber leider nicht mal ein richtiges Rätsel … Schade.

>> Batman zu Weihnachten

Todesfalle unter Freunden

DC Comics

Titel: Night of Penguin

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2006 (Detective Comics #824), Paperback 2007 (Batman: Detective), 2018 (Batman Arkham: Penguin)


Nachdem Batman mal wieder einer von Pinguins Todesfallen entkommt (er hängt über einem Becken voller hungriger Seehunde), wird er zur großen Neueröffnung der Iceberg Lounge eingeladen. Der Pinguin will ihm beweisen, dass er ein ehrlicher Geschäftsmann geworden ist. (Warum dann die Todesfalle? Nur ein kleiner Spaß unter Freunden, wohl der alten Zeiten wegen.) Batman geht als Bruce Wayne hin, begleiten lässt er sich von einer oberflächlichen Frau, eine bessere Gesellschaft leistet ihm Lois Lane.

Der Pinguin offenbart sich als nicht ganz ehrlicher Geschäftsmann, indem er 38 Dollar für Iceberg-Lounge-Shirts verlangt. Schluss mit lustig ist aber, als mal wieder ein Mann in seinem Casino zu viel Geld gewinnt. Mr. ZZZ, ein Ganove, der es trotz Narkolepsie fertig bringt, Poker zu spielen. Batman findet heraus, dass dahinter ein Trick und eine Entführung steckt und beschafft dem Pinguin die Kohle wieder.

Schön und sauber gezeichnet, ein paar kleine Schmunzler – ein enette Lektüre für zwischendrin, mehr ist Paul Dinis kleine Episode leider nicht. Nach dem ungewöhnlichen Auftakt sackt die Story leider ins Anekdotisch-Banale ab. Batman rettet Pinguins Geld? Das muss wirklich niemanden interessieren.

>> Liste der Pinguin-Comics